Pokémon Meisterdetektiv Pikachu 4K Blu-ray im Test: Abzüge in der B-Note

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Wie schlägt sich Meisterdetektiv Pikachu auf 4K Blu-ray? Unser Test verrät es euch!
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Man stelle sich vor: Der Autor dieser Zeilen hat bis zu diesem Zeitpunkt nicht ein einziges Nintendo-Videospiel gespielt. Er ist nie in Berührung mit einem Game aus der Pokémon-Reihe gekommen und wenn er ehrlich ist, hat er keinen blassen Schimmer, worum es da geht. Ich hatte und habe die Pokémons bewusst ignoriert – selbst dann noch, als vor drei Jahren scheinbar verwirrte Teenager (und Erwachsene) auf öffentlichen Plätzen mit dem Handy vor der Nase umherirrten und nicht selten unglückliche Unfälle erlebten, weil sie virtuellen Kuscheltierchen nachjagten. Kein Wunder, dass mir ein „D’oh“ in einer innerlichen Lautstärke entfuhr, dass es wohl Homer Simpson in Springfield noch wahrgenommen hat, als bekannt wurde, dass man diesen Videogame-Kosmos nun mit einer Real-Verfilmung „segnen“ würde. Kurzum: Meine Meinung war von vornherein zementiert: „Was für ein Quatsch!“

Ganz sicher nicht die neutralste Herangehensweise an einen Film. Auch wenn es vielleicht eher von Vorteil ist, das Pokémon-Universum so gar nicht zu kennen. Denn wer nicht weiß, was dahintersteckt, der kann auch nicht mit romantisierter Erwartungshaltung reingehen – oder wahlweise furchtbar enttäuscht werden, wenn’s dann doch ganz anders wird als erhofft. Im Vorfeld der Rezension zu Pokémon Meisterdetektiv Pikachu recherchiert man aber natürlich ein bisschen. Und man stolpert über eine Vielzahl sehr wohlwollender Kritiken. Und dann liest man sich mal eine Inhaltsangabe durch und denkt sich: Moment mal. So etwas hattest du gar nicht erwartet: Neo-Noir-Stil, Blade-Runner-Optik, Detektiv-Krimi im Hardboiled-Style – das klang so gar nicht nach niedlichen Kuscheltieren, die einem japanischen Jugendlichen einfielen, weil er als Kind gerne Insekten sammelte.
Und tatsächlich: Pokémon Meisterdetektiv Pikachu straft so ziemlich alle Vorurteile Lügen.

Tim bekommt Zweifel am Tod seines Vaters

Einmal in den unbekannten Kosmos eingetaucht, nimmt der Film aufgrund seiner Optik sofort gefangen. Blade Runner wurde als Inspiration genannt. Und das ist soweit hergeholt nicht. Ryme City hat durchaus Ähnlichkeit mit dem L.A. aus Ridley Scotts Film und die Atmosphäre erinnert deutlich mehr an die Krimis von Raymond Chandler als bspw. an einen Roger Rabbit (um mal beim Interaktionsfilm zwischen Real-Menschen und animierten Figuren zu bleiben).

Selbst wenn die Geschichte an sich etwas vorhersehbar ist, folgt man dem Duo aus gelbem Elektro-Pokémon und seinem unfreiwilligen Partner Tim Goodman gespannt und manchmal sogar berührt. Denn, verdammt noch eins, diese Pikachu-Dings ist süß! Supersüß. Und gleichzeitig durchtrieben. Denn es wird von keinem geringeren als Mr. Selbstironie persönlich gesprochen: Ryan Reynolds. Klar, nur im Original. Aber die gepfefferten Dialoge und Kalauer haben’s auch in die Synchro geschafft und Dennis Schmidt-Foß, der deutsche Sprecher von Reynolds, gehört nicht nur zu den Besten seines Fachs, sondern hatte auch schon die Deadpool-Filme für deutsche Zuhörer zum Fest werden lassen.

Pikachu erweist sich zwar als vergessliches, aber zuverlässiges Kerlchen

Der Chemie zwischen Pikachu und Justice Smith tut das nur gut – wobei (so ehrlich muss man sein) das plüschige Pokémon seinen Kollegen aus Fleisch und Blut glatt an die Wand spielt. Die Einbindung der Fantasiewesen gelingt übrigens durchweg hervorragend. Man hat es vorzüglich hinbekommen, das Ganze in den leicht körnigen Look des mit analogen Kameras aufgezeichneten Films einzubinden. Trotz eines 150 Mio. Dollar Budgets gibt es aber leider ein paar ärgerliche Tricks, die furchtbar billig aussehen, wie beispielsweise das flüchtende Auto zu Beginn. Nicht billig, aber vorhersehbar ist dann die Story. Und das betrifft nicht nur das übliche Abklappern klischeehafter Krimi-Stationen, sondern auch eine gewisse Storywendung, die sich lange vor der Auflösung ankündigt. Sei’s drum: Spaß macht das trotzdem irgendwie. Und auch wenn die Pokémon-App sich nicht auf meinem Smartphone einfinden wird, hat das Pokémon-Universum nun einen – wenn auch kleinen – Fan mehr.

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