YouTube nutzt nun AV1 und schaltet 8K an kompatiblen TVs frei

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YouTube startet mit AV1 größer durch
YouTube startet mit AV1 größer durch

Bei YouTube hat man gleich zweifach einen Schalter umgelegt: Zum einen unterstützt die Plattform an mehr Geräten den Codec AV1 und zum anderen bietet man nun 8K-Streaming an kompatiblen TVs von LG und Samsung.

Der noch relativ neue Videocodec AV1 ist effizienter als Konkurrenzformate und soll also wahlweise bei gleichbleibender Bitrate potenziell höhere Qualität bieten oder eben bei reduzierter Bitrate gleichbleibendes Niveau. Das ist für Streaming natürlich ein Segen. Auch Netflix verwendet beispielsweise schon zum Teil AV1.

YouTube nutzt AV1 für Browser an Desktop-PCs und Notebooks ohnehin schon eine ganze Weile. Nun hievt man den Codec aber auch zu kompatiblen Geräten mit Android TV. Dafür müssen dann entsprechende Chipsätze an den Geräten zum Einsatz kommen. Aktuell sind das Fernsehgeräte mit den Broadcom’s BCM72190 / 72180 und Realtek RTD1311 / RTD1319. An der Nvidia Shield TV 2019 hingegen arbeitet man aktuell nicht mit AV1.

AV1 Logo
AV1: Neuer Codec als Konkurrenz für HEVC

AV1 ist ein offenes Format, für das keine Lizenzgebühren anfallen. Das reizt dann auch viele Hersteller im Gegensatz zu den konkurrierenden Codecs HEVC und VP9, die ebenfalls für 4K-Inhalte mit HDR zum Einsatz kommen. Hinter AV1 stehen unter anderem Apple, Facebook, Netflix, LG, Microsoft, Samsung und weitere.

YouTube setzt nun auch auf 8K-Streams an TVs von LG und Samsung

Des Weiteren hat YouTube damit begonnen an kompatiblen Fernsehern nun über genau den erwähnten AV1-Codec 8K-Streams anzubieten. Auch für Android TV will man die Unterstützung im Verlauf des Jahres ausrollen. Derzeit ist die Nutzung bereits an Samsungs 8K-TVs des Jahres 2020 möglich. Aber auch LGs diesjährige 8K-Modelle kommen in den Genuss. TCL hat aber ebenfalls schon bestätigt, dass der X915 8K-Streaming über YouTube ermöglichen soll – allerdings gab man an, dass dies erst ab Android TV 10 möglich sein werde.

Bulgaria 8K HDR 60P (FUHD)

Auch Philips will AV1 mit seinen TVs unterstützen. Leser, die einen infrage kommenden 8K-TV besitzen, können z. B. mit dem obigen Video testen, ob die 8K-Wiedergabe an ihrem Gerät bereits funktioniert. Der Clip liegt bei YouTube in 8K vor.

20 KOMMENTARE

  1. Bildqualität hin oder her,die sollten endlich mal den Ton in 5.1 übertragen und nicht nur in 2.0 egal was für ein Video das ist.da ist noch die drosselung der Daten zur gerade mal SD ,das sollte man mal ansetzen.

  2. Vielleicht reicht dann ja die Bit-Rate der „8k videos“ (nach Runterskalierung) gerade eben so aus für ein nicht völlig kompressions-zermatschtes 4k Bild.

    Heutige „4k-videos“ von Youtube lassen sich ja gerade so eben in ansehbare 2k-videos herunterskalieren, während die von Youtube in 2k gelieferten Videos einfach nur Kacke aussehen.

  3. Cool dann kann ich natives 8K Material mit SAMSUNG Q950T (2020 Modell) gucken denn 8K 1A Demo Videos gibt es ja genug auf YouTube

  4. „Das reizt dann auch viele Hersteller im Gegensatz zu den konkurrierenden Codecs HEVC und VP9“
    VP9 hat aber wie AV1 auch keine Lizenzgebühren.

    AV1 sollte generell einen Qualitatsschub bieten, da es diverse Encodingartefakte vermeidet oder entfernt.
    Dadurch, dass 10bit encodings leicht zum Standard werden können (auch für 8bit Quellen), genauso wie 4:4:4 chroma subsampling, erreicht man z. T. eine bessere Kompression (4:4:4 ist erstmal größer, lässt sich aber durch Algorithmen besser komprimieren als 4:2:0) und es werden Artefakte wie Banding (durch 10bit) und Farbartefakte, die durch 4:2:0 auftreten, vermieden.
    Der Decoder von AV1 hat Techniken, um nachträglich Rauschen hinzuzufügen, dass vor dem Encodieren entfernt wurde. (eventuell eher für Netflix relevant als Youtube, da es da eher um Ästhetik geht und Netflix das Filmkorn nun nicht mehr im Bitstream erhalten muss)
    Desweiteren hat er zusätzlich zum Deblockingfilter nun einen Deringingfilter, der das Bild deutlich besser aussehen lassen sollte.

    Natürlich kann Youtube die Bitrate jetzt weiter senken, es könnte aber dennoch sichtbar besser aussehen als zuvor.
    Das relevanteste wäre, das Youtube natürlich auch die Möglichkeiten des neuen Codecs überhaupt ausreizt. Bei Netflix kann ich mir das vorstellen. Bei Youtube weiß ich es nicht, der neue Codec ist natürlich auch langsamer als der alte, aber vielleicht haben sie mittlerweile gute hardwareencoder.

    Dass AV1 in Smartphones landet, würde ich frühestens für 2021 erwarten.
    das iPhone 12 sicherlich noch nicht.
    Dazu ist auch der Wechsel auf Heif/Heic noch zu frisch.

  5. Also…weil da stand, dass auch der Browser im Desktop unterstützt wird: bei mir erscheint in Google Chrome nachwievor (auch wenn ich auf 8K schalte) nur der VP9.
    Vielleicht fehlt noch irgendwo ein Update.

  6. Also wenn YouTube auf AV1 umsteigt und AV1 von Apple unterstützt wird…heißt das demnächst Youtube-Videos in 4K auf Apple TV bzw. in iOS und Safari?

    • Jep. Das ist der Grund, weswegen man auf den AV1 Decoder im neuen Apple TV hofft 😉 Ich rechne dann auch in absehbarer Zeit mit einem Wechsel beim Codec für Videoaufnahmen auf iOS Geräten.

  7. Das nvidia Shield wird in der jetzigen Form auch nie AV1 support bekommen, der Tegra Chips ist 5 Jahre alt, kann nichtmal VP9 Profile 2 für Youtube HDR. Und die CPU schafft das nicht alleine zu dekodieren, da muss HW-Unterstützung her.

    • Mich würde mal interessieren, ob der Codec Wechsel einen sichtbaren Qualitätsschub bringt. Wenn nicht, ist es nämlich auch egal, ob das Shield das nun unterstützt oder nicht 😀

      • Der Wechsel ist in erster Linie dafür gedacht kleiner Daten zu generieren. Natürlich ließe sich theoretisch aber auch ein besseres Bild bei identischer Bitrate erreichen. Wegen der Abwärtskompatibilität hat YouTube 1080p Videos aber weiterhin als AVC Stream gespeichert.

      • Eines der Hauptargumente für die neuen Codecs ist ja,
        dass die Bitrate weiter reduziert werden kann, bei gleicher Qualität im Vergleich zum alten Codec und höherer Bitrate.

        Von daher würde ich mal stark bezweifeln, dass die Anbieter beim neuen Codec die Bitrate gleich hoch lassen, um bessere Qualität zu erzielen. Viel eher geht es denen darum, die Bitrate weiter reduzieren zu können, da sie so kosten einsparen und der Kunde hat am Ende des Tages keinen/kaum einen Vorteil gewonnen.

      • Wenn irgendein Streaminganbieter dauerhaft auf AV1 wechselt, z.B. wegen der geringeren Bandbreite oder einfach weil es keine Lizenzkosten nach sich zieht, hat man mit dem Shield ein Problem. Genauso wenn man entsprechend kodierte Mediendateien wiedergeben möchte.

        Das mag heute alles noch kein Thema sein, zukünftig aber womöglich schon

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