Loewe setzt mit der Einführung des bild i.77 dr+ OLED TV neue Maßstäbe, zumindest beim Preis. Als Flaggschiff der SL7-Serie ist der 77 Zoll OLED TV mit vier HDMI 2.1-Anschlüssen sowie DTS Play-Fi, AirPlay uvm. ausgestattet.
Loewe bild i.77: Harmonie von Bild und Klang
Der bild i.77 dr+ setzt auf ein 4K OLED-Panel (3.840 x 2.160 Pixel) von LG Display, dass 77 Zoll in der Diagonalen misst. Es handelt sich um ein Display mit WRGB-Architektur, welches für seine lebendigen Farben, klare Kontraste und gestochen scharfe Detaildarstellung bekannt ist. Offen bleibt derzeit die Frage, ob Loewe ein neues MLA-OLED-Panel (Micro-Lens-Array) verbaut hat, wie man es z.B. in der LG G3-Serie wiederfindet. Falls nicht, verzichtet Loewe auf die derzeit beste WRGB-OLED-Technologie, was wiederum die Preisgestaltung fraglich erscheinen lässt. Der Loewe bild i.77 dr+ kostet nämlich satte 6.000 Euro. Zumindest ergeben sich bei den HDR-Formaten keine Lücken (unterstützt HLG, HDR10 und Dolby Vision).
Der Loewe bild i.77 dr+ lässt sich mit Soundlösungen aus dem Hause Loewe erweitern. Hier klang bar5 Soundbar und sub5 Subwoofer || Bild: Loewe
Durchleuchten wir erst einmal die weiteren Spezifikationen. Vielleicht lässt sich dadurch der doch recht hoch angesetzte Preis erklären. Da hätten wir z.B. eine integrierte 40-Watt-Bassreflex-„Soundbar“, die für einen kraftvollen und klaren Klang sorgt. Mit der hauseigenen Mimi Sound Personalization-Technologie kann der Nutzer ein persönliches Hörprofil erstellen lassen, um ein individuelles bzw. für den Zuhörer optimales Klangerlebnis präsentiert zu bekommen. Der Loewe bild i.77 dr+ lässt sich zudem mit den Soundlösungen klang bar5 mr oder klang bar3 mr für ein raumfüllendes Dolby Atmos-Sounderlebnis mit 5.1.2-Sound erweitern. Weiteres Highlight gefällig? Der Loewe OLED TV unterstützt auch DTS-Audioformate (DTS & DTS-HD).
Wer sich jetzt fragt, was eigentlich das dr+ in der Modellbezeichnung bedeutet, der wird hier abgeholt. Eher selten, aber für Loewe-Kunden wohl ein Kriterium für den Kauf ist die integrierte Speicherlösung der dr+-Modelle. Der Fernseher verfügt über einen 1TB-Festplattenspeicher, mit dem sich TV-Sendungen aufzeichnen, pausieren und zeitversetzt wiedergeben lassen. Sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal der Loewe TV-Geräte (dr+). Das Feature lässt sich bei anderen Herstellern jedoch mit einer externen Speicherlösung (angeschlossen via USB) ebenfalls nutzen.
Die Rückseite des Loewe bild i.77 dr+ zeigt, dass sich der Hersteller seiner Design-Aufgabe bewusst ist || Bild: Loewe
Das Loewe os7 Betriebssystem, basierend auf VIDAA, der smarten TV-Plattform von Hisense, ermöglicht einen intuitiven Zugriff auf Apps beliebter Streamingdienste wie Apple TV+, Amazon Prime Video, Disney+ und Netflix. In diesem Zug muss man auch die integrierte HD+-App (keine CI+ Karte mehr erforderlich) erwähnen. Auch Zattoo TV-Streaming ist mit an Bord (Abo vorausgesetzt).
Designperle mit flexiblen Montageoptionen
Was man Loewe auf jeden Fall nicht nehmen kann, ist das hervorragende Design seiner TV-Modelle. Das 360° Design des bild i.77 dr+ mit einem eleganten Stoffbezug auf der Rückseite und einer durchdachten Kabelführung macht hier keine Ausnahme. Insgesamt setzt der Hersteller auf hochwertige Materialen, die nicht nur farblich optimal abgestimmt sind, sondern auch in puncto Haptik überzeugen können.
Nur ein Schelm denkt beim optionalen Floor2Ceiling-Stand für den bild i.77 dr+ an eine Stripperstange || Bild: Loewe
Auch unterschiedliche Aufstellmöglichkeiten machen den bild i.77 dr+ zum Hingucker: Entweder platzsparend an der Wand mit der mitgelieferten Halterung oder mit den optionalen Ständern perfekt in Szene gesetzt. Der „flex“-Ständer ist speziell für die Montage der klang bar5 mr Soundbar entwickelt worden, während der „floor 2ceiling“ ein boden- bis deckenhoher Stangenhalter ist, der sich ideal für Räume mit einer Deckenhöhe von bis zu 2,9 Metern eignet.
HDMI 2.1, AirPlay 2, Chromecast uvm.
Der bild i.77 dr+ ist bereit für die Zukunft des Entertainments – was man ja nicht von allen Loewe TV-Geräten behaupten kann. Oft hinkten die Fernseher dem Branchenstandard etwas hinterher. Der neue 4K OLED TV mit 77 Zoll macht hier jedoch alles richtig, mit vier vollwertigen HDMI 2.1-Anschlüsse inkl. HFR (4K/120Hz), Unterstützung für eARC und ALLM. Bleibt noch abzuklären, ob 4K@120Hz auch parallel mit einem HDR-Format genutzt werden kann und ob das System VRR (Variable Refresh Rate) unterstützt und wenn ja, mit bis zu welcher Bildwiederholungsrate.
Mit DTS Play-Fi kann am Loewe TV drahtlos Multiroom-Audio genossen und der Sound im gesamten Zuhause verteilt werden. Voraussetzung sind natürlich Audiokomponenten, die ebenfalls DTS Play-Fi unterstützen. Geläufigere Standards zur Übertragung von audiovisuellen Inhalten (z.B. von Smartphone oder Tablet) sind da dann doch Apple AirPlay 2 oder Chromecast. Beides unterstützt der bild i.77 dr+.
Preis und Verfügbarkeit
Der Loewe bild i.77 dr+ ist ab sofort zum Preis von €6,000 erhältlich. Doch ein satter Preis, wenn man bedenkt, dass Konkurrenzprodukte mit 77 Zoll bereits um die 4.000 Euro erhältlich sind. Doch es wird sicherlich einige Käufer geben, die den Mehrwert durch die Verarbeitung, die integrierte 1TB-Festplatte und die „Made in Germany“-Mentalität gerne in Kauf nehmen.
Jetzt ist es passiert! Netflix hat mal wieder eine äußerst unpopuläre Entscheidung getroffen und den günstigen Basic-Plan in den USA und UK gestrichen. Wann kommt diese Änderung nach Deutschland?
Die Jagd nach dem Geld – Netflix zwingt auf teurere Abonnements umzusteigen
Mit der Streichung des Basic-Plans will Netflix offensichtlich die neuen Abonnenten dazu zwingen, ein teureres Abo, oder das neue Standard-Abo mit Werbung zu nutzen. Der Basic-Plan war der preiswerteste werbefreie Tarif von Netflix und kostete 9,99 $ pro Monat in den USA und 6,99 £ pro Monat in Großbritannien. Ab sofort sind auf der Anmeldeseite des Unternehmens nur noch drei verfügbare Tarife zu sehen. Dazu gehören der werbefinanzierte Standard-Plan für 6,99 $ pro Monat, das Standard-Abo ohne Werbung für stolze 15,99 $ und der Ultra HD Premium-Plan, der derzeit 19,99 $ kostet.
In Deutschland sind als Bestands- und Neukunde noch alle Abo-Varianten auswählbar (Preise Netflix Juli 2023)
Basic-Bestandskunden bleiben verschont
Obwohl der veraltete Basic-Plan auf der Anmeldeseite nicht mehr erwähnt wird, hat Netflix das Thema auf seiner Support-Seite für „Pläne und Preise“ angesprochen. Dort heißt es: „Der Basic-Plan steht neuen oder wiederkehrenden Mitgliedern nicht mehr zur Verfügung. Wenn Sie derzeit den Basic-Plan nutzen, können Sie auf diesem Plan bleiben, bis Sie Ihren Tarif ändern oder Ihr Konto kündigen.“ Obwohl diese Entscheidung sicherlich auf Widerstand bei den Nutzern stoßen wird, ist es nicht völlig überraschend, da das Unternehmen bereits im letzten Monat die neue Tarifstruktur in Kanada „getestet“ hat. Und somit ist eigentlich so gut wie sicher, dass diese Änderung in absehbarer Zeit auch nach Europa respektive Deutschland kommt!
Die Vorzüge des Basic-Plans
Das Netflix Basis-Abo war bei Single-Haushalten und Nutzern, die Netflix vorrangig auf mobilen Geräten nutzen sicherlich sehr beliebt.
Vor seiner Streichung war der Basic-Plan die kostengünstigste Option, um Netflix werbefrei zu genießen. Er bot Streaming in 720p auf einem Gerät zur gleichen Zeit. Im Gegensatz dazu bieten sowohl der werbefinanzierte als auch der werbefreie Standard-Plan Streaming in 1080p auf zwei Geräten gleichzeitig. Der Premium-Plan ermöglicht 4K UHD-Streaming (mit HDR) auf vier Geräten gleichzeitig inkl. Dolby Atmos 3D-Sound. Obwohl der Basic-Plan nicht mehr für neue Kunden verfügbar ist, können die bestehenden Abonnenten vorerst darauf bleiben, bis sie ihren Tarif ändern oder ihr Konto kündigen.
Netflix bleibt hartnäckig – Veränderungen sind nicht neu
Netflix bleibt seiner Strategie treu und versucht, mit doch sehr unpopulären Mitteln, den Geldfluss und entsprechend den Aktienkurs nach oben zu pushen. Die Streichung des Basic-Plans ist nur eine von vielen Entscheidungen, die vielen gefallen dürften, nur nicht den Abonnenten. Dazu gehört auch das Vorgehen gegen das Passwort-Sharing in verschiedenen Ländern weltweit sowie die Einstellung des DVD-Verleihservices (ok, kann man verkraften), der über 25 Jahre lang ein Markenzeichen von Netflix war. Obwohl diese Schritte sicherlich nicht bei allen Nutzern gut ankommen, hat Netflix in der Vergangenheit bewiesen, dass es nicht davor zurückschreckt, Veränderungen durchzusetzen.
Wie geht es weiter?
Erfolgsformate wie „Haus des Geldes“ oder „The Squid Game“ halten Netflix relevant.
Trotz der Unbeliebtheit einiger Entscheidungen ist Netflix nach wie vor einer der führenden Streaming-Anbieter weltweit. Mit einer breiten Auswahl an hochwertigen Inhalten und einer benutzerfreundlichen Plattform zieht Netflix weiterhin Millionen von Zuschauern an. Die Streichung des Basic-Plans mag zwar ärgerlich sein, aber die verbleibenden Optionen bieten immer noch eine vergleichsweise gute Unterhaltungserfahrung. Man darf sich jedoch die Frage stellen, was nach dem erneuten Aufschwung des Unternehmens kommt. Denn der prophezeite Abonnentenschwund wegen der Maßnahmen gegen Account-Sharing und die Verteuerung des Abomodells bleibt bislang aus. Im Gegenteil, Netflix konnte im letzten Quartal sogar neue Abonnenten generieren. Es bleibt jedoch der Eindruck bestehen, dass ein Großteil des Streaming-Markts bereits abgefischt ist.
Wir haben für euch „Pakt der Wölfe“ auf 4K UHD Blu-ray getestet. Die 4K Restauration auf Disc wird dem Fantasy-Action-Titel endlich gerecht, was unser Test offenbart!
Inhalt (80%)
Zwischen 1764 und 1767 wurde das Gebiet Gévaudan in Südfrankreich von mysteriösen Todesfällen gebeutelt, an deren Ende bis zu 100 Menschen ihr Leben verloren haben sollen. Die Bestie des Gévaudan wurde auch deshalb so gefürchtet, weil ihr Biss oftmals zunächst den Hals der Opfer packte. Der hohe Blutverlust ließ die Opfer fast blutleer erscheinen. Und da man sie dabei beobachtete, wie sie Blut vom Opfer oder auch vom Boden aufleckte, war die örtliche Kirche – vertreten durch den Bischof von Mende – zügig der Ansicht, Gottes Zorn sei über die Menschen gekommen. Die wahre Identität der Bestie wurde nie zweifelsfrei belegt. Manche Untersuchungen vermuteten tollwütige Wölfe, andere eine importierte Hyänen-Art und wiederum andere einen entlaufenen Löwen.
Dennoch ist die Legende in Frankreich immer noch präsent, sodass sich Crying Freeman Regisseur Christophe Gans um die Jahrtausendwende mit der Idee beschäftigte, eine Filmadaption zu realisieren. Dafür vertraute man ihm die für französische Verhältnisse gigantische Summe von 30 Mio. Euro an, um die aufwändigen Sets sowie die kostenintensiven Spezial- und Maskeneffekte zu realisieren. Pakt der Wölfe schaffte in der Folge, was kaum ein anderer französischer Film bewerkstelligte: Er war in den USA erfolgreich. Bis heute gilt er dort als der sechsterfolgreichste französische Film aller Zeiten. Und mit einem weltweiten Einspiel von 70 Mio. Dollar gehört er auch weltweit zu den einträchtigsten Filmen des Landes.
Grégoire de Fronsac und Mani sollen die Bestie zur Strecke bringen
Pakt der Wölfe hält sich in vielen Details erstaunlich eng an die Fakten (bspw. bei den Personen und im Grunde auch bei der Bestie, wenn man einer der Theorien folgt), addiert dazu aber eine gute Prise asiatisches Actionkino und fühlt sich auch im Mystery- und Fantasygenre wohl. Bis heute hat Gans‘ Film von seiner Faszination und Atmosphäre kaum etwas eingebüßt. Geschickt spielt er mit der Spannung der Zuschauer, endlich einen Blick auf das grausame Wesen werfen zu dürfen und füllt die Zeit zwischen den spannungsgeladenen Kreaturen-Hatz-Szenen wahlweise mit stimmungsvollen Bildern aus toll dekorierten Innenräumen oder mit Kampfszenen, die der Choreografie des asiatischen Kinos kaum nachstehen.
Hier zeigt sich auch ein wenig der heimliche Star des Films. Während Samuel Le Bihan als Christopher-Lambert-Verschnitt zum einen eine undankbarere Rolle inne hat und darin nicht selten etwas blass aussieht, stiehlt im Marc Dacascos ein ums andere Mal die Show. Auch Vincent Cassel geht in seiner Fiesewicht-Rolle vollkommen auf. Ihm wünscht man von Beginn an die mittelalterliche Pest an den Hals. Und wenn ein Darsteller solcherlei Emotionen provoziert, hat er’s gut gemacht.
Mag die Jagd: Mariannes Bruder Jean-Francois
Abseits der Darsteller lebt Pakt der Wölfe aber vor allem vom Produktionsdesign und seiner tollen Atmosphäre. Ikonisch ist schon das erste Auftreten der beiden Abgesandten. Wenn sie mit hochgeschlossenen Kragen im strömenden Regen auf dem Ross erscheinen, umweht sie eine unnachahmlich geheimnisvolle Aura. Das Geheimnisvolle wird noch dadurch verstärkt, dass Gans seine Kreatur erst spät offenbart und während der Erinnerungen von Opfern unscharfe Schwarz-Weiß-Bilder nutzt oder ihr Antlitz lediglich in Spiegelungen von Augen zeigt. Sieht man sie dann nach 90 Minuten in voller Pracht, ist das Design auch heute noch ansprechend. Die Bewegungen machen allerdings dann doch deutlich, dass der Film bereits 22 Jahre auf dem Buckel hat. Macht aber nichts, denn das trübt den Spaß, den man auch heute noch an diesem wegweisenden europäischen Genrefilm hat, keineswegs.
Bevor es zur Beschreibung der UHD Blu-ray geht, ein paar Zeilen zu den bisherigen Blu-rays. Diese kamen über Ascot Elite und EuroVideo in den Jahren 2011 und 2014. Zum Vergleich mit den neuen Scheiben kommt hier die 2011er Fassung zum Einsatz, die Ascot Elite vertrieb. Auch diese enthielt seinerzeit bereits die Kinofassung und den Dir. Cut als Alternative zur Auswahl nach dem Druck auf die Start-Taste. Beiden gleich ist das miserable Bild. Viel schöner kann man das nicht umschreiben. Schon Close-ups sind seltsam gefiltert und dazu überschärft, während Objekte und Details im Hintergrund kaum erkennbar sind. Ganz schlimm wird es, wenn der Regen über den grünen Hügeln liegt und man weder die Regentropfen (eher Bindfäden) noch das Gras der Wiesen erkennen kann. Das Bild versumpft zu einem Konglomerat aus Matsch und Überschärfung. Die Farbauflösung ist so schlecht, dass sie im Verbund mit dem Korn fiese Artefakte bei Verläufen offenbart und mitunter aussieht wie ein Infrarotbild.
Ganz anders die neue Blu-ray und UHD Blu-ray: Pakt der Wölfe wurde 2001 mit analogen Kameras aufgezeichnet. Für die Kino-Neuaufführung im letzten Jahr sowie die UHD Blu-ray wurde das Material komplett neu bearbeitet. Als einer der früheren Filme, die ein 2K-DI spendiert bekamen, hätte man aus dem Material nicht mehr viel rausholen können, wenn man hier simpel hochskaliert hätte. Entsprechend ging man zurück ans Original-Kinonegativ und begann einen ganz frischen 4K-Postprozess. Man sortierte und scannte die ungeschnittenen Original-Negative in 4K-Auflösung und überarbeitete sogar die meisten der Spezialeffekte neu in 4K. Wie schon seinerzeit leitete Cutter Sébastien Prangère die Schnittarbeiten, die mehrere Wochen dauerten. Unter der Aufsicht von Christophe Gans arbeitete Prangère mit dem Labor Hiventy zusammen und das finale Ergebnis wurde von Gans abgesegnet. Studiocanal ließ in HDR10 und Dolby Vision graden – selbstredend mit einem im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum.
Bis auf einen leichten Cyan-Einschlag ist die Bildqualität der neuen Disks eine Augenweide
Dass der Film davon maßgeblich profitieren konnte, ist in jeder Aufnahme ersichtlich. Vorbei sind die Überschärfungen und ein „Willkommen zurück“ geht ans analoge Filmkorn. Was hier plötzlich an Farbdifferenzierung zu sehen ist, stellt die alten Blu-rays komplett in den Schatten. Wo vorher nur Matsche zu erkenne war, ist jetzt sogar schwieriges Rot differenziert. Dazu kann man nun Dinge entdecken, die zuvor im Rauschfilter und einem schrecklichen Encoding untergingen. Die 4K-Fassung liefert gegenüber der bereits viel besseren neuen Blu-ray noch das homogenere Encoding, das die Körnung sauberer wiedergibt und feineres Korn zulässt. Das wiederum sorgt für etwas klarer abgegrenzte Fenster an den alten Steingebäuden und lässt auch das Mauerwerk ein wenig dreidimensionaler erscheinen.
Feine Verästelungen von nicht laubbewachsenen Bäumen wirken außerdem detaillierter. Die grundsätzlich etwas dunklere Abstimmung wirkt dem leichten Cyan-Einschlag entgegen, den das neue Grading mitbringt. Das kann man kritisieren, ist aber am Ende der einzige Punkt, an dem man mäkeln kann. Die HDR-Scheibe bekommt das besser hin, da der Himmel etwas abgedunkelter und weniger farbig rüberkommt. Ohnehin nimmt die UHD Blu-ray die Farbigkeit in den schwierigen dunklen Bildanteilen mit viel Farbanteilen noch etwas zurück, was in der Szene mit den drei Rotroben-Trägern nach knapp 133 Minuten für eine nochmals harmonischere Darstellung sorgt.
Der Ton von Pakt der Wölfe machte es damals zwar besser als das Bild, hat aber seine Mankos. Die deutsche Synchro klingt teilweise nicht glücklich eingepegelt. Die Erzählstimme des Marquis hört sich an wie in einen hohlen Eimer gesprochen und sie neigt auch zum Verzerren. Besser machen es die Soundeffekte. Schon die Kamerafahrt zu Beginn und kurz vor dem Angriff der Bestie auf die Frau gerät unglaublich räumlich und dynamisch. Das Gleiche gilt für die Attacken des Monsters. Während des Stockkampfes nach sechs Minuten schwingen die Hiebe über alle Speaker und die Schläge geraten recht druckvoll. Manchmal wirkt das Geschehen fast etwas zu aggressiv eingepegelt.
Kämpft Mani nach 25 Minuten in bester Hongkong-Kino-Manier mit zahlreichen Gegnern und -innen, sitzen die Fußtritte satt im Heimkino und die perkussiven Instrumente verteilen sich wunderbar räumlich. Sobald aber wieder Stimmen zu hören sind, muss man oft mit einem wirklich nicht sehr harmonischen Ton leben – auch wenn die regulären Sprechstimmen nicht so unangenehm überpegelt wirken wie der Erzähler zwischendurch. Die neue Blu-ray liefert an dieser Stelle den gleichen Ton, ist aber etwas leiser eingepegelt. Wobei, Stopp! Es ist nicht komplett der gleiche Ton. Denn bei der bisherigen Dir.-Cut-Fassung liefen die beiden zusätzlichen Szenen im O-Ton. Dies wurde nun neu synchronisiert. Und in den fünf relevanten Rollen (Sylvia, Jean-Francois, Marianne, Gregoire, Thomas) bekam man tatsächlich noch einmal die Originalsprecher. Lediglich Madame de Morangais und Henry Sardis erhielten neue Stimmen, da die Originalsprecher nicht mehr verfügbar waren.
Ein Alptraum?
Rein akustisch ist der französische O-Ton, der für die neue Blu-ray (und natürlich auch UHD Blu-ray) eine Wiederbelebung in Dolby Atmos spendiert bekam, dennoch die beste Wahl. Im Original ist die Erzählstimme zu Beginn ganz wunderbar integriert. Satt, aber nicht übersteuert. Die Räumlichkeit kommt noch einmal beeindruckender rüber und wirkt freier spielend. Die dynamischen Attacken sind noch etwas sauberer. In puncto 3D-Sounds hat man die Erzählstimme mit nach oben gelegt sowie auch die Windgeräusche während der Kamerafahrt.
In der Folge differenziert man allerdings nicht sonderlich zwischen Geräuschen, die eigentlich dort oben nichts verloren haben und solchen, die wirklich Sinn machen. Die gesamte Soundkulisse (teils auch die Dialoge) ist nach oben erweitert worden. Das macht die Angelegenheit zwar räumlicher und offener, aber nicht unbedingt effektvoller. Hier und da knallen Schüsse bei der Jagd etwas dedizierter von oben. Aber auch hier: Die Kamera ist meist unterhalb der Geschehnisse.
Das Bonusmaterial verteilt sich auf die beiden bekannten (und untertitelten) Audiokommentare, die auf den Filmdisks vorliegen sowie auf die Specials, für die man eine Bonus-Blu-ray beipackte. Dort findet sich unter anderem ein neues Interview mit Christophe Gans & Jean-Baptiste Thoret. Dazu gesellen sich sechs entfernte Szenen und zwei Featurettes. In „Das Innere der Bestie“ bekommen wir 78 Minuten Einblick in die Produktion – ein zwar altes (in 4:3 gefilmtes) Feature, aber nach wie vor interessant. Und ein Zeichen seiner Zeit, wenn Regisseur Gans vor einem riesigen Stapel an VHS-Kassetten sitzt. Das „Hinter den Kulissen“ hat noch einmal die gleiche Laufzeit, ist ebenfalls in 4:3 und kommt eher einer Doku gleich. Denn hier wird auch mal unverblümt Tacheles geredet. Man bekommt direkt zu Beginn den Eindruck, dass Gans während der Produktion nicht immer mit voller Unterstützung rechnen konnte. Und die Dreharbeiten unter ziemlich widrigen Wetterbedingungen waren alles andere als einfach.
Das genannte Interview mit Gans, das komplett neu ist, läuft noch einmal 90 Minuten und ist untertitelt. Offenbar hört sich Filmhistoriker, Filmkritiker und Interviewer Thoret aber allzu gerne selbst reden. Man ist nach fast fünf Minuten Quasi-Monolog Thorets erstaunt ob solcher fast schon Respektlosigkeit dem Filmemacher gegenüber. Wer mehr über die Bestie erfahren will, der hört sich das Interview mit Michel Louis an, das allerdings ebenfalls schon altbekannt ist.
Pakt der Wölfe funktioniert auch heute noch ganz hervorragend als Mix aus Fantasy-, Action- und Horrorkino. Klasse bebildert, düster und atmosphärisch – viel besser war europäisches Genrekino nie. Die neue Blu-ray und UHD Blu-ray macht dazu endgültige Schluss mit der unglaublich schlechten Vorgänger-Disk und zeigt das Bild in hervorragender Kontrastierung und mit wunderbar analogem Look.
Lediglich ein leichter Cyan-Touch wird mit eingekauft. Beim deutschen Ton hätte es noch etwas Potenzial für Verbesserungen gegeben, er ist aber nach wie vor räumlich und dynamisch. Und der Dir. Cut hat jetzt erstmals die beiden zugefügten Szenen mit deutscher Synchro. Die französische Atmos-Fassung klingt dennoch besser.
Paramount bringt die limitierten 4K Blu-ray Box-Sets „Star Trek: The Original Motion Picture Collection 1-6“ und „The Next Generation 4 Motion Picture Collection“ endlich nach Deutschland!
Wir freuen uns euch mitteilen zu können, dass Paramount im September die lang erwartete Veröffentlichung der „Star Trek: The Original Motion Picture Collection 1-6“ und der „The Next Generation 4 Motion Picture Collection“ in einem exklusiven Box-Set ankündigt. Dieses Box-Set umfasst die Filme auf hochauflösenden 4K UHD und Blu-ray Discs. Für alle Trekkies und Filmfans bietet diese Veröffentlichung eine neue Gelegenheit, die epischen Abenteuer aus dem Star Trek-Universum in bestmöglicher Qualität zu erleben:
Die „Star Trek: The Original Motion Picture Collection 1-6“
Die „Star Trek: The Original Motion Picture Collection 1-6“ beinhaltet sechs bahnbrechende Filme, die das Star Trek-Franchise maßgeblich geprägt haben. Hier sind die Filme, die in diesem einzigartigen Box-Set enthalten sind:
Star Trek: Der Film – The Director’s Edition: Der erste Film der Originalserie wurde liebevoll restauriert und enthält zusätzliches, zuvor unveröffentlichtes Filmmaterial. Tauchen Sie ein in die Anfänge der Star Trek-Reihe und erleben Sie Captain Kirk und die Crew der USS Enterprise in einem ihrer ersten Abenteuer.
Star Trek II – Der Zorn des Khan: Dieser Film wird von vielen als einer der besten Star Trek-Filme aller Zeiten angesehen. Begleiten Sie Captain Kirk und seine Crew in einem erbitterten Kampf gegen den rachsüchtigen Khan, der Rache an der Föderation sucht.
Star Trek III – Auf der Suche nach Mr. Spock: Die Geschichte setzt sich fort, als Captain Kirk und seine Crew alles daransetzen, Mr. Spock wiederzubeleben. Ein spannendes Abenteuer voller Emotionen und Überraschungen erwartet die Zuschauer.
Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart: Die Crew der USS Enterprise reist in die Gegenwart, um die Erde vor einer außerirdischen Bedrohung zu retten. Ein mitreißendes Abenteuer mit einer perfekten Mischung aus Action, Humor und Science-Fiction erwartet die Zuschauer.
Star Trek V: Am Rande des Universums: Captain Kirk und seine Crew stoßen auf einen fanatischen Vulkanier, der versucht, den ultimativen Gott zu finden. Eine Reise an den Rand des Universums und zu den tiefsten Geheimnissen der Galaxie beginnt.
Star Trek VI: Das unentdeckte Land: In ihrem letzten gemeinsamen Abenteuer stehen Captain Kirk und seine Crew vor einer politischen Intrige, die den Frieden zwischen der Föderation und dem klingonischen Imperium bedroht. Ein packendes Finale, das die Grenzen von Freundschaft und Feindschaft aufzeigt.
Die „The Next Generation 4 Motion Picture Collection“
Für Fans der „Star Trek: The Next Generation“ gibt es ebenfalls ein spezielles Box-Set mit den vier Filmen der Serie. Hier sind die Filme, die in dieser Sammlung enthalten sind:
Star Trek VII: Treffen der Generationen: Ein unvergessliches Crossover-Erlebnis, das die Crews der Originalserie und der Next Generation zusammenbringt. Captain Picard und Captain Kirk treffen aufeinander und müssen gemeinsam eine Bedrohung für die Zeitlinie abwenden.
Star Trek VIII: Der erste Kontakt: Die Crew der USS Enterprise-E tritt gegen die gefürchteten Borg an. Captain Picard und seine Mannschaft setzen alles daran, die Vergangenheit zu ändern und die Zukunft der Menschheit zu sichern.
Star Trek IX: Der Aufstand: Captain Picard und seine Crew stellen sich gegen die Föderation, um eine Gemeinschaft von friedliebenden Wesen zu schützen. Ein ergreifendes Abenteuer, das die moralischen Grundwerte des Star Trek-Universums aufgreift.
Star Trek X: Nemesis: Das Finale der Next Generation-Filme präsentiert eine gefährliche Begegnung mit einem klonierten Picard. Captain Picard und seine Crew müssen ihre bisher größte Herausforderung meistern und das Universum vor einer Bedrohung bewahren.
Die technische Qualität
Alle Filme in den Box-Sets, sowohl die „Star Trek: The Original Motion Picture Collection 1-6“ als auch die „The Next Generation 4 Motion Picture Collection“, werden in bestmöglicher Qualität auf 4K UHD und Blu-ray Disc präsentiert. Die Filme liegen in HDR10 und Dolby Vision auf der 4K UHD Blu-ray ab, die deutsche Tonspur wird in Dolby TrueHD 5.1 ausgeliefert. Die Discs werden identisch mit denen der vorherigen Releases sein, sodass die Fans die Filme in beeindruckender Auflösung und mit atemberaubendem Sound genießen können.
Verfügbarkeit und Vorbestellung
Das Veröffentlichungsdatum für diese exklusiven Box-Sets ist der 07.09.2023. Um sicherzustellen, dass ihr auch wirklich eine dieser begehrten Box-Sets erhaltet, empfehlen wir euch bereits jetzt eine Vorbestellung aufzugeben. Eine Stornierung ist in der Regel ja ohne Probleme vor der Auslieferung möglich, sollte sich herausstellen, dass die Limitierung doch nicht so streng ist.
Sony Pictures (Columbia etc.) haben sich für einen „digitalen Ausverkauf“ auf iTunes entschieden. Viele Blockbuster-Filme in 4K UHD-Qualität können bereits ab 3.99 Euro käuflich erworben werden.
Sony Pictures und Apple rufen zur digitalen Schnäppchenjagd auf. Mehrere 4K Filme aus dem Hauptkatalog von Sony werden zwischen 3.99 Euro und 5.99 Euro je Titel zum Kauf angeboten. Unter den Filmen finden sich Highlights wie „Snatch – Schweine und Diamanten“, „Blade Runner 2049“, „Zombieland“, „Once Upon a Time in Hollywood“, „Ghostbusters (2021)“ oder „Hotel Transsilvanien“ Teil 1-4. Einige der Filme haben wir bisher noch nie zu diesem Tiefpreis in unserem iTunes Angebote-Special erblickt. Die perfekte Chance, um euch beste Unterhaltung für regnerische Sommernächte und den kommenden Herbst zu sichern.
Günstige 4K Filme auf iTunes von Sony Pictures
Die Aktion findet sich übrigens auch in den reduzierten 4K Film-Bundles wieder. Hier könnt ihr euch die Hotel Transsilvanien und Ghostbusters Trilogien für kleines Geld sichern. Natürlich gibt es auch noch ein paar weitere Collections, die eure Aufmerksamkeit verdient haben. Wer nicht auf angestaubte Klassiker und Youngtimer-Movies steht, der kann sich in unserer iTunes Neuheiten-Übersicht von den aktuellsten Vorbestellern und 4K-Upgrades inspirieren lassen!
YouTube Premium wird in einigen Ländern bereits teuer. Somit dürfte auch für Deutschland in naher Zukunft eine Preissteigerung drohen.
So ist YouTube Premium im Abonnement in den Vereinigten Staaten etwa auch für Einzelpersonen teurer geworden. Dort kostet das Abo mittlerweile 13,99 US-Dollar im Monat. Zuvor hatte der Preis bei 11,99 US-Dollar im Monat gelegen. Analog steht der Preis für das Abonnement, das bei YouTube die Werbung entfernt, Downloads ermöglicht und auch YouTube Music enthält, in Deutschland derzeit bei noch 11,99 Euro.
Allerdings ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Google bei uns den Preis passend zum neuen US-Preis auf 13,99 Euro im Monat anhebt. Zumal man in den USA auch die separaten Preise für YouTube Music angezogen hat: von 9,99 auf 10,99 US-Dollar im Monat. Auch diese Anpassung ist für Deutschland sehr wahrscheinlich. Aktuell kostet YouTube Music bei uns noch 9,99 Euro im Monat. Bald dürften es 10,99 Euro sein.
YouTube Premium dürfte auch hierzulande bald teurer werden.
Wer via Apple iOS abonniert, zahlt übrigens sogar noch mehr, weil Google keine Lust hat, reduzierte Margen aufgrund der Provisionen für Apple in Kauf zu nehmen. In den USA steht der Preis dann bei mittlerweile 18,99 US-Dollar. In Deutschland sind es momentan (noch) 15,99 Euro im Monat.
YouTube Premium wird gerne per VPN gebucht
In Deutschland abonnieren viele Anwender YouTube Premium gerne via VPN, da die Preise in Ländern wie Indien oder Argentinien deutlich niedriger sind. Das funktioniert aber eben nur mit der Hilfe von VPN-Anbietern und zudem sind möglicherweise auch ausländisch Zahlungsmittel oder weitere Kniffe notwendig, da deutsche Kreditkarten teilweise nicht akzeptiert werden. Während Unternehmen die Globalisierung gerne für sich nutzen, sieht man es nicht so gerne, wenn die Privatkunden das auch versuchen, könnte man sagen.
Netflix scheint mit seinen Maßnahmen gegen das Account-Sharing erfolgreich zu sein. Zuletzt konnte man 6 Mio. neue Abonnenten gewinnen.
Netto scheint man also am Ende mehr Neukunden hinzuzugewinnen, als Bestandskunden durch Kündigungen zu verlieren. So konnte man das Plus von 6 Mio. Abonnenten nach eigenen Angaben im Zeitraum April bis Juni 2023 verbuchen. Insgesamt steht man daher beim Streaming-Anbieter jetzt international bei 238 Mio. zahlenden Kunden. In über 100 Ländern geht man mittlerweile gegen das Passwort-Sharing vor.
Zustrom von Neukunden übertreffe Kündigungen
Auch in Deutschland greifen die Maßnahmen mittlerweile. Wer hierzulande zusätzliche User außerhalb des eigenen Haushalts ins Boot holen möchte, soll pro Mitbenutzer 4,99 Euro zahlen. Laut Netflix erreiche man in den betroffenen Ländern bereits Mehreinnahmen. Der Zustrom an Neukunden übertreffe die Kündigungen. Insofern sei der Plan aufgegangen, seine Einnahmen durch das Vorgehen zu steigern.
Netflix gibt es ab 4,99 Euro im Monat.
Für Netflix ist es aktuell wichtig, sich abzusichern. Denn die Flut von neuen Inhalten dürfte bald arg ins Stocken geraten. Viele Produktionen liegen aktuell nämlich komplett auf Eis. Das ist den beiden kombinierten Streiks geschuldet. Sowohl die Drehbuchautoren als auch die Schauspieler streiken derzeit in Hollywood.
Netflix beendet die Ära des Sharings
Auch wenn Netflix die Einnahmen steigern konnte, bleibt man hinter den Erwartungen der Investoren und Analysten zurück. So wies man Einnahmen von 8,19 Mrd. US-Dollar aus, die Börsianer hatten aber mit 8,3 Mrd. US-Dollar gerechnet. Für das aktuell laufende Quartal rechnet Netflix jetzt mit Einnahmen von 8,5 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten auf 8,7 Mrd. US-Dollar gehofft.
Zu erwarten ist, dass langfristig auch andere Streaming-Anbieter das Vorgehen von Netflix gegen das Sharing übernehmen dürften. Sollten die Maßnahmen weiterhin die Einnahmen steigern, sollte es nicht lange dauern, bis z. B. auch Disney+, Paramount+, Prime Video und mehr zuschlagen und härter das Sharing unterbinden.
Bob Iger sieht das Fernsehen nicht mehr als zentralen Bestandteil von Disney an. Als Ergebnis könnte das Unternehmen seine TV-Programme verkaufen.
Aktuell steckt das Unternehmen immer noch in der Krise: Viele der letzten Filme, wie „Indiana Jones und das Rad der Zeit“, „Arielle, die Meerjungfrau“ oder auch „Elemental“ sind deutlich hinter den wirtschaftlichen Erwartungen zurückgeblieben. Und auch das Streaming-Angebot Disney+ schreibt weiterhin rote Zahlen. Beispielsweise musste man zuletzt in Indien herbe Abonnentenverluste hinnehmen.
Wie könnte man Geld reinholen? Neben Entlassungen und Umstrukturierungen wäre das durch den Verkauf einzelner Sparten möglich. Und der CEO Bob Iger hat da offenbar speziell die TV-Besitztümer von Disney im Auge. So hält er für denkbar ABC, National Geographic und FX zu verkaufen. Laut Iger hält er für möglich, dass die für seinen Arbeitgeber nicht mehr zum wichtigen Kern des Unternehmens zählen.
ABC hat z. B. Format wie „Lost“ aus der Taufe gehoben, FX war z. B. für „Sons of Anarchy“ verantwortlich. Und National Geographic kennt man für seine Dokumentationen. Aber Iger glaubt, dass dem linearen Fernsehen die Zeit davonläuft. Es handele sich um einen Markt, der in Zukunft hart werde kämpfen müssen. Er hält das Geschäftsmodell für „kaputt“.
Disney muss wieder auf Kurs kommen
Zuletzt brach der Aktienkurs von Disney wieder erheblich ein und rutschte auf unter 77 Euro ab. Die Börse scheint also den Glauben an den Konzern zu verlieren. Kein Wunder also, dass man auch über harte Einschnitte nachdenkt. Anders will man es aber mit dem Sportsender ESPN handhaben. Den hält Iger für wichtig und für die Zukunft sehr gut aufgestellt.
„Guardians of the Galaxy: Vol. 3“ startet am 2. August 2023 bei Disney+.
Wir haben für euch „Ant-Man and the Wasp: Quantumania“ auf 4K UHD Blu-ray getestet. Schafft es der Auftakt der Marvel Phase V zu überzeugen?
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Das MCU hinkt und man muss kein großer Analyst sein, um das festzustellen. Nach dem Ende der dritten Phase, auf die die so sorgsam eingeführten Helden hinsteuerten, war die Luft spürbar raus. Es kamen Solofilme, die nach Endgame einfach keine Relevanz mehr hatten (Black Widow) und neue Helden, die entweder unübersichtlich (Eternals) oder ohne gemeinschaftlichen Bezug (Shang-Chi) waren – von unnötigen Fehltritten mal ganz zu schweigen (Thor: Love and Thunder). Und das machte sich auch nach und nach am sinkenden Kinoeinspiel bemerkbar, woran nicht (nur) Corona die Schuld gegeben werden kann. Die Fans liefen zuletzt in Scharen davon, waren enttäuscht über mangelnde Ideen und zuletzt auch die Kreativlosigkeit der Macher. Was den Verfasser dieser Zeilen angeht, so hatte er seinerzeit dem ersten Ant-Man vorab keine große Beachtung geschenkt – und sah sich im Irrtum. Der Abschlussfilm der Phase II bot eine komplett andere Figur und war viel mehr als alle anderen „aus dem Leben“.
Man konnte sich hervorragend mit diesem Allerweltstypen Scott Lang identifizieren und Paul Rudd war als tollpatschiger Held wider Willen perfekt besetzt. Dass der Humor offensiver war, passte zu der Figur und wirkte auch im MCU nicht deplatziert – ganz im Gegenteil zur Comedyshow des letzten Thor. Nachdem auch Ant-Man and the Wasp überzeugen konnte und mit Evangeline Lilly eine tolle Heldin integrierte, lag meine Hoffnung auf einem halbwegs gelungenen Neuanfang der Phase V dieses Mal sehr bewusst beim dritten Abenteuer von Scott Lang: Ant-Man and the Wasp – Quantumania.
Und während der ersten Viertelstunde fühlt sich das auch genau danach an. Quantumania beginnt super charmant und im Stile der beiden Vorgänger. Wenn Scott eine Lesung für sein Buch hält und der Film das entsprechend bebildert, flammt der lockere und humorvolle, gleichzeitig aber liebenswerte Ton von Teil I und II auf. Klasse auch die Auseinandersetzung mit Aktivisten-Töchterchen Cassie, die soeben im Knast war, weil sie ein Polizeifahrzeug geschrumpft hat. Man merkt schnell, dass die Familiendynamik zwischen Vater und Tochter eine tragende Rolle spielt und findet sich inhaltlich dort wieder – entweder als Familienvater oder weil man sich noch gut an entsprechende Konflikte mit den Eltern erinnern kann. Das mag zwar keine neue Geschichte sein, wird von Rudd und Newton aber glaubwürdig und erstaunlich emotional vorgetragen. Unglücklicherweise bedeutet die Konzentration auf diese Vater-Tochter-Geschichte auch, dass andere Figuren in den Hintergrund geraten.
Bei Hank Pym kann man das noch verkraften, da er bisher ohnehin keine große Rolle spielte. Dass aber eine der beiden Titelhelden – namentlich The Wasp – fast komplett in den Hintergrund rückt, mutet schon aufgrund des Filmnamens etwas seltsam an. Für Evangeline Lilly ist der dritte Ausflug als Wespenheldin jedenfalls nicht sonderlich glücklich. Immerhin bekommt Michelle Pfeiffer als Janet mehr Aufmerksamkeit. Sie ist es, die mit dem Trauma ihrer 30 Jahre, die sie auf der Quantenebene verbrachte, dealen und es bewältigen muss. Und das tut sie mit einer wirklich starken, gleichzeitig verletzlichen Performance. Ihr (und allen anderen gegenüber) ragt Jonathan Majors als Kang, der Eroberer noch heraus. Endlich einmal hat das MCU wieder einen starken Antagonisten. Schade, dass es jetzt danach aussieht, dass man die Rolle wieder umstricken muss.
Kang ist definitiv nicht das Problem von Ant-Man and the Wasp – Quantumania. Nein, es ist vielmehr die Welt, in welcher der Film spielt. Die Quantenwelt erinnert im Look gerade auf den großen Plätzen mit vielen Spezies nicht nur einmal an Star Wars – erst Recht, wenn sich Janet ihre Kapuze in Jedi-Ritter-Manier über den Kopf zieht, um unerkannt zu bleiben. Dazu gesellen sich ein bisschen Alice im Wunderland und Beetlejuice, während auch Terry Gilliams Fantasywelt mal vorbeischaut. Das sieht optisch zunächst ziemlich beeindruckend aus und macht eine Weile lang wirklich Spaß – bis es sich abnutzt. Die Tatsache, dass der dritte Ant-Man ab der 13. Minute praktisch ausschließlich in der Quantenwelt spielt, ermüdet auf Dauer. Zumal man irgendwann merkt, dass den Drehbuchautoren die Ideen ausgehen. Obendrein scheint die Quanten-Ebene zum Teil aus einer reinen Comedyshow zu bestehen.
Der Humor, der in Scotts Figur steckt, in allen Ehren. Aber was hier an albernen Situationen und Dialogen aufgeboten wird, grenzt bisweilen an das Debakel von Thor: Love and Thunder. Da es sich her aber um eine bisher völlig neue Welt handelt (und nicht um Götterwelten, von denen man durchaus eine gewisse Vorstellung hat), kann man das noch besser akzeptieren. Und weil die Figuren mitunter genauso albern aussehen, ist es immerhin halbwegs passend zum Visuellen. Immerhin blitzt auch immer wieder mal der typische Scott-Lang-Sarkasmus auf – bspw., wenn er im Wortgefecht mit Darren das Akronym MODOK in MODOFK ändert. Das sind die Momente, in denen der dritte Teil in bester Weise an seine Vorgänger erinnert. Und von dem Moment an, in dem Kang im Spiel ist, wird Quantumania runder, besser und unterhaltsamer.
Von allen Filmen seit Endgame (ausgenommen Spider-Man: No Way Home) bietet der dritte Ant-Man die beste und am Ende sogar spannendsten Unterhaltung. Die Widerstandskampf-Story funktioniert in sich und auch als Analogie auf Cassies Kampf in der realen Welt. Es gibt sogar einen nachvollziehbaren Ansatz, warum man den Kampf mit Kang am Ende trotz dessen vermeintlicher Unbesiegbarkeit aufnehmen kann. Ein bisschen weniger VFX-Brimbamborium zwischendurch, eine Reduktion um völlig unnötige Figuren wie Krylar (nichts gegen Bill Murray) sowie einen anderen Ansatz für den völlig lächerlichen M.O.D.O.K. und schon wäre Ant-Man and the Wasp – Quantumania auf dem Qualitätsniveau seiner beiden Vorgänger gewesen.
Bildqualität (85%)
Etwas anderes als eine digitale Herkunft wäre für Ant-Man and the Wasp – Quantumania mehr als eine Überraschung gewesen. Genutzt wurden die für IMAX optimierte ARRI Alexa Mini LF sowie die Panavision Millennium DXL2. Von dem 4.5k- und 8K-Material wurde im Postproduktionsprozess ein 4K-DI gezogen, das als Basis auch für die UHD Blu-ray diente. Wie bei Disney üblich, gibt’s das Ganze nur mit HDR10 und nicht mit Dolby Vision, das dem D+-Stream vorbehalten ist.
Sichtbar ist, wie zuletzt bei allen Disney-/Marvel-Titeln, eine etwas dunklere Abstimmung, die allerdings weit besser definierte, gleichzeitig aber hellere Spitzlichter ermöglicht. Probleme mit der Durchzeichnung gibt es indes keine, allerdings sollte man bei minimiertem Restlich oder nach Einbruch der Dunkelheit schauen. Die vielen unterschiedlichen Farben im Quantenreich wirken außerdem kräftiger und sichtbar besser ausdifferenziert. Was man hier an prachtvoller Farbigkeit zu sehen bekommt, ist mitunter atemberaubend. Schön auch das intensivere Rot auf Scotts Ant-Man-Anzug und das knalligere Gelb auf jenem von Hope.
Wenn man jetzt noch etwas progressiver gemastert hätte, dann hätte das hier wirklich ein Referenztitel werden können. Denn was man hier an Farben und Kontrasten zu sehen bekommt, sucht im MCU seinesgleichen. Und die UHD Blu-ray ist in einem weiteren Punkt sichtbar besser. Wo die Blu-ray bisweilen sehr glattgebügelt wirkt, liefert die 4K-Scheibe mir Details auf Gesichtern, was sie entsprechend dreidimensionaler erscheinen lässt.
Der Zugewinn an Auflösung ist absolut sichtbar, wenngleich es in der digital kreierten Welt ab der 15 Minute nicht mehr so sehr ins Gewicht fällt, da Close-ups dort rar gesät sind. Hinzu kommt noch das stimmiger geratene Encoding der UHD Blu-ray, sodass die 4K-Fassung hier die bessere Wahl ist.
Ein weiterer Titel von Disney, weitere Befürchtungen, was die Tonqualität anbelangt. Wie gewohnt gibt es auch für Ant-Man and the Wasp – Quantumania eine deutsche Dolby-Digita-Plus-Spur, während der O-Ton DTS-HD-Master liefert – beides in 7.1. Grundsätzlich darf man den nicht gerade laut gemasterten Soundtrack etwa 4-5 dB höher einpegelt. Doch auch dann fehlt es an Bass. Und zwar substanziell. Nimmt man sich die dynamischste Soundsequenz der ersten halben Stunde, den Eintritt des Quintetts in die Quantenwelt, so gibt’s ganz vereinzelt mal kurze Subwoofer-Meldungen. Doch während der actionreicheren Szenen in dieser vor bunten Wesen und leuchtenden Elementen nur so strotzenden Szenerie rumpelt es ziemlich undifferenziert und nicht selten kraftlos vor sich hin. Nimmt man sich hier bspw. den Disney-Plus-Stream von Avatar: The Way of Water, ist klar, dass dort im Vergleich fast schon vehement zu Werke gegangen wird. Die zahlreichen Soundeffekte dürften einfach mehr Punch haben.
Hervorragend dagegen die Sprachverständlichkeit sowie Einbindung der Surrounds. Was an Rundherum-Geräusch während der Reise in die Quanten-Ebene erzeugt wird, dürfte zu den effektvollsten Sequenzen der letzten Monate gehören. Und das bleibt nicht einzige auf den Rutsch durch die Universen beschränkt. Auch die belebten Wohngegenden und Industrieszenarien der Quantenwelt werden sehr räumlich dargestellt. Wenn der Raumgleiter von Bill Murrays Charakter dann nach etwas über 30 Minuten auftaucht, gibt’s mal einen Hauch Dynamik und etwas Bass. Das sind Momente, in denen man merkt, welches Potenzial in den Marvel-Titeln steckt. Und, wie so oft: Man muss nicht sauer über die deutsche DD+-Spur und deren verlustbehaftete Komprimierung sein, denn die verlustfreie DTS-HD-Master-Fassung des O-Tons ist keinen Deut besser.
Wie üblich beim Mausstudio, so gibt’s auch hier Dolby Atmos für die Originalfassung, wohingegen die deutsche Version bei DD+ bleibt. Gegenüber der DTS-HD-Master-Version zündet die reguläre Ebene erst einmal nicht mehr und wirkt auch nicht dynamischer. Weiterhin eklatant zu schwach ist der Tiefbass. Bei Referenzlautstärke kommt da einfach viel zu wenig. Selbst wenn die Langs und Pyms und Dynes ins Quantenreich gezogen werden, passiert da zu wenig. Dedizierte 3D-Soundeffekte sind relativ rar gesät und oft auch nicht sonderlich dynamisch oder laut integriert. Nach 5’38 gibt’s den ersten Anlass für Aktivität von den Heights: Eine Sirene in der Strafanstalt. Nach 13’20 gibt’s dann tatsächlich sehr deutliche Soundeffekte von den Höhenspeakern, wenn unsere Helden allesamt in die Quantenwelt gezogen werden. Man hört Soundeffekte, Schreie uvm. von oben.
Auch in den ersten Momenten nach dem Erwachen im Quantenreich werden die Heights genutzt, um Halleffekte und weitere Sounds wie Raumschiffgeräusche oder Ähnliches abzubilden. Manchmal gesellen sich fluide Geräusche hinzu, die eine unheimliche Atmosphäre erzeugen. Das nimmt dann im Laufe zwar wieder etwas ab, doch dafür gibt es dann mal einzelne, sehr direktionale 3D-Sounds wie den Gleiter von Bill Murray, der bei 30’39 recht dynamisch über die Köpfe zischt. Das Gleiche gilt für die Schüsse der Gleiter nach 41 Minuten und die etwas seltsamen Sounds der riesigen Stempel. Nach rund 70 Minuten setzt es immer wieder hallende Dialoge, wuschende Sounds der zahlreichen Ant-Mans sowie mitunter die Stimmen, die im Inneren der Köpfe zu hören sind. Allerdings böte sich in dieser Welt so viel mehr an fantasievollen Geräuschen, dass man trotz der verhältnismäßig aktiven Heights etwas unterbegeistert ist.
Im Bonusmaterial von Quantumania findet sich zunächst der Audiokommentar von Peyton Reed und Drehbuchautor Jeff Loveness. Hinzu kommen ein paar entfernte Szenen, eine kurze Gag-Reel mit Outtakes und zwei Featurettes. Eines davon geht näher auf den Familienaspekt des Films ein und läuft siebeneinhalb Minuten. Das andere fokussiert sich auf die Antagonisten des Films und beleuchtet Kang ebenso wie Krylar und M.O.D.O.K. Alle Extras sind untertitelt.
Viele wollten Ant-Man and the Wasp – Quantumania schlechter machen als er ist. Im Zuge zahlreicher qualitativ schwächerer MCU-Filme seit Endgame konnte da ja auch nicht noch mal ein Highlight kommen. Mit ein paar Abstrichen ist Quantumania genau das. Und das liegt vor allem an den liebenswerten Figuren, den nachvollziehbaren und nachempfindbaren Hintergründen und einem Antagonisten, der Thanos in Sachen Macht und Unbarmherzigkeit kaum nachsteht.
Visuell schlägt die UHD Blu-ray die Blu-ray in Sachen Farbkontrasten und Spitzlichtern sowie dem besseren Encoding. Akustisch darf man erneut leider kein Highlight erwarten.
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