Godzilla 2: King of the Monsters 4K Blu-ray im Test: Erdbeben im Heimkino

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Godzilla 2 4K Blu-ray im Test
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Gareth Edwards war 2014 mit seinem erst zweiten Film ein Big-Budget-Monster-Feature gelungen, welches das (spätestens von Roland Emmerich) zu Grabe getragene Gojira-Franchise zu neuem Leben erweckte. Edwards Godzilla lieferte ab. Und zwar so richtig. Ein gigantisches Monster, spektakuläre Zerstörung und dazwischen sogar so etwas wie eine bewegende Vater-Sohn-Geschichte. Da man relativ frühzeitig beschlossen hatte, das mit Edwards Neubelebung des Echsen-Ungeheuers erschaffene MonsterVerse betitelte Franchise mit weiteren Filmen zu füllen, folgte 2017 Kong: Skull Island. Dieser begann die Verknüpfung beider Monster-Universen, die nun mit Godzilla II: King of the Monsters zunächst auf der Gojira-Seite weitergeführt werden, bis Kong und Godzilla dann im März 2020 aufeinander treffen werden. An Edwards Stelle trat Michael Dougherty (Krampus), der auch am Drehbuch mit schrieb und über seinen King of the Monsters sagte, dass er ihn für den Aliens aus dem Godzilla-Franchise halte – selbstverständlich ohne Edwards Vorgänger zu diskreditieren, den er als den Alien des MonsterVerse einkategorisierte.

Da staunen sie nicht schlecht

Und wer Alien und Aliens kennt, der weiß, worin die Unterschiede liegen: Klaustrophobischer Horror durch EIN Monster vs. Actionfilm mit einer Vielzahl an Kreaturen. Das mag nicht unbedingt 1:1 auf die beiden Godzillas zutreffen, kommt dem aber schon relativ nahe. Denn die Fortsetzung liefert gleich vier gigantische Titanen aus dem Original-Universum und fügt noch ein paar Eigenkreaturen hinzu, wo im Vorgänger neben Godzilla „nur“ ein namenloses mutiertes Wesen auftrat. Und weil das so ist, gibt’s auch wesentlich mehr Screentime für die Kaijus. Tatsächlich kritisierte man Godzilla noch dafür, dass er sein Titelmonster nur so selten und spät auftreten ließ – was letztlich ganz bewusst so gewählt wurde und die Spannungskurve konstant hoch hielt. Vermutlich sind es jetzt die gleichen, ewig unzufriedenen Nörgler, die an Godzilla: King of the Monsters rumkritteln. Denn dem wirft man nun inhaltliche Leere, zu viel Tamtam und zu wenig Tiefe vor – man kann es den Kritikern aber auch nicht Recht machen. Zunächst mal zum „Tamtam“: Ja, davon gibt’s eine Menge. Sehr zur Freude all jener Fans der Original-Godzilla-Filme. Es geht eine Menge zu Bruch, die Monster treffen gleich mehrfach aufeinander und was Dougherty fast nebenbei mit seinem Drehbuchkollegen Zach Shields schafft, ist eine erstaunlich gelungene Verquickung der Originalmotive mit den Tricks und Sehgewohnheiten der Gegenwart.

Kolossale Fehlbesetzung wie einst Laura Dern in „Jurassic Park“: Kyle Chandler (links) in der Hauptrolle

Dougherty verwendete eine Menge Zeit dafür, die bisherigen Filme der Tōhō-Studios zu studieren und verwies die Designer immer wieder auf die Original-Kreaturen. Ihm war diese Verbindung zu den Wurzeln der Designs extrem wichtig – wenngleich er eben auch noch eigene Kreaturen erschaffen ließ. Was die Action- und Zerstörungs-Sequenzen angeht, überzeugt King of the Monsters dann fast zu 100%. Hier und da wirkt mal ein CGI nicht ganz so glücklich, aber eine spaßige Kaputtmach-Orgie mit unglaublichen vielen Referenzen ans Original-Universum ist das allemal. Godzilla II: King of the Monsters passt sich aber nicht nur bei seinen Monstern und Geräuschen an die Original-Gojira-Filme aus Japan an. Denn wo der direkte Vorgänger erstaunlich gute Darsteller besetzte und sie verhältnismäßig nachvollziehbar agieren ließ, wählt man hier wieder das gewohnte Trash-Niveau des Franchise.

Macht sie alle platt: Godzilla

Wer zum Beispiel auf die Idee gekommen ist, ausgerechnet Kyle Chandler in der Hauptrolle zu besetzen, der schon in King Kong so unfassbar hölzern rüberkam; wer also meinte, es wäre schlau, ihn in einem weiteren Creature-Film zu besetzen, der kann nur bewusst auf die Trash-Schiene geschielt haben. Dass dessen Bruce Baxter nicht nur ein bewusst überagierender Ausrutscher in Jacksons Kong war, zeigt sich, wenn er hier mit pausenlos offenem Mund vor sich hin staunt, dass er Laura Dern in Jurassic Park alle Ehre erweist. Aber es geht ja nicht um die Schauspieler. Es geht nicht um die Figuren. Das ging es in den Godzilla-/Mothra-/King-Ghidorah-Filmen ohnehin nie. Es ging auch nie um logisches Verhalten des Militärs. Nie darum, dass man vielleicht aus den vorherigen Ereignissen mal lernt und weiß, dass simple MGs gegen die Titanen-Haut nun mal nichts ausrichten. Es ging um Monster, um Zerstörung, um Effekte und darum, der Menschheit in ihrer Arroganz den Spiegel vorzuhalten – und all das funktioniert auch in King of the Monsters, der sich deshalb der Kritik an seinen logischen und darstellerischen Unzulänglichkeiten sowie an der dünnen (und ziemlich von Marvels Thanos abgekupferten) Story weitgehend entzieht. Godzilla mag der insgesamt bessere Film sein, in Godzilla II ist aber mehr los – und das macht eben auch ziemlichen Spaß.

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4 KOMMENTARE

  1. Da sollten sich andere Filmfirmen mal ein Beispiel daran nehmen,so bringt man im UHD-Zeitalter Filme auf die Scheiben,super!!!
    Nun zum Film,Godzilla ist was es immer war,TRASH man mag es oder eben nicht,ich finde es super das das Remake sich so dicht an den alten Filmen orientiert hat,danke dafür an die filmemacher.

  2. Gestern Abend gesehen. Der Ton ist herausragend. Andere Publisher wie Disney dürfen da beschämd zu Boden blicken. Die Speaker werden fast durchgängig genutzt, und auch die Verortung der Klangquellen ist so wie sie sein muss.
    Leider ist die Handlung nicht wirklich gut. Da hat ein del Torro seinen „Pacific Rim“ mit mehr Spaß an der Freude inzeniert.

  3. Warum denn nicht immer so?! Bei der Dark Knight Trilogie hat man nämlich leider Dolby Vision vergessen, während es auf iTunes vorhanden ist. Na gut, ein TrueHD-Core bei der englischen Tonspur wäre auch noch cool gewesen, lässt sich aber noch verschmerzen.

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