Die IFA (Internationale Funkausstellung) in Berlin findet 2020 nur in abgespeckter Form statt. Mit Philips und Samsung haben nun zudem zwei große Hersteller dem Event eine Absage erteilt.
Die IFA ist traditionell eine der wichtigsten Elektronikmessen im Jahr, wird aufgrund er Corona-Krise 2020 aber nur quasi als Mini-Version stattfinden. Die IFA konzentriert sich dabei in diesem Jahr auf vier Schlüssel-Events, denen je maximal 1.000 Teilnehmer beiwohnen dürfen. Insgesamt schrumpft die Teilnehmerzahl damit auf maximal 12.000 Personen.
Offenbar sehen deswegen nun die ersten Hersteller keinen Sinn in der Teilnahme, die für sie natürlich auch viel finanziellen Aufwand bedeutet. Samsung hat deswegen bereits seine Präsenz abgesagt. Seit 1991 nimmt Samsung sonst regelmäßig an der Messe teil, die 20020 am 3. September 2020 beginnt. Auch LGs Teilnahme ist im Übrigen noch offen.
Beschlossene Sachen ist hingegen, dass auch Philips bzw. der Markeninhaber TP Vision 2020 nicht an der IFA 2020 teilnimmt. Stattdessen will das Unternehmen mehrere Online-Events abhalten, die zwischen dem 1. und dem 10. September 2020 stattfinden werden. Man begründet diesen Schritt mit der Sicherheit der eigenen Mitarbeiter. Auch der Kostenfaktor dürfte aber eine erhebliche Rolle gespielt haben.
Die IFA 2020 verliert an Relevanz
Durch die Absagen von Samsung und Philips sind schon zwei große Player raus aus der Messe. Es bleibt abzuwarten, ob nicht noch eine größere Absagewelle aus uns zurollen könnte. So geschah es beispielsweise Anfang des Jahres auch beim Mobile World Congress, der aufgrund der Absagen von immer mehr Ausstellern dann ganz gestrichen wurde. Wie bereits erwähnt steht eine Zu- oder Absage von LG ebenfalls noch aus.
Die CES 2021 soll übrigens nach aktuellem Stand der Dinge dennoch stattfinden. Man darf gespannt sein, ob es dabei bleibt. So wird man international die Entwicklung der Corona-Pandemie beobachten.
Der Versatile Video Codec (VVC) ist nun als Standard finalisiert worden. Er ist um bis zu 50 % effizienter als HEVC und soll sich dadurch bestens für 4K- und 8K-Inhalte eignen.
Gearbeitet wurde an dem neuen Codec bereits seit 2015. Auch für Wide Color Gamut und HDR ist VVC natürlich gerüstet. Spannenderweise erwähnt man ebenfalls, dass VVC ebenfalls viel Potenzial für Game-Streaming habe, also auch für Cloud-Gaming-Angebote wohl sehr spannend sein dürfte. Auch VR-Inhalte könnten von VVC profitieren. Aktuell gibt es jedoch noch keine Hardware, die wirklich für VVC gerüstet wäre.
Erste Chips mit VVC befinden sich jedoch bereits in der Entwicklung. Bestätigt wurde die Finalisierung des VVC-Standards jüngst durch das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (FHHI). Über den Standard ist es also möglich eine zu HEVC gleichbleibende Bildqualität bei um 50 % reduzierter Dateigröße zu erreichen. Oder man erreicht eben bei identischer Dateigröße eine besser Bildqualität.
Software-Tools, welche für die H.266-Encodierung und -Decodierung bereit sind, sollen ab Herbst 2020 bereitstehen. Bis VVC alias H.266 jedoch nun in der Praxis eine größere Rolle spielen dürfte, werden wohl noch mehrere Jahre vergehen. Üblicherweise dauert es sehr lange, bis neue Videocodecs breit genutzt werden, weil eben erst die Soft- und Hardware-Unterstützung breit und verlässlich sein muss.
H.266 dürfte auch für Streaming-Anbieter eine große Rolle spielen
H.266 dürfte für Streaming-Anbieter sehr spannend sein, denn es ist bekannt, dass beispielsweise Amazon Prime Video langfristig natürlich auch auf das 8K-Streaming schielt. Für einen Nachfolger der Ultra HD Blu-ray dürfte das keine Rolle spielen, da wir nicht damit rechnen, dass den aktuellen Discs noch eine nächste Generation nachfolgen wird. Dafür ist die Ultra HD Blu-ray zu sehr ein Nischenmedium.
VVC ist effizienter als HEVC
Lizenzieren will man VVC zu FRAND-Bedingungen, was eine günstige und für alle zur Verfügung stehende Nutzung meint – was natürlich auch der Verbreitung von VVC alias H.266 dienen soll. Organisieren soll jenes das Media Coding Industry Forum (MC-IF).
Marantz hat seine neuen AV-Receiver/-Verstärker der SR-Serie für 2020 vorgestellt. Der SR5015, SR6015, SR7015 und SR8015 verfügen über eine HDMI 2.1 Schnittstelle und sind somit bereit für 8K.
Beginnen wir mit der wichtigsten Neuerung der Marantz SR-Serie 2020. Alle fünf Modelle besitzen einen dedizierten HDMI 2.1 Eingang, der die Verarbeitung von 8K/60p und 4K/120p Videosignalen ermöglicht. Es stehen auch mindestens zwei HDMI 2.1 Ausgänge bereit. Zudem werden wichtige HDMI-Features wie ALLM (Auto Low Latency Mode), VRR (Variable Refresh Rate) oder eARC (enhance Audio Return Channel) unterstützt. Selbst das selten eingesetzte QMS (Quick Media Switching), welches den Wechsel zwischen unterschiedlichen Bildraten ohne schwarzen Bildschirm ermöglicht, findet in den neuen Modellen SR5015(DAB), SR6015, SR7015 und SR8015 Verwendung. Als letztes stößt noch QFT (Quick Frame Transport) dazu, womit die „Liga der HDMI 2.1-Features“ komplett wäre. Die Unterstützung für dynamische HDR-Formate wie Dolby Vision oder HDR10+ gehört ja mittlerweile zum guten Ton.
HDMI 2.1 (8K) ist mit an Bord
Der SR5015(DAB) ist in Silber und Schwarz erhältlich
Egal für welches Modell man sich entscheidet, ein Stück „Zukunftssicherheit“ ist mit den Marantz SR-Modellen garantiert. Es dürfte jedoch jedem Klar sein, dass sich die Modelle untereinander in puncto Ausstattung und somit auch im Preis unterscheiden. Den Einstieg macht der SR5015 AV-Verstärker, den es auch noch als AV-Receiver-Variante SR5015DAB gibt. Das Modell wartet mit sieben Kanälen mit je 180 Watt (maximal) auf und ermöglicht dem Käufer den Einstieg ins 3D-Heimkino mit Dolby Atmos und DTS:X.
SR6015 & SR7015 mit IMAX Enhanced
Der SR6015 geizt nicht mit Anschlussmöglichkeiten inkl. 7 HDMI Eingängen (1x HDMI 2.1) und drei HDMI-Ausgängen (2x HDMI 2.1)
Darüber angesiedelt ist der SR6015 mit neun Verstärker-Kanälen mit je 185 Watt (maximal) und zusätzlicher IMAX-Enhanced Zertifizierung. Über einen externen Stereo-Verstärker kann das Kanal-Setup sogar auf 11.2 erweitert werden. Der SR7015 liefert ebenfalls 9 Kanäle mit der Option auf eine 11.2-Kanal-Verarbeitung. Letztere kann beim SR7015 auch für Auro-3D eingesetzt werden. Die Leistung steigert sich jedoch auf 200 Watt je Kanal (maximal). Zusätzlich gibt es ein zweizeiliges Display und die Funktionstasten „verstecken“ sich hinter einer Aluminiumklappe.
Flaggschiff SR8015 mit DTS:X Pro
Das verkupferte Chassis des SR8015 macht ganz schön etwas her
Die Speerspitze der SR-Modellreihe bildet der SR8015 mit ganzen 11 Verstärkerkanälen à 205 Watt (maximal) und die Option auf eine 13.2 Kanal-Verarbeitung. Zusätzlich gibt es noch DTS:X Pro und eine Fülle an audiphilen Features wie z.B. den symmetrischen monolithischen Endstufenaufbau, Ringkerntransformator, das verkupferte Chassis uvm. oben drauf.
Preise und Termine
Wer sich für die neuen Modelle interessiert, wird sich jedoch noch etwas gedulden müssen. Erst ab August ist mit der Markteinführung der ersten Modelle (SR7015) zu rechnen. Das komplette Lineup wird dann ab September 2020 im Fachhandel auftauchen. Preislich schlagen die AV-Verstärker 2020 von Marantz mit 899 Euro bis 2.999 Euro (UVP) zu Buche:
Das erste Quartal 2020 wird Vielen nicht in guter Erinnerung bleiben. Einige werden aufgrund der Krise, die ein kleines Virus ausgelöst hat, Angehörige oder Freunde verloren haben. Andere möglicherweise ihre Arbeitsstelle. Für viele Gewerbe ist diese Krise noch immer lebensbedrohlich. So auch für das Kino und die Filmverleihe. Aufgrund der fast weltweiten Schließung von Lichtspielhäusern wurden weit über 100 Filmstarts verschoben und ähnliche viele laufende Produktionen wurden auf Eis gelegt, bevor sie irgendwann nach dem Ende der weltweiten Beschränkungen wieder fortgesetzt werden können. Jetzt kann man Filme, die noch nicht angelaufen sind, relativ einfach verschieben. Was aber mit den Titeln, die erst kurz vor der weitreichenden Schließung überhaupt ins Kino gelangten und dort ihre übliche Kraft nun nicht entfalten können?
Die Filmverleihe suchten Alternativen und fanden sie. Sony Pictures Entertainment wertete Bloodshot bereits drei Wochen nach dem offiziellen Deutschlandstart (05.03.2020) und etwa 14 Tage nach dem US-Start (13.03.2020) per Video on Demand aus. Kein Wunder, dass dieser Weg gesucht wird, denn mit einem weltweiten Einspiel von 24 Mio. Dollar bei 45 Mio. Dollar Produktionskosten stand ein großer Flop zu befürchten.
Ob das mit den VoD-Einnahmen nun bereits abgewendet werden konnte, ist fraglich. Gut zweieinhalb Monate sind wiederum vergangen und Bloodshot erschien nun fürs Heimkino auf Disk(s).
Vin Diesel macht, was er gut kann: Alles kaputt
Natürlich darf man die Frage stellen, ob der Flop nicht auch dann unvermeidbar gewesen wäre, wenn der Film im Kino seine volle Auswertung erhalten hätte. Denn, formulieren wir es mal höflich:Bloodshot ist ziemlicher Trash. Unterhaltsamer Trash, bisweilen. Gut getrickster Trash, mitunter. Aber eben Trash. Wäre es nicht an Vin Diesel, hätte man sich die Kinoauswertung vermutlich ohnehin gespart. Neben den Action-Vielsehern und den Trashfans ist der Film aber dennoch für eine ganz bestimmte Zielgruppe interessant: Die Comic-Fans.
Denn Bloodshot basiert auf dem gleichnamigen Comic(Helden) aus dem Valiant Verlag. Tatsächlich plante man sogar einige Filme mit Charakteren von Valiant, die man später sogar in einem gemeinsamen Film auftreten lassen wollte. Bloodshot ist nun in erster Linie ein Vin-Diesel-Vehikel geworden. Der fleischmützige Hauptdarsteller darf seinen wuchtigen Körper angereichert mit CGIs in zahlreiche Kämpfe werfen und dabei lockere Sprüche von sich geben. Das ist soweit nichts Neues. Und das gilt auch für die Story. Von vorne bis hinten ohne jede Überraschung (schon gar nicht, was die Bösewichte angeht) erzählt das Regiedebüt von Dave Wilson die altbekannteste unter den altbekannten Geschichten über Superhelden und ihre „Erschaffer“.
Vielleicht wäre das Ganze anders geworden, wenn die zunächst geplanten Regisseure Stahelski und Leitch das Dirigieren übernommen hätten. Immerhin hatten die Zwei in John Wick gemeinsam Rachefilm-Erfahrung gemacht und Leitch ist mit Deadpool 2 sowie Atomic Blonde auch ziemlich erfahren im Bereich von Comics und Graphic Novels. Doch „hätte“, „wenn“ und „aber“ zählen nicht, weil’s doch anders gekommen ist. Wilson hat aber etwas auf der Habenseite: Der Visual Effects Experte (unter anderem für Avengers: Age of Ultron) kann Action inszenieren. Wenngleich die entsprechenden Szenen über die Gesamtlaufzeit von 110 Minuten etwas rar gesät sind, machen diese durchaus Spaß – visuell und handwerklich. Denn gerade die gezielt und nicht überstrapaziert eingestreuten Super-Slow-Motions passen hervorragend zum Thema des Supersoldaten. Choreografie und Inszenierung haben Drive und funktionieren prächtig. Für Abwechslung sorgt dann die Verfolgungsjagd nach rund 75 Minuten, die um die Fähigkeiten zweier weiterer Nano-Soldaten ergänzt wird.
Coolster Sidekick der letzten Monate: KT
Begleitet wird die Action auch von manchmal erstaunlich gelungenen VFX. Denn für ein 45-Mio.-Dollar-Budget ist durchaus beachtlich, wie man die Nanotechnik in Garrisons Körper visualisiert hat. Gerade wenn sich sein Körper regeneriert, ist das hübsch animiert. Auch die angesprochenen Zeitlupen-Aufnahmen, in denen seine Körperteile verletzt und weg gefetzt werden, hat man schick visualisiert. Der Showdown im Aufzug ist allerdings eher trashig visualisiert. Was wiederum sehr schade ist: Bloodshot macht seinem Namen auf einer zweiten Ebene keine Ehre: Er ist blutarm. Im Dienste einer PG-13-Einstufung in den USA hat man deutlich weniger Blut integriert als die zackigen Actionszenen ermöglicht hätten.
Das größte Manko aber sind die durchweg blassen Figuren. Zu keiner Zeit fiebert man mit einer von ihnen mit – auch nicht mit Ray. Und wenn Potenzial dazu gewesen wäre, einen Fiesling effektiv zu nutzen (Toby Kebbel als Killer) lässt man ihn in einem Moment als extrovertiert-psychopathischen Typen durch abgehängtes Fleisch tänzeln, um ihn in der nächsten Szene als weinerlichen Winsler zu porträtieren. Auch die weiteren Nebenfiguren werden hastig und oberflächlich charakterisiert. Keiner bleibt wirklich hängen. Einzig Guy Pearce überzeugt, ist allerdings durchweg unterfordert – vor allem auch von einem Drehbuch, das bemüht eine Wendung verkündet, die am Ende aber auch nicht wirklich mit Fundament gefüllt wird.
Bloodshot wurde mit der High-End-Digital-Filmkamera Panavision Millenium DXL2 gedreht. Diese nimmt mit einer Auflösung von 8K auf, was für das Kino-DI auf ein natives 4K gebracht wurde. Auf die UHD kam das Ganze also ebenfalls auf einem 4K-DI basierend und wurde ergänzt um statisches HDR10 und einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum.
In der Praxis bleibt der Film natürlich auch über die UHD stark bearbeitet und stilisiert. Das extrem farbige Color Grading zu Beginn wirkt dadurch noch beeindruckender und plastischer. Gleiches gilt für die postkartenartigen und in Goldgelb-Braun getauchten Landschaftsaufnahmen nach dem Intro. Die italienische Bucht lockt mit nochmals schönerem Sonnenuntergang und kräftigeren Farben im Meer. Die in Rot getauchten Szenen während des Fights im Tunnel profitieren vom erweiterten Farbraum und erscheinen noch etwas kräftiger.
Das Bild von Blu-ray und UHD ist teils stark stilisiert
Wenn die Schärfe gut ist, ist die native 4K-Auflösung zudem deutlich sichtbar. Ob das Details auf Gesichtern sind oder Feinheiten in Farbrikhallen – man sieht einfach wesentlich feinere Abstufungen und profitiert von ruhigeren, besser abgegrenzten Konturen. Das Rauschverhalten gegenüber der Blu-ray ist etwas besser, was aber auch daran liegt, dass der Film dunkler abgemischt ist und es deshalb nicht ganz so auffällig erscheint. Die Banding-Probleme in der Poolszene nach etwas über 25 Minuten sind nach wie vor sichtbar, wenn auch schwächer.
Immer noch schlecht ist der Himmel über Budapest bei 32’13. Allerdings könnte hier der Grund liegen, warum es über die Blu-ray so besonders furchtbar erscheint. Denn die UHD ist hier dunkler und wirkt, als wäre sie „natürlich“ dunkel. Also so, wie die Kamera es sah. Im direkten Vergleich erscheint es, als hätte man die BD durch ein Aufhellen in deren massives Farbrauschen geschickt. Wie es auch ist: Es sieht nicht schön aus.
Beim Sound liefert Bloodshot fürs Deutsche eine dts-HD-Master. Und die ist wirklich wunderbar räumlich geworden: Nicht nur der getriebene Score, sondern vor allem die Shoot-outs zu Beginn werden sehr effektvoll darstellt und während der Super-Slowmotion-Aufnahmen geht es auch mal dynamisch in den Keller (2’14). Auch die Faustschläge beim nächtlichen Angriff auf Ray sitzen. Im Gegensatz zum Dolby-Digital-Sound, der bei der VoD-Veröffentlichung über apples iTunes verfügbar war, klingen auch hier die Obertöne exakter und es wirkt nicht so dumpf. Im Gegenteil kommen die Geräusche, die bei den Aktionen der Nanots entstehen sehr fein zum Gehör.
Geht es in die Superzeitlupen, kommt noch mal mehr Tiefton hinzu und das MP-Feuer nach 38’17 ist wirklich klasse vertont. Hier und da hätte man vielleicht noch mal einen Bass-Sweep einbauen können, wenn Ray in Zeitlupe Gegner über den Kopf schleudert, aber auch so ist das ein sehr guter und viel Spaß produzierender Soundtrack, der im Showdown beim Fight am Aufzug noch mal richtig aufdreht.
Die Vertonung der Nanots-Szenen ist dynamisch und sehr effektvoll geworden
Wie bei Sony oft üblich, bleibt es zwar bei dts-HD-Master fürs Deutsche auf der UHD, doch der O-Ton erhält eine Dolby-Atmos-Spur. Während dieser auf der regulären Ebene bereits etwas offener klingt und bei den starken Tiefbassattacken. So gibt’s die dramatischeren Elemente der Filmmusik von Beginn an auch aus der Höhe und in der engen Atmosphäre des ersten Schauplatzes hallen auch Stimmen mal von oben wider. Der Hubschrauber nach etwas mehr als vier Minuten lässt seine Rotoren von den Heights erklingen und das Ausschalten des Lichts direkt vor der Titelsequenz hinterlässt ebenfalls akustischen Eindruck.
Die Kamerafahrt durch die Arbeit der Nanots hätte man nach etwas über 19 Minuten allerdings noch deutlicher mit 3D-Sounds belegen können. Immerhin bewegt sich das Auge mitten durch deren Tätigkeit hindurch. Der bis dato längste und coolste Effekt aus den Höhen-Speakern kommt dann nach 28’32, wenn Ray die Stimmen in seinem Kopf hört. Wenn’s dann im Tunnel kracht, hört man es Quietschen und krachen. Es splittert Glas und man wähnt sich mitten im Geschehen. Während der Kämpfe fetzt dann schon mal ein Schuss über die Köpfe hinweg. Allerdings wär’s dann schon cool gewesen, wenn man während der Super-Slowmo-Sequenz mehr dreidimensionale Sounds auf die Heights gelegt hätte. Schon alleine aufgrund der Zeitlupe und den sehr innovativen Geräuschen. Hier hört man dann leider „nur“ den Score.
Später klingt dann Diesels Stimme von den Heights, wenn er über die Entfernung mit Harting kommuniziert. Nach 61’50 gibt’s dann erstmals ein offensiveres Geräusch der Nanots im Körper und bei 75’10 poltern die Laufprothesen auf ein Autodach. Während der virtuellen Holodeck-Demonstration von Harting gibt’s dann noch mal schön aktive Heights und im finalen Fight innerhalb des Aufzugsystems hört man es zusätzlich zu intensiv splitterndem Glas schon mal quietschen und knarzen. In Summe ist es aber dann doch etwas dürftig, was der Film hier an 3D-Akustik bereit hält.
Das Bonusmaterial von Bloodshot ist überschaubar ausgefallen. Auf der Blu-ray warten entfallene und erweiterte Szenen inklusivem einem alternativen Ende. Dazu gibt’s noch Outtakes und Pannen.
In „Die Regie von Bloodshot“ geht man unter anderem auch auf die Comicbook-Herkunft der Titelfigur ein und darauf, wie Regisseur Dave Wilson das für sich umsetzen wollte. Auch auf die Effektarbeit wird Bezug genommen. „Der Cast von Bloodshot“ kümmert sich dann für rund elf Minuten um die Darsteller und deren Verkörperung der Filmfiguren. Alles in allem nicht gerade sonderlich viel Material.
Bloodshot (77%)
Bloodshot ist ein lupenreines Hirn-aus-Film-an-Werk. Das Drehbuch ist weder innovativ, noch überraschend oder durchweg schlüssig. Die Sprüche kommen aus den 80ern und Vin Diesel hat lange schon nicht mehr so lustlos agiert. Sieht man über all das weg, gibt’s ein paar ziemlich rasante und cool inszenierte Kampfszenen und die Robo-Action erinnert schon mal an ein PC-Spiel. Weil das fürs vorhandene Budget visuell gelungen umgesetzt wurde, kann man das für zwischendurch mal machen, hat es aber genauso schnell wieder vergessen.
Die UHD lässt die Probleme der Blu-ray mit teils heftigen Rauschattacken und ein paar deutlichen Banding-Momenten etwas weniger auffällig erscheinen, weshalb sie in Summe die bessere Wahl ist. Frei von Problemen ist sie aber ebenfalls nicht. Klasse ist der deutsche dts-HD-Master-Sound, der wirklich Druck liefert und sehr räumlich agiert. Die englische Atmos-Fassung ist auf der regulären Ebene noch etwas offener, verschenkt „obenrum“ aber Potenzial.
Irgendwann merkt auch der fortgeschritten jugendliche Autor dieser Zeilen, dass er unaufhaltsam alt wird. Der Fall ist das dann, wenn er zwar die Titelfigur dieses Mixes aus Real- und Animationsfilm sowie das dazugehörige Konsolen-Game kennt, beim prominent auf dem Cover prangenden „Julien Bam spricht Sonic“ aber passen muss. Julien WER?? Ich musste es googlen und kam zur Erkenntnis, dass es sich bei der deutschen Synchronstimme um einen prominenten VideoBlogger zu handeln. Und in Zeiten, in denen das schon als Berufsbild gilt, ist die Zielgruppe für Sonic the Hedgehog auch schnell gefunden.
Offenbar soll die Verfilmung eines DER Sega-Videospielklassiker vor allem die Jüngeren und Jüngsten ansprechen. Jene Heranwachsenden, die Fernsehen nur deshalb kennen, weil der Papa Abends um 20h eine stinklangweilige Viertelstunden-Sendung einschaltet, in der ein Onkel oder ein Tante Dinge von einem Blatt abliest. Nein, das ist nicht die Art und Weise, wie junge Menschen von heute Information und Kultur konsumieren. Videoplattformen scheinen da eher Anlaufstelle zu sein. Man möge mir also meine Ignoranz bezüglich der deutschen Synchronstimme des Titelhelden verzeihen, aber jemand, der Anfang der 90er mit Sonic the Hedgehog 2 auf dem Sega Mega Drive eines Freundes seine ersten Gehversuche in virtuellem Gaming gemacht hatte, ist halt irgendwie oldschool.
Ungleiches, aber gut harmonierendes Team: Sonic und Tom
Nun, da die Tricktechnik entsprechend fortgeschritten sind und zuletzt auch Nintendos Pokémons zu filmischen Ehren kamen, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis man den hyperaktiven blauen Igel für eine Verfilmung heranziehen würde. Für das immer etwas angeschlagene Filmstudio Paramount stellte die nicht ganz günstige Produktion durchaus ein Risiko dar. Doch ein weltweites Einspiel von etwas über 300 Mio. Dollar stehen 85 Mio. Dollar Produktionskosten gegenüber – es war also tatsächlich ein veritabler Hit für Paramount.
Und den kann man sich jetzt auch im Heimkino anschauen. Was Spaß macht. Ehrlich. Und ganz ohne olschool-Sarkasmus. Mehr noch sogar als Pokémon, dem der Autor dieser Zeilen maximal vorurteilsbeladen entgegen trat und sich dann doch überraschend gut unterhalten fühlte. Für Sonic aber gilt: Die Figur kannte der Verfasser dieser Zeilen. Und er mochte ihn. Dieser in Schallgeschwindigkeit sprintenden und goldene Ringe sammelnde 2D-(später 3D)-Konsolen-Igel hat den Charme, den auch der später entwickelte Sonys Crash Bandicoot besitzt. Dieses gewitzte und schelmische Element, das schon die (rudimentären) Storys der Spielereihe boten, musste doch recht locker auf einen Film zu übertragen sein.
Für Carrey-Fans ist die Rolle des Dr. Robotnik eine echte Offenbarung
Und tatsächlich: Unter der Regie von Langfilmdebütant Jeff Fowler hat man es geschafft, die anarchischen Elemente der Videospiel-Charaktere in den Realfilm zu integrieren, ohne dass es bemüht oder gekünstelt wirkt. Fast organisch erscheint die spätere Freundschaft zwischen dem Titelhelden und Dorfsheriff Tom. Das Chaos, das Sonic beim Erscheinen auf der Erde anzettelt, sorgt für viele vor Witz sprühende Szenen aus Verwirrung und Kulturclash und die jüngste Computertechnik macht’s möglich, dass man auch die Superfähigkeiten des blauen Igels für optische Gags nutzen kann. Wenn Sonic im Alleingang und in Schallgeschwindigkeit eine Country-Bar und die prügelnden Cowboys auseinander nimmt, sieht das nicht nur klasse aus, sondern macht auch eine Menge Spaß.
Dass James Marsden als Tom in der Interaktion mehr oder minder untergeht, weil sein Charakter viel zu naiv und devot angelegt ist, ist schade. Immerhin harmoniert er mit dem forschen Sonic aber ganz gut – Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an. Beiden stiehlt aber Jim Carrey mehr (im Vergleich zu Marsden) oder weniger (im Vergleich zum Titelhelden) die Show. Was das legendäre Gummigesicht hier in Person von Dr. Robotnik für Grimassen und Gestiken aus seiner Gesichts- und Körpermuskulatur heraus wringt, ist schon ein großer Spaß. Mit betont übertriebenem Bart, der an eine Mischung aus Otto von Bismarck und Salvador Dali erinnert, steht Carrey der Wahnsinn seiner Filmfigur ins Antlitz geschrieben. Seine Performance ist von videospielartiger Boshaftigkeit und deshalb perfekt für die Rolle. Wenn alle Film-Antagonisten so leidenschaftlich dargestellt würden, hätte man in vielen Filmen kein Problem mit dem (auch hier) arg konventionellen Storyverlauf nach Schema-F.
Die Realfilm-Szenen von Sonic the Hedgehog wurden mit Kameras vom Typ ARRI Alexa Mini und ARRI Alexa XT Plus aufgenommen. Die Auflösung lag bei 3.4K und wurde für die Kino- und Heimkino-Auswertung über ein 2K DI gemastert. Paramount spendierte HDR10 und Dolby Vision als erweiterte Kontrastformate und selbstverständlich kommt der Film auch innerhalb eines im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraums. In der Praxis zeigt sich die UHD allerdings nur bedingt unterschiedlich zur BD. Farbgebung und Kontrastierung sind nicht weit voneinander entfernt und bei der Detailschärfe muss man schon SEHR genau hinschauen, um Unterschiede zu sehen. Ausmachen kann man sie dann schon mal bei geschwungen verlegten Oberleitungen oder auf Kennzeichen.
Die UHD ist kräftiger in den Kontrasten und der Farbwiedergabe
Was aber ein deutlich stärker sichtbarer Vorteil ist, sind die dann doch im Vergleich sichtbaren Pixelunruhen, die von der Blu-ray ausgehen. Das Bild der UHD ist noch deutlich ruhiger, weniger beeindruckt von leichten Kompressionsartefakten. Dadurch wirken Details auch etwas klarer abgegrenzt, ohne jedoch deutlich mehr Auflösung an sich zu bieten. Angenehmer sind Hautfarben, die natürlicher und weniger gelblich sind. Rote Farben (wie bspw. Robotniks Anzug im Finale) kommen sichtbar kräftiger rüber. Spitzlichter bleiben erstaunlich unauffällig und setzen nicht die stärksten Akzente. Dolby Vision ist im Vergleich zu HDR10 bei den kontrastintensiven Szenen etwas ausgewogener und zeigt bei hellen Himmelsbildern mehr Details und nuanciertere Wolkengebilde. Allerdings sind Hautfarben hier wieder etwas weniger natürlich.
Sonic the Hedgehog beginnt mit einer rasanten und äußerst dynamischen Szene, die bereits zeigt, dass auch Dolby-Digital-Spuren heutzutage noch abliefern können. Selbst wenn es nach wie vor sehr ärgerlich ist, dass Paramount seine Strategie nach wie vor nicht wirklich ändert: DD fürs Deutsche und hoch aufgelöste (in diesem Fall Dolby Atmos) fürs Englische – und zwar für Blu-ray und UHD gleichermaßen. Das ist zu kritisieren und wirklich keine feine Art, wenn man das mit den zahlreichen Labels vergleicht, die dauerhaft dts-HD-Master (oder eben auch Atmos) für die deutsche Fassung bieten.
Dennoch: Die druckvollen Sounds während der Actionszenen in den ersten Minuten sind wuchtig umgesetzt und landen im Verbund mit den zahlreichen Surroundeffekten überraschend dynamisch im Heimkino. Wechseln wir hier auf die Originalspur, wird allerdings deutlich, dass deren Mix noch mal deutlich weiter in den Tiefbass reicht und tatsächlich auch noch mehr Dynamik bereit hält. Zwar gehen Stimmen in den Actionszenen (bspw. in Kapitel 10) schon mal etwas unter, aber die Explosion bei 59’35 ist dann doch druckvoller und wirkt noch breiter aufgestellt als über die – wirklich nicht schlechte – deutsche DD-Fassung. Selbst wenn man die Lautstärke etwas anhebt, bleibt die Synchro etwas dünner – gut hörbar auch beim virtuellen T-Rex nach 63’40 und dem „anarchistischen“ Soundtrack, der im Hintergrund läuft. Klasse über beide Tonspuren sind die akustischen Sequenzen, in denen die Szenerie rund um Sonic „einfriert“, während die Kamera dessen Speed aufnimmt.
Leider gibt’s nur Dolby Digital fürs Deutsche. Doch das klingt immerhin erstaunlich räumlich
Hören wir uns die englische Fassung inklusive ihrer 3D-Sound-Funktionalität an, beginnt es bereits mit den Ringen, die aufs Paramount-Logo zufliegen und über die Heights huschen. Der dramatische Score im Anschluss brandet dann oben herum auf, das Wuschen von Sonic sowie die Drohne, die hinter ihm her fliegt, bleiben allerdings sehr dezent und im Einklang mit dem Rest kaum hörbar. Die Pfeile nach 2’40 zischen dann aber tatsächlich sehr griffig über die Köpfe hinweg. Danach bleibt es allerdings in den ersten Actionszenen erstaunlich blass von oben. Man hätte durchaus mehr Möglichkeiten gehabt, hier 3D-Sounds zu setzen – bspw. auch während Sonics Baseballspiel nach 13 Minuten. Erst wenn er bei 15’19 richtig aufdreht, wuscht es hörbar aus den Heights, was mit Donner ergänzt wird, während der Bass-Sweep seinen Lauf nimmt.
Danach sind’s meist Drohnen, die für Akzente sorgen. Die Super-Slow-Motion während der Kneipenkeilerei bei 46’40 hält dann ein paar coole Sounds parat, hätte aber auch hier noch mehr bieten können. Während einer Superzeitlupe ist akustisch im Prinzip alles erlaubt und es muss nicht zwingend realistisch zugehen. Bei 52’53 gibt’s dann einen der bis dato heftigsten Toneffekte über die Höhen-Speaker, wenn Dr. Robotnik seine Hologramm-Installation hochfährt. Dass die darauf folgende Action-Sequenz trotz zahlreicher Möglichkeiten wiederum nur zwei, drei 3D-Sounds bietet, ist erneut ein bisschen zu wenig – was auch für das Highspeed-Finale nach 82 Minuten gilt, in dem Lichtblitze allgegenwärtig sind, die Bassaktivität hoch, aber die Heights seltsam unterbeschäftigt bleiben. Insgesamt sind die vorhandenen 3D-Sounds zwar gut, aber in Summe bleibt hier Potenzial ungenutzt liegen.
Während die UHD keinerlei Bonusmaterial enthält, kommt die Blu-ray mit einem Audiokommentar, den Jeff Fowler mit der US-Stimme von Sonic, Ben Schwartz eingesprochen hat. Dazu gesellen sich fünf entfernte/erweiterte Szenen, ein kurzes Bloopers-Featurette und ein Musikvideo zu „Speed me up“. Vier relativ kurze Featurettes schließen sich an. In „Aus Liebe zu Sonic“ erzählen Macher und Darsteller von ihren Begegnungen mit dem ursprünglichen Videospiel. „Die Entstehung von Robotnik“ kümmert sich um Jim Carreys Charakter und dessen genialer Darstellstung des Dr. Robotnik. „Der blaue Blitz“ bezieht sich noch mal auf die Relevanz des Spiels innerhalb der Videospiel-Kultur und „Sonic am Set“ zeigt Ben Schwartz und James Marsden am Set und
„In 80 Sekunden um die Welt“ ist eine Art Skizzenbuch, in dem Sonic einige Schauplätze besucht.
Gesamtbewertung Sonic the Hedgehog (77%)
Sonic the Hedgehog macht durchweg Spaß und ist rasant inszeniert. Jim Carreys Spiel bietet zudem eine Glanzvorstellung in Sachen irrer Bösewicht – muss man gesehen haben.
Die UHD ist etwas harmonischer kontrastiert, hat natürlichere Hauttöne und in einigen Farben mehr Kraft. Dazu ist sie laufruhiger und hat insgesamt das bessere Bild – wenn auch nicht dramatisch. Der deutsche DD-Ton ist effektvoll und dynamisch, hat gegenüber dem O-Ton aber vor allem in der Tiefbass-Aktivität das Nachsehen. Allerdings lässt die englische Fassung in Sachen 3D-Sound viel Potenzial liegen.
Microsoft hat es heute bestätigt: Das nächste Online-Event rund um die Xbox Series X wird am 23. Juli 2020 stattfinden.
Was wollen die Redmonder an jenem Datum konkret zeigen? Nun, wie der Name schon sagt, so soll es Material aus First-Party-Spielen für die Xbox Series X zu sehen geben. Vor allem „Halo Infinite“ soll in der Präsentation bedacht werden. Mittlerweile sammelt Microsoft aber unter seinen Xbox Game Studios 15 einzelne Entwickler, zu denen auch renommierte Studios wie Obsidian Entertainment, Double Fine und Ninja Theory zählen.
Somit ist es gut möglich, dass wir ebenfalls Gameplay-Material aus beispielsweise „Senua’s Saga: Hellblade II“ zu sehen bekommen werden. Bisher gab es da ja nur einen Teaser zu erspähen. Kürzlich erneuerte Microsoft aber auch seine Rechte an der Marke „Fable“ die schon seit einigen Jahren im Dornröschenschlaf verweilt. Eventuell könnte da ja auch endlich eine Neuankündigung folgen? Wer interessiert ist, sollte sich den 23. Juli 2020 und die genaue Uhrzeit, 18 Uhr, jedenfalls vormerken.
Xbox Games Showcase: am 23. Juli ist es soweit
Die meisten unserer Leser würden sich sicherlich vor allem für das konkrete Erscheinungsdatum und den Preis der Xbox Series X interessieren. Ob Microsoft da auch etwas verlauten lassen könnte, ist aber leider aktuell völlig offen. Für die Sony PlayStation 5 bzw. deren Digital Edition stehen ja immerhin schon jeweils 499 / 399 Euro im Raum.
Die Xbox Series X erscheint Ende 2020
Es bleibt zumindest dabei, dass die Xbox Series X Ende 2020 auf den Markt kommen soll. Microsoft bewirbt die Konsole mit ihrer Mehrleistung gegenüber der Sony PlayStation 5 sowie auch Features wie Smart Delivery und der umfangreichen Abwärtskompatibilität. Zusätzlich rückt man auch sein Abonnement für den Xbox Game Pass weiter in den Fokus. Allerdings wird es für die Xbox Series X zunächst keine First-Party-Exklusivspiele geben. Alle Games von Microsoft bzw. den First-Party-Studios sollen zunächst auch weiterhin für die Xbox One erscheinen.
Sony feiert den Verkaufsstart der XH90 Modellreihe – die ersten 4K / HDR Fernseher des Unternehmens mit HDMI 2.1 Schnittstelle. Das Modell soll vor allem Käufer einer Playstation 5 (oder Xbox Series X) ansprechen.
Der Sony XH90 ist ein 4K LCD-TV mit direktem LED-Backlight und kann in den Größen 55, 65, 75 und sogar 85 Zoll geordert werden. Für den japanischen Hersteller ist das Modell so etwas die der „PlayStation 5 TV“. Die nahende Next-Generation-Konsole (soll im Herbst 2020 erscheinen) verlangt nämlich, um die Performance liefern zu können, nach einer HDMI 2.1 Schnittstelle. Zu unserer Verwunderung, ist die XH90 Serie die einzigen Fernseher aus dem 4K Lineup 2020, welche für HDMI 2.1 vorbereitet wurden (wird erst später via Firmware-Update freigeschaltet). (Hier geht es direkt zum Preisvergleich)
Sony XH90 mit HDMI 2.1
Wichtig ist die Schnittstelle nicht unbedingt wegen der Übertragung von 4K/120p Signalen (vorerst), sondern eher wegen VRR (Variable Refresh Rate), ALLM (Auto Low Latency Mode) und eARC (enhanced Audio Return Channel). VRR gleicht die Bildwiederholungsfrequenz zwischen Fernseher und Konsole ab, was Schlieren, Bildrucklern und Tearing (Zerreißen des Bildes) entgegenwirken soll. VRR funktioniert dabei im Frequenzbereich von 48-120Hz. ALLM setzt den Fernseher und alle angeschlossenen (und kompatiblen) Komponenten in den Low Latency Mode (Game Mode) sobald die Konsole als Signalquelle ausgewählt wird und eARC ermöglicht die Rückleitung von unkomprimierten 3D Soundformaten wie Dolby Atmos oder DTS:X über eine HDMI-Verbindung.
HDMI 2.1 ist innerhalb des 4K Lineups bislang ausschließlich für die XH90 Modelle geplant
FALD, Android TV, AirPlay 2
Die Bildqualität des 4K-LCD-Fernsehers sollte dank FALD (Full Array Local Dimming) in Kombination mit dem X1 4K HDR Prozessor auf einem guten Niveau liegen. Die Audio-Ausstattung ist auch nicht die schlechteste. Vor allem die 65, 75 und 85 Zoll-Modelle, liefern mittels Acoustic Multi-Audio eine bessere Verortung der Audioinhalte durch die zusätzlichen, klangpositionierenden Hochtonlautsprecher. Darüber hinaus wurde die Android TV Plattform (9.0 Pie) mit unzähligen Features erweitert, wie z.B. die Verarbeitung von Dolby Atmos 3D Sound, Dolby Vision HDR, Apple AirPlay 2, Google Assistant, Amazon Alexa (works with), Netflix Calibrated Mode uvm.
Preisvergleich Sony XH90
Preislich sind die Sony XH90 Modelle auf einem Level mit den vergleichbaren TV-Modellen der Mitbewerber. Wir würden sogar vermuten, dass der Preis ab 1.399 Euro (UVP) aufwärts noch etwas darunter liegt. Einen aktuellen Preisvergleich findet ihr anbei:
Die Qual der Wahl. Saturn bietet in seinem aktuellen Prospekt wieder zwei attraktive 4K Fernseher mit OLED- und QLED-Technologie in 65 Zoll (165 cm) zum Bestpreis an.
Wer ein TV-Gerät mit großer Displaydiagonale und gutem Preis-/Leistungsverhältnis sucht, der sollte sich den Q70R einmal genauer ansehen. Die 65 Zoll Variante des QLED Fernsehers kostet, auch aufgrund der MwSt-Senkung, nur noch 1.022,55 Euro (-53% und Versandkostenfrei). DAs Modell mit direktem LED-Backlight, Tizen OS, Quantum Prozessor 4K, Dolby Atmos, HDR10+ uvm. eignet sich auch aufgrund der erhöhten Helligkeit (bis zu 1.000 nits Spitze) für hellere Umgebungen und TV-Vergnügen unter Tags.
Für Nutzer, bei denen die Bildqualität auf jeden Fall an erster Stelle steht, der bekommt den LG OLED TV (B9 Serie) ebenfalls ein interessantes Angebot unterbreitet. Der OLED kostet mit 65 Zoll diagonale nur noch 1.656,19 Euro (-34% und Versandkostenfrei). Für den Preisunterschied von rund 600 Euro zum Samsung QLED „erkauft“ man sich ein großartiges Display mit selbstleuchtenden Bildpunkten, einen perfekten Schwarzwert und die Möglichkeit neben HDR10 und HLG auch Dolby Vision HDR Inhalte darzustellen. Zudem hat das Modell bereits einen HDMI 2.1 Anschluss und wäre somit auch gut für die „Zukunft“ gerüstet.
Beide Geräte haben ihre Vor- und Nachteile und wer eh gerade in der Preiskategorie über 1.000 Euro sucht, bekommt mit diesen Modellen, in unseren Augen, zwei interessante Anwärter für den Titel „Unser neuer Fernseher“ präsentiert. Am Ende ist es natürlich immer eine Geldfrage und ob das persönliche Nutzungsverhalten zum Fernseher passt. Gamer dürfen bei beiden Geräten gerne zugreifen, während wir die Film- und Serien-Enthusiasten eher beim LG 4K OLED TV sehen. Tägliches Fernsehen vor allem bei erhöhter Umgebungshelligkeit ist dann wieder ein Job für den Q70R.
LG Electronics stellt die 2. Generation seines 5K ‚UltraFine‘ Monitors für Apple Mac vor. Erstmals kann das Display mittels USB-C mit einem iPad Pro verbunden werden – mit Einschränkungen.
Das Display (LG27MD5KL) soll die perfekte Ergänzung zum 27 Zoll iMac mit 5K Auflösung sein. Dank USB-C Anschluss lässt sich jetzt auch das iPad Pro mit der 2. Generation des „UltraFine“ Monitors verbinden, jedoch kann nicht die volle Auflösung von 5.120 x 2.880 genutzt werden, sondern nur Ultra HD (3.840 x 2.160 Bildpunkte). Das das neue 15 Zoll MacBook Pro und MacBook Air aus 2018 sowie weitere Geräte können die volle Auflösung des Displays nutzen. Ob es sinnvoll ist verschiedene Displays mit unterschiedlichen Zollgrößen und Pixeldichten zu nutzen ist jedem selbst überlassen. Mit dem 27 Zoll iMac hat man zwei schöne Displays mit gleichen/ähnlichen Spezifikationen.
27 Zoll, 5K, 99% DCI-P3
Die technischen Spezifikationen lassen uns auf jeden Fall aufhorchen. Das 27 IPS Display mit 5.120 x 2.880 Bildpunkten unterstützt 10-Bit Farbtiefe und 99% des DCI-P3 Farbraums. Mit einer Bildreaktionszeit von 14ms (Grau zu Grau) ist das Display vornehmlich für Arbeit und grafische Anwendungen vorgesehen. Gaming steht sicherlich nicht im Fokus. Die maximale Bildwiederholungsrate beträgt 60Hz. Die typsische Helligkeit wird mit 500 cd/m² angegeben, welche ein Kontrastverhältnis von 1.100:1 ermöglicht. Der Blickwinkel ist dank IPS-Panel recht weit und wird mit 178° in alle Richtungen angegeben.
Der 27MD5KL besitzt einen Thunderbolt 3 und drei USB-C Anschlüsse
Bei den Anschlüssen kann der Nutzer zwischen drei USB Typ-C Ports und einem Thunderbolt 3 Anschluss wählen. Das Audio-/Videosignal wird im Regelfall via Thunderbolt 3 auf den LG 5K ‚UltraFine‘ übertragen. Die USB-C Anschlüsse sind eher dazu gedacht, zusätzliche Peripherie anzuschließen und ggf. zu laden. Alle Ports bieten nämliche einen Ladestrom von 94 Watt, was auch für ein großes MacBook Pro mit 15 Zoll ausreicht.
Lautsprecher und Kamera inkl.
Damit aber noch nicht genug. Stereo-Lautsprecher, ein Mikrofon und eine integrierte Kamera ermöglichen Videochats oder erlauben es Facebook, Google und Co. ihre Nutzer auszuspähen 😉 Wie es sich für einen Arbeits-Monitor gehört, kann dieser geneigt und in der Höhe verstellt werden. Der LG 5K ‚UltraFine‘ Monitor der 2. Generation misst (B x H x T) 46,4 x 62,6 x 23,9 cm mit Standfuß. Ohne Standfuß verringert sich die Tiefe auf 5,4 cm. Als Systemvoraussetzung wird macOS Mojave 10.14.6 bzw. iOS 12.4 oder neuer angegeben.
Preis & Verfügbarkeit LG UltraFine 5K Display
Und da es sich im weitesten Sinne um ein Apple-Zubehör handelt, ist das Modell auch nicht gerade günstig. Um die 1.400 Euro wird der LG 5K ‚UltraFine‘ Monitor (Gen 2) kosten. Das Display kann bereits im Apple Online-Shop bestellt werden. Eine Abholung nach Verfügbarkeitsprüfung in den Apple Stores soll ebenfalls möglich sein.
Spiele für die beiden Next-Generation-Konsolen Xbox Series X und PlayStation 5 könnten teurer werden. Als erster Publisher bestätigt 2K Games eine Preiserhöhung.
2K Games wird das Basketballspiel „NBA 2K21“ für PS5 und Xbox Series X in den USA für 69,99 statt der üblichen 59,99 US-Dollar verkaufen. In Großbritannien erhöht man den Launch-Preis ebenfalls. Dort wird dieser Titel 64,99 statt der dort üblichen 54,99 US-Dollar kosten. Pikant: Smart Delivery unterstützt dieses Spiel ausdrücklich nicht. Somit lässt sich die Version für die Xbox One zwar über die Abwärtskompatibilität an der Xbox Series X zocken, aber dann eben nicht in der verbesserten Next-Generation-Version.
Das 2K Games ausgerechnet für „NBA 2K21“ den Preis erhöht, ist ein denkbar ungünstiger Schachzug. So arbeitet die Spielereihe mit extrem aggressiven In-Game-Monetarisierungen, was Kritiker bereits dazu veranlasste eher von einer Casino-, als von einer Basketball-Simulation zu sprechen. Wer sich den Trailer des Vorgängers ansieht, versteht, was gemeint ist.
2K Games hat die Preiserhöhung verteidigt: Man biete Spielern auch den entsprechenden Gegenwert mit „NBA 2K21“, das von Grund auf neu für die Next-Generation-Konsolen entwickelt worden sei. Ob die Spieler das mitmachen, muss die Zeit zeigen. In Deutschland kosten ohnehin bereits viele PS4- und Xbox-One-Spiele zum Launch 69,99 Euro. Sollte der Preis bei uns nun auf 79,99 Euro klettern, ist zu beobachten, wie die Community reagiert.
Höhere Entwicklungskosten sind ein schlechtes Argument
Die Argumentation von 2K Games ist, dass die Entwicklungskosten für Next-Generation-Spiele gestiegen seien. Dieses Argument ist allerdings wenig stichhaltig. Zum einen erreichen Games heute auch eine breitere Zielgruppe als etwa noch zur Ära der PS3 und Xbox 360. Man erzielt also über die Masse höhere Einnahmen. Hinzu kommen ausgiebige Mikrotransaktionen, DLCs, Season Passes und Sammlereditionen mit hohen Margen. Die Umsätze und Gewinne der Spieleindustrie haben sich also äußerst positiv entwickelt.
Andere Publisher wägen aktuell an dem Beispiel von 2K Games zu folgen. Sollte das der Fall sein, wird man sicherlich genau beobachten, ob die Spieler die höheren Preise für Games zahlen oder die Launch-Verkaufszahlen sinken und verstärkt auf Sales gewartet wird.