Batman 1-4 4K Blu-ray Collection im Test: Neuer Look für die Klassiker

Inhalt (30-85%)


Ende Oktober 1989: Schaltete man den Fernseher ein und sah sich eine Nachrichten- und vor allem Kultursendung an, schien es nur ein Thema zu geben: Batman. Mit einer bis dato beispiellosen Penetranz durchdrang das Marketing um einen Kinofilm sämtliche verfügbaren Medien. Es entstand ein Hype, der bis heute in Sachen Kino kaum noch einmal erreicht wurde – auch nicht von den versammelten Filmen des MCU. Was war passiert? Tim Burton hatte nach seinem Erfolg mit Beetlejuice von Warner grünes Licht bekommen, seine Vision von Batman umzusetzen. Zwei Schauspieler-Absagen später stand mit Burtons Buddy Michael Keaton auch der Hauptdarsteller fest und Jack Nicholson gab kurz vor Beginn der Dreharbeiten tatsächlich preis, dass er den Joker übernehmen würde. Dieser Coup sorgte für eine kleine Sensation und das produzierende Studio Warner sah hier ein lukratives Franchise in der Entstehung.

Ein eingespieltes Team: Bruce Wayne und Alfred

Folgerichtig konzentrierte man sich im Jahr 1989 dann komplett auf Batman und setzte eine Marketing- und Merchandising-Welle in Gang, die letztlich die ganze Welt erfasste. Das scharf gezeichnete Fledermauslogo in schwarz mit goldener Einfassung prangte von jedem Magazin, auf zahlreichen Tshirts, Aufklebern, Heften usw. Zwar wirken aus heutiger Sicht die 400 Mio. Dollar weltweites Einspiel eher mickrig, doch Anno 1989 war Batmandamit der König. In den USA schlug man sogar Spielbergs Indiana Jones und der letzte Kreuzzug. Viel beeindruckender war die Tatsache, dass man um das Thema Batman in dem Jahr einfach nicht herum kam. Und so ist es kein Wunder, dass die Merchandising-Artikel zu Burtons Film weltweiten Umsatz von 750 Mio. Dollar machten – nicht schlecht für einen Film, der 35 Mio. Dollar kostete.

Erstaunlich ist des Weiteren, dass Burton die Hardcore-Fans überzeugen konnte. Waren diese zunächst äußerst skeptisch, weil sie mit Burton und Keaton eher eine Comedy-Show im Stile des 1966er Films befürchteten, wurden erste Zweifler schon mit dem Teaser-Trailer überzeugt. Der fertige Film, der betont düster ausfiel und so gar nichts von albernem Humor hatte, führte dann zu frenetischem Jubel seitens der Comicfans – und einen stärkeren Ritterschlag konnte Burton sich wohl kaum wünschen.

Was beim Bond-Film das Bond-Girl, ist bei den Batman-Filmen das Bat… ähm … die adrette Dame an Bruce Waynes Seite

Dass es eine Fortsetzung geben würde, war klar. Und drei Jahre später war es soweit. Mit Batmans Rückkehr kam das gleiche Team zusammen und wurde um Danny De Vito als Pinguin und der unwiderstehlichen Michelle Pfeiffer als Catwoman bereichert. Zwar blieb man hinter den Einspielen des Vorgängers zurück und investierte auch mehr in die Produktion, dennoch war die Fortsetzung einer der erfolgreichsten Filme 1992. Dem Publikum gefiel erneut der düstere Ton sowie die Darstellung De Vitos und Walkens als Bösewicht-Duo Pinguin/Max Shreck. Beiden Filmen gebührt neben dem Lob für das Setdesign, die Kostüme/Ausstattung und Regie überdies ein herausragendes Lob für die Filmmusik von Danny Elfman. Dessen Batman-Theme dürfte zu den bekanntesten SciFi-/Fantasy-Filmmelodien der Nachkriegszeit gehören – neben Star Wars und Zurück in die Zukunft.

Nachdem der zweite Teil 150 Mio. Dollar weniger eingespielt hatte als der Vorgänger, entschloss sich Warner, Burton auf die Produktion zu verbannen und Joel Schumacher als Regisseur einzusetzen. Schumacher hatte zuvor mit Lost Boys und Flatliners zwei Jugend-Kultfilme geschaffen und mit Falling Down bewiesen, dass er auch Erwachsenenkino kann. Was er allerdings mit Batman Foreververanstaltete, ist unerklärlich. Der Look wandelte sich von düster in bunt. Der Hauptcharakter von ambivalent in oberflächlich und die Bösewichte von vielschichtig in albern. Künstlerisch ein Flop, finanziell für Warner aber der erhoffte Erfolg. Denn Teil III spielte mit 330 Mio. Dollar wieder deutlich mehr ein als der direkte Vorgänger. Und deshalb gab es auch grünes Licht für eine weitere Fortsetzung. Damals konnte ja noch keiner ahnen, was Schumacher mit Batman & Robin verbrechen würde:

„Was für eine Gelderschwendung“ – George Cloones Urteil über „Batman & Robin“ ist eindeutig

Erst einmal wurde alles anders: Val Kilmer hatte sich am Set des Vorgängers oft wie ein infantiles Kind verhalten, war unberechenbar und trat aggressiv auf. Kein Wunder also, dass man sich von ihm trennte, der aber offenbar ohnehin nicht mehr wollte. Ersatz fand man im seinerzeit bereits durch Emergency Room sowie die Filme Tage wie dieser… und From Dusk Till Dawn zum veritablen Superstar avancierten George Clooney – keine gute Wahl, wie sich herausstellen sollte. Noch dazu verfiel man bei Warner dem Gigantismus und folgte Schumachers Wunsch, einen körperbetonten Darsteller als Mr. Freeze zu engagieren. 25 Mio. Dollar offerierte man schließlich Arnold Schwarzenegger, damit er den frostigen Bösewicht darstellen würde. Nicht nur deshalb summierte sich das Budget auf 160 Mio. Dollar (ohne Werbung). Bei nur 240 Mio. Dollar Einspiel ein kleines Fiasko und damit schon aus monetärer Sicht das Ende dieser Serie.

Was aber künstlerisch dabei rauskam, ist ein Desaster. Batman & Robin ertrinkt in Special Effects, kümmert sich keinen Deut um seine Figuren, lässt sie alberne Einzeiler aufsagen und ist noch dazu anbiedernd an eine (deutlich) jüngere Zuschauerklientel. Alles, was in Teil I und II (und in Grenzen auch in Batman Forever) an erwachsenen Inhalten war, wich einer Stimmung, die mehr Film zum Merchandising war als anders herum. Das Resultat: Elf Nominierungen für die Goldene Himbeere und vernichtende Kritiken von Rezensenten und Zuschauern – das alles leider vollkommen zu Recht. Kein Wunder, dass selbst George Clooney den Film später für reine Geldverschwendung hielt und ihn nur machte, um endlich von seinem TV-Image weg zu kommen.

Batman 1-4 - 4K Collection (4K Ultra HD + Blu-rays) (8 Discs)
Preis: 62,59 €
(Stand von: 13. August 2022 16:13 - Details
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Bildqualität Batman (80%)

Darf man den Angaben von Anbieter Warner Glauben schenken, so wurden alle vier Batman-Filme vom Original-35mm-Filmmaterial neu in 4K gescannt. Zusätzlich zum nun nativ in 4K vorliegendem Bild integrierte man durchweg die höhere Kontrastdynamik HDR10 sowie einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum.
Grundsätzlich muss man die Filme natürlich innerhalb ihres eigenen Looks bewerten. Man kann die ersten beiden Teile nicht wirklich mit Batman & Robin vergleichen. Zu spezifisch ist der Look, den Tim Burton mit seinen zwei Filmen vorgelegt hatte. Dazu sei vorab gesagt: Burton mochte es seinerzeit entsprechend filmisch. Die vorhandene Original-Körnung wurde für die UHDs nicht weggefiltert. Sie liegen entsprechend ihres Orignallooks nun mit einem sehr analogen Feeling vor, das sich von heutigen Digitalproduktionen natürlich unterscheidet.

Die UHD präsentiert die farbenfrohe Jacke des Jokers noch intensiver

Schon die beiliegenden Blu-rays basieren auf dem neuen Mastering, das den Look der bisherigen Disks vergessen lässt. Das neue Color Grading kommt in den Außenszenen wesentlich kühler rüber als bei den alten BDs, wohingegen Inneraumaufnahmen durchweg wärmer sind. Durchweg knackigere Schwarzwerte stehen auf der Habenseite, was gerade den abendlichen Actionszenen zugute kommt. Die Momente mit den fahrenden und fliegenden Batmobilen sind bei besserem Schwarzwert übrigens durch die Bank etwas bläulicher gehalten. Auffällig ist auch die deutlich bessere Detailtiefe – und das, obwohl nur wenige Kamerashots wirklich richtig scharf sind. Natürlich muss man gleichzeitig auf die Rauschfilterung der alten BD verzichten und bekommt ein etwas körnigeres Bild.

Satteres Schwarz sorgt für mehr Kontrast

Die Farben der UHD sind noch mal intensiver – insbesondere die Rot- und Brauntöne. Dazu bleibt der Schwarzwert intensiv. Besonders gut gelingt im Gegensatz zur BD die Durchzeichnung im Schwarz. Denn wo diese auch über eine Manipulation des Helligkeitsreglers auf Nicholsons Mantel keine Details mehr zeigte, holt die UHD sie bei korrekter Kalibrierung wieder hervor. Man muss allerdings mit den teils sehr braunen Hauttönen leben können. Gerade die Szenen, in denen der Joker die Geschäftsmänner besucht und den Vorstand grillt oder auch beim späteren Treffen mit Vicky im Restaurant ist sein Antlitz schon sehr dunkelbraun. Sehr auffällig ist der Wechsel in der Farbe von Vickys Kleid, das sie zur Mitte des Films trägt. Es wechselt von türkisgrün in petrolblau. Auch der lilafarbene Anzug des Jokers hat nun eine etwas andere und intensivere Färbung.

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Bildqualität Batmans Rückkehr (85%)

Weiter geht’s mit der Fortsetzung, die grundsätzlich ähnliche Eigenschaften aufweist und natürlich auch auf dem neuen Color-Timing basiert. Soll heißen: Die Außenaufnahmen sind deutlich kühler gemastert. Sie wirken bläulich(er) und haben kaum mehr Rot-/Braunanteile wie sie von der bisherigen BD dargestellt werden. Allerdings kann die UHD dies besser als die neue Blu-ray, da sie es nicht so drastisch darstellt. Zwar sehen in diesen Szenen Gesichter über die alte BD manchmal etwas natürlicher aus, doch zum Look und Stil des Films passt die kühle Farbgebung besser. Noch einmal intensiver sind die Farben der UHD, die den Lippenstift von Catwoman richtig kräftig wiedergeben.

Tieferes Schwarz, rotere Lippen – auch die UHD zum zweiten Teil überzeugt

In den Innenraumszenen nahm man das Goldgelb in vielen Szenen etwas zurück und gab den Gesichtern einen natürlicheren und harmonischeren braunen Teint. Das wirkt gerade bei den Galas, auf die Bruce Wayne geht, durchweg angenehmer und filmischer. Wesentlich verbessert zeigt sich der Schwarzwert, der Catwomans Kostüm glänzend schwärzer darstellt und auf dunklen Anzügen oder einem Close-up von Batmans schwarzer Gesichtsmaske auch keine Unruhe mehr offenbart. Ebenfalls sichtbar verbessert zeigt sich auch die Auflösung, die Zeitschriften lesbarer macht und Strukturen auf der Haut plastischer darstellt. Auch die gut fokussierten Close-ups profitieren davon und erscheinen sehr dreidimensional. Solche krispen Aufnahmen lassen über furchtbar schwach fokussierte Weitwinkel-Shots wie jener aus dem Batcave bei 93’47 hinwegsehen.

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Bildqualität Batman Forever (85%)

Der dritte Batman in der Collection ändert seine Farbgebung komplett. Vorbei sind die grau-blauen und kühlen Bilder. Batman Forever schockt das Auge beinahe mit seinem bunten Look. Der grüne Anzug des Riddlers, die pinklilafarbene Gesichtshälfte von Harvey Two-Face und das gesamte Szenario setzten sich schon optisch komplett von den Tim-Burton-Filmen ab. Die bisherige Blu-ray war auch hier etwas zu rötlich gemastert, was man auf den weißen und grauen Flächen sehr deutlich erkennen kann. Die neuen Scheiben stellen die von allen drei Scheiben bisher harmonischste Neuerung dar. Da der Look hier nicht extrem verändert wurde, konzentriert man sich vom Color Timing auf neutralere Oberflächen, etwas kräftigere Farben und die sichtbar harmonischeren Hauttöne. Das gelingt durchweg so gut, dass man sich beinahe in einer aktuellen Produktion wähnt. Interessanterweise ist die Körnung hier etwas geringer als bei der alten BD, die etwas unter wuselnden Artefakten litt. Sichtbar besser ist zudem die Schärfe, die vom 4K-Master ausgehend schon auf Gesichtern und erst Recht bei Schriften mehr Details offenbart.

Der bunte Stil des dritten Teils ist wie gemacht für die UHD

Bei der UHD zeigt sich im laufenden Bild leider auch die leichte Schwäche im Schwarz. HDR10 ist wie beim zweiten Teil etwas grauer bei dunklen Szenen als die Blu-ray. Das lässt sich zwar über ein/zwei Punkte am Helligkeitsregler wieder korrigieren, sorgt dann aber schon mal für einen leichten Mangel in der Durchzeichnung. Da der dritte Teil aber lange nicht mehr so dunkel ist wie die ersten beiden, fällt das hier nicht allzu stark ins Gewicht. Zumal die UHD in den hellen Szenen gegenüber der neuen Blu-ray mit sichtbar mehr Bilddynamik aufwarten kann. Außerdem kann die UHD eins ziemlich gut: Spitzlichter. Nimmt man die grüne Unterwasser-Szene bei 102’54 und beobachtet die hell reflektierenden Luftblasen rechts unten, dann stechen diese wunderbar ins Auge und sind dabei definierter als über die Blu-ray. Die Schärfe ist noch mal einen Hauch besser und lässt Details auf Gesichtern in Kombination mit der dunkleren Abstimmung und dem besseren Kontrast bei Mischhelligkeiten sichtbarer hervortreten. Farben werden aufgrund des erweiterten Farbraums noch  mal kräftiger dargestellt, was vor allem Harvey Two-Face Dent zugute kommt.

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Bildqualität Batman & Robin (90%)

Von allen vier Filmen bietet Batman & Robin die ausgewogenste und neutralste Vorstellung, wenn es um die neu gemasterten Disks. Weder ist er zu bunt, noch zu kühl. Hauttöne wurden sehr angenehm und authentisch gehalten. Wenn jedoch Farben im Spiel sind (Elle MacPhersons purpurfarbener Anzug oder Ivys giftgrünes Outfit) kann UHD das intensiv und eindrucksvoll. Gegenüber der bisherigen Blu-ray, die insgesamt in einigen Einstellungen deutlich dunkler war fällt der Vorsprung erstaunlich groß auf. Die alte Blu-ray ist im Vergleich auf Gesichts-Einstellungen viel zu gelblich und undifferenziert. Tageslichtszenen auf Gothams Straßen sind furchtbar blass und milchig und die neutralen Szenen haben einen sichtbaren Gelb-Einschlag. Teilweise wirkt auch der Farbton (Tint) selbst etwas verschoben.

Mit prächtigen Farben und Kontrasten überzeugt die Ultra-HD des vierten Teils

Die neuen Scheiben korrigieren all diese Probleme und sind durchweg neutraler, natürlicher und dennoch kontrastreicher. Obendrein lässt die auch den etwas schwächeren Schwarzwert der HDR10-Kontrastanpassung von Teil II und III vergessen. Teil IV liefert einen sichtbar besseren Schwarzwert als die ohnehin gegenüber der alten BD schon bessere neue Blu-ray. Die Körnung des vierten Teils wirkt am geringsten, weshalb er sogar Freunden digitaler Filme gefallen könnte. Schärfe, Bildruhe und Detailtiefe sind für einen 22 Jahre alten Film herausragend gut.

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Tonqualität Batman (50%)

Die deutschen Tonspuren erfahren mit der remasterten Blu-ray leider kein Update. Für den ersten Teil gibt’s deshalb weiterhin nur eine 2.0 Dolby-Digital-Spur. Deren Dialoge klingen entsprechend dünn. Die Taxi-Rufe von Papa Wayne zu Beginn hört man fast gar nicht. Auch die Stimme seiner Frau und das piepsige Organ vom jungen Bruce sind qualitativ unterirdisch. Glücklicherweise ändert sich das etwas, sobald das Geschehen in die Gegenwart springt. Aber auch dann wirken Dialoge hörbar durch eine Kompression gejagt. Wechselt man auf die Originalspur, so wartet diese mit einem neuen Atmos-Mix auf. Und der zeigt sich bereits in den Dialogen überlegen. Es fehlt ihnen zwar auch hier etwas an Volumen, aber sie klingen nicht komprimiert und kommen deutlich sauberer zum Ohr. Sobald man es mit Actionszenen oder Atmosphäre in Gotham zu tun hat, wird die Originalspur sehr räumlich und trennt Signale wunderbar auf die unterschiedlichen Speaker auf. Fürs Deutsche kann man hier nur die Empfehlung aussprechen, einen virtuellen Upmixer zu nutzen, der zumindest etwas mehr Räumlichkeit erschafft.

Ein schönes Beispiel für den Unterschied hört man schon nach knapp zehn Minuten. Wo die Original-Tonspur die Arbeiten der Sanitäter und das Schließen der Hecktüren des Krankenwagen wunderbar auf die linke Frontbox legt, ist das im Deutschen ein undifferenzierter frontaler Brei, der die einzelnen Sounds auch oft gar nicht erst bietet. Das Zuschlagen der Tür muss man bspw. mit der akustischen Lupe suchen (9’50) – nein, das ist nach heutigen Maßstäben wahrlich kein erquicklicher Sound.

Wenn Nicholsons Schergen losschlagen, gibt’s was auf die Ohren – allerdings nur in der englischen Originalfassung

Wenden wir uns den 3D-Sounds der Atmos-Mischung zu, so muss man hier ein absolutes Kompliment aussprechen. Man nutzte sie keineswegs, um effekthaschend einfach alles nach oben zu legen. Der Mix agiert differenziert und logisch: Hupen auf den Straßen, Batmans Gadgets in der ersten Szene, Dampfgeräusche in den Gassen, etwas Hall-Akustik bei der Vorstellung von Harvey Dent – das macht alles absolut Sinn und dient nicht dem Muster: Hauptsache viel (unlogische Signale) von oben. Gleiches gilt auch für Querschläger in der Lagerhalle nach 25 Minuten oder Funkengesprühe kurz darauf. Richtig heftig sind die Querschläger auf offener Straße, die einen Hallo-Wach-Effekt haben. Genauso wie die Metallrohre beim Unfall nach etwas über einer Stunde oder auch die zahlreichen Sounds vom Batwing im Finale. Batman mag noch nicht explizit für 3D-Sounds konzipiert worden sein, weshalb hier nicht pausenlos etwas los ist, aber das, was man hier in die Höhe gemischt hat, hat Hand und Fuß.

  • Deutsch: Dolby Digital 2.0 (50%)
  • Englisch/Deutsch: Dolby Atmos (80%) 2D-Betrachtung
  • Englisch/Deutsch: Dolby Atmos (60%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Englisch/Deutsch: Dolby Atmos (75%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Tonqualität Batmans Rückkehr (60%)

Ausgehend vom Vorgänger gibt’s für Teil II immerhin schon 5.1-Sound. Allerdings auch nur in Dolby Digital kodiert. Und auch hier handelt es sich um die identische Fassung wie man sie auf der bisherigen BD hören durfte. Das bedeutet dann auch weiterhin, dass hier nur wenig auf den Rears los ist. Trotz sechs Kanalspuren bleibt die Tonausgabe schwachbrüstig und klingt oft eher wie eine dürftige Radiosendung. Dialoge sind dünn und auch Elfmans geniale Filmmusik kommt zu flach und undynamisch. Deshalb wenden wir uns auch hier lieber der neuen Atmos-Mischung der Originalspur zu. Diese dürfte ebenso auf dem True-HD-Kern der bisherigen BD basieren, glänzt aber mit dem neuen 3D-Sound Upmix. Grundsätzlich haben wir es hier mit einer schon auf der regulären Ebene satteren Tonspur zu tun, über die Elfmans Titelmelodie mit einer fast konzertfähigen Live-Bühne zum Zuschauer gebracht wird. Der Unterschied zwischen dt. Synchro und englischer Spur ist frappant. Schon alleine die Bass-Ausnutzung trennen Welten. Während sich bei der Synchro der Sub kaum merklich einschaltet, geht es im Original wuchtig und druckvoll zu – und zwar auch besser noch als im ersten Teil.

Der Pinguin sorgt für Tumulte, die von der deutschen Spur aber zu undynamisch wiedergegeben werden

Die Rears werden in den Musik- und Actionszenen regelmäßig eingebunden und Stimmen haben hörbar mehr Volumen. Wenn Batman mit dem Hovercraft durch den Kanal braust, wird’s richtig wuchtig, während man dort im Deutschen ein kurze Pfeifen ohne jede Substanz vernimmt. Wenden wir uns der Höhen-Ebene zu, geht man hier einen etwas anderen Weg und bindet Elfmans Musik nach oben mit ein. Das passierte im ersten Teil überhaupt nicht. Dazu kommen aber auch hier dedizierte 3D-Sounds wie das Wackeln der Gitterstäbe zu Beginn oder das Feuerwerk ab 12’05 sowie die ganzen Geräusche, die der Pinguin mit seinem Regenschirmchen abfeuert. Auch Selinas Sturz wird effektvoll begleitet wie auch das Flattern der Fledermäuse . Und wenn Gotham in Chaos und Feuer versinkt, werden die Explosionen ebenfalls rundherum ins Heimkino geschleudert. Eine halbe Stunde vor Ende gibt es dann noch zahlreiche 3D-Sounds vom Batmobil, das im Finale auch noch mal druckvoll über dem Pinguin herein bricht. Highlight sind dann aber die abgefeuerten Raketen kurz darauf, die fast eine Minute lang über die Höhen-Speaker ballern.

  • Deutsch: Dolby Digital 5.1 (60%)
  • Englisch/Deutsch: Dolby Atmos (85%) 2D-Betrachtung
  • Englisch/Deutsch: Dolby Atmos (60%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Englisch/Deutsch: Dolby Atmos (75%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Tonqualität Batman Forever (60%)

Wie schon der zweite Teil, so liegt Schumachers Einstand ins Batman-Universum in Dolby Digital 5.1 vor. Und wie schon der Vorgänger, so fehlt’s auch hier an Dynamik, Bass und Feinzeichnung. Schon die (eigentlich) effektvolle Eröffnungssequenz klingt so muffig wie die ersten DVDs von Star Wars. Da braust Val Kilmer im Batmobil durch die Szenerie und den Subwoofer kümmert das herzlich wenig. Die Rears werden maximal befriedigend mit einbezogen und wirken eher wie durch einen automatischen Upmixer gejagt als mit dedizierten Sounds befeuert. Hört man sich hier eine Szene wie die versammelten Schüsse aus den Miniguns nach sechs Minuten an, wird der Unterschied deutlich. Während die deutsche Tonspur die Querschläger/Einschläge fast ausschließlich auf der Front abliefert und über die Rears nur ein wenig Nachhall liefert, kann man über die englische Fassung praktisch jede Kugel einzeln zählen. Wechselt man für auch nur für einen kurzen Moment auf die englische Spur (auch hier in Dolby Atmos mit True-HD-Kern), wird klar, wie viel der Synchronisation fehlt. Zwar gibt’s mal ein bisschen Information vom Sub, wenn die Abrisskugel durch die Wand donnert, aber im Vergleich zum englischen Ton, der dort für ein mittelschweres seismisches Erbebenwellen sorgt, ist das eine akustische Luftnummer.

Wenn der Riddler zuschlägt, bleibt über die englische Atmos-Fassung kaum ein Wunsch übrig. Die deutsche Version enttäuscht leider

Wie fantastisch eine Tonspur von 1995 klingen kann, macht die englische Fassung schon in der gut zehnminütigen Eröffnungsszene klar, wenn sie ebenso differenziert wie brutal druckvoll und mit klaren Dialogen zu Werke geht. Und es kommt ja noch die 3D-Ebene hinzu, die von Beginn an Aktivität schon in den Titel-Schriftzügen offenbart und den Score (wie beim zweiten Teil) mit nach oben legt. Das Batmobil feuert seine Turbine von den Heights und auch der Hubschrauber kommt sauber von oben. Gleiches gilt für die häufigen Wusch-Sounds, wenn Batman im Cape von oben herein flattert. In den Actionsequenzen werden dann immer mal wieder die Gadgets des Helden über die Höhenspeaker geliefert und bei Lautsprecher-Durchsagen in Gotham kommen die Stimmen ebenfalls von oben. Klasse auch die Wasserfall-Sounds nach knapp 80 Minuten oder die wuchtigen Explosions-Effekte nach 94 Minuten. Insgesamt eine (englische) Tonspur, die jene des zweiten Teils noch übertrifft.

  • Deutsch: Dolby Digital 5.1 (60%)
  • Englisch/Deutsch: Dolby Atmos (95%) 2D-Betrachtung
  • Englisch/Deutsch: Dolby Atmos (70%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Englisch/Deutsch: Dolby Atmos (80%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Tonqualität Batman & Robin (70%)

Das Gute vorweg: Batman & Robin hat als jüngster Teil der vier Filme den mit Abstand besten deutschen Ton der vier Filme. Natürlich liegt auch der nur in Dolby Digital vor, liefert aber eine wesentlich bessere Ausnutzung der Surroundkanäle und bietet sogar spürbare Subwoofer-Aktivität. Wenn die beiden Superhelden mit dem Batmobil und dem Bike aus der Höhle rauschen, werden die Surrounds durchaus mit dedizierten Geräuschen gefüttert. Gleiches gilt für den Energiestrahl von Mr. Freeze oder das Zusammenbrechen des Dinosauriers. Dialoge klingen allerdings immer noch etwas dünn und der Score wirkt im Vergleich zur englischen Spur stärker in den Hintergrund gedrängt. Der O-Ton kommt auch hier wieder mit einer True-HD-kodierten Dolby-Atmos-Spur. Und auch diese hat es in sich. Mit wuchtiger Präsenz geht’s schon in der Eröffnungssequenz zu und wenn die kleine Kapsel über Gotham explodiert, rappelt es schon gewaltig. Allerdings ist der Tiefton hier doch etwas weniger differenziert als im dritten Teil und könnte eine Spur kräftiger zupacken. Außerdem gibt ein paar wenige Szenen, in denen die Stimmen etwas zerren. Das ist aber nur eine kleine Kritik am ansonsten erneut sehr tollen (englischen) Sound der BD/UHD. Anspieltipp ist übrigens der wunderbar räumliche Auftritt der Tanztruppe in Kapitel 14.

Sämtliche Szenen mit Mr. Freeze sorgen für akustische Highlights im Original. Die deutsche Fassung ist besser als bei den anderen drei Filmen, erreicht aber nie die Dynamik vom O-Ton

Die 3D-Sound-Ebene der Atmos-Spur addiert auch hier wieder (etwas) den Score hinzu, lässt aber schon zu Beginn das Batman-Logo effektvoll über den Köpfen zerbersten und nutzt praktisch jede Situation, Mr. Freeze‘ Eisschöpfungen auf den Heights zerspringen zu lassen, wenn es situativ passt. Natürlich fliegt auch Batman immer mal wieder effektvoll von oben ein und lässt dabei schon mal Glasdächer zerspringen. Herausragend effektvoll gerät die abhebende Rakete nach etwa zehn Minuten und auch das Zurückflattern zur Erde sorgt für einige sehr deutliche 3D-Sounds. Insgesamt ist hier wieder deutlich mehr los als im dritten Teil, was auch die Donner während Ivys Experimenten zeigen oder die knackenden Geräusche, wenn Freeze ganz Gotham einzufrieren beginnt.

  • Deutsch: Dolby Digital 5.1 (70%)
  • Englisch/Deutsch: Dolby Atmos (90%) 2D-Betrachtung
  • Englisch/Deutsch: Dolby Atmos (75%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Englisch/Deutsch: Dolby Atmos (80%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Bonus (100%)

Mit Ausnahme der Audiokommentare befindet sich das Bonusmaterial der vier Filme komplett auf der jeweiligen Blu-ray. Und es ist identisch mit jenem der bisherigen Blu-rays.
Für Batman heißt das: Ein Audiokommentar mit Tim Burton sowie insgesamt sieben, teils mehrteilige Featurettes. Unter anderem: „Am Set mit Bob Kane“, „Legends of the Dark Knight“, „Shadows of the Bat“, „Batman: Die Helden“, „Batman: Die Schurken“, „Hinter den Kulissen“ „Die komplette Robin Storyboard-Sequenz“ sowie Musikvideos. Batman Returns liefert einen ähnlichen Aufbau: Audiokommentar von Burton und insgesamt sechs, teils mehrteilige Featurettes, die ebenfalls eine ähnliche Struktur haben. So wird man auch hier über „Die Helden“ und „Die Schurken“ aufgeklärt und hat mit dem vierten Teil von „Shadows of the Bat“ obigen Dreiteiler einfach weiter geführt. Batman Forever nutzt ebenfalls den gleichen Aufbau, bietet einen Audiokommentar von Schumacher, den fünften Teil von „Shadows of the Bat“, zwei „Hinter-den-Kulissen“-Featurettes sowie erneut „Die Helden“ und „Die Schurken“, in denen die Charaktere vorgestellt erden. Dazu kommen sieben entfernte Szenen sowie Featurettes über die Stunts, die visuellen Effekte und die Filmmusik. Batman & Robin, wen wundert’s hat ebenfalls eine ähnliche Struktur. Wir finden einen Audiokommentar von Schumacher, Teil 8 von „Shadows of the Bat“, fünf Featurettes über das Produktionsdesign, die Fahrzeuge, die Kostüme oder die visuellen Effekte. Dazu kommt erneut eine Vorstellung der Helden und der Schurken sowie eine entfernte Szene und vier Musikvideos. Insgesamt ist das zwar sehr umfangreich, aber eben von den bisherigen Disks schon bekannt.

Gesamtbewertung Batman Collection  (71%)

Aus Sicht der echten Batman-Fans hätte (inhaltlich) auch gereicht, die ersten beiden Filme als Set zu veröffentlichen. Aber natürlich ist es so eine rundere Sache. Das gilt auch für das 4K-Remaster. Hat man sich mal an den kühleren Look der ersten beiden Teile gewöhnt, wirkt er stimmiger. Die Bildruhe ist deutlich höher und die Auflösung klar besser. Das gilt in Maßen auch schon für die neuen Blu-rays, die bis auf kleine Problemchen den alten BDs bereits deutlich vorzuziehen sind. Erstaunlich gut ist der Atmos-Sound der Original-Tonspuren geworden, der über weite Strecken durchaus das Niveau heutiger Abmischungen erreicht. Teil III und IV legen visuell noch mal ein paar Pfunde drauf. Gerade „Batman & Robin“ liegt hier fast auf dem Niveau heutiger Top-Produktionen. Akustisch können auch die beiden Schumacher-Filme überzeugen – zumindest mit der Originalspur in Atmos. Die deutschen DD-Fassungen sind leider altbekannt und nicht sonderlich dynamisch.

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Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 05. September 2019 Review am: 23. September 2019
Erscheinungsjahr Film: 1989/’92/’95/’97 Laufzeit: 126/126/122/125 Minuten
Filmstudio: Warner Home Video FSK: ab 12 Jahre
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat:
1,85:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch Dolby Digital 2.0
Deutsch Dolby Digital 5.1
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10 Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray
Testgerät TV: LG OLED55B7D Testgerät Player: Panasonic UB9004

Batman 1-4 4K Trailer:

Timo Wolters
Timo Wolters
Der echte Filmfan bleibt im Heimkino: Das Bild ist besser, der Sound unmittelbarer und die Sitznachbarn angenehmer - Timo rezensiert seit 2002 mit Leidenschaft (fast) durch alle Genres. Aktuelle Rezensionen findest du auf blu-ray-rezensionen.net

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3 Kommentare
  1. Was hat John Schumacher bitteschön mit Superman Filme am Hut? Joel Schumacher hat nur zwei Batman Filme inszeniert die ich übrigens sehr schätze vor allem der mit Val TOP GUN Kilmer

  2. Tim Burton wollte mit Nicolas Cage einen Superman Film machen, der leider nicht geklappt hat.
    Aber Schumacher hat nie einen Superman Film realisiert.

  3. Da Schumacher damals schon Superman versaut hat, wundert es mich umso mehr, dass man ihn bei Comicverfilmungen überhaupt nochmal ran gelassen hat… aber gut, nun isses so wie es ist, und ohne die Nippelkostüme des Film wäre uns auch viel Spaß verloren gegangen! 😀

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