Bisher sind Amazon Prime Video und Netflix die unangefochtenen Platzhirsche im Streaming-Sektor. Allerdings drängen viele weitere Anbieter auf den Markt und Inhalte werden in Zukunft deutlich versprengter zur Verfügung stehen. Doch Neuankömmlinge wie Apple TV+ und Disney+ haben auch viele Hürden zu bewältigen.
Neben Apple und Disney planen etwa auch Warner mit HBO Max und Comcast / NBC Universal mit Peacock eigene Streaming-Plattformen. Das Ergebnis ist, dass die Studios natürlich langfristig ihren Content von anderen Plattformen wie eben Amazon Prime und Netflix abziehen und stattdessen exklusiv über die eigenen Dienste offerieren wollen. Trotzdem bewahren sich die etablierten Player einige Vorteile.
So ist etwa die Zugriffsmöglichkeit direkt über Smart TVs nicht zu unterschätzen. Heute gibt es kaum einen Fernseher, selbst im Einstiegssegment, der nicht direkt mit einer App für Amazon Prime Video und / oder Netflix ausgeliefert wird. Genau da müssen Apple TV+ und Disney+ sich beispielsweise erst beweisen. Zumal aktuell beispielsweise offen ist, ob Disney+ wirklich einen Platz auf den verbreiteten Amazon Fire TV erhalten wird.

Apple TV+ hat da vielleicht das geringere Problem, da Apple für den Dienst verhältnismäßig wenige Dienste vorsieht und in erster Linie Bestandskunden einen Mehrwert anbieten möchte. Deswegen erhalten die Käufer neuer Apple-Produkte Apple TV+ dann auch für ein Jahr kostenlos. Die Analysten von IHS Markit nehmen dennoch an, dass es für die neuen Streaming-Anbieter nicht ganz so einfach wird, wie mancher sich das vorstellt.
Disney+ profitiert von der Erreichbarkeit über Android-Geräte
Laut den Marktforschern werde Disney+ etwa in den USA potenziell ca. 92 % der Bevölkerungshaushalte erreichen – vor allem aber, weil der Dienst auch über mobile Endgeräte mit Android erreichbar sein wird. Apple wird wiederum nur auf 57 % der Haushalte kommen. Zum Vergleich: Netflix erreicht in den USA 95 % der Haushalte. Speziell für Disney+ wird es entscheidend sein, Partnerschaften mit Smart-TV-Herstellern anzubahnen und die App direkt auf möglichst viele Fernseher zu hieven.
Man darf gespannt sein, wie Apple da im Vergleich vorgehen wird. Schließlich bewahrt sich Apple gerne eine gewisse Exklusivität, auch wenn man das bereits durch Partnerschaften mit etwa Samsung etwas aufgeweicht hat.












