Netflix erwartet neue Kost für Familien und Anime-Fans: Ab Februar nimmt man (fast) alle Filme des renommierten Studio Ghibli ins Programm auf.
Das japanische Studio Ghibli ist international bekannt und gilt als eine Art japanisches Disney. Man hat bereits viele prominente Fans um sich versammelt, beispielsweise sind tatsächlich viele Künstler von Disney und Pixar Fans von Hayao Miyazaki, einem der Gründer des mittlerweile in Ruhepause gegangenen Studios. Netflix nimmt sich nun international der Ghibli-Filme an und integriert sie schrittweise ab Februar in sein Repertoire.
Lediglich ein Titel wird leider außen vorbleiben: „Die letzten Glühwürmchen“ kann wegen der komplizierten Rechteverteilung leider nicht beim Streaming-Anbieter Einzug halten. Dafür gibt es sozusagen als Bonus „Nausicaä aus dem Tal der Winde“ aus dem Jahr 1984, einen Film von Miyazaki, der zwar offiziell noch nicht unter dem Banner des Studio Ghibli entstanden ist, ihm aber indirekt meist zugerechnet wird – auch aufgrund des Stils, der bereits stark den späteren Ghilbi-Produktionen entspricht.
Die Filme des Studio Ghibli eignen sich auch bestens für Anime-Einsteiger, denn der Zeichenstil ist recht bodenständig und die Geschichten sind in einer Weise erzählt, die auch den westlichen Geschmack gut trifft. Oft hat man sich an Literaturverfilmungen gewagt – etwa bei „Kikis kleiner Lieferservice“.
Diese Filme des Studio Ghilbi starten bald bei Netflix
Ihr wartet auf die Liste der Filme, welche ihr bald bei Netflix finden könnt? Schon im Februar 2020 geht es mit sieben Filmen los. Netflix geht dabei allerdings nicht chronologisch vor. Im März folgen weitere sieben Filme und im April dann nochmals sieben Zeichentrick-Abenteuer, sodass man letzten Endes auf 21 Filme kommt. Viel Spaß beim Streaming!
LG Display hat es geschafft, die Missstände in der neuen OLED-Produktionsstätte im chinesischen Guangzhou in kürzester Zeit zu beheben. Die Produktion in der 8.5 Gen Fabrik startet nun Ende Januar 2020.
Mitte November sah alles noch nicht so rosig aus. Wie wir berichteten, hatte LG Display in seinem ersten chinesischen OLED-Werk mit großen Ausschüssen bei der Produktion zu kämpfen. Brancheninsider berichteten, dass fast jedes zweite OLED-Panel im Müll landete. Der Grund für die schlechte Ausbeute waren mehrere, parallel eingeführte, neue Technologien, die die Produktion eigentlich in kürzester Zeit maximieren sollten. Das Produktionsziel von 60.000 zusätzlichen OLED-Substrate im Monat war in weite Ferne gerückt. Den Ingenieuren von LG Display ist es laut dem Branchenmagazin thelec gelungen, den Ausschluss zu minimieren und die Produktion auf ein gutes Level zu bringen. Die Massenproduktion kann nun Ende Januar 2020 starten.
In der chinesischen Produktionsstätte sollen OLED-Panels, unter anderem wie dieses 48 Zoll Modell (CX) entstehen
Chinesische Fabrik könnte lokale Produktion übertreffen
Die neue Fabrik von LGD hat eine Kapazität von 60.000 OLED-Substraten, aus denen vor allem kleinere Größen, unter anderem auch die 48 Zoll Varianten geschnitten werden. Die Fertigung in Guangzhou soll in 2021 sogar auf 90.000 Substrate ausgeweitet werden. Maschinen für die Erweiterung der Produktionskapazitäten stehen angeblich schon in China bereit. Wenn die 8.5 Gen Fab auf „Vollgas“ läuft, dann übersteigt die Produktionsfabrik sogar die Kapazität der lokalen in Südkorea stehenden Anlagen von LG Display. Insgesamt wurden über 4.2 Milliarden US-Dollar in das Großprojekt in China investiert.
LGD profitiert von günstigeren Löhnen
LG Display erhofft sich vom neuen Standort die OLED-Panels noch günstiger produzieren zu können. Die Gehälter in China sind weitaus niedriger, zudem soll es wohl staatliche Förderungen für LG Display gegeben haben. Zudem sollen die neuen Technologien, die ursprünglich die Probleme verursacht haben, ebenfalls zu einer kostengünstigeren Produktion beitragen.
Sony hat zur CES 2020 seine neuen TV-Modellreihen A8 und A9 (OLED), Z8H (8K) sowie die X90H und X95H Serien (LCD FALD) vorgestellt. In diesem Beitrag möchten wir die wichtigsten Neuerungen in Sonys TV-Lineup 2020 ansprechen.
Sony hat bereits umfassende Informationen zu seinem TV-Lineup 2020 veröffentlicht. Doch wo liegen die Unterschiede zu den 2019er Modellen im Premium-Segment? Auf den ersten Blick sind gar nicht so viele Verbesserungen im Vergleich mit den Vorjahresmodellen zu erkennen. Wer etwas „tiefer gräbt“ wird überrascht sein, wie viele kleine und große Upgrades die neuen 2020er Modelle erfahren haben. Zur Erinnerung: alle hier vorgestellten Modelle unterstützen den Netflix Calibrated Mode, Dolby Atmos, Dolby Vision, IMAX Enhanced (außer X90H) sowie einen eigenen Bildmodus für Sony Pictures Filme.
Einsteiger 8K/HDR TVs der ZH8 Serie
Die Vorjahesmodelle der Z9G (ZG9) Serie, mit Backlight Master Drive und X-Wide Angle, werden wohl in 2020 weiter laufen. In diesem Jahr gibt es noch eine zweite 8K-Serie mit der Modellbezeichnung Z8H (ZH8), sozusagen die „Einsteiger-8K-Serie“. Mit 8K/HDR Darstellung, X1 Ultimate Prozessor, Full-Array-LED Backlight und X-Wide-Angle Technologie. Neu dürfte auch die Ambient Optimization Technologie sein, die die die Helligkeit des Bildes an die Umgebungshelligkeit anpasst, Objekte im Raum erkennt (wie z.B. Vorhänge und Möbel) um die Klangwiedergabe entsprechend anzupassen. Beide Modelle unterstützen auch die Acoustic-Multi-Audio-Technologie, die dem Zuschauer das Gefühl geben soll, dass der Sound direkt aus dem Bildschirm kommt (ähnliche Acoustic Surface Audio bei OLED). Im Grunde genommen sprechen wir bei den Z8H Geräten von einem „abgespeckten 8K TV“, der jedoch mit einem weitaus attraktiveren Preispunkt in den Handel gelangen sollte.
X-Motion Clarity für A8/A9 OLED TVs
Im OLED-Segment gibt es auch eine Änderung. Die A9 Serie ist laut unserem Verständnis die A9G (AG9) Serie aus 2019. Das Modell wird einzig um die X-Motion Clarity Funktion erweitert welches eine Black Frame Insertion (BFI) beschreibt. Diese Technologie kommt jetzt erstmals auch bei den OLED TVs zum Einsatz, bietet detailreichere Darstellungen bei actionreichen und bewegten Szenen – dafür muss die Helligkeit etwas leiden.
Was wir sehr cool finden ist die Einführung der neuen 48 Zoll Größe im OLED-Lineup. Das A9 Modell ist in der neuen Zollgröße vorhanden, bietet aber sonst alle Vorteile der „großen“ A8 Geräte mit 55 und 65 Zoll – inkl. Acoustic Surface Audio+, Pixel Booster und X-Motion-Clarity dank dem integrierten X1 Ultimate Prozessor. Die Ambient Optimization Technologie passt die Helligkeit des Bildes zudem an die Umgebungshelligkeit und erkennt sogar Objekte im Raum wie Vorhänge oder Möbel und passt die Klangwiedergabe entsprechend an. Somit gibt es 2020 KEINEN“abgeschwächten“ OLED mit X1 Extreme Prozessor, der eine schlechtere visuelle Darstellung bietet.
Upgrade für X90H / X95H 4K LCD-Serien
Auch im LCD Segment gibt es Verbesserungen gegenüber dem 2019 Lineup. Sony bleibt seiner Upgrade-Strategie treu und versorgt seine neuen Geräte mit Technologien, die im Vorjahr den Top-Modellen vorbehalten waren. So bekommen die X95H Modelle (Vorgänger X95G) eine bessere Blickwinkelstabiltät dank X-Wide-Angle (außer 49 zoll), während die X90H Geräte (Vorgänger X90H) sogar ein Full Array LED Backlight bekommen (außer 55 Zoll Version). Die Aufteilung der Prozessoren bleibt dabei gleich, der X95H besitzt immer noch einen X1 Ultimate Prozessor, während die X90H Geräte mit dem etwas schwächeren X1 4K HDR vorlieb nehmen müssen. Zudem sind die X90H Modelle (abgesehen von den 8K Geräten) die einzigen Modelle, die eine 4K/120p Verarbeitung ermöglichen. So konnten wir es zumindest den technischen Spezifikationen entnehmen und so wurde es uns auch auf dem Sony Stand auf der CES 2020 bestätigt.
Wo bleibt HDMI 2.1?
Sony bestätigt eine 4K/120p Verarbeitung nur für die Z8H und Z9H (Z9G), sowie für die X90H Serie. Es verwundert uns doch sehr, dass Sony Electronics mit der für 2020 angekündigten Next-Generation-Konsole Playstation 5 keine Unterstützung für die HDMI 2.1 Schnittstelle bietet. Zumindest wurde auf der Messe „HDMI 2.1“ nicht wörtlich kommuniziert. Unsere einzige Hoffnung besteht darin, dass Sony aufgrund von Verzögerungen bei der Lizenzierung seine Modelle zur CES 2020 nicht offiziell mit HDMI 2.1 bewerben durfte. Ansonsten stellt sich natürlich die Frage, wieso kein HDMI 2.1 verbaut wurde. Sind die Prozessoren nicht performant genug? Haben es die Ingenieure bei Sony schlichtweg nicht hinbekommen oder wird bewusst auf die Schnittstelle verzichtet? Wir hoffen auf der Sony Roadshow im März nähere Informationen zu diesem Thema zu bekommen.
Da ist er nun, der neunte und möglicherweise vorletzte Kinoflm von Quentin Tarantino. Wobei die Gerüchteküche immer wieder neue Vermutungen zutage fördert, nach denen der Kultregisseur möglicherweise jetzt schon Schluss machen könnte. Ob es nun bei neun Filmen bleibt oder er doch noch einen dritten Kill Bill hinterher schiebt oder einen R-Rated Star Trek oder einen Horrorfilm …? Die Zeit wird es zeigen.
Once Upon a Time in Hollywood ist das vermutlich wildeste Potpourri aus fiktiven und real existierenden Figuren, das die Filmindustrie je gesehen hat. Der Regisseur zelebriert wie nie zuvor seine Liebe an das Kino und die Popkultur im Generellen. Dieses Mal knöpft er sich dabei die Zeit der Geburt des New Hollywood vor. Jene Filmgeneration, die die „Goldene Ära“ ablöste und durch Filme wie Bonnie & Clyde oder vor allem Easy Rider geprägt war. Vor dem Hintergrund des Protests der Hippies gegen das Establishment, das mit Verspätung von der Filmindustrie reflektiert wurde, gestaltet Tarantino aber keinen launigen Abgesang auf das klassische Kino Hollywoods. Vielmehr betreibt er kulturellen Revisionismus.
Und dafür nutzt er geschickt zwei unterschiedliche Erzählstränge. Zum einen ist da jener der Hauptfigur Rick Dalton. Der alternde Darsteller von Western aus der guten alten Zeit fürchtet, den sich ankündigenden Wandel in Hollywood nicht mitgestalten zu können. Andere Filme hätten aus ihm eine tragische Figur gemacht und gezeigt, wie er daran scheitert, in dem neuen, düsteren Hollywood Fuß zu fassen. Tarantino aber fügt Once Upon a Time in Hollywood eine märchenhafte zweite Ebene hinzu (man beachte alleine den Filmtitel). Parallel zu Daltons Story fokussiert er auch die Geschichte von Sharon Tate. Deren Schicksal ist wiederum untrennbar verbunden mit Charles Manson und dessen Anhängern. Was in der Realität auch heute noch als Wendepunkt der Geschichte Hollywoods zu einer schmutzigeren und ernsteren Filmkultur bezeichnet wird – nämlich die Morde der Manson-Familie – kehrt Tarantino durch seine Abwandlung um. Für ihn (und für Dalton) geht die Sache ganz anders aus – und das hat dem Regisseur durchaus die Kritik eingebracht, er schädige das Andenken der damaligen Opfer oder sei anmaßend.
Innerhalb seines Filmmärchens funktioniert der Entwurf aber blendend. Nicht nur, dass die Morde seinerzeit den Wandel in Hollywood beeinflussten, gaben die in einer Art Hippie-Kommune lebenden Manson-Anhänger Hollywood indirekt die Schuld an ihren Aktionen. Once Upon a Time in Hollywood ist natürlich auch ein Film über Eitelkeiten – verletzte und bestätigte. Während man dem zunehmend stotternden Dalton zusieht, wie er nach und nach im Selbstmitleid zu versinken droht, weil ihn vermeintlich keiner mehr sehen will, begleiten wir Tate in eine Kinovorstellung ihres eigenen Films. Während sie „unverschämterweise“ die Dame am Ticketschalter erst davon überzeugen muss, dass sie einer der Stars ist, die in diesem Film mitspielen, wird ihr Blick während der Vorführung zufriedener, je mehr das Publikum von ihrer Darstellung überzeugt ist. Ja, das Schauspielleben ist geprägt von der Sucht nach Anerkennung und Liebe. Und Tarantino wagt es, das Ganze in sonnendurchflutetes Licht zu tauchen und humorvoll zu betrachten.
Gleichzeitig bietet sein jüngster Film alles, was man von ihm erwartet und noch ein bisschen mehr. Das Set- und Produktionsdesign ist schlicht sensationell und erforderte langwierige Planung und Absprachen mit den entsprechenden Verantwortlichen oder Geschäftsbesitzern. Da Once Upon a Time in Hollywood extrem häufig Außenszenen nutzt, musste hier alles stimmen – von den Ladenschildern über die Werbeanzeigen, Leuchtreklamen bis hin zu den Fahrzeugen, der Kleidung und den Interieur der Geschäfte. Selbstredend hat der Regisseur auch wieder die perfekt passende Musik zu alldem gefunden und die bekannten Namen auf der Darstellerliste würden ausreichen, um fünf andere, prominent besetzte Filme zu realisieren.
Dennoch ragen Brad Pitt und Leonardo DiCaprio sowie Margot Robbie als Sharon Tate heraus. Alle Drei gehen in ihren Rollen und Charakteren komplett auf. Es fällt schwer, bei so viel stimmigem Hintergrund auch die negativen Aspekte anzuführen. Natürlich ist Once Upon a Time in Hollywood aber nicht frei von Kritik. So kann man ihm eine gewisse Zähigkeit vorwerfen. Auch das Selbstreferenzielle wirkt ab und an etwas bemüht und übertrieben. So als wolle Tarantino seine an Eigenverweisen schon nicht armen Vorgängerfilme unbedingt noch einmal toppen. Bruce-Lee-Fans werden außerdem die kurze Episode zwischen Cliff und Kato etwas despektierlich finden. Tatsächlich übertreibt es Tarantino hier aber selbst für objektive Betrachter und macht aus Lee eine Art Karikatur um des Witzes Willen.
„In Tarantinos Wortschatz existiert das Wort digital nicht“- Was Kameramann Bob Richardson in einem Interview etwas polemisch formuliert, trifft zumindest auf die Aufzeichnungsmethoden in seinen Kinofilmen zu, die allesamt analog vonstatten gingen (im Falle von Hateful 8 ja sogar in 65mm). So ließ er seinen angestammten Kameramann nun auch Once Upon a Time in Hollywood mit analogen Kameras aufzeichnen. Für die meisten Aufnahmen kamen Arriflex 435 und Panavision Panaflex zum Einsatz, die auf 35mm Film ausbelichteten, während zwei Sequenzen im Anwesen von Polanski und Tate in 16mm und Super-8mm gedreht wurden. Vom kompletten analogen Material wurde dann ein 4K Scan angefertigt, der über ein 4K-DI weiter prozessiert wurde und ausgehend davon auch auf die Disk gelang. Zusätzlich hat man statisches HDR10 sowie einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum integriert.
Dies bewirkt in der Praxis gegenüber der Blu-ray allerdings keine (noch) deutliche(re) Einfärbung. Vielmehr wirkt die UHD durchweg etwas natürlicher. Sie nimmt den deutlichen Gelbstich auf der Haut, den die BD zeigt, in einigen Szenen zurück und lässt den Teint gesünder braun erscheinen. Zwar wirken Gesichter auch hier noch sehr sonnengebräunt (vor allem jenes von Al Pacino) und rote Farben stechen immer noch heftig vor, doch insgesamt wirkt das Geschehen harmonischer als über die Blu-ray. Dass die UHD intensivere Farben nutzt, wird deutlich, wenn die orangefarbenen Titelschriften auf dem Screen oder der Leinwand prangen. Hier bleibt die BD in ihrer Intensität doch deutlich zurück. Gleichermaßen könnten auch bei der UHD die schwarzen Oberflächen weniger Farbrauschen zeigen, wo doch die hellen Elemente schon weniger ausreißen als über die Blu-ray. In puncto Auflösung liegen beide Scheiben auf einem guten Niveau. Die UHD wirkt aber alles in allem etwas ruhiger und stabiler, was vor allem bei größeren Bilddiagonalen positiv auffällt.
Die UHD liefert verlustfreien Ton fürs Deutsche und Englische – in 5.1 fürs Deutsche und 7.1 fürs Englische. Beide Versionen klingen sehr vergleichbar, wenn es um die reine Dynamik und Räumlichkeit geht. Wenn Dalton in „Tanner und die 14 Fäuste des McCluskey“ aus ein paar Nazis „flambiertes Sauerkraut“ macht, drückt es die Welle beispielsweise sehr räumlich ins Heimkino und setzt die Rears hörbar in Brand. Die (häufige) Straßenatmosphäre wird ebenfalls sehr authentisch wiedergegeben und der brabbelnde Motor von Dalton und Booth klingt schön süffig. Wirklich druckvoll kommt das Motorgeräusch von Polanskis offenem Roadster bei der Anfahrt auf die Playboy Mansion rüber.
Nicht immer perfekt gelingt die Tonalität der Dialoge. Speziell wenn die beiden Hauptdarsteller argumentierend im Auto unterwegs sind, wirkt das ein bisschen blechern. Das ist sicher in Teilen auch einer bewussten Atmosphäre der Enge im Fahrgastraum geschuldet, hätte aber schon etwas mehr Volumen vertragen. Im englischen Original wird das realistischer und nachvollziehbarer wiedergegeben. Da Once Upon a Time ein vornehmlich dialogbasierter Film ist, darf aber zumindest für jene Szenen Entwarnung gegeben werden, in denen Stimmen eben nicht in kleinen und engen Räumen dominieren. Dann sind auch die deutschen Dialoge gut verständlich. Dünner als im Original bleiben sie aber dauerhaft. Abseits der Sprache wird es schon mal etwas dynamischer, wenn bspw. Szenen von Drehorten der Western-Produktionen gezeigt werden. Holpert dann mal eine Kutsche vorbei, beschäftigt das auch den Tiefton. Ebenso wie die teils recht satt abgemischte Filmmusik. Richtig fett kommen dann die drei Faustschläge, die Booth im Gesicht des Hippies landet – hier hat man den Moment genutzt, um mal richtig die Volumenregler aufzudrehen. Wenn dann im Finale ein paar Schüsse aus den Colts abgegeben werden, zerreißen diese schön trocken die Stille und auch hier darf der Flammenwerfer noch einmal satt zupacken und wirklich auf allen Speakern für Dynamik sorgen.
Deutsch: DTS HD-Master 5.1 (80%)
Englisch: DTS HD-Master 7.1 (80%)
Bonus (50%)
Das Bonusmaterial von Once Upon a Time in Hollywood findet sich auf der Blu-ray wieder. Angefangen bei sieben zusätzlichen Szenen geht es weiter zu insgesamt fünf Featurettes. In „Quentin Tarantinos Liebesbrief an Hollywood“ schaut man in kurzen fünf Minuten ein wenig hinter die Kulissen und bekommt ein paar Interview-Schnipsel. „Bob Richardson“ kümmert sich etwas über vier Minuten lang um Tarantinos Stamm-Kameramann, der in Hollywood eine kleine Legende ist. „Die Autos von 1969“ wirft einen wirklich interessanten Blick auf die für den Film gesammelten und teils sehr speziell präparierten zeitgenössischen Fahrzeuge und „Die Restauration Hollywoods“ ist mit zehn Minuten das längste Featurette. Hier geht’s um das großartige Produktionsdesign des Films, das bei der Oscar-Verleihung noch eine Rolle spielen dürfte. In „Die Mode von 1969“ geht’s dann noch einmal um die Arbeit von Arianne Phillips, die das Kostümdesign des Films entworfen hat.
Gesamtbewertung Once Upon a Time in Hollywood (77%)
Was, wenn das Hollywood der Goldenen Ära noch existierte? Quentin Tarantinos Once Upon a Time in Hollywood ist ein Märchen, das der guten traditionellen Zeit der klassischen Hollywoodfilme eine Liebeserklärung macht und dabei auf eine grandiose Ausstattung, sensationelle Darsteller und einen (wie immer) kongenialen Soundtrack vertrauen kann. Vielleicht nicht das Meisterwerk der Meisterwerke Tarantinos. Aber eben ein innerhalb seiner Vita absolut logischer und stimmiger Film. Während der Ton weitgehend unspektakulär bleibt, liefert die UHD das natürlichere und weniger gelblastige Bild mit harmonischeren Kontrasten.
Warner Home Video veröffentlicht „Stephen Kings Doctor Sleep“, die Fortsetzung zu „Shining“ auf DVD, Blu-ray und 4K Blu-ray. Letztere erscheint mit Multi-HDR (HDR10, HDR10+ und Dolby Vision).
„Stephen Kings Doctor Sleep“ konnte an den Kinokassen leider nicht ganz überzeugen. Der Disc-Release soll es nun richten. Warner „schmückt die Braut“ und verpasst dem 4K Release alle am Markt relevanten HDR-Formate. Der Disc-Release erscheint sogar im Extended Cut und soll ganze 180 Minuten (3 Stunden) gehen. Auf der Blu-ray ist nur diese Filmversion vorhanden. Die 4K Blu-ray beinhaltet die kürzere Kinofassung mit ca. 150 Minuten, währen die beiliegende HD Blu-ray wieder den Extended Cut wiedergibt. Zu den deutschen Tonformaten liegen leider noch keine Informationen vor. Hier war Warner in der Vergangenheit jedoch immer sehr großzügig, was die Ausstattung angeht.
Originalton in Dolby Atmos
Die US-Version des Films wird auch mit Dolby Atmos Tonspur erscheinen. Der Originalton wird hierzulande sicherlich auch mit 3D Sound abliegen, vielleicht lässt sich Warner bei der deutschen Synchronisation auch zu einer Dolby Atmos Verarbeitung hinreißen? Als Bonusmaterial wurden bereits „Von Shining to Sleep“ und „Rückkehr zum Overlook-Hotel“ von der FSK geprüft. Mit nahendem Release am 09. April 2020 werden auch sicherlich die finalen Details zur UHD-Variante bald gelüftet.
Die 4K Blu-ray zu „Stephen Kings Doctor Sleep“ und viele weitere Neuheiten und Vorbesteller findet ihr in unserer Komplettliste. Nachfolgend könnt ihr sehen, ab wann der Titel auf Amazon.de vorbestellbar ist. Der Titel konnte schon bestellt werden, ist jedoch bereits sein über einer Woche „on Hold“. Hat Warner vielleicht die deutsche Version aufgrund des schwachen Kinoergebnisses bereits eingestampft? Wir hoffen mal nicht.
Hisense hat sich dazu entschieden der hochgelobten OLED-Technologie den Rücken zu kehren, um sich voll und ganz auf die Entwicklung und Produktion seiner ULED XD Dual-Cell-Fernseher zu konzentrieren.
Die Displaytechnologie mit selbstleuchtenden, organischen Pixeln hatte bei Hisense nur einen ganz kurzen Auftritt. Nach dem Debüt-TV O8B, der 2019 auf den Markt kam, ist auch schon wieder Schluss mit OLED. Das ist ziemlich verblüffend, setzen doch so gut wie alle TV-Hersteller im High-End Segment auf OLED (Sony, LG, Panasonic, Philips). Der Grund für diese Entscheidung soll in der erfolgreichen Entwicklung der proprietären DualCell ‚ULED XD‘-Panels liegen. Zwischen einem 4K Display und der Hintergrundbeleuchtung wird eine zusätzliche LC-Schicht in 2K Auflösung angebracht, was die Dimming-Zonen auf 2 Millionen erhöht. Je nach Displaygröße soll sich die Anzahl der Dimming-Zonen auf bis zu 24 Millionen erhöhen lassen. Hisense ist mit der DualCell-Technologie in der Lage, ein helles, kontrastreiches und farbenfrohes Bild darstellen und das zu günstigeren Preisen als OLED.
ULED XD beeindruckt auf der CES 2020
Auch der Blickwinkel der Hisense ULED XD Dual-Cell-TV Modelle war viel besser als bei konventionellen LCD TVs
Wir fanden, dass die Präsentation der ULED XD Modelle auf der CES 2020 doch recht beeindruckend war. Wir würden fast vermuten, dass viele Besucher die Dual-Cell-Technologie gegenüber einem OLED bevorzugt hätten. In Kombination mit dem Quantum Dot Materialien (ULED steht bei Hisense für Quantum Dot) gab es subjektiv betrachtet eine beeindruckende Bildpräsentation. Anbei haben wir euch ein kurzes Video zusammengestellt, um den Bildeindruck und Funktionsweise der ULED XD Technologie zu verdeutlichen:
„Wir konzentrieren uns derzeit darauf, ULED XD aufgrund seiner starken PQ-Leistung (Picture Quality = Bildqualität) und seines Mehrwerts gegenüber OLED erfolgreich zu machen“, sagte ein Hisense-Vertreter in einer Erklärung gegenüber TechRadar.
Hisense tauscht OLED gegen ULED XD
Der ursprüngliche Plan der TV-Division von Hisense sah vor, weitere OLED-Geräte in den wichtigen Märkten Nordamerika, Großbritannien, Australien und ausgewählte Länder in Europa einzuführen. Hisense hat diese Pläne komplett verworfen und wird die angepeilten High-Performance-Geräte durch äquivalente ULED XD Modelle tauschen. Die Aussage betreffend des nordamerikanischen Marktes sagt eigentlich alles aus: „OLED ist derzeit nicht Teil der US-Strategie“
Das 65 Zoll Modell der ULED XD Modelle wird in weitere Märkte eingeführt. Bei den 75 und 98 Zoll Varianten handelte es sich noch um Prototypen
Hisense hat sich mit seinem O8B OLED TV nicht unbedingt einen Gefallen getan. Ehrlich gesagt, hatte das Modell bis auf sein gutes Preis-/Leistungsverhältnis nur wenig zu bieten. Vor allem die Bildverarbeitung, die bei einem OLED ja den Unterschied zu den Konkurrenzprodukten ausmacht (da alle auf die gleichen Panels von LG Display zugreifen), konnte nur als „schwach“ beschrieben werden. Kunden, die sich im High-End-Segment umsehen, sind sicherlich nicht auf den günstigen Preis von Hisense hereingefallen. Nicht umsonst verkaufen sich aktuell OLED-TVs von Sony am zweitbesten, da der Hersteller eine sehr gute Bildverarbeitung abliefert.
Verliert OLED langsam seine Zugkraft?
Samsung scheut die OLED-Technologie wie ein gebranntes Kind das Feuer (noch). Nach den ersten Produktionsversuchen hat sich Samsung Display schnell dazu entschieden, den Fokus auf LCD und QLED (LCD + Quantum Dot) zu setzen. Auch TCL hat auf der CES 2020 bewiesen, dass man die Zukunft nicht in OLED, sondern in neuen LCD-Displaytechnologien z.B. mit MicroLED-Backlight, sieht. Mit Hisense bekommt die „Anti-OLED-Liga“ einen weiteren Mitstreiter. Versteht uns nicht falsch, OLED TVs liefern aktuell wirklich ein großartiges Bild ab. Die Technologie hat jedoch unüberwindbare Grenzen. Zum einen kann die Helligkeit nicht weiter erhöht werden, was eine optimale Farbdarstellung in den hohen Luminanzen unmöglich mahct, zudem sind große Displaydiagonalen immer noch sehr teuer und werden auch teuer bleiben. LG Display kann und will den Preis auch nicht weiter drücken. OLED soll Premium bleiben und nicht irgendwann zur „Massenware“ werden. Denn spätestens dann wird sich die OLED-Technologie nicht mehr rechnen.
Was haltet ihr von der Entscheidung von Hisense. Schlägt der chinesischen TV-Hersteller den richtigen Weg ein oder manövriert er sich damit auf lange Zeit gesehen ins Abseits?
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) bekommt es mit dem Kartellamt zu tun. Demnach solle die Bundesliga keinesfalls nur online zur Verfügung stehen.
Aktuell gibt es einen Zwist zwischen der DFL und dem deutschen Kartellamt. So will die DFL den Fans nicht zu viel Umschalterei zumuten, um bei der Bundesliga dranbleiben zu können. So sollte die sogenannte „No-Single-Buyer-Rule“ deswegen eigentlich ab der nächsten Ausschreibung wegfallen. Theoretisch könnten die Übertragungsrechte dann an einen einzelnen Anbieter gehen.
Da will das Kartellamt aber wiederum nicht tatenlos zusehen. So ist es das Ziel, dass die Bundesliga-Spiele der Saisons von 2021 / 2022 bis hin zu 2024/2025 eben nicht bei einem einzigen Anbieter zu sehen sein werden – schon gar nicht bei einem einzelnen Streaming-Anbieter. Eine ausschließliche Verlagerung der Übertragungen ins Internet heißt man beim Kartellamt nicht gut. Mindestens eines von vier bisher vorgesehenen Rechtepaketen müsse an einen Pay-TV-Sender mit Satelliten- und Kabelnetzzugang gehen.
Hier ließe sich leicht einwerfen, dass das Kartellamt nicht mehr zeitgemäß denkt: Für Nutzer, die halbwegs auf der Höhe der Zeit leben, ist völlig gleichgültig, ob die Spiele online oder über das lineare Fernsehen zur Verfügung stehen. Doch das Bundeskartellamt pocht darauf, dass die Ausschreibung der Medienrechte geändert werde. Demnach müsse die DFL „ein Vermarktungsmodell vorlegen, das den Wettbewerb zwischen verschiedenen Anbietern ermöglicht„.
Anreize zur Verbesserung der Berichterstattung
Laut dem Leiter des Kartellamtes, Andreas Mundt, gebe es bei einem einzigen Rechteinhaber keine Anreize die Berichterstattung zu verbessern und das Innovationspotential des Internets auszuschöpfen. Diese Argumentation ist jedoch wenig schlüssig, denn sollte der jeweilige Anbieter schlampen, könnte die DFL die Rechte das nächste Mal einfach anderweitig vergeben. Zudem liegt es so oder so im Sinne der Übertragenden die Zuschauer zufriedenzustellen und bei der Stange zu halten.
Die vier Pakete für die Live-Berichterstattung könnten, sollte die DFL ihren Wollen bekommen, auch an einen einzelnen Pay-TV-Anbieter gehen. Es gäbe eventuell aber die Einschränkung, dass eines der Pakte mit einem Streaming-Anbieter geteilt werden müsste. Verhindern will man seitens des Kartellamtes aber auch, dass z. B. ein Unternehmen wie DAZN sich alle vier Live-Pakete sichert. In diesem Fall müsste DAZN umgekehrt auch nur eines der Pakete mit einem Pay-TV-Anbieter teilen.
Was das Ergebnis sein wird, ist noch offen. Fußballfans dürften sich am Ende wohl eines am meisten wünschen: Eine leichte Möglichkeit alle gewünschten Spiele zentral zu verfolgen, ohne mehrere Anbieter abonnieren zu müssen.
Nachdem Google Anfang 2018 eine Youtube-App auf den Fire TV geblockt hatte, war es weitaus umständlicher die Videoplattform aufzurufen. Jetzt wird es eine offizielle Youtube App auf dem Fire TV geben. Im Gegenzug unterstützt Chromecast ab sofort Prime Video.
Es scheint so, als verstünden sich die großen Technik-Unternehmen gerade prächtig. Prime Video ist auf der Apple TV-Plattform verfügbar – ebenso Netflix. Netflix gibt es jetzt auch auf Sky Q und die Apple TV App ist bald auf Smart TVs von Samsung, LG und Sony verfügbar. Die jüngste „Friedenspfeife“ wurde wohl in den Büros von Amazon und Google angesteckt. Wie die Unternehmen berichten, wird es jetzt eine offizielle Youtube-App von Google auf den Fire TV Geräten geben. Dafür können zukünftig Prime Video Inhalte über Chromecast-Geräte gestreamt werden.
Google deaktivierte die Youtube-App auf Amazon Fire TV Geräten. Diese konnten jedoch weiterhin über Browser-Apps aufgerufen werden.
Prime Video auf Android TV streamen
Neben den Chromecast Streaming-Playern, werden auch Geräte die auf der Android TV Plattform basieren Prime Videos abspielen können. Das wäre unter Umständen auch auf Smart Displays mit Google Assistant, dem Sprachassistenten von Google, möglich. Eine Unterstützung für diese Sparte hat Amazon jedoch noch nicht eingeräumt. Beim Thema Sprachassistent hört die Freundschaft anscheinend wieder auf. So ist es immer noch nicht möglich Youtube-Videos über die Echo-Show Geräte per Sprachbefehl aufzurufen. Ob dieser Misstand mit einer nächsten Verhandlungsrunde behoben wird, darüber kann man aktuell nur spekulieren.
Einen genauen Zeitraum, wann die Apps und Features live gehen wurde noch nicht genannt. Wir schätzen, dass in den nächsten Wochen bereits entsprechende Firmware-Updates und Apps zur Verfügung stehen könnten. Bis dahin kann man auch weiterhin Youtube Videos über den Silk und Firefox-Browser auf den Fire TV Geräten abspielen. Ein richtiges Embargo seitens Google gab es somit nicht.
Google Stadia ist 2019 recht mau gestartet. 2020 soll das Jahr werden, in welchem der Dienst aufblüht. So hat man etwa mehr als 120 neue Spiele versprochen.
Der Start von Stadia verlief gelinde gesagt mehr als holprig. So fielen die ersten Tests recht ernüchtert aus und es wurden vor allem die versprochenen aber zu Launch fehlenden Features bemängelt. Zu allem Überfluss stellte sich dann auch noch 4K als Mogelpackung heraus, denn viele Spiele wurden nur hochskaliert und boten sogar eine schlechtere Grafikqualität als die Xbox One X – trotz der in Aussicht gestellten Rechenleistung von mehr als 10,7 TFLOPs. Google hat da also einiges zu tun, um die Gaming-Community nun doch noch von dem Angebot zu überzeugen.
Dessen ist man sich wohl bewusst, denn in einem neuen Beitrag in der offiziellen Stadia Community stellt man für 2020 mehr als 120 neue Games in Aussicht. Auf den ersten Blick mag das viel klingen, immerhin ca. alle drei Tage ein neuer Titel, doch bedenkt man das Angebot im PlayStation Store sowie im Microsoft Store, ist das durchaus eine realistische Angabe. Denn damit dürften ja nicht nur frische Triple-A-Titel gemeint sein, sondern sicherlich auch ältere Games, die dann erstmals ihren Weg zu Stadia nehmen.
Stadia hat eine errechnete Grafikpower von 10.7 Teraflops und ist damit theoretisch stärker als die PS4 Pro und Xbox One X zusammen.
Auch Indie Games dürften bei Google Stadia Einzug halten, ist der Streaming-Dienst doch eine nahezu perfekte Heimat für sie. Jene Spiele sollten bei Stadia dann tatsächlich problemlos in nativem 4K vorhanden sein. Google geht dabei noch etwas ins Detail: 10 neue Spiele werden im ersten Halbjahr bei Stadia erscheinen und auch exklusiv sein. Was und da genau erwartet, ist aber derzeit offen.
Google hat einen Plan für die nächsten drei Monate
Für die nächsten drei Monate hat Google eine Roadmap für Stadia. So hat man angekündigt, dass mindestens folgende Funktionen innerhalb jenes Zeitraumes nachgeliefert werden:
4K-Auflösung auch für das Spielen über den Browser
Google Assistant für das Spielen im Web
Unterstützung von mehr Android-Smartphones
Stadia-Controller kann auch kabellos für das Zocken im Browser genutzt werden
Falls ihr euch nun schon fragt, welche Games bei Google Stadia Einzug halten werden: Dazu will das Unternehmen im Februar 2020 Konkreteres verraten.
„Cord-Cutting“ wurde Mitte der 2010er von betroffenen Unternehmen als Mythos abgetan. Jetzt schwappt der „Trend“ nach Europa und trifft vor allem Pay-TV-Pionier Sky hart.
Was ist eigentlich „Cord-Cutting“? Mit dem Begriff wird da symbolische Durchschneidens eines Kabels beschrieben, als Synonym der Kündigung von Pay-TV Inhalten.In den USA hat der Trend im 3. Quartal 2019 ein neues Allzeithoch erreicht. Mehr als 20.000 TV-Haushalte kündigen dort täglich eine oder mehrere Pay-TV-Abonnements. Allein im dritten Quartal haben sich so rund 660.000 Haushalte kostenpflichtigen Kabel- oder Satellitendiensten getrennt. Dazu kommen noch mehreren Zehntausend, die ihr Abonnement nicht komplett aufgeben, aber zumindest ein Downgrade vornehmen – sogenanntes „Cord-Shaving“.
Sky verliert erstmals Abonnenten
Die Quelle Informitv hat nun Zahlen veröffentlicht, nachdem Sky in Europa erstmals mit einen Rückgang seiner Abonnentenzahlen zu verzeichnen hat. 98.000 Nutzer verteilt auf Großbritannien, Irland, Deutschland, Österreich und Italien haben sich im 3. Quartal 2020 wohl dafür entschieden, ihr Abonnement bei Sky zu verkleinern oder komplett zu kündigen. Der Wegfall beliebter Sportevents wie z.B. der Champions League bei Sky, haben sicherlich Auswirkungen auf die Abonnentenzahlen. Zum Vergleich: im 2. Quartal 2019 hatte man noch 304.000 Abonnenten dazugewinnen können.
Vom klassischen TV zum Streaming
In den USA gehen Unternehmen dazu über sich zu Konsolidieren und kleinere, schwächere Studios und Distributoren zu übernehmen. Den Unternehmen gehen weiterhin TV-Abonnenten flöten, dafür wird parallel in eine Streaming-Zukunft investiert, die die Verluste auf lange Sicht kompensieren oder zumindest abmildern soll.
„Obwohl einige Betreiber Fernsehabonnenten verlieren, stellt der Multiscreen-Index dies in einen Kontext“, sagte William Cooper, Direktor von Multiscreen-Index. „Trotz gewisser Kundenabwanderung, werden durch Unternehmenskonsolidierung neue sehr große skalierte Player geschaffen. Mit beträchtlichen wiederkehrenden Einnahmen können sie es sich immer noch leisten, einige Kunden zu verlieren.“
Später im Jahr 2020 werden Comcasts NBCUniversal und AT & Ts WarnerMedia ihre jeweiligen Streaming-Dienste Peacock und HBO Max starten, und somit den Übergang von herkömmlichem Pay-TV zu Streaming beginnen. Dieselben beiden Unternehmen verlieren im Rekordtempo TV-Abonnenten.