Zurück zur Disk: Darum geben Filmfans Streaming den Laufpass

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Einige Cineasten verabschieden sich wieder vom Streaming
Einige Cineasten verabschieden sich wieder vom Streaming

Streaming ist gekommen um zu Bleiben. Dennoch gibt es auch Cineasten, die sich nach Binge-Watching-Exzessen nun verstärkt wieder den physischen Medien zuwenden.


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Es ist bequem: Über Anbieter wie Amazon Prime Video oder auch Netflix, hier sind unsere Zusammenfassungen der 4K-Inhalte der beiden Anbieter (Amazon bzw. Netflix), stehen hunderte von Filmen und Serien sofort per Abruf zur Verfügung. Man bezahlt monatlich einen festen Betrag und im Wohnzimmer nehmen keine endlosen Regale voller Plastik Platz weg. Klingt fast schon perfekt. Doch einige Cineasten wenden sich nun dennoch vom Streaming ab und entdecken wieder die Vorteile der Disk.

So dürfte jedem klar sein, der mal nach älteren Katalogtiteln oder auch Indie- bzw. Arthouse-Filmen bei den großen Anbietern gestöbert hat, dass man auch leicht an die Grenzen der Streaming-Portfolios kommen kann. Auf den ersten Blick wirken die Angebote der Platzhirsche ausufernd, doch decken sie in erster Linie den Massengeschmack ab und fokussieren sich vor allem auf aktuellere Titel. Sobald man aber mehrere Jahrzehnte zurückblickt, gerade wenn man etwa auf die 1950er-, 1960er- oder auch 1970er-Jahre schaut, klaffen riesige Lücken bei Amazon Prime und Netflix. Vielmehr ist die Auswahl der vorhandenen Titel sehr überschaubar.

Ultra HD Blu-ray Playstation 5 - Project Scarlett
Die Ultra HD Blu-ray ist aktuell ein Nischenmedium

Wer also filmhistorisch interessiert ist, wird schnell von den Streaming-Anbietern ernüchtert sein. Aber auch weitere Nachteile greifen: Wer sich für mehrere Schnittfassungen interessiert, guckt erst recht in die Röhre. Die Kinofassung von „Blade Runner“ weicht etwa stark vom späteren Final Cut ab – der Vergleich ist für Fans des Kultfilms sehr ergiebig. Will man da fündig werden, hilft nur die Disk.

Der Streaming-Markt fragmentiert sich

Klar, will man Filme auf Disk genießen, muss man insgesamt mehr Geld in eine Sammlung investieren. Doch auch Streaming wird teurer, wenn man möglichst viel abdecken möchte. Denn dass eine Fragmentierung des Marktes ansteht, ist alles andere als ein Geheimnis. Dominieren bisher Amazon Prime Video und Netflix, so stehen mit Apple TV+ und Disney+ die nächsten Rivalen vor der Tür. Weitere Angebote von Comcast / NBC Universal (Peacock) und Warner (HBO Max) folgen.

Gegen Streaming spricht, gerade in Deutschland, aber auch oft der schlechte Ausbau von Glasfaser, Kabel und DSL. Gerade in ländlichen Gebieten gibt es da also oft gute Gründe gegen Streaming. Aber selbst in Städten scheitert es oft noch an der letzten Meile – Bewohner von Altbau-Wohnungen können davon auch ein Liedchen singen.

Viele Filmklassiker finden bei Streaming-Anbietern leider keine Zuflucht

Generell ist der Fokus von Streaming aber durchaus darauf ausgelegt schnell konsumierbare Inhalte zu bieten. Filme und Serien, die man in einem Rutsch durchschauen kann, auch wenn man vielleicht die Hälfte der Zeit aufs Smartphone blickt. Gerade Filmklassiker erfordern oft Konzentration beim Konsum, Ruhe und Zeit. Und sie laden zum wiederholten Ansehen ein, um neue Details zu entdecken. Deswegen lohnt für Sammler dann auch oft eine Disk mit reichhaltigem Bonusmaterial, verschiedenen Schnittfassungen und einem liebevoll gestalteten Artwork – die Criterion Collection ist da etwa ein Maßstab – leider nicht in Deutschland erhältlich.

Manchmal sind es auch rechtlich komplizierte Situationen, welche einen Einstand bei Streaming-Anbietern erschweren – gerade wenn es um Musikrechte geht. Allerdings kann dies natürlich auch Disks betreffen. Vielleicht macht es am Ende die Mischung: Klassiker kann man sich noch guten Gewissens auf Disk anschaffen und für sich selbst archivieren, während „Fast Food Cinema“ und Serien auch bei Streaming-Anbietern gut aufgehoben sind.

51 KOMMENTARE

  1. Vorab, bin Ü50. War Kino Filmvorführer, seit meinem 16. LJ (80er), startete ich in meine Heimkino-Leidenschaft mit Grundig Super 2000, bis ich zur VHS genötigt wurde, die mein Telefunken Stereo VCR noch etwas verbesserte, machte mit dem Pioneer LD Player weiter und bastelte und schraubte und erweiterte eben die letzten 30 Jahre mein Heimkino.
    Leute die auf meine Technik beim nächsten upgrade lauerten hatte ich genug, somit musste immer nur etwas draufgelegt werden.
    Einmal ein neuer TV, alter wech neuen 500DM draufgelegt, Player wech
    Kosten dafür spare ich mir ein, indem ich mir die Filme in der Videothek ausleihe und bei bedarf dort gebraucht fürn Appl und n Ei kaufe.
    Warum zur Hölle soll ich für einen angeblichen 4K stream das 3 Fache bezahlen als in der Videothek zu Letzt Godzilla 2 als 4K UHD HDR mit Dolby Atmos True-HD für lachhafte 2,50€ auslieh (und mir die gebraucht-Version in 4Wochen für 10,-€ ins Regal stelle)
    Allein die Kohle, welche ich mir, zum Glück hat meine Stadt noch eine Videothek mit einem Technik und Cineasten verliebten Chefe, wo man teils allein wegen dem Soundsetting auf so geniale Streifen wie Mutafukaz geschupst wird.
    Die Kids, welche derzeit den Streaming Markt puschen und einen nur ungläubig anschauen, wenn man ihnen klar zu mache versucht, dass sie sich mit Begriffen wie SD / HD (was alle mit FULL-HD Blu-ray gleichsetzen) und 4K und den damit verbundenen Mehrkosten für grottige Qualität, derer sie erst gewahr werden, wenn sie den Stream auf einem vernünftigem TV-Gerät (danach Leinwand) über Brühwürfel Diagonale mal im 1:1 Vergleich von DVD / Blu-ray / 4K UHD HDR gezeigt bekommen und nebenbei auch noch den akustischen Flash einer guten Atmos Tonanlage oben drauf. Da haste so einen 20 Jährigen Hotel Mama Gieck zu Besuch, der vom Anblick des Heimkinos dachte, hier sei jemand Krösus und ich ihm klar machte, dass die Anlage über die Jahre hinweg bis zum Heutigen stand weniger als seine Streaming-Kosten Jährlich betrug und ich nicht bis zum St. Nimmerleinstag warte bis es die Filme bei Netflix mal gibt, sondern zum Start oder sogar früher mir jeden Neuen Film für 2,-€ oder 4K max 2,50€ reinziehe.
    OK Heute hab ich eine Anlage, wenn ich diese in vergleichbarer Qualität und Ausstattung auf einmal zahlen müsste. schnell mal 30tsd auf den Tresen ballern müsste. letztendlich hab ich aber im Jahr nicht mal 500.- investieren müssen und leih mir im Schnitt jedem Monat 15 Neuerscheinungen aus und zahl dafür knapp 35,-€, und bei nebenbei Titeln für den „kleinen TV“ wart ich halt die 6 Monate und zahl in der Monatsflat mit 3,33€ gar nix dafür. OK ich hab den LUXUS nur 3 Min. weg eine Videothek zu haben, wenn es die nicht mehr gibt bleibt nur die Variante Postversand, teurer aber immerhin eben DISC.

  2. Ich kann nur hoffen das physikalische Medien NIE sterben!

    Selber halte ich nichts davon mir Filmrechte an Titeln zu kaufen, die mir nur „virtuell“ gehören würden.
    Lieber halte ich das gekaufte Produkt in den Händen und mache mich nicht abhängig vom I-Net!

    Bonusmaterial, Artwork und andere Dinge gehören für mich zu einem Film genauso dazu, wie der Abspann eines Filmes! Wieviel gibt es, die sich TATSÄCHLICH für diese aufgezählten Dinge interessieren? Fast niemanden und somit wird Streaming Tür und Tor geöffnet denn FAST FOOD CINEMA ist ein Trend,
    der sich leider immer mehr durchsetzt….

    Als ich den Bericht gelesen habe, dachte ich, Ihr schreibt von meinem Schwager, denn dieser ist ein echter FAST FOOD CINEMA JUNKIE. Der schaut sich Filme an und die verpuffen…wird wegkonsumiert und gut…weshalb er auch niemals Gast sein wird in meinem doch etwas aufwendigeren Heimkino.

    Sorry, ich kann mit oberflächlichen Leuten nix anfangen…
    Es gibt zwar CINEASTEN (welche anspruchsvoll sind) aber DIE ANDEREN, welche nur Mainstream kennen und damit zufrieden sind, das sind deutlich mehr und genau das ist das Problem!

    Die MASSE setzt sich durch und gibt den Trend an und nicht eine CINEASTISCHE Minderheit.
    Leider ist das so….

    Analytiker behaupten, das es in 5 Jahren kam noch physikalische Medien geben wird.
    Problem ist, das die Industrie BEWUSST darauf hinsteuern will und den Markt entsprechend beeinflusst in diese Richtung.

    Den Labels wäre Streaming in vielerlei Hinsicht am liebsten. Filme liessen sich deutlich weniger aufwendig vermarkten und das wichtigste..die Labels haben die VOLLE KONTROLLE über die Rechte!

    Man sieht heute schon welchen Aufwand z.Bsp. Disney+ betreibt, damit die Filme nur unter
    gewissen Spezifikationen zu sehen sind. Ein Megaaufwand, was es aber den Labels wert ist,
    weil für COPY RIGHTS machen die alles….

    Hoffen wir mal nicht, das in den nächsten Jahren physikalische Medien keine Nischenprodukte werden…
    was durchaus passieren kann…

    • Bei Musik hat man wenigstens noch den Vorteil, dass man gekaufte Musik/Alben abspeichern kann… und das sogar ohne DRM. Also sind diese, solange einem nicht die Platte abraucht, weiterhin auch offline verfügbar. Das geht bei Abodiensten wie Spotify ja nicht.
      Leider ist es heute bei Filmen so, dass es immer weniger „Ausnahmefilme“ gibt, über die sich Cineasten wirklich freuen können. Es werden zu viele Filme werden gemacht, was in zu viel Einheitsbrei endet. Massenabfertigung könnte man es auch nennen. Die Rosinen findet man leider immer schwerer und werden teils sogar nichtmal in den deutschen Kinos gezeigt. Dafür werden Serien (aber halt in erster Linie bei den Streamingdiensten) aber besser. Die Entwicklung der letzten Jahre ist schon ziemlich schräg.

    • Ich brauche nur eine Möglichkeit, Inhalte kennenzulernen, um zu entscheiden, ob ich sie mir als physische Disk kaufen will.
      Dafür sind Streamingdienste einfach besser geeignet, z. B. wegen der Originalversionen, als traditionelles Fernsehen und manchmal auch als Kinogänge.
      Ich bin allerdings absolut Deiner Meinung, dass es für echte Film- und Serienfans eine Katastrophe wäre, wenn die Videoscheiben aussterben würden.

  3. Streaming ist mir auf Dauer zu teuer und im Moment auch noch zu schlecht. In jedem Fall (ohne Ausnahme) sind die Filme komprimiert. Ein wahrer Hifi-Fan hört sich auch keine Mp3-Musik an. Trotz 300er-Verbindung bricht die Qualität bei Amazon Prime ständig ein. Um Allerweltsquatsch anzuschauen – o.k., aber ein 4K Blu-ray auf einem guten Player ist um Längen besser. Außerdem ist das Angebot – wie oben bereits beschrieben – nicht dolle. Dazu müßte man mehrere Streamingdienste in Anspruch nehmen und hätte trotzdem noch längst nicht alles im Angebot. In der Summe unbezahlbar. Ich hoffe, die Scheibe bleibt. Außerdem gibt es per Streaming kein 3D (soweit ich weiß).

  4. Was nützt UHD und HDR wenn der Inhalt mies ist. Das Medium spielt nur für Enthusiasteneine eine Rolle. Ich würde mir den Film Joker auch auf VHS schauen, denn der Film ist schon ein Erlebnis. Aber jedem das seine

    • Welche Filme gut sind und welche nicht, ist Geschmackssache. Wir können uns ja alle weitgehend aussuchen, welche 4K-BDs wir uns kaufen wollen.
      Wenn Du den Joker Film auf VHS möchtest, ist das Deine Sache, aber ich hätte ihn lieber auf 4K-BD.
      „Das Medium spielt nur für Enthusiasteneine eine Rolle.“
      Ja, das war auch bei Laser Discs so. Nur waren die noch teurer.

  5. Wer heute keinen Film auf Blu-ray besitzt, aber dafür Netflix, Amazon, Sky und Disney+ abboniert, muss pro Monat in der Größenordnung von 40 Euro ausgeben. Macht auf zehn Jahre 4800 Euro, sofern kein Anbieter mehr dazu kommt oder ein vorhandener die Preise anhebt (wie bei Netflix schon mehrfach in den letzten Jahren).

    Kündigt man also im November 2029 alle seine Abos wieder, hat man weiterhin keinen Film den man besitzt, aber rund 5000 Euro ausgegeben. Dann doch lieber Streaminganbieter so wenig wie möglich nutzen und für 40 Euro im Monat Filme und Serien auf Blu-ray kaufen. Zumindest Filme bekommt man heute oft genug für 5 Euro hinterher geschmissen und die kann man wahrscheinlich auch in 20 Jahren noch schauen (so wie man heute noch DVDs gucken kann). Und Filme die einen nicht mehr interessieren, können direkt verkauft oder verschenkt werden.

    • Ob in 10 Jahren noch Player gibt das weiß auch keiner. Vor 20 Jahren konnte sich auch keiner vorstellen dass es keine Videotheken und VHS mehr gibt. Blu-Ray wird schon jetzt von kein Hersteller mehr weiterentwickelt.

      Die meisten Filme sind heute so schlecht dass ich überhaupt nichts mehr kaufe. Die neuen Filme kann man sich wenige Monaten nach Veröffentlichung für die ganze Familie leihen (Kino lohnt schon lange nicht mehr) und nach 3 Jahren laufen die Filme bei den Sender eh in Dauerschleife.

      • @ Josef:

        Selbst wenn es in 10 Jahren keine DVD- und Blu-ray-Player mehr geben sollte – dann wird man eben für schmales Geld einen UHD-Player bekommen. Auch die aktuelle XBox und die kommende PS5 spielen UHDs ab. Also keine Sorge, die silbernen Video-Scheiben mit 12cm Durchmesser werden uns – so wie die CD – noch lange begleiten, es gibt ja auch kein besseres Medium. Das war zu Zeiten von VHS noch ganz anders. Und das Sterben der Videotheken ist wieder eine ganz andere Geschichte.

        Was an neuen Filmen im Kino läuft, trifft auch nur noch selten meinen Geschmack. Aber das Gute am großen Disc-Markt ist, dass man, wie im Artikel erwähnt – fast alle Klassiker problemlos kaufen kann, oft genug für ganz schmales Geld. Ich finde, Deine Kritik am Kino untermauert geradezu, dass sich BluRays (und ggf auch UHDs) lohnen,insbesondere wenn es um ältere (und damit günstige Titel geht). Denn auch wenn alles in drei Jahren im TV läuft: Mit Werbung tue ich mir keinen Film an, dann geb ich lieber 5 Euro dafür aus oder guck gleich einen anderen.

          • Wenn das praktikabel wäre, hätten 4K-BDs bis zu sechs Schichten. Dann könnte man darauf ungefähr so lange Inhalte in 4K unterbringen, wie auf einer zweischichtigen HD-BD in 2K.
            Also war es offensichtlich technisch und/oder wirtschaftlich nicht praktikabel.

          • Technisch wäre es auf jeden Fall möglich, mehr Schichten zu nutzen. Allerdings hatte man ja bereits Probleme die dritte Schicht der UHD-BD in Serie zu produzieren.
            200 GB 4K = 50 GB HD? Da hast du wohl einen Rechenfehler. Bei gleicher Qualität würden sich die Datenmengen „nur“ verdoppeln. 10 Bit Farben, HDR und ggf. eine höhere Bitrate kommen natürlich noch oben drauf.
            Im Minimum (konstante 100 MBit/s) würden auf eine 66 GB Disc 88 Minuten passen. Auf einer 100 GB Disc 133 Minuten. Die Bitrate ist im Durchschnitt aber ja meist halb so hoch. Es besteht also eine Restchance, dass LOTR Extendet in 4K UHD nicht auf 2 Discs aufgeteilt wird. Wünschenswert.

            • Technisch ist aber nicht immer dasselbe wie praktisch.
              Was die Berechnungen angeht, war das nicht sehr präzise, okay. Aber ich habe einfach nicht alle nötigen Daten, vor allem auch, weil zumindest bei Warner-Veröffentlichungen wie LOTR wahrscheinlich 12 Bit Dolby Vision und Dolby Atmos in zwei Sprachen dazukommen würden.
              Ich habe jetzt in meiner Sammlung noch mal nachgesehen. Die Westworld 4K-BDs haben tatsächlich zum Teil ca. 4 Stunden 4K-Inhalt. Das habe ich also in der Hinsicht klar unterschätzt. Da hast Du Recht.
              Auf der anderen Seite haben die aber abgesehen von der englischen Atmos-Spur nur Dolby Digital Spuren in anderen Sprachen. Wenn man also bei den LOTR Extended Editions Englisch und Deutsch in Atmos (plus die berühmt-berüchtigten vier Audiokommentare) und auch sonst optimale Qualität haben will, wird das wohl wieder auf zwei Disks pro Film hinauslaufen, genau wie auf DVD und FHD-BD. Ich kann damit leben, obwohl ich gar keine deutsche Tonspur brauche.
              Falls ich die Hobbit Extended Editions in HFR bekommen kann, bin ich da sogar mit mehr als zwei Disks pro Film einverstanden.

    • Sehr guter Kommentar! Fasst im Grunde alles zusammen auf was es eigentlich ankommt.

      Ich persönlich halte Streaming für ein Geschwür.

  6. Serien streamen im Wohnzimmer ja, aber Filme werden im Heimkino auf Bluray/UHD geschaut…
    Das beste Bild/Ton gibt’s im Moment nur auf der Disc…

    • Ich muss dich enttäuschen, Server laufen nicht mit Luft und Liebe, sondern mit Strom, und der wird in der Regel für diese Einsatzgebiete nicht „grün“ produziert.

      https://www.deutschlandfunk.de/streaming-youtube-apps-wie-die-digitalisierung-dem-klima.724.de.html?dram:article_id=453448

      https://www.nzz.ch/wirtschaft/streaming-ist-das-neue-fliegen-wie-der-digitale-konsum-das-klima-schaedigt-ld.1474563

      Und wenn ich mal nen Disc aussortiere aus meiner Sammlung, landet die bei ebay oder ich verschenke den Film.

      • Vielen Dank für die beiden Artikel. Für mich war bisher immer der Gedanke, dass das Produzieren (Abbau von Rohstoffen etc.) von Datenträgern und der dadurch auch entstehende Plastikmüll (irgendwann landen die Discs + Hülle auch im Müll) schwerer wiegt.

    • Streaming ist schlechter fürs Klima, so lange fossile Brennstoffe zur Stromerzeugung benutzt werden, weil die schnelle Übertragung der Daten über lange Strecken mehr Strom verbraucht als ein Disk-Laufwerk zu Hause.

    • Hallo, leider ist das Streaming und das komplette weltweite Internet inzwischen entweder an 6. oder bereits sogar schon an 3. Stelle aller CO2-Verschmutzer auf der Erde, wenn man die einzelnen Länder als Bezugspunkte heranzieht. Da Streaming durch die immer höhere Bildqualität und Auflösung auch immer mehr Daten erzeugt, die pro Sekunde durchs Netz müssen, ist dass geradezu verheerend für das Weltklima. Ein gestreamtes Video verbraucht wesentlich mehr Daten als jede Textdatei oder Bilddatei pro Sekunde. Die Datenmenge ist da vergleichbar riesig! Wenn mal weltweit der komplette Strom umweltfreundlich erzeugt werden würde, ist das dann natürlich okay und klimaneutral. Aber soweit ist die Menschheit noch lange nicht und das würde auch Jahrzehnte dauern. Bis dahin ist es für das Klima wahrscheinlich schon zu spät! Deshalb plädiere ich allein schon aus Vernunft für die Disk, egal in welcher Form auch immer! Außerdem denkt wohl hier niemand an die dauerhafte Speicherung des kompletten Wissens und der Historie (Geschichte) der Menschheit. Die bisher dauerhafteste Speicherung ist und bleibt die Disk! Alles andere ist nur virtuell und kann jederzeit komplett verschwinden. Dazu ist allein nur ein riesiger Sonnenausbruch, der die Erde frontal treffen würde, ausreichend. Daran denken anscheinend viel zu wenig Menschen. Und dann denkt wohl niemand an die Leute, die ihre eigenen privaten Filme und Videos, inzwischen auch in 4K aufgenommen, irgendwie dauerhaft speichern wollen? Ich selbst habe schon zu viele PC-Festplatten komplett verloren und bin wie alle anderen leidgeprüften Hobby-Filmer und Fotograf auf ein wirklich sicheres Medium wie die Disk im CD-, DVD- und auch BlueRay-Format angewiesen. Ich benutze dafür seit ein paar wenigen Jahren nur noch die sog. M-DISC! Alles andere an Speichermedien ist viel zu unsicher! Meiner Meinung darf die Disk oder evtl. ein vergleichbares Medium niemals verloren gehen und vom Markt verschwinden!

  7. Ehrlich gesagt habe ich etwas bammel, dass die Scheiben so langsam in der Versenkung verschwinden. Ich habe selber Netflix, Amazon Prime und zeitweise auch Sky Ticket abonniert, schaue darüber aber nur Serien. Filme werden überwiegend auf UHD gekauft und aufs NAS geschoben. Das Bluray/UHD-Regal im Büro wird zwar immer voller, aber dafür ist das Wohnkino dann sehr clean. Was mich am meisten stört ist die Ungewissheit, ob man einen Film bei den Streaminganbietern auch ungestört genießen kann. Es kommt dann doch vor, dass die Bitrate einbricht und man nur Pixelmatsch sehen kann. Das passiert bei einem gestreamten Film im eigenen Netz nicht. Desweiteren sind die Tonformate bei den Streaminganbietern auch nicht immer das Optimum. Was nutzt mir ein 4k-Film, wenn dort nicht das richtige oder nur ein abgespecktes 3D-Audio-Format angeboten wird? …. Ich hoffe, dass es die Scheiben noch viel länger geben wird.

  8. Also reden wir hier eigentlich um die gut betuchten Cineasten. Man braucht schon mehr Platz um die Discs zu lagern und die Preise für UHDs sind im Normalfall, komplett überzogen. Streaming ist die einzige Alternative für beide Baustellen.

  9. „Binge-Watching“? Geht das auch auf Deutsch oder muss heute alles unbendingt anglifiziert werden?

    Ich kenne im Übrigen niemanden der sich von Netflix & Co abgewendet hat. Im Gegenteil. Die Bildqualität ist mittlerweile hervorragend und überflügelt sogar die Standard-Bluray mit vielen HDR-Angeboten. Die 4K Blu-ray ist für mich bisher preislich reine Abzocke und bleibt leider auch unter ihren technischen Möglichkeiten. Falls alles wird vom 2K Master hochskaliert, HFR-Inhalte gibt es gar nicht und die 100GB Datenvolumen werden bisher auch nicht ausgenutzt.

    • Wie wäre denn Deine Übersetzung für Binge-Watching?
      Es gibt nicht viele HFR-Inhalte, aber Billy Lynn ist mit 60fps auf 4K-BD erschienen und ich hoffe, dass das bei Gemini Man und dem Hobbit genauso wird.
      Es ist nicht fast alles vom 2K-Master hochskaliert. Das war vor ein paar Jahren so, aber z. B. IMDB unterscheidet nicht sauber zwischen Vorführversionen für’s Kino und Digital Intermediates bei der Produktion. Und selbst da, wo das Bild hochskaliert ist, macht der erhöhte Kontrast durch HDR meistens mehr Details sichtbar.
      Die 100GB Datenvolumen werden bei Filmen um die drei Stunden oft genutzt.

      • Naja also ich behaupte mal 90% aller modernen computerunterstützten Filme bekommen ein 2K Master. Siehe Marvel und Co. Und, ja, Billy Lynn habe ich gesehen und fand das Resultat genial. 24 Bps gehören auf den Müllhaufen der Filmtechnik, insbesondere für modernes Action-Kino. Aber dann wird es eng, selbst auf den 100Gb Discs, und die Produktionskosten steigen. Daher werden die Studios nichts machen solange es keinen Druck seitens der Kunden gibt. Hobbit und Gemini Man in HFR wären toll, aber sehe ich nicht. Gibt es schon Infos?

        • 90% aller modernen computerunterstützten Filme aus diesem Jahrtausend, ja.
          In den letzten drei Jahren ist das aber viel weniger geworden. Solche Entwicklungen dauern eben lange.

  10. „wenden sich dennoch von Streaming an“….Ich nicht…. denn… ich nutze kein Streaming 🙂 Für mich kommt nur die Disc infrage.

    @Mataya
    Gut gebrüllt Löwe ; -) Wenn ich nur schon Betamax denke. Besseres Bild, aber VHS machte das Rennen. Hast recht, Qualität setzt sich nicht immer durch.

  11. Ich sehe da nicht wirklich einen Widerspruch. Obwohl ich Videoscheiben bevorzuge, streame ich trotzdem relativ viel.
    Alle Argumente hin oder her, Tatsache ist, und bleibt wahrscheinlich, dass es nicht alle Inhalte als Stream gibt, aber auch nicht alle auf Scheibe. Wer sich den Content also nicht vorschreiben lassen will, braucht sowieso von Beidem etwas.
    Da, wo es Beides gibt, können sich z. B. auch Video- und/oder Audioformate unterscheiden.
    Zwei der Dinge, auf die ich mich für 2020 am meisten freue, sind auf jeden Fall Star Wars: The Skywalker Saga auf 4K-BD und Disney+.

      • Schallplatte ist nun mal das beste Medium in Sachen Musik was es je gab! Natürlich aber wuch nur mit einen ordentlichen Plattenspieler bekommt man das beste feeling so zu spüren!

        • Dass die Schallplatte das beste Medium ist/war unabhängig vom weltbesten Plattenspieler ist eine Highend Mähr und zeugt von wenig Sachverständnis was die Aufnahmetechnik betrifft. Rauschabstand, Kanal Trennung, Gleichlaufschwankung, etc. Einzig beim Frequenzgang hat die LP dir Nase vorne, allerdings in einem Bereich, den niemand ernsthaft zu hören behaupten kann. Die LP ist eher philosophisch zu betrachten, das Auflegen auf einen edlen Teller, das Einrasten der Nadel etc etc.

          Aber besser bzw beste? Nein.

    • Was immer man von Schallplatte vs. Audio CD hält, es hat sich auf jeden Fall weder die SACD noch die DVD Audio gegen die Audio CD durchgesetzt.
      Die DAT und die DCC haben sich nie gegen die Kompaktkassette durchgesetzt.
      Weder Video 2000 noch BETA noch die Laser Disc haben sich je gegen VHS durchgesetzt.
      Qualität setzt sich also nicht immer durch.

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