TEST: Poltergeist auf 4K Blu-ray – Tolle Bildqualität für den Gruselklassiker

Wir testen die 4K-Restauration des Horror-Klassikers „Poltergeist“ auf 4K UHD Blu-ray! Kann „Poltergeist“ immer noch schocken?

Inhalt (85%)

Es ist der 30. Oktober 1982. Schauspielerin Dominique Dunne ist Zuhause und hat Besuch von ihrem Kollegen David Packer. Mit dem hatte Dunne für die bevorstehende Rolle in V – die außerirdischen Besucher kommen geprobt, als es plötzlich klingelt. Vor der Tür steht Dunnes Ex-Freund John Thomas Sweeney. Sweeney war schon zuvor immer wieder gewalttätig gegenüber Dunne geworden. Nachdem er sie vor die Tür bittet, packt er ihre Kehle und drückt zu. Dunne fällt ins Koma und wird fünf Tage später für hirntot erklärt. 1983: Julian Beck bekommt eine Magenkrebsdiagnose. Zwei Jahre später ist er als Reverend Kane mitten in den Dreharbeiten zu Poltergeist II, als er ins Krankenhaus muss. Dort kann man ihn nur noch bis zum Tod begleiten. Der Magenkrebs war stärker. Muskogee-Indianer Will Sampson war den meisten durch seine Rolle in Einer flog über das Kuckucksnest bekannt. 1985 spielt er in Poltergeist II den Indianer Taylor. Schon seit langem leidet er unter Sklerodermie. Sampson magert ab. Seine Organe versagen. Nach einer Herz- und Lungentransplantation im Houston Methodist Hospital stirbt er am 3. Juni 1987 an postoperativem Nierenversagen.

Heather O’Rourke ist sechs Jahre alt, als sie die junge Carol Anne in Poltergeist spielt. Drei Jahre später tritt sie im zweiten Teil erneut auf. 1987 bekommt sie gesundheitliche Probleme. Man diagnostiziert Morbus Crohn. Ein fataler Fehler. Denn O’Rourke leidet an einer angeborenen Darm-Verengung. Nach der Gabe von Cortison werden die Beschwerden nicht besser. Sie stirbt am 01. Februar 1988, kurz nach den Dreharbeiten zu Poltergeist III an den Komplikationen einer Notoperation infolge eines Darmverschlusses. Begraben wurde sie auf dem Westwood Village Memorial Park Cemetery in Westwood, Los Angeles – ganz in der Nähe von Dominique Dunne.

Alles beginnt mit dem Rauschen im Fernsehen

Was klingt wie eine neue True-Crime-Serie auf einem Streaming-Sender sind die tragischen Begleitumstände, die rund um die Produktionen der ersten drei Poltergeist-Filme passiert sind. Dazu gesellten sich weitere „Geschichten“ und Erzählungen von Mitgliedern der Filmcrew über rätselhafte Vorkommnisse während des Drehs. Selbst Produzent Steven Spielberg hielt einiges für nicht ganz so geheuer und sprach von seltsamen Dingen. Ob wahr oder erfunden – Poltergeist gehört zu den Klassikern des Gruselkinos. Und die Credits dafür gehen an …

… tja, an wen eigentlich? Tobe Hooper als Regisseur oder Steven Spielberg als Produzent, der vielleicht doch mehr am Film beteiligt war als die meisten zunächst annahmen? Es rankten sich immer wieder Gerüchte über die „Machtverhältnisse“ am Set des Films. Immer wieder wurde Spielberg gefragt, ob er nicht doch mehr getan hätte als nur die Produktion zu beaufsichtigen. in einem Interview mit der LA Times von 1982 gab er dann zu Protokoll, dass er Tobe Hooper nicht gerade für den Filmemacher empfinde, der am Set die Dinge in die Hand nimmt. Immer wenn beim Dreh eine Frage aufkam und Hooper nicht sofort antwortete, sprang Spielberg auf und übernahm. Der Plan, dass er den Film schreiben und dann einfach einem Regisseur in die Hand geben könnte, ging offenbar nicht auf.

Die Gegenstände im Haus bekommen ein Eigenleben

So wie man dem Film anmerkt, dass er die Handschrift des E.T.-Regisseurs trägt – ergänzt durch einige Horror-Momente, die zweifelsohne Hoopers Einfluss zeigen. Letzteres bspw. bei der Face-Peeling-Szene vor dem Spiegel. Momente wie dieser (oder auch das spätere Schwimmen mit den Skeletten) waren damals durchaus ungewöhnlich in einem Gruselfilm mit großen Namen und aus prominenter Produktion. Allerdings lebt Poltergeist nicht nur von diesen sehr grafischen Szenen, sondern vor allem von der stetig wachsenden unangenehmen Atmosphäre. Die sich verselbständigenden Gegenstände, Spielpuppen, die plötzlich zum Leben erweckt werden, das Fernsehgerät, das zum Ursprung des Bösen wird – die Behaglichkeit des Freelings’schen Heims wird nach und nach in jedem lieb gewordenen Detail dekonstruiert.

Jede Ecke, in der man sich wohl und komfortabel fühlte, verwandelt sich in etwas Gespenstisches. Der Horror fährt zwischen die Familienmitglieder und trennt sie – was wiederum das zweite Element des Gruslers zum Tragen kommen lässt: Das Thema Familie, das hier trotz der üblichen Querelen zwischen Geschwistern und Eltern von zentraler Bedeutung ist. Steve ist vollkommen egal, was dieser Poltergeist ist. Er will einzig seine Tochter aus dessen Fängen wieder zurück haben und die Familie wieder vereinen. Und wenn er am Ende den Fernseher aus dem Hotelzimmer verbannt, gibt’s noch einen herrlich ironischen Kommentar auf die damalige Zeit des erstarkenden Video-/TV-Booms obendrauf.

Poltergeist - Limited Steelbook (4K UHD + Blu-ray)
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(Stand von: 8. December 2022 08:57 - Details
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Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
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Bildqualität (80%)

Poltergeist wurde damals auf einer Ultracam 35 gefilmt. Eine seltene Kamera, von der lediglich 15 Stück gebaut wurden und die als eher unzuverlässig galt. Ausgehend vom 35-mm-Filmmaterial wurde nun ein 4K-Scan erstellt, das Material neu in HDR10 inkl. erweitertem Farbraum gegradet und für die UHD Blu-ray gemastert. Gegenüber der neuen Blu-ray ist das Mastering etwas dunkler, farblich dafür aber noch stimmiger. Der leichte Cyan-Touch der neuen Blu-ray ist über die 4K-Scheibe nur noch einen Hauch sichtbar.

Die 4K-Scheibe lässt das Bild so gut aussehen wie nie

Was den Detailgrad angeht, schafft es die 4K-Disk noch besser, die feinen Details an den Bäumen bei 4’38 herauszuarbeiten. Auch die Körnung auf dem Himmelshintergrund ist noch feiner und homogener. Am besten ist das erkennbar, wenn man sich das aus Bastgeflecht bestehende Hochregal bei 16’44 anschaut. Vor allem die Abrundungen an der Front weisen über die Blu-ray leichte Encoding-Vermatschungen auf, was die 4K-Disk hier sichtbar besser auflöst. Auch die Schrift auf dem Star-Wars-Plakat ist besser erkennbar, da speziell dort die neue Blu-ray ihre Probleme im Encoding hat. Farben wirken durch das leichte Abdunkeln noch etwas satter, Hauttöne weisen eine deutlichere Brauntönung auf, was den Gesichtern gut steht.

Etwas schade, dass dunkle Nachtszenen hier und da etwas besser durchzeichnet sein dürften und Spitzlichter zur gleichen Zeit nicht sonderlich hervorstechend sind. In diesem einen Punkt setzt sich die 4K-Scheibe nicht von der Blu-ray ab (Nachthimmel 53’34). Im Gegensatz dazu sind ein paar der hellen Einstellungen (bspw. in Carol Annes Zimmer) etwas überrissen. Dort zeichnet die Blu-ray eine Spur besser durch. Dennoch liefert die UHD Blu-ray das insgesamt bessere Bild. Gegenüber der alten Blu-ray, die mit eher flauen Farben und Kontrasten „gesegnet“ war, ist die 4K-Scheibe die absolut bessere Wahl.

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Tonqualität (70%)

Die Blu-ray von 2008 enthielt eine Dolby-Digital-Tonspur in 2.0 Stereo. Exakt diese ist nun auch Bestandteil der neuen Blu-ray und der 4K UHD Blu-ray. Das Gute direkt vorweg: Die deutsche Stereo-Fassung klingt gar nicht mal so übel. Schon die US-Nationalhymne, die direkt zu Beginn noch mit voller Wucht intoniert wird (bevor der TV dann plärrend übernimmt), kommt dynamisch und absolut klar ans Ohr. Das klingt weder dumpf, noch zu spitz. Wird es in der Folge leise, während der Hund durch die Räume streunt, gibt’s kein Rauschen oder andere Störgeräusche. Der Flöten-Score, der während der Anfangs-Credits läuft, schwankt nur ganz dezent hörbar und die Stimmen sind überraschend klar. Wenn sich die Jungs zum Sportereignis zusammenfinden, klingen S-Laute schon mal etwas spitz, was auch für die etwas hochfrequenten Soundeffekte gilt.

Apropos Soundeffekte. Während der dynamischeren Spezialeffekte-Szenen bauen die Mainspeaker sogar etwas Druck auf. Fährt die Geisterhand erstmals aus dem TV, zuckt es schon ganz ordentlich über die Speaker, auch wenn die Geräusche in sich etwas übersteuert klingen. Sehr gut gelingt die Stereo-Kulisse und die atmosphärische Einbindung des Geschehens während der regnerischen Szenen im Finale. Man hat Regen schon weniger effektvoll fallen hören. Die englische Fassung der alten Blu-ray kam (unter anderem) als 5.1 in True HD daher. Gegenüber der deutschen Stereo-Tonspur gibt’s hier mehr Räumlichkeit und auch entsprechende Signale für den Subwoofer.

Die finalen Actionszenen würden von einer etwas besseren Tonspur profitieren

Allerdings klingt das gar nicht mal so dynamisch wie man hoffen dürfte. Stimmen sind gar eher mittelprächtig verständlich und so richtig differenziert tönt das nicht – Surroundeffekte hin oder her. Auf der UHD Blu-ray gibt’s für den englischen Sound eine Veränderung von True HD 5.1 auf DTS HD-Master in 5.1. Zusätzlich gibt’s noch einen 2.0-DTS-HD-Master-Track, der als „original theatrical mix“ verzeichnet ist. Die 5.1-Tonspur schlägt den alten True-HD-Sound dabei um Längen.

Schon die Dialoge kommen klarer rüber, sind etwas lauter eingepegelt und die dynamischen Momente werden mit wesentlich mehr Differenzierung transportiert. Während des Baumangriffs auf Robbie hört man die Bläser aus dem Score viel prägnanter und fetziger als über die alte Blu-ray. Auch das Gewittergrollen hat mehr Druck und klingt bedrohlicher. Während der feineren Momente überzeugt die neue Abmischung ebenfalls und kommt tonal gleichmäßiger rüber.

  • Deutsch: Dolby Digital (70%)
  • Englisch: DTS HD-Master (80%) 2D-Betrachtung

Bonus (40%)

Das Bonusmaterial befindet sich auf der Blu-ray des Sets. Die UHD-BD enthält keine Extras. Allerdings ist es ohnehin das bisher bekannte Bonusmaterial, das schon die alte Blu-ray lieferte. Es besteht aus dem zweiteiligen „Sie sind unter uns – Poltergeist in der realen Welt“, das sich mit dem Phänomen der Poltergeister beschäftigt. Außerdem gibt’s noch das siebenminütige Making-of, das (noch im 4:3-Format) Einblicke in die Arbeit am Set gibt.

Gesamtbewertung Poltergeist (78%)

Poltergeist ist bis heute ein echter Gruselklassiker – egal, ob nun Spielberg oder Hooper hauptsächlich Regie geführt hat. Atmosphärisch und in puncto Spannung packt der Film auch heute noch. Und das tut er jetzt in der bisher besten Bildqualität. Während die neue Blu-ray hier und da in hellen Bereichen besser durchzeichnet ist, liefert die 4K-Scheibe das sichtbar bessere Encoding, die passendere Farbgebung und mehr Kontrastdynamik. Der deutsche Ton wurde zwar nicht verändert, gehört aber zu den besseren entsprechender Filme aus dieser Zeit. Übrigens, wer keine Lust hat die überzogenen Preise für das 4K UHD Blu-ray Steelbook zu zahlen, der sollte sich noch etwas gedulden. Ein reguläres Amaray / Keep-Case wird sicherlich nachgeschoben.

Poltergeist - Limited Steelbook (4K UHD + Blu-ray)
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(Stand von: 8. December 2022 08:57 - Details
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Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 06. Oktober 2022 Review am: 20. Oktober 2022
Erscheinungsjahr Film: 1982 Laufzeit: 114 Minuten
Filmstudio: Warner Home Video FSK: ab 12 Jahre
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat:
2,39:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch Dolby Digital 2.0
Englisch DTS HD-Master
High Dynamic Range:
HDR 10 Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray

Poltergeist Trailer:

Timo Wolters
Timo Wolters
Der echte Filmfan bleibt im Heimkino: Das Bild ist besser, der Sound unmittelbarer und die Sitznachbarn angenehmer - Timo rezensiert seit 2002 mit Leidenschaft (fast) durch alle Genres. Aktuelle Rezensionen findest du auf blu-ray-rezensionen.net

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