Laut neuesten Analysen von UBI Research werden Mini-LED-Fernseher in nur fünf Jahren das Premium-Segment dominieren und OLED auf den zweiten Platz verdrängen.
Hochpreis bzw. Premium beginnt in der Regel ab 1.000 Euro beim Kauf eines neuen TV-Gerätes. In diesem Preissegment haben sich in den letzten Jahren vor allem die OLED-Fernseher von LG Electronics, Sony, Philips, Panasonic und Co. breit gemacht. LCD (QLED)-Fernseher, die eine äquivalente Bildqualität ablieferten, waren dafür meist mehr als doppelt so teuer, was auch erklärt, wieso viele Hersteller mittlerweile im Premium-Segment auf OLED setzen. Mit dem neuen Mini-LED-Backlight bekommt die angestaubte, aber immer noch dominierende LCD-Technologie einen neuen Boost. Vorteile wie eine perfekte Schwarzdarstellung und breite Kontraste sind auf einmal wieder möglich und bezahlbar. Auch das KO-Kriterium für viele Heimkino-Enthusiasten, das auftretende Blooming (aufleuchtende Ränder zwischen hell-dunklen Übergängen) soll sich damit in den Griff bekommen lassen.
Premium: Mini-LED-Anteil bis 2025 bei über 50 Prozent

UBI Research geht davon aus, dass die Mini-LED-TVs bereits in diesem Jahr rund 35,8 Prozent des Premium-Segments – gegenüber 64,2% OLED – ausmachen werden. In den darauffolgenden Jahren soll der Marktanteil der Mini-LED-Fernseher sukzessive wachsen und bereits 2024 bei über 50 Prozent liegen. 2025 könnte die Gewichtung mit 57,2 Prozent bereits deutlich auf Seite der Mini-LED-TVs liegen. Als Gründe werden unter anderem ein gleiches oder sogar besseres Preis-/Leistungsverhältnis der Mini-LED-TVs gegenüber den OLED-Fernsehern angegeben. Zudem können die Kapazitäten im LCD-Segment leichter abgeschöpft werden. Der einzige Hersteller von OLED-Panels, LG Display, wird 2021 gerade einmal 8 Millionen Panels in Größen von 48 bis 88 Zoll ausliefern – so der Plan. Mini-LED-TVs sollen bereits in ihrem ersten Jahr (wenn man den Release des TCL X10 mitrechnet zweiten Jahr) auf rund 2.5 Millionen Stück kommen.

Mini-LED platzieren sich zwischen LCD und OLED
Mini-LED-Fernseher nutzen meist einen Farbfilter aus Quantenpunkt (Quantum Dot oder QLED) mit der neuen Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung. Damit verbessert sich die maximale Helligkeit, Schwarzwert und Farbreproduzierbarkeit. Vor allem Inhalte mit erweitertem Dynamikumfang (HDR) werden davon profitieren. Darüber hinaus ermöglicht die große Anzahl von Mini-LEDs eine Verbesserung des Kontrasts und eine Verringerung des Blooming-Effekts. Je mehr Mini-LEDs, desto besser. Laut UBI Research werden Mini-LED-Fernseher, die in diesem Jahr verkauft werden sollen, um die 1000-3000 lokale Dimmzonen verwenden. Um die gleiche Bildqualität wie bei OLED zu erzielen, müssten aber rund 100.000 lokale Dimming-Zonen zum Einsatz kommen. Dadurch würden aber wieder die Kosten für einen Mini-LED TV in die Höhe schießen.
Der Erfolg der Mini-LED-TVs wird sich daraus ergeben, dass durch die Erhöhung der Dimming-Zonen eine Verbesserung der Bildqualität gegenüber normalen LCD-Fernsehern erzielt werden kann, während die Produktionskosten der Panels, vor allem in den Größen ab 70 Zoll, weitaus günstiger ausfallen, als bei OLED. Man platziert sich also genau in der Mitte zwischen regulären LCD und OLED TVs – qualitativ und preislich!













