Es gibt mehrere Hinweise nachdem Apple aus dem iTunes Store gekaufte Filme einfach löscht. Bestehende Titel werden zum Teil von 4K-Qualität auf HD runtergestuft. Was läuft da gerade bei Apple?
Update 17-09-2018: Apple hat ein Statement gegenüber CNET.com abgegeben und konnte den „Fall der verschwundenen iTunes Filme“ bereits lösen! Hier gibt es alle Infos!
Originalbeitrag: Leute die sich ihre Filme auf physischen Datenträgern (z.B. 4K Bluray) kaufen, dürften sich bestätigt fühlen die richtige Wahl getroffen zu haben. Die jüngsten Ereignisse bei iTunes zeigen, dass das Streaming neben Vorteilen auch Nachteile haben kann. Angefangen hat alles mit einer Kundenanfrage eines kanadischen Nutzers. Er wunderte sich, dass bestimmte im iTunes gekaufte Filme nicht mehr in seiner Mediathek auftauchen. Die Anfrage wurde auch prompt von Apple beantwortet, für den Kunden aber leider nicht zufriedenstellend. Im Fall von Anders G da Silva wurden die betroffenen Filme vom Contentlieferanten einfach aus der iTunes Plattform entfernt. Apple kann hier nichts machen und bot zur „Wiedergutmachung“ einen Titel bis zu 5.99 Dollar kostenlos iTunes-Store zur Leihe an.
iTunes ist nur eine „Ladenzeile“
Verständlicherweise hakte Anders noch ein paar male nach, wurde auch schnell vom Apple Support mit Emails versorgt – sowie mit zusätzlichen Leih-Codes. Der Verlauf wurde währenddessen fleißig mit der Twitter-Gemeinschaft geteilt. Am Ende räumt Apple ein, dass iTunes nur so etwas wie eine „Ladenzeile“ sei, in der Unternehmen ihre Produkte platzieren. Wird ein Film, Serie oder Musikstück aus dem „Laden“ entfernt, verschwindet dieser auch aus den Mediatheken der Käufer. Bestellt man sich im echten Leben eine Blu-ray und der Hersteller entschließt sich die Produktion einzustellen, verschwindet diese natürlich nicht wie durch Zauberhand aus dem Film-Regal des Verbrauchers. Da wünscht man sich doch, dass physische Trägermedien für Videos und Musik uns noch viele Jahre erhalten bleiben.
Me: Hey Apple, three movies I bought disappeared from my iTunes library.
Apple: Oh yes, those are not available anymore. Thank you for buying them. Here are two movie rentals on us!
Me: Wait… WHAT?? @tim_cook when did this become acceptable? pic.twitter.com/dHJ0wMSQH9— Anders G da Silva (@drandersgs) September 10, 2018
Apple löscht Film und behält das Geld
Stellen wir uns vor, unsere gekaufte Blu-ray weißt einen Defekt auf, der nachweislich nicht von uns sondern vom Hersteller stammt. Wir fragen beim Unternehmen an und fordern Ersatz. Da der Film nicht mehr produziert wird, bietet uns der Hersteller die Erstattung des Kaufpreises an. Klingt fair? Wäre es auch. Apple tickt da anscheinend etwas anders. Die Kurzform klingt in etwas so: „Vielen Dank, dass sie einen Film über iTunes gekauft haben. Dieser steht nicht mehr zur Verfügung, aber wir bewahren ihr Geld gerne weiter für sie auf. Hier haben sie 2-3 Codes, damit sie sich ausgewählte Titel 48 Stunden lang so oft ansehen können wie sie wollen. Danach werden wir ihnen diese wieder wegnehmen.“
Dreist. Apple legt eigentlich großen Wert darauf, dass seine Kunden glücklich mit ihren Produkten sind. Geht es aber darum etwas Geld von ihrem unglaublichen Vermögen von über 1 Billionen Dollar (Eine Billionen sieht übrigens so aus 1.000.000.000.000) an den Kunden zurückzugeben, stellt sich Apple quer. Man hätte dem Kunden zumindest Kauf-Filme über iTunes anbieten können.

4K Filme sind auf einmal nur noch HD
Parallel zu diesen Vorkommnissen scheint es noch weitere Ungereimtheiten im iTunes-Store zu geben. Filme die mit 4K und HDR (Dolby Vision) gekennzeichnet waren, sind mittlerweile nur noch in HD-Qualität verfügbar. Gekaufte Inhalte können auch nicht mehr in UHD-Qualität wiedergegeben werden. Dabei scheint es sich aber nicht um ein Problem mit der Kennzeichnung, sondern um ein rechtliches zu handeln. Womöglich haben die Anbieter der Filme einfach ihre 4K-Versionen aus der iTunes-Plattform zurückgezogen. Wir sind gespannt, ob Apple zumindest hier nachbessern wird, oder ob Käufer mit der Degradierung ihrer gekauften Inhalte leben müssen.
Wir möchten Streaming jetzt nicht komplett schlecht machen. Es handelt sich hierbei auch um einzelne Fälle und kein Massenphänomen. Ist man aber selbst davon betroffen würde man sich aber auch fragen, was sich die Unternehmen eigentlich dabei denken?
Es könnte noch schlimmer werden
Streaming ist einfach, es ist günstig, es ist meist durchgehend verfügbar und es bietet eine breite Auswahl an Inhalten die für längere oder kurzweilige Unterhaltung sorgen. Während wir die technische Verfügbarkeit der Streaming-Plattform als stabil einschätzen, sehen wir bei den Inhalten bereits graue Wolken am Content-Himmel aufziehen. Es wird sicherlich immer wieder passieren, dass Videoanbieter ihre Titel aus diversen Plattformen entfernen lassen. Das Ausmaß der betroffenen Verbraucher wird sich im Rahmen halten. Aber was ist, wenn ein Medien-Unternehmen wie Disney seine Inhalte von allen Plattformen zurückzieht?
Genau dieses Szenario droht nämlich in 2019, wenn der Mega-Konzern seinen eigenen Streaming-Service starten möchte. Bedeutet somit kein Star Wars, Disney Klassiker, Animationsfilme oder Serien wie Bones auf Netflix, Prime Video, iTunes und co.. Wir sind echt gespannt, was in den nächsten Monaten und Jahren auf Streaming-Fans zukommt.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit euren iTunes Filmen gemacht? Seid ihr euch sicher, dass alle gekauften Titel sich auch wirklich noch in eurer Mediathek befinden? Teilt gerne eure Erfahrungen unterhalb dieses Beitrages in der Kommentarfunktion.









