Aladdin 4K Blu-ray im Test: Ein blaues Wunder

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Tonqualität (85%)

Beim Sound keine Änderung in Sachen Tonformate bei Disney-Outputs: Die englische Version liegt in unkomprimiertem dts-HD-Master vor, der deutsche Sound kommt in Dolby Digital Plus (beides mit 7.1 Kanälen). Bleibt die Frage, wie sich die beiden Tonspuren schlagen: So gut wie in „Avengers: Endgame“ oder so schwach wie in „Dumbo“? Die Antwort ist relativ zügig bei der Hand, wenn man den Eröffnungssong und ein/zwei weitere Szenen gehört hat. Aladdin liegt durchweg auf einem sehr guten Level, wenn man die Disney-Titel der letzten Jahre als Vergleich heran zieht. Besonders positiv fällt auf, dass die Räumlichkeit und Offenheit hervorragend gelungen ist. Das Treiben auf dem Markt, das leise durch den Song hindurch kommt sowie der Chor im Refrain liegen luftig auf den Rears. Bläser und Schlagwerk bewegen sich frei im Raum und die dunkel-düster gesprochenen Worte (Christian Bales Synchronstimme) aus der Höhle kommen gänsehauterregend aus dem Center. Zwar ist das Organ im Englischen noch etwas voluminöser, dafür fallen die Brocken beim Verschluss der Höhle über die deutsche Fassung hör- und spürbar druckvoller aus dem Subwoofer. Hier outet sich die Synchro erstmalig voluminöser als das Original – trotz „nur“ Dolby-Digital-Plus-Spur.

In den Szenen in der Höhle sorgen die Aktionen des Dschinni für reichlich Surround-Effekte

Erneut zeigt sich also: Wenn man sich Mühe gibt (und offenbar hat man sich der Kritik bzgl. der letzten Outputs angenommen), dann sagt die Datenrate nicht zwingend etwas über die Tonqualität aus. Die Lautstärke ist ebenfalls nicht mehr ganz so runtergeregelt. Zwar muss man immer noch etwas erhöhen, aber bei Weitem nicht mehr so drastisch wie bei früheren Titeln. Einmal auf Referenz-Niveau angehoben, mangelt es dann nicht großartig an Feinzeichnung. Und wer wirklich noch Zweifel hat, ob die dt. Fassung trotz ihrer Komprimierung mehr Wucht hat als die englische, der nimmt sich die kleine Lava-Explosion in der Höhle nach etwas über einer halben Stunde. Dort grummelt es spürbar heftiger und auch mit mehreren fühlbaren Einzelexplosionen, die von der englischen dts-HD-MA-Fassung fast verschluckt werden. Es mag das letzte Quäntchen an Differenz zwischen ultratiefen Signalen und feinen Höhen fehlen, aber für eine DD+-Spur ist das aller Ehren wert und – umso überraschender – besser als die Originalfassung auf der regulären Ebene.

Die englische Atmos-Fassung liefert fast nur hinzu addierte Musik aus den Heights

Die Atmos-Aktivität der englischen Fassung auf der UHD bleibt durchweg hinter ihren Möglichkeiten. Zwar wird die Musik mit eingeflochten und es kommen schon mal Stimmen direktional von oben, doch die dedizierten 3D-Soundeffekte lassen sich an einer Hand abzählen. Mal klappt ein Holzdach hoch, dann hört man etwas Sand von oben rieseln und es fliegt schon mal der Teppich über die Köpfe hinweg. Etwas Feuerwerk, glucksendes Wasser und ein Gewittergrollen – mehr gibt’s hier leider nicht zu vermelden.

 

  • Deutsch: Dolby Digital Plus 5.1 (85%) 2D-Betrachtung
  • Englisch: Dolby Atmos (80%) 2D-Betrachtung
  • Englisch: Dolby Atmos (40%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Englisch: Dolby Atmos (70%) 3D-Betrachtung (Qualität)
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Der echte Filmfan bleibt im Heimkino: Das Bild ist besser, der Sound unmittelbarer und die Sitznachbarn angenehmer - Timo rezensiert seit 2002 mit Leidenschaft (fast) durch alle Genres. Aktuelle Rezensionen findest du auf blu-ray-rezensionen.net

2 KOMMENTARE

  1. Ich habe den Film in der deutschen Synchro begonnen und war so dermaßen von der unsynchronen Wiedergabe der mittelmäßigen Gesangseinlagen
    enttäuschtt, dass ich nach 30 Minuten fast ausgemacht habe.
    Mich dann aber doch dazu entschieden, mir das ganze von vorn in OV anzuschauen und gefühlt einen völlig anderen Film zu sehen.

    Nicht nur die Musical-Teile des Films passten plötzlich zu den Lippenbewegungen (und hörten sich wirklich gut und nicht mehr so aufgesetzt an) auch Will Smith’s Interpretation, des blauen Geistes aus der Lampe, war plötzlich nicht mehr unentschlossen, gewollt aber nicht gekonnt sondern differenziert und dadurch auch lustig.

    Voluminösität und was von oben kommt, ist bei Filmen eben nicht alles… Ich bin ansonsten ein Fan der deutschen Synchronisation weil die Qualität i.d.R. extrem hoch ist aber diesem Film hat sie jeden Charme geraubt und mir das Vergnügen daran.
    Die OV Fassung des Films hat mir ziemlich gut gefallen auch wenn die Story gerade zum Ende hin etwas unrund wirkt –
    und ich dem Remake des König der Löwen jederzeit den Vorzug geben würde.

    • Bis auf den letzten Satz (Lion King hat mir nur mitttelmäßig gefallen) kann ich das so unterschreiben: Die deutsche Syncro ist leider schlecht, aber der Film per se super. Im Originalton ein Meisterwerk!
      Schade, weil sonst Disney-Filme eigentlich davon leben, dass ihre Synchronisation sehr gut ist. Beispielsweise das Original schaue ich mir sowohl in Englisch wie auch Deutsch gerne an (und das gilt für viele Disney & Pixar Filme).

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