2020 war ein sehr spezielles Jahr für Kino- und Heimkino-Branche. Während Kino- und Disc-Einnahmen eingebrochen sind, erwies sich Streaming als lachender Dritter.
2020 mussten die Kinos weltweit wegen der Pandemie über weite Strecken geschlossen bleiben. Als Resultat verschoben etliche große Studios ihre Filme aus das nächste Jahr oder schoben sie in eigene Streaming-Angebote bzw. lizenzierten sie flugs an Partner wie Amazon Prime Video oder Netflix. Auch mit PVOD-Angeboten wurde gerne experimentiert, wie Universal es mit „Trolls World Tour“ vormachte.
Laut dem jährlichen Theme Report der Motion Picture Association verstärkte die Corona-Krise somit stark den ohnehin anhaltenden Trend hin zu digitalen Angeboten. Die Kinoeinnahmen sanken dabei genauso erheblich wie auch die Verkaufszahlen und Marktanteile der Discs. Es zeichnet sich also ab, dass die Disc im Heimkino zur Nische wird.

Einnahmen durch digitale Angebote, PVOD ist hier übrigens nicht einmal eingerechnet, machten 76 % des Marktes aus. Das Kino kam nur auf 15 % und lediglich 9 % der Home-Entertainment-Einnahmen gingen noch auf DVDs, Blu-rays und Ultra HD Blu-rays zurück. Das zeigt eindeutig, in welche Richtung wir uns bewegen. 2021 dürfte sich zwar das Gleichgewicht wieder etwas verschieben, da die Kinos schrittweise öffnen und es wieder mehr Filme zu sehen geben wird, doch die Dominanz der digitalen Plattformen dürfte nicht mehr aufzuhalten sein.
In nur sechs Jahren hat sich der Heimkino-Markt rasant verändert
2015 dominierten noch optische Datenträger im Heimkino. In lediglich sechs Jahren haben sich hier also radikale Veränderungen ergeben. Die Ursachen sind vielfältig. Unter anderem streben immer mehr Studios danach Mittelsmänner wie die Kinobetreiber zu umgehen und mehr Kontrolle zu erhalten. Da sind hauseigene Streaming-Angebote im doppelten Sinne ideal, denn dort lassen sich auch wertvolle Nutzungsdaten sammeln.

Einen Weg zurück wird es nicht mehr geben. Spannend wird aber sein, wie 2021 die Ergebnisse aussehen werden. Mal abwarten, wie sehr sich die Märkte für das Kino und Discs in diesem Jahr möglicherweise erholen.







