Daniel Craig 4K Collection im Test: Noch schärferer Bond

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Bildqualität (80-95%)

Casino Royale (90%)

Bei Casino Royale war die Vorlage selbstverständlich noch analog. Vier unterschiedliche Kameras kamen hier zum Einsatz von der Arricam LT über die ST bis hin zur Arriflex 235 und 435. Allerdings wurde für den UHD-Release ganz offensichtlich kein neuer 4K-Scan angefertigt, denn alle verfügbaren Quellen sprechen von einem 2K-DI. Dementsprechend liegt die Vermutung nahe, dass es hier um dieselbe Vorlage handelt, die seinerzeit auch für die Blu-ray genutzt wurde. Abgesehen von dem hochskalierten Material gab man der UHD noch einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum sowie die höhere Kontrastdynamik. Letzteres in statischem HDR10 und dynamischem Dolby Vision. Um direkt mal bei Dolby Vision zu bleiben, das hier von Anbieter Fox (ursprünglich eigentlich ja im HDR10+-Lager) erstmalig ausschließlich als dynamisches HDR angeboten wird, muss man leider sagen, dass man sich das bei Casino Royale auch hätte schenken können. Denn die Differenzierungen fallen doch arg überschaubar bis kaum sichtbar aus. Den Vergleich zwischen BD und UHD entscheidet die UHD zwar für sich, doch auch das mit eher knappem Vorsprung. Der Grund liegt darin, dass die grundsätzliche Farbgebung kaum verändert erscheint. Der erweiterte Farbraum tut kaum etwas für den Film und der höhere Kontrastumfang wird hauptsächlich über eine leichte Abdunklung augenscheinlich. Wirklich tolle Spitzlichter gibt es kaum. Glanz in Augen oder der Schein von Laternen ist nicht immens lebhafter.

Das Bild von „Casino Royale“ kommt ausgewogen und feiner Körnung rüber

Nur manchmal, in den wirklich perfekt ausgeleuchteten Szenen wirkt die UHD diesen Ticken brillanter, hat das sattere Schwarz und den höheren Kontrastumfang – besonders bei Bonds abendlicher Begegnung mit Solange lässt sich das beobachten (35’35). Der größte Unterschied ist dann im Umgang mit der Körnung zu suchen. Mal abgesehen von der bewusst groben Eingangssequenz zeigt die UHD das deutlich feinere Korn. Von Beginn an wird das ersichtlich, wenn man die Oberflächen der Wellblechdächer im zweiten Kapitel während des Tierkampfes besser erkennen kann. Sie wirken gleichmäßiger und ohne Farbrauschen wie bei der Blu-ray. Da die BD seinerzeit lange in vielen Tests als Referenz genommen wurde, ist die grundsätzliche Bildqualität natürlich weiterhin hoch. Man hätte sich allerdings noch etwas mehr Punch im Kontrast gewünscht und nicht nur eine dezente Intensivierung der Farben. Immerhin ist das Meer etwas türkiser und Hautfarben haben etwas mehr gesunde Bräune.

James Bond: Daniel Craig Collection (4 UHD & 4 Blu-ray)
Preis: 51,99 €
(Stand von: 2021/04/15 5:10 am - Details
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Ein Quantum Trost (85%)

Wie Casino Royale auch, wurde Ein Quantum Trost praktisch komplett analog gefilmt. Ein paar wenige Shots entstanden digital. Im analogen Bereich kamen die gleichen Kameras zum Einsatz wie beim Vorgänger, was im Verbund mit dem teils gleichen verwendeten Filmmaterial den sehr ähnlichen Look erklärt. Ausgehend von dem Material wurde für die UHD allerdings kein neuer Scan vorgenommen, sondern auf dem bekannten 2K-DI aufgebaut, das für die BD bereits verwendet wurde. Wie bei allen Filmen der Box wurde ein im Rahmen von Rec.2020 erweiterter Farbraum sowie die höhere Kontrastdynamik nach HDR10 und Dolby Vision integriert. Um es auch hier vorweg zu nehmen: Dolby Vision bietet keinerlei echten Mehrwert. Ähnlich wie bei HDR10+ des Anbieters bei früheren Veröffentlichungen wirkt es, als wäre Dolby Vision nur als Marketing-Gag auf der UHD gelandet. Denn man weiß ja, dass es Disks gibt, bei denen Dolby Vision für deutliche Unterschiede sorgte – hier sind es maximal Nuancen. Leider fällt bei der UHD von Ein Quantum Trost außerdem wesentlich stärker ins Gewicht, was bei Casino Royale noch als Positivum herausgestellt werden konnte. Denn wo im Vorgänger das Korn feiner und das Bild deshalb weniger (Farb)Rauschen enthielt, ist für den Nachfolger möglicherweise doch ein Rauschfilter eingesetzt worden. Die Körnung ist vor allem auf Gesichtern fast vollständig getilgt, was zwar zu einem cleaneren, aber subjektiv deutlich weicheren Look führte. Digitalfans mag das freuen, Anhänger eines authentischen Filmlooks ärgern sich über zu softe Oberflächen. Die UHD wirkt deshalb durchweg weniger krisp als die Blu-ray, wenngleich auch hier das Farbrauschen auf Oberflächen geringer ausfällt.

Olga Kurylenko wirkt über die UHD von „Ein Quantum Trost“ zu soft und gefiltert

Die bei der Blu-ray aber teilweise exorbitant scharfen Close-ups sind über die UHD nicht mehr so beeindruckend – auch wenn die reine Detailauflösung bei genauem Hinsehen kaum zu unterscheiden (aber eben auch nicht besser) ist. Zudem wirken Kontraste etwas flacher. Das führt zwar zu einer Reduktion der überstrahlenden Flächen der Blu-ray, aber leider auch zu einem etwas weniger dynamischen Bild. Während Hauttöne etwas wärmer und gleichmäßiger erscheinen, fehlt dieser Wow-Effekt, den HDR eigentlich liefern kann und sollte. Das ist zwar insgesamt kein schlechtes Bild, aber eben nicht im Sinne der analogen Vorlage und deshalb streng genommen schwächer als jenes der Blu-ray.

James Bond: Daniel Craig Collection (4 UHD & 4 Blu-ray)
Preis: 51,99 €
(Stand von: 2021/04/15 5:10 am - Details
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Skyfall (95%)

Skyfall ist der erste Craig-Bond, der komplett digital gefilmt wurde. Mit einer Mischung aus drei unterschiedlichen ARRI-Alexa-Kameras sowie einer Red Epic gab’s auch am Ausgang unterschiedliche Auflösungen von 2.8K bis 5K. Ausgehend davon wurde ein 4K-DI erstellt, weshalb wir es FAST mit einer nativen 4K-Scheibe zu tun haben. Ebenso wie bei den beiden anderen wurden auch hier ein erweiterter Farbraum sowie HDR10 und Dolby Vision integriert, um dem Bild die entsprechende Dynamik mitzugeben. Auch hier zeigt sich bei Dolby Vision ein maximal hauchfeiner Unterschied. Betrachtet man die reine Datenmenge der UHD (mit etwas über 60GB für einen 145-Minuten-Film eben nicht viel), bestehen darf man durchaus die Frage stellen, ob man seitens 20th Century Fox überhaupt dynamische Metadaten hinterlegt hat. Da die UHD nicht mit analoger Körnung dealen muss, kann sie sich ganz darauf konzentrieren, das bereits fast perfekte Bild der Blu-ray auf ihrem eigenen (fast) 4K-Level noch mal dieses Quäntchen feiner zum Betrachter zu bringen. Zunächst sei gesagt, dass die HDR-Kontrastdynamik hier zuvorderst für intensiveres Schwarz während der nächtlichen Totalen über Shanghai und (zwei Kapitel später) über London sorgt. Das sind dann schon sehr beeindruckend-kontrastreiche Momente. Auch können die Spitzlichter hier nochmal deutlichere Akzente setzen, weil die leuchtenden Schriften und Lichtelemente auf den Wolkenkratzern der chinesischen Millionenstadt noch etwas mehr strahlen und klarer abgegrenzt sind.

Die UHD von „Skyfall“ überzeugt mit dem insgesamt harmonischsten Gesamteindruck

Die BD macht das zwar schon sehr gut, die UHD kann’s aber noch ein bisschen besser. Allerdings ist der über Shanghai noch bessere Schwarzwert bei der Totalen über Macau nach 51’41 eher schwächer – eine Szene, bei der die BD einzelne Gebäude im Hintergrund etwas knackiger schwarz darstellt. Schön hingegen, dass die UHD es nicht mit der Farbintensivierung übertreibt, sodass die sehr rotbräunliche Szene in der Bar zu Beginn von Kapitel 15 nicht überkontrastiert. Probleme dieser Art hat man bei UHDs in solchen Momenten durchaus schon gesehen. Die noch ganz dezent vorhandenen Kompressionsartefakte der Blu-ray (bspw. rund um Big Ben bei 134’49) sind der 4K-Disk dann ohnehin fremd. Von der Farbgebung selbst sind die Unterschiede nur gering. Aufgrund des dunkleren Masterings wirken Hautfarben noch etwas wärmer und neutrale Oberflächen tendieren etwas mehr ins Grünliche – das war’s dann aber auch schon. Vielleicht fehlt am Ende die ganz große Differenz zur Blu-ray, um noch einmal für einen Wow-Effekt zu sorgen, wo die BD einfach schon sensationell gut ist, aber dennoch (und trotz ein paar wenigen schwachen Momenten im Schwarz) dürfte Skyfall zu den besten UHD-Realfilm-Umsetzungen überhaupt gehören.

James Bond: Daniel Craig Collection (4 UHD & 4 Blu-ray)
Preis: 51,99 €
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Spectre (80%)

Spectre wurde mit nicht weniger als sieben Kameras aufgezeichnet. Vier davon waren analog und übernahmen (im Gegensatz zum direkten Vorgänger) wieder die Hauptarbeit. Die drei vorhandenen Digitalkameras lieferten eine Auflösung von 3.4K bis 6.5K, was gemeinsam mit dem in 4K gescannten analogen Material über ein 4K Digital Intermediate auf die Disk gelangte. Wir haben es also mit einer praktisch nativen 4K-Scheibe zu tun. Überdies gab es wie bei allen anderen Teilen HDR10 und Dolby Vision sowie einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum. In der Praxis schlägt sich das Bild der UHD des bisher letzten Craig-Bonds tatsächlich im Vergleich zur Blu-ray am besten. Oder andersherum: Es liefert gegenüber der schwachen BD den größten Mehrwert. Zwar kann auch die Ultra-HD nicht zaubern, was vom Look her offensichtlich bewusst so gewählt wurde, aber sie bietet durchweg mehr Kontrast in den trübsten Szenen der Blu-ray. Sie bietet wieder Zeichnung, wo die BD überstrahlte und kann sogar etwas mehr Schwarz(wert) in die kontrastschwachen Momente während Bonds Ausgeliefertheit in Oberhausers Bunker zaubern. Auch die nächtliche Totale nach 124 Minuten bietet knackigere und klarer abgegrenzte Lichter, die hier auch deutlich mehr strahlen als über die Blu-ray. Ganz nebenbei ist der Himmel oben drüber etwas schwärzer und vor allem frei von Körnung.

„Spectre“ hat ein oft eher kontrastarmes und trübes Bild

Praktisch jede der etwas heller ausgeleuchteten Szenen profitiert sichtbar von der UHD – und das setzt sich bei der Auflösung fort. Im Gegensatz zu Quantum Trost wirken Gesichter hier nicht zu soft, die grundsätzliche Körnung des analogen Filmmaterials ist nur feiner und weniger auffällig. Das sieht man sowohl auf Oberflächen als auch bei Close-ups. Dazu ist die Detailauflösung sichtbar besser und frei von (Farb)Rauschen und Randartefakten. Die etwas kräftigeren Farben fallen vor allem bei den Explosionen auf, die kräftiger leuchten und mehr Orange-Anteile haben. Hier zeigt sich dann auch der „deutlichste“ Unterschied zwischen Dolby Vision und HDR10 von allen vier Disks. Ansonsten ist das dynamische Kontraststeigerungs-Format auch hier eher bedeutungslos.

James Bond: Daniel Craig Collection (4 UHD & 4 Blu-ray)
Preis: 51,99 €
(Stand von: 2021/04/15 5:10 am - Details
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3 KOMMENTARE

  1. Kann dem nur zustimmen. Der letzte Film im Kino war Peter Jacksons King Kong. Und nachdem der gleiche Typ fünf Mal im Film sich durch die Reihe quetschte war für mich klar : nur noch Soundsystem und großer Fernseher zu Hause!

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