X-Men: Dark Phoenix 4K Blu-ray im Test: Aufsteigende Formkurve

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X-Men: Dark Phoenix 4K Blu-ray im Test
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Mittlerweile gibt’s praktisch mehr X-Men-Filme mit den jüngeren Mutanten als mit den ursprünglichen – wenn man im engen Kosmos bleibt und die Wolverine- sowie Deadpool-Ableger außen vor lässt. Der direkte Vorgänger von X-Men: Dark Phoenix war allerdings schwerfällig, zäh, deutlich zu lang und hatte einen Bösewicht ohne Tiefe und Charisma. Viel mehr konnte man kaum falsch machen, wenn man die eigentlichen Tugenden der erfolgreichen Filmreihe kennt. Und so war Apocalypse leider der Tiefpunkt des Neustarts rund um die Mutanten. Kein Wunder, dass man beim Nachfolger auf frisches Blut setzte und Simon Kinberg die Regie anbot. Na ja, halbwegs frisches Blut. Denn Kinberg hatte immerhin die Drehbücher zu drei Filmen der Reihe geschrieben. Ob er deshalb bei seinem Regiedebüt die beste Wahl für eine 200 Mio. Dollar Produktion war?

Jean Grey kommt mit ihren Kräften nicht klar und macht sich mehr und mehr Feinde

Die Zuschauer sahen das nicht so. Mit einem weltweiten Erlös von 252 Mio. Dollar fuhr der aktuellste Film der Reihe knapp an einer Katastrophe vorbei. Der im Nachhinein schwache Apocalypse war sicherlich ein Grund, dass die Kinogänger vom Franchise irgendwie die Nase voll hatten. Welche Geschichte also sollte noch erzählt werden fragten sich viele. Und blieben dem Kino letztlich fern. Zu Unrecht, leider. Denn wo der direkter Vorgänger versagte, landet Dark Phoenix Volltreffer: Der Charakterisierung der Figuren. Wie es der Titel erahnen lässt, geht es im jüngsten Teil um Jean Grey. Darum, wie sie erstmals ihre Fähigkeiten einsetzte und eine Tragödie auslöste. Wie die Erinnerungen an dieses Erlebnis und eine Steigerung ihrer Kraft dazu führt, dass sie den „dunklen Phönix“ entfesselt und sich gegen alles und jeden richtet. Die Szenen, in denen Sophie Turner (Game of Thrones) die Wut und den Schmerz ihres jungen und mit so viel Macht ausgestatteten Wesens entfesselt, sind kraftvoll und werden für den Zuschauer mit nachvollziehbaren Motiven angereichert.

Eine ganz spezielle Frau hat Interesse an Jeans Fähigkeiten

Dass man dafür sogar drastische Momente einfließen lässt, sorgt für ein paar überraschende und ziemlich schockierende Momente. Denn, nicht vergessen: Wir befinden uns in einer alternativen Zeitlinie. Die Ereignisse, die in den ersten drei X-Men-Filmen geschildert werden, werden hier nicht linear aufgebaut. Tatsächlich werden hier aber unterschiedliche Fronten aufgebaut, was wiederum für einen gewissen Reiz und eine interessante Abwechslung sorgt. Dass es in X-Men: Dark Phoenix (zunächst) keinen klassischen Bösewicht gibt, der gemeinschaftlich bekämpft wird, sondern das Konfliktpotenzial aus den inneren Spannungsverhältnissen der Mutanten herrührt, lässt den Film intimer und weniger groß angelegt wirken – ein wohltuender Schritt zurück, wenn man vom globalen Zerstörungsszenario des Vorgängers ausgeht. Was Dark Phoenix dabei etwas kürzer kommen lässt, sind die groß angelegten Actionsequenzen. Meist finden die Fähigkeiten der Mutanten innerhalb der Gruppen selbst Anwendung und es kommt zu häufigem Kräftemessen – sieht man von der eröffnenden Rettungsaktion im Weltall ab, die mit spektakulären Bildern ein echtes Fest (nicht nur) für Fans des Nightcrawlers ist. Und natürlich vom Finale, das nicht mit optischen Reizen geizt und letztlich zeigt, wo ein guter Teil des Budgets geblieben ist.

Mission im Weltall

Es offenbart aber auch die größte Schwäche des Films, womit sich ein wenig die Story von Bryan Singer wiederholt. Hatte der mit Apocalypse das einst von ihm so spektakulär eingeführte Franchise auf einen neuen Tiefpunkt gebracht, wollte Kinberg es besser machen als er es selbst zuvor getan hatte. Denn im Prinzip hatte er die Geschichte von Jean Grey mit seinem Skript zu Der letzte Widerstand ja bereits erzählt. Offenbar aber nicht zu seiner eigenen Zufriedenheit, weshalb er mit Dark Phoenix näher an den Original Comicvorlagen bleiben wollte. Die alternative Zeitlinie erlaubte es ja. Allerdings gerät Jeans Verhalten im Finale dann doch nicht ganz so anders wie im dritten Teil der Reihe. Und damit es überhaupt zu einem Showdown kommt, benötigte man noch diesen Endgegner. Den zauberte man kurzerhand aus dem Hut und schnitt ein paar Sequenzen mit Jessica Chastains Vuk zwischen, damit’s nicht gar so überraschend kommt. Inhaltlich wirkt das aber unglücklich und steht auf wackligen Füßen. Vielleicht hätte man besser so mutig sein sollen, Jeans Geschichte rein innerhalb der Mutanten zu erzählen. Zumal es hier einige interessante Aspekte gibt – wie beispielsweise die ignorante Überheblichkeit, die Charles an den Tag legt, wenn er meint, alles in den Griff bekommen zu können. Und die gleich mehrfach dazu führt, dass er sich sein Versagen eingestehen muss.

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