Batman 1-4 4K Blu-ray Collection im Test: Neuer Look für die Klassiker

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Test Batman 4-Film-Kollection 4K Blu-ray
Die komplette Batman 4-Film-Kollektion auf 4K Blu-ray im Test / Review
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Ende Oktober 1989: Schaltete man den Fernseher ein und sah sich eine Nachrichten- und vor allem Kultursendung an, schien es nur ein Thema zu geben: Batman. Mit einer bis dato beispiellosen Penetranz durchdrang das Marketing um einen Kinofilm sämtliche verfügbaren Medien. Es entstand ein Hype, der bis heute in Sachen Kino kaum noch einmal erreicht wurde – auch nicht von den versammelten Filmen des MCU. Was war passiert? Tim Burton hatte nach seinem Erfolg mit Beetlejuice von Warner grünes Licht bekommen, seine Vision von Batman umzusetzen. Zwei Schauspieler-Absagen später stand mit Burtons Buddy Michael Keaton auch der Hauptdarsteller fest und Jack Nicholson gab kurz vor Beginn der Dreharbeiten tatsächlich preis, dass er den Joker übernehmen würde. Dieser Coup sorgte für eine kleine Sensation und das produzierende Studio Warner sah hier ein lukratives Franchise in der Entstehung.

Ein eingespieltes Team: Bruce Wayne und Alfred

Folgerichtig konzentrierte man sich im Jahr 1989 dann komplett auf Batman und setzte eine Marketing- und Merchandising-Welle in Gang, die letztlich die ganze Welt erfasste. Das scharf gezeichnete Fledermauslogo in schwarz mit goldener Einfassung prangte von jedem Magazin, auf zahlreichen Tshirts, Aufklebern, Heften usw. Zwar wirken aus heutiger Sicht die 400 Mio. Dollar weltweites Einspiel eher mickrig, doch Anno 1989 war Batmandamit der König. In den USA schlug man sogar Spielbergs Indiana Jones und der letzte Kreuzzug. Viel beeindruckender war die Tatsache, dass man um das Thema Batman in dem Jahr einfach nicht herum kam. Und so ist es kein Wunder, dass die Merchandising-Artikel zu Burtons Film weltweiten Umsatz von 750 Mio. Dollar machten – nicht schlecht für einen Film, der 35 Mio. Dollar kostete.

Erstaunlich ist des Weiteren, dass Burton die Hardcore-Fans überzeugen konnte. Waren diese zunächst äußerst skeptisch, weil sie mit Burton und Keaton eher eine Comedy-Show im Stile des 1966er Films befürchteten, wurden erste Zweifler schon mit dem Teaser-Trailer überzeugt. Der fertige Film, der betont düster ausfiel und so gar nichts von albernem Humor hatte, führte dann zu frenetischem Jubel seitens der Comicfans – und einen stärkeren Ritterschlag konnte Burton sich wohl kaum wünschen.

Was beim Bond-Film das Bond-Girl, ist bei den Batman-Filmen das Bat… ähm … die adrette Dame an Bruce Waynes Seite

Dass es eine Fortsetzung geben würde, war klar. Und drei Jahre später war es soweit. Mit Batmans Rückkehr kam das gleiche Team zusammen und wurde um Danny De Vito als Pinguin und der unwiderstehlichen Michelle Pfeiffer als Catwoman bereichert. Zwar blieb man hinter den Einspielen des Vorgängers zurück und investierte auch mehr in die Produktion, dennoch war die Fortsetzung einer der erfolgreichsten Filme 1992. Dem Publikum gefiel erneut der düstere Ton sowie die Darstellung De Vitos und Walkens als Bösewicht-Duo Pinguin/Max Shreck. Beiden Filmen gebührt neben dem Lob für das Setdesign, die Kostüme/Ausstattung und Regie überdies ein herausragendes Lob für die Filmmusik von Danny Elfman. Dessen Batman-Theme dürfte zu den bekanntesten SciFi-/Fantasy-Filmmelodien der Nachkriegszeit gehören – neben Star Wars und Zurück in die Zukunft.

Nachdem der zweite Teil 150 Mio. Dollar weniger eingespielt hatte als der Vorgänger, entschloss sich Warner, Burton auf die Produktion zu verbannen und Joel Schumacher als Regisseur einzusetzen. Schumacher hatte zuvor mit Lost Boys und Flatliners zwei Jugend-Kultfilme geschaffen und mit Falling Down bewiesen, dass er auch Erwachsenenkino kann. Was er allerdings mit Batman Foreververanstaltete, ist unerklärlich. Der Look wandelte sich von düster in bunt. Der Hauptcharakter von ambivalent in oberflächlich und die Bösewichte von vielschichtig in albern. Künstlerisch ein Flop, finanziell für Warner aber der erhoffte Erfolg. Denn Teil III spielte mit 330 Mio. Dollar wieder deutlich mehr ein als der direkte Vorgänger. Und deshalb gab es auch grünes Licht für eine weitere Fortsetzung. Damals konnte ja noch keiner ahnen, was Schumacher mit Batman & Robin verbrechen würde:

„Was für eine Gelderschwendung“ – George Cloones Urteil über „Batman & Robin“ ist eindeutig

Erst einmal wurde alles anders: Val Kilmer hatte sich am Set des Vorgängers oft wie ein infantiles Kind verhalten, war unberechenbar und trat aggressiv auf. Kein Wunder also, dass man sich von ihm trennte, der aber offenbar ohnehin nicht mehr wollte. Ersatz fand man im seinerzeit bereits durch Emergency Room sowie die Filme Tage wie dieser… und From Dusk Till Dawn zum veritablen Superstar avancierten George Clooney – keine gute Wahl, wie sich herausstellen sollte. Noch dazu verfiel man bei Warner dem Gigantismus und folgte Schumachers Wunsch, einen körperbetonten Darsteller als Mr. Freeze zu engagieren. 25 Mio. Dollar offerierte man schließlich Arnold Schwarzenegger, damit er den frostigen Bösewicht darstellen würde. Nicht nur deshalb summierte sich das Budget auf 160 Mio. Dollar (ohne Werbung). Bei nur 240 Mio. Dollar Einspiel ein kleines Fiasko und damit schon aus monetärer Sicht das Ende dieser Serie.

Was aber künstlerisch dabei rauskam, ist ein Desaster. Batman & Robin ertrinkt in Special Effects, kümmert sich keinen Deut um seine Figuren, lässt sie alberne Einzeiler aufsagen und ist noch dazu anbiedernd an eine (deutlich) jüngere Zuschauerklientel. Alles, was in Teil I und II (und in Grenzen auch in Batman Forever) an erwachsenen Inhalten war, wich einer Stimmung, die mehr Film zum Merchandising war als anders herum. Das Resultat: Elf Nominierungen für die Goldene Himbeere und vernichtende Kritiken von Rezensenten und Zuschauern – das alles leider vollkommen zu Recht. Kein Wunder, dass selbst George Clooney den Film später für reine Geldverschwendung hielt und ihn nur machte, um endlich von seinem TV-Image weg zu kommen.

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3 KOMMENTARE

  1. Was hat John Schumacher bitteschön mit Superman Filme am Hut? Joel Schumacher hat nur zwei Batman Filme inszeniert die ich übrigens sehr schätze vor allem der mit Val TOP GUN Kilmer

  2. Tim Burton wollte mit Nicolas Cage einen Superman Film machen, der leider nicht geklappt hat.
    Aber Schumacher hat nie einen Superman Film realisiert.

  3. Da Schumacher damals schon Superman versaut hat, wundert es mich umso mehr, dass man ihn bei Comicverfilmungen überhaupt nochmal ran gelassen hat… aber gut, nun isses so wie es ist, und ohne die Nippelkostüme des Film wäre uns auch viel Spaß verloren gegangen! 😀

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