Verschwörung 4K Blu-ray im Test: Rückkehr der Lisbeth Salander.

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Verschwörung 4K Blu-ray in unserem Test / Review! Die Millennium-Saga geht weiter
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Stieg Larsson hatte zu seinen Lebzeiten (unter anderem) drei Romane verfasst, deren Veröffentlichung der im November 2004 verstorbene Journalist und Autor nicht mehr erleben sollte. Ursprünglich auf zehn Teile angelegt, vollendete er nur drei und diese wurden postum bekannt unter der Millennium-Trilogie. Deren schwedische Verfilmung mit Michael Nyqvist und Noomi Rapace in den Hauptrollen kam hierzulande dann ab Oktober 2009 in Kinos und legte den Grundstein für die nachhaltige Beliebtheit des schwedischen Krimis (auch) in Deutschland. 2011 sorgte David Fincher dann für einen Neuaufguss des ersten Teils fürs US-Publikum. Zwar liegen noch drei weitere Romane in ihrer Rohfassung vor, doch die Rechteinhaber (unter anderem Larssons Bruder und Vater) schließen aus, dass diese jemals von einem anderen Autoren fertiggestellt werden.
Verschwörung basiert deshalb auf einer literarischen Vorlage von David Lagercranth, der diese mit dem Segen der Nachlassverwalter von Larsson geschrieben und veröffentlicht hat. Wir haben es also eher mit einem „sanften“ Reboot als mit einer Fortführung der bisherigen drei Teile zu tun.

Lisbeth Salander: Der Racheengel im Namen missbrauchter Frauen

Doch das muss ja nichts Schlimmes sein. Allerdings sollte man sich als Fan der ersten drei Filme ein wenig von deren Atmosphäre lösen. Denn Fede Alvarez lässt Lisbeth Salander in Verschwörung ein bisschen zur Actionheldin im James-Bond-Modus mutieren. Wenn sie mit ihrem Zweirad über eine vereiste Wasserfläche donnert, um der Polizei zu entwischen, dann hat das mit der jungen Hackerin aus der Millennium-Trilogie (und deren Verfilmungen) nur noch wenig zu tun. Was allerdings nicht an der Hauptdarstellerin liegt. Nach Noomi Rapace und Rooney Mara darf nun Claire Foy die Rolle der taffen Hackerin mit Feminismus-Attitüde geben. Der Mut, sie zu besetzen hat sich gelohnt. Denn in ihren Augen spiegelt sich durchaus der Geist der geschundenen und hart gewordenen Salander-Seele wider.
Hart ist ein gutes Stichwort. Denn sowohl die dunkle Atmosphäre, die schon mal an Hannibal erinnert (und das nicht nur wegen der Gesichtsmaske) als auch die grafische Gewalt sind ziemlich erbarmungslos. Das Vorgehen der Killer schreckt nicht vor Kopfschüssen zurück und außer ein paar wenigen Momenten im Zusammenspiel mit Balders Sohn (Stichwort: Lamborghini) bleibt das Ganze auch weitgehend humorfrei.

Mikael Blomkvist taucht leider nur am Rande auf

Und so ist Verschwörung ein thematisch und seitens der zahlreichen Charaktere hin und wieder etwas überfrachteter Film, dessen initiale Story-Auslösung kaum Bedeutung erhält. Doch wenn man das eben nicht zwingend unter dem Aspekt betrachtet, das gleiche erzählerische Niveau wie in der ursprünglichen Trilogie zu erhalten, kann man 120 Minuten auch weniger spannend zubringen. Denn was Alvarez und sein Kameramann Pedro Luque hier in Sachen Bildgestaltung abgeliefert haben, ist schon klasse. Und das ganz unabhängig davon, ob man sich auf den verschneiten Straßen Stockholms, in kühlen Loftgebäuden oder in abgerockten Ruinen bewegt. Und wenn die James-Bond-Reihe mal einen neuen Mann auf dem Regiestuhl braucht, hat er sich hier zumindest ein wenig ins Gespräch gebracht. Schade ist allerdings, dass die Rolle des Mikael Blomkvist praktisch nicht stattfindet. Die Konzentration liegt ganz eindeutig auf Salander. Besonders ärgerlich ist das, weil die durchaus dramatischen Entwicklungen in Mikaels Redaktion nach einer kurzen Erwähnung überhaupt nicht mehr aufgegriffen werden. Unter diesen Aspekten hätte man sich dieses Detail dann auch sparen können.

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Der echte Filmfan bleibt im Heimkino: Das Bild ist besser, der Sound unmittelbarer und die Sitznachbarn angenehmer - Timo rezensiert seit 2002 mit Leidenschaft (fast) durch alle Genres. Aktuelle Rezensionen findest du auf blu-ray-rezensionen.net

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