Alita: Battle Angel 4K Blu-ray im Test: Audiovisuelles Fest

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Unser Test bescheinigt
Unser Test bescheinigt "Alita: Battle Angel" auf 4K Blu-ray ein großartiges Bild- und Tonerlebnis
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Mit gut 16 Jahren Verspätung erblickt sie doch noch die Kino-/Heimkinowelt, die junge Alita. Schon 2003 wurde James Cameron von Guillermo del Toro auf die Idee gebracht, den neunteiligen Manga Battle Angel Alita von Yukito Kishiro zu verfilmen. Doch dann kam Cameron eine andere SciFi-Story dazwischen: Avatar. So übergab er 2015 schweren Herzens die mögliche Regie seines Herzensprojekts an Robert Rodriguez. Der Titanic-Regisseur blieb als Koproduzent an Bord und verkündete, dass man Alita, die Titelfigur, komplett per CGI animieren würde. Doch auch ein Budget von 170 Mio. Dollar konnte nicht verhindern, dass der Film in den USA floppte und weltweit ebenfalls enttäuschte. Doch das wird Rodriguez‘ Film nicht gerecht. Klar ist zwar, dass Alita: Battle Angel ein wenig die Seele fehlt. Dass er mehr auf Haudrauf, denn auf Charaktertiefe setzt und Style über Substanz setzt. Doch davon ab kann man dem Mix aus SciFi, Fantasy und Identitätsfindungs-Drama nichts vorwerfen.

Alita wird von Dyson Ido wieder zusammen gebaut

Fangen wir bei der Optik an: Diese Cyberpunk-Welt mit klarem Steampunk-Ambiente wirkt wie eine perfektionierte Mischung aus Mortal Engines, Blade Runner und dem Videospiel Bioshock. Erwartete man bereits Großes, hat Rodriguez es noch größer machen lassen. Der Anblick von Iron City ist atemberaubend. Die in die Höhe gewachsenen Unterkünfte, die schmuddeligen Hinterhöfe, das Treiben auf den Straßen – viel lebendiger und atemberaubender hätte man das kaum inszenieren und animieren können. Dazu die schwebende Stadt Zalem über den Köpfen der Bewohner von Iron City. Dieser Ort des Begehrens vieler Einwohner, die davon träumen, dort oben zu leben. Dort, wo Wohlstand herrscht und Honig und Milch fließen – ein ebenso gewaltiger wie Sehnsüchte weckender Anblick gelingt dem Film, der Zalem nur von unten zeigt.

Alita entdeckt ihren neuen Körper

Tricktechnisch ist es ohnehin allererste Sahne, was die Künstler von Weta Digital hier geleistet haben. Sieht man von den großen Augen ab, die Rodriguez als Verbeugung vor der Manga-Vorlage verstanden haben möchte (die ihm aber viel Kritik einbrachten), ist Alita tatsächlich in vielen Situationen so real wie bisher keine animierte Figur. Von den Poren ihrer Gesichtshaut über die Zähne und Lippenbewegungen bis hin zum wallenden Haar – das hat man bisher noch nicht besser gesehen. Spricht man von diesen Cyborgs, muss auch erwähnt werden, wie gut das Motion Capturing funktioniert. Rosa Salazar, die der Titelfigur ihre geschmeidigen Bewegungen verpasste, wurde nicht umsonst einhellig lobend erwähnt. Ihre Verkörperung der Alita ist absolut stark. Und es gelingt dem Film tatsächlich, eine Bindung zur Hauptfigur entstehen zu lassen. Dies wird besonders deutlich, wenn ihr Leben in Gefahr ist oder sich mit den anderen Hunter Killern ihre Scherze erlaubt. Der zweite Kampf mit Grewishka gerät so zu einem ersten emotionalen Höhepunkt – auch wenn das Drehbuch etwas zu wenig Mut beweist, um den Charakteren noch etwas mehr Zweidimensionalität mit zu geben.

Zalem wirft seinen Schutt auf Iron City

Wer aber ohnehin nicht unbedingt erwartet, dass man in Alita: Battle Angel einen tiefenpsychologischen Film über das Wesen der Menschheit und jenes von Cyborgs erhält, der kann sich umso mehr auf das konzentrieren, was der Film schlicht sensationell abliefert: Die Action.

Klar, die Motive des Motorball sind sattsam bekannt und eigentlich eine ziemlich derbe MMA-Variante des 1975er Rollerball. Am Ende ist’s auch egal, ob man hier auch noch Elemente aus Ghost in the Shell oder Elysium findet, wenn es dermaßen viel Spaß macht. Mit unglaublich fließenden und atemberaubenden Animationen wird der Sport und werden die Fights in der Arena zum Zuschauer transportiert. Schon alleine aufgrund der zahlreichen unterschiedlichen Gladiatoren gibt es außerdem viel Abwechslung während der Kämpfe.
Abwechslung, die der Story selbst etwas abhanden kommt. Denn die Identitätsfindung Alitas wirkt ein bisschen schludrig inszeniert. Mehr überzeugen kann da schon Christoph Waltz als moderner (und sanfter) Dr. Frankenstein. Außerdem sorgt die Beziehung zwischen Alita und Hugo für gefühlvolle Momente. Deren Verbindung erzählt letztlich eine grenzüberschreitende Lovestory sorgt für das, was die Menschen einst im Großen Krieg erfolgreich vermissen ließen: Die Akzeptanz des Anderen.

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Der echte Filmfan bleibt im Heimkino: Das Bild ist besser, der Sound unmittelbarer und die Sitznachbarn angenehmer - Timo rezensiert seit 2002 mit Leidenschaft (fast) durch alle Genres. Aktuelle Rezensionen findest du auf blu-ray-rezensionen.net

7 KOMMENTARE

  1. Wiso Flop?wie sagte einst der kleine Gallier:die spinnen die Amis(Briten).Es ist ein super Animations Film mit ganz tollen Bildern und Sound.
    Einzig zu bemängeln wäre mal wieder die verkaufspackung,Blu-ray,3D und UHD in der Hülle,ich würde noch DVD und VHS dazu packen

  2. Der Film war DIE Überraschung 2019! Mit Null Erwartungen an- und mit Begeisterung zu Ende geschaut. Ich hoffe es kommt ein zweiter Teil. Die 4k Scheibe ist super gelungen, 3D werde ich mir bei Gelegenheit anschauen.

  3. Möchte noch mal was zu den angeblich zu großen Augen sagen!
    Es hat nicht nur was damit zu tun das der Film einen Manga als Vorlage hat, sondern auch mit dem Umstand das Alita aus einer Mars Kolonie stammt! Die dortigen Bewohner hatten fast alle größere Augen.

    Hätten sie das Detail im Film weggelassen, würde der Film nicht nur im Kino gefloppt sein, sondern im Heimvideo Bereich ebenfalls!
    Das es im Kino in die Hose gegangen ist, dürfte auch in erster Linie an anderweitig enttäuschten Fans liegen, denn wer den Film gesehen hat der liebt ihn überwiegend!
    Meiner Meinung nach ist es eine der besten Anime/Manga verfilmungen überhaupt! Und ich hoffe mal das sie eine Triologie daraus machen! Denn Stoff ist noch genug da!

    • …und auch wenn er hier und da kleine Schwächen hat ist es mMn die erste korrekt umgesetzte Anime-Realverfilmung. Hier kann man das Vergleichsvideo auf Yt sehr empfehlen. Von dieser Art würd ich gerne mehr sehen.

      • …im Gegensatz zu ner gequirlten Scheiße wie z.B. das Netflix Deathnote oder…..ich mags kaum aussprechen….Dragonball Evolution.

  4. Hey, ihr habt eine Wortdopplung „Kapitel“ auf Seite 2: „Nimmt man sich bspw. den Beginn von Kapitel Kapitel vier“.
    Schöner Artikel, aber ich bin auch voreingenommen. Mir hat der Film im Kino schon gut gefallen 😉 Daher eh Pflichtkauf.
    Was ich mir von euch noch gewünscht hätte, etwas mehr Details zum 2k DI. Merkt man das im direkten Vergleich zu nativen 4k DI’s?

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