8K: Kunden bleiben laut Marktforschern weiterhin skeptisch

8K-Fernseher überzeugen Kunden bisher trotz Hypes durch die Industrie nicht. Marktforscher senken daher ihre Prognosen für die Verkaufszahlen in den nächsten Jahren.

Hersteller wie LG oder Samsung forcieren bereits ihre 8K-TVs. Insbesondere letztere rührten schon umfangreich die Werbetrommel für ihre Neo QLED 8K. Tatsächlich sind die Verkaufspreise für 8K-Fernseher innerhalb der letzten Jahre auch kontinuierlich gesunken. Dennoch steigen die Verkaufszahlen nur schleppend an. Laut den Marktforschern von Omdia Research werde das auch in den nächsten Jahren so bleiben.

Bis Ende 2026 rechnet man bei den Analysten damit, dass lediglich 2,7 Mio. Haushalte weltweit einen 8K-Fernseher einsetzen werden. 2021 standen 8K-Modelle lediglich für geradezu lächerliche 0,15 % der weltweit ausgelieferten TV-Geräte. International wurden somit nur ca. 350.000 8K-Fernseher in den Handel gebracht. 65 % der ausgelieferten 8K-TVs stammen dabei von Samsung.

LG bringt neue QNED mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung.
LG hat ebenfalls Mini-LED-LCDs mit 8K-Auflösung im Programm.

Die meisten 8K-TVs gehen dabei nach China, gefolgt von Westeuropa und Nordamerika. Das größte Problem dürfte darin liegen, dass es weiterhin an Inhalten für die 8K-Fernseher fehlt. Selbst mit 4K ist es so eine Sache. Zumal selbst für 4K-Streams und Ultra HD Blu-rays am Ende häufig hochskaliertes 2K-Material als Basis dient. Tatsächlich sanken daher zuletzt die Auslieferungsmengen der TVs, wenn man mit dem vierten Quartal 2020 vergleicht.

China kann nicht als Triebfeder des 8K-Marktes herhalten

Auch wenn aktuell die meisten 8K-TVs nach China geliefert werden, gilt als ausgeschlossen, dass der Markt dort die 8K-Adoption langfristig vorantreiben wird. Denn in China herrscht ein enormer Preisdruck. Derzeit gebe es von keiner Seite Druck 8K weiter zu entwickeln. Es fehlt an der Nachfrage von Kunden und Partnern. Das soll laut Omdia Research dann eben auch mindestens bis 2026 so bleiben.

Sony Z9K 8K MIni LED TV mit Backlight Master Drive in 75 und 85 Zoll

Letzten Endes haben gerade Fernsehsender immer noch damit zu tun, überhaupt auf 4K umzustellen. Discs werden immer mehr zu einem Nischenmarkt und so bleiben nur die Streaming-Anbieter, die 8K pushen könnten. Da sieht man allerdings noch keine ausreichende Kundenbasis, um entsprechende Investitionen zu rechtfertigen.

QuelleOmdia
André Westphal
André Westphal
Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen.

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21 Kommentare

  1. Die Aussage der Überschrift dieses Artikels ist nicht korrekt!

    Als 1992 eine Vorführung von HDTV (damals noch in HD MAC)anlässlich der Olympiade stattfand, schüttelten die Besucher einhellig den Kopf und meinten, das würde sich nie durchsetzen.

    Nachdem die Sendeanstelten und Fernsehgerätehersteller den Kunden keine andere Wahl liessen (nur die privaten Anbieter bieten noch PAL an, der Aufpreis für HD ist in dieser preisseniblen Markt nur schwer durchzusetzen) hat der Kunde es akzeptieren müssen.

    Da die Industrie nur noch UHD- (4K) Panels produziert, hat der Kunde auch bei den Fernsehgeräten keine Wahl mehr und somit muss er das kaufen.

    8K wird sich in dem Moment ‚durchsetzen‘, wenn die Industrie keine anderen Panels mehr herstellt. Da scheinen aber die Kosten noch zu hoch zu sein, so dass man Gefahr laufen würde, die Produktionsmengen nicht los zu werden.

    Somit liegt es nicht am Kunden, was verkauft wird, sondern daran, was die Industrie anbietet oder auch nicht mehr anbietet!

  2. “ Zumal selbst für 4K-Streams und Ultra HD Blu-rays am Ende hochskaliertes 2K-Material als Basis dient.“
    So verallgemeinert stimmt das schlicht nicht. Ich empfehle einen Gang zum Augenarzt.

    • Da fehlte ein „häufig“ – sachlich bleiben, lohnt sich dennoch ;-). Gerade bei aktuellen Filmen sind 2K-DIs immer noch verbreitet, insbesondere bei CGI-lastigen Filmen.

  3. “ Zumal selbst für 4K-Streams und Ultra HD Blu-rays am Ende hochskaliertes 2K-Material als Basis dient.“
    So verallgemeinert stimmt das schlicht nicht. Ich empfehle einen Gang zum Augenarzt.

  4. 1) 4K wird teilweise mit >1000 mbit/s aufgenommen, aber nur mit < 100 absgepielt, beim Streaming noch viel weniger. Wie soll 8K denn ankommen….
    2) Ab 2m Abstand sieht man den Unterschied eh nicht mehr
    3) Beim Projektor könnte 8K auch skaliert ganz besser aussehen. beim TV is das unnötig. Vielleicht wäre das mal was für's Kino: 8K mit DI in 8K und das im Kino in voller Auflösung.

    • Ganz einfach, es kommt auf das Komprimierungverfahren an. Solche Zahlen vermitteln einfach keinem realistischen Eindruck.
      Vor allem gleicht eine größere Diagonale bestimmt keine stärkere Komprimierung aus.

    • Wieso soll man ab 2m Abstand keinen Unterschied mehr sehen? Das hängt auch von der Bilddiagonalen ab.
      Wenn das Verhältnis zwischen Sitzabstand und Bilddiagonalen stimmt, sieht man sehr wohl Unterschiede – vor allem auch bei 2K-Inhalten, die in eine 4K-Box gepackt worden sind.

  5. 8k is höchstens für wissenschaftliche Darstellungen oder andere Spezialanwendungen sinnvoll.
    Für den Contentmarkt sehe ich keinen Nutzen:
    Das menschliche Auge kann bei vernünftigem Betrachtungsabstand gar nicht so detailliert auflösen. Selbst im Kinobereich wird in den meisten Sälen in 2k ausgespielt. 4k ist eher selten und nur auf großen Bildwänden zu finden und bei 3D-Wiedergabe auch nur in 2k-Resolution.
    8k-Content (oder noch Schlimmer) im Streaming würde den Datenverkehr extrem hochtreiben, was viel Energie verbraucht, welche wir sinnvoller nutzen können. Bis, wenn überhaupt, 8k-Material in Masse verfügbar ist, sind heute gekaufte 8k-Geräte längst in den Elektroschrott-Himmel gewandert.
    Daher sollte, wie in Kino, das Augenmerk auf die Bildgüte gelegt werden. (Z.Bsp die neuen 4k-LED-Wände, derzeit 3 in DE)

    • „Selbst im Kinobereich wird in den meisten Sälen in 2k ausgespielt.“

      Was aber fast ausschließlich daran liegt, dass die meisten Kinos erst vor ~12 Jahern massiv in digitale Projektion und 3D investiert haben. Dazu kommt, dass man als Kinobetreiber nicht mal eben so auf jede neue technische Entwicklung aufspringen können, außer der Betreiber ist ein Milliardär, der das Kino aus Spaß an der Freude betreibt. Aber sonst sind die Kosten einfach viel zu hoch.

      „8k-Content (oder noch Schlimmer) im Streaming würde den Datenverkehr extrem hochtreiben, was viel Energie verbraucht, welche wir sinnvoller nutzen können.“

      Schlimm finde ich das nicht. Die Server und Infrastruktur besteht trotzdem. Ausgebaut wird sie eh, da alles immer weiter vernetzt wird. Neue, effizientere Codecs kommen auch alle paar Jahre. Sollte man also nicht überbewerten.

  6. Der Stromverbrauch bei den 8K Tv sist auch nicht ohne, gerade zu dieser Zeit der extrem gestiegenen Energiekosten überlegt man sich. nicht nur zweimal ob man sich eine 8K TV leistet (auch wenn man derzeit eigentlich auch keinen sinnvollen Content dafür hat/bekommen).
    Irgendwann werden die 8K TVs zum Standard werden, aber dieser Zeitpunkt liegt noch viele Jahre in der Zukunft

    • Das ist allerdings ein treffliches Argument, der sparsamste 77″ 4K OLED verbraucht gerade mal ein Drittel des sparsamsten 8K OLED. Sicherlich gibt es noch Einsparpotenziale aber guten Gewissens kann man sich so etwas eigentlich nicht mehr zulegen.

  7. Naja ohne das 55″ und 65″ Geräte in 8K verkauft werden, werden sich die Zahlen wohl kaum viel ändern die nächsten Jahre.

    • Die TV-Größen die in den letzten Jahren am stärksten gewachsen sind, sind Größen >70″. Das ist auch nicht verwunderlich, da mit dem Aufkommen von UHD Geräten eben viele Leute auf 55″/65″ umgestiegen. Und die Leute wollen sich bei solch einer Neuanschaffung eben auch fast immer vergrößern. 55″/65″ 8K Geräte werden daher bei der Masse an Leuten also eher weniger nachgefragt werden.

      Das Gleiche Spiel haben wir wie gesagt schon bei dem Umstieg von FHD => UHD gesehen. Während im 40″ – 50″ im FHD Zeitalter quasi die Standardgrößen waren, war man mit >55″ schon sehr exotisch unterwegs. Als dann UHD auf den Markt kam, haben die Leute sich dann nicht wieder an diesem Größenspektrum orientiert, sondern sind eben direkt auf 55″/65″ gegangen. Und das obwohl es gerade zur Anfangsphase auch noch viele „High-Endigeren“ UHD TVs in Größen von 40″ – 50″ gab. Das haben die Hersteller dann schnell gemerkt und bis ziemlich genau letztes Jahr, war genau dieser Bereich eben nur noch für Low End TVs vorgesehen. Bis LG dann die OLEDs in <50" gebracht hat.

      Anders gesagt kann man also ohne viel wenn und aber davon ausgehen, dass 8K in <65" eigentlich keine Relevanz haben wird. Und in den Größen 75"-90" sind wir auch noch ohne Probleme in dem "Wohnzimmertauglichen"-Bereich. Jetzt ist es aber eben auch noch so, dass insbesondere im 75"-83" Bereich bereits in den letzten Jahren diverse 4K TVs rauskamen. Insbesondere eben auch High End TVs. Und 8K in Kombination mit diesen größen ist eben derzeit noch. Insbesondere bei OLEDs. In gewisser Weise haben sich die Hersteller hier auch ganz klar ans eigene Bein gepinkelt.

      • Sehr gut möglich, dass der Bereich > 70″ der am schnellsten Wachsende ist. Hier bringt ja auch 8K erst so wirklich was… also hoffentlich irgendwann wenn es qualitativen Content gibt.
        Aber ob diese Größe wirklich die MEIST verkaufte wird wage ich stark zu bezweifeln. Und am Ende geht doch alles über die Masse. Selbst wenn 2023 77″+ komplett in 8K kommt (also z.B. kein C2, A80K usw in 4K bei der Größe) wird man hier nicht die Masse an Menschen ergreifen können. Die meisten haben doch kein Platz für sowas, oder nicht den Fokus auf TVs.

        • Für 77″+ sehe ich ehrlich gesagt keine großen Probleme. Dafür ist das noch nicht groß genug. „Was nicht passt, wird passend gemacht“ ist da ja für viele ja der Leitspruch. Viele männliche Wesen müssen einen neuen TV Kauf ja auch mit der Regierung rechtfertigen. In einer Demokratie läuft das dann ja so ab, dass dass Männchen sein Größenupgrade bekommt und die Regierung die Neugestaltung der Einrichtung rund um diesen TV übernehmen darf. Die Einrichtung passt sich dann also an den TV an.

          Allgeine Probleme solche Größen überhaupt in die Wohnung zu bekommen, sehe ich da erst ab über 100″.

          • Seh ich auch so die der normale Haushalt hat gar nicht den Platz für >70″, wobei wir immer mehr Zuwachs bekommen und nicht mal ausreichend Wohnungen fürs eigene Volk aber das ist ein anderes Thema

  8. Mit 8K hat man auch mind. 6 Jahre zu früh angefangen. 4K hat sich ja selbst erst seit ein paar Jahren etabliert. Und selbst 4K ist in Sachen Content noch stark ausbaufähig. Da dann schon die nächste Sau durchs Dorf zu treiben war absolut dämlich. Damit hätte man bis mind. 2025/2026 warten müssen.

  9. Tja, Amazon hat sich von Samsung zwar für HDR10+ vor den Karren spannen lassen, aber halt nicht für 8K Content 😉 Mal abwarten, wann die ersten Streamingdienste groß damit kommen werden. So schnell wird das garantiert nicht sein. Mir fällt spontan nur die dritte Staffel von Das Boot ein. Bevor hier aber wirklich die Rede von einem „Angebot“ ist, haben die ÖR ihre komplette Produktionskette auf 4K umgestellt. Der Mehrwert hält sich eh in Grenzen, dafür ist der zusätzliche finanzielle Aufwand aber halt immens. Wichtiger wäre mir persönlich sowieso der Einsatz von HFR.

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