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Kurios: 4K Restauration „erweckt“ ausgestorbenen Tasmanischen Tiger zum Leben

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Der Tasmanische Tiger gilt seit 85 Jahren als ausgestorben. Eine 4K Restauration des Filmmaterials, welches das angeblich letzte lebende Exemplar zeigt, erweckt die Spezies wieder zum Leben.

Wenn man bedenkt, dass das Filmmaterial aus dem Jahr 1933 stammt, kann man nur staunen. Die Originalaufnahmen kann man übrigens hier einsehen. Samuel François-Steininger, Geschäftsführer der Composite Films, hat den Ruf einer der besten Coloristen für schwarz-weißes Archivmaterial zu sein. Das Unternehmen kann auch in diesem Fall großartige Ergebnisse vorweisen. Das Rohmaterial wurde einem 4K Scan unterzogen und in Zusammenarbeit mit der NFSA und „Stranger Than Fiction“-Films aufwendig restauriert.

Mit modernsten Technologien konnte das Bildmaterial, welches den Tasmanischen Tiger  zeigt (auch Beutelwolf, Tasmanischer Wolf oder Beuteltiger genannt – danke Google), neues Leben (Farbe) einhauchen. Die Herausforderungen waren jedoch gewaltig, wie François-Steininger berichtete:

„Der von der NFSA bereitgestellte 4K-Scan war für ein 35-mm-Negativ aus dem Jahr 1933 absolut atemberaubend, obwohl es sehr schwierig war, es zu kolorieren, da außer dem Tier nur wenige Elemente im Bild enthalten waren… Aufgrund der Auflösung und Qualität des Bildes gab es viele Details – das Fell war dicht und viele Haare konnten detailliert und animiert werden… Was die Farbgebung angeht, konnten wir in Museen viele verschiedene Häute finden, die in der Dunkelheit gut erhalten ihre Farben beibehielten…“

Neben  den Originalhäuten, die in Museen aufbewahrt wurden, war Samuels Team auf Skizzen und Gemälde angewiesen, da es an originalen Farbbildern oder Filmmaterial fehlte, welches für die Recherche verwendet werden konnte.

Schriftliche Beschreibungen des Fells des Tasmanischen Teufels gaben ihnen eine allgemeine Vorstellung von den im Fell vorhandenen Farbtönen und Schattierungen, Informationen ergänzten sie durch wissenschaftliche Zeichnungen und aktuelle 3D-Farbwiedergaben des Tieres.

„Aus technologischer Sicht haben wir alles digital gemacht – die Kombination von digitaler Restaurierung, Rotoskopie und 2D-Animation, Beleuchtung, KI-Algorithmen für die Bewegung und das Rauschen, Compositing und digitales Grading. Um dieses Ergebnis zu erzielen, waren mehr als 200 Arbeitsstunden erforderlich.“

Sein ganzes Können kam bei der Restaurierung dieses Nitrat-Negativfilms zum Einsatz – mit einem überzeugenden Ergebnis. Die Originalaufnahme wurde übrigens im Dezember 1933 im Beaumaris Zoo, Hobart (Australien) angefertigt.

Fun Fact: Der Fotograf David Fleay wurde nach seinen Aufnahmen von dem Tier in den Hintern gebissen.

Star Trek: Der Film auf 4K Blu-ray im Test: Goodbye Wachsfigurenkabinett!

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Inhalt (60%)

„Hey, bist du Trekkie oder Star-Warsianer?“ – Die Frage, die die Film, bzw. SciFi-Welt spaltet. In etwa so wie jene, ob man Hosen- oder Ärzte-Fan ist; ob man aus Köln oder Düsseldorf kommt. Beide Lager haben unzählige Argumente, warum ihr Kosmos der spannendere, tiefgründigere … ja, einfach der bessere ist. Es soll aber auch Leute geben, die stehen auf keiner der beiden Seiten. Oder auf beiden – je nachdem, wie man es sehen möchte. Dazu gehört der Autor dieser Zeilen. Ohne in beide Universen bis ins Tiefste eingedrungen zu sein, sind mir Figuren wie Spock (oder später) Data, Picard und der Holo-Doc sehr ans Herz gewachsen. Genauso wie Han Solo, Obi Wan oder Yoda.

Abseits des heutigen Kultstatus der Original-Star-Trek-Serie war sie zum Zeitpunkt ihrer Erstausstrahlung zunächst gar nicht so erfolgreich. Abgesehen von der etwas holprigen Startphase, in der Gene Roddenberry ein etwas anderes Drehbuch mit anderer Crew verwirklichen wollte, lief die erste Staffel bei NBC nicht wirklich gut. Es ist den Fans und ihrem vehementen Briefeschreiben zu verdanken, dass eine zweite Staffel überhaupt produziert wurde. Das geschah dann doch, allerdings lief auch diese nicht sonderlich gut. Was auch daran liegen könnte, dass der Sendeplatz nach hinten gerückt wurde. Nur etwas widerwillig ließ NBC eine dritte Staffel produzieren, nach der dann endgültig Schluss war. Der Erfolg kam erst im Nachgang, als mehrere lokale Sender die Show einkauften und zu besseren Zeiten ausstrahlte. Gleichzeitig pushte Roddenberry mit der Veröffentlichung eines Buchs das Universum rund um die eigentliche Serie. Das Buch rissen ihm die Fans aus den Händen – der Star-Trek-Kult war geboren.

Vom TV-Bildschirm ins Kino: Kirk und seine Crew

Nach dem Ende der Serie, 1969, trat Roddenberry zudem an Paramount heran, um das Franchise eventuell im Kino weiter zu führen. Während Paramount zunächst Interesse bekundete, cancelte man die Idee 1975 und wollte mit Star Trek Phase II eine neue Serie innerhalb des Kosmos etablieren. Ein Grund für die vorläufige Beerdigung der Kinofilm-Idee lag auch darin, dass (wer hätte es gedacht) Star Wars die Messlatte für SciFi im Kino weit nach oben gelegt hatte und man in dessen Fahrwasser einen Flop fürchtete. Erst als mit Unheimliche Begegnung der dritten Art ein SciFi-Film abseits von Star Wars Erfolg hatte, machte man auf dem Absatz kehrt.

Paramount begrub die „Phase II“ wieder und gab das Budget für einen Kinofilm frei. Dass dieser mit 40 Mio. Dollar weit teurer als zunächst geplant wurde, lag auch an massiven Nacharbeiten am Drehbuch und vor allem an den Special Effects. Gerade einmal 15 Mio. Dollar Budget waren ursprünglich geplant. Dass am Ende mit einem weltweiten Einspiel von etwas über 150 Mio. Dollar auch ein bescheidener Erfolg dabei rum kam, ist umso erstaunlicher, weil Star Trek: Der Film auch noch mit zahlreichen negativen Kritiken zu kämpfen hatte. Vor allem die Lauflänge mit dem Fehlen an entsprechenden Actionszenen lastete man Regisseur Robert Wise an.

Da geht sogar dem alten Haudegen Kirk kurz mal die Sprache verloren: Die majestätische Enterprise im „Trockendock“

Tatsächlich geriet der erste Kinoausflug verhältnismäßig zäh. Bis heute gibt es berechtigte Kritik am Drehbuch, das (ehrlichweise) nicht sonderlich filmisch geriet und auch in einer 45-minütigen Serienfolge hätte abgehandelt werden können. Das Fehlen eines echten Antagonisten – immerhin ist der „Gegner“ hier eine Wolke – trug ebenfalls zu leisem Spott bei. Dass trotz des hohen Budgets (seinerzeit eine Rekordsumme) nur wenig Spektakuläres passiert und man hauptsächlich Schauspielern in Uniformen dabei zusieht, wie sie Dingen zusehen, die auf Monitoren passieren, wirkt dann doch etwas ungelenk.

Zugute halten kann man Star Trek: Der Film jedoch seine philosophischen Ansätze über das Spannungsverhältnis der Grenze zwischen Mensch und Maschine. Wie sehr die fortschreitende Technologie dazu führt oder führen kann, dass die Menschen ihr Wesen verändern; dass die Maschinen uns in Wissenskraft und Intelligenz bald weit voraus sein könnten. Gleichzeitig stellt der Film die Frage, was uns Menschen denn überhaupt noch ausmacht, wenn die Maschine in ihrer Entwicklung derjenigen des Menschen gleicht. Wenn V’Ger mit den Worten beschrieben wird, er „verhalte sich wie ein Baby“ und habe Wutanfälle, verschwimmen diese Grenzen immer mehr. Und wenn V’Ger sich am Ende nach Emotionen sehnt, droht der Mensch endgültig, sein Monopol zu verlieren.

Und dabei müssen wir uns vor Augen halten: Star Trek: Der Film stammt aus dem Jahr 1979! Man muss sich auf die langsame Erzählstruktur einlassen und die philosophischen Subtexte umarmen, um den Film schätzen zu können. Und um darüber hinwegzusehen, dass die einst so augenzwinkernd agierenden Schauspieler der klassischen Star-Trek-Serie müde und desinteressiert wirken. Vor allem Shatners Kirk ist kaum wiederzuerkennen. Wie ein Möchtegern-Diktator reißt er das Kommando der Enterprise wieder an sich und agiert auch ansonsten bierernst. Ironischerweise hat Stephen Collins als von Kirk geschasster Captain Decker die Sympathien (und den Humor) auf seiner Seite – was leider auch nicht kaschieren kann, dass die zweite (eigentlich interessante) „neue“ Figur, Ilia, von einer Persis Khambatta gespielt wird, die arg hölzern agiert.

Bildqualität (80%)

Vorabinfo: Wer gehofft hatte, auch der erste Star-Trek-Film würde im Director’s Cut auf die 4K-Scheibe kommen, der wurde im Vorfeld leider enttäuscht. Offenbar hat sich dessen Restauration deutlich länger hingezogen (bisher gab es ihn meines Wissens nach lediglich in SD-Qualität), sodass man lediglich in den Genuss der Kinofassung kommt. Paramount hat den Dir. Cut aber in 4K angekündigt – mit dem bitteren Beigeschmack, ihn möglicherweise lediglich auf dem hauseigenen Streamingkanal anzubieten, der hierzulande noch nicht mal gestartet ist. Natürlich kann es aber sein, dass man den Film noch mal einzeln auf 4K-Disk nachschieben wird.

Nun aber zur Kinofassung: Star Trek: Der Film wurde damals natürlich analog auf 35 mm Film aufgenommen. Zum Einsatz kamen Kameras vom Typ Panavision Panaflex sowie eine Panavision PSR R-200. Für die neuen Blu-rays und 4K UHD Blu-rays wurde nun ein neuer 4K-Scan des Filmmaterials vorgenommen, um die Scheibe im Nachgang mit erweitertem Farbraum im Rahmen von Rec.2020 sowie mit HDR10 und Dolby Vision zu versehen. Spannend war für einige sicher die Frage, ob man der Kinofassung auch eine digitale Bearbeitung der Tricks hat angedeihen lassen. Die Antwort lautet „nein“. Jene CGI-Elemente des Dir. Cut sind hier nicht zu sehen. Auch die teils deutlich zu erkennenden Trickeffekte wurden nicht kaschiert. Traditionalisten dürfen also aufatmen.

Die 4K Blu-ray macht Schluss mit den alten Rauschfiltern und ist farblich oft viel intensiver

Was man für die 4K-Disk ebenfalls nicht (mehr) gemacht hat, ist eine flächendeckende Rauschfilterung einzusetzen. Das macht aus unscharfen Shots wie jenem bei 6’52 zwar immer noch keine toll aufgelösten Bilder, aber man erkennt die Körnung wieder, was subjektiv schon mal für etwas mehr Schärfe sorgt. Ein Glück, dass man hier das ursprüngliche Filmkorn wieder erkennen kann und nicht mehr auf die teils extrem wachsigen Gesichter der bisherigen Blu-ray schauen muss. In jeder Einstellung mit den Darstellern wird das augenblicklich erkennbar und man erfreut sich an einer viel höheren Lebendigkeit des Gezeigten. Plötzlich wirkt alles wieder organisch und nicht wie eine billige Videoproduktion mit schlechtem Make-up.

Herausragend sind HDR-Grading und erweiterter Farbraum, die den Planeten Vulkan nun mit roter Lava von höchster Intensität beglücken, was über die alte Blu-ray eher aussah wie ein blasses Rostrot. Auch die Nebelschwaden, die hier emporsteigen, wirken nun authentischer. Schon alleine dadurch, dass sie nicht mehr unter dem Rauschfilter leiden und dadurch viel mehr Nuancen bieten. Dazu kommt eine durchweg wärmere Bildgestaltung, die dem Film besser steht als das Kühle der alten Blu-ray. Optisch liegen Galaxien zwischen der alten BD und der UHD Blu-ray. In puncto Spitzenhelligkeit hätte man aber noch ein wenig mehr Punch bieten können. Zwar kommen Sterne nun etwas intensiver und vor allem nicht mehr farblich verfälscht rüber (über die alte BD wirkten sie im Vergleich etwas grünlich), aber es verschwinden auch einige weniger hell leuchtende im Schwarz. Davon ab ist das Bild der UHD Blu-ray aber viel schöner anzuschauen und ein ziemlich deutlicher Sprung gegenüber der bisherigen Blu-ray. Dolby Vision kann sich gegenüber HDR10 hier kaum absetzen – selbst bei Grenzsituationen im Kontrast nicht.

Tonqualität (75%)

Gegenüber der alten Blu-ray hat die UHD-BD zwar immer noch einen 2.0-Sound, dieser liegt nun allerdings in Dolby-True-HD-Kodierung vor, nicht mehr nur in 2.0 Dolby Surround. Jetzt könnte man meinen, dass der True-HD-kodierte 2.0-Sound „nur“ etwas unkomprimierter klingt und sich ansonsten nicht vom alten 2.0-Surround-Ton unterscheidet. Doch damit liegt man daneben. Klar ist: Auch mit True-HD-Codec wird’s kein Surroundspektakel. Aber schon die ersten Töne des Orchesters nach der kurzen Ouvertüre klingen so deutlich anders, dass man erstaunt aufmerkt. Während der DD-2.0-Sound der alten BD im Vergleich 50 Meter weiter entfernt spielt, baut der True-HD-Ton der UHD Blu-ray die Bühne viel näher und direkter auf. Und das liegt nicht nur an einer Anhebung der Lautstärke, sondern durchaus einer besseren Klarheit und an mehr Dynamik. Die Instrumente scheinen nun Luft zum Atmen zu haben, wo man vorher eine Decke über ihnen wähnte.

Der 2.0-Sound bleibt zwar weitgehend ohne räumliche Effekte oder Dynamik, klingt aber wesentlich besser als über die alte Blu-ray

Das Gleiche gilt auch für die Dialoge, deren Muffigkeit nun zu den Akten gelegt werden kann. Sämtliche Synchronstimmen sind nun klarer, fester und kräftiger. Sie haben mehr Hochtonanteile und klingen ausgewogener. Das mag zwar immer noch kein Highlight-Sound sein und es fehlt ihm schlicht auch etwas an Druck, aber im Gegensatz zur alten Blu-ray liegen hier durchaus „unendliche Weiten“ dazwischen. Während der englische Ton bei True HD in 7.1 bleibt und von der reinen Abmischung her nicht anders klingt, ist er einen Hauch leiser eingepegelt als bei der alten Blu-ray. Zirka 2 dB spuckt das Messgerät während der Dynamikspitzen vom Score weniger raus als über die alte Blu-ray. Aber, wie gesagt: Das betrifft rein die Lautstärke, nicht die generelle Dynamik und Atmosphäre, die hier nicht anders klingt als über die bisherige Blu-ray. Die UHD-BD hält überdies noch eine isolierte Tonspur des Jerry-Goldsmith-Soundtracks parat, die allerdings nur in DD 2.0 vorliegt und ziemlich dünn klingt.

  • Deutsch: Dolby True HD 2.0 (75%)
  • Englisch: Dolby True HD 7.1 (85%)

Bonus (–)

Bis auf den Audiokommentar von Michael & Denise Okuda, Judith & Garfield Reeves-Stevens und Daren Dochterman liegen alle anderen (zumeist bekannten Extras) auf der Blu-ray. Da uns diese nicht zur Verfügung gestellt wurde, entfallen weitere Beschreibungen an dieser Stelle.

Gesamtbewertung Star Trek: Der Film  (72%)

Star Trek: Der Film ist wahrlich nicht das beste Kinowerk innerhalb der Kultreihe. Eines jedoch muss man ihm lassen: Ohne ihn wäre das Franchise nicht wiederbelebt worden und ohne ihn gäbe es auch nicht weitere zwölf Filme, von denen einige wirklich großartig sind. Seine Fans hat der Erstling natürlich dennoch und die philosophischen Töne im Subtext sind für ihre Zeit ziemlich aktuell gewesen.

Die 4K UHD-BD liefert den Film nun in seiner bisher höchstwertigen Präsentation ab. Vor allem die Wiederherstellung der analogen Körnung sorgt bei Filmfans für Freudestrahlen, denn die vorherige Blu-ray war eine totgefilterte Matschkatastrophe. Davon ab ist die Farbgebung authentisch-wärmer und Vulcan war noch nie so kräftig rot. Schön, dass auch der deutsche Ton deutlich besser geworden ist – selbst wenn er immer noch bei 2.0 verharrt.

Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 09. September 2021 Review am: 13. September 2021
Erscheinungsjahr Film: 1979 Laufzeit: 132 Minuten
Filmstudio: Paramount FSK: ab 12 Jahre
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat:
2,39:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch Dolby True HD 2.0
Englisch DolbyTrue HD 7.1
High Dynamic Range:
HDR 10
Dolby Vision
Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray

Star Trek: Der Film Trailer:

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Star Trek Filme jetzt einzeln auf iTunes in 4K / Dolby Vision ab 3.99 Euro

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Die klassischen Star Trek-Filme wurden auf iTunes mit einem 4K-Upgrade versehen! Wer noch nicht im Besitz der digitalen Varianten ist, kann diese jetzt in 4K Qualität mit Dolby Vision ab 3.99 Euro leihen/kaufen. 

Alle vier Filme liegen in 4K Auflösung mit erweitertem Dynamikumfang in Dolby Vision HDR ab. Nur der vierte Film „Zurück in die Gegenwart“ ist derzeit nur mit HDR10 ausgestattet. Bei der deutschen Tonspur kann man auf einen Stereo-Mix zugreifen. Der englische Originalton liegt derweil in Dolby Digital 5.1 ab.

4K Digital günstiger als 4K Blu-ray

Im Vergleich zur physischen 4-Movie-Collection, sind die einzelnen Filme auf iTunes recht günstig. Die Leihe kostet gerade einmal 3.99 Euro, der Kauf ist mit 9.99 Euro noch vertretbar. Die 4K Blu-rays kosten derzeit 79.99 Euro, was noch ok ist für eine restaurierte Wiederveröffentlichung, bricht man den Preis auf die einzelnen Filme runter. Aber nicht jeder möchte alle Filme sehen und so hat man bei iTunes zumindest die Wahl.

Übrigens: Morgen (Sonntag) erscheinen über den Tag verteilt die Rezensionen der Star Trek 4K Blu-rays aus der 4-Movie-Collection von Timo! Nicht verpassen!

Sky baut seine Eigenproduktionen massiv aus

Sky hat angekündigt, seine Serien-Eigenproduktionen massiv auszubauen. Mit den Sky Originals möchte man auch neue Abonnenten anlocken.

So gibt es aktuell einen massiven Krieg um Inhalte, den auch Sky zu spüren bekommt. Die großen Hollywood-Studios haben immer weniger Lust dazu, ihre Inhalte an Partner zu reichen. Stattdessen wollen sie Filme und Serien lieber selbst über eigene Plattformen wie z. B. Disney+ verwerten. Einen TV-Partner wie Sky braucht man dann immer weniger. Um nicht ins Aus geschossen zu werden, hat Sky da auch schon Partnerschaften mit sowohl Universal für Peacock als auch Paramount für Paramount+ abgeschlossen.

Auch mit Warner hat man noch ein Abkommen: Inhalte von z. B. HBO sind daher in Deutschland als Erstes beim Pay-TV-Anbieter Sky zu finden. Das dürfte auch der Grund sein, warum Warner HBO Max vorerst bei uns nicht ins Rennen schickt. Es liegt aber nahe, dass man jenen Deal nach Auslaufen nicht verlängern wird. Sky will sich also absichern: Und das geht am besten, indem man dem Publikum eigene Exklusivinhalte offeriert.

Allein 2022 will man daher 60 Sky Originals ins Rennen schicken. Darüber lächeln Anbieter wie Disney oder Netflix zwar, doch das ist durchaus eine erhebliche Zahl. Neben den Sky Originals „Die Ibiza Affäre“ und „Die Wespe“, die beide noch in diesem Jahr starten, gab Sky für 2022 die Ausstrahlung der Serien „Der Pass“ mit Staffel 2, „Paradiso“, „Das Boot“ mit Staffel 3, „Souls“ und die vierte Staffel von „Babylon Berlin“ bekannt. Die Eigenproduktionen werden nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Großbritannien und Italien stammen.

Sky Originals sollen Kunden halten und gewinnen

Darüber hinaus haben die Dreharbeiten der Serie „Munich Match“begonnen. Weitere Serien gehen in den kommenden Monaten in Produktion, darunter „Autobahn“, „Tender Hearts“ und „Chamäleon“. Laut Sky verdopple man seine Investitionen in Exklusivinhalte bis 2024. Man darf gespannt sein, ob Skys ambitionierte Pläne aufgehen. So hält man ja weiterhin in erster Linie am linearen TV-Modell fest. Dabei könnte man das Sky Ticket endlich technisch modernisieren und dort 4K, HDR und Surround-Sound bzw. 3D-Sound implementieren. Das bleibt aktuell ein Wunschtraum, auch wenn die App gerade visuell aufgehübscht wurde.

Cruella auf 4K Blu-ray im Test: nicht so bunt wie gedacht

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Inhalt (75%)

1961 inszenierte Wolfgang Reitherman mit 101 Dalmatiner den 17. abendfüllenden Spielfilm von Walt Disney und bediente sich dafür einer Romanvorlage, die einige Jahre zuvor erschien. Die Geschichte der beiden Dalmatiner Pongo und Perdita, die vor der ruchlosen Modedesignerin Cruella de Vil fliehen, die aus ihrem gepunkteten Fell einen Mantel machen möchte, rührte zahllose Generationen zu Tränen. 35 Jahre später gab’s dann ein Realfilm-Remake des Stoffes, in dem Glenn Close herrlich böse die Cruella gab, während man sich sehr nahe am Originalstoff hielt.

Nun, weitere 25 Jahre danach rebootet man das Ganze, bzw. schickt eine Art Prequel an den Start. Als Cruella darf nun Emma Stone ran und zeigen, dass auch in ihr eine herrlich durchtriebene Modedesignerin steckt – und das nun auch im Heimkino. Die Veröffentlichung auf Silberscheibe ist vor allem deshalb zu begrüßen, weil man sich sogar zu einer UHD-Blu-ray hat durchringen lassen. Und das an Highlights wahrlich nicht reiche Heimkinojahr 2021 bekommt mit Cruella tatsächlich einen veritablen Hit – jedenfalls, wenn man sich den Film unter bestimmten Gesichtspunkten anschaut. Doch dazu später mehr.

Estella macht große Augen, als sie bei der Baronin eingestellt wird.

Bereits die erste Viertelstunde ist derart temporeich, dass sie wie im Flug vorbeigeht. Das liegt nicht nur an der flotten Inszenierung, sondern auch (und vor allem) am opulenten Set-Design und der jungen Tipper Seifert-Cleveland, die Estella als kleines Mädchen spielt. Fast schade, dass nach einer Viertelstunde Emma Stone übernimmt. Wobei: auch nicht wirklich. Denn deren Performance ist wieder einmal oscarverdächtig. Wenn Sie nach 50 Minuten den Wandel zu Cruella vollzieht, sieht man Ihr den Spaß an der Übertreibung in jeder Sekunde an. Wenn Sie von netter Graumäusigkeit auf Dominator wechselt, ist das wirklich herrlich. Spätestens wenn sie zu Blondies One Way or Another auf einem Roller einen Burnout in die überraschte Menge dreht, verziert mit einem Gesichts-Tattoo, das den Schriftzug „Future“, hat man das Gefühl, Vivienne Westwood hätte gerade ihre genialste Guerilla-Aktion gefahren.

Ebenso großartig wie Stone ist aber auch die andere Emma, die Thompson. Was sie in ihrer Rolle als Baroness an Überheblichkeit, Geringschätzigkeit und Arroganz an den Tag legt, dürfte der eigentlich höchst charmanten und liebenswerten Schauspielerin einen Höllenspaß gemacht haben. Dermaßen extrovertiert hat man sie lange nicht gesehen. Und ebenso viel Spaß macht es dem Zuschauer, ihr dabei zuzuschauen – beispielsweise, wenn sie aus reiner Freude ein paar ihrer Angestellten mit einem Elektro-Taser traktiert. Die beiden Emmas gehen aufgrund ihres tollen Schauspiels glücklicherweise in all dem Pomp und Bombast der Ausstattung nicht unter und tragen den Film locker über die stattliche Laufzeit von 133 Minuten. Und weil zwei tolle Schauspielleistungen noch nicht reichen, gibt’s noch Nebenfiguren, die wirklich klasse funktionieren. Beispielsweise Jamie Demetriou in der Rolle des Geschäftsführers des Liberty Department Stores. Aber auch in Joel Fry und Paul Walter Hauser hat man ein toll aufspielendes Diebe-Duo gefunden. Selbst wenn die Figuren Horace und Jasper komplett anders angelegt sind als in der Animationsvorlage.

Die Baronin ist es gewohnt, sich feiern zu lassen

Dazu liest sich der Soundtrack zum Film wie ein Who is Who der 70er. Über 30 Klassiker verwöhnen das Ohr. Von Supertramps Bloody Well Right über Stones‘ Sympathy for the Devil bis hin zu Iggy Pops I Wanna be Your Dog. Und immer wird das treffend zur Szene, bzw. dem Inhalt gesetzt. Manchmal derart plakativ, dass es schon ein bisschen „drüber“ wirkt. Diese übermäßige Anreicherung von bekannten Songs wird nicht wenigen Zuschauern zu viel des Guten sein, während andere sie als Tempomacher begrüßen dürften. Doch der inflationäre Nutzen von Filmmusik ist nicht das größte Problem des Films. Womit wir beim eingangs erwähnten „dazu später mehr“ wären.

Denn ein noch größeres Problem hat Cruella an anderer Stelle: Er funktioniert so richtig nur als eigenständiges Werk, nicht als Prequel zu 101 Dalmatiner oder dessen Realverfilmung mit Glenn Close. Die gepunkteten Hunde beispielsweise hätte es überhaupt nicht gebraucht. Überdies trifft Regisseur Gillespie oftmals den Ton nicht richtig. Abgesehen von der oft düsteren Atmosphäre wird hier ständig von Tod und Mord gesprochen, was mitunter in ziemlich schockierenden Bildern umgesetzt oder angedeutet wird. Die Skrupellosigkeit der Figuren, die sie einerseits zwar interessant macht, bietet gerade für jüngere Zuschauer bald keinerlei Identifikationsmöglichkeit mehr – oder, noch schlimmer: eine zweifelhafte Identifikation. Umso ärgerlicher, dass die FSK falsch geurteilt hat und den Film ab sechs Jahren freigab. Das ist, mit Verlaub, ein ordentlicher Griff ins Klo. Selbst in den USA hatte Cruella ein PG-13-Rating – und dort geht man mit Gewaltdarstellungen und Brutalität oft weniger zimperlich um.

Die berühmten Hunde sind in „Cruella“ nur Staffage

Dass das Drehbuch den Figuren insgesamt (und trotz stattlicher Laufzeit) zu wenig Tiefe gibt, ist ein weiterer Fakt. Cruella stellt Optik und Stil über Substanz – ganz unabhängig davon, dass die Optik wirklich grandios ist. Ein mögliches Sequel könnte sicherlich noch weiter ergründen, warum aus Estella die böse Cruella werden konnte, aber dieser Film hier liefert dafür zu wenig nachvollziehbare Gründe. Während man das gegenüber der Baroness noch versteht, bleibt völlig unerklärt, warum sie sich auch gegenüber Jasper und Horace von einer Sekunde zur nächsten eiskalt, abweisend und arrogant verhält. Das passt, wie die beiden richtig feststellen, so gar nicht zu dem Mädchen, das sie zehn Jahre zuvor am Brunnen aufgelesen hatten. Und der Film erklärt auch nur äußerst lapidar, warum sich die beiden Diebe dennoch weiter in Cruellas Dienst stellen, obwohl sie sich so schlecht behandelt fühlen. Das Dumme daran: Schielt man auf den Original-Animationsfilm, so ist Cruella trotz ihrer schlussendlichen Überheblichkeit immer noch nicht böse genug, um als jüngere Version jener Dame durchzugehen, die dereinst unbedingt einen Mantel aus Hundefellen anfertigen will. Wie gesagt: In puncto Tonalität ist das bisweilen unglücklich.

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Bildqualität (80%)

Cruella wurde, komplett digital gefilmt. Hierfür kamen ARRI Alexa 65 und Alexa Minis zum Einsatz. Das Ganze ging über ein 4K DI einen nativen 4K-Weg. Hinzu kam ein im Rahmen von Rec.2020 erweiterter Farbraum sowie HDR10 als Kontrastdynamik. Im laufenden Bild sind die Unterschiede zur Blu-ray allerdings gering. Weder offeriert die UHD-BD eine herausragende Bildhelligkeit, noch kann sie sich im Grading deutlich absetzen. Hautfarben wirken einen Hauch kräftiger gebräunt, während neutrale Oberflächen etwas weniger grünlich, dafür etwas rötlicher erscheinen. Rottöne (Lippenstift oder Nagellack sowie das tolle rote Kleid bei 57’00) kommen dank des erweiterten Farbraums noch etwas satter rüber und die Spitzlichter während der Blitze beim Besuch der jungen Estelle und ihrer Mutter bei der Baronin sind etwas eindrucksvoller.

Der Film ist bunt, die UHD Blu-ray hätte das kontrastreicher darstellen dürfen

Nichts von all dem erzeugt allerdings einen „Wow-Effekt“. Zumal der Kontrastumfang auch bei der UHD-BD bewusst reduziert bleibt und die 60er/70er authentisch reduziert wirken lässt. Wer jetzt aufgrund des 4K-DIs auf mehr Auflösung spekulierte, der wird sich ebenfalls etwas enttäuscht sehen. Schon die BD war in Close-ups wirklich knackig. Hier kann die UHD-BD abseits vom besseren Encoding, das für (noch) weniger Artefakte rund um Objekte sorgt, nicht viel mehr offerieren. Kleinere Fältchen wirken noch eine Spur feiner und besser dargestellt, während die BD bei Nase-auf-dem-Display-Abstand dann im direkten Vergleich etwas wachsig-digital wirkt. Aber das sind Nuancen, die man wirklich nur auf handbreite Sichtabstand wahrnehmen kann. Schade, dass vor allem die Kontraste so zurückgenommen sind, dass es eine HDR-Dynamik eigentlich gar nicht gebraucht hätte, weil sie kaum Möglichkeit zur Entfaltung hat.

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Tonqualität (70%)

Disney-typisch kommen Blu-ray und UHD Blu-ray mit altbekannten Tonspuren: Die BD bekommt einen DTS HD-Master-Sound fürs Englische und Dolby Digital Plus – beide in 7.1. Zunächst die gute Nachricht: In der Sounddarstellung (ausgenommen die Dialoge) klingen deutscher und englischer Ton absolut vergleichbar. Der Originalton kann seinen verlustfreien Datentransfer nicht zu seinen Gunsten ausspielen. Was auch daran liegt, dass echte Dynamik hier eher Mangelware ist. Tatsächlich sind bis auf wenige Ausnahmen lediglich die Songs des lebhaften Soundtracks überhaupt in der Lage, für etwas Pfund zu sorgen.

Ansonsten konzentriert sich das Geschehen auf die authentische Darstellung der Umgebungsgeräusche und die Dialoge. Die klingen in der deutschen Fassung zwar ein wenig dünner als im Original, sind aber gut verständlich und durchaus angenehm zu hören. Gewöhnen muss man sich daran, dass Emma Stone hier ausnahmsweise nicht von Anja Stadlober, sondern von Friederike Walke eingesprochen wurde. Hat man das verkraftet, sind die Stimmen gut eingebettet, aber eben etwas weniger voluminös als im Original. Ohnehin ist es jedem mit halbwegs guten Englischkenntnissen empfohlen, den Film mit der Original-Tonspur zu hören. Es ist einfach zu köstlich, wenn Emma Stone auf geschwollenes und aristokratisches Britisch-Englisch macht. Das bekommt keine Synchro in dieser Form hin. Cruella bleibt indes durchweg durchschnittlich, was Räumlichkeit, Auflösung und Dynamik angeht.

Beim Sound geht’s nicht so spektakulär zu wie auf dem Laufsteg von Cruella

Gegenüber der Blu-ray tut sich bei der UHD-BD in Sachen Ton etwas. Typisch für Disney hat man die englische Sprachfassung auf der 4K-Scheibe mit Atmos kodiert, während die deutsche Synchro identisch bei DD+ verharrt. Jetzt ist Cruella nicht wirklich ein Film, der von einer 3D-Sound-Kodierung profitiert, bzw. überhaupt Anlass dafür gibt. Und so passiert lange Zeit nur eines auf den Höhen-Speakern: Sie addieren die Filmmusik beständig und bei jedem Song von oben hinzu. Wenige echte Geräuscheffekte gesellen sich dazu – wie bspw. das Trällern der Polizeipfeife nach rund 12 Minuten. Hier und da wird mal ein Vocal eines Gesangs isolierter für die Höhenspeaker abgelegt und in der Kreativwerkstatt der Baronin hallen die Dialoge etwas von Decke und Wänden wider. Auf der regulären Ebene kommt der Tiefbass etwas stärker zur Geltung, was man gut bei Queens Stone Cold Crazy hören kann. Und dann, nach 62’45 gibt’s doch noch einen echten 3D-Soundeffekt, wenn die Motten aus dem Tresor über die Gäste der Baroness hinweg fliegen.

  • Deutsch: Dolby Digital Plus 7.1 (70%) 2D-Betrachtung
  • Englisch: Dolby Atmos (75%) 2D-Betrachtung
  • Englisch: Dolby Atmos (10%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Englisch: Dolby Atmos (60%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Bonus (60%)

Insgesamt sechs Featurettes finden sich im Bonusmaterial von Cruella – neben ein paar entfernten Szenen und Outtakes. Eins der Featurettes kümmert sich um die beiden Hauptdarstellerinnen, die hier ausgiebig zu Wort kommen und erzählen dürfen, was sie an ihren Rollen gereizt hat. Ebenfalls kümmert man sich um Horace und Jasper sowie um den Mode-Aspekt in „Cruella-Coutur“. Dass die Kostümdesignerin Jenny Beavan hier absolut Fantastisches geleistet hat, sieht man jeder Minute dieses Hintergrundberichts an. Zwei weitere Featurettes kümmern sich um das Setdesign und den Vergleich zum Zeichentrickfilm. Und natürlich gibt’s noch ein kleines Making-of des Hundetrainings.

Gesamtbewertung Cruella  (75%)

Cruella ist ein höchst unterhaltsamer und wirklich famos gespielter Film, dessen Ausstattung unbedingt oscarnominiert gehört. Als Prequel im Kanon des Animationsfilms von 1961 funktioniert er allerdings nur leidlich gut. Wer das außen vor lässt, kann 130 Minuten Spaß haben. Wer aber auf die filmhistorische Entwicklung der Figur gesetzt hatte, muss zwangsläufig etwas enttäuscht werden.

Die UHD Blu-ray zeigt sich etwas farbkräftiger und dynamischer als die Blu-ray, ohne sich aber großartig absetzen zu können. Der deutsche DD+-Ton geht akustisch in Ordnung – zumal das englische Original nicht wirklich besser klingt.

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Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 19.08.2021 Review am: 12.09.2021
Erscheinungsjahr Film: 2021 Laufzeit: 134 Minuten
Filmstudio: Disney FSK: ab 6 Jahre
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat:
1,85:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch Dolby Digital Plus 7.1
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10 Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray
Testgerät TV: LG OLED55B7D Testgerät Player: Panasonic UB9004

Cruella Trailer:

Wonder Woman 1984 auf 4K Blu-ray im Test: Enttäuschend!

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Inhalt (60%)

Eins der prominentesten Corona-Opfer erscheint nach einer langen Odyssee nun endlich im Heimkino. Und bei kaum einem anderen Film muss man so sehr von Opfer sprechen wie bei Wonder Woman 1984. Patty Jenkins‘ Verfilmung des ersten Soloausritts der Powerfrau und Superheldin spielte 2017 weltweit 822 Mio. Dollar ein. Nach einem derartigen Erfolg war es natürlich klar, dass man die Geschichte um die Kampfamazone weiterführen musste.

Dass Wonder Woman 1984 finanziell deutlich hinter den Erwartungen blieb und (bisher) gerade mal 166 Mio. Dollar einspielen konnte, liegt natürlich am limitierten Kinoeinsatz. Im Dezember 2020 in einigen internationalen Territorien gestartet, beschloss Warner, ihn zeitgleich auch für eine kurze Zeit ohne Aufpreis über HBO Max anzubieten. Für Deutschland holte sich Sky die Rechte und streamte ihn ab dem 18. Februar 2021. Über diese Art des Premium-VoD mauserte sich Jenkins‘ Film immerhin zum erfolgreichsten, im Jahre 2020 gestarteten Video-on-Demand-Film. Hierzulande kam er dann am 17. Juni endlich ins Kino und … ging sang- und klanglos unter. Gerade mal 17.000 Zuschauer wollten das Spektakel sehen.

Die 80er werden authentisch, aber auch etwas klischeehaft dargestellt

Das Wirrwarr an Veröffentlichungen sorgte nicht gerade für eine gerade Linie und ich möchte die These in den Raum stellen, dass der Film auch deshalb in der Rezeption nicht so gut (tatsächlich sogar erschreckend schlecht) weg kam. Das Pantoffelkino kann das echte Kino dann doch nicht ersetzen (jedenfalls nicht flächendeckend und über jedes Setup), sodass sicherlich vieles Gutes in Wonder Woman 1984 nicht in der Form zur Geltung kam, wie es bei einer flächendeckenden Auswertung im Kino gewesen wäre. Und wenn er im Kino entsprechend positiv(er) angekommen wäre, hätte er über den VoD- sowie den physischen Release vielleicht nicht den Shitstorm abbekommen, der sich über ihn ergossen hat. Tatsächlich rangiert Wonder Woman 1984 auf der imdb ganze zwei Wertungspunkte unterhalb des Vorgängers (5.4 zu 7.4) und in unzähligen Foren und Beiträgen in sozialen Netzwerken wurde mitunter geschimpft wie die Rohrspatzen: „Grottenschlecht“, „langweilig“, „einer der schlechtesten Filme der letzten Jahre“, „miese Tricks“ „bescheuerte Story“ usw. usf.

Wiedersehen mit einem alten Bekannten

Fangen wir beim „einfachsten“ an, den visuellen Effekten. Vermutlich kommt viel Kritik daher, dass die Bewegungen der Amazonen in der Intro-Sequenz ungelenk wirken. Tatsächlich sind die Figuren aber nicht! animiert, sondern hängen an Seilen. Das Gleiche gilt weitgehend für die in der Shopping-Mall umherschwingende Diana in der zweiten Actionsequenz. Was aber wirklich mies ist, sind die teils verwendeten Puppen in Stuntsequenzen sowie der furchtbare CGI-Pelz, in dem Cheetah im Finale gegen Wonder Woman antritt. Das kann, nein, das MUSS man heutzutage besser hinbekommen!
Und wo wir gerade im Einkaufszentrum waren: Es gibt positive Aspekte, das Setting der 80er betreffend. Dazu später mehr.

Es gibt aber auch negative Details. Denn was hier an 80er-Jahre-Klischees aufgefahren wird, ist dann mitunter doch ein bisschen zu viel des Guten. Auch nervt das ziemlich klamaukige Verhalten der vier Kunsträuber kolossal. Wer sich derart dämlich verhält, hätte zuvor auch den Laden nicht ausrauben können. Das hat dann eher was von Slapstick. Was wiederum schade ist. Denn der Vorgänger lieferte eine recht ausgewogene Tonalität aus Drama, Action, Romanze und dezentem Humor. Er entfernte sich gerade weit genug vom düsteren Snyderismus der DCEU-Filme, um für etwas frischen Wind zu sorgen, blieb dem Kanon aber dennoch treu. Schaut man sich die ersten 20 Minuten von WW 1984 an, wäre das selbst für einen Marvel-Film zu albern gewesen.

Ein blasser Bösewicht für einen tonal unausgewogenen Film

Der abseits vom oft albernen Humor größte Schwachpunkt ist aber die Story an sich. Mal im Ernst: Ein Wünschestein? Eine Wunderlampe von Aladdin? Das klingt in etwa so erwachsen wie Flatulenzen im Aufzug. Natürlich passt es irgendwo in das 80er-Jahre Setting – also jenes Jahrzehnt des Kalten Krieges, das vom nuklearen Wettrüsten und unglaublichen Mode- und Musikverfehlungen durchzogen war; das den Kapitalismus auf seinem ersten Höhepunkt sah und die Neidgesellschaft quasi definierte. Aber irgendwie will sich so eine Wunschstein-Story nur bedingt ins sonst eher düstere DC-Comics-Universum einfügen. Zumal der wirr konstruierte Plot rund um Maxwell Lord (extrem blass: Pedro Pascal) so belanglos ist, dass man ihn schon während des Films zu vergessen droht. Und die noch im Vorgänger so fulminanten genutzten 2,5 Stunden Laufzeit ziehen sich dieses Mal teilweise wie das viel zitierte Kaugummi. Dabei hätte man aus dem Kalter-Krieg-Szenario so viel machen können.

Wenn da nicht das teilweise tolle Acting wäre. Womit wir bei den positiven Aspekten des Films wären: Hauptdarstellerin Gal Gadot, Nebendarstellerin Kristen Wiig und (in Teilen) die Inszenierung der Actionszenen. So kann man (trotz der eher schwachen VFX) die Intro-Sequenz wirklich als Highlight sehen und sie hätte auch eine gute Eröffnungen für einen Film gegeben, der in der Folge dann ein ganz anderer hätte sein können. Auch die Autoverfolgung und Kampfszene auf dem Highway in der Wüste nach knapp 80 Minuten macht durchaus Spaß.

Lichtblick: Gal Gadot als Lasso schwingende Wonder Woman ist immer noch grandios

Gal Gadot ist zudem nach wie vor die Top-Besetzung für Wonder Woman. Sie trägt den Film ganz locker auf ihren Schultern und vermittelt dem Zuschauer wunderbar, dass sie bei all ihrer Gabe eine wirklich einsame Frau ist. Wenn sie des Abends alleine im Restaurant sitzt und sehnsüchtige Blicke auf anwesende Paare wirft; wenn sie vorbeigehende Passanten anzulächeln versucht und keine Rückmeldung bekommt – welcher Zuschauer würde nicht gerne die Hand heben und sich sofort an ihren Tisch setzen? Dieses Story-Element funktioniert wirklich gut. Vor allem, wenn sie nach knapp zwei Stunden die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen muss und im Anschluss wie ein Vogel durch die Luft gleitet, darf’s auch mal ein bisschen Gänsehaut sein. Schade aber, dass die Highlights in Wonder Woman 1984 am Ende so rar gesät sind. Und auch die best aufgelegtesten Darsteller können nicht gegen ein durch die Bank schwaches Drehbuch ankämpfen. Schade drum.

Bildqualität (85%)

Wonder Woman 1984 wurde, wie schon der Vorgänger, mit einer Fülle an Kameras aufgenommen. Bis auf wenige Ausnahmen, in denen eine ARRI Alexa XT und eine Alexa 65 zum Einsatz kamen, drehte Jenkins erneut analog. Neben den echten IMAX-Kameras sind auf der analogen Seite die Arriflex 235 und 435 sowie die Panavision Panaflex Millennium XL2 und die Panaflex System 65 verwendet worden. Es gibt zwei Szenen, die sichtbar mit IMAX-Kameras aufgenommen wurden. Zum einen ist das die spektakuläre Eröffnungssequenz und zum anderen die finalen Aufnahmen auf dem verschneiten Weihnachtsmarkt.

Beide Szenen liegen im Format 1,90:1 vor, während der Rest des Films im Cinemascope-Format von 2,39:1 läuft. Welche (wenigen) Szenen nun tatsächlich komplett digital gedreht wurden, entzieht sich der Kenntnis. Sehr wohl ist aber klar, dass die UHD-BD mit allen HDR-Formaten (HDR10, Dolby Vision und HDR10+) aufwarten kann und natürlich einen erweiterten Farbraum aufweist. Zudem hat man vom Material ein 4K-DI angefertigt, was impliziert, dass das analoge Material in 4K gescannt und digitalisiert wurde.

Die UHD Blu-ray holt mehr Kontrast und ein feineres Korn aus dem analogen Filmmaterial

Gegenüber der Blu-ray fällt praktisch sofort auf, dass die Körnung viel feiner und authentischer ist. Die teils seltsamen Strukturmuster, die das Korn über die Blu-ray aufwies, sind über die 4K-Scheibe homogen und sauber. Das sorgt für weniger grobe Feinauflösung in Schriften und bei feinen Details – selbst wenn hier evtl. eine ganz leichte Rauschfilterung zum Einsatz kam, die aber nicht für ärgerliche Wachseffekte sorgt. Die Kontrastierung gerät durch HDR etwas harmonischer. Nicht immer wird die Dynamik auf ein neues Niveau gehoben, aber die Durchzeichnung auf hellen und dunklen Bereichen ist besser. Spitzlichter jedoch hätte noch mehr Punch verdient. Wirklich aggressiv ist das HDR nicht.

Farben geraten durchweg noch etwas wärmer und nutzen öfter eine braungelbliche Färbung. Die neonbunten Lichter der 80er poppen teilweise sehr deutlich (wie zu Beginn von Kapitel 3), hätten im späteren Verlauf aber noch ein wenig mehr Sättigung vertragen. Der größte Vorteil der 4K-Scheibe ist in der Tat die bessere Auflösung sowie die homogenere und feinere Kornstruktur. Dies erlaubt im Zusammenspiel sichtbar feinere Detailabstufungen – gerade im Hintergrund des Bildes. Dolby Vision bietet im Vergleich zu HDR10 nur eine marginale Differenz in der Farbgebung. In der Kontrastierung tun sich beide nicht sonderlich viel. In Summe ein Bild, das der Blu-ray überlegen ist und in etwa auf dem Niveau des Vorgängers liegt.

Tonqualität (55%)

Kaum war Wonder Woman 1984 über verschiedene VoD-Plattformen abrufbar, gab’s erste Kritik für den Sound des Films. Zu muffig und wenig dynamisch klang er vielen Zuschauern. Es blieb also abzuwarten, ob das physische Medium dies besser machen würde. Die Antwort lautet (leider): Nicht wirklich. Trotz Dolby-Atmos-Spuren für beide Sprachen ist schon die Eröffnungssequenz eine Enttäuschung. Trotz viel Getöse während des perkussiven Soundtracks bleibt der Tiefbass erstaunlich unterbeschäftigt. Rauscht der Rammbock über die junge Diana, gibt es mal so etwas wie Druck aus dem tieffrequenten Bereich. Aber für eine Szene wie diese ist das über gut zehn Minuten einfach zu wenig.

Es kommt hinzu, dass nicht ein einziger 3D-Sound auftaucht. Weder in der Rammbock-Situation (immerhin rauscht das Ding direkt über die Kamera), noch beim Kopfsprung Dianas ins Wasser oder beim Eintauchen ins feuchte Nass. Keine blubbernden Wassergeräusche – nichts. Fischt Diana dann im Jahr 1984 mit ihrem Lasso Bösewichte oder zukünftige Bräute aus der Luft … keine Effekte. Schwingt sie sich von oben herab … keine Effekte. Bei 16’19 gibt’s dann tatsächlich mal ein paar Lassoschwinger. Als ob der Sounddesigner mal kurz hinter dem Pult aufgewacht wäre.

Fantastische Actionszene zu Beginn: Keine Surround- oder 3D-Sounds

Was aber fast noch schwerer wiegt: Auch die regulären Surrounds bleiben lange Zeit praktisch frei von Rundumeffekten. Sieht man von etwas Publikum während des Amazonenwettkampfs ab, hört man in den ersten 20 Minuten (immerhin fast die actionlastigsten Minuten des gesamten Films) lediglich Musikerweiterung, aber keine Geräuscheffekte. Das ist für einen Film dieser Größe dann wirklich bitter. Selbst dann, wenn Wonder Woman dem Trans Am einen Kick gibt und er um den Zuschauer herum schleudert, hört man keinen Surroundeffekt.

Stellt sich tatsächlich die Frage, was man sich bei diesem laschen Sounddesign gedacht hat, das nahezu völlig über die Front präsentiert wird – und das noch dazu mit verhältnismäßig wenig Dynamik. Viele Actionszenen wirken eher etwas gleichförmig als sonderlich differenziert oder in der Dynamik herausragend. Was die Effektkanäle angeht: Selbst wenn auf dem Flugfeld Fahrzeuge von hinten anrauschen, bleiben diese viel leiser als man es erwarten könnte (69’35). Und wenn der Jet startet, gibt’s außer einem kleinen bisschen Zischen ebenso fast keine Aktivität. Auch hier ist übrigens der Subwoofer erstaunlich zahm, obwohl wir’s mit einem ausgewachsenen Düsenjet zu tun haben.

Spektakuläre Actionszene nach anderthalb Stunden: Praktische keine Surroundaktivität

Als nächstes darf man die Autoverfolgung mit zahlreichen Salven aus Maschinengewehren nehmen, die ab Minute 80’40 ebenso nur ganz vereinzelte und sehr dünne Projektilsounds liefert. Hier wird nahezu aus allen Rohren gefeuert und außer ein bisschen Pling Pling kommt hier fast nichts aus den Effektlautsprechern– freilich werden sie während der gesamten Zeit mit dem Score vollgeballert, der die wenigen Effekte noch lauthals übertönt. Und wenn bei 114’27 der Helikopter startet und genau über der Kamera stehen bleibt, hört man erneut NICHTS über die Heights.

Erst wenn er nach zwei Stunden von hinten übers Meer heranbraust, gibt’s mal Geräusche – von den Rears, wohlgemerkt. Nicht von den Heights. Was hier an Potenzial liegen geblieben ist, ist erschreckend. Lediglich der Score posaunt und trompetet beständig über die Surroundspeaker und nach 124 Minuten gibt’s mal etwas Blitz-/Donnergeräusche von oben. Alles andere ist pure Schockstarre, wie man einen Superhelden-/Actionfilm akustisch so unterbelichtet lassen kann.

  • Deutsch/Englisch: Dolby Atmos (65%) 2D-Betrachtung
  • Deutsch/Englisch: Dolby Atmos (5%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Deutsch/Englisch: Dolby Atmos (60%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Bonus (60%)

Das Bonusmaterial von Wonder Woman 1984 enthält zunächst mal ein 36-minütiges Making-of, das den Weg vom ersten zum zweiten Teil nachzeichnet und uns auch zu den unterschiedlichen Locations führt. Ein zweites Featurette geht auf die Chemie zwischen Gadot und Wiig ein, die am Set offensichtlich viel Spaß zusammen hatten. „Small but Mighty“ geht ein wenig auf die Eröffnungssequenz ein und zeigt das Casting der außerordentlich talentierten Lilly Aspel, die bereits im Vorgänger die junge Diana gespielt hatte. Hinzu kommt noch eine Gag Reel, ein Zoom-Meeting mit den Amazonen-Darstellerinnen und ein paar Szenenanalysen.

Gesamtbewertung Wonder Woman 1984  (66%)

Bis auf wenige Momente blitzt in Wonder Woman 1984 zu keiner Zeit das Großartige des Vorgängers auf. Zu langweilig ist die Grundhandlung, zu albern teilweise der Humor und zu wenig böse der Antagonist. Wären nicht Gal Gadot und Kristen Wiig sowie ein paar gelungene Action- und eine sehr emotionale Herzschmerz-Szene, wäre der Unterhaltungswert kaum gegeben. Man kann nur hoffen, dass – falls ein eigentlich beschlossener dritter Teil wirklich realisiert wird – man sich in der Fortsetzung wieder auf die Qualitäten des Erstlings konzentriert.

Dann bitte auch wieder mit dynamischem und effektvollem Atmos-Sound. Denn das, was die UHD-BD hier liefert, gehört sowohl im Englischen als auch im Deutschen zu den schwächsten und effektlosesten Blockbustern der letzten Jahre. Immerhin das Bild der UHD-BD schlägt jenes der Blu-ray.

Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 02. September 2021 Review am: 14. September 2021
Erscheinungsjahr Film: 2020 Laufzeit: 151 Minuten
Filmstudio: Warner Home Video FSK: Ab 12 Jahren
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat:
1.90:1 (IMAX-Szenen)
2.39:1 / 16:9
Tonspur:
Deutsch Dolby Atmos
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10
Dolby Vision
Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray

„Wonder Woman 1984“ Trailer:

 

Lord of War auf 4K Blu-ray im Test: Feuer frei für Nicolas Cage

1

Inhalt (100%)

Da setzt man sich nach wohlwollenden Kritiken 2005 ins Kino, um dann von Cages Erzählstimme den Satz: „… das bedeutet auf diesem Planeten hat jeder Zwölfte eine Schusswaffe. Das führt zu der Frage: Wie bewaffnet man die anderen elf?“ um die Ohren geschlagen zu bekommen. Was für eine Eröffnung. Was für ein Statement zu Beginn einer bitterbösen Satire auf Waffenhandel und -schiebereien. Doch Regisseur Niccol belässt es nicht bei diesem scharfen Monolog, sondern schließt daran kongeniale Bilder an, wie eine Gewehrpatrone gebaut, verschifft, gehandelt, geladen und im Kopf eines Jungen in einem Krisengebiet landet. Bäm.

Keine fünf Minuten in Lord of War sind vergangen und man sitzt mit offenen Mund und verblüfftem Erstaunen vor der Leinwand. Man ist geneigt, sich zu kneifen, um zu erspüren, ob man das soeben Gesehene nicht doch nur geträumt hat. Aber es ist Realität. Und zwar die bitterste der Bitteren. Andrew Niccol hatte sich schon länger Gedanken um das Thema gemacht und viel recherchiert. Dennoch erscheint es erstaunlich, dass er für das Schreiben des Drehbuchs nur wenige Monate brauchte. Denn die Geschichte strotzt vor Querverweisen zu realen Personen und Geschehnissen. Die genannten Krisenherde sind echt. Figuren wie André Baptiste haben aller Wahrscheinlichkeit nach ihre reale Entsprechung im liberianischen Staatspräsidenten von 1997 bis 2003, Charles Taylor. Auch die Art und Weise, wie der Waffenhandel mitunter finanziert wird, basiert auf Tatsachen. Und dass Lord of War relativ ausführlich beschreibt, dass die USA in internationale Waffendeals involviert sind, hat immerhin dazu geführt, dass der Film größtenteils mit Geld aus dem Ausland finanziert werden musste. US-Geldgebern war das Thema zu heiß.

Nicolas Cage in einer seiner besten Rollen

Und wo wir von Authentizität sprechen: Die im Film dargestellten Panzer sind echt und gehörten zum Drehzeitpunkt einem tschechischen Waffenhändler, der diese zeitig nach der Filmnutzung an Libyen verkaufte. Und weil 3000 echte Maschinengewehre günstiger zu erwerben waren als Nachbildungen zu bauen, kaufte man kurzerhand diese Anzahl an vz.58 Gewehren, um sie als AK47-Doubles einzusetzen. Des Weiteren lud Niccols das Team in den Flieger, um die Hauptdrehzeit in Südafrika zu verbringen und dort möglichst realistische Umgebungen für das Szenario zu finden.

Und das wirkt auf den Zuschauer entsprechend ein. Es gibt sicherlich ein paar Filme, die im Subtext Kritik am Umgang mit Waffen oder gar mit dem Handel dieser üben, aber die zynische Direktheit, mit der Lord of War operiert, war seinerzeit ein Novum. Ein Novum, das Niccol auch noch mit einem glänzenden Nicolas Cage besetzten konnte. Die Darstellung des Yuri rang ihm allerdings eine echte Meisterleistung ab. Und sie bot ihm Gelegenheit, Sätze und Momente für die Filmhistorie zu formulieren. Es gibt so viele One-Liner, die zu Klassikern wurden; so viele Szenen, in denen Sarkasmus aus der Leinwand trieft und so viele Momente, die denkwürdig sind. Wenn Yuri beispielsweise aus dem Off vom besten Weihnachtsgeschenk des Jahres 1991 redet, während man seinen frisch geschlüpften Sohnemann sieht, nur um im nächsten Moment zu offenbaren, dass er Gorbatschows Perestroika meint und nicht seinen Filius, ist das ebenso überraschend wie bitterböse.

Geschäft werden gemacht – egal, mit wem

Dass es Cage gelingt, diesen völlig gewissenlosen Yuri als Sympathieträger zu porträtieren, ist ein Geniestück, das man erst einmal hinbekommen muss. Und man kann das gar nicht genug hervorheben, weil man es als Zuschauer gar nicht infrage stellt. Man nimmt es Cage ab und wird erst dann stutzig, wenn sich das von Yuri so sorgsam aufgebaute Konstrukt in Wohlgefallen auflöst und er mit den Konsequenzen konfrontiert wird. Erst jetzt merkt der Zuschauer, welches Spiel Lord of War mit ihm getrieben hat. Und da darf man ruhig mal einen Moment in sich gehen und sich ob der Komplizenschaft mit dieser Figur und ihrem Handeln etwas schämen.

Dass man zwischendurch aber auch eine Menge zu Lachen hat, liegt an den so pointiert geschriebenen Dialogen, die stets auf dem schmalen Grat zwischen satirischer Überhöhung und möglicher Realität wandeln. Oft bleibt einem das Lachen auch im Hals stecken, wenn man für einen Moment reflektiert und merkt, wie realistisch das Szenario insgesamt ist.
Es gibt diesen Monolog Yuris, in dem er lapidar erzählt, dass er den Muslime Waffen aus israelischer Produktion verkauft und den Faschisten Munition aus kommunistischer Produktion. Was Cage als Erzähler so lapidar-witzig rüberbringt, ist eine Sequenz, in der deutlich wird, dass Waffen keine Ideologie haben und Waffenhändler einzig der Spur des Geldes folgen. Den Knarren ist’s egal, wen sie töten. Sie machen keine Unterschiede. Wie viel Wahrheit in diesem Motiv steckt, weiß man, wenn man sich mal etwas intensiver in die Rüstungsgeschäfte der Regierungen vertieft. Wie oft schon haben die großen Nationen dieser Welt in irgendwelchen Kriegen oder militärischen Auseinandersetzungen in die Läufe ihrer eigenen Waffen geschaut? Yuri mag ein privater Waffenhändler sein, der staatliche Rüstungshandel operiert indes kaum anders.

Bildqualität (85%)

Andrew Niccols Film wurde 2005 analog auf 35 mm Filmmaterial aufgezeichnet. Bereits seit 2019 gibt es Lord of War als UHD Blu-ray in den USA – dort erschienen über das Label Lionsgate. Von denen hat Capelight nun das grundsätzliche Master lizensiert, hierzulande aber neu encodieren lassen – und das direkt in Dolby Vision. Das macht aus dem 2K DI natürlich immer noch keine native 4K-Auflösung, aber immerhin wurde nach den aktuellen Standards encodiert. Und so ist es auch kein Wunder, dass Helligkeit und Grading bei der deutschen UHD-BD doch ein klein bisschen anders aussehen als bei der US-Disk – was natürlich auch für die HDR10-Wiedergabe gilt, die vom Dolby-Vision-Encode downkonvertiert wurde.

Der erste sichtbare Vorteil der UHD Blu-ray gegenüber der alten und neuen Blu-ray ist der etwas bessere Umgang mit den Schwarzwerten. Details saufen auf dunklen Bildinhalten nicht mehr so drastisch ab und man kann bspw. bei Minute 84 noch etwas erkennen, was von der BD komplett verschwiegen wird. Selbst wenn der Schwarzwert dadurch etwas aufgehellt erscheint, ist es schön, noch ein paar Details zu erhalten. Erstaunlich ist, wie viel besser die HDR-Funktionalität im Zusammenspiel mit dem erweiterten Farbraum umgeht. So sieht man bei 8’01 noch das feine rote Seil zwischen den Laternen, das bei der Blu-ray fast komplett als eher graue Linie vor dem Hintergrund verschwindet. Auch die roten Punkte auf den Laternenköpfen und das Fahrrad, das am Geländer lehnt, erhalten nun mehr Farbe. Bei diesem extrem schwierigen Bild mit feinen diagonalen Linien, die in gegenläufigen Richtungen angeordnet sind, lassen sich auch die Unterschiede im Encoding erkennen.

Die UHD Blu-ray ist weniger bunt als die alte Blu-ray, was dem Bild gut tut

Sämtliche Feinheiten werden etwas klarer konturiert dargestellt. Die Ränder rund um Objekte sind besser umrissen und die diagonal Richtung schwarze Flecken auf dem Boden verlaufenden Holzbohlen bleiben erkennbar(er), wohingegen sie von der Blu-ray etwas vermatscht werden. Und diesen Vorteil liefert die UHD-BD nicht aufgrund einer höheren Auflösung (die ja faktisch nicht da ist), sondern einzig durch ihr Encoding und (im Falle der Farbdarstellung) durch die HDR-Dynamik. Denn die ist wirklich herausragend. Mit einer Spitzenhelligkeit 2508 Nit und sehr hohen Durchschnittshelligkeitswerten ist die UHD-BD wesentlich heller und strahlender als die Blu-ray. Da macht das Anschauen des Films gleich noch mehr Spaß – auch wenn der Wehrmutstropfen der fehlenden 4K-Auflösung natürlich bleibt.

Gegenüber der alten Blu-ray, die deutlich zu bunt und orangelastig erschien, bietet die UHD BD nun einen etwas neutraleren Eindruck, was insgesamt stimmiger wirkt. Gleichzeitig ist sie aber satter als die neue (dem Mediabook beiliegende) Blu-ray, die zu entsättigt und kühl erscheint. Dolby Vision, im Übrigen, hinterlässt auf dem LG OLED zwar immer einen leichten Hang zum Grün, arbeitet die Kontraste von Lord of War aber noch etwas besser raus und wirkt im Schwarz knackiger.

Tonqualität (85%)

Beim Ton nutzte die alte Blu-ray eine reguläre DTS-Spur, die von einer unkomprimierten englischen DTS-HD-Master-Fassung begleitet wurde. Die UHD Blu-ray erhielt nun ein Upgrade auf DTS HD-Master fürs Deutsche und Dolby Atmos fürs Englische. Und nach wie vor klingt Lord of War wirklich hervorragend. Die Räumlichkeit während der Schießereien ist exemplarisch gut. Immer wieder setzt es Querschläger und dedizierte Feuergeräusche der Waffen aus den einzelnen Speakern – hervorragend ortbar und mit erstaunlich viel Dynamik und Druck. Noch mehr Punch gibt’s bei der Explosion nach 50’15, die den Tiefbass genauso ordentlich kitzelt wie über die englische Atmos-Fassung. Allerdings ist das sehr vergleichbar mit der alten DTS-Spur. Was nicht schlimm ist, denn die war, wie gesagt, wirklich sehr gut. Einziges Manko der deutschen Fassung(en): Die gegenüber dem O-Ton etwas muffiger klingenden Dialoge.

Wenn es drauf ankommt, packt der Ton in Deutsch und Englisch ordentlich zu

Highlight dürfte für viele Fans des Films allerdings der englische Atmos-Sound sein, den man bereits auf der neuen Blu-ray integriert hat. Und der ist nicht von schlechten Eltern. Mit dedizierten und ziemlich coolen Effekten begleiten wir die Produktion der Munition nach knapp zwei Minuten. Zahlreiche Maschinengeräusche rattern von oben auf die Patronen und somit den Zuschauer ein. Im weiteren Verlauf klingelt es dann schön, wenn die metallenen Hülsen aufeinander rasseln. Und spätestens beim Wusch-Geräusch des abgeschossenen Projektils sitzt man dann mittendrin. Da lässt es sich verschmerzen, dass die Filmmusik immer dann auch abrupt von oben zu hören ist, wenn explizite Geräusche auf die Heights gemischt wurden. Die Trennung war offenbar nicht möglich. Schön aber auch die Stimme von Cage, der immer dann auch von oben spricht, wenn er sich als Erzähler an den Zuschauer wendet. Und das passiert, wer den Film kennt, weiß das, sehr häufig. Und es macht Spaß, von Cages warm klingendem Organ beständig rundherum benetzt zu werden.

Aber es gibt auch weiterhin 3D-Sounds. Wenn Jared Leto nach 15 Minuten in der Halle mal die automatische Waffe abfeuert, hallt es nach den vernehmbaren Schüssen auch noch prächtig nach. In der Folge passiert zwar nicht wirklich viel, was entsprechend auch keine 3D-Sounds ermöglicht, doch es gibt ein paar Szenen, in denen die Naturgeräusche hinzukommen. Vogelzwitschern oder Möwengekreisch beispielsweise. Wuchtig taucht dann der Jet nach knapp 69 Minuten über die Höhenspeaker auf und dreht dort dann lautstark wieder ab, bevor er hörbar einige Warnschüsse ausführt. Noch massiver wird’s dann bei der Landung der Transportmaschine kurz darauf. Mehrfach donnern deren Propellertriebwerke von oben über die Köpfe der Zuschauer.

  • Deutsch: DTS HD-Master 5.1 (85%)
  • Englisch: Dolby Atmos (90%) 2D-Betrachtung
  • Englisch: Dolby Atmos (70%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Englisch: Dolby Atmos (85%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Bonus (70%)

Im Bonusmaterial der UHD Blu-ray liegt zunächst der Audiokommentar von Regisseur Andrew Niccol, der untertitelt wurde. Dazu gesellen sich sieben entfallene Szenen und ein Making-of, das man von der alten Blu-ray schon kennt. Es läuft gut 20 Minuten und ist ebenfalls untertitelt. Hierin gibt Niccol sehr freizügig preis, wie er an die unterschiedlichen Waffen gelangte und was diese Tatsache für ein ernüchterndes und beängstigendes Gefühl gewesen ist. Im Featurette „Ein lukratives Geschäft: Internationaler Waffenhandel“ gibt’s dann dokumentarische Einblicke in das internationale Waffengeschäft. Ein weiteres Featurette kümmert sich um die Spezialeffekte und drei Interviews mit dem Regisseur, dem Produzenten und dem Szenenbildner vollenden das Bonusmaterial.

Gesamtbewertung Lord of War  (90%)

Lord of War gehört für mich zu den Filmhighlights des ersten Jahrzehnts im neuen Jahrtausend. Und er ist zweifelsohne einer der besten Cages überhaupt. Da das Thema (leider) komplett zeitlos ist, funktioniert er auch heute noch hervorragend. Und weil die UHD Blu-ray das Ganze in prächtigem HDR und mit einem gegenüber der alten Blu-ray deutlich saubereren Encoding liefert, hat man den Film hierzulande auch noch nicht besser gesehen. Dazu kommt ein im Deutschen bereits toller Tonsektor, der vom englischen Atmos noch etwas übertrumpft wird.

Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 27. August 2021 Review am: 07. September 2021
Erscheinungsjahr Film: 2005 Laufzeit: 122 Minuten
Filmstudio: Capelight Pictures FSK: ab 16 Jahre
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch
Bildformat:
2.39:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch DTS HD-Master 5.1
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10
Dolby Vision
Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray
Testgerät TV: LG OLED55B7D Testgerät Player: Panasonic UB9004

Lord of War Trailer:

Free Guy jetzt auf 4K Blu-ray vorbestellbar: Alle Details zur NPC-Komödie

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Die neue Action-Komödie „Free Guy“ mit Ryan Reynolds (Deadpool) kann ab sofort auf 4K Ultra HD Blu-ray vorbestellt werden. Hier erfährst du zudem alle Details zur Ausstattung von „Free Guy“. 

Habt ihr euch eigentlich einmal gefragt, was die NPCs (Non Player Character) bzw. NSCs (Nicht-Spielder-Charaktere) in einem Computerspiel eigentlich so denken? Was für einen Tagesablauf sie haben? Welche Träume sie… ok ok, nicht sooo schnulzig bitte. Dieser Frage geht Reynolds in der Action-Komödie „Free Guy“ nach. Als NPC im Spiel „Free City“ arbeitet er als Kassierer in einer Bank. Free City sieht aus wie ein Mix aus GTA und Fortnite und als nicht spielbarer Charakter hat man nicht gut lachen. Der jüngste Streich von 20 Century Fox steht jetzt zur Vorbestellung auf 4K Blu-ray bereit!

Details der Free Guy 4K UHD Blu-ray

Der Film wurde vom 20th Century Fox Studio produziert, erscheint jedoch via Disney. Denn wie viele bereits wissen, wurde Fox von dem „Unternehmen mit der Maus“ akquiriert. Das wirkt sich leider auch auf die Ausstattung der 4K UHD Variante aus.

Das 4K Upscale (angeblich liegt nur ein 2K DI vor… kein Wunder bei so viel CGI) erscheint somit nur im erweiterten Dynamikumfang in HDR10 und die deutsche Tonspur ist auf Dolby Digital Plus 7.1 begrenzt, während der englische Originalton wieder einmal in Dolby Atmos 3D Sound abliegt. Übrigens, auch alle anderen Tonformate (Italienisch, Französisch) kommen nicht über einen 7.1-Surround-Sound hinaus. Das Bildverhältnis ist mit 2.39:1 typisch und die Spielzeit entspricht mit 115 Minuten der Kinofassung.

Free Guy Kurzbeschreibung:

Ryan Reynolds ist der Star in dieser actiongeladenen Comedy. Guy führt das Leben eines einfachen Kassierers bei einer Bank, als er eines Tages entdeckt, dass er nichts weiter ist als eine Hintergrundfigur in dem Open-World-Videogame „Free City“. Er beschließt, der Held seiner eigenen Geschichte zu werden – und diese selbst zu schreiben! Ebenfalls dabei sind Jodie Comer, Lil Rel Howery und Taika Waititi. Regie führte Shawn Levy. Free Guy ist ein rasanter Action-Spaß

Sky Ticket erhält eine neue Benutzeroberfläche (aber immer noch kein 4K)

Das Sky Ticket enthält eine Frischzellenkur. Sky gleicht das Design international an und will für mehr Benutzerfreundlichkeit sorgen.

Dazu gleich ein Dämpfer für alle, die auf 4K mit HDR, Surround-Sound oder gar Dolby Atmos gehofft hatten: All das fehlt weiterhin. Technisch hat sich also nichts getan. Das Sky Ticket bietet euch weiterhin nur maximal ein 1080p-Bild und Stereo-Ton an. Vermutlich grenzt Sky das immer noch bewusst so ab, da man die Kunden nicht zum monatlich kündbaren Sky Ticket lotsen möchte, sondern sie eben auf Dauer lieber bei Sky Q sähe.

Die neue Oberfläche des Sky Tickets ist ab sofort im Web, auf Smart TVs und auch an Spielekonsolen verfügbar. Weitere Geräte werden laut Sky Deutschland „in den nächsten Tagen“ versorgt. Man nutzt nun ein laut eigenen Aussagen „moderneres“ Erscheinungsbild mit einer teal-grünen Farbgebung. Das solle für einen eigenständigen Look sorgen, aber auch Einheitlichkeit mit Skys anderen Streaming-Angeboten in Europa herstellen.

In Kürze will man zudem die Vertriebs- und Serviceplattform im Hintergrund auf eine internationale OTT-Plattform umziehen. Sie soll als Basis für alle Streaming-Dienste der Sky Gruppe dienen. Das könnte natürlich auch mit der kommenden Einbindung von Peacock zusammenhängen, vermuten wir einmal aus dem Bauch heraus. Die Kunden des Sky Tickets sollen dadurch von einem besseren Erlebnis und einem einfachen Zugang zu Unterhaltungsangeboten sowie von verbesserten Selbsthilfe-Funktionen profitieren. Das ist recht unglücklich formuliert, denn damit dürfte weniger psychologische Unterstützung, sondern verbesserte Hilfs-Features gemeint sein.

Sky sollte technisch nachbessern

Nach der Umstellung werde es laut Sky Deutschland einfacher sein, in der Oberfläche des Sky Tickets Pässe zu buchen. Alles soll etwas flotter und unkomplizierter laufen. Wir selbst wittern da leider etwas heiße Luft: Es ist schön, wenn man optisch modernisiert. Wichtiger wäre aber technisch auf den aktuellen Stand zu kommen. Das scheint aber aktuell weder geplant noch intern gewünscht zu sein.