Start Blog Seite 729

Medion Life X17575: 4K-TV mit 75 Zoll bei Aldi für 775 Euro

Bei Aldi gibt es bald erneut einen günstigen 4K-TV von Medion: Der Life X17575 protzt direkt einmal mit 75 Zoll Diagonale für 799 Euro.

Warum wir dann in der Überschrift von 775 Euro sprechen? Nun, durch die aktuelle Senkung der Mehrwertsteuer kommt es am Ende zu einem Preis von 775,03 Euro bei sowohl Aldi Nord als auch Aldi Süd. Beide Discounter liefern den Fernseher im Übrigen natürlich auch kostenlos an euch, was bei dieser Diagonale nicht die schlechteste Option sein dürfte. Verfügbar ist der 4K-LCD bei Aldi ab dem 30. Juli 2020.

Sicherlich fragt sich aber der ein oder andere Leser bereits: Wo ist der Haken? Nun, der Medion Life X17675 bietet zwar 4K und HDR10, beschränkt sich aber leider auf eine Helligkeit von 250 cd/m2. Das ist für eine standesgemäße HDR-Wiedergabe natürlich ein viel zu niedriger Wert, sodass ihr eure Erwartungen dämpfen solltet.

MEDION X17575
Medion Life X17575: So sieht die Rückseite aus

Auch ein HD Triple Tuner ist an Bord. Ein Slot für CI+ bzw. Smart Card ist ebenfalls vorhanden. Drei Anschlüsse stehen wiederum für HDMI 2.0 mit HDCP 2.2 zur Verfügung. Ob sich dieser Fernseher lohnt, hängt natürlich vom eigenen Anspruch ab. Höherwertige LCDs oder gar OLEDs kosten bei deutlich geringeren Diagonalen eben auch wesentlich mehr.

Medion Life X17575: Ab 30. Juli 2020 bei Aldi

Unten haben wir noch einmal die technischen Eckdaten für euch zusammengefasst. Eventuell ist dieser 4K-TV mit seiner üppigen Diagonale ja für den ein oder anderen einen Blick wert.

Medion Life X17575
Medion Life X17575: Viel Diagonale für wenig Geld

Technische Daten des Medion Life X17575:

  • 189,3 cm (75“) LCD-TV mit Ultra HD Auflösung und LED-Backlight-Technologie
  • HD Triple Tuner (DVB-T2 HD, DVB-C, DVB-S2)1
  • HDR (High Dynamic Range) mit erhöhtem Dynamikumfang
  • Integrierter Internetbrowser
  • Integriertes WLAN
  • CI+-Schnittstelle
  • Medienportal, Netflix-App, HbbTV, Wireless Display
  • Integrierter Mediaplayer
  • EPG (Elektronischer Programmführer)
  • Automatische Senderprogrammierung (APS)
  • Mehrsprachige Menüführung (OSD)
  • Kindersicherung
  • Sleeptimer
  • Wandmontage dank VESA-Standard (Lochabstand 400 x 400 mm)
  • Statischer Kontrast von 5.000:1 (typ.)
  • Physikalische Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixel
  • Seitenverhältnis 16:9
  • Helligkeit 250 cd/m2 (typ.)
  • Integrierte Stereo-Lautsprecherboxen (2 x 8 W RMS)
  • DVB-S2, DVB-T2 HD und DVB-C:
  • Kompatibel mit MPEG2 und MPEG4 (H.264)
  • DVB-S2/DVB-T2 HD mit HEVC (H.265) Unterstützung
  • Anschlüsse: 1 x Antenne, 1 x Satellit, 3 x USB, 1 x LAN RJ-45, 3 x HDMI 2.0 mit HDCP 2.2-Entschlüsselung, 1 x VGA (15 Pin D-Sub), AV In (Adapter 3,5 mm Klinke auf Cinch), Kopfhöreranschluss (3,5 mm Klinke), Digital Audio Out (SPDIF) (optisch)
  • Lieferumfang: Smart-TV, Standfüße inkl. Schrauben, Fernbedienung inkl. Batterien, YUV-Adapter, AV- Adapter, Bedienungsanleitung, Garantiekarte
  • Abmessungen (B x H x T) / Gewicht: ca. 168,3 x 97 x 7,5 cm / ca. 28,5 kg (ohne Füße) ca. 168,3 x 103,5 x 30,5 cm / 29,0 kg (mit Füßen) Abstand zwischen den Füßen: ca. 134,8 cm
  • Preis: 799 Euro

Streaming ohne 4K / HDR: Sky Ticket, HBO Max und Peacock leben in der Vergangenheit

4K-Streaming sollte im Jahr 2020 kein Hexenwerk mehr sein. Dennoch leben einige Anbieter noch in der Vergangenheit. Leider zählt dazu auch Sky Deutschland.

Wir greifen das Thema aktuell noch einmal auf, da in dieser Woche in den USA der neue Streaming-Dienst Peacock von NBC Universal großflächig gestartet ist – ohne 4K und HDR. Wer nun annimmt, dass es sich dabei um einen Einzelfall handeln müsste, der irrt leider. Ein ebenfalls noch sehr frischer Streaming-Anbieter ist HBO Max von Warner Media. Dort finden sich etwa Serien wie „Game of Thrones“, Westworld“ und ab nächstem Jahr sogar exklusiv der sogenannte Snyder Cut von „Justice League“.

Das klingt doch alles prestigeträchtig und nach einem guten Grund, die Inhalte in bestmöglicher Qualität anzubieten, oder? Pustekuchen, denn HBO Max nutzt zwar von allen Streaming-Anbietern für 1080p die höchsten Bitrates überhaupt, verzichtet derzeit aber auf eine 4K-Option und konsequenterweise auch auf HDR. Da kommt sicherlich nicht nur bei uns die Frage auf: Was ist da los mit Ultra HD und High Dynamic Range?

Sky Ticket
Sky Ticket: Auch hier fehlen 4K und HDR

Ein noch schlimmerer Fall ist eigentlich das Sky Ticket, das im Gegensatz zu HBO Max und Peacock auch in Deutschland angeboten wird. Sky hat zwar kürzlich viele Reformen angekündigt – doch Ultra HD und HDR rüstet man weiterhin nicht nach. Das ist mehr als schade, denn viele gute Serien, etwa die HBO-Produktionen, geben bei Sky stets als Erstes ihren Einstand. Wir sind da im Jahr 2020 enttäuscht.

Die Inhalte sind da: Warum also kein 4K?

Uns allen ist bekannt, dass die Mehrheit der Filme und Serien aktuell leider nicht nativ in 4K produziert wird. Selbst wenn mit entsprechenden Kameras gedreht wird, kommt gerade bei Blockbustern mit vielen Effekten am Ende ein 2K-Digital-Intermediate (DI) zum Einsatz. So ist die Post Production in nativem 4K aufwändiger, was speziell dann gilt, wenn viele CGI-Effekte erstellt werden. Dennoch liegen mehr und mehr Filme und Serien in 4K vor – auch ältere Katalogtitel. Warum zaudern einige Streaming-Anbieter dann?

Dass es anders geht, zeigen ja Amazon Prime Video, Netflix und Disney+. Letztere sind auch direkt mit 4K und HDR gestartet – ohne Aufpreis. So sollte es sein. Wobei wir noch gar nicht erwähnt haben: Auch Dolby Atmos fehlt bei HBO Max, Peacock. Das Sky Ticket ist da sogar der „Worst Offender“, denn von Dolby Atmos braucht man da aktuell nicht einmal zu träumen. Selbst Surround-Sound fehlt, es wird nur Stereo angeboten.

Sind unsere Ansprüche zu hoch? Immerhin halten ja selbst die öffentlich-rechtlichen TV-Sender in Deutschland noch neben HD an SD, also der Standardauflösung fest. Wir finden, dass 4K und HDR zumindest für Streaming-Anbieter mittlerweile ein Muss sein sollten.

Krieg der Welten auf 4K Blu-ray im Test: Weltuntergang endlich ohne Korn?

0

Inhalt (70%)

Die Anekdote rund um H.G. Wells‘ 1898 verfassten Roman Krieg der Welten ist legendär:
Vor 75 Jahren, am 30. Oktober 1938 ging das hauptsächlich von Orson Welles gesprochene Hörspiel des Wells’schen SciFi-Klassikers über den Äther einer New Yorker Radiostation. Die intensive Geschichte sorgte bei den Hörerinnen und Hörern für Panik. Teils verließen sie ihre Häuser und flüchteten. Andere wiederum blieben verängstigt Zuhause. Ganz so viel Effekt erzielte die erste Kinoadaption von Byron Haskins 1953 nicht mehr. Der in Technicolor realisierte SciFi-Streifen ist aber bis heute Kultkino der 50er Jahre. Gut fünf Jahrzehnte später befand dann kein Geringerer als Steven Spielberg, dass es mal wieder Zeit für ein Remake des guten alten Invasoren-Films sei.

Wobei es vielmehr Tom Cruise gewesen ist, der nach Minority Report noch einmal mit Spielberg drehen wollte und ihm deshalb drei mögliche Ideen unterbreitete. Einer dieser Vorschläge war Krieg der Welten und für beide schien klar, dass dieser es sein sollte.
Nicht ganz gewöhnlich für Spielberg, der mit der Adaption des Wells-Klassikers ganz eindeutig die Seiten wechselte. Hatte er in Die unheimliche Begegnung der dritten Art 28 Jahre zuvor noch ein betont positives Bild von außerirdischen Besuchern gezeichnet, bleibt in Krieg der Welten keine Luft für Interpretationen. Die Aliens, die hier auf die Erde kommen, sind böse Invasoren, die aus ihren Tripoden heraus nur Zerstörung im Sinn haben. Man munkelt, dass Spielberg die Geschehnisse von 9/11 im Kopf hatte, als er seine Neuinterpretation mit viel technischem Tamtam realisierte. Und so wundert es kaum, dass der Ton für einen Spielberg-Film betont düster ist. Entsättige Farben, ein Protagonist, der anfangs ein regelrechtes Arschloch ist, grimmige und unerbittliche Szenen der Zerstörung sowie ein Fluss, der in einer bitteren Szene als Massengrab Leichen vor den Augen der kleinen Rachel vorbeifließen lässt.

Ray lernt: Familie geht über alles

Nein, so richtig familienfreundlich ist Krieg der Weltennicht geworden – obwohl es genau um das (auch) geht: Familie. Denn unter dem eigentlichen Bedrohungsszenario erzählt Spielberg eine Geschichte um einen geschiedenen Vater, dessen Beziehung zu den beiden Kids eher von Entfremdung zeugt als von Eintracht. Erst durch das gemeinsame Erleben der Grenzerfahrungen kommen sich Vater, Sohn und Tochter wieder näher und stehen füreinander ein. Das ist natürlich äußerst simpel gestrickt und schon in anderen Filmen zigfach umgesetzt worden. Dennoch schaut man Tom Cruise durchaus gespannt zu, wie aus dem verantwortungslosen Vater ein Kämpfer für die Familie wird.

Schauspielerisch gelingt das auch deshalb, weil mit Dakota Fanning die damals talentierteste Jungdarstellerin an Bord war. Wer 2005 als Erwachsener Mann im Kino war und ihr gegenüber keine Vater- und Beschützergefühle entwickelte, hatte vermutlich zwei Stunden lang die Augen geschlossen. Die Dynamik zwischen Cruise und Filmsohn Justin Chatwin funktioniert ebenfalls prächtig, sodass man die innerfamiliären Entwicklungen durchaus authentisch bezeichnen kann. Neben dem Motiv der Familie geht’s aber auch um eine tief verwurzelte Angst. Schon H.G. Wells war der Überzeugung, dass die Menschen irgendwann Opfer ihrer eigenen technischen Fähigkeiten und Errungenschaften werden könnten. Immerhin war er es, der in seinem 1914er Roman The World set free. A Story of Mankind den Begriff der „Atombombe“ prägte, nachdem es erste Berichte über die Entdeckung der Radioaktivität gegeben hatte.

Alles Böse kommt von oben

Spielberg lässt die Menschen nun vor einem unbekannten (und bis auf die Darstellung nach dem Finale) und gesichtslosen Feind fliehen. Vertreibung ist ein Motiv, mit dem sich der Regisseur ebenfalls schon häufiger beschäftigt hatte und in Krieg der Welten tut er es auf die bisher lupenreinste, aber auch oberflächlichste Art und Weise. Inhaltlich ist das für einen Spielberg-Film schon ziemlich dünn – zumal er zeitlich in seine Werke Terminal und München eingebettet ist, die bedeutend mehr Differenzierung von Figuren und Story liefern.

Vielleicht wollte der Regisseur aber auch einfach mal so richtig die sprichwörtliche Sau raus lassen. Und das gelingt ihm schon in der ersten Sequenz, in der Rays Nachbarschaft von dem Tripod heimgesucht wird. Was Krieg der Welten hier schon an Zerstörungswut entfaltet, war seinerzeit wirklich herausragend. Den Auftritt des Tripod zelebriert Spielberg ausgiebig und lässt ihn von einem kongenialen und extrem dynamischen Sounddesign begleiten, das selbst potente Kinos an den Rand des Möglichen trieb. Da die Alien-Dreibeiner auch optisch überzeugten und bisweilen wirklich Spannung aufkam, bleibt der Unterhaltungswert bis auf wenig Hänger in der Mitte durchweg hoch. Als SciFi-Action ohne allzu große inhaltliche Tiefe funktioniert Krieg der Welten deshalb auch 2020 noch sehr gut.

Bildqualität (75%)

Steven Spielberg ist ein Fan von analogem Film. Das hat er in zahlreichen Statements immer wieder sehr klar und deutlich gemacht. Betrachtet man seine Vita, hat er seine Vorliebe bis heute durchgezogen – sieht man von den VFX-lastigen BFG und Ready Player One sowie dem vollanimierten Tim-&-Struppi-Abenteuer ab. Selbst sein kommender West Side Story wird erneut mit Filmkameras aufgezeichnet werden. Dass er aber so eine Korn-Orgie feiern musste wie bei Krieg der Welten nahmen ihm die Fans dann doch etwas übel. Die Frage ist nun: Sieht die UHD genauso aus? Oder macht sie Dinge anders?

Zunächst einmal wurde von dem Filmmaterial ein 4K-Scan gemacht, das Ganze dann etwas bearbeitet und mit HDR10 sowie Dolby Vision und einem im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum versehen. Am Ende ist die UHD aber immer noch körnig. Sie wirkt immer noch stilisiert und zeigt tendenziell ausreißende helle Oberflächen. Und sie ist auch nicht frei von den überstrahlenden Doppelkonturen. ABER: Alle über die Blu-ray als so negativ empfundene Eigenschaften werden von der UHD besser bis deutlich abgeschwächter wiedergegeben. Im Falle der Körnung hat der 4K-Scan zu einer deutlich feineren Reproduktion geführt. Vielleicht wurde sogar etwas gefiltert. Falls ja, dann allerdings sehr dezent und ohne unerwünschte Nebeneffekte.

Die UHD zeichnet im Schwarz wesentlich besser durch

Was aber in nahezu jeder Einstellung auffällt, ist die viel bessere Detailtiefe. Gerade in den Totalen (die ersten paar furchtbar unscharf aufgenommenen Vogelperspektiven auf die Straßenschluchten mal ausgenommen) sind Konturen viel klarer. Fenster in Wolkenkratzern kann man nun erkennen, wo die BD nur undefinierte Matsch produzierte. Die Verstrebungen an Rays Kran sind nun ebenso definiert wie die flexibel aufgehängten Leitungen. Auf dem roten Container im Vordergrund ist sogar so etwas wie Schrift zu lesen, wo die BD nur weißen Brei produziert. Fensterläden aus Holz haben nun plötzlich Lamellen und Ziegelsteine stechen aus dem Mauerwerk hervor, wirken nicht platt und zweidimensional. Dazu ist es zwar in den späteren Szenen bei Harlan immer noch nicht gut durchgezeichnet, doch Kompressionsartefakte auf den Schatten bleiben aus und zu Beginn sind auch die Ecken von Rays Schlafzimmer noch erkennbar, wo die BD im Schwarz versank.

Dazu kommen deutlich prägnantere Spitzlichter, die klarer definiert sind und nicht ausreißen. Exemplarisch gut zu sehen ist das bei der Ansicht auf die hell beleuchtete Fähre bei 59’21. Wo die BD den weißen Hintergrund als eine zweidimensionale Fläche zeigt, arbeitet die UHD die Treppe und die Schaltkästen im Vordergrund heraus und liefert dennoch die helleren Scheinwerfer. Farben sind zwar immer noch nicht wirklich kräftig, aber lange nicht mehr so entsättigt und matt wie über die Blu-ray. Und wenn später Explosionen zu sehen sind, zeigt die Ultra-HD der Blu-ray, wo der Barthel den Most holt. Denn nicht nur in diesen satt-orangefarbenen Momenten ist die UHD der Blu-ray um Welten voraus – selbst wenn sie stilistisch immer noch nicht jedermanns Sache sein dürfte.

Tonqualität (90%)

Krieg der Welten war 2005 der Soundkiller überhaupt. Kaum eine Scheibe hatte zuvor dermaßen brutal und aggressiv zugelangt. Jedenfalls wenn wir über die englische dts-HD-Master-Spur sprechen. Deren Surroundkulisse und Dynamik darf noch heute als Referenz gelten. Das beginnt mit großartigen Windgeräuschen und wird bereits absolut brutal, wenn nach 15’45 die elektrostatischen Entladungen selbst die Surrounds massiv herausfordern.
Die deutsche Dolby-Digital-Fassung schlägt sich hier beachtlich, allerdings muss man sie etwas lauter einpegeln und dann dennoch auf etwas Dynamik verzichten. Das Ganze klingt nicht nur leiser, sondern auch etwas dumpfer. Der Mittel-Hochtonbereich wird nicht so klar bedient wie über die englische Spur. Auch Hintergrundgeräusche wie fließender Verkehr oder das Gemurmel der Menschen bleiben etwas muffiger. Wenn Glas splittert, kommt der O-Ton feiner und präsenter – allerdings auch einen Hauch zu überbetont. Denn was man dem O-Ton durchaus etwas vorwerfen kann (wenn man’s genau nimmt), ist eine gewisse Überpräsenz; ein „too much“ in puncto Aggressivität. Das wird nicht unbedingt jedem gefallen.

Bricht nach 21’20 der Asphalt auf, kommt das Grummeln noch tiefer aus dem Sub und das Krachen der Risse ertönt präziser aus den Speakern, wenn man die Originalfassung bemüht. Wenn sich die Risse dann zur veritablen Vernichtung von Häusern auswachsen, ist es bis heute erstaunlich, wie weit potente Subs auslenken können. Hielte man einen Finger vor die Sicke eines großvolumigen Tieftöners, wären blaue Flecken unumgänglich – was für beide Tonspuren gleichermaßen gilt. Wenn die Tripoden dann ihre Energiestrahlen schicken, um die Menschen innerhalb von Sekunden weg zu fetzen, sägt der Sound schwer beeindruckend Risse ins Heimkino. Wie gesagt: Für sich genommen war das damals eine sehr gute DD-Spur. Auch heute kann sich sich gegenüber anderen DD-Vertonungen noch hören lassen. Aber gegen die dts-HD-Master-Fassung zieht sie den Kürzeren.

So eine Turbine im Wohnzimmer macht einen Höllenlärm

Während die UHD als Weltdisk mit zahlreichen unveränderten Sprachen kommt, es also bei Dolby Digital fürs Deutsche bleibt, erhält die Originalfassung nun eine Dolby-Atmos-Abmischung. Und wenn nicht Krieg der Welten, welcher Film sollte dann von aktiven 3D-Sounds profitieren? Kümmern wir uns aber zunächst um die reguläre Ebene und vergleichen sie mit der alten dts-HD-Master-Spur. Hört man genau hin, so ist die Atmos-Fassung einen Tick lauter eingepegelt.

Was aber weit schwerer wiegt, ist die deutlich hör- und spürbare Reduktion des Tiefbass-Signals. Während die generelle Surroundkulisse nicht gelitten hat, bleibt die Unterstützung vom Subwoofer einiges schuldig. Geht das bei den unübersichtlichen Actionszenen möglicherweise noch etwas unter, gibt’s bei 96’03 einen einzelnen, kurzen Tritt des Tripoden auf den Boden, der aus der Stille heraus geschieht. Und hier ist der Unterschied dann wirklich sehr deutlich wahrnehmbar. Da es nicht an der generellen Lautstärke liegt, kann es entweder sein, dass man den Tiefbass isoliert geringer eingepegelt oder aber im unteren Frequenzbereich beschnitten hat.

Für Letzteres würde sprechen, dass der Anteil, der über die Atmos-Fassung zu hören/spüren ist, in etwa die gleiche Lautstärke hat wie der vergleichbare Anteil über die dts-HD-Master-Spur. Es scheinen eher Informationen (also Frequenzbereiche) zu fehlen. Der Tritt wirkt kürzer, vibriert nicht so stark nach. Wechselt man mit dieser Erkenntnis in die Asphalt-Spalten-Sequenz, wird noch deutlicher, was man schon anfangs vermutet hat: Unten rum fehlt es der Atmos-Spur deutlich an Gewalt. Selbst die Effektlautsprecher bekommen etwas weniger Dynamik, wenn die Energie-Entladungen nach 15’50 über sie hinweg fetzen. Zwar ist das in Summe immer noch ein sehr effektvoller und auch dynamischer Tonsektor, er hält den Vergleich mit der alten dts-HD-Master-Fassung aber leider nicht stand.

Wenn die Aliens auftauchen, lässt selbst die deutsche Dolby-Digital-Spur keinen Stein auf dem anderen

Das ist insbesondere deshalb schade, weil die 3D-Tonebene richtig abliefert. Schon während des Intros kommen Musik und anschwellende Soundeffekte mit aus den Höhen-Speakern. Die Kranarbeiten ab 3’08 sind dauerhaft realistisch mit auf die Heights gelegt, was atmosphärisch wunderbar passt. Ob man den aufbrausenden Motor von Rays Mustang kurz danach unbedingt von oben hören muss, sei mal dahingestellt. Umso korrekter sind dann die einsetzenden Winde ab 14’10 und wenn die statischen Entladungen nach 15 Minuten fetzen, hat man selten heftigere 3D-Sounds wahrgenommen. Allerdings ist das Ganze wirklich harmonisch ins Gesamtgeschehen eingebettet. Man hat also nicht zwingend greifbar heraushörbare Geräusche, sondern ein insgesamt eindringlicher immersives Erlebnis. Ein Erlebnis, das es bisweilen leider übertreibt. Denn dass man auch den aufreißenden Asphalt nach 21’20 zum 3D-Sound macht, ist wirklich quatsch – immerhin filmt die Kamera von oben auf das Geschehen. Viel passender natürlich die Sounds, die von den Tripoden ausgehen und ab 23’30 immer wieder den Raum füllen.

Und in der Form geht es weiter: Wasservögel und Lautsprecher-Gesänge 58’45 und dann wieder dieser schiffshornartige Signalton der Tripoden, der alles durchdringt 59’25. Vier Minuten später erhebt sich ein Invasor dann mit choralartigem Gesang aus dem Wasser und beim Kentern der Fähre schwappt das kühle Nass über die Heights zusammen. Direkt danach hört man dann den Hubschrauber und es bleibt für einige Zeit rundherum sehr räumlich. Besonders heftig gerät das kurze Vorbeifliegen der Militärjets, die die Luft förmlich zerschneiden. Auch das Maschinengewehr-Geratter und die Panzergeschossen werden rundherum abgelegt, was für ein immersives Kriegsszenario sorgt. Dass die Atmos-Spur auch zartere Geräusche beherrscht, wird beim kullernden Stein nach 80’46 deutlich, der sehr fein, aber dediziert zu hören ist.

  • Deutsch: Dolby Digital (90%)
  • Englisch: Dolby Atmos (80%) 2D-Betrachtung
  • Englisch: Dolby Atmos (85%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Englisch: Dolby Atmos (80%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Bonus (80%)

Das Bonusmaterial ist nach wie vor das altbekannte von der bisherigen Blu-ray, da exakt diese Disk dem Paket beiliegt. Die UHD bietet keine Extras. Die BD von Krieg der Welten kommt mit insgesamt neun Teilbereichen. Das Featurette „Ein neuer Blick“ konzentriert sich auf die Idee für das Remake und integriert ein paar On-Set-Bilder. „Steven Spielberg und der ursprüngliche Krieg der Welten“ zeigt ebenfalls Bilder vom Set und in „Die Familie“ sprechen Cruise und Spielberg über das in den Film integrierte Thema der Familie.

„H.G. Wells – Die Legende“ lässt die Nachfahren des SciFi-Autors zu Wort kommen und „Das Design des Feindes“ kümmert sich um die Visualisierung der „neuen“ Tripoden und Aliens. Hier hat man mit knapp einer Viertelstunde Laufzeit auch etwas mehr vom Inhalt. „Das Scoring“ beschäftigt sich dann mit der Filmmusik und den Toneffekten und die Previsualisierungen gehen darauf ein, wie wichtig entsprechende Storyboards im modernen Film sind. Kern-Feature sind allerdings die Produktionstagebücher, die als vierteiliges Making-of gelten dürfen und mit über 90 Minuten Spielzeit sehr detailliert auf die Produktion eingehen. Ein Audiokommentar – typisch Spielberg – fehlt.

Gesamtbewertung Krieg der Welten  (78%)

Krieg der Welten ist auch heute noch packendes SciFi-Action-Kino mit bombastischen Effekten und einer Menge Zerstörung. Die UHD liefert dazu das (immer noch schmuddelige und körnige), aber deutlich detailliertere und stabilere Bild mit mehr Schärfe und viel harmonischerer Kontrastierung. Der deutsche Ton bleibt (beim sehr guten) Dolby Digital, während die englische Atmos-Fassung zwar tolle 3D-Räumlichkeit bietet, aber im Tiefbass für potente Subwoofer gegenüber der alten dts-HD-Master-Fassung leider einiges vermissen lässt.

Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 02. Juli 2020 Review am: 07. Juli 2020
Erscheinungsjahr Film: 2005 Laufzeit: 117 Minuten
Filmstudio: Paramount FSK: ab 12 Jahre
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat:
2,39:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch Dolby Digital
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10
Dolby Vision
Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray

Krieg der Welten Trailer:

DualSense: Controller der PlayStation 5 zeigt sich in einem Hands-On

Die SonyPlayStation 5 wird natürlich einen neuen Controller mit sich bringen: den DualSense. In einem Hands-On wird das Eingabegerät etwas ausführlicher vorgestellt.

Gezeigt hatte Sony den DualSense bereits vor dem Design der Konsole selbst – nämlich schon im April 2020. Sony geht dabei einen anderen Weg als Microsoft. Letztere haben im Wesentlichen das Design des aktuellen Xbox-One-Controllers weiter verfeinert und sich dabei ein wenig von ihren hauseigenen Elite Controllern inspirieren lassen. Sony hingegen wagt für den DualSense einige Innovationen.

Ob sich das am Ende auszahlt, muss natürlich die Zeit zeigen. Beispielsweise ist das Touchpad des DualShock 4 von den Spielentwicklern weitgehend ignoriert worden und verkommt in den meisten Titeln schlichtweg zu einem übergroßen Button. Trotzdem hat Sony dieses Featue für den DualSense beibehalten. In einem Video durfte nun Geoff Keighley, der Schöpfer der The Game Awards, an den Contoller der PS5 Hand anlegen.

Parallel durfte Keighley dabei das Spiel „Astro’s Playroom“ vorführen, das auf jeder PlayStation 5 vorinstalliert sein wird. Unser Interesse an dem Titel hält sich arg in Grenzen, für manchen ist es eventuell aber ein netter Zeitvertreib. Der DualSense wird dabei im Übrigen verbessertes, haptisches Feedback bieten, was die aktuelle Rumble-Funktion in den Schatten stellen solle. Zudem gibt es adaptive Trigger und endlich auch einen Ladeanschluss für USB Typ-C.

Vorbestellungen der PlayStation 5: Wann geht es endlich los?

Der Controller macht im Video einen hochwertigen Eindruck, auch wenn wir keine Freunde des zweifarbigen Looks sind, der uns auch bei der PlayStation 5 eher an ein umgedrehtes Eiscreme-Sandwich erinnert. Die Frage bleibt, wann sowohl der Controller als auch die PS5 endlich vorbestellbar sein werden. Zwischendurch sickerten ja schon potenzielle Preise von 399 Euro für die Digital Edition bzw. 499 Euro für die Sony PlayStation 5 mit optischem Laufwerk durch.

Ein Senior-Vizepräsident von Sony Interactive Entertainment, Eric Lempel, erklärte darauf gegenüber Keigley nur vage, dass man die Gamer da auf dem Laufendem halten werde. Auch zur Frage, ob die Controller der PS5 vielleicht in attraktiveren Farbvarianten erscheinen könnten, schwieg der Sony-Manager. Man werde auch darüber später noch sprechen.

Top 10: Die zehn meistgesehenen Filme auf Netflix

4

Netflix hat eine Top 10 Liste mit den meistgesehenen Filmen auf Netflix herausgegeben. Die Zahlen geben die Zuschauer der Netflix Originale wieder, die vier Wochen ab der Veröffentlichung den Film angesehen haben.

Netflix hat zum ersten Mal eine Top-10-Liste mit den meistgesehenen Filmen herausgegeben. Normalerweise sind die Abrufzahlen der Netflix Serien und Filme ein gut gehütetes Geheimnis. Daher verwundert es allzu sehr, dass der Streamingservice auf einmal mit den Zahlen hausieren geht, unter anderem über die Webseite Bloomberg. Ganz weit oben auf der Liste steht der Action-Thriller „Tyler Rake: Extraction“ mit Chris Hemsworth in der Hauptrolle. Ganze 99 Millionen Accounts haben sich den Film „angesehen“. Das ist mehr als jeder Zweite (Netflix hat insgesamt 181 Millionen Abonnenten).

Knapp dahinter findet man den Horrorstreifen „Bird Box – Schließe deine Augen“ (89 Millionen) mit Sandra Bullock und „Spenser Confidential“ (85 Millionen) mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle. Auch auf dem 4. Platz geht es actionreich weiter mit „6 Underground“ (83 Millionen), der mit dem Gesicht und Witz von Ryan Reynolds aufwarten kann. Die meisten Filme sind aus den Genres Action, Drama oder Science Fiction, nur zwei Komödien „Murder Mystery“ (73 Millionen) und „The Wrong Missy“ (59 Millionen) schafften es in die Top 10 – naja und eine Liebeskomödie „The Perfect Date“ (48 Millionen) welche dann auch den letzten Platz belegt.

Es muss aber nicht immer ein bekanntes Gesicht sein, um einen Hit zu landen. Genau das bewies der spanische Science-Fiction-Thriller „Der Schacht“. 56.2 Millionen Abonnenten haben sich dieser nervenaufreibender Fahrstuhlfahrt hingegeben. Was die Bild- und Audioqualität betrifft, da hat sich Netflix so etwas wie einen „Standard“ erarbeitet. Bis auf „Der Schacht“ und „The Perfect Date“ werden alle Filme in 4K Auflösung mit HDR10/Dolby Vision gezeigt. Einige haben sogar Dolby Atmos 3D Sound, z.B. „6 Unterground“ oder „Tyler Rake: Extraction“, letzterer leider nur im englischen Originalton.

Übrigens zählt Netflix einen Abonnenten dann als Zuschauer, wenn er den Film gestartet hat. Anscheinend zählen auch Kunden, die sich die Titel nur ein paar Minuten angesehen haben. Netflix erklärt die Zählweise damit, dass es zu viele unterschiedliche Formate, Laufzeiten usw. gibt. Schon der Abspann könne sich um mehrere Minuten unterscheiden. Ob sich z.B. wirklich 64.2 Millionen den Scorsese-Film „The Irishman“ mit seinen 3 Stunden 29 Minuten komplett angesehen haben, wagen wir zu bezweifeln!

Welche der nachfolgenden Filme habt ihr gesehen bzw. welche große Netflix-Produktion vermiss ihr? Schreibt es uns doch einfach unterhalb dieses Beitrags in die Kommentare!

Top 10 Filme auf Netflix (Stand Juli 2020):

  1. Tyler Rake: Extraction (4K / Dolby Vision): 99 Millionen
  2. Bird Box – Schließe deine Augen (4K / Dolby Vision): 89 Millionen
  3. Spenser Confidential (4K / Dolby Vision): Millionen
  4. 6 Underground (4K / Dolby Vision): 83 Millionen
  5. Murder Mystery (4K / Dolby Vision): 73 Millionen
  6. The Irishman (4K / Dolby Vision): 64.2 Millionen
  7. Triple Frontier (4K / Dolby Vision): 63 Millionen
  8. The Wrong Missy (4K / Dolby Vision): 59 Millionen
  9. Der Schacht (2K HD): 56.2 Millionen
  10. The Perfect Date (2K HD): 48 Millionen

Top Gun auf 4K Blu-ray im Test: Fliegeraction in nie gesehener Qualität

2

Inhalt (60%)

Der folgende Text ist mit einem gewissen Augenzwinkern zu verstehen:
Kaum ein (Einzel)Film der 80er genießt heute einen ähnlichen Status unter Fans wie Top Gun. Tony Scott traf damals ganz offenbar den Nerv der Zeit und des Publikums, als er den aufstrebenden Star Tom Cruise in einem Actioner besetzte, der wohl der offensichtlichste Werbefilm für die US-Navy war, der seit dem Vietnam-Krieg gedreht wurde. Endlich durfte man Militär wieder cool finden. Denn das war es, was Scott (der Werbefilmer) inszenierte: Coole Action mit noch cooleren Einstellungen MITTEN aus den Cockpits der echten Maschinen. Mit Kameras, die auf den Tragflächen montiert waren und ballettartigen Szenen zwischen US- und russischen Jets. Das war’s wohl auch, was für ein fantastisches Einspiel von 360 Mio. Dollar (bei 15 Mio. Dollar Budget) sorgte. Denn am ausgeklügelten Drehbuch oder gar sympathischen Figuren kann’s nicht gelegen haben.

Halten wir fest: Maverick ist ein Arsch. Ein verantwortungsloser Macho-Arsch, der einer Dame auf die Toilette hinterher rennt, obwohl die gerade klar gemacht hatte, dass er bei ihr nicht landen würde. Und er ist nicht der einzige, sich selbst überschätzende Testosteron-Prolet in Top Gun. Nein, eigentlich wirken sie allesamt, als hätten sie gerade ihr Bärenfell abgelegt und wären aus irgendeiner Höhle gekrochen, damit sie nun den Nebenbuhler um die flotteste Dame (und den besten Flieger) mit der Keule vertreiben können.

Tom Cruise wie wir und alle Kinder der 80er lieben

Permanent Kaugummi kauend oder wahlweise mit freiem Oberkörper umherlaufend beeindruckte das Mitte der 80er wohl die versammelte Damenschaft – oder zumindest dachte man das, als man den Film produzierte. So richtig sexy macht die Jungs aber erst der überinflationäre Gebrauch von Blumenspritzen, mit denen man literweise Schweiß auf Stirn, Nacken und Brustbereich der Protagonisten versprühte. Gibt’s eigentlich einen Film, in dem mehr geschwitzt wird als in Top Gun? Oder soll der Schweiß auf den Gesichtern vielleicht nur von den Dialogen ablenken? Dialoge, die mit Sätzen wie „Sie haben die Tochter unseres Generals angebumst“ wirklich das Fürchten lernen und um Machosprüche bis zum Erbrechen ergänzt werden: „Ich warte immer noch auf eine Schnecke, die mich richtig scharf macht.“

Ja, das sind die 80er, zweifelsohne. Und das Drehbuch kennt nicht wirklich mehr als: „besser sein“, „noch besser sein“ oder „der Beste sein“. Vielleicht geht’s auch noch ein bisschen um „der Schnellste sein“ und um die „Abschussquote“ (in der Luft, aber vor allem bei den Mädels) und dazu gibt’s alberne Spitznamen wie Iceman, Wolfman oder Goose – im Ernst? Goose?? Welcher harte Kerl, der bei der Navy zum Top-Piloten avanciert, nennt sich mit stolzer Brust „Gans“? Und wenn man denkt, es kommt nicht mehr schlimmer, singen die harten Kerle auch noch eine Fremdschäm-Version von You’ve Lost that Loving Feelin‘ der Righteous Brothers. An Charlies Stelle hätte man eigentlich nur Reißaus nehmen sollen.

Im Actionkino der 80er gab’s eine Menge Szenen zum Fremdschämen

Eigentlich ist es zwingend notwendig, mit Top Gun Jugend-Erinnerungen zu teilen. Ihn objektiv und im Jahre 2020 erstmalig zu sehen, geht nicht ohne einen Hang zum Masochismus und der Freude an trashigen Drehbüchern. Teilt man diese Erinnerungen, kommen Bilder hoch, wie jenes, dass Take my Breath Away von Berlin monatelang in den Radios rauf- und runterdudelte, während man seine erste Schulfreundin knutschte. Man erinnert sich, wie man zu Danger Zone bei Jugendhaus-Partys die lange Mähne schüttelte und irgendwie wollte man(n) auch so cool und verschmitzt lächeln wie Tom Cruise. Da das nicht klappte, blieb nur der wiederholte Gang ins Kino und das späteren Leihen der VHS-Kassette. Um erneut einzutauchen in diesen schwer machohaften Filmtrip, dessen Stil damals bahnbrechend war und bis auf Weiteres das Testosteronkino der 80er und 90er beeinflusst hat.

Ein guter Film ist Top Gun wirklich nicht, bei aller Liebe zu den Erinnerungen an die Zeit der Vokuhilas und blondierten Mecki-Frisuren. Aber irgendwie kann man sich der Faszination der Luft- und Jetszenen auch nicht entziehen. Und wenn im Hintergrund Harold Faltermeyers ebenso aus der Zeit gefallene Synthie-Soundtrack dudelt, sitzt man doch irgendwie wieder in einem verrauchten Kleinstadtkino und träumt davon, genauso cool zu sein wie Maverick & Co.

Bildqualität (80%)

Top Gun wurde für sein 4K-Release komplett neu gescannt. Es handelt sich nicht mehr um den hochauflösenden Scan, den man seinerzeit für die 3D-Fassung erstellte. Vom Original-35mm-Negativ, das mit Panaflex-Kameras aufgenommen wurde, arbeitete man hier und ließ dem so aufbereiteten Material ein 4K DI angedeihen. Hinzu kommt ein erhöhter Kontrastumfang nach HDR10 und dynamischem Dolby Vision sowie ein im Rahmen von Rec.2020 erweiterter Farbraum. Der Blu-ray kam dieses Master ebenfalls zugute, was bei ihr bereits eine Verbesserung in allen Belangen liefert. Die bisherige BD war massiv überschärft, litt unter teils brutalem Absaufen von Details auf dunklen Bildbereichen und hatte viel zu kühle Farben. All das sieht schon über die neue Blu-ray um Welten besser aus.

Für die UHD kam im Gegensatz zu anderen Titeln grundsätzlich erst einmal kein automatisches DNR (Rauschfilter) zum Einsatz. Denn die Körnung wirkt filmisch und natürlich. Sie ist aber auch teils sehr deutlich. Das sollten Leute wissen, die Korn nicht mögen. Das neue Color Grading ist wesentlich wärmer, und viel weniger bläulich-kühl (2009er Blu-ray) oder grünlich (3D-BD). Es dominieren nun rötliche und sehr gesunde Farbtöne, die dem von Scott seinerzeit (wohl) intendiertem Look am nächsten kommen. Solche, die sich an die Kinovorführungen erinnern, werden noch die goldbraunen Farben im Kopf haben, die nun wieder hergestellt wurden. Neutral ist das nicht, so viel sollte klar sein. Aber Neutralität ist auch nicht das, was der Film wollte.

Die neue Blu-ray und die UHD zeichnen auf dunklen Bildanteilen viel besser durch

Schaut man sich die Körnung gegenüber der Blu-ray an, so ist die durchweg feiner und etwas weniger auffällig. Allerdings sind das fast schon die größten Unterschiede zwischen den beiden neuen Scheiben. Beim Kontrast geht’s noch eine Spur dynamischer zu, die Farben kommen etwas satter. In puncto Schärfe/Auflösung ist die BD bereits aber so gut, dass es durch die vorhandene Körnung oftmals schwierig, entscheidend mehr Details auszumachen. Man muss auf die Bildhintergründe achten und sieht dann klarere und feinere Details von Palmwedeln oder Haus-Konturen, die hinter den Figuren und Objekten stehen.

Tonqualität (80%)

Die bisherige Blu-ray hatte einen äußerst dünn und vielfach spitz klingenden 2.0-Sound in Dolby Digital. Die Kodierung bleibt zwar für die neue Blu-ray und die UHD dieselbe (Dolby Digital), aber nun mit einer komplett frischen Abmischung in 5.1. Erstmals liegt Top Gun für die Synchro damit in einer Surround-Abmischung vor, während die englische Fassung sogar mit True-HD-basiertem Dolby Atmos kommt. Für die deutsche DD-5.1-Version darf, wenn man sie nicht DIREKT mit der englischen Fassung vergleicht, gesagt werden, dass sie die Räumlichkeit durchaus gut ausnutzt. Im Bass brummelt sie zwar etwas undifferenzierter vor sich hin, aber die Filmmusik bekommt durchaus entsprechende Unterstützung. Die zahlreichen Jagdszenen in der Luft werden wirklich effektvoll und teils sehr dynamisch unterstützt und Stimmen haben nun mehr Volumen. Wenngleich das mit der englischen Fassung nicht gleichziehen kann, ist es ein deutlich hörbares Upgrade gegenüber der alten BD.

Die Düsengeräusche kommen in der neuen 5.1-Abmischung viel besser zur Geltung

Die englische Atmos-Fassung überzeugt auf der regulären Ebene mit wunderbar offener Räumlichkeit. Kein Vergleich mehr zur alten True-HD-Spur der bisherigen Blu-ray, die eher muffig klang. Das ist also nicht die gleiche Basis, die hier verwendet wurde, sondern ein neuer Mix. Er kommt in seiner Offenheit an die bisherige dts-HD-Master-Spur heran, klingt aber differenzierter und weniger aufgeregt. Dialoge stehen noch etwas besser im Zentrum und die Soundeffekte der Jets sind etwas weniger spitz. Mancher Dialog in Innenräumen ist dann aber doch ein bisschen dünn, beispielsweise ab 81’25. Auch rauscht es dort ein wenig. Nach wie vor nicht behoben ist die Asynchronität zu Beginn von Kapitel 14. Das war allerdings auch bei den beiden Tonspuren der alten Blu-ray so, da hier hörbar nachsynchronisiert wurde. Beim Wechsel der Szene ist die Stimme von Stinger wieder viel präsenter und klarer.

Pack schlägt sich, Pack verträgt sich

Nehmen wir die Höhen-Ebene hinzu, steigert sich der Score während des Intros bereits langsam hinzu und man hört dezente Düsengeräusche und Kopfhörer-Durchsagen. Auch die Düsengeräusche vor dem Start bei 3’53 kommen akustisch korrekt positioniert aus den Heights. Ähnliches gilt beständig für die Flugszenen der Düsenjets, die immer wieder sehr deutlich auch von oben hinzu kommen und authentische Pfeifgeräusche von sich geben. Die komplette Anfangssequenz ist immer wieder voll davon. Und nach neun Minuten kommen auch noch die Gespräche der Piloten hinzu.

Nach 56 Minuten, wenn’s erneut in die Cockpits geht, gibt es für über zehn Minuten während der erneuten Szenen in der Luft immer wieder das Rauschen, Pfeifen und entsprechende Geräusche der Jets von den Höhen-Speakern, was besonders aggressiv wird, wenn Goose‘ und Mavericks Flieger ins Trudeln gerät. Bisweilen ist das wirklich so dynamisch und laut von den Heights, dass man sich auf einem Flughafen wähnt. Das trifft dann spätestens im actiongeladenen Finale zu, wenn es erneut minutenlang Jet-Manöver mit entsprechender Akustik von allen Speakern gibt. Insgesamt ein gut abgemischter Atmos-Ton, der natürlich von den Flugszenen lebt und ansonsten keinerlei Extras an 3D-Sounds bietet.

  • Deutsch: Dolby Digital (80%)
  • Englisch: Dolby Atmos (90%) 2D-Betrachtung
  • Englisch: Dolby Atmos (70%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Englisch: Dolby Atmos (80%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Bonus (90%)

Top Gun kommt auf der UHD mit zwei neuen Extras, die neben den bisher bekannten auf die Blu-ray gepackt wurden. Auch die UHD enthält bereits diese Featurettes, nicht aber die altbekannten. Neu sind „Das Vermächtnis von Top Gun“ und „Auf sechs Uhr: Dreißig Jahre Top Gun“. In Ersterem tauchen Bruckheimer, Cruise oder auch der Regisseur des kommenden Top Gun Maverick, Joseph Kosinski, sowie die kommenden Darsteller des Sequels auf und erzählen von der Vision Tony Scotts und vom Einfluss, den der Film auf das 80er-Jahre-Kino hatte.

Neu ist auch das zweite Featurette, das in fünf Teile aufgegliedert ist: „Rückblick“ kümmert sich vor allem um Tom Cruise und seine Filmleidenschaft. Außerdem gibt’s Infos über Tony Scotts Art und Weise, Filme zu drehen. „Die besten Amerikas“ klärt über die Mitarbeit des US-Militärs auf und kümmert sich auch um das Casting. „In die Gefahrenzone“ hätte man besser nicht eingedeutscht, denn es geht um die Musik. Und wer übersetzt schon den Titel „Into the Danger Zone“ von Kenny Loggins? „An die Decke gehen“ bezieht sich hingegen auf die Arbeit und die Kommunikation mit den echten Fliegern auf dem Flugzeugträger. „Enge Ziele und die Zukunft“ kümmert sich dann erneut um den Einfluss, den der Film hatte und schildert dessen weltweiten Erfolg. Auch auf das kommende Sequel wird noch einmal eingegangen. Die restlichen Features sind dann jene, die man schon von der alten BD kennt.

Gesamtbewertung Top Gun  (73%)

Top Gun ist für Fans. Wer das bisher nicht war, wird’s wohl mit der neuen BD/UHD auch nicht werden. Dafür ist der Film aus heutiger Sicht einfach zu albern. Allerdings ist er gleichzeitig wegweisend in Optik, Stil und Musiknutzung gewesen und die Luft-Action ist immer noch famos. Da man das Ganze nun in bestmöglicher Bildqualität erleben kann und der Ton trotz „nur“ Dolby Digital erstmals in mit neuer und gelungener Abmischung kommt, lohnt sich das Upgrade auf jeden Fall. Der englische Atmos-Score reißt für einen Film der 80er erstaunlich viel und macht auf allen Ebenen Spaß.

Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 02. Juli 2020 Review am: 07. Juli 2020
Erscheinungsjahr Film: 1986 Laufzeit: 109 Minuten
Filmstudio: Paramount FSK: ab 12 Jahre
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat:
2,39:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch Dolby Digital
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10
Dolby Vision
Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray

Top Gun Trailer:

Kurios: Fernseher zu groß – Kinder müssen ihn auf dem Autodach festhalten

Da hat wohl jemand die „Kindersicherung“ im Auto falsch verstanden. Weil ein neu gekaufter Fernseher nicht in den Kofferraum passte, mussten ihn die Kinder auf dem Autodach festhalten.

Die Freude ist immer groß, wenn es an die Anschaffung eines neuen Fernsehers geht. Da vergisst man auch gerne einmal, dass der neue TV im Vergleich zum alten Modell ein paar Zoll mehr hat. Das „böse“ Erwachen kommt dann erst, wenn man versucht den Karton sicher im Auto zu verstauen. Denn im Gegensatz zu den Fernsehgeräten veränderte sich die Größe der Autos sowie deren Stauraum nur geringfügig. Genau mit diesem Problem sah sich ein Ehepaar aus dem niederrheinischen Xanten konfrontiert, als sie ihren neuen 4K Fernseher von Sharp nach Hause transportieren wollten. Der Fernseher passte einfach nicht in den Kofferraum und so mussten kurzerhand die Kinder auf der Rückbank ran.

Kindersicherung mal anders

Der Fernseher wurde auf das Autodach gelegt, die Autoscheiben runtergefahren und die beiden Kinder auf der Rücksitzbank hielten das Objekt der Begierde fest. Der Halter des Fahrzeuges gab gegenüber der Polizei an, dass für Kinder und TV kein Platz im Fahrzeug gewesen wäre. Löblich, dass sich der 41-jährige Fahrer für beides und nicht nur für den TV entschieden hat. Wäre ja sehr traurig, hätte er die Kinder kurzerhand „ausgesetzt“ um den Fernseher sicher nach Hause zu bringen, 😉

2 Punkte in Flensburg und 225€ Strafe

Kurzum, es gab auf dem Autodach weder eine Halterung, noch wurde die Fracht korrekt mit Sicherungsgurten oder im Innenraum gesichert. Aus dem TV-Schnäppchen wurde ganz schnell ein teurer Spaß. Es gab nämlich nicht nur zwei Punkte in Flensburg für Fahrer und Beifahrerin, sondern auch eine Strafe von 225 Euro. Gerecht wie wir finden. Wir wollen ja nicht so etwas lesen wie:“Passant von ungesicherten Fernseher erschlagen“. Beim Kauf des nächsten Fernsehers werden die Beteiligten sicherlich nicht mehr auf einen kostenpflichtigen Lieferservice bzw. ausreichende Transportmöglichkeiten verzichten.

Blackmagic URSA Mini Pro 12K: Die Videokamera der nächsten Generation

Der Hersteller Blackmagic Design hat seine Videokamera der nächsten Generation präsentiert: Die URSA Mini Pro 12K zeichnet Videos in bis zu 12K auf.

Blackmagic Designs neue URSA Mini Pro 12K arbeitet mit einem Super-35-Bildsensor und zeichnet Videos mit bis zu 12.288 x 6.480 Pixeln auf. Der Sensor ermöglicht einen Dynamikumfang von 14 Blendenstufen und High-Framerate-Drehs bei bis zu 60 Bildern pro Sekunde in 12K mit 80 Megapixeln pro Frame. Allerdings hat sich der Preis für diese Technik gewaschen: Die 12K-Kamera kostet 10.735,00 Euro bzw. mit MwSt. dann letzten Endes in Deutschland 12.452,60 Euro.

Die 12K-Auflösung hat für Filmschaffende den Vorteil, dass das Ausgangsmaterial in besonders hoher Qualität vorliegt und so zurechtgeschnitten werden kann. Auch Zooms sind nachträglich möglich, ohne bei einem anvisierten 4K- oder gar 8K-Video viel an Qualität einzubüßen. In 12K kann man mit 60 fps, in 8K mit 110 fps und in 4K-Super-16 mit bis zu 220 fps filmen. Ausgestattet ist die URSA Mini Pro 12K außerdem mit einem austauschbaren PL-Mount, eingebauten ND-Filtern, dualen Rekordern für CFast- und UHS-II-SD-Karten, einem SuperSpeed USB-C-Erweiterungsport und mehr.

Blackmagic-URSA-Mini-Pro-12K
Die Blackmagic URSA Mini Pro 12K wechselt zu einem stolzen Preis den Besitzer

Die native Empfindlichkeit der Kamera liegt bei 800 ISO. Der 12K-Sensor verfügt über gleich viele rote, grüne und blaue Pixel. Als Format zur Aufzeichnung dient Blackmagic RAW, welches laut Hersteller auf 12-bit-RAW-Workflows ausgelegt sei. Die Optionen Q0 und Q5 sorgen bei Aufnahmen für konstante Qualität und die neuen Stufen Q1 und Q3 fixieren das Qualitätsniveau. Dies ermöglicht im Endeffekt eine Anpassung der Kompression an die vorhandene Zeichnung der jeweiligen Szene. Die Kompressionsoptionen mit konstanter Bitrate in 5:1, 8:1, 12:1 und jetzt auch in 18:1 liefern Aufnahmen mit kalkulierbaren, konstanten Dateigrößen. Man kann RAW gleichzeitig auf zwei Speicherkarten aufnehmen und 12K- oder 8K-Material bei hohen Frameraten auf CFast- oder UHS-II-Karten erfassen.

Blackmagic URSA Mini Pro 12K wird bereits in Deutschland gelistet

Zur Verfügung stehen duale Rekorder für CFast- und UHS-II-SD-Karten sowie ein SuperSpeed-USB-C-Erweiterungsport zum direkten Aufzeichnen auf schnelle SATA- und NVMe-Laufwerke. Bei aktivierter Funktion „Record RAW on 2 Cards“ kann man eben auf der URSA Mini Pro 12K mit 900 MB/s auf zwei CFast-Karten oder bei 500 MB/s auf zwei UHS-II-SD-Karten gleichzeitig aufzeichnen. Als dritte Option gibt es noch an der Rückseite einen SuperSpeed USB-C-Erweiterungsport zum Aufzeichnen auf USB-C-Flashspeicher mit bis zu 900 MB/s. Das neue 12K-Modell mit einem USB-C-3.1-Port der Generation 2 schafft 10 Gbit/s.

Blackmagic-URSA-Mini-Pro-12K-Side-Angle-PL-Mount
Die Blackmagic URSA Mini Pro 12K ist bereits verfügbar

Dank Wechselmount wechselt man bei der URSA Mini Pro 12K zwischen Objektiven mit PL-, EF- und F-Mount. Käufer erhalten auch direkt eine Vollversion von DaVinci Resolve Studio. Unten sind noch zusammengefasst die wichtigsten Funktionsmerkmale der Kamera.

Funktionsmerkmale der Blackmagic URSA Mini Pro 12K

  • 12288 x 6480 12K-Super-35-Sensor
  • Für den Einsatz für Spielfilme, VFX und High-End-Werbespots
  • Dynamikumfang von 14 Blendenstufen und native ISO-Empfindlichkeit von 800
  • Neuer Blackmagic-RAW-Codec für den Echtzeit-Schnitt in 12K
  • Optimierung von Blackmagic RAW für Metal, CUDA und OpenCL
  • Generation 5 Color Science mit neuer Film-Kurve
  • Für Drehs mit 60 fps in 12K, 110 fps in 8K und 220 fps in 4K
  • Aufzeichnung auf duale CFast-Karten mit bis zu 900 MB/s
  • Inbegriffener PL-Mount; EF- und F-Mounts optional erhältlich
  • SuperSpeed USB-C für Aufzeichnungen auf externe Laufwerke
  • Inklusive DaVinci Resolve Studio für die Postproduktion
  • Mit dem neuen Blackmagic URSA Mini Recorder kompatibel

Samsungs MicroLED-TV verschiebt sich erneut – Marktstart erst 2021?

Samsung Electronics wird wahrscheinlich den kommerziellen Start seiner neuen MicroLED-Fernseher auf 2021 verschieben müssen. Ursprünglich wurde angekündigt, dass die Geräte noch in der zweiten Jahreshälfte 2020 in den Handel kommen.

Wie die südkoreanische Tech-News-Website The Elec berichtet, hat Samsung Display, die die Komponenten für die neuen MicroLED-Fernseher noch nicht einmal mit der Produktion der Komponenten begonnen. Eigentlich sollten Produktionsanlagen und Herstellung bereits zur ersten Jahreshälfte bereit sein. Das Netzwerk beruft sich auf Informationen von Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Sollte das der Wahrheit entsprechen, dann werden wird sich der Verkaufsstart der MicroLED-TVs für den „Massenmarkt“ wohl auf 2021 oder später verschieben.

Was war nochmal MicroLED?

MicroLED ist eine neue Displaytechnologie bei der Millionen von mikroskopisch kleiner LEDs (rote, grüne und blaue Subpixel) zum Einsatz kommen. Diese emittieren genau wie OLED ihr eigenes Licht, sollen im Vergleich zum organischen Pendant und herkömmlichen LCDs jedoch eine überlegene Farb- und Helligkeitsdarstellung besitzen. Zudem scheint die Lebensdauer „unendlich“ zu sein. Diese wird mit rund 100.00 Betriebsstunden angegeben.

Ein weiteres einzigartiges Merkmal von MicroLED ist, dass es modular aufgebaut ist und somit Displays in nahezu jeder Form und Größe gebaut werden können. Die Technologie kann auch jede Auflösung unterstützen, egal ob 2K, 4K, 8K oder 12K, da die Pixeldichte unabhängig von der Größe des Bildschirms beibehalten werden kann. Es kann auch auf jedes Seitenverhältnis eingestellt werden (1:1, 4:3, 16:9, 21:9 usw.).

Prestige-Modell „The Wall“ bereits erhältlich

Samsung hat bereits ein MicroLED-Produkt auf den Markt gebracht, ein riesiges 146-Zoll-Display mit dem Namen „The Wall“, das nach den genauen Vorstellungen des Kunden aufgebaut werden kann. Dieses Modell ist preislich jedoch weit von dem entfernt, was der Ottonormalverbraucher bereit wäre auf die Ladentheke zu legen. Sozusagen ein Spielzeug für die 1%.

Samsung Micro LED TV 292 Zoll (Inch) CES 2020
Die Einsatzmöglichkeiten von MicroLED scheinen grenzenlos. Hier ein 292 Zoll 8K TV ausgestellt auf der CES 2020

Laut The Elec ist die größte Herausforderung für Samsung bei der Massenproduktion von MicroLED-Displays der Übertragungsprozess. Mikrometergroße LED-Module müssen von einem temporären Substrat auf eine flexible Leiterplatte übertragen werden, und dieser Prozess hat sich als problematisch erwiesen.

Hohe Ausfallraten bei der Produktion

Das resultiert wiederum in extrem hohen Ausfallraten bei der Produktion, was eine Massenproduktion und eine rentable Vermarktung unmöglich macht. Samsung habe versucht defekte Substrate mit speziellen Reperaturmaschinen wieder fit zu machen, dieser Versuch schlug jedoch fehl. Die ganze Geschichte erinnert uns etwas an die Anfänge der OLED-Produktion. LG Display hatte über Jahr mit hohen Ausfällen bei der OLED-Produktion zu kämpfen und musste über Monate und Jahre herbe Verluste hinnehmen. Niedrige Produktionserträge bedeuten zwangsläufig höhere Produktionskosten, was sich in einem sehr teuren Endprodukt niederschlägt. Infolgedessen kosten die MicroLED-Displays von Samsung derzeit zwischen 10.000 und 100.000 US-Dollar, je nach Größe.

Micro-LED-TV 75 Zoll (Inch) Samsung CES 2019
2019 stellte Samsung eine 75 Zoll Variante seines Micro-LED-TV vor. Wohl die einzige Größe die noch erschwinglich wäre

Während Samsung beabsichtigt, MicroLED als überlegene Anzeigetechnologie gegenüber seinen QLED-Fernsehgeräten zu vermarkten, muss das Unternehmen die Preise für die neue Displaytechnologie noch deutlich senken, um sie wirtschaftlich rentabel zu machen, so The Elec.

MicroLED-TVs müssen unter 6.000 Euro kosten

Dies wird durch Untersuchungen von TrendForce gestützt, in denen kürzlich in einem Bericht festgestellt wurde, dass MicroLED-Panels einen Preis unter 6.000 US-Dollar haben müssen, um wettbewerbsfähig zu sein. Dazu muss Samsung seine Produktion stabilisieren und eine fehlerfreie Ausbeute von 99% erzielen. Vielleicht ist es Samsung zu diesem Zeitpunkt auch zu gefährlich, zu viel Geld und Kompetenzen in dieses Nischensegment zu stecken. Man hat ja immer noch die Absicht 2021 erste QD-OLED Displays für das High-End-Segment zu produzieren. Die Quantum-Dot-OLEDs sollen endlich ein brauchbares Gegenstück zu LGs OLED Fernseher liefern.

Samsung zeigte auf der Consumer Electronics Show 2020 in Las Vegas im Januar sechs neue MicroLED-Displays, darunter vier Consumer-Modelle mit einer Größe zwischen 75 und 110 Zoll sowie zwei kommerzielle Displays mit einer Größe von 150 und 292 Zoll. Zu diesem Zeitpunkt sagte Han Jong-hee, Business President von Visual Display bei Samsung, dass die Modelle in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen sollen.

Steuersenkung Hurra: HD & UHD-Filme auf Prime Video für nur 97 Cent leihen!

1

Da soll noch einer sagen die Steuersenkung macht sich nicht bemerkbar. In den Prime Deals gibt es 30 ausgewählte Filme in HD und UHD Qualität auf Prime Video für je nur 97 Cent zur Leihe! 

Hier geht es zur Aktion!

Wer es noch nicht gemerkt haben sollte, im ersten Absatz war eine kleine Prise Sarkasmus versteckt. Normalerweise werden die Angebote für Prime Mitglieder (meist jeden zweiten Freitag) für 99 Cent ausgerufen, jetzt sind es eben nur 97 Cent. Die 2 Cent Ersparnis werden aber bei sicherlich keinem Nutzer den Grund zur Kaufentscheidung ausmachen. Da kommt es eher darauf an, was überhaupt angeboten wird. Wir haben definitiv ein paar Schätze entdeckt und können euch unter anderem „Knives Out – Mord ist Familiensache“, „Bloodshot“, „Ad Astra – Zu den Sternen“, „Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers“, „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“ und „Ready Or Not“ empfehlen.

Von den 30 Titeln ist leider nur einer in 4K UHD Auflösung und zwar Bloodshot. Hierfür müsst ihr jedoch auch die UHD-Auswahl nutzen, diese findet ihr HIER! Den Rest gibt es in HD-Qualität. Apropos „Der Rest“, die Aktion lädt auch immer dazu ein, etwas über den Hollywood-Tellerrand zu schauen. Es gibt sicherlich einige Titel, für die man nicht mal 5 Euro bezahlt hätte, aber für 97 Cent, sind sie vielleicht doch einen Blick wert – was hat man zu verlieren. Da wäre z.B. ein „Come to Daddy“ mit Elijah Wood in der Hauptrolle, „The Nightingale – Schrei nach Rache“ oder „Ulysses – A Dark Odyssey“. Familienverträgliches Heimkino gibt es hingegen mit „Bruno bei den Wölfen“ und dem Animationsfilm „Rotschühchen und die sieben Zwerge“.

Die Aktion ist bis Sonntag (19.07.2020) gültig, die Wiedergabe der ausgeliehenen Filme müsst ihr jedoch nicht gleich starten. Ihr habt 30 Tage Zeit, euch die ausgewählten Titel anzusehen. Sobald ein Film erstmals gestartet wurde, kann man sich diesen innerhalb 48 Stunden so oft ansehen wie man möchte.