Start Blog Seite 309

Test: Transformers: Aufstieg der Bestien auf 4K Blu-ray: Geht auch ohne Michael Bay!

5

Wir testen für euch „Transformers: Aufstieg der Bestien“ auf 4K UHD Blu-ray. Sieht man dem Film den Wegfall seines Regie-Vaters Michael Bay an, oder kann der Science-Fiction-Kracher überzeugen? Unser Test verrät es euch!

Inhalt (70%)

Im Jahr 2007 betrat Michael Bay die Kinowelt mit Transformers, und wahrscheinlich haben viele nicht erwartet, wie sich das Franchise über die Jahre entwickeln würde. Es geht um Maschinen, die sich auf der Erde als Autos, Lastwagen oder Flugzeuge tarnten. Aber da Filme, bei denen man das Gehirn ausschalten und einfach Action genießen kann, immer erfolgreich waren, gab es bisher sechs Filme in dieser Reihe, einschließlich des Spin-offs Bumblebee. Wenn man dieses Spin-off jedoch ausklammert, hat Bay bisher bei allen Filmen Regie geführt. Deshalb ist Transformers: Aufstieg der Bestien eine bedeutende Veränderung. Zum ersten Mal übernimmt ein anderer Regisseur die Regie in Filmen, die sich um Optimus Prime drehen.

Steve Caple Jr. gab 2016 sein Debüt mit The Land und brachte 2018 Creed II heraus. Es war wahrscheinlich nicht absehbar, dass er für seinen dritten Film ein Budget von über 200 Millionen Dollar zur Verfügung haben würde. Trotz rückläufiger Kinoeinnahmen wurde sein Beitrag zur Franchise im vergangenen Jahr kein Mega-Flop, obwohl gefühlt jeder zweite Film des Studios ein Misserfolg war. Mit Einnahmen von 440 Millionen Dollar dürfte Paramount knapp profitabel geworden sein. Das ist bemerkenswert, da sich die Zuschauer auf einige Neuerungen einstellen müssen. Transformers: Aufstieg der Bestien fungiert praktisch als Bindeglied zwischen Bumblebee und Transformers. Er verknüpft das Spin-off mit dem ursprünglichen Beginn der Serie aus chronologischer Sicht und spielt sieben Jahre nach Bumblebee, aber 13 Jahre vor Bays erster Verfilmung. Abgesehen von Optimus Prime und Bumblebee werden den Zuschauern eine Reihe neuer Figuren und vor allem neue menschliche Charaktere präsentiert.

Anthony Ramos spielt Noah Diaz in Transformers: Aufstieg der Bestien
Anthony Ramos spielt Noah Diaz in Transformers: Aufstieg der Bestien || Bild: Paramount

Noah hätte das wohl nie erwartet. Der beinahe Neustart tut der Filmreihe gut und eröffnet viele neue Möglichkeiten, besonders durch das Setting der 90er Jahre. Dies wird vor allem durch den Soundtrack, die Kostüme, die verwendete Technologie und das Setdesign deutlich. Beim Anblick der Computer in diesem Film werden nostalgische Gefühle geweckt. Aber insgesamt wird die Nostalgie nicht überstrapaziert, da „Aufstieg der Bestien“ dank der Transformers und ihrer Technologie immer noch wie ein Film aus der Zukunft wirkt. Trotzdem gibt es einige humorvolle Momente.

Es ist bemerkenswert, dass ein alter VW T1 und eine Replika eines Porsche Carrera RS 3.8 in diesem Film auftauchen, was Oldtimerfans sicherlich begeistern wird. Allerdings könnten sie irritiert sein, wenn gerade der Carrera RS 3.8 die albernsten Dialoge im Drehbuch und der Synchronisation hat. Und wenn es um alberne Darstellungen geht: Die Rolle von Dominique Fishback als Elena kann nerven. Warum müssen Frauenrollen in den meisten Actionfilmen entweder übertrieben hysterisch oder übermäßig taff geschrieben sein? Gibt es im Drehbuchautorenhandbuch keine Möglichkeit für Zwischentöne?

Bumblebee summt auch wieder mit
Bumblebee summt auch wieder mit || Bild: Paramount

Immerhin bei Noah Diaz, gespielt von Anthony Ramos, funktioniert das ganz ordentlich. Sein Charakter macht eine Entwicklung durch und zeigt sowohl Verletzlichkeit als auch Kampfgeist. Besonders seine Beziehung zu seinem kranken jüngeren Bruder verleiht seiner Figur Tiefe und macht sie zugänglicher. Natürlich könnte dies noch weiter ausgearbeitet werden, aber in einem Actionfilm genügen schon kleine Anzeichen von Charakterentwicklung, um sich von der Masse abzuheben.

In „Aufstieg der Bestien“ entsteht auch eine interessante Dynamik, da Optimus Prime noch nicht unbedingt ein Freund der Menschen ist – eher im Gegenteil. Erst die Begegnung mit den Maximals bringt ihn dazu, seine sture „Vertraue niemandem“-Einstellung zu überdenken. Die Erklärung dafür mag zwar dünn sein, aber von einem Roboter, der nur Gut und Böse kennt, kann man nicht viel mehr erwarten. Was wirklich gut funktioniert, sind die Actionszenen, weil sie etwas zurückhaltender sind und nicht so absurd übertrieben wie bei Bay. Die verschiedenen visuellen Setpieces sind abwechslungsreich und wirken nicht wie bloße Wiederholungen. Auch die CGI-Effekte sind größtenteils überzeugend.

Was die Antagonisten betrifft, ist Unicron vielleicht eine zu vage Bedrohung. Sein Vertreter Scourge hingegen agiert schön böse und rücksichtslos, und sein Faible für Transformers-Trophäen verleiht ihm eine schurkische Note.

Transformers: Aufstieg der Bestien (4K/HDR10/DolbyVision/DolbyAtmos) auf Apple TV / iTunes Transformers: Aufstieg der Bestien (4K/HDR10/HDR10+) auf Amazon Prime Video

Bildqualität (85%)

„Transformers: Aufstieg der Bestien“ wurde mit digitaler Technologie gedreht, wo real gefilmt wurde. Für die Aufnahmen wurde eine Arri Alexa Mini LF verwendet, die in 4,5K aufzeichnete. Das gesamte Material wurde in 4K-DI umgewandelt und von Paramount mit HDR10 und Dolby Vision inklusive erweitertem Farbraum nach Rec.2020 bearbeitet. In der Praxis ist das Bild auf der HDR-Disc zwar leicht dunkler, aber keineswegs zu dunkel oder in Bezug auf die Details problematisch. Die Atmosphäre über Manhattan um 6:18 Uhr wirkt etwas nachmittäglicher und passt somit besser zu den langen Schatten auf den Gebäuden im Vergleich zur Blu-ray-Version.

Die höhere Auflösung ist vor allem in den Totalen deutlich sichtbar. In Manhattan werden die Details und Fensterreihen der Wolkenkratzer viel besser aufgelöst und plastischer dargestellt. Hier kann die Blu-ray nicht mithalten. Besonders beeindruckend wird dies in der nächtlichen Szene von New York zu Beginn von Kapitel drei. Paramount war schon immer für lebendige Highlights bekannt, und die vielen kleinen Lichter, die hier zu sehen sind, bieten eine viel dynamischere Darstellung, die im Vergleich zur Blu-ray-Version erstaunlich ist.

Die UHD Blu-ray bietet sattere Farben und Kontraste gegenüber der Blu-ray
Die UHD Blu-ray bietet sattere Farben und Kontraste gegenüber der Blu-ray || Bild: Paramount

Auch der Schwarzwert ist auf der HDR-Scheibe deutlich knackiger, und die Auflösung ist hier ebenfalls sichtbar besser, wodurch der Unterschied sehr zugunsten der UHD Blu-ray auffällt. Besonders beeindruckend wird es in der Vogelperspektive kurz darauf (15’56): Während bei der Blu-ray sogar die Zebrastreifen verschwimmen und nicht mehr aus einzelnen Segmenten zu bestehen scheinen, werden sie auf der UHD Blu-ray klar und deutlich dargestellt. Autos und Fußgänger sind nicht mehr unklare Flecken, sondern gut erkennbar. Der verbesserte Schwarzwert verringert auch die Grünbetonung in dunklen Szenen etwas (obwohl sie immer noch vorhanden ist). Die Farben sind insgesamt kräftiger, und das Encoding ist Paramount dieses Mal gut gelungen.

Transformers: Aufstieg der Bestien (4K/HDR10/DolbyVision/DolbyAtmos) auf Apple TV / iTunes Transformers: Aufstieg der Bestien (4K/HDR10/HDR10+) auf Amazon Prime Video

Tonqualität (95%)

Es ist lobenswert, dass Paramount auch für die deutsche Version eines akustisch beeindruckenden Films eine Atmos-Spur auf der UHD Blu-ray integriert hat, selbst wenn sie nur für diese Version verfügbar ist. Eine interessante Frage hierbei war, ob die deutsche Atmos-Spur in Bezug auf die Wucht mit der deutschen Dolby Digital-Spur der Blu-ray mithalten kann. Diese war im Vergleich zur englischen Atmos-Version bereits deutlich kräftiger abgemischt.

Die gute Nachricht ist, dass die deutsche Atmos-Spur genauso laut ist wie die deutsche Dolby Digital-Spur der Blu-ray im Vergleich zur Originalversion. In den lauten Actionszenen gibt es hier auch einen Unterschied von etwa 5 dB. Ohne die Möglichkeit zur Messung, ob es nur eine höhere Lautstärke oder tatsächlich mehr Dynamik ist, fühlt sich die deutsche Fassung subjektiv kräftiger an. Hier vermisst man wirklich nichts. Absolut gar nichts. Lange Zeit hat der reguläre Klang einer Atmos-Tonspur nicht mehr so beeindruckt wie bei Transformers: Aufstieg der Bestien. Dabei klingen die Höhen auch ein wenig feiner als bei der Dolby Digital-Spur, und lediglich die Synchronstimmen wirken etwas dünn im Vergleich zum Original.

Wenn's kracht, kracht's ordentlich. Die deutsche Atmos-Spur schlägt die englische deutlich
Wenn’s kracht, kracht’s ordentlich. Die deutsche Atmos-Spur schlägt die englische deutlich || Bild: Paramount

Aber das sind wirklich sehr spezifische Kritikpunkte auf einem extrem hohen Niveau. In Bezug auf die Stimmen: Leider ist die amateurhafte Synchronisation von Arcee überhaupt nicht akzeptabel. Die einzige weibliche Autobot wird von der Rennfahrerin Sophia Flörsch gesprochen, und man fragt sich, warum die deutschen Filmverleiher immer wieder glauben, es sei eine gute Idee, (semi-)prominente Sportler als Synchronsprecher einzusetzen. Der Unterschied zwischen einem Profi und einem Amateur ist hier drastisch spürbar, vor allem im Vergleich zu der weiblichen Terrorcon Nightbird, die von Carolina Vera viel verständlicher gesprochen wird als Arcee.

In akustischer Hinsicht hat dies natürlich keinen Einfluss, und spätestens im Showdown wird man von einem wirklich fast perfekten Sound förmlich überwältigt. Dies schließt auch die Klänge auf der Höhenebene mit ein. Schon die Kombination der Paramount-Buchstaben am Anfang ist klanglich genial. Wenn nach 80 Sekunden der Planetenzerstörer zu rotieren beginnt und kurz darauf Geschosse und die skorpionartigen Bots auf den Planeten herabstürzen, gibt es viele Soundeffekte von oben, genauso wie beim Flügelschlag des Adlers. Nach knapp sechs Minuten dringt die Stimme von Scourge deutlich von oben zum Zuschauer durch.

Wenn die Maximals loslegen, donnert es im Heimkino
Wenn die Maximals loslegen, donnert es im Heimkino || Bild: Paramount

Als der Porsche nach etwas mehr als 25 Minuten über die Kamera springt, wird auch dies akustisch korrekt von oben begleitet. Zusätzlich gibt es die vielfältigen Transformers-Umwandlungssounds, die immer von oben zu kommen scheinen, wenn sie oberhalb der Kamera stattfinden. Nach 36 Minuten darf dann auch Scourge wieder von oben sprechen, und kurz danach gibt es schnarrende Geräusche bei der Einblendung des HUDs. Der Filmmusik-Score setzt immer dann ein, wenn die Spannung steigt, und bei 38 Minuten gibt es das Geräusch von splitterndem Glas, das direkt in das Heimkino zu kommen scheint.

Noch beeindruckender ist die Stimme von Unicron, die sogar die Subwoofer kräftig zum Vibrieren bringt. Das Gleiche gilt für Stratosphere, der nach 55 Minuten eindrucksvoll über die Köpfe hinweg donnert, bevor er auf seine einzigartige Weise landet. Im Inneren des Flugzeugs geht es dann kurz darauf ebenfalls sehr geräuschvoll zu, ebenso wie beim Vorbeiflug der Kamera an seinen Propellern. Dieses Ereignis wiederholt sich etwas später, und nach etwas mehr als 80 Minuten wirkt das Flügelschlagen von Airazor äußerst intensiv. Während des großen Kampfes auf offenem Feld hätten hier und da noch einige zusätzliche Effekte eingefügt werden können, aber insgesamt macht das Klangerlebnis wirklich großen Spaß.

  • Deutsch: Dolby Atmos (100%) 2D-Betrachtung
  • Deutsch: Dolby Atmos (75%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Deutsch: Dolby Atmos (90%) 3D-Betrachtung (Qualität)
  • Englisch: Dolby Atmos (80%) 2D-Betrachtung
  • Englisch: Dolby Atmos (75%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Englisch: Dolby Atmos (90%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Bonus (70%)

Auf der Disk von „Aufstieg der Bestien“ findet der Käufer insgesamt neun Featurettes und sieben entfernte/erweiterte Szenen. Dieses Bonusmaterial ist sowohl auf der Blu-ray als auch auf der 4K-Disc verfügbar. Die Dauer der einzelnen Beiträge variiert zwischen fünfeinhalb und knapp elf Minuten.

Das Featurette „Menschliche Angelegenheiten“ gibt einen Einblick in den neuen Ansatz des Films mit den neuen Charakteren. „Das Leben in den 90ern“ widmet sich dem Jahrzehnt, in dem der Film spielt. Hierbei werden der Look, einige Themen, die in den 90ern relevant waren, und natürlich auch der Soundtrack behandelt.

In den Featurettes „Helden“ und „Bösewichte“ werden die neuen Transformers auf beiden Seiten näher vorgestellt. Die folgenden fünf Featurettes konzentrieren sich auf einzelne Actionszenen, bei denen auch Michael Bay zu Wort kommt. Alle Extras sind mit deutschen Untertiteln versehen.

Testfazit Transformers: Aufstieg der Bestien (83%)

„Transformers: Aufstieg der Bestien“ ist zwar nicht mehr unter der Leitung von Michael Bay entstanden, aber dies tut dem Franchise eher gut als schlecht. Die typischen Elemente sind immer noch vorhanden, und die Verbindung zwischen den Autobots und den Menschen, insbesondere Noah Diaz, ist stärker und fesselnder als zuvor. Die kurze Laufzeit von weniger als zwei Stunden trägt zum Unterhaltungswert bei, und die Actionszenen sind durchweg unterhaltsam.

Die UHD Blu-ray bietet zudem ein sichtbar besseres Bild und einen ausgezeichneten Sound mit einer Klangqualität, die den englischen Originalton der Disc deutlich übertrifft – und das gilt sogar für die Dolby-Digital-Spur der Blu-ray.

Transformers: Aufstieg der Bestien (4K/HDR10/DolbyVision/DolbyAtmos) auf Apple TV / iTunes Transformers: Aufstieg der Bestien (4K/HDR10/HDR10+) auf Amazon Prime Video

Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 12. Oktober 2023 Review am: 01. November 2023
Erscheinungsjahr Film: 2023 Laufzeit: 127 Minuten
Filmstudio: Paramount FSK: Ab 12 Jahren
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat:
2.39:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch Dolby Atmos
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10
Dolby Vision
Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray
Testgerät TV: LG OLED55B7D
Testgerät Player: Panasonic UB9004

Transformers: Aufstieg der Bestien Trailer:

Test: Barbie auf 4K UHD Blu-ray – Männer(alp)traum in pink

Hätte euch jemand vor einem Jahr gesagt, „Barbie“ wird der erfolgreichste Film 2023, hättet ihr wohl dagegen gewettet. Unser Test der Barbie 4K UHD Blu-ray zeigt, wieso dieses Ergebnis mehr als gerechtfertigt ist!

Inhalt (75%)

Sicherlich hatten viele Filmfans ziemliche Vorurteile, als sie hörten, dass man einen Film über Mattels Spielzeugikone Barbie realisieren wollte. Doch manchmal sind Vorurteile eben genau das: Urteile, BEVOR man etwas gesehen, erfahren oder erlebt hat. Spätestens als bekannt wurde, wer die Hauptrollen übernehmen würde, war aber bereits klar, dass es so dumm gar nicht werden kann. Margot Robbie mag optisch die perfekteste Besetzung für die Titelrolle sein, die man sich vorstellen kann. Aber das ist nur eine Seite der Medaille. Denn sie ist gleichzeitig auch eine der intelligentesten und reflektiertesten Schauspielerinnen, die das Filmbusiness in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat.

Ryan Gosling als Ken zu besetzen, setzte dem Ganzen dann die Krone auf. Denn auch Gosling würde sich nicht einfach in einen Film begeben, der am laufenden Band Klischees produziert und sich dabei ernst nimmt. Spätestens als die ersten Erfolgsmeldungen aus den Kinos kamen, war das Interesse ernsthaft geweckt. Denn auch wenn es nicht unbedingt heißt, dass Filme gut sind, nur weil die Massen in die Vorstellungen strömen, konnte man doch zumindest annehmen, dass am Barbenheimer-/Oppenbarbie-Hype etwas dran sein musste.

Eine Ikone wird zum Leben erweckt || (c) Warner Bros. 

Was dann passierte, dürfte als relativ einzigartiges Phänomen in die Filmhistorie eingehen. Dass sich zwei parallel gestartete Filme, die thematisch kaum entgegengesetzter gegenüberstehen könnten, derart gegenseitig befruchten würden, konnte sicherlich niemand ahnen. Fraglich, ob Nolans Dreistunden-Epos über den „Vater der Atombombe“ ohne das Barbie-Zugpferd beinahe eine Mrd. Dollar hätte einspielen können. Die rund 1,5 Mrd. Dollar, die Barbie indes einnahm, dürfen mit Fug und Recht als Sensation bezeichnet werden. Und als Pionierstück. Kein (Real)Film einer Regisseurin war jemals erfolgreicher. Die Adaption der Geschichte rund um die ikonischste Kinderpuppe aller Zeiten wurde von Greta Garwig im Alleingang realisiert, nachdem sie in Kooperation mit ihrem Mann Noah Baumberg auch das Drehbuch geschrieben hatte.

Und was die beiden da für ein Skript gezaubert haben. Die Story rund um Barbieland, das von Frauen regiert und verwaltet wird, untergräbt jede Erwartungshaltung derer, die (wie ich) Vorurteile hatten. Geschickt verdreht Garwig die gängigen Strukturen unserer realen Welt und lässt die Kens als bloße Abziehbilder mit Waschbrettbauch einem bestimmten Schönheitsideal entsprechen. Dennoch gibt sie weder Barbie noch Ken der Lächerlichkeit preis oder porträtiert sie allzu naiv-dumm. Dass es am Ende zu einem etwas platten Finale mit Versöhnlichkeitsentwurf kommt, verzeiht man gerne, wenn man die vielen subversiven Anspielungen auf unsere heutige Gesellschaft in Betracht zieht.

Idealbesetzt: Margot Robbie || (c) Warner Bros. 

Immerhin hat Barbie maßgeblich dazu beigetragen, dass ein bestimmtes Frauenbild als Ideal angesehen und propagiert wurde. Das Ganze jetzt als Ode an den Feminismus zu inszenieren, als Kampfansage an Sexismus und Chauvinismus, gelingt zunächst vor allem, weil die Zeit wirklich reif war. Und das haben sogar die Mattel-Verantwortlichen verstanden. Die anfänglichen Ressentiments gegenüber der offenen Kritik, die auch am Hersteller der Puppe geübt wird, konnten im Vertrauen auf die Regisseurin und ihren fertigen Film ausgeräumt werden. Barbie nimmt dabei anfangs kein Blatt vor den Mund, wenn Sasha in einer bestimmten Szene die Puppen als „faschistisch und sexistisch“ bezeichnet.

Die an sich böse Kritik wird dabei so nett und charmant verpackt und von Margot Robbie derart entwaffnend gespielt, dass es eine Freude ist. Vor allem die erste halbe Stunde in Barbieland ist durchweg großartig. Es beginnt mit einem grandiosen Zitat aus Stanley Kubricks 2001, wenn kleine Mädchen ihre Babypuppen zerdeppern, nachdem (nein, kein Monolith), sondern eine übergroße Barbie vor ihnen erscheint. Der Alltag in Barbieland wird dann in einer kunterbunten und rosaroten Welt gefeiert, in der die Häuser keine Wände haben und die Barbies sich einen „Guten Morgen, Barbie“ von Schlafzimmer zu Schlafzimmer entgegenrufen können. Das Production Design/Szenenbild ist phänomenal und gehört unbedingt oscarprämiert. Sollte nichts dazwischenkommen, ist der Goldjunge für die Kostüme ohnehin sicher.

Die Riege der Mattel-Verantwortlichen ist alt, männlich, weiß und dumm || (c) Warner Bros. 

Leider verflacht Barbie von dem Moment an ein wenig, wenn er in die reale Welt vordringt. Natürlich begegnet unsere Hauptfigur dort den Pograpschern und Nachpfeifern, während Ken es – keine Überraschung – gut findet, dass dort Männer das Sagen haben. Ryan Gosling ist darstellerisch grandios, wenn er sich zunächst über die neuen Optionen des Patriarchats freut, um dann festzustellen, dass es doch gar nicht so ganz einfach ist, „mal eben“ Arzt zu werden. Kein Wunder, dass er nach Hause zurückkehrt, um dort eine Revolution zu entfachen, wo der Boden noch fruchtbar ist.

Doch der Kern der Geschichte droht dabei etwas zu verwässern und am Ende vielleicht sogar vor der Huldigung der Marke zu kapitulieren. Denn obwohl Mattel während der Szenen in der Realwelt weiß Gott nicht gut wegkommt und die Verantwortlichen im Konzern als ebenso alte und dumme, aber auch infantile Männer porträtiert werden, ist der Film für den Hersteller vor allem eins: Eine große, bunte Werbetrommel.

Barbie (4K/HDR10/HDR10+/DolbyVision/Dolby Atmos) auf iTunes / Apple TV Barbie (4K/HDR10/HDR10+) auf Amazon Prime Video

Bildqualität von Barbie (95%)

Barbie wurde mit einer Arri Alexa 65 aufgenommen, der Top-Range-Kamera des Herstellers, die auch häufig für IMAX-Szenen verwendet wird. Aus dem 6.5K-Ausgangsmaterial hat man ein 4K-DI gezogen, was als nativer Datenstrom auch auf der UHD Blu-ray gelandet ist. Warner masterte zudem mit HDR10 sowie einem im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum. Das Master kommt zunächst, nicht überraschend, etwas dunkler daher und lässt die Intro-Szene etwas wärmer erscheinen.

Man sieht aber auch hier schon die bessere Auflösung im Sand und Gestein auf dem Boden. Wechselt das Szenario ins pinkfarbene Barbieland, kommen die Farben durchweg kräftiger rüber. Das Pink ist satter, grüne und gelbe Töne haben noch mehr Wucht. Beispielhaft sollen die dunkelgrünen „Moosteppiche“ auf der Wiese genannt werden, die bei 19’20 viel saftiger erscheinen und die Rottöne der Treppe, die über die Blu-ray eher orangefarbig und nicht rot sind. Auch die Spitzlichter überzeugen, obwohl verhältnismäßig konservativ gemastert wurde.

Die grellen Farben werden von der UHD Blu-ray perfekt wiedergegeben || (c) Warner Bros. 

Schaut man sich die Nacht-Tanzszenen an, werden die Pailletten klarer und funkelnder wiedergegeben. Die grellen Spots haben mehr Zeichnung und liefern dennoch mehr Leuchtkraft und Überstrahlungen auf hellen Bereichen sind praktisch nicht mehr erkennbar. Auch in puncto Auflösung gibt’s hier noch mehr zu sehen. Die Close-ups von Gesichtern erhalten noch mehr Feinheiten, die Struktur auf Barbies rosafarbenem Western-Outfit ist besser erkennbar. Auch ihre Haare bei 80’44 sind sichtbar deutlicher erkennbar und Probleme, die die Blu-ray noch mit dem Encoding auf uniformen Oberflächen hatte, sind hier kein Thema mehr (Himmel bei 71’07). Alles in allem ein nahezu perfektes 4K-Bild.

Barbie (4K/HDR10/HDR10+/DolbyVision/Dolby Atmos) auf iTunes / Apple TV Barbie (4K/HDR10/HDR10+) auf Amazon Prime Video

Tonqualität von Barbie (80%)

Wie bei Anbieter Warner und seinen „größeren“ Filmen üblich, gibt’s Dolby Atmos schon für beide Sprachen über die Blu-ray von Barbie. Allerdings unüblich: Mit True HD kodiertem Kern schon für beide Sprachen. Oft muss die englische Tonspur bei der deutschen Blu-ray mit DD+-Codec auskommen. Womit beide nicht auskommen müssen, ist eine dynamik-schwache Tonspur.

Denn schon das an Kubricks 2001 angelehnte Intro liefert kräftige Score-Elemente, Tiefbass und klar akzentuierte Höhen-Anteile. Auch der Barbie-Song zu Beginn bietet genug Dynamik und wenn das Surfbrett im rosa Fake-Sand versinkt, gibt’s satt Bass – vor allem für eine Komödie. Die Dialoge sind gut differenziert, stehen zentral im Mittelpunkt und bleiben gut verständlich.

Ryan Gosling als Ken ist sensationell || (c) Warner Bros. 

Hören wir uns auf der Höhen-Ebene um, beginnt es mit Vogel- und Tiergeräuschen während der Szenen der Mädels bei ihrem Spiel. Zerschlägt das blonde Mädchen ihre altmodische Puppe, wuscht es ordentlich von oben. Während des Titel-Vorspanns gibt es erneut Vogelgeräusche, die bewusst so künstlich aus der Retorte klingen, wie der Film optisch aussieht. Ähnliche 3D-Sounds gibt es immer wieder. Alles wurde bewusst so gehalten, dass man sich in einer Kunstwelt fühlt. Das Hupen von Barbies Auto, das Fluggeräusch des Jets, das Sternenzwirbeln beim Aufwachen unserer Titelfigur – sämtliche Sounds sind bewusst artifiziell und unterstützen Look und Atmosphäre des Films.

Überschlägt sich nach etwas über 26 Minuten Barbies Cabrio, gibt’s Windgeräusche und ein deutliches Wuschen während des Saltos. Der Blitz im Polizeirevier und ein Hubschrauber, der kurz darauf über die Szenerie fliegt, sind weitere Möglichkeiten, das Sounddesign nach oben hin zu öffnen. In der Realwelt gibt’s dann mal das Pingen eines Aufzugs, das Wuschen vor einem Barbie-Sprint oder das Signal einer Alarmanlage. Zurück in der Barbie-Welt werden ein paar lustige Sounds eingespielt, wenn die Konsumgüter am Himmel aufblitzen und während der Battle zum Ende hinsetzt es zahlreiche Zisch- und Whoa-Geräusche

  • Deutsch/Englisch: Dolby Atmos (85%) 2D-Betrachtung
  • Deutsch/Englisch: Dolby Atmos (60%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Deutsch/Englisch: Dolby Atmos (80%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Bonus (40%)

Sechs Featurettes liefert das Bonusmaterial von Barbie – ein bisschen mager für einen derart erfolgreichen Film. Zumal die einzelnen Beiträge nicht gerade sehr lang geraten sind. Wir bekommen Einblick in die Welt der „komischen“ Barbies, die mit „Weird Barbie“ zusammen leben, dürfen ein bisschen bei der „Barbie Party“ mitmachen und erfahren etwas über die Choreografie der Tänze, das Make-up und die Outfits. Viel mehr als gegenseitiges Wir-haben-uns-alle-lieb-und-finden-uns-toll-Blabla gibt’s hier allerdings nicht zu sehen und zu hören.

Testfazit Barbie (83%)

Barbie (4K/HDR10/HDR10+/DolbyVision/Dolby Atmos) auf iTunes / Apple TV Barbie (4K/HDR10/HDR10+) auf Amazon Prime Video

Barbie ist klasse gespielt, über weite Strecken sehr witzig und entlarvend sowie fantastisch ausgestattet. Die Ressentiments dem Film gegenüber sind größtenteils unangebracht, da er eigentlich eine sehr emanzipierte Geschichte erzählt – und das über weite Strecken sogar überzeugend. Schade, dass dem Film am Ende der Mut etwas ausgeht und man doch vor der Marke aus dem Mattel-Konzern kapituliert.

Visuell bietet die Blu-ray schon ein sehr gutes Bild, was von der HDR-Scheibe aufgrund der besseren Auflösung und Farbdifferenzierung aber noch mal getoppt wird. Der Sound ist erstaunlich dynamisch und auch im Höhen-Bereich wird gut unterstützt.

Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 26. Oktober 2023 Review am: 01. November 2023
Erscheinungsjahr Film: 2023 Laufzeit: 114 Minuten
Filmstudio: Warner Home Video FSK: ab 6 Jahre
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat:
2,00:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch Dolby Atmos
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10 Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray

Barbie Trailer:

waipu.tv kündigt Partnerschaft mit Sky Deutschland / WOW an

waipu.tv hat eine neue Partnerschaft mit Sky Deutschland bzw. dessen Streaming-Plattform WOW bestätigt. Somit kann man das eigene IPTV-Angebot erweitern.

Hinter waipu.tv steckt streng genommen die Exaring AG, welche dann auch die Kooperation mit Sky Deutschland bestätigt. So kann man nämlich ab sofort WOW mit seinen Filmen und Serien über dem Store auf dem waipu.tv 4K Stick beziehen und natürlich anschließend auch nutzen. Zukünftig ist die WOW-App auf dem waipu.tv 4K Stick sogar bereits vorinstalliert und direkt aufrufbar.

Hier geht es zum kompletten Angebot von waipu.tv

Allerdings soll dies nur der erste Schritt zu einer umfassenderen Zusammenarbeit sein. Ziel sei die komplette Integration von WOW in die Produktwelt von waipu.tv. Kunden können deswegen zukünftig ein Kombi-Angebot mit dem IPTV-Paket waipu.tv Perfect Plus und WOW zu einem vergünstigten Kombi-Preis erwerben. Der Start des Angebots ist für 2024 geplant. Daher nennt man aktuell auch noch keinen Preis.

WOW reiht sich damit eben Netflix und DAZN ein, die bei waipu.tv bereits über entsprechende Bundle-Angebote verfügbar sind. Man deutet zudem schon ein wenig die Deals an. Zum Launch steht nämlich jetzt ein Angebot für alle Nutzer des waipu.tv 4K bereit: Drei Monate können sie für drei Euro pro Monat WOW Serien abonnieren. Das entspricht einer Ersparnis von mehr als 60 Prozent im Vergleich zum Normalpreis. Erwähnt sei aber, dass WOW abgesprungene Kunden im Grunde wöchentlich mit derartigen Lockangeboten ködern will, wie wir aus eigener Erfahrung bestätigen können.

WOW punkten vor allem mit den HBO-Formaten

WOW ist dabei technisch weiterhin nicht auf der Höhe der Zeit. Weder bietet man 3D-Sound wie Dolby Atmos noch 4K-Auflösung oder HDR bzw. Dolby Vision. Auch die App stößt immer wieder auf Kritik. Immerhin gibt es aber bei WOW durchaus interessanten Content, wie beispielsweise die HBO-Formate „Game of Thrones“, „House of the Dragon“, „The White Lotus“ plus Sky Originals wie „Das Boot“.

Nachschub könnte da in Zukunft aber etwas knapper werden: Sky Deutschland hat zumindest die Produktion deutschsprachiger, fiktionaler Originals eingestampft.

Sony PlayStation 5 Slim: Teardowns zeigen das Innenleben

Die Revision der PlayStation 5 kommt diese Woche in einigen Regionen in den Handel. Teardowns geben mehr Aufschluss über die Hardware.

  • Erste ausführliche Teardowns der PlayStation 5 „Slim“ wurden auf Youtube hochgeladen. 
  • Diese offenbaren nur minimale Optimierungen wie z.B. ein minimal leiseres Kühlungssystem, ein kompakteres Format, etwas mehr Speicher oder einen zusätzlichen USB-C-Port. 
  • Insgesamt eine gelungene Revision, die Sony wohl eher aus Kostengründen angestoßen hat. 

Streng genommen nennt sich der Refresh der PS5 nicht „Slim“, aber informell darf man die Spielekonsole so taufen: Denn sowohl Gewicht als auch Maße haben sich deutlich reduziert. Was zunächst gut klingt, weckte bei einigen Gamern auch Skepsis bezüglich der Kühlung und Lautstärke. Doch bisherige Teardowns geben preis, dass die Lautstärke wohl sogar minimal niedriger sein soll, als bei alten PS5-Modellen. Dabei ist der Zuwachs bei der Lautstärke nicht auf das Lüftungssystem zurückzuführen – welches minimal leiser ist – sondern eher auf das Disc-Laufwerk, welches jetzt einfach entfernt, bzw. optional nachgerüstet werden kann.

Zu beachten ist aber, dass es klassischerweise bei PlayStation-Konsolen immer eine erhebliche Serienstreuung gibt. Das heißt, dass ein Exemplar der PlayStation 5 Slim kann immer noch lauter sein als ein andere. Eure Erfahrungen können also variieren. Schon seit dem Launch verbaut Sony nämlich in der PS5 unterschiedliche Lüfter.

Während die neue Variante der PlayStation 5 in den USA schon ab dieser Woche im Handel zu finden sein wird, müssen wir noch etwas ausharren. Für Deutschland gibt es noch keinen eindeutigen Zeitpunkt. Zunächst werden noch die Lagerbestände er bisherigen Variante abverkauft. Das muss allerdings nicht zwangsweise etwas Schlechtes sein.

PS5 Slim kommt mit versteckter Preiserhöhung

So ist die PlayStation 5 Slim nämlich von einer versteckten Preiserhöhung betroffen. Denn Sony legt den Ständer für die vertikale Aufstellung nicht mehr bei. Dieser soll nun separat für ca. 30 Euro nachgekauft werden. Da die vertikale Aufstellung weiterhin der Standard ist und auch auf den meisten Marketing-Bildern gezeigt wird, ist das doch eher unschön. Dafür hat man den ab Werk integrierten Speicherplatz auf 1 TByte erhöht. Voll zur Verfügung steht diese Menge aber nicht, ein Teil wird natürlich durch das Betriebssystem belegt.

Im Übrigen sind die gemessenen Temperaturen in den Teardowns nahezu identisch zum bisherigen Modell. Die PS5 Slim wird also weder heißer noch bleibt sie kühler. Das verbaute SoC wird wie bei den letzten Revisionen immer noch in 6 nm gefertigt.

Dabei kostet die Sony PlayStaion 5 Slim mit Disc-Laufwerk im Handel 549,99 Euro. Die Digital Edition wechselt für 449,99 Euro den Besitzer. Es ist auch möglich, das UHD-Blu-ray-Laufwerk nachzukaufen – für 119,99 Euro.

Mehr Beiträge zum Thema „PlayStation 5“:

Sharknado feiert 10-Jähriges mit einer limitierten 4K UHD Blu-ray inkl. Extended Cut (500 Exemplare)

1

Das B-Movie-Phänomen „SHARKNADO“ feiert sein 10-jähriges Jubiläum und erscheint erstmals auf 4K UHD Blu-ray! Zwei Varianten sind auf jeweils 500 Exemplare limitiert. Eines der Sleeves erinnert an einen der jüngsten, pinken Kinohits. 

Günstig produziert, beschämend schlechte Spezialeffekte, mittelmäßige Schauspieler und inhaltlich absolute Grütze. Und doch hat es dieses B-Movie-Franchise zu mittlerweile sechs Teilen geschafft. Shaknado dürfte den meisten Filmfans etwas sagen, selbst, wenn sie sich noch nie an die Filme herangetraut haben. Vielleicht ist die restaurierte 4K-Fassung genau die richtige Variante, sich einmal diesem Phänomen zu widmen und es danach als schicke Sammleredition in das Filmregal zu verbannen. Fans von Sharknado dürfen sich auf ca 5 Minuten zusätzlichen Material freuen – More Shark – More Nado!

Sharknado 4K UHD Blu-ray (Cover A) auf jpc.de Sharknado 4K UHD Blu-ray (Cover B) auf jpc.de

Sharknado ab 16. November 2023 wieder im Kino

Wer sich das Spektakel nicht in die eigenen vier Wände holen möchte, der kann die restaurierte 4K Fassung übrigens ab dem 16. November 2023 in über 100 Kinos in Deutschland „bewundern“. Alle anderen können das 4K-Master mit HDR10 im bildfüllenden 1.78:1-Format mit DTS-HD MA 5.1 Surround-Sound (Deutsch und Englisch) über das heimische Entertainment-System jagen. Wie angemerkt, sind beide Varianten (Sleeves über der Standard-Variante) auf 500 Exemplare limitiert. Das erste Cover präsentiert sich im Kinopop-Design, welches ganz „subtil“ an den jüngsten Kinohit „Barbie“ angelegt ist. Bei der zweiten Version präsentiert das Sleeve lediglich das reguläre Cover der Amaray / Keep Case 4K UHD Blu-ray.

Ihr wisst wirklich bis jetzt nicht, worum es in Sharknado geht? Dann haltet euch fest. Ein Wirbelsturm nimmt Kurs auf die kalifornische Küste und soll Los Angeles mit aller Härte treffen. Wirbelstürme oder Hurrikans sind eher selten in L.A., speziell diese, die Haie vom Himmel regnen lassen. Der Wirbelsturm hat nämlich einen riesigen Hai-Schwarm vor der Küste aufgelesen, welcher doppelt so viel Tod und Verderben in die Stadt bringt.

Sharknado 4K UHD Blu-ray (Cover A) auf jpc.de Sharknado 4K UHD Blu-ray (Cover B) auf jpc.de

Mehr Beiträge zum Thema „4K UHD Blu-ray“:

Du möchtest nur über 4K BLU-RAY NEUHEITEN informiert werden?

YouTube Premium wird teurer

YouTube liegt voll im Trend: Es wird teurer. So zieht man in Deutschland die Preise für YouTube Premium an.

Dabei lässt sich die Plattform YouTube natürlich weiterhin kostenlos nutzen. Doch in den vergangenen Monaten ist die Werbung deutlich aggressiver geworden. Oft müssen sich Zuschauer direkt beim Start eines Videos mit nicht überspringbaren Werbeclips von 30 Sekunden Länge herumschlagen. Zwischendrin folgen dann alle 5 Minuten weitere Werbeblöcke. Das ist inzwischen einigen etwas zu viel des Guten geworden.

Youtube Premium vs. Adblocker

Die Folge: Entweder man setzt, wenn möglich, Werbeblocker ein, oder abonniert YouTube Premium. Gegen Werbeblocker geht YouTube jedoch inzwischen schärfer vor. Als günstigere Alternative zu YouTube Premium mit vollem Funktionsumfang gibt es dabei im Übrigen noch YouTube Premium Lite – zum Preis von 5,99 Euro im Monat. Hier fehlen aber Vorzüge wie die Download-Funktion oder YouTube Music. Dafür bleibt der Preis konstant.

YouTube erhöht den Preis für YouTube Premium.
YouTube erhöht den Preis für YouTube Premium.

YouTube Premium kostet ab sofort monatlich 12,99 Euro statt wie bisher 11,99 Euro. Dabei lohnt sich das einzelne Abonnement von YouTube Music übrigens eher nicht. Denn das kostet für sich genommen auch schon 10,99 Euro. Etwas günstiger wird es bei YouTube Premium, wenn ein Jahresabonnement abgeschlossen wird. Dann kostet das Ganze insgesamt 129,99 Euro für 12 Monate.

YouTube Premium gibt es auch im Familien-Abonnement

Eine Alternative wäre das Familien-Abonnement, das sich auch teilen lässt – allerdings nur in einem Haushalt. Mit 5 Familienmitgliedern im selben Haushalt lässt sich YouTube Premium Familie teilen und kostet 23,99 Euro im Monat. Ebenfalls existiert weiterhin der vergünstigte Tarif für Studenten, welcher 7,49 Euro im Monat kostet.

YouTube Premium ist im Jahresabo etwas günstiger.
YouTube Premium ist im Jahresabo etwas günstiger.

Geht es auch günstiger? Ja, auch wenn das nicht den Nutzungsbedingen entspricht und erschwert worden ist. Wer per VPN und mit entsprechenden ausländischen Kreditkarten YouTube Premium über Länder wie Argentinien oder die Türkei abonniert, zahlt deutlich weniger. In den vergangenen Monaten hat Google diese Methode aber deutlich erschwert.

Lange Wartezeiten: HBO verschiebt zahlreiche Serien wie „The Last of Us“

Die Hollywood-Streiks fordern wieder einmal ihren Tribut. So muss HBO gleich mehrere Serien nach hinten verschieben.

Zwar ist der Autorenstreik inzwischen mit einer Einigung beendet worden, doch die Gewerkschaft der Schauspieler streikt weiterhin. Als Ergebnis können die Dreharbeiten zu vielen hochkarätigen Produktionen aktuell nicht mehr laufen. Aber auch bereits abgedrehte Filme wie etwa „Dune: Part II“ sind wegen des Streiks verschoben worden. Denn während des Streiks dürfen die Darsteller auch nicht an der Vermarktung der Produktionen mitwirken und z. B. keine Interviews geben. Dies spielt jedoch eine große Rolle dabei, Hype aufzubauen.

Hochwertiges HBO-Entertainment verschiebt sich

Dies alles trifft auch den Premium-Sender HBO. Dieser ist unter anderem für international renommierte und kommerziell sehr erfolgreiche Produktionen wie „Game of Thrones“, Die Sopranos“ oder auch „The Wire“ verantwortlich gewesen. Derzeit dürfte wohl „The Last of Us“ das Zugpferd des Senders sein. Doch die nächste Staffel kann aller Voraussicht nach erst Anfang 2024 in Produktion gehen. Deswegen flimmert sie vermutlich erst 2025 über die Mattscheiben.

Dann wäre da noch die Dramedy-Serie „The White Lotus“. Es wird zwar eine dritte Staffel geben, doch jene wird erst 2025 laufen. Somit ergeben sich zwischen Season 2 und 3 dann rund drei Jahre Pause. Immerhin ist dies eine Anthologie-Serie, bei der jede Staffel in sich abgeschlossen ist. Wiederum wurde auch das Spin-off zu „Es“ namens „Welcome to Derry“ von 2024 auf 2025 verlagert.

„House of the Dragon“ kann planmäßig starten

Auch „Euphoria“ mit Zendaya wird erst im Jahr 2025 neue Episoden zeigen können. Eine Ausnahme und damit einen Lichtblick gibt es jedoch auch: Die Serie „House of the Dragon“, ein Prequel zu „Game of Thrones“ darf bereits 2024 in seine zweite Staffel gehen. Das liegt daran, dass diese Serie in Großbritannien entsteht. Die Streiks der US-amerikanischen Schauspieler und Autoren haben sich deswegen dort nicht ausgewirkt.

Neben HBO hat im Übrigen auch schon Disney einige Produktionen verschieben müssen. Es ergibt sich da ein Trend, der sicherlich noch zahlreiche Ankündigungen nach sich ziehen wird.

Disney übernimmt den Streaming-Dienst Hulu vollständig

Disney übernimmt bald den Streaming-Dienst Hulu komplett. Dafür kauft man Comcast dessen noch verbliebene Anteile ab.

Comcast hielt 33 % an Hulu. Sowohl The Walt Disney Company als auch Comcast hatten sich aber schon vor Jahren darauf verständigt, dass Disney die Plattform insgesamt übernehmen würde. Im Endeffekt zahlt Disney bis zum 1. Dezember 2023 im Zuge der Vereinbarung deswegen schätzungsweise 8,61 Mrd. US-Dollar an NBCUniversal.

Disney schluckt Hulu komplett

Die Zahlung könnte noch etwas höher ausfallen, sollte der Marktwert von Hulu höher geschätzt werden. Hier will man noch eine offizielle Einschätzung vornehmen lassen. Dieses formale Verfahren soll im Verlauf des Jahres 2024 abgeschlossen werden. Dabei gibt sich Disney zwar optimistisch, doch die Übernahme zu stemmen, ist inzwischen nicht mehr so ein Kinderspiel wie erwartet. Innerhalb der letzten beiden Jahre hat Disney nämlich fast 45 % seines Aktienwerts verloren. Eigentlich befindet man sich deswegen auf einem Sparkurs.

Hulu ist dabei in erster Linie in den USA aktiv. Inhalte der Plattform, wie „Solar Opposites“, „Only Murders in the Building“ oder auch „Futurama“ laufen in Deutschland bei Disney+ bzw. dessen Untermarke Star.

Hulu ist in den USA erfolgreich

In den Vereinigten Staaten ist Hulu durchaus eine erfolgreiche Marke – man hat dort etwa mehr Abonnenten als Apple TV+ weltweit. Die Frage ist aber natürlich, ob Disney die Plattform wirklich dauerhaft separat fortführen will oder nicht doch irgendwann die Eigenproduktionen und Marken des Dienstes zu Disney+ überführt – so wie es eben international bereits geschehen ist.

Nicht alle Hulu-Produktionen haben es jedoch international zu Disney+ geschafft. Als Ausnahme wäre z. B. das Revival der „Animaniacs“ zu nennen. Vielleicht kann man da ja nach der Übernahme Hoffnung schöpfen, sodass die betroffenen Produktionen noch bei Disney+ aufschlagen.

Amazon Fire TV: Aggressivere Werbeeinbindung angekündigt

Partner wird es freuen, viele Kunden dürften ächzen: Amazon will an seinen Fire TV noch aggressiver Werbung einbinden.

So zeigt man in der Oberfläche der Amazon Fire TV ja schon prominent im oberen Banner z. B. Werbung für Eis, Videospiele, Kopfhörer und mehr an. Dieser Spot ist besonders beliebt, weil es der erste Bereich ist, denn Zuschauer nach dem Start der Geräte erblicken. Amazon will Werbekunden auch damit ködern, dass die Besitzer der Fire TV ihre Werbeanzeigen eben auch dann sehen, wenn sie am Ende eine werbefreie App starten. Weil die Werbung direkt auf dem Homescreen prangt.

Fire TV wird zur Litfaßsäule

Amazon erlaubt es auch, dass z. B. ein Zuschauer, der einen Werbespot einer Marke bei Freevee oder Prime Video gesehen hat, weitere Werbung der Marke dann auf dem Homescreen sieht. Re-Targeting nennt man das in der Werbeindustrie. Neu ist zudem, dass Amazon auch Werbung in der Suche zulässt.

Die Oberfläche der Amazon Fire TV setzt bereits sehr prominent Werbung ein.
Die Oberfläche der Amazon Fire TV setzt bereits sehr prominent Werbung ein.

Beispielsweise könnte ein Zuschauer über Alexa oder die Textsuche nach Horrorfilmen fahnden und zwischen den Ergebnissen dann Werbung für Halloween-Kostüme erspähen. Laut Sprechern Amazons, sei gerade dies eine Funktion, die sich viele Werbetreibende gewünscht hätten. Denn damit ließen sich die Kunden besonders zielgerichtet und passend erreichen.

Amazon Fire TV: Bald mit kontextabhängigen Werbekacheln

Zudem bindet Amazon kontextgebundene Werbekacheln ein. Ähnlich wie bei der Suche, sollen diese Kacheln angepasst werden, je nach Nutzerverhalten. Wer etwa vorwiegend nach Actionfilmen sucht, erblickt dann Anzeigen der Werbepartner, die sich darauf eingeschossen haben. Im Hintergrund kommt dafür Machine Learning zum Einsatz.

Wie könnt ihr dem entkommen? Im Grunde nur, indem ihr zu anderen Mediaplayern greift. Im Wesentlichen will Amazon die günstigen Preise seiner Fire TV eben verstärkt durch Werbung querfinanzieren.

Amazon Prime Video: Nokia klagt wegen mutmaßlichen Patentverletzungen

0

Amazon steht vor einer Klage: Nokia wirft dem Online-Riesen Patentverletzungen bei Prime Video und den Fire TV vor.

So hat Nokia entsprechende Klagen in den USA, dem Vereinigten Königreich, Indien und Deutschland sowie vor dem European Unified Patent Court eingereicht. Man argumentiert, Amazon würde Patente von Nokia für sowohl den Streaming-Dienst Prime Video als auch seine Fire-TV-Geräte verwenden, ohne Lizenzgebühren zu bezahlen.

Jahrelang habe man mit Amazon wegen etwaiger Lizenzen verhandelt, sei aber zu keiner Einigung gelangt. Auch wenn man dies grundsätzlich immer als letzten Weg betrachte, bleibe daher nur noch der Rechtsweg. Es sei nicht hinzunehmen, dass man selbst die technische Grundlage entwickele, von der Amazon profitiere, ohne dafür gerecht entlohnt zu werden.

Nokia wirft Amazon die Verletzung mehrerer Patente vor.
Nokia wirft Amazon die Verletzung mehrerer Patente vor.

Dabei verweist Nokia auch an seine Mitentwicklung der Videocodecs H.264 (AVC) sowie H.266 (VVC). Konkreter verletze Amazon aktuell unter anderem Patente rund um die Videokompression, die Auslieferung von Inhalten sowie die Empfehlung von Content. Erwähnt sei auch, dass Nokia wegen ähnlicher Problem aktuell gleichermaßen auch gegen den Hersteller HP vorgeht.

Amazon schweigt noch zu den Vorwürfen

Doch wie sieht Amazon denn das Ganze? Bislang hat sich das Unternehmen noch nicht zu den Klagen Nokias geäußert. Vorhersehbar ist, dass Amazon wohl den Standpunkt vertreten wird, dass die Höhe der Forderungen von Nokia unangemessen sei. Letztere wiederum kritisieren scharf, dass der Streaming-Markt ein Milliardengeschäft sei. Doch wer die dafür notwendigen Techniken entwickle, profitiere aktuell davon nicht, wegen des unfairen Vorgehens.

So schreibt sich Nokia auf die Fahnen allein 2022 rund 45 Mrd. Euro in neue Technologien investiert zu haben. Seit 2000 seien es ca. 140 Mrd. Euro gewesen. Nur deswegen halte man so viel Patente, deren Nutzung man durchaus auch gestatte – aber es müsse eben eine faire Kompensation dafür geben.