Sky Deutschland hat bekannt gegeben, was Interessierte im Mai 2020 über das monatlich abonnierbare Sky Ticket abrufen können. Unter anderem ist auch die Horror-Komödie „Es: Kapitel 2“ mit dabei.
Auch einige Dokumentationen nimmt Sky Deutschland für das Sky Ticket mit ins Programm. Für Kinder und Freunde von Animationsfilmen gibt zudem noch „Angry Birds 2 – Der Film“ seinen Einstand. Wer lieber eine Serie schauen möchte, darf sich unter anderem auf „Life in Pieces“ mit der vierten Staffel freuen.
Wir können dabei auch „Big Little Lies“ empfehlen, da enthält das Sky Ticket sowohl die erste als auch die zweite Staffel der HBO-Erfolgsserie. Es gibt da also eine ganze Bandbreite neuer Inhalte. Das Sky Ticket ist dabei monatlich abonnier- und kündbar und kostet je nach gewählter Option 9,99 bzw. 14,99 Euro im Monat. Der erste Monat ist als Schnupperangebot sogar günstiger zu haben – für 4,99 bzw. 7,49 Euro.
Neue Serien & Dokumentationen beim Sky Ticket im Mai 2020:
9-1-1, S3, Part 2, (ab 6.5). – Sky One
Big Little Lies, S 1 & 2 (ab sofort)
Rick & Morty, S 4 b (ab 4.5.) – TNT Comedy
Total Bellas, S 5 (ab 4.5.) – E! Entertainment
The Shivering Truth, S 1 (ab 7.5.) – TNT Comedy HD
Coroner – Fachgebiet Mord, S 2 (ab 7.5.) – 13th Street HD
Samsung macht mit HDMI 2.1 sein 4K QLED TV-Lineup 2020 zukunftssicher und unterstützt 4K Signale mit 120fps bei vollen 10bit und 4:4:4 Chroma. Die 4K QLEDs (ab Q70T aufwärts) sind somit bestens gerüstet für die Playstation 5 und Xbox Series X.
Erfreuliche Nachrichten aus dem Samsung-Lager. Wie uns der koreanische TV-Hersteller bestätigt hat, bekommen nicht nur die neuen 8K Fernseher Q800T und Q950TS wichtige HDMI 2.1-Funktionalitäten, auch das diesjährige 4K QLED Lineup unterstützt wichtige Features der neuen Schnittstelle. Lange wurde darüber spekuliert, ob die Q60T, Q70T, Q80T, Q90T und Q95T Modelle über eine HDMI 2.1 Schnittstelle verfügen. Die offizielle Antwort darauf ist weiterhin: „Nein“. Inoffiziell sind die neuen 4K-Boliden (ab der Q70T Serie aufwärts) mit allen wichtigen HDMI 2.1 Gimmicks ausgestattet.
Dieser HDMI-Eingang eines Samsung Q80T unterstützt 4K/120fps mit HDR, ALLM und VRR || Bild: Youtube – hdtvtest
4K/120fps mit HDR, ALLM & VRR
Der HDMI-Eingang, der mit einem Gamecontroller-Symbol markiert ist (in der Regel HDMI 4) ist in der Lage 4K/120fps Signale mit vollen 10bit und 4:4:4 Farbunterabtastung zu verarbeiten und entsprechend auf dem Display wiederzugeben. Zudem werden ALLM (Auto Low Latency Mode) und VRR (Variable Refresh Rate) bei diesen Modellen zum Einsatz kommen. Bedeutet, die 4K QLED Fernseher schalten sich und alle in der Wiedergabekette befindlichen Geräte automatisch in den Low Latency Mode, sollte z.B. unterstützte Hardware wie die Xbox One X, PlayStation 5 oder Xbox Series X angeschlossen werden. VRR stellt sicher, dass sich die Bildwiederholungsrate des Displays mit dem eingehenden Videosignal synchronisiert um Schlieren und Tearing (Zerreißen des Bildes) zu eliminieren.
Die komplette Samsung QLED TV 2020 Übersicht
„HDMI 2.1“ für Samsungs Lifestyle-TVs
Laut unserem Wissensstand profitieren alle 4K QLED Modelle aus 2020 ab der Q70T Serie aufwärts von den oben genannten Features. Auch die Lifestyle-TVs „The Frame 2020“ (außer 50 und 43 Zoll) sowie das 55 Zoll Modell von „The Serif 2020“ können 4K/120fps Inhalte mit 10bit (HDR) und 4:4:4 Chroma darstellen. Gelegentliches Zocken auf den schicken TV-Modellen ist somit kein Problem.
Samsung 4K QLED TVs bereits verfügbar
Der Verkauf des neuen 4K QLED-Lineups begann bereits Ende März 2020. Fast alle Modellreihen können bereits über den Fachhandeln bezogen werden. Es ist jedoch möglich, dass bei einigen Modellen (z.B. Q95T) vorerst nur die beliebten Zollgrößen (65″) geordert werden können. Die günstigen Q70T Modelle mit HDMI 2.1 Features konnten wir bereits auf Amazon.de ausfindig machen. Etwas breiter ist dagegen Mediamarkt.de aufgestellt. Über nachfolgende Links könnt ihr euch einen Überblick verschaffen:
Das Design der neuen Xbox Series X Konsole ist sicherlich Geschmackssache. Jedoch könnten Special Editions, dank des veränderten Formfaktors, so richtig gut zur Geltung kommen.
Der Wechsel von einem „flachen“ Konsolendesign hin zu einem „Turm“ ist von Microsoft nicht zufällig gewählt. Der neue Aufbau inkl. eines zweigeteilten Motherboards im inneren der Xbox Series X ermöglicht es dem Kühlsystem für ausreichend Abwärme zu sorgen. Gamer machen sich dagegen Sorgen, dass die Konsole mit den Maßen 301 x 151 x 151 mm im Gaming-Setup etwas zu wuchtig daherkommen könnte. Twitter-Nutzers @XboxPope nutzt die großen Flächen der Xbox Series X und gestaltete unzählige Special-Editions, die in unseren Augen gerne direkt so von Microsoft übernommen werden könnten. Dabei beschränkt sich der Künstler nicht nur auf Microsoft-Marken, sondern verarbeitet auch kommende Top-Titel von Drittentwicklern.
Die Konsolendesigns für „Sunset Overdrive 2“, „Halo Infinite“ und „Gear of War“ gefallen uns schon sehr gut. Die externen Marken wie „Resident Evil 3“ von Capcom, „Diablo 4“ von Blizzard oder „Doom Eternal“ von Bethesda dürften vor allem bei Hardcore-Gamern gut ankommen. Dem Photoshop-Künstler macht seine Arbeit so viel Spaß, dass er auch gleich für verfügbare Konsolen, wie die Xbox Series X, neue Designs entwirft (Diablo 4). Jedoch kommen die Special Editions durch den veränderten Formfaktor der Xbox Series X doch etwas besser zur Geltung – finden wir.
Selbst Microsoft ist bereits auf den Künstler aufmerksam geworden und hat ihn einen Xbox Live Controller designen lassen. Vielleicht lässt sich der Entertainment-Gigant aus Redmond ja von den unzähligen Entwürfen inspirieren und präsentiert uns bald erste limitierte Editionen – vielleicht schon zum Start im Herbst 2020?
Disney+ will mit seinen Inhalten vor allem Familien überzeugen. Das führt leider auch dazu, dass der Streaming-Anbieter teilweise bei Filmen und Serien nachträglich die Schere ansetzt.
Aktuell sorgt da insbesondere der eigentlich harmlose Film „Splash – Eine Jungfrau am Haken“ für Wirbel. Die Komödie aus dem Jahr 1984 ist in Deutschland ab 6 Jahren freigegeben. Sie enthält allerdings eine kurze Szene, in welcher der nackte Po der Schauspielerin Daryl Hannah zu sehen ist. Für Kinder sicherlich nichts Traumatisches, für Erwachsene im Kontext des Films ein netter Moment, nichts Sexualisiertes.
Dennoch half Disney nun bei der kurzen Aufnahme digital nach und verlängerte die Haare von Daryl Hannah, sodass sie jetzt ihre Kehrseite abdecken, während Tom Hanks ihr nachblickt. Der Effekt sieht ziemlich schräg und eher albern aus und zieht die Szene sogar ein wenig ins Lächerliche. Zwar mag mancher diesen Eingriff noch als Kleinigkeit abtun, exemplarisch wird hier aber ein Problem deutlich: Streaming-Anbieter haben absolute Kontrolle über ihre Inhalte und können sie ganz nach Belieben nach eigenem Gutdünken jederzeit verändern.
Disney+ didn’t want butts on their platform so they edited Splash with digital fur technology pic.twitter.com/df8XE0G9om
— Allison Pregler – Host of an Online Film Forum 📼 (@AllisonPregler) April 13, 2020
Was könnte also passieren, wenn Disney vielleicht in zehn Jahren als bedenklich einstuft, dass ein alternder Tony Stark den jungen Schüler Peter Parker unter seine Fittiche nimmt? Schneidet man dann alle Szenen aus „Avengers: Endgame“ heraus, die sich darum drehen? Nun klingt dieses Beispiel albern, es soll aber verdeutlichen, dass retroaktive Veränderungen an Kunstwerken, dazu gehören auch Filme, grundsätzlich bedenklich sind. Das gilt doppelt, wenn die Originalversion nicht mehr frei zugänglich gemach werden sollte.
Streaming-Anbieter kontrollieren, was ihre Abonnenten sehen
So hat Disney etwa auch Schimpfwörter aus „Free Solo“ sowie „Die Nacht der verrückten Abenteuer“ entfernt, weil sie nicht in Disneys eigenes Bild von familienfreundlichen Inhalten passen. Doch wäre es dann nicht vielleicht grundsätzlich besser die Inhalte ungeschnitten auf anderen Plattformen zugänglich zu machen, statt sie auf Krampf für das eigene Weltbild anzupassen? Denn damit spricht man nicht nur dem Zuschauer die Option ab, ein Werk originalgetreu zu genießen, man schlägt in gewisser Weise auch den kreativen Köpfen ins Gesicht.
Wer eine DVD, Blu-ray oder UHD Blu-ray besitzt, kann auch Pech haben und eine Version erwischen, die vom Studio beschnitten oder verändert wurde. Der Vorteil ist aber zumindest, dass nicht mehr nach dem Kauf herumgedoktert werden kann. Bei Streaming-Anbietern wie Disney+ ist das jederzeit möglich. Diese retroaktiven Veränderungen sind durchaus bedenklich, denn vielleicht sieht sich etwa ein jüngerer Zuschauer nun „Splash – Eine Jungfrau am Haken an“ lacht über den schlechten digitalen Effekt, und ahnt nicht, dass der Moment nie so gedacht gewesen ist.
Roland Emmerich mag es groß und opulent. Er mag es, wenn Dinge kaputt gehen und es dabei wahlweise raucht, feuert oder eiskristallisiert. Kein Wunder, dass er nach zahlreichen Ausflügen ins Fantastische oder zum Katastrophenfilm irgendwann auch mal im zweiten Weltkrieg landen würde. Ausgesucht hat er sich die als Wendepunkt des Pazifikkriegs bezeichnete Schlacht nahe der Midway-Inseln. Midway – Für die Freiheit beginnt geschickt, indem er das Logo des Filmverleihs langsam sepiafarben einfärbt und den Ton aus der Räumlichkeit hin zu einem monoartigen Wochenschau-Stil führt. Gefolgt wird das Ganze von Auszügen aus Roosevelts legendärer Quarantine Speech. Inszenatorisch leitet Emmerich vor der ersten Bombast-Szene über in ein ruhiges, von gegenseitigem Respekt getragenes Gespräch zwischen US-Marine-Attaché (hervorragend zurückgenommen: Patrick Wilson) und dem japanischen Marine-Admiral. Was diese Szene von Beginn an vermittelt (ungewöhnlich für Emmerichs Actionfilme), ist eine gewisse Ausgewogenheit. Anders als in allen anderen Filmen des Regisseurs gibt er dem Gegner ein Gesicht. Yamamoto, der gemäßigte General wird von Etsushi Toyokawa nuanciert dargestellt und steht dafür, dass der Feind eben auch Gefühle und Bedenken hat. Die Konzentration von Midway auf die Entwicklung der Geschichte und der Figuren, die nach dem spektakulären Angriff auf Pearl Harbor zunächst stattfindet, tut dem Film tatsächlich gut.
Dick Best entpuppt sich als kriegsentscheidender Pilot
Dann aber gibt’s doch noch diese typische Emmerich-Figur. Diesen strahlenden Helden, der selbst in der brenzligsten Situation noch mit lockeren Sprüchen dienen kann; der den Macho gibt und lieber als Fischfutter enden würde, denn als Kriegsgefangener. Ed Skrein spielt diesen Dick Best – und er nervt. Weit weg von Glaubwürdigkeit nimmt er den Krieg so locker, als spiele er eine Runde Schiffe versenken in seiner Kajüte. Außerdem lässt seine Charakterisierung keinerlei emotionale Bindung an die Figur zu. Die Überheblichkeit, mit der er in die Luftgefechte startet, macht ihn zum arroganten Individualisten, den man in einem Team lieber nicht haben möchte. Parallel dazu schaffen es zwei eigentlich vorzügliche Darsteller, weit unter ihren gewohnten Verhältnissen zu spielen. Während Woody Harrelson als Chester Nimitz klassisch fehlbesetzt ist, würgt sich Dennis Quaid als William Halsey die militärischen Standard-Sprüche aus der Tiefe seines Halses, als hätte er ein großes Stück Kautabak im Weg sitzen. Das ist Schauspiel hart an der Grenze zum Knallchargen-Niveau. Wirklich gut funktionieren deshalb vor allem die Nebenfiguren. Ein Luke Kleintank als Clarence Dickinson oder ein Nick Jonas als Bruno Gaido, beispielsweise. Sie bilden die Seele des Films und stehen für den Mut der einzelnen Flieger, die im Anblick der japanischen Übermacht nicht viel mehr waren als Kanonenfutter.
Die Schlacht muss neu geplant werden
Erstaunlich akkurat bleibt Emmerich in Kooperation mit seinem Drehbuchautor Wes Tooke bei der Schilderung der Fakten. Und das betrifft nicht nur die Figuren und Ereignisse an sich, sondern auch kleine Anekdoten. So integriert der Film sogar die Tatsache, dass Regisseur John Ford (Rio Grande) im Rahmen seiner Dienste für die Field Photo Unit vor Ort auf den Midways war und kurzerhand vom Kriegsgeschehen Aufnahmen machte. Aber auch Details wie den Hautausschlag Halseys, der den Admiral zu einer Behandlung in den USA zwang, während die Schlacht selbst stattfand. Ja, selbst der für den Film erfunden wirkende Einsatz von Bruno Gaido gegen den brennenden japanischen Mitsubishi-Bomber aus dem Geschütz der an Deck der Enterprise befindlichen SBD Dauntless hat so stattgefunden. Hauptsächlich war es Tooke aber wichtig, die Arbeit der auf Hawaii stationierten Kryptologen unter Layton und deren exzentrischem Vordenker Joseph Rochefort zu integrieren. Die Tatsache, dass ein regelrechter Streit zwischen seinen Interpretationen und jenen aus Washington ausbrach, ist ebenfalls verbürgt. Sogar das dargestellte Team aus Mitgliedern der Navy Bigband fußt auf Tatsachen. Ehrlicherweise zeigt man auch, dass das US-Militär seinerzeit maximal als fünftstärkstes galt (hinter den Briten, Deutschland, der Sowjetunion und Japan). Immer wieder explodieren Torpedos nicht oder führt Unerfahrenheit zu schweren Unfällen.
Eine Storyline, die deutlich zu kurz kommt
All das kleidet Midway – Für die Freiheit in packende Schlachtszenen, die gerade im Zweikampf der Flieger gegen die Flakgeschütze der Kriegsschiffe beeindruckende Action liefern. Bisweilen ist man hautnah dabei, wenn Dick in seinem Cockpit sitzt und im Sturzflug auf die japanischen Flugzeugträger zurast. Das Schlachtengetümmel, das in einem rund 30-minütigen Showdown gipfelt, ist schon spektakulär. Umso schöner wäre es gewesen, wenn man die letzten ein bis zwei Millionen hätte loseisen können, um die CGIs perfekter zu machen. Ab und an sind die Trickeffekte wirklich erschreckend billig geraten – vor allem, wenn Flugzeugs ins Wasser crashen oder animierte Menschen auf dem Flugzeugträger herum rennen. Wer das Bonusmaterial anschaut, weiß aber auch, dass viele individuelle Sets gebaut wurden, um nicht alles am Rechner und vor Greenscreen drehen zu müssen. Und in Summe funktioniert das schon sehr gut. Aufgrund mangelnder Abwechslung ist es aber auch leider irgendwann ermüdend. Dabei hätte es genau dafür Möglichkeiten gegeben. Denn eine der interessantesten Figuren, Jimmy Doolittle, begleitet der Film nur kurz und lässt ihn dann erst im Abspann wieder auftauchen. Zumindest im Ansatz zu zeigen, wie es ihm und seinem Team in China ergangen ist, hätte etwas Würze in die andauernden Luftgefechte gebracht.
Trotz seines körnigen Looks wurde Midway – Für die Freiheit mit digitalen Kameras aufgezeichnet. Zum Einsatz kam die Panavision Millennium DXL2, die mit 8K aufnimmt. Beste Voraussetzungen also eigentlich für ein extrem plastisches und hoch aufgelöstes Bild.
Leider skalierte man für die UHD auf 2K runter, was schade ist, aber auf der Hand liegt, da der Film gefühlt zu 70% aus CGIs besteht. Möglicherweise entschloss man sich aus Gründen des konsistenten Looks für ein 2K DI, möglicherweise auch aus Gründen der Datenmengen, die ansonsten zwischen den Rechnern hin- und hergeschoben werden musste, um die Realaufnahmen mit gerenderten Elementen zu verschmelzen.
Der UHD hat man überdies noch einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum sowie die höhere Konstrastdynamik nach statischem HDR10 und dynamischem Dolby Vision mitgegeben. Während DV gegenüber HDR10 noch mal die eine oder andere Nuance harmonischer und dynamischer abgestimmt ist, dunkle Bereiche etwas anhebt, sind beide HDR-Varianten der BD überlegen.
In den dunklen Szenen versumpft die UHD leider deutlich
Man muss zwar damit klar kommen, dass der ohnehin schon mit sehr starken Kontrastflanken belegte Look der BD noch mal intensiviert wird, doch im laufenden Bild beeindruckt das durchaus. Sind viele UHDs in der Grundabstimmung erst einmal dunkler als die Blu-ray, knallt die Ultra-HD von Midway förmlich dem Zuschauer entgegen. Die Highlights sind spektakulär, das Weiß in den Augen der Protagonisten funkelt in dunklen Szenen gleißend aus dem Bildschirm und Farben sind durchweg intensiver. Die Körnung ist überdies etwas feiner, aber immer noch sehr deutlich und sicher nicht jedermanns Geschmack. Die Tatsache, dass die UHD die Kontrastflanken noch mal etwas steiler setzt, sorgt allerdings nicht für eine bessere Durchzeichnung in hellen Bereichen. Dort kommen BD und UHD am Ende auf gleichem Niveau ins Ziel. Im Schwarz wirkt die UHD zunächst knackiger als die Blu-ray, offenbart bei nachhaltiger Betrachtung aber ihr größtes Manko: Detailverlust und Absaufen. Was man bei komplett abgedunkelter Umgebung noch akzeptieren kann, wird bei Restlich schon schwierig und bei Tageslicht unschaubar. Die dunklen Szenen bieten dann kaum noch Details.
Blu-ray und UHD von Midway – Für die Freiheit glänzen mit Dolby-Atmos-Spuren für beide Sprachen. Beide sind verlustfrei in True-HD kodiert und beide sind sensationell. Nichts anderes hätte man allerdings auch von einem Roland-Emmerich-Kriegsfilm erwartet. Der deutsche Regisseur steht für technischen Bombast und liefert schon beim Anblick der USS Enterprise ab. Das vehemente Bassgrummeln, das ihren Auftritt begleitet stimmt auf die folgenden 120 Minuten Akustik-Spektakel ein. Die Subwoofer-Aktivität dieser ersten Szene wird aber während des ersten Angriffs der Flieger noch übertroffen. Wenn das Geschwader auf die Schiffe einwirkt, bleibt der aktive Tieftöner kaum noch still und die von den abgeworfenen Bomben verursachten Explosionen krachen wirklich drastisch ins Heimkino. Der Szenerie unterliegt oft ein wabernder Grundton, der sich tief bohrend in den Teppich krallt und dort für Kribbeln in den Füßen sorgt. Bisweilen ist das schon fast zuviel des Guten. Man muss aber schon mal gehört haben, wie räumlich ein Heimkino wirken kann, wenn es effektiv genutzt wird. Die Fliegerangriffe bieten eine Rundumakustik, wie man es selten (wenn überhaupt) gehört hat. Sämtliche Auseinandersetzungen haben praktisch Referenzcharakter. Und wenn es nach knapp 90 Minuten unter Wasser geht, das U-Boot an einigen Wasserbomben vorbei manövrieren muss, scheppern die Gläser im Schrank des Nachbarzimmers. Bei all dem Bombast, all dem Druck bleiben die Dialoge stets sauber. Sie wirken nie aufgeregt oder spitz, sondern fügen sich harmonisch und verständlich ins Gesamtgeschehen ein.
Action satt liefert die Tonspur, die Referenzwerte auf allen Ebenen erreicht
Nehmen wir die Höhen-Ebene mit hinzu, wird die Ansage von Roosevelt direkt zu Beginn schon mal als Erstes mit auf die Heights gelegt und hallt von dort wider. Beim ersten Schwenk in die Cockpits der Einmotorigen setzt es dann sofort Windgeräusche, Knarzen und scheppriges Klappern. Vehementer wird es dann beim ersten Luftangriff nach 10’30. Schon aus der Ferne hört man die Rotoren der Flieger, dann folgen Maschinengewehr-Geknatter und die krass-lauten Überflüge der Maschinen, begleitet von einem intensiven Pfeifen – eine wirklich tolle Atmos-Szene, die mit kurzen Unterbrechungen für insgesamt gut acht Minuten sämtliche Speaker in Atem hält und auch fetzige Explosionen liefert. Ab Minute 35 geht es dann wieder los mit Windgeräuschen, klapprigen Visieren, MG-Salven, abdrehenden Flugzeugmaschinen und Propellergeräuschen, die sägend die Luft durchschneiden.
Nach 50 Minuten gibt’s dann mal einen 3D-Sound, der nicht aus Flugzeuggeräuschen, Wind oder Feuersalven besteht. Nein, es ist ein kleiner Kronleuchter, der zu Wackeln beginnt, als die Flieger übers Land donnern. Schön, dass man solche Geräusche nicht unterschlagen hat. Sehr schön auch der Regen, der metallisch klingend auf die Hülle der Zweimotorigen prasselt, während die Fallschirmspringer sich im Inneren vorbereiten. Auch nach etwas über 80 Minuten geht es noch einmal richtig hoch her – im wahrsten Sinne des Wortes. Selbst wenn die Geräusche an sich kaum Abwechslung bieten, macht das schon eine Menge Spaß.
Und dann, man erwartete es eigentlich gar nicht mehr, gibt’s doch noch eine Abwechslung. Denn nach 86 Minuten taucht die Kamera unter Wasser und gesellt sich zu einem U-Boot. Die typisch gedämpften Wasser-Sounds, das Drücken auf das Metall des U-Boots sowie ein Spannung erzeugendes Wummern sind die akustische Folge. Während des kurze Zeit später folgenden Angriffs von Dick prasselt es dann derart aus den Heights, dass man als Zuschauer das Gefühl hat, mitten in einem Silvester-Feuerwerk zu stehen. Das ist schon Wahnsinn. In keinem anderen Film sind bisher derart viele Flugzeuge über die Köpfe der Zuschauer geflogen und es gab auch noch nicht derart viele MG-Salven, Einschüsse, Pfeifgeräusche und Windattacken über die Heights zu hören. Bei so viel passender und wuchtiger Aktivität verzeiht man auch, dass der Film akustisch schon mal übers Ziel hinaus schießt und 3D-Sounds liefert, wo eigentlich keine hingehören.
Im Bonusmaterial von Midway findet sich zunächst der Audiokommentar von Emmerich. Leider ist er ein wenig nüchtern geraten und auch nicht untertitelt. „Getting it Right“ ist ein viertelstündiges Making-of, das die Darsteller zu Wort kommen lässt und sie schildern lässt, dass es Zeit war, die Story, historisch akkurat darzustellen. Um diese Authentizität geht es dort dann auch hauptsächlich. „The Men of Midway“ kümmert sich dann um die Besetzung des Films, während „Roland Emmerich: Man on a Mission“ die Konzentration für fünf Minuten auf den deutschen Regisseur legt und auch die langjährige Entwicklung schildert. „Turning Point“ geht noch einmal näher auf die Bedeutung dieser Schlacht ein und lässt auch Historiker zu Wort kommen. „Joe Rochefort: Breaking the Japanese Code“ gibt noch mal sehr intensive Einblicke in die Arbeit des Kryptologen, der die entscheidenden Informationen lieferte. In „We Met at Midway: Two Survivors Remember“ werden dann noch einmal zwei Zeitzeugen der Schlacht interviewt. Was ein bisschen fehlt, ist eine aufschlussreiche Hintergrund-Doku über die CGIs. Außerdem gibt’s auch für die Featurettes keine Untertitel.
Gesamtbewertung Midway – Für die Freiheit (82%)
Midway – Für die Freiheit ist für einen Emmerich-Film erstaunlich ausgewogen geworden. Und das nicht nur, weil am Ende sowohl den us-amerikanischen, sondern auch den japanischen Soldaten gedacht wird, die während des Pazifikkriegs ihr Leben verloren. Auch während des Films bekommen die Japaner ein Gesicht, das weit entfernt ist von der üblichen Dämonisierung der Kriegsgegner. Sogar für (ein bisschen) Selbstkritik bleibt Zeit. Nicht verschweigen sollte man allerdings, dass nur wenige Figuren wirklich berühren und die Inszenierung schon mal ziemlich unübersichtlich zwischen den diversen Schauplätzen wechselt. Außerdem sind die CGIs nicht durchweg gelungen. Technisch gesehen liefert schon die Blu-ray einen fantastischen Dolby-Atmos-Sound für beide Sprachen. Da geht aktuell nicht viel dran vorbei. Ebenso wenig wie an der UHD, die sich in Sachen Bilddynamik, Schärfe und Plastizität deutlich von der BD absetzen kann, im Schwarz bisweilen aber leider etwas absäuft. Zudem sollte man kein Problem mit Körnung haben.
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20th Century Fox wird den Vertrieb von DVDs, Blu-rays und Ultra HD Blu-rays in Deutschland einstellen. Hintergrund ist natürlich die Übernahme durch Disney, welche dann in Zukunft die Titel des Studios veröffentlichen werden.
Zunächst mag man da sagen, dass das keine große Veränderung wäre: Dann prangt eben zukünftig auf den Veröffentlichungen das Logo von Disney, statt des Logos von Fox. Allerdings wichen die Veröffentlichungsstrategien beider Studios durchaus voneinander ab. Bei Serienveröffentlichungen ist Disney etwa wesentlich zögerlicher als Fox. Allerdings hatten auch letztere ihr Engagement in den vergangenen Jahren bereits stark zurückgefahren.
Letztmalig versendet die Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany GmbH nun in der Kalenderwoche 26 DVDs, Blu-rays und Ultra HD Blu-rays an Händler. Der nach aktuellen Stand letzte, große Film, den Fox damit im Juni 2020 noch in den Handel bringen wird, ist der für sechs Oscars nominiert gewesene „Jojo Rabbit“. Nicht nur in Deutschland, auch in Österreich wird der Vertrieb im Übrigen beendet.
Viele Katalogtitel werden dadurch auch „Out of Print“ gehen und könnten je nach Film / Serie eventuell einmal Sammlerwert erlangen, sollten keine neuen Auflagen mehr folgen. Bestellen können die Händler ganz konkret noch bis 19. Juni 2020 – der Versand erfolgt bis spätestes 23. Juni 2020. Wer nun vielleicht noch einige Titel von Fox in seiner Sammlung haben möchte und befürchtet, es könnte unter Disney keine Neuauflage mehr geben, sollte sich vielleicht rechtzeitig umsehen.
Physische Medien verlieren immer weiter an Bedeutung
Es ist dabei kein Geheimnis, dass die Hollywood-Studios wie Disney, Warner Bros. und Universal immer stärker das Interesse an physischen Medien verlieren. So haben sie deutlich mehr Kontrolle über ihre Inhalte, wenn sie jene per Streaming anbieten. Außerdem lassen sich im Idealfall auf jene Weise auch noch wertvolle Nutzungsdaten erheben. Deswegen haben die Studios ihre Vertriebe immer weiter eingedampft. Warner und Universal legen etwa ihren Disc-Vertrieb noch 2020 zusammen, um Geld zu sparen.
Es zeichnet sich also ab, dass auf lange Sicht immer weniger Titel ein Release auf einem physischen Medium erhalten werden. Im Serienmarkt ist das leider jetzt schon zu bemerken. Manchmal helfen noch kleinere Vertriebe wie etwa Turbine aus, die sich Lizenzen von den großen Studios sichern. Auch das wird aber immer schwerer – Disney etwa ist bekannt dafür da sehr zurückhaltend zu sein.
Für Enthusiasten bleibt etwa die Ultra HD Blu-ray sicherlich auch in den nächsten Jahren die erste und beste Anlaufstelle in Sachen Qualität. Die meisten Anwender haben sich aber dem Streaming zugewendet und begnügen sich auch mit niedrigeren Bitrates und verringerter Bildqualität, solange formal „4K“ draufsteht.
Wenn es einen Fahrzeughersteller gab, der die legendären 24h-Rennen Anfang/Mitte der 60er auf den GT-Sportwagen dominierte, dann die roten Renner aus Maranello. Die GTs der Scuderia Ferrari machten mit der Konkurrenz, was sie wollten – unabhängig, ob mit Front- oder später die Prototypen mit Mittelmotorprinzip. Das allerdings sollte sich ändern, als die Ford Motor Company 1963 ein Abkommen mit dem Automobilherstellerverband kündigte, nach dem man nicht am Rennsport teilnehmen wollte. Henry Ford II wollte wieder in den Rennsport eingreifen. Zu diesem Zweck traten er und Lee Iacocca seinerzeit in Verhandlungen mit Enzo Ferrari über eine Übernahme des italienischen Traditionsherstellers. Am Ende scheiterte dies daran, dass Enzo die Kontrolle über die Motorsportabteilung behalten wollte, was Henry wiederum für nicht akzeptabel hielt. Ford entwickelte sein eigenes Rennteam. Und das unter Hochdruck. Denn nach den gescheiterten Verhandlungen wollte man nach 1963 möglichst schnell eigene Erfolge verbuchen.
1964 entscheidet sich Ford dann zur Kooperation mit dem ehemaligen Rennfahrer und Jetzt-Konstrukteur Carroll Shelby. Zwar ging auch dessen erste Konstruktion für Ford spektakulär in Flammen auf, doch das Besinnen auf eher konventionelle, dafür aber sehr professionalisierte Zusammenarbeit bewirkte, was Ford sich wünschte. Die GT40 wurden trotz ihrer immensen Leistung und dem großen Hubraum verlässlicher und erreichten Geschwindigkeiten, von denen Ferrari seinerzeit nur träumen konnte. Dies alles wäre vermutlich nicht möglich gewesen, wenn Shelby sich nicht auf eine Kooperation mit dem als Hitzkopf geltenden britischen Rennfahrer Ken Miles eingelassen hätte. Miles war es, dessen forsche Gangart Fahrzeug und Ford-Rennstall zu neuen, auch mal riskanten Höchstleistungen trieb.
Miles und Shelby – ein unschlagbares Team
Aus diesem Stoff hat James Mangold einen absolut packenden Film gemacht. Zweieinhalb Stunden nimmt er sich Zeit, einen stets ausgewogenen Mix aus wichtigen Fakten, rasanten Renn-Sequenzen und Vertiefung der Charaktere zu präsentieren. Weder kommen die historischen Hintergründe zu kurz, noch die typischen Eigenheiten der einzelnen Figuren. Le Mans 66 begeht zu keiner Zeit den Fehler, nur auf Show zu setzen. Gerade die Charakterisierung von Miles schafft einen tiefen Bezug zu ihm. Er, der hitzige und durchaus draufgängerische Rennfahrer, ist gleichzeitig auch ein liebender Vater und Ehemann. Vor allem aber ist er eins: leidenschaftlich. Er und Shelby stehen für die puren Emotionen und für die Seele des Rennsports, während die Geschäftsmacher im Hintergrund gerne den Erfolg haben möchten, sich dafür die Anzüge aber nicht schmutzig machen. Stetig befinden sich Miles und Shelby mit Ford II, Iacocca und vor allem Fords Renndirektor Leo Beebe im Clinch. Und obwohl das für den Film aufgeblasen und dramatisiert wurde, emotionalisiert es in höchstem Maße.
In Christian Bale und Matt Damon hat man hier dann auch die absolut beste Wahl für die beiden Hauptfiguren getroffen. Bale, der (mal wieder) massiv Gewicht verlor, um als hagerer Rennfahrer Ken Miles glaubhaft im engen Cockpit des GT40 zu erscheinen, findet stets die Nuancen zwischen Arroganz gegenüber ignoranten Sportwagenfahrern, Hitzköpfigkeit den Autoritäten und Verständnis seiner Familie gegenüber. Kein Wunder, dass er dafür für den Oscar nominiert war. Matt Damon steht ihm nur wenig nach, selbst wenn die Rolle des Carroll Shelby weniger stark entwickelt wurde. Gerade in den Anfangsszenen gehört ihm aber die Bühne, wenn er die letzten Wettkämpfe von Shelbys Rennfahrerkarriere bestreitet und dabei keinerlei Skrupel gegenüber seinem geschwächten Körper zeigt.
Erfolg mit Ford
Die dritte Hauptfigur sind allerdings ohne Zweifel die Rennszenen. Was Le Mans 66 hier an Authentizität und Tempo erreicht, sucht im Rennwagen-Film seinesgleichen. Die stets aktive Kamera vermittelt eindrücklich, was für eine harte Arbeit Autorennen in der damaligen Zeit ohne elektrische Unterstützung gewesen ist. Knüppelharte Kulissen-Schaltungen, stehende Pedale, viel zu dünne Holzlenkräder und ein Cockpit, dessen Übersicht nicht mehr zulässt als eine gewöhnliche Schießscharte. Wie der Film diese Dynamik rüberbringt, ist einfach sensationell. Während des knapp 50-minütigen Showdowns in Le Mans wird man Zeuge davon, was Motorsport mal war. Und man bekommt diese Gänsehaut bis zum Schluss nicht mehr los. Auch deshalb, weil in den Rennszenen KEINE CGIs für die Fahrzeuge genutzt wurden und die Fahrzeuge bisweilen mit bis zu 150 mph über die Start-/ und Ziellinie brausten. Die Strecke selbst wurde in Teilen ebenso nachgebaut wie die meisten Fahrzeuge. Lediglich das Publikum wurde zur Erweiterung teilweise computeranimiert.
Le Mans 66 wurde mit volldigitalen Kameras bei einer Auflösung von 4,5K aufgenommen. Während anfänglich noch von einem 2K Digital Intermediate die Rede war, wurde dies mittlerweile auf ein 4K DI korrigiert. Natürlich integrierte man auch einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum sowie die höhere Kontrastdynamik HDR10. Trotz einer eher niedrigen Datenrate, die oft im Bereich von besseren Blu-rays bleibt und nur selten über die 50 Mbps kommt; und trotz der Tatsache, dass der 153-minütige Film deshalb auf eine 66-GB-Disk passt, kann man dem Bild der UHD keine Vorwürfe machen. Es sei denn, man mag kein Korn. Denn gegenüber der im direkten Vergleich fast glattgebügelt wirkende Blu-ray wird über die UHD auf Hintergründen (bspw. dem Himmel) mehr Körnung sichtbar (70’40). Dafür fehlen die leichten Überschärfungen der BD, was das Bild insgesamt harmonischer aussehen lässt. Sieht man von dieser zwar sichtbaren, aber sehr filmischen Körnung ab, weiß vor allem die Schärfe zu gefallen. Close-ups von Gesichtern haben eine beeindruckende Detailtiefe und -darstellung.
Die UHD beherrscht Kontrast und Farben hervorragend
Besonders herausragend sind die kräftigen Farben. Natürlich auch deshalb, weil die roten Ferraris ein Musterbeispiel für die Ausnutzung des erweiterten Farbraums darstellen. Was über die Blu-ray noch etwas orangerot ist, wird von der UHD mit sattem Kirschrot wiedergegeben – wunderbar. HDR tut seinen Dienst sichtbar während der Nachtszenen, da dort die Scheinwerfer und Lichter entlang der Strecken prägnanter und klarer abgegrenzt bleiben. Auch die sandigen Randbereiche der Strecken werden dynamischer und intensiver dargestellt. Doch dann ist da diese eine Szene, in der vollkommen unverständlicherweise die UHD im direkten Vergleich mit der BD wesentlich flacher, heller und kontrastärmer – ja fast milchig daher kommt (siehe Screenshot unten). Ob hier bewusst so gearbeitet wurde oder schlicht ein kurzer Fehler passiert ist, bleibt unklar. In Sachen Real 4K oder nicht gibt die UHD nur bedingt Aufschluss. Da die BD augenscheinlich etwas kontrastintensiver/nachgeschärfter ist, fehlt es schwer, selbst aus nahem Betrachtungsabstand einen immensen Vorteil bei der UHD zu finden. Beide Disks sehen aber sehr gut aufgelöst aus und die UHD hat einen wesentlich organischeren Look als die meisten 2K-DI-Ultra-HDs.
Ja, es gibt wieder nur eine dts-Spur fürs Deutsche – typisch Fox eben. Aber was ist das für eine grandiose dts-Spur. Nimmt man alleine die direkte Anfangsszene, die schon während des noch schwarzen Bildschirms mit unglaublich räumlichen Stimmen und dem präsenten Kommentator beginnt, wird man nach einer Minute förmlich vom Sound des Aston Martin überfahren. Selten, wenn überhaupt, hat man derart wuchtig-dynamische Motorengeräusche ins Heimkino übertragen bekommen. Das ist Gänsehaut-Feeling pur für jeden Petrolhead. Die darauf folgenden Dialoge haben erstaunlich viel Fundament, was für den einen oder anderen Center sogar schon mal etwas zu dick aufgetragen wirken könnte. Womit wir aber quasi bei der einzigen Kritik sind, die man dem Ton von Le Mans 1966 machen kann. Springen wir in das finale Rennen in Le Mans, gibt es ein gut 20-minütiges! Fest aus Dynamik, Wucht, Präzision und Effektreichtum.
Immer wieder sind es die höchst authentisch erscheinenden Motorengeräusche, die es so heute einfach nicht mehr gibt und die ein Erlebnis sondergleichen produzieren. Wenn die Fahrzeuge dann in die Heuballen dreschen und der Staub, Dreck und Sand sich über die Kamera ergießt, bleibt genug Zeit für den Ton, dieses Geschehen fein gezeichnet darzustellen – gefolgt von immenser Wucht, wenn die Fahrzeuge ineinander prallen. Wird das Rennen dann durch den Regen aufgemischt, kann man förmlich riechen, wie nass die Straßen geworden sind. Alles klingt dann noch rassiger. Selbst wenn die ganz großen Attacken aus dem Subwoofer ausbleiben und der eine oder andere Crash vielleicht etwas zu spitz klingt – das ist ganz großes Klang-Kino selbst mit der eigentlich datenreduzierten Spur. Denn das Original in dts-HD-Master macht das nicht besser. Eher im Gegenteil: Wer’s etwas aggressiver mag, der ist mit der deutschen dts-Spur besser bedient. Das Original ist eher für Freunde, die es etwas ausgewogener mögen. Beide Spuren machen aber unabhängig voneinander richtig Spaß. Und wo Disney mit vielen Dolby-Digital-Plus-Tonspuren Schiffbruch erleidet, macht Fox es mit den (nur wenig mehr Datendurchsatz liefernden) dts-Spuren fast ausnahmslos richtig.
Rennszenen wurden selten akustisch dynamischer und authentischer ins Heimkino gebracht
Während die deutsche Tonspur weiterhin bei dts bleibt, wechselt die Originalspur von dts-HD-Master auf Dolby Atmos. Beide Versionen klingen auf der regulären Ebene nahezu identisch, während die Ebene der Höhenspeaker das Geschehen immer wieder mit wirklich gelungenen 3D-Sounds ergänzt. Dort beginnt das Geschehen mit dem Glockengeläut während des Einblendens des verantwortlichen Studios. In der direkten Folge gibt’s sensationell präsente Windgeräusche, die den Fahrern in den offenen Rennwagen um die Nase wehen von oben, was für die erste Gänsehaut und während der Rennszenen für ein Höchstmaß an akustischer Authentizität sorgt. Bei 18’13 sitzt man mitten im Kieselstein- und Schutt, wenn der erste Wagen von der Strecke abkommt. Nach gut einer Dreiviertelstunde nimmt man inmitten eines Flugzeug-Cockpits Platz und hört das sonore Brummen der Maschinen, bevor die Zweimotorige eine Minute später dermaßen vehement über die Köpfe der Zuschauer donnert, dass man (und das ist kein hohler Spruch) tatsächlich den Kopf für einen Moment einzieht.
Geht es dann nach gut anderthalb Stunden in ein vorbereitendes Rennen, hört man dort ebenfalls immer wieder etwas Windrauschen von oben, bekommt aber auch schon mal direkt das Knarzen, Quietschen und Scheppern aus der Ego-Perspektive hinter dem Steuer mit. Gut zehn Minuten später geht’s dann nach Le Mans. Die Zuschauer raunen aus allen Speakern, ein Helikopter überfliegt das Geschehen und es fliegen auch schon mal Fahrzeugteile über die Kamera. Während der Nacht bricht dann außerdem ein Gewitter los, das mit schön krachendem Donner aus den Heights versorgt wird. Der später einsetzende Regen prasselt dann akustisch korrekt auf die Frontscheibe des GT. In Summe wird hier zwar kein Dauerfeuerwerkt abgefackelt, aber sämtliche 3D-Sounds sitzen absolut perfekt und passend. Und für einen Film, der Mitte der 60er spielt, ist dann doch erstaunlich viel los.
Deutsch: Dolby Digital Plus 5.1 (95%) 2D-Betrachtung
Das Bonusmaterial von Le Mans 66 besteht aus einem mehrteiligen Featurette, das knapp eine Stunde läuft und in den besseren, ausführlicheren Teilen wie „Der echte Ken Miles“ und „Der echte Carroll Shelby“ sehr spannend auf die beiden Helden des Rennsports eingeht. Ein weiterer Teil beschäftigt sich mit dem echten Ford GT40 und auch mit der Realisierung der Renn-Sequenzen.
Gesamtbewertung Le Mans 66 (92%)
Le Mans 66 ist ein absolut faszinierender Film, der perfekt Rennszenen mit persönlichen Ent- und Verwicklungen kombiniert und Ken Miles sowie Carroll Shelby vollkommen zu Recht ein Denkmal setzt. Wer sich von Mangolds Film nicht packen lässt, dem fehlt das Benzin im Blut. Renn-Sequenzen wurden jedenfalls selten aufregender umgesetzt. Aufregend ist auch der Sound – und das auch in der so gerne gerügten komprimierten deutschen Fassung. Die dts-Spur leistet innerhalb ihres Rahmens und ihrer Möglichkeiten Großartiges. Die US-Atmos-Fassung erweitert das Geschehen noch einmal sehr effektvoll nach oben, die UHD liefert bis auf kurze Ausnahmen das kräftigere und dynamischere Bild, hat aber etwas mehr sichtbares Korn.
Paramount hat zwei weitere Filmklassiker für eine 4K Restaurierung ausgegraben. Die Titel „Krieg der Welten“ und „Tage des Donners“ mit Tom Cruise erscheinen am 2. Juni 2020 auf 4K Blu-ray.
Wie bereits in unserer Klassiker-Vorschau vorhergesagt, wird Paramount (Vertrieb über Universal Pictures Home Entertainment) weitere Klassiker mit Tom Cruise auf 4K Blu-ray veröffentlichen. Den Anfang macht „Tage des Donners“ (OT: Days of Thunder) sowie die Roman-Verfilmung von „Krieg der Welten“ (OT: War of the Worlds) aus 2005. Beide Titel erscheinen am 2. Juli 2020 als 4K Blu-ray Amaray als 2-Disc-Version (UHD + HD Blu-ray). Details zur Bild- und Tonausstattung wurden leider noch nicht kommuniziert. Zum gleichen Zeitpunkt erscheint „Top Gun“, wohl einer der ikonischten Filme mit Tom Cruise, auf DVD, Blu-ray und 3D Blu-ray. Die reguläre HD Blu-ray soll als „Remastered“ Variante neu aufgelegt worden sein. Uns stellt sich somit die Frage, wo bleibt die 4K Blu-ray von „Top Gun“? Wir können nur hoffen, dass sich Paramount diesen Top-Titel für den Herbst 2020 aufbewahrt. In den USA ist die 4K Blu-ray zu „Top Gun“ nämlich bereits vorbestellbar.
Weitere Klassiker auf 4K Blu-ray
Wir haben die Titel für euch bereits in unsere 4K Blu-ray Übersicht aufgenommen. Dort findet ihr auch bereits Titel wie „Full Metal Jacket“ von Warner Home Video oder „Der Weiße Hai“ von Unviersal Pictures Home Entertainment, die erst kürzlich auf 4K Blu-ray angekündigt wurden. Da neue Releases aufgrund der Verschiebungen im Kino in den nächsten Monaten eher rar sind, können wir darauf hoffen, dass Filmstudios noch weitere Klassiker einer 4K Restaurierung unterziehen. Wir hoffen, dass sich die Gerüchte bewahrheiten, damit wir Titel wie „Total Recall“ mit Arnold Schwarzenegger, „Beetlejuice“ oder Stanley Kubricks „Uhrwerk Orange“ bald in unsere 4K-Filmsammlung aufnehmen können. Übrigens: eine der meistgewünschten 4K Restaurierungen, die Star Wars Skywalker Saga, erscheint bereits Ende April in einer aufwendig gestalteten Komplettbox. Die Single Varianten von Episode I bis IX sind ebenfalls erhältlich.
Der Schlagabtausch zwischen Sony und Microsoft geht in die nächste Runde. In einem Youtube Interview äußert sich jetzt ein ehemaliger Xbox-Mitarbeiter zur Xbox Series X: „Wir haben eine bessere Konsole“.
Erst vor wenigen Tagen hatte sich Crytek-Mitarbeiter (Crysis / Hunt Showdown) Ali Salehi zu einem kontrovers diskutierten Kommentar auf Twitter hinreißen lassen. Laut seiner Ansicht ist die PlayStation 5 die Konsole, mit der man am einfachsten die höchste Performance abrufen kann. „Extrem einfach mit unzähligen Fähigkeiten“ soll die PS5 der Xbox Series X in allen Belangen überlegen sein: „Als Programmierer sage ich, dass PS5 viel besser ist und ich glaube nicht, dass Sie einen Programmierer finden können, der einen Vorteil nennen könnte, den XSX gegenüber PS5 hat.“. Salehi hatte sich kurz darauf von seinen ehemaligen Aussagen distanziert und seinen Tweet gelöscht. Die Meinung war seinem Arbeitgeber womöglich doch etwas zu einseitig.
„Ich bin der Meinung, dass wir die bessere Konsole haben“
Die Gegenseite, vertreten von Microsofts Bill Stillwell, früher Teil des Xbox-Teams, verpackt ähnliche Mutmaßungen etwas diplomatischer. Nach einem Seitenhieb zur PlayStation 5 Präsentation von Mark Cerny, die eher auf Entwickler als auf Gamer ausgelegt war, ließ sich Stillwell sogar zu einem Lob hinreißen, nur um danach erneut auszuholen:
„Ich denke, was ihr [bei der PS5-Enthüllung] gesehen habt, war das unglückliche Nebenprodukt eines GDC-Gesprächs, das in ein Marketing-Event verwandelt wurde. Ich habe die Präsentation von Sony geliebt, ich denke, sie haben ein paar coole Technologien. Ich persönlich bin der Meinung, dass wir eine bessere Konsole haben. Wir machen uns keine Sorgen um die Power“ so Stillwell.
Microsoft macht aktuell vieles richtig
Was die öffentliche Kommunikation angeht, hat Microsoft definitiv einen Vorsprung. Das Design der Xbox Series X wurde bereits im Dezember vorgestellt. Eine ausführliche Präsentation der technischen Komponenten und deren Bedeutung für das Game-System wurde Mitte März nachgereicht. Derweil wird gemunkelt, Sony hätte den Mitbewerber unterschätzt und hat aktuell mit Überhitzungsproblemen der PlayStation 5 Hardware zu kämpfen. Am Ende entscheidet natürlich der Content maßgeblich über den Erfolg einer Konsolengeneration. Jedoch verleitet ein gut ausgewogenes System Drittanbieter dazu, sich bei der Entwicklung von neuen Games vielleicht vorrangig mit der besseren Konsole zu beschäftigen.