Der vorletzte Tag der „Last Minute Angebote“ auf Amazon.de birgt wieder einige Highlights. Unter anderem Heimkino-Projektore, 4K Camcorder, reduzierte DC-Filme und Fanartikel uvm.
Die Zwischenbildberechnung von Fernsehgeräten und der dadurch entstehende Seifenopern-Effekt ist Hollywoods Filmemachern seit Jahren ein Dorn im Auge. Nun stemmt sich auch Netflix gegen die Technik und rät seinen Abonnenten zur Abschaltung.
Die Zwischenbildberechnug ist auch bei uns hier immer wieder Thema. Zuletzt hatten sich Schauspieler Tom Cruise und Regisseur Christopher McQuarrie für die Deaktivierung dieser Technik stark gemacht. Aber auch James Gunn („Guardians of the Galaxy“) ist ein Gegner jener Maßnahmen, wenn es an den Genuss von Kinofilmen im Heimkino geht. Ihm stehen auch Christopher Nolan („Dunkirk“) und Paul Thomas Anderson („Magnolia“) zur Seite.
Netflix bezieht hier im Übrigen nun ganz spezifisch anlässlich der Veröffentlichung des Filmes „Roma“ Stellung. Dafür hat man dann sogar extra eine Unterseite mit dem Titel „My Roma“ eingerichtet – siehe Quelle. „Roma“ ist eine Netflix-Eigenproduktion des renommierten Regisseurs Alfonso Cuarón („Gravity“). Der Film hat bereits bei Kritikern abgeräumt und entsprechend wichtig ist dem Filmemacher aber auch dem Filmemacher, dass Zuschauer ihn so erleben können, wie er auch ästhetisch gedacht ist.
Netflix Empfehlungen, die such auf „Roma“ beziehen, könnte man aber auf alle Filme übertragen, die beim Streaming-Anbieter vorhanden sind. Als eine der wichtigsten Basis-Einstellungen nennt man dabei eben die Abschaltung der Zwichenbildberechnung. Allerdings hat man sich bei Netflix sogar die Mühe gemacht auch auf weitere Bild-Verschlimmbesserer der großen Hersteller wie Samsung, LG und Sony zu verweisen, welche man lieber deaktiviert sehen möchte.
Netflix rät zu einer möglichst neutralen Wiedergabe des Ausgangsmaterials
Der Streaming-Anbieter rät natürlich auch zur Aktivierung von HDR bzw. wenn vorhanden, dann Dolby Vision. Außerdem wünscht sich der Streaming-Anbieter eben, dass Nutzer andere Techniken wie die künstliche Nachschärfung des Bildes oder die Rauschunterdrückung ausknipsen. Letztere filtert nämlich nur nur Bildrauschen, sondern auch Details weg. Allerdings muss man dazu sagen, dass sich Netflix zusätzlich an die eigene Nase fassen müsste.
So ist die Netflix-App leider an vielen Geräten an eine Wiedergabe mit 60 Hz gebunden und schaltet nicht korrekt in einen 24p-Modus, wie es wünschenswert wäre. Dennoch ist es natürlich eine gute Sache, dass sich ein großes Unternehmen dafür einsetzt, dass die Zuschauer über ihre TV-Einstellungen besser aufgeklärt werden. Denn viele Anwender sind auch von der Vielfalt der oft undurchsichtigen Settings durch die Hersteller einfach überfordert.
Netflix empfiehlt zudem keine Bildmodi wie „Warm“, „Kalt“ oder „Dynamisch“ zu wählen und die Schärfe auf „0“, also einen neutralen Wert zu stellen. Auch Edge Enhancement gelte es zu vermeiden. Weitere Einstellungen für spezifische Hersteller führt Netflix folgendermaßen auf:
Paramount (Universal Pictures) bringt den Transformers-Film „Bumblebee“ auf DVD, Blu-ray und 4K UHD Blu-ray in den Handel. Ein digitaler Release ist natürlich auch geplant. Der Film startet am 20. Dezember 18 in den deutschen Kinos.
Update 11-03-2019: Paramount bestätigt Dolby Atmos 3D Sound in deutscher und englischer Sprache!
Originalbeitrag: Viele Informationen zum Film um den VW Käfer „Bumblebee“ gibt es leider noch nicht. Nachdem der Blockbuster erst Ende Dezember in den deutschen Kinos anläuft, ist vor März/April 2019 sicherlich nicht mit einer Veröffentlichung der physischen und digitalen Videoversionen zu rechnen. Paramount listet den Titel bisher noch mit dem Pseudo-Termin 30. Dezember 2019. Somit gibt es leider noch nicht viel zur Bild- und Audioqualität zu sagen. Gedreht wurde mit ARRI Alexa Kameras in 3.4K Auflösung. Da der Titel mit sehr viel CGI-Effekten und animierten Charakteren aufwarten wird, dürfte man sich letztendlich für ein 2K DCI (Digital Cinema Package) entscheide, dass mit großer Wahrscheinlichkeit die Vorgabe für die 4K Blu-ray wird. Für den Film wurde sogar ein HDR-Workflow mit Dolby Vision erstellt. Dieser wird hoffentlich auf der Disc zu sehen sein.
Sobald wir mehr Infos über die 4K Blu-ray erhalten, werden wir natürlich darüber berichten. Zudem findet ihr diesen und viele weitere Titel in unserer 4K Blu-ray Komplettliste!
Im Jahr 1987 versteckt sich das mysteriöse Maschinenwesen Bumblebee in der Gestalt eines alten VW Käfers auf dem Schrottplatz einer kleinen kalifornischen Küstenstadt. Kurz vor ihrem 18ten Geburtstag und auf der Suche nach ihrem Platz im Leben, findet die rebellische Charlie (Hailee Steinfeld) den kaputten und kampfgeschwächten Bumblebee. Mit mechanischem Geschick beginnt sie ihn zu reparieren und lernt schnell, dass es sich keineswegs nur um eine alte Schrottmühle handelt …
Mit „The Frame 2019“ und „SERIF TV 2019“ kündigt Samsung bereits zwei neue TV-Modelle für das kommende Jahr an. Die überarbeiteten Lifestyle-TVs mit Quantum Dot und Bixby werden auf der CES 2019 vorgestellt.
Der Name sowie das innovative, Award-prämierte Design des „The Frame“ und „Serif TV“ bleibt. Die technischen Komponenten werden jedoch verbessert. Ebenso wird es neue Smart TV Features geben. Wer „The Frame“ und „SERIF TV“ noch nicht kennt, dabei handelt es sich um neue TV-Konzepte, die dem Bildschirm einen zusätzlichen Nutzen geben. So präsentieren die Geräte im Art-Modus z.B. Bilder berühmter Künstler und zwar so gut, dass man diese auf den ersten Blick nicht von echten Gemälden unterscheiden kann. Das Design und der Aufbau der Lifestyle-TVs ist darauf ausgelegt, sich in so ziemlich jedes Décor einzufügen. Am interessantesten ist sicherlich der „The Frame“, der nicht nur wie ein Bilderrahmen aussieht, sondern auch wie ein Bild an die Wand montiert werden kann.
The Frame 2019 soll dank Quantum Dot Display die Kunstwerke noch realistischer darstellen
The 2019 Frame mit QLED
Die mittlerweile dritte Generation des „Bilderrahmen-TV“ hört auf den Namen „The 2019 Frame“. Das kommt vor allem den Käufern zu gute, die somit die neuste Version einfacher identifizieren können. Bilder dürften auf dem „The 2019 Frame“ noch besser aussehen, als auf den Vorgänger-Geräten. Samsung stattet seinen Prestigé-TV nämlich mit einemQuantum Dot-Display (QLED) aus. Samsung verspricht noch breitere Kontraste, satteres Schwarz und ein 100%iges Farbvolumen (DCI-P3). Mit der Integration des Samsung Sprachassistenten „Bixby“ soll sich „The 2019 Frame“ auch ohne Fernbedienung steuern lassen und zu einem wahrlich „intelligenten“ TV machen.
Über den Art-Modus, kann mittlerweile auf über 1.000 Bilder zugreifen, darunter auch neue Werke aus der Uffizi Gallerie in Italien und dem Van Gogh Museum in den Niederlanden. Die Zusammenarbeit mit weiteren Museen und die Erweiterung der „Kunstsammlung“ wird von Samsung auch weiter vorangetrieben. Es sei noch angemerkt, dass die Kunstwerke über den Art-Store gekauft werden müssen, oder man holt sich ein vergünstigtes Abo.
The 2019 SERIF TV
Der Samsung SERIF TV 2019 mit QLED-Display
Wer in den letzten Jahren nicht gerade auf den Präsentationsflächen von Samsung unterwegs war, dem ist der SERIF TV vielleicht gänzlich unbekannt. Dem Unternehmen war dieses Modell meist nicht mal eine Randnotiz wert und dennoch existiert er. Der SERIF TV dient nicht nur als TV-Display, sondern soll sich durch sein praktischen Design wie ein Möbelstück in das Interieur der Nutzern einfügen. Auch der SERIF TV wird mit SamsungsQLED-Technologie aufgewertet, was die Bildqualität zum Debüt-Modell aus 2016 sicherlich deutlich steigern wird.
Im Ambient Modus zeigt der Fernseher dem Nutzer Informationen wie z.B. das Wetter oder eine Übersicht anstehender Termine. Es können sich jedoch auch einfach persönliche Bilder darstellen lassen. Bislang konnte man den SERIF TV fast ausschließlich in Möbelgeschäften erwerben. Im nächsten Jahr möchte Samsung den Konzept-TV auch in Elektronik-Märkten anbieten. Übrigens lassen sich auf beiden Geräten auch reguläres TV-Programme und Videoquellen darstellen, in 4K Qualität mit HDR10+.
Preis & Termin
Beide Modelle werden erstmals auf der CES 2019 in Las Vegas ausführlich vorgestellt. Wir sind für euch natürlich wieder vor Ort. Wir hoffen euch dann auch mit Informationen zu den verfügbaren Größen, Preisen und Verfügbarkeiten versorgen zu können.
Mit Pioneer kann die HDR10+ Allianz einen weiteren namhaften Hersteller für das dynamische HDR-Format gewinnen. Die verfügbaren 4K Player UDP-LX500 und UDP-LX800 bekommen HDR10+ im Frühjahr 2019 via Firmware-Update.
Die Liste der HDR10+ Unterstützer wird länger. Neben Amazon Prime Video, 20th Century Fox, Warner Bros., Philips (TP Vision), Samsung und Oppo gibt auch Pioneer dem dynamische HDR-Format eine Chance. Bislang unterstützten nur die Panasonic DP-UB824 und DP-UB9004 Player alle wichtigen HDR-Formate HDR10, HLG, Dolby Vision sowie das neue HDR10+. Mit Firmware-Updates im Frühjahr 2019 gesellen sich Oppo und Pioneer dazu. Laut Pressemitteilung des japanischen Herstellers „Realisiert HDR10 + das unglaubliche dynamische Helligkeits-Potenzial von Ultra HD Blu-ray-Discs noch besser.“.
Dynamische Metadaten
HDR10+ setzt im Vergleich zu HDR10 nicht auf statische sondern dynamische Metadaten. So können Helligkeitswerte Szene-für-Szene und sogar für Einzelbilder bestimmt werden. Somit konkurriert HDR10+ mit dem bereits etablierten Dolby Vision HDR, dass nicht nur in Kinoproduktionen, sondern auch im Video-Markt (4K Blu-rays und Digital) Fuß gefasst hat. HDR10+ Content ist bislang immer noch Mangelware. Es wurden in den USA bereits erste UHD Discs mit HDR10+ veröffentlicht, auch das Film- & Serienangebot von Amazon Prime Video soll bereits mit dynamischen Metadaten angereichert worden sein. Von einem breiten Angebot ist man jedoch noch weit entfernt.
HDR10+ muss 2019 Gas geben!
Sollte es HDR10+ im nächsten Jahr kein Vorstoß in die Wohnzimmer der Nutzer gelingen, dann wird der Vorsprung von Dolby Vision leider nicht mehr aufzuholen sein. Viele Nutzer haben sich womöglich aufgrund des HDR10+ Features für ein kompatibles TV-Gerät und/oder 4K Player entschieden. Dann wäre es mehr als enttäuschend, wenn die Inhalte ausblieben.
Wer noch auf der Suche nach einem 4K UHD Blu-ray Player ist, sich jedoch noch nicht so richtig entscheiden kann, dem empfehlen wir unsere Übersicht 4K Blu-ray Player 2018! Dazu passende Filme & Serien findet ihr HIER!
Auf Apple iTunes stehen alle James Bond Filme in 4K Qualität zur Verfügung. Die meisten Titel können für 10.99 Euro für den Apple TV 4K erworben werden!
Update 19-01-2019: Auch „Casino Royale“ ist ab sofort in 4K Qualität auf iTunes verfügbar. Somit liegen alle Bond-Filme im hochauflösenden UHD-Format auf iTunes bereit.
Update 16-01-2019: Mit „Feuerball“ und „Im Auftrag ihrer Majestät“ finden zwei weitere James Bond Filme ihren Weg in den iTunes Store. Jetzt fehlt eigentlich nur noch Casino Royale aus 2006.
Update 14-01-2019: Apple hat vier weitere James Bond-Klassiker auf iTunes in 4K gelistet: „Stirb an einem anderen Tag“, „Der Morgen stirbt nie“, „Man lebt nur zweimal“ und „Der Spion der mich liebte“.
Originalbeitrag: Mit der Einlistung von von 15 James Bond 007-Klassikern in 4K Auflösung auf iTunes fragen wir uns natürlich, ob vielleicht bald die physischen 4K Blu-rays folgen? Lange gibt es bereits Gerüchte, dass die Filme als hochwertige Restauration erscheinen sollen. Dafür müssten dann jedoch alle Titel als Remaster erscheinen. Von den insgesamt 24 James Bond Filmen, konnten wir bislang nur 17 im iTunes Store entdecken. Die jüngeren Titel „Skyfall“ (2012) und „Spectre“ (2015) sind schon länger über die Apple Verkaufsplattform in 4K abrufbar. Als Quelle für die Remaster dürfte das analoge Negativmaterial hergehalten haben. Leider unterstützt bislang keiner der Titel den erweiterten Dynamikumfang (HDR) weder in HDR10 noch in Dolby Vision.
Unser Test zu „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ auf 4K Blu-ray zeigt, wie gut Dolby Atmos Sound aus einer deutschen Produktion sein kann. Zudem sagen wir euch, wie gut die Bildqualität und die Story ist.
Inhalt (75%)
25 Millionen Euro ist eine Menge Geld. Vor allem für die deutsche Filmindustrie. Und explizit für einen Film, der im Fantasy-Bereich angesiedelt ist. Umso mehr Lob muss man nun Christian Becker (Wicki und die starken Männer) für seinen Mut aussprechen, ein derart großes Projekt wie die Verfilmung des 1960 von Michael Ende verfassten Romans Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer auf die Beine zu stellen. Um all die unterschiedlichen Schauplätze und die Szenen mit Lokomotive Emma realisieren zu können, ohne das Budget explodieren zu lassen, entschloss man sich, weitgehend in den Bavaria-Studios sowie im Studio Babelsberg zu drehen. Für die Wüstenszenen reiste man allerdings nach Kapstadt, um die Atmosphäre möglichst authentisch erscheinen zu lassen.
Hochkarätige Besetzung: Frau Waas (Anette Frier), König Alfons (Uwe Ochsenknecht), Herr Ärmel (Christoph Maria Herbst) und Lukas der Lokomotivführer (Henning Baum)
Doch abseits der realen Drehorte muss man den Kulissenbauern und Setdesignern wirklich ein großes Kompliment aussprechen. Wie sie mit unglaublichem Aufwand Lummerland in den Studios haben entstehen lassen, lässt einem beim Schauen die Augen aufgehen. Schade, dass Gansels Film im Kino mit den Temperaturen und der starken Konkurrenz zu kämpfen hatte und nicht ganz sein Potenzial ausschöpfen konnte. Denn der Film hat einfach alles, was ein rundum gelungenes Familien-Unterhaltungs-Event ausmacht. Angefangen zunächst mal bei der Besetzung. Während Henning Baum zwar erstaunt war, die Einladung für die Rolle des Lukas zu bekommen, ist diese Überraschung direkt passé, wenn man ihn in seinen Lokführer-Klamotten und mit aufgepolstertem Bäuchlein sieht. Ebenso passend, und vor allem in den Wort-Kauderwelsch-Momenten phänomenal witzig, ist Uwe Ochsenknecht als König Alfons. Nur einer kann so charmant bleiben, während er im Morgenrock mit Strumpfband über die Umweltverschmutzung und Überbevölkerung Lummerlands referiert.
Dazu stoßen Annette Frier als Frau Waas und der immer tolle Christoph Maria Herbst als äußerst gut gekleideter Herr Ärmel. Ein Coup gelang dem Casting-Team und Dennis Gansel aber mit Solomon Gordon. Man kann sich nun wirklich keinen anderen in der Rolle vorstellen, wenn man auch nur die ersten zehn Minuten des Films gesehen hat. Und wenn er mit seinen großen Augen rollt, weil Lukas gerade Heuschrecken verspeist, muss man ihn einfach ins Herz schließen. Solomon ist die Hauptfigur, der Sympathieträger – und das war er schon 1960 in Michael Endes Buchvorlage. Und obwohl man dem Autor in den 70ern für seine Geschichte gerne mal einen stereotypen Rückfall in die Kolonialzeit vorwarf, ist es doch eigentlich ganz anders. Wo bspw. war zu Beginn der 60er Jahre die Hauptfigur und der klare Sympath der Story ein schwarzes Kind? Wo hörte man damals Aussagen wie jene von Herrn Tur Tur, dass „eine schwarze Haut doch weiter nichts Seltsames wäre“. Michael Ende machte nie einen Hehl aus seiner Ablehnung Ressentiments und dem Geschehen während des Nationalsozialismus gegenüber. So verpackte er seine Kritik gerne mal in lakonische Sätze wie „Lokomotiven brauchen einen Führer, weil sie keinen großen Verstand haben“. Dass am Eingang von Kummerland auch noch stand: „Der Eintritt ist nicht reinrassigen Drachen bei Todesstrafe verboten“, ist dann noch eine Spur deutlicher.
Lukas und Jim Knopf (Solomon Gordon) gönnen der Lokomotive Emma eine Pause
Die Verfilmung von Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer verpackt die sozialkritischen Aspekte zwar eher im Subtext und ist vordergründig mehr Abenteuerfilm, der auf die Freundschaft und die Toleranz-Botschaft setzt. Letztere aber kommt jederzeit und vor allem in der Begegnung mit dem Scheinriesen Tur Tur rüber. Jetzt darf man Kritik durchaus an der visuellen Opulenz und den teils arg effekthaschenden CGIs üben. Nicht aus dem Grund, weil sie schlecht umgesetzt wären – im Gegenteil. Aber ein wenig tappt der Film dann doch in die Falle, an einigen Stellen moderne Tricktechnik über Storytiefe zu setzen – ab und an auch etwas episodenhaft rüber zu kommen. Das merkt man immer dann, wenn sich Lukas und Jim mal eine kleine Auszeit von der Action nehmen und sich unterhalten. Das sind die Momente, in denen der Film eine Bindung zum Zuschauer herstellt und Emotionen auslöst. Beispielsweise, wenn Jim den Lokomotivführer fragt, wo er herkomme und ob Frau Waas seine Mutter nur „schauspielere“. Oder wenn Lukas um Jims Leben bangt, nachdem er in Emmas Kessel getaucht ist. Natürlich darf aber auch gelacht werden – und zwar auch auf Seiten der erwachsenen Zuschauer. Denn wenn Popkultur-Zitate wie die beidseitige Ohrenschelle oder die Dampf-Faust eines Bud Spencer von Henning Baums Lukas zelebriert werden, erfreut das vor allem die Kinder der 80er.
Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer wurde vollständig digital gefilmt. Ob von dem Ausgangsmaterial ein 2K oder 4K Digital Intermediate gezogen wurde, ist bisher nicht bekannt. Natürlich ist aber auch hier ein erweiterter Farbraum im Rahmen vonRec.2020 sowie die höhere Bilddynamik HDR integriert worden. Letzteres nach HDR10. Im laufenden Bild sieht man beides deutlich. Zwar ist die Farbabstimmung nicht massiv anders, doch sie wirkt rundum gelungener. Neutralweiße Flächen sind noch etwas klarer als über die schon sehr gute Blu-ray. Aus den Gelb-Goldanteilen wurde der ganz dezente Grüntön der Blu-ray noch mal eliminiert und die Hautfarben wirken durchweg noch wärmer. Das passt über die kontrastintensive Dynamik wirklich super zum Film und seiner Atmosphäre. Gerade aus Henning Baums sonnengebräuntem (und ölverschmiertem) Antlitz holt die UHD noch mehr Kraft heraus.
Die Bildsprache spricht Kinder und Erwachsene gleichermaßen an. Die Bildqualität ist dank erweitertem Farbraum und High Dynamic Range wirklich vorzüglich!
Aber auch Frau Waas wirkt in ihrem Gemischtwarenladen noch authentischer. Der gold angestrichene Palast-Türbote aus Mandala lässt mehr Nuancen in den unterschiedlichen Farbabstufungen erkennen und auch die große Tür des Palastes selbst wirkt plastischer und dreidimensionaler. Jims leuchtend roter Pullover ist ein Demonstrations-Beispiel für Farbkraft in HDR-Filmen und kommt noch mal um einiges strahlender und intensiver rüber. Was die Auflösung angeht, so wirken selbst Halbtotale noch schärfer – ganz zu schweigen von Close-ups, in denen man den Detailvorsprung deutlich sieht. Schön ist außerdem, dass durch die etwas dunklere Abstimmung die leichte Körnung etwas weniger auffällt – ein durchweg referenzwürdiges HDR-Bild, das gerade in den Szenen in Mandala für eine wahre Pracht an Farben sorgt.
Viele Details, kein Banding. Der 4K-Transfer kann sich für eine deutsche Produktion wirklich sehen lassen.
Akustisch trumpft Anbieter Warner groß auf. Neben einer unkomprimierten dts-HD-Master Spur gibt es gleich noch eine Dolby-Atmos-Fassung (in True HD kodiert) obendrauf – und das schon für die Blu-ray. Beide Tonspuren klingen richtig gut. Schon das Unwetter zu Beginn umschließt den Zuschauer mit direktionalen Wasser-Geräuschen, knarzenden Brettern, wehenden Segeln und tosenden Winden. Die Titelmusik kommt dazu offen und auf breiter Bühne rüber und Stimmen bleiben hervorragend ortbar. Wenn Jim und Lukas dann ins Unwetter geraten, wird es richtig dynamisch und die tolle Geräusch-Atmosphäre in Mandala nutzt ebenfalls ausgiebig alle Lautsprecher. Absolut klasse ist dann die Szene der Durchfahrt durch das Tal der Dämmerung. Selbst wenn man im Tiefbass-Bereich noch etwas mehr Nachdruck erhofft hätte, fühlt man sich selbst mitten in den Trümmern der herabfallenden Steine. Für eine deutsche Produktion ist das eine vorzügliche räumliche und atmosphärische Tonspur. Dazu gesellt sich dann die Höhen-Ebene der Atmos-Fassung und die bietet referenzwürdige Ortbarkeit.
Es dauert keine Minute und wir hören optisch perfekt verortet einen der Piraten der Wilden 13 vom hoch oben befindlichen Schiff herunterrufen. Die Stimme erklingt sensationell greifbar und eröffnet eine durchweg famose 3D-Sound-Tonspur. Schon in der nächsten Szene quietschen die aufgehängten Laternen am Schiff aus der Höhe und die Bohlen biegen sich bedrohlich über der Kajüte des Captains. Auf Lummerland gibt’s dann authentischen Hall, wenn Emma durch die Tunnels fährt. Immer wieder pfeift auch ihr Signalhorn von oben und das Setzen der Segel an der umgebauten Emma lässt von da oben das typische Windflatter-Geräusch erklingen.Wohlgemerkt sind wir hier erst bei Minute 20 des Films. Man könnte das jetzt ziemlich ausgiebig weiter Minute für Minute auseinander nehmen, da es immer wieder nette 3D-Sounds gibt.
Der deutsche Dolby Atmos Ton kann durchweg überzeugen. Die 3D-Effekte sind sehr gut platziert und verleihen dem Kinderfilm noch mehr Atmosphäre
Echtes 3D-Sound-Highlight von Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer ist aber die Szene im Dämmertal. Wenn Jim und Lukas mit Emma vor der von Steinwänden umgebenen Schlucht stehen, bröckelt es schon von Beginn an hörbar Gesteinsbrocken von oben herab. Sobald sie dann durch den Spalt hindurch fahren, hört man von überall widerhallende Stimmen und immer wieder sich lösendes Gestein – eine der aktivsten Höhensound-Effekteszenen bisher überhaupt. Weiter geht’s dann bei der Fahrt nach Kummerland in der Düsternis. Während Jim und Lukas im Führerhaus von Emma verweilen, rumpelt es um sie und damit auch um den Zuschauer herum – erneut ganz herausragend durch Sounds von den Heights unterstützt. Und wenn zum Abschluss dann auch noch ein Feuerwerk über den Köpfen explodiert, darf man sich sicher sein, einer der besten Atmos-Spuren der letzten Monate, definitiv aber der besten Atmos-Spur eines deutschen Films bisher, beigewohnt zu haben.
Im Bonusmaterial gibt es zunächst mal zwei Audiokommentare zur Auswahl. Weiter geht’s dann im echten Bonusbereich mit einem langen Making-of unter dem Namen „Die große Dokumentation“. Dazu kommt das Videotagebuch von Gansel, ein Making-of der Visual Effects, nicht verwendete und erweiterte sowie verpatzte Szenen und das Musikvideo zum „Lummerland-Lied“ von Andreas Gaballier. Ganze 60 Minuten läuft das (lange) Making-of, das wirklich tolle Einblicke in die Produktion zeigt – von dem Erschaffen der Kulissen über die Dreharbeiten im verregneten Potsdam bis hin zur Arbeit der Schauspieler. Dass alle faszinierende Kindheitserinnerungen an Endes Vorlage haben, versteht sich von selbst. Das Ganze ist charmant kommentiert wie ein Dokumentarfilm und nicht wie diese schnell hingeworfenen deutschen Making-ofs, die man sonst von hiesigen Filmen kennt.
Gesamtbewertung Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer 4K Blu-ray (87%)
Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer ist optisch opulent, klasse besetzt und mit spannenden Szenen durchsetzt. Die Figuren der Buchvorlage kommen lebhaft rüber, auch wenn man sich ein bisschen mehr Charaktertiefe und Zeit für die Vertiefung der Beziehungen gewünscht hätte. Technisch sind Blu-ray und UHD allerdings herausragend geraten. Schon die Blu-ray liefert ein kontrastreiches Bild und einen Dolby-Atmos-Soundtrack, der referenzwürdig ist. Die UHD toppt das Ganze mit noch eindrucksvolleren Farbkontrasten, etwas besserer Bildruhe und toller Detailtiefe – eine referenzwürdige HDR-Scheibe.
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Netflix hat bei unseren Nachbarn in Österreich ein spannendes Experiment gestartet. Dort bietet man nun als Alternative zu den monatlichen Abonnements auch wöchentliche Varianten an. Ob diese Option auch nach Deutschland kommen soll, ist aber aktuell offen.
Offenbar handelt es sich bei den wöchentlichen Abonnements um einen Versuch des Streaming-Anbieters speziell zu den Feiertagen ein paar neue Kunden zu locken. So gibt es sicherlich durchaus potentielle Interessenten, die bei Netflix vielleicht nur einzelne Filme und Serien zu Weihnachten schauen möchten, aber dafür nicht gleich einen ganzen Monat abonnieren wollen. Wurde der kostenlose Probemonat zuvor schon verbraucht, könnten wöchentlich laufende Abonnements also eine interessante Alternative sein.
Für Bestandskunden lohnt sich der Wechsel hingegen nicht: So kostet das Basis-Abo mit SD-Qualität pro Woche 2,49 Euro. Die Stufen Standard (HD) und Premium (UHD) schlagen pro Woche mit jeweils 2,99 bzw, 3,99 Euro zu Buche. Demnach würde man so im Monat für das Premium-Abonnements beispielsweise 15,96 Euro zahlen. Wer direkt für einen ganzen Monat abonniert, kommt aber nur auf eine Summe von 13,99 Euro. Die kürzere Laufzeit mit mehr Flexibilität lässt sich Netflix also zusätzlich versilbern.
Trotzdem kann sich das Angebot lohnen, wenn man eben vielleicht nur einzelne Inhalte ansehen möchte und beispielsweise gerade Urlaub oder aus anderen Gründen etwas mehr Zeit hat. Dann ist das Wochen-Abo vielleicht die bessere Wahl, weil man die restliche Zeit ohnehin nicht auf das Angebot des Streaming-Anbieters zugreifen würde.
Netflix greift Amazon Prme Video noch stärker an
Mit dem zusätzlichen Preismodell greift Netflix natürlich auch Amazon Prime Video noch stärker an. Letztere bieten ein derartiges Abomodell für einzelne Wochen aktuell noch nicht. Denn das Hauptziel von Netflix ist aktuell immer noch die Expansion. Neue Kunden zu ködern, ist also immer noch das wichtigste Ziel des Unternehmens.
Die Preise der wöchentlichen Abonnements bei Netflix
Sicherlich hofft Netflix auch, dass die günstigen Einstiegspreise für die wöchentlichen Abonnements im ersten Schritt neue Interessenten anlocken, damit jene dann Gefallen am Angebot des Streaming-Anbieters finden. Im nächsten Schritt lassen sich die so angezogenen Kunden vielleicht eben doch zu einem länger laufenden Abonnement hinreißen. Nun bleibt eben nur die Frage, ob Netflix es bei dem Experiment in Österreich belässt oder das neue Wochen-Abonnement auch in Deutschland einführt.