Angel Has Fallen auf 4K Blu-ray im Test: Aller guten Dinge sind drei?

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Angel Has Fallen auf 4K Blu-ray im Test
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Aller guten Dinge sind drei – und das alle drei Jahre wieder. Eine gewisse sprichwörtliche Regelmäßigkeit kann man den Fallen-Filmen nicht absprechen. Weil aber die ersten beiden bei überschaubarem Budget durchweg in die Gewinnzone gefahren sind, hat man sich seitens Lionsgate entschlossen, die Reihe fortzusetzen. Keine schlechte Idee, wenn man beständig unterhaltsames, wenn auch inhaltlich eher schwaches Kino produziert. Immerhin hat man sich für Angel Has Fallen mal einen gewissen Plottwist einfallen lassen. Denn wo bei den Vorgängern Olympus Has Fallen und London Has Fallen zwischen Gut und Böse klare Grenzen gesteckt waren, darf man im jüngsten Teil der Serie immerhin mal ein bisschen Zweifel an der Loyalität des Herrn Banning bekommen – naja, eigentlich nicht so richtig. Aber die Mannen um den Präsidenten herum schon. Passenderweise hat man sich mit dem Filmtitel auch auf den „Guardian Angel“, also den beschützenden Engel (des Präsidenten) bezogen. Während im ersten Teil das „Olympus“ schlicht für das offizielle Codewort fürs Weiße Haus stand und in der Fortsetzung der Schauplatz „London“ seinen Weg in den Titel fand, geht’s also hier tatsächlich um die Figur des Präsidenten-Beschützers Mike Banning.

Dessen Charakterisierung nimmt sich nun auch mehr Zeit für einen Blick hinter die Kulissen des Armee-Veteranen, der mittlerweile mit seinen körperlichen und auch seelischen Gebrechen zu kämpfen hat. Nicht nur denkt Banning zu Beginn des Films über einen Rückzug als aktiver Personenschützer nach, braucht er gegen seine Schmerzen und Probleme mit Schlaflosigkeit und Migräne Medizin und ärztlichen Beistand.

Banning und Trumbull sind immer noch ganz eng miteinander © Bilder: Universum Film GmbH – Alle Rechte vorbehalten!

Zwar sind das eher standardisierte Problematiken, die man gerne US-Armee-Veteranen in Filmen andichtet, aber immerhin zeigen sie, dass Banning eben auch nur ein Mensch aus Fleisch und Blut – mithin also verletzbar ist. Und dessen Verletzbarkeit ist dann auch Thema, wenn er sich erstmals auf der „falschen“ Seite wiederfindet – nämlich als Hauptverdächtiger des Anschlags auf den Präsidenten. Es mogelt sich also auch ein bisschen Jason Bourne unter die Oberfläche, wenn man mal wieder das Motto „Einer gegen Alle“ bemüht. Grundsätzlich gelingt das aber vor allem in den Szenen gut, in denen klargestellt wird, dass Banning eben kein junger Hüpfer mehr ist. Dieses Knabbern an seinem übermenschlichen Superhelden-Status tut der Stimmung und anfänglichen Spannung gut. Natürlich muss man kein Prophet sein, um zu ahnen, dass der alternde Personenschützer am Ende doch wieder über sich hinaus wächst und Angel Has Fallen im Quasi-Alleingang von mehreren Dutzend Bösewichten und Verschwörern befreit.

Irgendwie muss das ja auch so. Wer will hier schon ein Verliererdrama sehen? Womit wir bei der handgemachten Action sind, also jener, die nicht durch CGI dominiert ist. Solange das, was vor der Kamera passierte, wirklich vor echten Hintergründen (und nicht vor Greenscreen) aufgenommen wurde, kann die finanzielle nochmals abgespeckte dritte Folge des Franchise überzeugen. Aber wehe, es kommt die Greenscreen zum Einsatz. Schon nach etwas über zwanzig Minuten kann man recht deutlich erkennen, dass Freemans Präsident vor digitalem Hintergrund gerettet wird. Was sich die Herren der Qualitätskontrolle des VFX-Studios aber gedacht haben, als der Tross um Trumbull und Banning vor der Staubwolke flieht und Butlers vor CGI-Hintergrund ausgeschnittenes Gesicht die Hälfte vermissen lässt, wäre mal interessant zu erfahren. Derart dilettantische Tricks hat man zuletzt selten gesehen.

Besetzungs-Coup für den dritten Teil: Nick Nolte in der Rolle von Banning Senior © Bilder: Universum Film GmbH – Alle Rechte vorbehalten!

Neben einem erneut launigen Auftritt Butlers ist es aber vor allem ein gewisser Herr Nolte, der Angel Has Fallen die nötige Würze verpasst. Als Vietnam-Veteran und eremitisch lebender Vater Clay Banning bringt er eine knorrige und lustvoll dargebotene Performance, in der er sich diebisch freut, wenn seine selbstgebastelten Sprengstoff-Fallen die Verfolger ausschalten. Die Dialog-Scharmützel zwischen Vater und Sohn Banning sind das Salz in der Suppe eines Films, dessen Story-Grundgerüst man nun wirklich nicht hinterfragen sollte. Täte man es, würde es schwer fallen, die kilometertiefen Logiklöcher zu umgehen, die uns die Drehbuchautoren hier (mal wieder) auftischen – allen voran das unfassbar dumme Verhalten der Secret-Service-Mitarbeiter. Aber auch (später) jenes der vermeintlich super trainierten Bösewichte. Dies und die Tatsache, dass die Drahtzieher hinter der ganzen Sache alles andere als überraschend kommen und (in allen drei Filmen leider Usus) viel zu früh bekannt gegeben werden, verhindert letztlich einen adäquaten Spannungsbogen. Was bleibt ist handfeste Action mit viel Tam Tam und ein gut aufgelegter Nick Nolte, der seinem Sohnemann auch mal an den Kopf wirft, dass er „einen Haufen Scheiße in der Birne“ habe.

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