„Skyscraper“ 4K Blu-ray im Test: „Stirb langsam“ des 20. Jahrhunderts

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Skyscraper 4K Blu-ray im Test!
Skyscraper 4K Blu-ray im Test!

Dwayne „The Rock“ Johnson macht in „Skyscraper“ das was er am besten kann: Den Action-Helden spielen. Unser Test der 4K Blu-ray verrät euch, wie der Film in puncto Story, Bild & Ton dasteht!

Inhalt (70%)


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Die Story von Skyscraper kommt euch bekannt vor? Hmm, lasst uns mal überlegen: Hochhaus, einsamer Kämpfer, Familien(angehörige) retten, Terroristen im Gebäude – ein Schelm, wer da an Stirb Langsam denkt. Naja, immerhin haben wir es hier mit dem höchsten je gebauten Wolkenkratzer zu tun und ein Feuer war in Bruce Willis‘ Film ja auch nicht zwingend Hauptfigur. Und weil man Dwayne Johnson irgendwie so richtig auch nichts übel nehmen kann, freut man sich auch hier über einen zünftigen Actionfilm mit hohen Schauwerten.

Einen Film, dessen Logik man allerdings erst gar nicht hinterfragen sollte. Angefangen vom absurd hohen Gebäude über das ach so leichte Eindringen der Bösewichte (entgegen Sawyers vergebener Sicherheits-Höchstnote) bis hin zu den (mehrfach) irrwitzigen Momenten, in denen der Familienvater sich aus abstrusester Gefahr retten kann – ganz abgesehen vom vernachlässigenswerten Grund für dieses Inferno. Nein, Logik oder Schlüssigkeit sind nicht die Sache von Skyscraper. Aber das gibt Regisseur Marshall Rawson Thurber auch gar nicht vor. Wer also sein Gehirn vor dem Drücken der Play-Taste einfach auf Sparflamme oder Standby schaltet, den erwartet Spektakel um des Spektakels Willen. Dwayne Johnson, so könnte man meinen, kann nur noch gigantisch. Von den größten Tiermutanten in Rampage hinüber zum größten Wolkenkratzer aller Zeiten, der auch noch vom bedrohlichsten Feuer aller Zeiten heimgesucht wird. Selbst eine Beinprothese kann seiner Figur dabei nichts anhaben, wenn er von einem Kran geschätzte 40 Meter Distanz überwindet, um in einem der tiefer gelegenen Stockwerke zu landen – Captain America, hier kannst du noch was lernen. Was den Film also ausmacht, sind seine Schauwerte. Die (meist) überzeugenden visuellen Effekte gefallen vor allem im Design und der Innengestaltung von „The Pearl“. Hier hat man sich durchaus Mühe gegeben, ein paar Wow-Momente zu erzeugen.

Wolkenkratzer mit beeindruckenden Features, wie einer 360-Grad-Live-Projektion
Wolkenkratzer mit beeindruckenden Features, wie einer 360-Grad-Live-Projektion

Das Gleiche gilt auch für die Stunt-Choreographie. Dass Johnson ein taffer Kerl ist, weiß man. Dass er gut kämpfen und zulangen kann, während er gleichzeitig beweglich ist, dürfte jeder wissen, der ihn schon mal im Ring gesehen hat. Dennoch schafft er es in Skyscraper noch mal, sich zu steigern. So ist schon der erste Fight mit Ben toll choreographiert – gerade weil man die Körpermasse des Hünen voll einsetzt, um sein fehlendes Bein zu kaschieren. Eine wirklich wuchtige Kampfsequenz. Schön, dass man Dwayne Johnson nicht nur irgendwelche Knalltüten an die Seite gestellt hat. Denn mit Neve Campbel ist eine exzellente Darstellerin mit an Bord, die man (leider) viel zu selten sieht. Sie spielt die Sarah fernab von einer hysterischen Heulsuse, sondern als taffe Kämpferin. Gleichzeitig ist Chin Han als Zhao Long Ji ein hervorragender und zugleich gelassener Ruhepol für den Film.

Tja, und spannend ist der Film zudem halt auch. Leuten mit Höhenangst sei an dieser Stelle eine Warnung ausgesprochen. Denn wenn The Rock in gefühlt 600 Meter Höhe an einem Kran rumkraxelt, ist das nichts für schwache Phobiker-Nerven. Wie überhaupt ein guter Teil des Films mit diesem Szenario eines an einem gigantischen Wolkenkratzer baumelnden Protagonisten spielt. Das ist zwar in der Tat durchweg atemberaubend, aber aus logischer Sicht und in puncto Nachvollziehbarkeit dermaßen drüber, dass es kracht.

Skyscraper (4K Ultra HD) (+ Blu-ray 2D)

Preis: EUR 24,49

(0 Rezensionen)

23 Neu & Gebraucht erhältlich ab EUR 17,98

Bildqualität (85%)

Skyscraper wurde mit unterschiedlichen Kameras komplett digital aufgezeichnet. Je nachdem, welche der verschiedenen Geräte zum Einsatz kam, variierte die Auflösung am Ausgang zwischen 2.8K und 6.5K. Ob davon ausgehend ein 2K oder 4K Digital Intermediate gezogen wurde, ist allerdings nicht in Erfahrung zu bringen. Aufgrund der Vielzahl an visuellen Effekten sowie der subjektiven Bildqualität ist aber von einem 2K DI auszugehen.
Was jedoch bekannt ist: Die UHD liefert auch einen erweiterten Farbraum im Rahmen von Rec.2020 sowie die höhere Bilddynamik nach den beiden Verfahren HDR10 und Dolby Vision.

In der Praxis zeigen sich die Gesichtsfarben kräftiger, brauner und in dunkleren (und verschwitzteren) Szenen vielleicht eine Spur zu sonnenbankgebräunt. Dennoch wirkt das beeindruckend. Durch die etwas dunklere Abstimmung des HDR-Bildes kommt Schwarz noch knackiger rüber. Allerdings hat auch die UHD ein paar Szenen, die erstaunlicherweise seltsam grau daherkommen – zumindest per HDR10. Denn Skyscraper zeigt hier mal demonstrativ, dass Dolby Vision in Sachen Kontrast- und Schwarzwerte HDR10 schlagen kann – teilweise um Längen. Wenn man sich die Nachtaufnahmen des in Flammen stehenden Hochhauses anschaut, ist die Blu-ray grau, die HDR10-Variante dunkelgrau und die DV-Umsetzung präsentiert fast perfektes Schwarz. Zwar ist Dolby Vision in den dunkleren Szenen bei Schlagschatten auf Gesichtern im Kontrast arg steil. Doch das geht glücklicherweise nicht so weit, dass Details komplett verloren gehen. In Sequenzen mit stärkerem Helligkeitsanteil ist DV dazu auch noch prägnanter hell, sodass die Dolby-Vision-Fassung hier die beste Wahl ist. Bei den Farben auf neutralen Flächen verändert die UHD den Look der Blu-ray kaum. Die höhere Intensität resultiert hauptsächlich aus dem größeren Dynamikumfang, nicht aus stark verändertem Color-Grading.

Wenn der Wolkenkratzer in Flammen steht kann das dynamische Dolby Vision-Bild so richtig "glänzen"
Wenn der Wolkenkratzer in Flammen steht kann das dynamische Dolby Vision-Bild so richtig „glänzen“

In Sachen Auflösung wird die UHD nicht schärfer, wo die BD ab Einbruch der Nacht nur mittelprächtig aussieht. Allerdings sind die angesprochen Close-ups per 4K-Disk selbst dann noch herausragend gut, wenn man in Betracht zieht, dass es sich vermutlich nur um ein 2K-Upscale handelt. Auch die Außenaufnahme bei 5’11 ist extrem gut aufgelöst – wirkt hier fast wie eine 4K-Dokumentar-Aufnahme. Das Korn übrigens nimmt über die UHD etwas ab – schlicht aufgrund des etwas dunkleren Masterings, das die Unruhen stärker in den Hintergrund drängt. Nicht ganz so schön bei beiden HDR-Varianten: In den intensiven Feuer-Szenen kommen Gesichter dann doch arg heftig kontrastiert daher.

Skyscraper (4K Ultra HD) (+ Blu-ray 2D)

Preis: EUR 24,49

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23 Neu & Gebraucht erhältlich ab EUR 17,98

Tonqualität (85%)

Akustisch fährt Skyscraper mit einem Dolby-Atmos-Ton mit True-HD-Kern für beide Sprachen auf. Doch bevor wir die 3D-Soundeffekte näher beleuchten, bleiben wir erst einmal auf der regulären Ebene: Die präsentiert zunächst einmal gut verständliche Dialoge, ist aber von Beginn an bereits sehr räumlich. Wunderbar sind schon die Wusch-Geräusche der Doppel-Helix-Turbinen, wenn der Aufzug an ihnen vorbeifährt. Beim Betreten der „Real Pearl“ gibt es anständig Subwoofer-Unterstützung und die Hall-Geräusche kommen rundherum aus den Speakern. Extrem dynamisch wird es, wenn die Faust aus dem Loch nach dem Hals des Technikers greift und der Score vehement einsetzt.

Wenn der Aufzug nicht funktioniert, muss man auf andere Weise zu seinem Meeting kommen. Dwayne Johnson in der Rolle des Will Sawyer
Wenn der Aufzug nicht funktioniert, muss man auf andere Weise zu seinem Meeting kommen. Dwayne Johnson in der Rolle des Will Sawyer

Das einzige, das man bis zu diesem Zeitpunkt schon etwas bemängeln kann, ist eine leicht dumpfe Darstellung der tieffrequenteren Geräusche. Während die ganz hohen Frequenzen durchaus stimmen, was man beispielsweise beim Einsetzen der Sprinkler-Anlage gut wahrnehmen kann, fehlt es etwas im Mitten-Hochton-Bereich. Das ist auch gut hörbar bei der ersten Schuss-Sequenz in Bens Appartement. Während Räumlichkeit und Druck stimmen, klingt es schlicht etwas muffig. Anspruchsvolle Ohren werden das hören und nicht wirklich gut finden. Dennoch macht der Sound Spaß. Wenn das Feuer durch den Sauerstoff angefacht so richtig Gas gibt und die 96. Etage ihre Fenster fast komplett verliert, drücken die genutzten Effekte mächtig in den Sitz. Ebenso wie der Score es immer wieder tut und die Helikopter durchpflügen dazu dynamisch den Himmel.

Betrachten wir die Atmos-Ebene, so gesellen sich ganz dezente atmosphärische Geräusche schon hinzu, wenn Sawyer ins Krankenhaus eingeliefert wird. Auch der Score zu Beginn von Kapitel zwei gesellt sich leise dazu. Wenn Sawyer mit Zhao in die große Hologramm-Halle eintritt, gibt es sehr stimmigen Hall von den herausfahrenden Monumenten und auch hier kommt der Score wieder von oben. Letzterer wird also immer auch von oben aktiv, wenn das Geschehen dramatischer wird. Cool ist das aber vor allem, weil die Kompositionen in ihren Sounds oft bohrend sind oder Windgeräusche implementieren, um die Story an sich zu spiegeln. Schade hingegen, dass man die Schüsse auf Sawyer nach knapp 30 Minuten nicht auch von oben hört. Immerhin kommen sie von schräg oberhalb der Kamera.

Das man aber hört, sind die automatischen Sprenkler-Anlagen, sowie einige Feuer-Geräusche nach 35 Minuten, die Durchsagen des Computers und die Sirene bei 38’14. Auch die Helikopter, die zwar nicht immer sichtbar, dafür aber sehr hörbar über der Stadt kreisen, werden hübsch von oben dargestellt. Was dann ebenfalls richtig Laune macht, sind die vernehmbaren Winde, die Sawyer um die Nase blasen, wenn er in schwindelerregender Höhe am Kran unterwegs ist. Klasse auch die Querschläger der Projektile, die durchs Treppenhaus fetzen oder das klackende Einschalten der Oberlichter. Richtiggehend erschreckend krass ist das Herabkrachen eines Baumes vertont. Ebenso sensationell ist das absolut vereinnahmende Geräusch der rotierenden Turbine – einer der genialsten Dolby-Atmos-Effekte überhaupt bisher.

  • Deutsch: Dolby Atmos (80%) – 2D Betrachtung
  • Deutsch: Dolby Atmos (85%) – 3D Betrachtung
  • Englisch: Dolby Atmos (80%) – 2D Betrachtung
  • Englisch: Dolby Atmos (85%) – 3D Betrachtung

Bonus (40%)

Im Bonusmaterial von Skyscraper finden sich einige Extras. Es beginnt mit knapp zwölf Minuten an unveröffentlichten sowie weiteren zehn Minuten an erweiterten Szenen. Diesen folgen insgesamt sechs Featurettes sowie der Audiokommentar des Regisseurs. Bei den Hintergrundberichten geht es los mit „Einen Helden verkörpern“. Hier zeigt sich erneut, dass The Rock ein echter Spaßvogel ist. Wer seinem Instagram-Account folgt, weiß, was gemeint ist, wenn er am Set gerne mal rumblödelt. In „Inspiration“ darf Johnson außerdem ein bisschen erklären, was die Herausforderungen für diesen Film waren und wie es war, einen Beinamputierten zu spielen. „Entgegengesetzte Kräfte“ kümmert sich nicht (wie man vermuten könnte) um Sawyers Gegenspieler, sondern stellt Neve Campbell sowie ihren Charakter Sarah vor. „Keine Freunde mehr“ sowie „Kinder in Action“ kümmert sich dann um den von Pablo Schreiber gespielten Ben und die beiden Kids der Familie Sawyer. „Ananas-Pitch“ letztlich ist ein ganz kurzer Abriss von Johnson und Thurber, die noch mal die Filmidee vorstellen. Insgeamt laufen die Featurettes aber gerade einmal knapp 18 Minuten.

Die bösen Terroristen dürfen in einem Wolkenkratzer-Action-Drama nicht fehlen!
Die bösen Terroristen dürfen in einem Wolkenkratzer-Action-Drama nicht fehlen!

Gesamtbewertung Skyscraper 4K Blu-ray (80%)

Filmisch liefert Skyscraper absolut nichts, was man nicht in anderen Filmen schon gesehen hat. Obendrauf gibt’s teilweise übermenschlich-absurde Stunt-Szenen in luftiger Höhe, die man selbst einem Muskelpaket wie The Rock nur bedingt zutraut. Lässt man aber das Hinterfragen sein, liefert der Film durchweg spannende Unterhaltung ohne Längen. Technisch liefert die UHD das bessere Bild – vor allem bei Dolby-Vision-Nutzung. Der Atmos-Sound ist effektvoll, liefert Druck und tolle 3D-Geräusche. Allerdings mufft er etwas im Mitten-Hochtonbereich. Als kleine Entschädigung gibt’s mit den sich drehenden Helix-Turbinen nach gut 72 Minuten eine der absolut stärksten Surround- und 3D-Sound-Szenen aller Zeiten.

Skyscraper (4K Ultra HD) (+ Blu-ray 2D)

Preis: EUR 24,49

(0 Rezensionen)

23 Neu & Gebraucht erhältlich ab EUR 17,98

Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin:15. November 2018Review am:18. November 2018
Erscheinungsjahr Film:2018Laufzeit:102 Minuten
Filmstudio:Universal PicturesFSK:Ab 12 Jahren
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24pUntertitel:
Bildformat:
2.40:1 / 16:9Tonspur:
Deutsch Dolby Atmos
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10
Dolby Vision
Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray
Testgerät TV:LG OLED55B7D
Testgerät Player:LG UP970

Skyscraper Trailer:

„Skyscraper“ 4K Blu-ray im Test: „Stirb langsam“ des 20. Jahrhunderts
5 (100%) 3 Bewertung[en]

3 KOMMENTARE

  1. Also bei aller Liebe – aber ihr wollt doch nicht ernsthaft diesen Rotz nicht mit einem (Aktion-) Klassiker wie „Die Hard“ vergleichen?

  2. Finde den Film ganz okay….zumindest ist dieser Film einer der letzten ATMOS Highlights auf UHD Bluray dieses Jahr, nachdem MEG im Dezember mit lächerlichem Deutsch Dolby 5.1. kommt und ANT-MAN & the WASP in Deutsch Dolby Digital+ 7.1. Die Labels scheinen zurück zu rudern, warum auch immer…und pressen immer mehr technischen Schrott auf Scheibe, ohne das System voll auszureizen, obwohl es möglich wäre. SICARIO 2 ist da noch die einzige Ausnahme, die in Deutsch Atmos kommen soll. Finde diese Entwicklung zum K.tz..

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