Test: Stephen Kings „ES“ (2017) auf 4K UHD Blu-ray

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Stephen Kings "ES" (2017) auf 4K UHD Blu-ray im ausführlichen Test

Pennywise der Clown lehrt wieder das Fürchten. Das 2017-Remake von Stephen Kings „ES“ lockt mit großartigen Schauspielern und einem schaurig-schönen Dolby Atmos Soundmix. Doch kann auch die Bildqualität der „ES“ 4K UHD Blu-ray im Test überzeugen?

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Es gibt wohl wenige Jugendliche, die in den 80ern aufgewachsen sind und nicht auf irgendeinem Weg mit Stephen Kings 1200-Seiten-Wälzer in Berührung gekommen sind. Mehr noch als die kbekannten Werke wie Sie,Shining oder Friedhof der Kuscheltiere beschreibt der Autor in ES, wie das Grauen über eine kleine Stadt hereinbricht. Schon die zweiteilige TV-Verfilmung von 1990 transportierte dies spannend und glänzte zudem mit einem großartigen Tim Curry. Allerdings, so ehrlich darf man aus heutiger Sicht durchaus sein, waren die gestalterischen Mittel des 180-Minüters doch begrenzt und das Regietalent von Tommy Lee Wallace auch eher mittelprächtig. Es schien also an der Zeit, dass man sich des Romans erneut annahm und versuchte zu realisieren, woran Jahrzehntelang andere Filmemacher gescheitert sind: Die epische Geschichte fürs Kino aufbereiten. Hierzu gewann man Andres Muschietti als Regisseur, der mit Mama bewiesen hatte, dass er hervorragend psychologischen Grusel inszenieren kann.

Einladend sieht anders aus... in diesem Haus soll "ES" sein Unwesen treiben
Einladend sieht anders aus… in diesem Haus soll „ES“ sein Unwesen treiben

Aber zurück zu ES: Um der Vorlage gerecht zu werden, war schnell klar, dass man auch hier den Weg eines Zweiteilers gehen würde und sich entsprechend viel Zeit nehmen konnte, um die Charaktere zu beschreiben und die Figur des Bösen einzuführen. Die Tatsache, dass sich ES übrigens in einem Detail nicht ans Buch hält und nicht zwischen den Zeit-Ebenen hin- und herspringt, kann nur bedeuten, dass der zweite Teil komplett 27 Jahre später spielen wird und die Kids von damals als Erwachsene den Kampf erneut aufnehmen. Ob dies dann nicht zu einem zu starken Bruch zwischen beiden Filmen sorgen wird, bleibt abzuwarten. Pennywise wird nun von Bill Skarsgård gespielt, der wahrlich keinen einfachen Job hatte – immerhin gilt Tim Curry gerade unter Fans des fantastischen Films als regelrechte Kult-Ikone. Skarsgård legt den Horror und Schrecken seiner Gestalt mit einer stärker psychologischen Note an. Sein Pennywise wirkt irrer und durchgeknallter. Und das verfehlt seine Wirkung keineswegs. Wenn er mit seiner Unterlippe fiese Spielereien macht und ihm der Speichel an ihr runterrinnt, verspürt man als Zuschauer von ES echte Schauer auf dem Rücken. Von der Statur her etwas schmächtiger, dafür im Make-up wesentlich schauriger und furchterregender schafft Skarsgård es praktisch mühelos, für Angst und Schrecken zu sorgen. Da der Film sehr geschickt Masken und Atmosphäre nutzt, um die jeweiligen Ängste der Kids im Erscheinungsbild des Clowns zu manifestieren, ist er auch hier wirkungsvoller und spannender als die Erst-Verfilmung.

Die Schauspieler für das 2017 Remake von "ES" wurden großartig gecastet
Die Schauspieler für das 2017 Remake von „ES“ wurden großartig gecastet

Demgegenüber schafft es Muschietti mit seiner Verfilmung hervorragend, das Gefühl der „Loser“-Kids einzufangen. Und dabei ist es gar nicht einfach, sieben Charaktere unterscheidbar für den Zuschauer zu machen und gleichzeitig jedem einzelnen eine Geschichte zu verpassen. Das funktioniert im Film aber ganz hervorragend und fängt den Geist der Romanvorlage nahezu perfekt ein. Selbst der Moment, in dem sich die Gruppe zu entzweien droht, überzeugt mit nachvollziehbaren Emotionsausbrüchen. Das effektive Gut-Böse-Schema, das praktisch alle Romane von King durchzieht, funktioniert in dieser Verfilmung perfekt – gerade weil die Protagonisten allesamt Jugendliche sind, die den Beschützerinstinkt des Zuschauers wecken.

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Bildqualität „ES“ (80%)

ES wurde mit in einem vollständig digitalen Prozess aufgenommen. Am Ausgang lagen 2,8K und 3,4K an, was für das Digital Intermediate allerdings auf 2K runtergerechnet wurde. Die UHD ist also keine native 4K-Scheibe, sondern liefert nur ein Upscale von 2K. Zunächst mal macht das allerdings gar nichts. Denn wo schon die Blu-ray ein ziemlich knackig scharfes Bild hatte, legt die UHD noch mal mehr Bildruhe obendrauf. Interessanterweise intensiviert sie das leichte, vorhandene Korn nicht nochmals, da es zumeist in weniger gut ausgeleuchteten Szenen zum Vorschein kommt und in diesen düsteren Momenten die integrierte höhere Bilddynamik ein leichtes Abdunkeln bewirkt. Entsprechend wird das subjektiv sichtbare Korn dadurch etwas verringert. Apropos Bilddynamik: ES ist der erste Spielfilm-Titel von Warner Home, der neben dem statischen HDR10 auch noch das dynamische Verfahren Dolby Vision anbietet. Das wird vor allem Besitzer einer LG-Player-TV-Kette freuen.

Stephen Kings "ES" auf 4K Blu-ray ist der erste Film von Warner der auch Dolby Vision HDR unterstützt
Stephen Kings „ES“ auf 4K Blu-ray ist der erste Film von Warner der auch Dolby Vision HDR unterstützt

Das statische HDR10, das für die meisten der bisherigen UHD-TV-/Beamer-Besitzer relevant sein dürfte, geht hier relativ dezent zu Werke. Wie beschrieben dunkelt es in wenig gut ausgeleuchteten Bereichen ein kleines bisschen ab und verschweigt deshalb schon mal ein paar Details. In gut ausgeleuchteten Momenten sorgt es allerdings für einen knackigeren Schwarzwert mit gleichzeitig helleren Spitzlichtern. Der integrierte erweiterte Farbraum im Rahmen von Rec.2020 sorgt für etwas prägnantere Rottöne und hebt auch das Grün der Bäume und Wiesen etwas an. Gesichter bekommen zudem einen etwas wärmeren Touch. Kaum Vorteile gibt’s in Sachen Auflösung. Selbst bei näherem Hinsehen oder einer Ausschnittsvergrößerung erlaubt sich die Blu-ray kaum einen Patzer und bleibt nahezu ebenso gut konturiert wie die UHD.

Dolby Vision Bewertung:

Das statische HDR10 Format hat gegenüber der dynamischen Dolby Vision Variante in der Theorie und meist auch in der Praxis einen Nachteil. Wir haben aber das Gefühl, als wäre Dolby Vision in der Produktionskette der 4K UHD Blu-ray immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Man hat zuweilen das Gefühl, das Coloring der Bildinhalte wird auf Dolby Vision optimiert, verschlechter dabei aber gewissermaßen das Ergebnis der HDR10-Darstellung. Das ist aber eine rein subjektive Meinung und kann bei anderen Filmen wieder ganz anders aussehen. Auf jeden Fall kann man in vielen Szenen erkennen, dass hier mit verschiedenen Helligkeitswerten gearbeitet wurde. Die Detailausbeute profitiert davon auf jeden Fall. Die Szenen wechseln ja mal gerne von hell beleuchteten Außenwelten zu dunklen Abwassersystemen. Details in den hellen Lichtspots und dunklen Bildbereichen sind oft besser erkennbar. In anderen Szenen scheint die Dolby Vision-Verarbeitung der HDR10 Version gleichwertig. Wer einen Dolby Vision-fähigen 4K Blu-ray Player samt UHD-Fernseher sein eigen nennt, sollte auf jeden Fall den Vergleich wagen. Wir denken, ihr freundet euch am Ende eher mit dem Dolby Vision-Bild an.

Tonqualität „ES“ (90%)

Beim Sound macht ES so schnell keine andere Disk etwas vor. Zunächst mal ein dickes Lob an Warner Home Video, die sowohl die Blu-ray als auch die UHD mit deutschem UND englischem Dolby-Atmos-Sound ausliefern (True-HD-Kern). Und weil gerade Horrorfilme auch von ihrem Ton leben, liefert die King-Verfilmung mal so richtig ab. Schon die Stimmen, die während der Einblendung des Produktions-Studio-Titels erklingen, verteilen sich unglaublich räumlich über sämtliche Lautsprechern. Man hört sie mal von links, rechts oder oben. Dazu kommt ein Subwoofer, der schon während des Gewitters und Georgies Gang in den Keller brutal zuschlägt. Klasse auch der sägende Filmscore, der nach der Attacke auf Georgie einsetzt und wieder von den räumlichen Stimmen begleitet wird. Hier sitzt man als Zuschauer wirklich mit allen Nerven gespannt vor dem Fernseher/der Leinwand.

Die Neuinterpretation von Horror-Clown Pennywise wird von Schauspieler Bill Skarsgård perfekt in Szene gesetzt
Die Neuinterpretation von Horror-Clown Pennywise wird von Schauspieler Bill Skarsgård perfekt in Szene gesetzt

Natürlich ist es aber nicht nur die effektvolle Nutzung der Höhenspeaker, die überzeugt. Auch auf der 2D-Ebene und in Sachen Dynamik legt ES die akustische Messlatte extrem hoch. Wenn Mikes Großvater das Bolzenschussgerät abfeuert, zuckt man anstelle des Lamms unwillkürlich zusammen – so vehement gelangen die Geräusche ans Ohr. Was bis auf oben angesprochene Ausnahme auch für die Aktivität der 3D-Ebene angeht. Denn was wirklich gut funktioniert, sind nicht nur die korrekt verorteten Höhen-Informationen, sondern auch der Einsatz des Scores und in dessen Ergänzung gewisse Sounds, die gezielt eingesetzt werden. Da man hier auch nicht zwingend beachten muss, ob sie nun visuell in der oberen Etage geschehen, macht bspw. ein Bass-Sweep bei Mikes Kontakt mit Pennywise durchaus Spaß, wenn er praktisch nur von oben kommt. Effektvoll splattert es zudem aus dem Waschbecken, wenn Beverly ihre Vision hat und das Blut aus allen Lautsprechern fließt. Und wenn zu Anthrax‘ „Antisocial“ die Steine wuchtig über die Köpfe des Zuschauers fliegen, geht man unwillkürlich in Deckung. Sensationell ist die Ortung der Stimmen und Geräusche im verbrannten Haus, das ein schauriges Eigenleben führt – ein wirklich toller 3D-Sound.

  • Deutsch Dolby Atmos (90%)
  • Englisch Dolby Atmos (95%)

Bonus (60%)

Das Bonusmaterial von ES befindet sich komplett auf der Blu-ray der 2-Disk-Amaray. Neben elf entfernten Szenen enthält es drei Featurettes. In „Pennywise lebt!“ gibt’s gut 16 Minuten Einblicke in die Produktion – inklusive Statements der Jungdarsteller und Erwachsenen-Schauspieler. In „Der Losers‘ Club“ geht es dann ausschließlich um die jungen Darsteller und ihre Charaktere, die in der Vorlage schon so viele Leser auf ihre Seite gezogen hatten. „Author of Fear“ letztlich kümmert sich um Stephen King selbst, der erzählt, in welcher persönlichen Situation er sich befand, als er die Vorlage schrieb und was er mit seiner Geschichte wollte.

Gesamtbewertung „ES“ (81%)

Mit „ES“ darf man sich an einer Verfilmung erfreuen, die nicht nur in allen Belangen hochwertiger, sondern auch spannender und atmosphärischer ist als der 90er-TV-Zweiteiler. Mit ausnahmslos guten Schauspielern, höchst effektvollen und schaurigen Pennywise-Momenten und einer tollen Kleinstadt-Sommerferien-Atmosphäre gelingt ES perfekt der Spagat zwischen Jugendfilm und Horrorshow. Man darf gespannt sein auf die Fortsetzung. Die UHD hat trotz einiger Unschärfen im unteren Bildbereich ein sehr plastisches und kontraststarkes Bild mit ausgewogener Farbgebung und toller Auflösung. Der Atmos-Sound liefert dazu ebenso zahlreiche wie schaurige Soundeffekte, die zum Besten gehören, was 3D-Sound aktuell zu bieten hat.

Wer sich „Saw“ bereits zum Frühstück gönnt möchte aber vorgewarnt sein: Das „ES“-Remake orientiert sich sehr nah am Original von 1990. Was damals noch für schlaflose Nächte sorgte, würde heute wohl eher belächelt werden. Die Neuinterpretation mit dem großartigen 3D-Sound verleihen der Version aus 2017 aber weitaus mehr Horror, welche für Otto Normal-Angsthasen vollkommen ausreicht.

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Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 22. Februar 2018 Review am: 19. Februar 2018
Erscheinungsjahr Film: 2017 Laufzeit: 135 Minuten
Filmstudio: Warner Home Video FSK: Ab 16 Jahren
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch,
Dänisch, Norwegisch, Russisch, Spanisch…
Bildformat:
2.40:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch Dolby Atmos
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10 Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray
Testgerät TV: LG OLED55C6D
Testgerät Player: Panasonic DMP-UB900EGK
LG UP970

Stephen Kings „ES“ (2017) Trailer:

Test: Stephen Kings „ES“ (2017) auf 4K UHD Blu-ray
4 (80%) 5 Bewertung[en]

1 KOMMENTAR

  1. habe heute den film es 1 teil auf blue ray gesehen.sehr guter film. kein vergleich mit der 1990 jahre vision. freue mich auf der 4k scheibe.zuerst schaue ich die blue ray danach die 4k scheibe.machmal lohn der film in 4k. hdr 10+ dolby vision kann ein mehr wert sein.der letzte film blade runner 2049 war schrott. der letzte sehr gute 4k scheibe war t2.fünfte element.freue mich auf die klasssiker matrix u.s.w. die preise müssen runter auf 20 euro mit blue ray+4k.und der ton muss besser werden(DOLBY ATMOS DTS X ) UND NICHT DER SCHROTT WAS SONY TUT KEINE BLUE RAY DABEI TON DVD 5:1 KOMP: UND VIEL ZU TEUER

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