Godzilla 4K Blu-ray im Test: Size Does Matter

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4K Blu-ray Test zum Monster-Klassiker
4K Blu-ray Test zum Monster-Klassiker "Godzilla" (1998)
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„Aha … Yeah“ und „Size Does Matter“ – zwei Dinge, an denen im Herbst 1998 kaum ein Kinogänger vorbeikam. Während die Radios einen gewissen Song mit dem Titel Come With Me eines gewissen Sean „Puff Daddy“ Combs, der auf einem noch gewisseren Kashmir von Led Zeppelin basierte, rauf und runter dudelten, begegnete einem der Slogan mit der „Größe“ gefühlt alle zwei Meter auf Plakaten, Postkarten oder Werbeanzeigen. Was war passiert?

Nun, Roland Emmerich war passiert. Der in den USA groß gewordene Regisseur aus Stuttgart sah es zwei Jahre nach seinem gigantischen Erfolg mit Independence Day mal wieder angebracht, jede Bescheidenheit über Bord zu werfen und mit Gigantomie auf Zuschauerfang zu gehen. Frei nach dem Motto: „Kleine Brötchen können die anderen Backen“, bescherte er der Kinowelt seine Vision von Godzilla. Dass er sich dabei maximal weit von der ursprünglichen Story entfernte, nahmen ihm aber die Fans des Kaijū-Universums ebenso maximal übel. Und dass seine später im Film auftauchenden Monster-Ableger aussahen wie die Raptoren aus Spielbergs Jurassic Park? Naja, Originalität war noch nie die Maxime des Herrn Emmerich. Und manchmal ist geklaut ja auch besser als neu erfunden.

Nick wird vom Würmersucher zum Monsterjäger | Bildquelle: 1998 TriStar Pictures, Inc. All Rights Reserved

Und manchmal ist Kino auch einfach dazu da, sich größtenteils hirnlos unterhalten zu lassen. Mit ungefähr dieser Einstellung (und vor allem ohne das Wissen um die Filmkultur des japanischen Gojira) sollte man sich Godzilla dann auch ansehen. Letztlich ist es bei Emmerich ohnehin egal, ob Außerirdische in riesigen Flugobjekten, nuklear mutierte Monsterechsen oder eine neue Eiszeit das Land bedrohen – die Mechanismen seiner Dramaturgie sind stets dieselben. Und wer das mag, der mag auch seine Variante von Godzilla. Immerhin bekommt man ja auch etwas geboten. Während die Klassiker wahlweise mit Gummimonstern oder Menschen in entsprechenden Anzügen realisiert wurden, war Emmerichs Fassung praktisch die erste Variante, die auf ein digital animiertes Echsen-Monstrum setzte.

Audrey wittert eine tolle Story | Bildquelle: 1998 TriStar Pictures, Inc. All Rights Reserved

Und das mit beachtlicher Qualität. Seit Jurassic Park waren gut fünf Jahre vergangen und die CGI wurden besser und besser. Das gab Emmerich die Möglichkeit, seine Kreatur nicht nur für ein paar Minuten zu inszenieren, sondern praktisch den halben Film über die Kamera drauf zu halten. Zwar sind aus heutiger Sicht zahlreiche Szenen, in denen man die Umrisse der Kreatur vor dem Hintergrund sieht, nicht ganz glücklich und haben leicht flimmernde Kanten, aber seinerzeit war’s schon beeindruckend. Beeindruckt ist ein gutes Stichwort: Denn das schien Audrey-Darstellerin Maria Pitillo vom Geschehen um sie herum auch gewesen zu sein. Mit nahezu dauerhaft offenem Mund durchstaunt sie den Film und hat sich ihre 1999er Goldene Himbeere als schlechteste Nebendarstellerin redlich verdient.

Sei’s drum: Godzilla hat seine Fans und als Actionfeuerwerk kann er auch heute noch ganz gut unterhalten. Außerdem ist eins am Film tatsächlich zeitlos: Puff Daddys „Come With Me“-Titelsong, der auch heute noch Kraft und Power hat.

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Der echte Filmfan bleibt im Heimkino: Das Bild ist besser, der Sound unmittelbarer und die Sitznachbarn angenehmer - Timo rezensiert seit 2002 mit Leidenschaft (fast) durch alle Genres. Aktuelle Rezensionen findest du auf blu-ray-rezensionen.net

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