Shazam! 4K Blu-ray im Test: Supermann mit Super-Qualität.

Inhalt (85%)


Nachdem Marvel jahrelang den Kollegen von DC den Rang abgelaufen hatte, was die Verfilmungen der Comic-Vorlagen angeht, schnuppert man derzeit Höhenluft. Denn während bei Marvel der dritte Teil des MCU beendet ist und man erst neue Luft holen muss, hat Warner Bros. mit seinem DC Extended Universe spätestens sein Wonder Woman und Aquaman Oberwasser. Dennoch darf man es für mutig halten, dass man sich nach ein paar eher gefloppten Verfilmungen ausgerechnet einer weniger bekannten Figur des DC-Universums für eine Adaption zuwandte: Shazam.

Ausgerechnet ein „zweiter Supermann“? Die Verwechslungsgefahr hätte groß sein können. Und weil man das wusste, hat man den Tenor einfach komplett unterschiedlich gestaltet. Waren (Aquaman ausgenommen) die bisherigen DC-Filme düster, dunkel und (bisweilen) depressiv, geht Shazam!einen komplett anderen Weg. Als Mix aus Body-Switch-Komödie, Coming-of-Age-Film und Superhelden-Spektakel präsentiert sich der durchweg höchst amüsante Film von (Horror-Regisseur) David F. Sandberg.

Akuter Missbrauch der Superkräfte

Offenbar ein weiterer mutiger Schritt der Warner-Bros.-Verantwortlichen. Denn mit Horror hat Shazam! maximal in der Visualisierung der Sieben-Todsünden-Monster zu tun. Ansonsten ist der Ton derart locker und witzig, dass man befürchten könnte, der Film wird zur billigen Lachnummer – was nicht passiert. Dank eines hervorragend getimten Drehbuchs und gnadenlos gut aufgelegten Hauptdarstellers. Zachary Levi gibt den Superhelden-Billy mit einer Leidenschaft und Lust, dass es eine wahre Freude ist. Dass er das Kind im Manne mit Spaß gibt, merkt man ihm in jeder Sekunde an. Alleine die gut zehn Minuten, in denen er gemeinsam mit Freddy seine Kräfte entdeckt, sind so amüsant und rasant, dass sie den Film alleine schon lohnen.

Da staunen der Held und sein weltlicher Freund

Aber Shazam!lebt nicht alleine von den witzigen Actionszenen. Vielmehr erzählt er eine bewegende Geschichte von Freundschaft, Enttäuschung und der Suche nach Identität und Familie. Innerhalb dieser Storyline ist es an den Jungdarstellern, authentisch zu wirken und eine emotionale Bindung zu erzeugen. Und so sehr Zachary Levi auch Spaß an seiner Erwachsenen-Rolle hat – Asher Angel als Billy und Jack Dylan Grazer als Freddy sind die eigentlich Stars des Films. Die beiden ungleichen Jungs ergänzen sich dermaßen perfekt, dass man ihnen ihre Außenseiterrollen augenblicklich abnimmt. Ganz nebenbei verhandeln sie auch noch treffsicher Themen wie Mobbing und Vertrauen unter Freunden. Jetzt heißt es natürlich, dass Superhelden-Filme immer nur so gut sind wie ihre Bösewichte. Und ausgerechnet hier patzt Shazam!. Zwar konnte man mit Mark Strong einen starken Schauspieler engagieren, der durchaus Charisma in seine Rolle legt. Aber sie ist zu schwach unterfüttert. Man wünschte sich, dass man noch etwas mehr aus seiner Vergangenheit und Beziehung zum Vater nach dem Unfall erfahren hätte. Und man wünschte sich vor allem, dass der Film erzählt, was Thaddeus nun mit seinen Superkräften überhaupt anrichten will. Ewig und drei Tage ist er auf der Suche nach ihnen und weiß dann eigentlich nichts damit anzufangen. Das ist vor allem deshalb schade, weil es (von ein paar komischen Story-Zufällen abgesehen) der einzige echte Kritikpunkt des Films ist. Das wiederum zeigt, dass es manchmal eben Mut braucht, um eine tolle Geschichte zu erzählen und damit durchweg zu unterhalten.

Shazam! [Blu-ray]
Preis: 18,47 €
(Stand von: 16. August 2022 16:43 - Details
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Bildqualität (90%)

Shazam! wurde digital aufgenommen und lieferte am Ausgang eine Auflösung von 3.4K. Leider war jedoch nicht gesichert heraus zu bekommen, ob es sich beim Digital Intermediate um eins mit 4K oder mit 2K handelt. Zu vermuten ist aber ein 2K DI, da es Nachweise gibt, nach denen Kinos nur mit einer 2K-Kopie ausgestattet wurden. Gesichert ist hingegen, dass High Dynamic Range in Form von HDR10 und Dolby Vision auf der Disk landete – nebst einem im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum, versteht sich.

Und die höhere Dynamik ist über die UHD durchaus erfahrbar. Trotzdem, dass das Color Grading selbst sehr ähnlich ist, sind Farben noch satter, Schwarzwerte kräftiger und der grundsätzliche Kontrastumfang ist höher. Während neutrale Oberflächen fast identisch erscheinen, sind es gerade die roten Elemente – von Mantel der Mutter bis hin zu Shazams Anzug – die noch eindrucksvoller und mit weniger orangem Rot wiedergegeben werden. Zudem leidet die UHD per HDR10 nicht – wie zuletzt einige Scheiben – unter einem eher trüben Schwarzwert.

Highlights gibt die UHD mit hoher Strahlkraft wieder

Und wer mal ein prächtig schwarzes Bild mit unglaublichen Highlights sehen möchte, der hält die UHD nach einer Viertelstunde an und staunt über die farbigen Kugeln am Baum, die sich vor nachtschwarzem Himmel abzeichnen – klasse. Hier kommt die BD weder in Sachen Strahlkraft, noch in der Farbgenauigkeit hinterher und für solche Bilder wurde HDR erfunden. Ähnlich geniale Spitzlichter liefert auch das Finale noch mal, wenn der Jahrmarkt in der Dunkelheit mit einer unglaublichen Vielzahl an Leuchtquellen glitzert und glänzt. In puncto Auflösung fällt auf, dass die Körnung feiner und gleichmäßiger ist. Das wiederum ermöglicht bei den Totalen von Philadelphia mehr Genauigkeit in den Details und Strukturen im hinteren Bereich. Allerdings muss man hier schon sehr genau hinsehen, um Differenzen zu erkennen.

Das Gleiche gilt auch für Dolby Vision. Denn die dynamische HDR-Variante lässt zwar Kontrastflanken noch etwas steiler erscheinen und liefert noch ein etwas satteres Rot, aber die Unterschiede in sehr hellen oder sehr dunklen Szenen fallen gegenüber HDR10 relativ gering aus.

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Tonqualität (90%)

Bei Anbieter Warner liegen Lob und Tadel oft eng beieinander. Während die technischen Highlights in der Regel schon bei der Blu-ray mit einem Dolby-Atmos-Ton aufwarten, ergeht es den kleineren Filmen und Dramen oft nicht so gut, denn sie müssen oft mit Dolby-Digital-Spuren auskommen. Bei Shazam!darf aber wieder Entwarnung gegeben werden, denn der wartet mit einer Dolby-Atmos-Spur auf. Allerdings erst auf der UHD mit True-HD-Kern für beide Sprachen. Die BD hat für den O-Ton nur eine DD+-Kodierung, die leider auch weniger dynamisch klingt. Bleiben wir aber bei der deutschen Fassung, denn die hat es durchweg in sich. Fernab von disney’scher Komprimierung liefert Shazam! eine exemplarisch hohe Dynamik. Während der Dialogszenen fährt die Lautstärke ein Stück weit zurück, gibt aber Gas, sobald sich auch nur die Spur von Action ankündigt. Direktionale Effekte während Shazams Superhelden-Übungen oder bei den zahlreichen Kämpfen mit den Sieben-Sünden-Monstern füllen die Surrounds mit vorzüglicher Ortbarkeit.

Dazu gibt es einen derart vehementen LFE-Kanal, dass es einem schon mal Angst und Bange werden kann. Satten Bass gibt es schon in der Eröffnungssequenz, der aber noch gar nichts ist gegen die Aktivierung des Subs während der Ansprache der in den Statuen gefangenen Sünden. Hier braucht es schon potente und leistungsfähige Subwoofer, damit die Membrane nicht anschlagen – wenngleich die Organe über die englische Tonspur noch etwas tieffrequenter erklingen. Die regulären Dialoge kommen dafür präzise und sauber rüber.

Während Shazam seine Kräfte entdeckt, darf der Sound zeigen, was er kann

Durch das Hinzufügen der Atmos-Ebene wird Shazam!aber noch spektakulärer. Den ersten 3D-Soundeffekt gibt’s nach zwei Minuten, wenn die Lichtblitze am Auto vorbeizischen und die Fensterscheiben bedrohlich zu knacken beginnen. Das allerdings ist noch nichts gegen die Stimmen der Sünden, die sich auch über die Heights  melden und über dem Kopf des Zuschauers kreisen. Das tun sie nach 26 Minuten nochmals und lassen dabei noch einiges an Gesteinsbrocken herabfallen. In Kombination mit dem heftigen Subwoofer einer der krassesten 3D-Soundeffekte der letzten Zeit.

Auch die U-Bahn liefert nach gut einer halben Stunde richtig ab und ließ kurz zuvor schon die Ansage aus den Heights kommen. Unheimlich wird’s, wenn die Sieben Todsünden in Sivanas Büro aufräumen und auch mal ein Genick hörbar aus den Heights knackt. Ebenso wie die flirrenden Drähte, die den Bus nach etwa 70 Minuten am letzten Käbelchen festhalten und während der kompletten Sequenz effektvoll knarzen. Kämpfen Shazam und Thaddeus miteinander gibt es auch immer wieder dedizierte Effekte und auch der Rauch, aus dem die Sieben Todsünden entstehen, verweht wunderbar über die Heights. Das alles führt letztlich zu einem hervorragend immersiven Erlebnis, das im Falle von  Shazam!die Sounds durchweg korrekt platziert einsetzt. Übrigens: Trotz durchweg toller Einbindung der Heights – der coolste 3D-Soundeffekt kommt in der Mid-Credit-Scene.

  • Englisch/Deutsch: Dolby Atmos (95%) 2D-Betrachtung
  • Englisch/Deutsch: Dolby Atmos (80%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Englisch/Deutsch: Dolby Atmos (90%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Bonus (70%)

Das Bonusmaterial von Shazam! ist reichhaltig angefüllt. In „Wenn Superhelden Schule schwänzen“ bekommen wir einen vierminütigen Comic-Strip – quasi einen erweiternden Kurzfilm aus dem Universum des Films selbst. „Die magische Welt von Shazam“ ist dann das eigentliche Making-of mit einer Laufzeit von etwa 30 Minuten. Hier blicken wir hinter die Kulissen der Dreharbeiten und Spezialeffekte. David F. Sandberg darf sich angemessen darüber wundern, dass man ausgerechnet ihn fragte – den Horrorfilm-Regisseur, der auch am Set mit Evil-Dead-T-Shirt rumläuft. Dazu gibt es 16 „entfernte und erweiterte Szenen“, wahlweise mit Einführung des Regisseurs. Ein kurzes Featurette („Wer ist Shazam?“) klärt über die Hintergründe der Titelfigur auf und in „Jahrmarkt-Szene im Detail“ kümmert man sich um die finale Actionszene und den entsprechenden Aufwand an ihr.

Gesamtbewertung Shazam!  (88%)

Shazam! ist für das DCU ungefähr das, was Ant-Man für Marvel war: Eine Frischzellenkur mit perfekt getimtem Humor, zahlreichen Querverweisen, tollen Actionszenen und einem hervorragend aufgelegtem Darsteller-Ensemble. Aus technischer Sicht überzeugen Atmos-Sound und Bild der Disks gleichermaßen. Akustisch reiht sich der Film gar ganz oben in die Referenzliga ein – zumindest in Sachen Tieftonwiedergabe und Dynamik. Die UHD liefert ein zwar nicht drastisch anderes Bild, ist aber auf den entscheidenden Parametern noch etwas kräftiger, schärfer und kontrastreicher. Beide Disks reizen ihre Möglichkeiten ziemlich perfekt aus.

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Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 05. September 2019 Review am: 09. September 2019
Erscheinungsjahr Film: 2018 Laufzeit: 132 Minuten
Filmstudio: Warner Home Video FSK: ab 12 Jahre
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat:
2.35:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch Dolby Digital Plus 5.1
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10
Dolby Vision
Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray
Testgerät TV: LG OLED55B7D Testgerät Player: Panasonic UB9004

Shazam! Trailer:

Timo Wolters
Timo Wolters
Der echte Filmfan bleibt im Heimkino: Das Bild ist besser, der Sound unmittelbarer und die Sitznachbarn angenehmer - Timo rezensiert seit 2002 mit Leidenschaft (fast) durch alle Genres. Aktuelle Rezensionen findest du auf blu-ray-rezensionen.net

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