Zurück in die Zukunft Trilogie auf 4K Blu-ray im Test: Gelungenes Remaster

19
Der ausführliche Test der Zurück in die Zukunft 4K Blu-ray Trilogie!
Der ausführliche Test der Zurück in die Zukunft 4K Blu-ray Trilogie!

Update: Mittlerweile sind die Ersatz-Discs ohne Tonfehler bei den Nutzern angekommen. Bis auf eine Szene im dritten Teil scheinen auch alle Fehler behoben worden zu sein.

Inhalt (75-85%)

„Hallo, jemand zu Hause?“
Vermutlich kein Filmverrückter, der in den 70ern (oder etwas früher) geboren und mit den Filmen der 80er sozialisiert wurde, der bei diesem Filmzitat nicht spontan Kopfschmerzen bekommt. Man fühlt praktisch (mit), wie sich die Knöchel von Biff in den Schädel von George McFly bohren, während er seine Schularbeiten von ihm einfordert. Und wie obiges Filmzitat für jeden Fan von Zurück in die Zukunft ein Begriff ist, sind es unzählige weitere Dialogfetzen, die noch im Kopf geblieben sind: „Geben Sie mir ne Cola Light. Meinst du damit ’ne leichte Cola, oder was? – Na gut, dann geben Sie eben ’ne Pepsi ohne. Ohne zu Bezahlen? Dann bist du hier aber falsch. – Geben Sie mir einfach irgendwas, wo kein Zucker drin ist, ok?“ Und so weiter …
Man muss die Filme von Robert Zemeckis nicht einmal sonderlich oft gesehen haben, weil sie einfach so sehr den Zeitgeist der 80er atmeten wie kein anderer Film. Klamotten, Musik, Autos – Marty McFly war der filmgewordene Junge, der jeder andere Junge auf der Welt sein wollte.

Marty und Doc – ein Traumgespann der 80er-Jahre-Filmlandschaft

Und jeder Junge wollte mit 18 auch gerne einen DeLorean DMC-12 haben und ihn mit einem Fluxkompensator ausstatten. Ohnehin: Fluxkompensator. Dieses (aus dem Original übrigens inkorrekt übersetzte) Wort hat sich in den 80ern fest in den deutschen Wortschatz eingeführt. Verwunderlich, dass es nicht mittlerweile im Duden steht. Immerhin wird es selbst heute noch gerne verwendet, wenn man vor technisch beeindruckenden Errungenschaften steht und deren Wirkung nicht versteht. Jedenfalls wünschte man sich in den 80ern so einen Fluxkompensator zunächst am Mofa, dann an der 80er und später halt im Auto. Ja, das wäre schon was gewesen. Ach ja, die 80er. Schulterpolster bei den Kleidern der Damen, Karotten-Jeans, Vokuhilas und Stulpen – was für ein unglaubliches Jahrzehnt.

Und was für ein unglaublicher Film, den Robert Zemeckis da mit Michael J. Fox in der Hauptrolle inszeniert hatte. Unglaublich aus heutiger Sicht vor allem, dass der Regisseur und sein Drehbuchautor Bob Gale mit ihrer Idee bei knapp 40 Studios abblitzten. Bereits fünf Jahre zuvor war die Grundidee fertig, aber kein Filmstudio fand sie witzig genug. Erst nachdem der Regisseur Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten inszeniert und damit weltweiten Erfolg hatte, vertraute man ihm genug, um auch aus Zurück in die Zukunft einen Erfolg zu machen. Es sollte sich bewahrheiten. Denn bei knapp 20 Mio. Dollar Budget holte der erste Teil der Trilogie nahezu das 20-fache an den Kinokassen wieder herein.

Biff nervt – egal, in welcher Zeitperiode

Vollkommen zu Recht. Denn die Umsetzung war temporeich, bot famose Tricks und wartete zudem mit einem Schauspieler-Duo auf, das kaum dynamischer hätte sein und besetzt werden können. Der exzentrische Emmet „Doch“ Brown wird von einem sensationell agierenden Christopher Lloyd gespielt, der daraufhin untrennbar mit dem Charakter verbunden war. Dass sein junger Kollege Michael J. Fox neben ihm nicht unterging, liegt am grundguten Wesen des Schauspielers. Fox als Marty ist nicht nur Schwiegermutters Liebling, sondern gleichzeitig cool und abenteuerlustig genug, um jedem Gleichaltrigen der damaligen Zeit als Vorbild zu dienen. Fox war in der Tat die erste Wahl, was allerdings beinahe durch sein Serien-Engagement bei Familienbande torpediert wurde. So wurde dann zunächst Eric Stoltz für die Rolle des Marty McFly gecastet. Nichts gegen Stoltz, auch er hat bis heute diese jugendliche Ausstrahlung. Aber nach einigen abgedrehten Szenen empfand Zemeckis ihn nicht als den Richtigen. Und wenn man es aus heutiger Sicht betrachtet, wird Zurück in die Zukunft dann doch auf ewig mit Michael J. Fox verbunden sein. Nichtdestotrotz waren die Umstände alles andere als glücklich, verzögerten die Produktion maßgeblich und schmissen Michael J. Fox komplett unvorbereitet in die (neuerlichen) Dreharbeiten.

Neben den Darstellern war es aber vor allem der Zeitgeist und die pausenlose Action, die Zemeckis zu einem perfekten Unterhaltungsfilm verschmolz. Da der Film gleich in zwei kultigen Zeitperioden (80er und 50er) spielt, gab es unendliche Möglichkeiten, Popkulturzitate und überbordende Ausstattung aufs Publikum loszulassen. Dass der Film auch einer der bemerkenswertesten wurde, in dem Product Placement exzessiv praktiziert wurde, kann man kritisch sehen. Aus heutiger Sicht ist es allerdings fast niedlich, wenn Marty im Diner eine bestimmte Cola ordert oder die Küche der McFlys vollsteht mit bekannten Cerealien und anderen Dingen. Diese Art der Film-Nebenfinanzierung haben Zemeckis und Autor Bob Gale im Nachhinein derart stark kritisiert, dass Gale nie mehr einen Film machen wolle, in dem ein bestimmter Hersteller seine Produkte anbieten kann. Zu groß wäre seiner Meinung nach der Einfluss auf den kreativen Prozess des Films – zumal das Product Placement im zweiten Back to the Future bis dato nie gekannte Ausmaße annahm. Es würde jedenfalls mehr Platz beanspruchen, sämtliche Hersteller zu nennen als den Inhalt des Films zu schildern.

Marty mit eher unpassendem Dress

Der Inhalt des Sequels von Zurück in die Zukunft forderte indes spezielle Maßnahmen. Denn das Ganze hatte ursprünglich eine Laufzeit von über drei Stunden. Da auch das Budget zu hoch ausgefallen wäre, schlug Gale vor, dass man die Fortsetzung in zwei Teile aufsplittet. Das halbierte das Budget pro Film und ermöglichte eine kurz aufeinanderfolgende Kinoauswertung, die entsprechend mehr Geld in die Kassen spülte. Da das Ganze auch inhaltlich Sinn machte (immerhin spielen die Filme einerseits in der Zukunft und andererseits in einer fernen Vergangenheit), bescherte es dem Fan des Franchise eine Kinoauswertung, die mit Dezember 1989 und Juli 1990 nur eine kurze Wartezeit erforderten.

Allerdings merkte man dem dritten Teil nicht nur an den Kinokassen an, dass die Luft langsam raus war (er spielte rund 90 Mio. Dollar weniger ein als die beiden Vorgänger), sondern auch künstlerisch. Das Wilder-Western-Setting war zwar optisch reizvoll, die Gags wiederholten sich jedoch mitunter und die Spannung war irgendwie raus.
Bis heute allerdings haben alle drei Filme unter Fans einen kultisch verehrten Ruf, der mit den nun erscheinenden 4K-UHD-Blu-rays noch einmal zementiert werden wird: Noch einmal Marty dabei zusehen, wie der den gigantischen Lautsprecher mit seiner Gitarre zur Hochleistungs-Turbine macht; wie er auf seinem HoverBoard vor Griff Tannen und seinem Punker-Trio flüchtet oder wie die Dampflok im Finale des dritten Teils den DeLorean vor sich her treibt. Und das alles unterlegt mit der kongenialen Filmmusik von Alan Silvestri: „Daa daa daaaa dadadadadada …“

Bildqualität Zurück in die Zukunft (80%)

Von allen drei Filmen wurde das analoge Filmmaterial für die 35th Anniversary 4K-UHD-Blu-ray-Edition komplett neu gescannt und bearbeitet. Im Anschluss daran masterte man die nativen 4K-Scheiben mit allen HDR-Formaten – also HDR10, HDR10+ und Dolby Vision. Ebenfalls vorhanden ist natürlich ein im Rahmen von Rec.2020 erweiterter Farbraum. Spannend ist nun, inwiefern sich die Ultra-HD-Blu-rays noch einmal von den neu gemasterten Blu-rays unterscheiden würden.

Vergleicht man das Bild der UHD-BD-Scheibe mit der Remastered BD fällt noch einmal auf, dass der ganze Look noch etwas filmischer ist. Die Körnung wirkt noch authentischer und feiner. Kein Vergleich mehr mit der alten Blu-ray – wirklich gar kein Vergleich. Es gibt allerdings eine Sequenz, die von einer deutlichen Rauschminderung betroffen ist. Wie schon über die Remastered Blu-ray betrifft das Martys Ankunft in der Vergangenheit. Von ca. Minute 34 bis ca. 37’30 ist sein Gesicht betont soft, die Körnung fast eliminert und Oberflächen wirken etwas konturlos. Warum wieso weshalb bleibt ungeklärt.

Teil I wird um Längen dynamischer und filmischer reproduziert

Abgesehen von dieser dreieinhalbminütigen Stelle des Films ist das UHD-BD-Bild aber wirklich hervorragend geworden. Was man hier an Farbkraft und Kontrast rausgeholt hat, ist wirklich klasse. Ob das Biffs rote Jacke ist oder die Hautfarben, die noch mal mehr Dynamik haben und dadurch auch dreidimensionaler und detaillierter wirken. Auch Schwarzwerte sind noch satter und knackiger. Hauptsächlich aber knallt das HDR und zieht den Betrachter in seinen Bann: Die Energieblitze während des Gewitters am Ende, die Reflexion auf dem Plektrum kurz vor Martys zerstörerischem Akkord, die Lichtspielereien auf der Bühne während des College-Balls oder die Scheinwerfer des Delorean – was hier an sichtbaren Informationen aus hellen Lichtquellen geholt wird, was ehemals völlig überstrahlte, ist phänomenal.

Bis auf die genannte Einschränkung oben, deren Grund nur schwer nachvollziehbar sein wird, ist die UHD-BD das Maß der Dinge, was alle bisherigen Outputs des Films anging.
Ein Wort zu HDR10+ und Dolby Vision: Während HDR10+ auf meinem Setup mit Panasonic OLED erneut keine Differenz zeigt, betont Dolby Vision die Highlights etwas mehr und wirkt ein wenig strahlender. Allerdings ist die reguläre HDR10-Kodierung bereits hervorragend genug.

Bildqualität Zurück in die Zukunft II (80%)

Wie der erste Teil, so bekam auch Zurück in die Zukunft Teil 2 sämtliche HDR-Formate und lässt deren Muskeln immer wieder spielen. Mit einer Maximalhelligkeit von 1000 Nit und einer maximalen durchschnittlichen Lichtstärke von etwas über 600 Nit funkeln helle Lichtquellen in dunkler Umgebung um die Wette. Und was die UHD-BD aus dem bunten Glitzerkleid von Martys „Zukunftsmutter“ Lorraine bei 47’48 macht, ist über die alte und auch die neue BD in der Form nicht drin. Auch beim zweiten Teil gibt’s allerdings eine kurze Sequenz, in der es etwas nach Rauschminderung aussieht. In diesem Fall ist es der Moment, wenn Marty sich ungläubig in der Zukunftsstadt umsieht, bis er letztlich ins Café geht. Speziell Martys Gesicht rund um die Szenen mit dem Hologramm-Hai und dem Texaco-Service fallen hier auf.

Die Farben in Teil II sind viel dynamischer als bei der alten Blu-ray

Davon ab gefallen auch hier die Farben mit prächtiger Dynamik, sattem Rot und knalligem Pink auf dem Hoverboard. Und auch die Auflösung punktet, wenn bspw. die roten Plastik-Dots auf Martys Zukunftsjacke noch dreidimensionaler und plastischer erscheinen oder das Schriftbild in der Zeitung klarer und schärfer wird. Auch die Texturen im Hintergrund liefern mehr Details, was den Szenen aus der Totale zugute kommt. Dolby Vision betont auch hier die Highlights und hellen Bereiche etwas mehr, wirkt etwas strahlender bei helleren Hautpartien. Neutrale Oberflächen sind ganz dezent grünlicher. HDR10+ hingegen ist auf meinem Test-Setup erneut wirkungslos gegenüber HDR10.

Bildqualität Zurück in die Zukunft III (85%)

Und auch bei Teil III hat man sämtliche HDR-Formate inkl. den im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum abgelegt. Und von allen drei Teilen liefert der Dritte tatsächlich in Summe das beste Bild. Schon die neue Blu-ray zeigte hier wirklich tolle Werte und litt auch nicht unter zeitweiligen arg soften Einstellungen. Die UHD-BD wirkt in jeder Einstellung noch mal wesentlich schärfer und detaillierter. Vor allem dem Wild-West-Szenario kommt das Zugute. Schon alleine die sandigen Wege und Straßen erscheinen so reich an Einzelheiten, dass man den Sand greifen möchte. Aber auch in der Tiefe legt die UHD-BD noch einmal zu. Sieht man das unfertige Rathaus mit Martys Augen zum ersten Mal, werden die Ziegelsteine noch schärfer und die Leine, die man vor dem leeren Auge der noch nicht integrierten UHR sieht, ist besser definiert.

Teil III setzt das Western-Setting authentischer um

Erneut grandios ist die HDR-Umsetzung geworden. Die hellen Tageslichtszenen ab 15’55 knallen dem Betrachter förmlich entgegen, der Delorean spiegelt das Licht dynamisch wider und die Steinchen auf dem Boden werden durch die dynamische Kontrastwiedergabe erst so richtig dreidimensional. Während der dunkleren Szenen im Saloon sind die Flanken schon mal etwas steil und Hautfarben wirken etwas arg dunkel gebräunt, schärfer sind aber auch diese Einstellungen.

Dann jedoch gibt’s bei 26’23 einen sehr unschönen Effekt, in dem die höhere Kontrastdynamik den hellen Himmelshintergrund über den Bergen in der Ferne lodern lässt wie einen Waldbrand. Das ist so bei der neuen Blu-ray überhaupt nicht zu sehen und im laufenden Bild deutlich stärker zu erkennen wie innerhalb eines Screenshots möglich. Das schmälert den ansonsten famos guten Eindruck etwas. Allerdings läuft die Szene nur knapp zehn Sekunden. Und so ärgerlich das ist, wäre es unfair, die ansonsten wirklich gut gelungene Umsetzung deshalb nicht zu mögen. Nicht mögen muss man HDR10+. Denn da zeigt sich erneut kein Unterschied zum statischen HDR10 auf meinem Test-Equipment. Dolby Vision tut’s den beiden Vorgängern gleich und wirkt noch eine Spur lebendiger und strahlender. Die hellen Bildanteile werden sichtbar betont, was dem Geschehen mehr Glanz verleiht.

Tonqualität Zurück in die Zukunft (75%)

Sowohl der deutsche als auch der englische Ton erhielten für die UHD-BD einen frischen Dolby-Atmos-Mix. Ob dieser gegenüber der lahmen dts-Fassung der Blu-rays punkten kann? Zunächst einmal: Ja, der deutsche Atmos-Sound hat mehrere deutliche Tonaussetzer (und zwar in Teil I, II und III). Mittlerweile wurde eine Komplettliste erstellt und die Disks werden von Universal im Dezember ausgetauscht. Wie das geht, steht hier: Klick.

Unsere Wertung bezieht sich auf eine (dann idealerweise komplett) korrigierte Fassung. Denn abgesehen von diesen Aussetzern ist der 3D-Soundmix mit True-HD-Kern bei Weitem der alten dts-Spur überlegen. Während Letztere praktisch keine Surroundaktivität hatte, werden hier alle Speaker mit einbezogen. Schon das Ticken der Uhren zu Beginn ist ein echtes Highlight. Auch das Hochvoltgeräusch der Verstärkeranlage klingt nun spürbar dynamischer und wenn der Speaker dann unter Strom steht, wabert der Sub sogar vernehmlich vor sich hin. Explodiert die Membran, gibt’s reilich Surroundsound, was wiederum von dem Ticken der Uhren gefolgt wird, die um einen herum derart direktional und räumlich ihre Arbeit verrichten, dass man ständig von links nach rechts schauen möchte.

Der Atmos-Sound hat zwar ein paar Aussetzer, ist ansonsten der alten DTS-Spur aber haushoch überlegen

Setzt dann um 8.00 Uhr der Alarm ein, erschrickt man förmlich. Schön, dass auch Huey Lewis‘ „Power of Love“ mit Räumlichkeit und etwas Dynamik erklingt – selbst wenn das für heute Verhältnisse noch etwas dünn ist. Was man hier aber hört, ist ganz offensichtlich die für den englischen Atmos-Sound angelegte Geräuschkulisse, während die deutschen Dialoge (leider) noch komplett auf der bisherigen dts-Spur basieren. Sie mögen aufgrund des verlustfreien True-HD-Kerns einen Hauch frischer klingen, haben aber noch die ursprünglichen „Probleme“. Sie tönen einfach etwas dünn und stolpern immer mal wieder über kleinere Verzerrungen (Martys Vater bei 38’57 „wie läuft’s denn so?“) . Eingebettet in das wesentlich räumlichere Geschehen lässt sich darüber aber weitgehend hinwegsehen. Beispielsweise auch während des großartigen Scores und dem Wechsel Martys in die Vergangenheit. Der Delorean tritt mit netten Effekten die Zeitreise an und wenn die Schuppentür aufgeht, kann man das Knarzen förmlich verfolgen.

Rein in Sachen 3D-Atmos-Sound nutzen die Heights Signale immer wieder für dedizierte Akzente. Der erste echte 3D-Sound ist der Ton der Gitarre. wenn Marty den Verstärker killt. In der Folge ist es dann oft der Score oder die Filmmusik, die ausgiebig das komplette Lautsprecher-Setup nutzt. Allerdings – wie im Falle von Power of Love – nicht zwingend mit der vollen Instrumentierung. Das Schlagzeug ist eher im Hintergrund, während man vor allem Gitarren und leichten Stimmhall hört. Fährt der Delorean aus dem Truck, vernimmt man dramatische Filmmusik von oben und bei 23’45 wuscht ein eiskalter Nebelsound über die Heights. Solche dedizierten Sound bleiben zwar eher selten, aber die Räumlichkeit profitiert vor allem von der immer wieder hinzu genommenen Musik (51’30 etc.). Grundsätzlich liegt der Vorteil der Atmos-Spuren aber auf der regulären Ebene – wäre da nicht dieser ärgerliche Tonaussetzer der deutschen Synchro.

  • Deutsch/Englisch: Dolby Atmos: (75%) 2D-Betrachtung (Vorbehaltlich Fehlerkorrektur)
  • Deutsch/Englisch: Dolby Atmos: (40%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Deutsch/Englisch: Dolby Atmos: (70%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Tonqualität Zurück in die Zukunft II (80%)

Ja, auch Teil II hat unter ein paar Tonpatzern zu leiden – ganz abgesehen davon, dass die Synchronanpassung während der ersten gut 20 Minuten jener der neuen BD gleicht, deren Dialoge teils noch etwas früher dran sind als bei den bisherigen Blu-ray-Veröffentlichungen eh schon.

Neue Probleme sind unter anderem ein (nun) komplett fehlendes „Jetzt“ bei 22’47. Dazu kommt das durch den Geräuscheffekt des Donners bei 50’34 scheinbar gemutete „hof“ von Friedhof sowie die komplett ausgelöschten Kommentare, die Biffs Oma ab 71’19 fallen lässt und noch ein paar Fehler mehr. Auch hier ist das deshalb schade, weil der Atmos-Mix selbst um so viel räumlicher und dynamischer klingt als die bisherige dts-Fassung. Sämtliche Szenen des Soundtracks oder des vorbeifliegenden Delorean, die Computeranzeigen im Inneren der vierrädrigen Zeitmaschine oder die immer wieder genutzten Donnergeräusche auf dem Friedhof sowie beim Flug des Delorean – all das wird ungeahnt effektvoll und räumlich wiedergegeben. Als Beispiel sei nur der Luft-Highway zu Beginn des dritten Kapitels genannt, auf dem die Shuttles nur so am Zuschauer vorbeiflitzen und dabei sogar richtig dynamisch und kraftvoll werden. Der Regen fällt rundherum, die Vögel zwitschern von den Rears – eine (eigentlich) wirklich gelungene Abmischung, die auch hier die englische Geräuschspur nutzt. Außerdem basiert der deutsche Dialogton zwar erneut auf den alten Spuren, aber sie klingen auch hier etwas frischer und bisweilen bearbeitet. So klang Biffs „Nur zu Junge. Los, spring! Ein Selbstmord kommt mir gerade recht“ über die alte BD noch hörbar übersteuert und verzerrt. Die Atmos-Spur reduziert das deutlich (60’13).

Teil II liefert am meisten 3D-Sounds

In Sachen 3D-Atmos-Sound wird auch beim zweiten Teil das Hauptaugenmerk auf das Hinzumischen der Musik und des Scores gesetzt. Allerdings hält das Zukunftsszenario ein paar mehr Möglichkeiten parat, dedizierte 3D-Sounds zu setzen. Praktisch jedes Mal, wenn der Delorean (oder andere Shuttles) über den Kopf des Zuschauers fliegen, fetzen die Geräuscheffekte über die Höhen-Speaker. Natürlich grunzt auch der Hologramm-Hai nach zwölf Minuten aus der Höhe und auch der News Flash über die Hologramm-Einblendung nach knapp 20 Minuten spricht von oben herab. Dazu – gerade in den dramatischeren Momenten – immer wieder der Score von Silvestri. Sobald dann immer wieder mal Gewitter angesagt ist, kommen die Donner wirklich absolut klasse und realistisch räumlich von der Decke (51’27). Auch der Regen fällt daraufhin authentisch aufs Dach und man hört das entfernte Wetter-Rumoren mit wunderbarem Nachhall. In ein paar Actionszenen jedoch (Jagd durchs Treppenhaus) hätten ein paar 3D-Sounds Sinn gemacht, da die Verfolger deutlich über der Kamera Lärm machen.

  • Deutsch/Englisch: Dolby Atmos: (80%) 2D-Betrachtung (Vorbehaltlich Fehlerkorrektur)
  • Deutsch/Englisch: Dolby Atmos: (40%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Deutsch/Englisch: Dolby Atmos: (70%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Tonqualität Zurück in die Zukunft III (80%)

Kommen wir zum Positiven im Negativen: Nach aktuellem Kenntnisstand weist der dritte Teil über die neue Atmos-Spur am wenigsten Fehler auf. Bei Minute 10’45, direkt nach der Explosion fehlt beispielsweise das „Haaah“, das Marty noch vor dem eigentlich Satz „Ich glaube, mit dem Knall haben sie die Toten aufgeweckt“ ausruft. Da mittlerweile zahlreiche Beschwerden bei Anbieter Universal Deutschland eingegangen sind, liegt die Sache schon bei Universal in Los Angeles, die für den Mix verantwortlich sind. Und es steht zu hoffen, dass eine Korrektur der versammelten (neuen) Tonfehler vorgenommen wird.

Auch beim dritten Teil wäre nämlich ansonsten alles in bester Butter. Der Atmos-Mix, den man für den O-Ton angefertigt hat und der auch für die deutsche Fassung unterlegt wurde, ist wirklich klasse. Schon die soeben angesprochene Explosion bietet deutlich mehr Druck als über die alte dts-Spur und lässt die losgesprengten Teile rundherum im Raum herabfallen. Der Nachhall, der von der Explosion ausgeht, kommt zudem sehr realistisch ans Ohr. Trifft Marty dann im Jahr 1855 auf die reitenden Indianer setzt der Score die Szene wirklich bombastisch um.

Teil III wirkt auch akustisch insgesamt am stimmigsten

Es mag immer noch ein wenig an Tiefbass fehlen, aber die Pferdegruppen donnern doch ganz schön satt ins Heimkino. Auch den deutschen Dialogen tat der verlustfreie Codec recht gut. Sie sind zwar immer noch dieselben wie bei der dts-Fassung und wurden nicht neu gemastert. Aber sie wirken etwas luftiger. Freier sind auch die Schüsse. Wenn Doc Brown mit seinem Unikat den Galgenstrick abschießt, hallt der Schuss authentisch durch die Prärie und das weitläufige Gelände.

3D-Sound gibt’s auch. Beispielsweise nach 19’50, wenn die Pferde über über die Höhle springen und kurz darauf noch einmal, wenn die Kavallerie folgt. Zuvor lässt der Score in der ersten Szene seine akustischen Muskeln spielen und kommt wie in einem Orchesterhaus über sämtliche Speaker. Klasse ist auch das Gewitter bei der Einblendung der Schauspiel-Namen. Wie schon im direkten Vorgänger grummelt und rumort es authentisch aus der Ferne. Allerdings gibt das Setting ansonsten (neben der oft genutzten Musik) nur wenig für dedizierte 3D-Sounds her, sodass hier etwas weniger los ist als bei den beiden Vorgängern.

  • Deutsch/Englisch: Dolby Atmos: (80%) 2D-Betrachtung (Vorbehaltlich Fehlerkorrektur)
  • Deutsch/Englisch: Dolby Atmos: (30%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Deutsch/Englisch: Dolby Atmos: (70%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Bonus (100%)

Um das vollständige Bonusmaterial der drei Filme aufzulisten und aufzuarbeiten, könnte man ein komplett eigenes Review darüber erstellen. Tatsache ist: Es gibt jede Menge neues, bzw. bisher ungesehenes Material, das nun den Weg in die Box gefunden hat. Denn neben den regulären und größtenteils bisher bekannten Extras auf den Film-Blu-rays hat man dem Output auch noch eine Bonus-Bonusdisk spendiert. Das dort enthaltene Material ist bis auf fünf Beiträge, die auch bei der bisherigen Trilogie-Box auf einer vierten Blu-ray ausgelagert waren, komplett neu. Während auf den Filmdisks mit den Questions & Answers-Filmkommentaren, den Audiokommentaren sowie unveröffentlichten Szenen, Hinter-den-Kulissen-Featurettes oder den diversen „Geschichten aus der Zukunft“-Making-ofs auch schon einige Stunden an Material zusammen.

Neu sind Featurettes wie „Das Hollywood-Museum auf den Spuren von BTTF“ oder das Hinter den Kulissen des Musicals. Außerdem gibt’s ein kleines Featurette darüber, welche physischen Gesetze in den Filmen verletzt wurden. Vielleicht das witzigste Extra ist aber jenes mit den wiederentdeckten Casting-Tapes. Zwar läuft das nur 3’45, aber es ist schon witzig, aus heutiger Sicht Billy Zane als Biff, Kyra Sedgwick als Jennifer oder vor allem C. Thomas Howell und Ben Stiller als Marty McFly vorsprechen zu sehen.

Gesamtbewertung Zurück in die Zukunft (80%)

Die Filme sind Kult! Daran gibt’s nichts zu rütteln. Das Bonusmaterial rockt und die neuen Blu-rays sind um Längen besser und harmonischer als die alten. Vor allem beim ersten Teil fällt der Vorsprung massiv auf, während Teil III auf der alten BD ursächlich schon nicht ganz so schlimm ausgesehen hat. Alleine der Bildvorteil der neuen BDs reicht aber schon für eine Kaufempfehlung – trotz des nach wie vor eher dünnen dts-Tons der deutschen Fassung.

Schon die erste UHD-BD macht dann Lust auf mehr. In Sachen Bild ist sie bis auf eine kurze Sequenz um Welten besser als alles bisherige, im Ton ebenso. Dort allerdings mit ärgerlichen Aussetzern. Das Gleiche gilt auch für den zweiten Teil und dessen 4K-Scheibe, die noch mehr Tonpatzer aufweist. Der dritte Teil hat am wenigsten „neue“ Ton-Fehler zu vermelden und zeigt, bis auf eine kurze Ausnahme im Himmel, auch eigentlich das beste Bild. Insgesamt liefert die Trilogie damit das bisher in Summe mit Abstand beste Bild. Und sobald der Ton seitens Universal gefixt wird, machen auch die neuen Atmos-Spuren wirklich uneingeschränkt Spaß. Schön wäre es natürlich gewesen, wenn Universal den Kern der Atmos-Abmischung auch genutzt hätte, um einen Downmix für die neuen BDs erstellen, auf dass diese nicht mehr im dünnen dts daher kommen müssen.

Wer seine gekauften Disks über Universal austauschen will, der kann hier nachlesen, wie es geht.

Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 22. Oktober 2020 Review am: 05. November 2020
Erscheinungsjahr Film: 1985/’89/’90 Laufzeit: 116/108/118 Minuten
Filmstudio: Universal FSK: ab 12 Jahre
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat:
1.85:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch Dolby Atmos
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10, Dolby Vision, HDR10+ Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray
Testgerät TV: LG OLED55B7D Testgerät Player: Panasonic UB9004

Zurück in die Zukunft Trailer:

Back to the Future | Opening Scene in 4K Ultra HD | Marty McFly Is Just Too Darn Loud

 

19 KOMMENTARE

  1. Ich habe die „normale“ Box vorbestellt. Die werden ja erst Mitte Januar 2021 ausgeliefert. Ist das dann bereits die korrigierte Tonfassung oder muss man dann die Discs auch tauschen lassen?

    • Weiß noch keiner.
      Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings groß, dass es die gefixten Versionen
      sind. Aber Universal hat ja selbst bei den Austauschdiscs, die sie rausgeschickt haben, offensichtlich noch immer die Fehlpressung mit rausgeschickt. Von daher würde es mich nicht wundern, wenn auch bei dem Januar Release noch teilweise die Fehlpressung in einigen Boxen drinne ist.

  2. Ich habe am 8.12 zu Universal gemailt und einen tag später die Antwort bekommen, dass sie sich kümmern, ich aber noch Geduld haben müsste. Bis jetzt nichts angekommen. Ich warte noch ein bischen und dann frage ich nochmal nach.

  3. Ich muss leider Mal etwas Off-Topic fragen: wisst ihr ob die 20th 4k Blu-ray Edition von „Tiger & Dragon“ aka „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ auch zu uns kommen wird? Ich finde keine deutsche Fassung im Netz…

    • Fox? Da würde ich mir keine Hoffnung machen. Gehört ja jetzt zu Disney, und Katalogtitel wollen sie ja garkeine mehr rausbringen. Oder nur noch in Ausnahmefällen. Hatte auch Monate gehofft die US 4K UHD Bluray von Kevin allein zuhaus kommt noch zu uns. Aber das wird wohl nichts mehr dank Disney. Nur noch Neuheiten und sehr ausgewählte Katalogtitel. Auch in den USA.

  4. Ich warte noch auf die Austausch Discs! Hatte Mitte Dezember UPHE angeschrieben, sie sagen das es wohl noch vor Weihnachten kommt. Tha, nichts ist bekommen, Langsam habe ich keine Geduld mehr.

    • Ich gehe mal davon aus, dass in der Zeit auch gemerkt haben, dass sie reihenweise alte Discs rausgeschickt haben. Weswegen sich das jetzt alles wieder verzögert hat und des deshalb vor Weihnachten nicht mehr geklappt hat.

      Würde denen noch bis mitte Januar Zeit geben.

  5. Hallo,

    Auf AppleTv ist Teil 1 in UHD verfügbar. Teil 2+3 noch nicht. Hat jemand Infos ob und wann das geplant ist? Aktuell gibt es das Filmbundle dort für 9,99 zu kaufen.

    Grüße!

  6. Leider noch keine erhalten … trotzdem auch meiner Meinung nach ein gelungener 4K-Transfer! Bildqualität also ein Genuss für Fans der alten Tage.

  7. Ich habe bereits den Austausch von Universal bekommen. Teil 1 und 3 sind in deutsch nun fehlerfrei beim Ton. Leider Teil 2 nicht! Der Dialog von Biffs Oma wenn Biff zur Garage geht fehlt komplett in deutsch! Biff macht also Selbstgespräche. Sehr schade das Universal zwar die Tonspuren korrigiert hat, aber trotzdem nicht überprüft hat.

  8. Und was macht UNIVERSAL? Schickt bei drei Austauschdiscs Teil 2 als immer noch tondefekte Austauschdisc zu. Toll. Auf die angeforderte Austauschdisc zur Austauschdisc warte ich noch heute… Vielleicht sollten die nur noch Stummfilme herausbringen.

    • Bietet denn Universal bereits einen Austausch für die bereits ausgetauschten Discs an? Mich stört ja nur das mit Teil 2 und Biffs Oma. Ansonsten bleibt Teil 2 in deutsch wohl nur die SDR Variante ohne Atmos.

      • Ja bieten sie.
        Die haben ja teilweise einfach die alte Disc bei manchen
        Teilen verschickt.
        Bei mir habe ich auch nur für Teil 1 & 3 die neue Pressung erhalten.
        Für Teil 2 aber noch die Alte.

        Habe Universal mitte Dezember kontaktiert. Da wussten die scheinbar noch gar nichts von der Problematik und haben mir nur gesagt, woman die Seriennummer richtig abliest. Habe dann erneut eine E-Mail geschrieben mit Bildern und der erneuten Bitte um Zusendung der gefixten Disc von Teil 2. Eine Antwort auf diese Mail habe ich nicht mehr bekommen. Allerdings wissen sie mittlerweile, dass die teilweise wieder die fehlerhaften Discs rausgeschickt haben und man möge sie dann wieder kontaktieren 😀

        Ich schätze mal, dass sie jetzt vor Weihnachten keine Austauschdiscs mehr losgeschickt haben und das dann im Januar weitergeht. Mein Kollege hat bspw. noch nicht mal irgendwelche Austauschdiscs erhalten 😀

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte trage deinen Kommentar ein
Bitte trage deinen Namen hier ein