Gibt es 2018 keine Fernseher mit HDMI 2.1?

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HDMI 2.1
HDMI 2.1

Viele Nutzer haben sich in diesem Jahr sicherlich gefragt: „Soll ich mir jetzt einen neuen 4K UHD Fernseher kaufen oder lieber auf die ersten TV-Geräte mit HDMI 2.1 warten?“. Wieso man auf erste echte HDMI 2.1 Fernseher wohl noch bis 2019/2020 warten muss, lest ihr in unserem Beitrag. 

Den Anstoß für diesen Beitrag gab uns ein Bericht von Vincent Teoh, Chefredakteur auf hdtvtest.co.uk. Was HDMI 2.1 alles kann, solltet ihr in unserem umfassenden Artikel „HDMI 2.1 Spezfikation veröffentlicht“ nachlesen. HDMI 2.1 steht unter anderem für erhöhte Auflösung und Bildwierholungsraten (8K@60p, 4K@120p), Variable Bildwiederholungsraten (VRR), dynamische HDR-Metadaten, enhanced Audio-Return-Channel (ARC), Quick-Media-Switching uvm. Alles Features, die uns in der Medien-Landschaft in den nächsten Jahren begleiten werden. Durch HDMI 2.1 werden keine Quantensprünge in der Bildqualität erwartet. Vor allem, da die Möglichkeiten des geläufigen HDMI 2.0 Standard noch gar nicht ausgenutzt sind. Es kommt also immer noch stark auf die Inhalte an, wie gut diese von aktuellen TV-Geräten interpretiert werden können.

Technologien wie „dynamische HDR-Metadaten“ oder „Variable Bildwiederholungsraten (VRR) können aber durchaus einen Mehrwert bei der Bildqualität bieten, sollten Inhalte sowie TV-Geräte diese Standards auch voll ausnutzen. Und hier wird wohl das Problem liegen. TV-Geräte sowie Signalquellen (Set-Top-Boxen, Streaming-Apps, Konsolen) werden die Vorteile von HDMI 2.1 ausspielen können. Grund hierfür könnte die verspätete Veröffentlichung der finalen HDMI 2.1 Spezifikation sein. Erst im November wurden diese durch die HDMI Licensing veröffentlicht. Entsprechende HDMI 2.1 Chipsätze werden also nicht vor dem ersten Quartal 2018 erwartet.

Überraschungen auf der CES?

Technik- und TV-Hersteller arbeiten aber unter Umständen bereits seit fast einem Jahr, an ihren neuen Modellen, damit diese rechtzeitig zur CES 2018 im Januar in Las Vergas vorgestellt werden können. Die Ingenieure hätten also auf „gut Glück“ alle Komponenten aufeinander abstimmen müssen, nur um kurz vor der CES noch einen HDMI 2.1 Chipsatz zu integrieren. Das wird den Herstellern sicherlich ein zu großes Risiko gewesen sein. Auch die Chip-Hersteller werden keine integrierten Schaltkreise für die neue Schnittstelle konzipieren, testen und bereitstellen, bevor nicht die finalen Spezifikationen veröffentlicht wurden. Sollte sich beim Standard noch auf der Zielgeraden etwas ändern, hätten die Chiphersteller bereits produzierte Chipsätze in die Tonne treten müssen.

Die unterstützte Bandbreite von 48 Gbps unter HDMI 2.1 im Volumen-Vergleich mit Version 2.0 und 1.4.
Die unterstützte Bandbreite von 48 Gbps unter HDMI 2.1 im Volumen-Vergleich mit Version 2.0 und 1.4.

Wir glauben die neue Schnittestelle wird ein großes Thema auf der diesjährigen CES. Wir werden auch definitiv Prototypen mit der neuen Schnittstelle sehen. Die Chance, dass ein TV-Hersteller einen marktfähigen 2018 Fernseher mit HDMI 2.1 vorstellt ist aber mehr als gering. Es sei denn, Hersteller ermöglichen Hardware-Updates ähnlich der Evolution-Kits von Samsung. Dieses Konzept wäre sehr kundenfreundlich, aus wirtschaftlicher Sicht aber natürlich nicht erstrebenswert.

Neue Features auch mit HDMI 2.0 umsetzbar?

TV-Geräte, AV-Receiver und Set-Top-Boxen aus 2018 könnten jedoch bereits über die HDMI 2.0 Schnittstelle einzelne Vorzüge der Version 2.1 nutzen. Dynamische Meta-Daten werden z.B. bereits bei Dolby Vision eingesetzt, obwohl diese eigentlich erst ab Version 2.1 funktionieren sollten. Auch Panasonic hat bereits einen HDR10+ Stream mit dynamischen Metadaten über einen HDMI 2.0-Anschluss seiner 2017er OLED-TVs vorgeführt. Auch eARC wird bereits von einigen Geräten unterstützt und kann bereits mit der beschränkten Bandbreite von 18 Gbps (2.0) umgesetzt werden.

Start für HDMI 2.1 verschiebt sich auf 2019/2020?

Erste in masse produzierte HDMI 2.1 Chipsätze werden im März/April 2018 erwartet. Zu dieser Zeit werden Designer bereits ihre Arbeit für die 2019er Modelle aufnehmen. Wir denken, die neue Schnittstelle setzt 2018 noch eine Runde aus und wird erst ab 2019/2020 richtig durchstarten.

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14 KOMMENTARE

  1. Gibt’s nach der IFA ein Update zum Thema HDMI 2.1? Ich will bald auf 4k umsteigen aber nicht wieder der „Looser“ sein, dem dann bald ein Feature fehlt.

  2. @lordberti: Ich muss Dich ein wenig korrigieren! HDMI 2.1 Kabel werden eben NICHT in Massen produziert. Es gibt FAKE Kabel, die behaupten, HDMI 2.1 zu sein, stimmt aber nicht! BELKIN und HAMA sind bemüht Kabel zu produzieren, wobei das Thema HDMI KABEL 2.1. ein grosses Thema werden wird.

    LEUTE, schaltet mal den Kopf und Verstand ein!!! Bei HDMI 2.1 geht man mal kurz von 18Gbps auf 48 Gbps rauf. Diese Bandbreite lässt sich bei Kurzlängen gerade so übertragen, aber dementsprechende Signale lassen sich über längere Kabelstrecken mit „normalen“ HDMI Kabeln gar nicht transportieren, weil die Bandbreite viel zu heftig ist. (sich einfach mal die HDMI 2.1. Spezifikations Tabelle ansehen was da vorgesehen ist)

    Bei HDMI 2.0. hat man schon Probleme bei 5 Meter und mehr, wie soll das dann bei HDMI 2.1. erst sein.
    Mit „normalen“ Kabeln ist HDMI 2.1. nicht zu bewältigen bei entsprechenden Auflösungen.
    Aus diesem Grund werden Lichtleiterkabel von Avinity angeboten, die dann bis zu 100 Meter funktionieren würden. Das Problem ist, das diese Kabel ein Vermögen kosten.

    Am besten gefällt mir der Satz BRAUCHEN WIR DAS ALLES! DU HAST RECHT – denn wir brauchen es NICHT und es wird auch so schnell kein Content kommen der dies erfordert!!!

    Alles nur Leute verrückt macherei – zumal 2018 keine TV Geräte kommen werden mit HDMI 2.1.

    Die sollen erst mal 4k zu Ende machen….Bin froh einen hochwertigen 4k Laser Beamer mit HDR zu haben…HDR10+ und Dolby Vision braucht kein Mensch…die Nuancen im Bild die da „anders“ sind, sind so marginal…wichtiger ist, das man auf entsprechende BASIC Technik setzt, die in sich perfekt ist für eine Übertragung.

    Bei Beamern ist es LASER (Lampe ist out und unbrauchbar für die neuen Farbräume und zu inkonsistent in der Leuchtkonstanz) und bei Tvs
    wäre eigentlich OLED das Mass aller Dinge … ist es aber auch nicht…denn die Industrie hat nichts
    dazu gelernt von der damaligen PLASMA Technik.

    PLASMA wurde damals als geilste TV Technologie angesehen…hatte nur den Nachteil mit der Einbrennerei und jetzt…20 Jahre später…der gleiche Scheiss wieder…OLED brennt sich auch ein und ist sauteuer….Im Grund wäre man dann mit einem PREMIUM DIRECT LED besser bedient, weil systembedingt heller und keine Einbrenneffekte…

    …unterm Strich…alles Verarschung… die Frage ist nur…wer sich verarschen lässt…
    Langfristig bin ich überzeugt, das andere Konzepte kommen….klassische Bildschirme werden langfristig sterben…Kurzdistanzprojektion und die Lasertechnik im allgemeinen wird das Rennen machen…derzeit besteht nur das Problem der hohen Fertigungskosten…deswegen ist Laser kein massentaugliches Produkt…nach aktuellem Stand…aber das kann und wird sich in den nächsten Jahren ändern…

    Bin zu lange dabei in der Branche um zu sehen, wohin der Hase läuft…

    • Amen! Du hast so was von recht! Bin auch der Meinung das Beamer das Maß aller Dinge wird! Zumal da noch 3d mit an Bord ist und ein grosses Bild realisieren lässt!

    • Beamer werden sich nie in der Masse durchsetzen, dafür ist es einfach zu aufwendig diese in den Wohnraum zu integrieren, ohne dass es unschön aussieht. Und genau da steht nunmal die größte Masse an TV Geräten. Für Heimkinoräume o.ä. sind Beamer natürlich aber weiterhin eine gute Sache, wobei diese vom Bild her nicht an OLED rankommen, welche vermutlich schon in wenigen Jahren in Ü100 Zoll Größen verfügbar sein dürften. Außerdem ist der „Einbrenneffekt“ bei OLED nicht annähernd so dramatisch, wie noch bei Plasma, bei „normaler“ Nutzung sollte man damit eigentlich keine Probleme haben. Erstmal könnten Rollbare OLED Displays durchaus eine gute Chance haben sich großflächig durchzusetzen, wenn diese für vernünftige Preise verfügbar sind.

  3. Bin mal gespannt ob Samsung ihre Versprechen einhalten und neue One Connectboxen, mit den neuen Features, rausbringen…. Aber grosse Hoffnung mach ich mir nicht…. Viel eingehalten haben Sie ja nicht gerade…. Nur grosse Reden gehalten!

  4. Eins ist mir jetzt unklar. Braucht HDR10+ HDMI 2.1 für die Übertragung seiner dynamischen Metadaten oder nicht? Der Satz oben „Auch Panasonic hat bereits einen HDR10+ Stream mit dynamischen Metadaten über einen HDMI 2.0-Anschluss seiner 2017er OLED-TVs vorgeführt.“ scheint dem klar zu widersprechen, während das Video behauptet, HDMI 2.1 würde gebraucht.

  5. Die frage wird sein: Brauen wir das alles? In Asien Startet ja 8K und Sharp verkauft schon 8K Geräte, die aber mit mehreren HDMI 2.0 Schnittstellen arbeiten, ähnlich wie bei Display Port.
    Es gibt bereits erste SoCs die ja UHD, 12 Bit, 120 Hz mit HDR können im TV, aber bis jetzt nicht groß eingesetzt werden. Leider war bis jetzt die HDMI Schnittstelle ein Dorn im Auge.
    Aber soweit ich weiß haben erste Hersteller Bereits Geräte in der Pipeline mit Features von HDMI 2.1 und mit mehr als 18Gbps. Kabel werden auch schon in Massen Produziert. Auf der CES sollen Demonstration aller 2.1 Features Präsentiert werden bei der HDMI Licensing, LLC., die diesmal mit einem Größeren Stand am Start sind. „Also Geräte gibt es dann wohl“, nur ob es schon Verkaufsprodukte einzelner Hersteller sind, wage ich zu bezweifeln.

    • Bei solchen Fragen „Brauchen wir das alles“ frage ich mich immer für welchen Zeitraum die Leute sich denn einen TV zulegen wollen.
      Für die nächste zwei Jahre wird man es vermutlich nicht brauchen, das mag sein, aber ab 20/21 könnte es dann langsam eben doch dazu kommen.
      Die aktuellen TV’s können alle Ihre features momentan schon nicht über HDMI voll ausschöpfen, was finde ich schon eine grobe Fehlkonstruktion ist.

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