Amazon als Zerstörer des Kinos? Regisseur Doug Liman unterstellt das gewissermaßen dem Online-Giganten und ist erzürnt über den Umgang mit seinem Film „Road House“.
Liman hat bei Filmen wie „Mr. & Mrs. Smith“, „Die Bourne Identität“ oder auch „Edge of Tomorrow“ Regie geführt. Mit Jake Gyllenhaal in der Hauptrolle hat er zuletzt den Kampfsport-Film „Road House“ gedreht – im Auftrag von MGM, die ja mittlerweile zu Amazon gehören. Letztere haben nun entscheiden, dass der Film allerdings nicht größer in den Kinos starten wird, sondern direkt zu Prime Video wandert. Für Liman ist das ein Affront.
Amazon schade mit diesem Schachzug nicht nur Liman, sondern auch Gyllenhaal und den Kinos. So habe Amazon zwar bei der MGM-Übernahme noch davon gesprochen, sich für das Kino einzusetzen, zeige mit der Strategie von „Road House“ jedoch, dass dahinter nur heiße Luft stecke. Laut Liman sei der Film bei Testvorführungen extrem gut bewertet worden. Es sei nicht für ihn nachvollziehbar, dass der Film quasi nun bei Prime Video aufschlage, als Anreiz für Amazon-Kunden und um am Ende mehr Haushaltsartikel zu verscherbeln.
Was man bedenken sollte: Liman argumentiert zwar mit „den armen Kinos“ und damit, dass das Publikum der Chance beraubt werde, „Road House“ auf der großen Leinwand zu genießen, in Wahrheit dürfte es dem Regisseur aber auch stark ums Geld gehen. Hohe Einspielergebnisse können seine Reputation stärken und je nach Vereinbarungen auch mehr Geld durch Einnahmebeteiligungen fließen lassen. So gibt Liman dann auch zu, dass weder er noch ein Darsteller wie Gyllenhaal von einem Streaming-Hit so profitieren, wie von einem erfolgreichen Kinofilm.
„Road House“: Ein potenzieller Kinohit?
Liman argumentiert jedenfalls, dass sich in der Vergangenheit auch gezeigt habe, dass zunächst im Kino erfolgreiche Filme später auch im Streaming erfolgreicher laufen. Er habe grundsätzlich nichts dagegen, wenn ein Film von Anfang an spezifisch fürs Streaming produziert werde. Auch er selbst drehe gerade mit „Instigators“ eine Produktion speziell für Apple TV+. Doch in diesem Fall nehme er wahr, wie Amazon das Kinogeschäft von MGM demontiere und Versprechen breche.
Klare Verantwortliche, außer Amazon als Unternehmen und wahrscheinlich Algorithmen im Hintergrund, könne und wolle er nicht benennen. Am Ende macht sich Liman allerdings Sorgen um die Zukunft des Kinos. Bei Amazon sieht er sie jedenfalls nicht in guten Händen.
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