Prospect 4K Blu-ray im Test: Außergewöhnlich in allen Belangen

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Prospect 4K Blu-ray im Test
Prospect 4K Blu-ray im Test: Vielleicht DER Geheimtipp 2019?
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Chris Caldwell und Zeek Earl lernten sich in der Uni während ihres Studiums kennen. Für beide war irgendwie klar, dass sie Filmemacher werden wollten. Und so begannen sie, Werbespots und Kurzfilme zu drehen. Einer von diesen lautete 2014 auf den Namen Prospect und sollte damals schon die Vorlage für einen Langfilm sein. Vier Jahre später hatten sie das Budget zusammen gekratzt, um diese Idee in die Tat umzusetzen. Mit 3,9 Mio. zur Verfügung stehender Dollar mieteten sie sich in eine alte Werfthalle ein, versammelten kreative Freunde und Bekannte um sich und bauten sieben Monate lang am Set- und Produktionsdesign. Als man damit fertig war, diente die gleiche Halle als Soundstage für die Innenaufnahmen. Die Szenen, die in der Natur des fremden Planeten spielen, wurden in einem kleinen Regenwald-Gebiet zwischen Washington und Seattle gedreht. Herausgekommen ist ein Coming-of-Age-Film mit Thriller-Anleihen, der in ein SciFi-Gewand gekleidet wurde. Letzteres nimmt Anleihen bei den Genre-Vertretern der 60er/70er und kommt optisch ganz bewusst stilisiert daher. Auf dem fremden Mond sorgt das für einen unbequem kränklichen Eindruck, was die Stimmung intensiviert.

Cee weiß nicht, ob sie dem Fremden trauen kann

Das starke Hinzufügen von Schmutz- und Staubpartikeln (übrigens ein gefilmter, „echter“ Effekt) vermittelt ein unbehagliches Gefühl, das effektiv kaschiert, wo man drehte und die Gegend unwirtlich und feindlich darstellt. Es ist erstaunlich, mit welchen geringen Mitteln Prospect auskommt und diese so effektiv nutzt, dass er gerade aufgrund der günstigen Produktion und des kreativen Designs funktioniert. Caldwell und Earl setzten dabei vor allem auf praktische Effekte und die ohnehin schon beeindruckende Oberfläche des Waldgebiets. Visuelle Effekte existieren zwar, ergänzen aber nur im Mindestmaß das Geschehen und beschränken sich meist auf sichtbare Planeten oder Monde. Wenn man hier also keinen visuellen Overkill mit 90% digitaler Effekte erwartet, diesen Gedanken erst gar nicht entstehen lässt, kann man sich voll und ganz auf die Spannung und Atmosphäre einlassen – und die ist einzigartig. Alleine die Szenen im Wald wirken durch ihre Farbgebung und die herausragende Kameraarbeit inklusive natürlicher (und hier passender) Lens-Flare-Effekte als wären sie nicht von dieser Welt.

Ezra in der Bredouille

Unterstützt mit passender Filmmusik und einem unheilvollen Score entfaltet sich im Zusammenspiel mit dem einzigartigen Look ein fesselndes Kammerspiel, das seinen Fokus ganz klar auf die Figur der Cee setzt. Früh alleine muss die Teenagerin sich durchkämpfen und schwere Entscheidungen treffen. Sophie Thatcher spielt diese Cee in ihrer ersten Langfilm-Rolle mit beeindruckender Präsenz. Ihr Gegenpart ist der prominenteste Darsteller des Films, Pedro Pascal. Als Ezra bringt er seine ganze Erfahrung in den Film und bildet ein hervorragendes Gleichgewicht zur jungen Thatcher. Selbst wenn Prospect zum Finale hin etwas konventionell wird und ein bisschen zu sehr auf einen handelsüblichen Actionverlauf setzt, schadet das der Gesamt-Atmosphäre nicht. Vor allem, weil das Schlussbild dafür wieder etwas entschädigt und den Tenor des Films wieder aufnimmt.

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4 KOMMENTARE

  1. Habe mal bei Blu-ray.com nachgelesen. Demnach soll die UHD einen deutlich besseren, natürlicheren Schwarzwert haben als die Blu-ray, bei der schwarz eher dunkelgrau ist.

    Und nicht schlecht, dass man den Hauptdarsteller von THE MANDALORIAN hier schon mal live in Action erleben kann, freilich ohne mandaloreanische Boba Fett-Rüstung…

  2. Danke für die tolle Film Beschreibung,höhrt sich ziemlich spannend an,werde ich mir mal anschauen,ich stehe voll auf Sci-Fi

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