Viele Fans von „Games of Thrones“ haben Probleme mit der 8. Staffel der Fantasy-Saga. Szenen sind viel zu dunkel, Details gehen unter oder von Kompressionsartefakten übersteuert. Selbst schuld!
Diese Ansicht teilt zumindest Kameramann Fabian Wagner, der viele der Szenen für die finale Staffel eingefangen hat. Einige Leute dürften sich durch die Aussage vor den Kopf gestoßen fühlen. Wagner macht damit aber auf ein Problem aufmerksam, dass nicht nur die Darstellung von Game of Thrones, sondern alle Heimkino-Präsentationen betrifft. Die achte Staffel von Game of Thrones ist düster, wohl eher dunkel – zu dunkel. Angeblich sei das so beabsichtigt. Die Bildsprache soll die Dramaturgie der letzten Folgen mittragen. Und so viel „buntes“ ist man von GOT eh nicht gewohnt.
GOT verdient Heimkino-Equipment
Fans nennen vor allem die dritte Episode als Negativbeispiel. Wir verraten euch nicht worum es darin geht, aber ja, Schwarz war wohl die Farbe der Stunde! Es liegt in der Natur des Heimkinos, dass die Darstellung von Inhalten meist nicht mit der Vision des Filmemachers übereinstimmt. Das beginnt bereits mit der Auswahl des Wiedergabegerätes, welches für die Darstellung genutzt wird. GOT auf einem Tablet oder Smartphone ansehen? Geht’s noch? Wer einen Fernseher oder Projektor einsetzt, hat schon bessere Karten um eine, aus Sicht der Filmemacher, „optimale Bildqualität“ zu erhalten.

Falsche Bildeinstellungen – schlechte Bildquelle
Doch selbst wenn man sich ein Referenzgerät ins Haus holt, gefühlt 90 Prozent nutzen das Modell auf Werkseinstellungen oder „fummeln“ selbst etwas in den Menüs herum. Ganz schlimm sind voreingestellte Bildmodi wie „Dynamisch“ oder „Natürlich“, welche ebenfalls Lichtjahre von einer optimalen Bildeinstellung entfernt sind. Und zuletzt wählt man noch eine schlechte Quelle des Materials. Ein 720p-Stream auf einem 4K Fernseher ist womöglich nicht die optimale Source für die Wiedergabe einer so hochwertig produzierten Serie wie Game of Thrones. Doch da gibt es ein Problem: Die Folgen werden nicht in besserer Qualität ausgestrahlt – weder auf Prime Video, iTunes, Google Play oder . Bei HD-Qualität ist Schluss. Eine 4K UHD Blu-ray mit HDR ist bereits in Aussicht gestellt, das hilft Fans die endlich das Ende von GOT erfahren möchten jedoch auch nicht weiter.
Licht aus!
Was einfach umzusetzen ist, aber auch vielen nicht einleuchtet: Licht aus! Die Serie sei inszeniert wie ein Kino-Blockbuster, sollte somit auch nicht in einem Wohnzimmer mit mehreren Lichtquellen genossen werden. Stellen wir uns vor, wir haben einen komplett abgedunkelten Heimkinoraum mit einem perfekt kalibrierten Fernseher/Projektor. Vielen Zuschauern wird das Setting immer noch zu dunkel sein. Und da geht es nicht nur privaten Anwendern so, sondern auch den Profis.
„…im Dunklen gelassen…“
So meldet sich z.B. Film- und Fotografiekünstlerin Sophie Barrott (Die Dame war uns bisher kein Begriff) zu Wort, die die Wiedergabe der dritten Folge nach 15 Minuten abgebrochen hat: „Es gibt eine feine Linie zwischen der Schaffung von Atmosphäre für den Zuschauer, der acht Staffeln auf den finalen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Untoten und Lebenden gewartet hat, nur um komplett im Dunkeln gelassen zu werden, was die Augen unglaublich belastet. Fehlende Lichtquellen und überzogene Schwarztöne bei der Farbbearbeitung der Episode führen zu einer Mischung aus Frustration und intensiver Vorstellung.“
Was denkt ihr?
Uns ist bewusst, dass man bei der Wiedergabe von Filmen uns Serien viel falsch machen kann. Es kommt einem aber fast so vor, als würde Fabian Wagner im Interview mit Wired den schwarzen Peter den Zuschauern zuschieben wollen. Klar kann man darauf pochen, dass der Content nicht mit perfekt eingestelltem TV/Projektor in einer perfekt abgedunkelten Umgebung vorgeführt wurde, aber wissen die Game of Thrones-Macher erst seit gestern, dass nur wenige Nutzer ein optimales Setup besitzen? Wie zufrieden wart ihr mit der Episode „Die lange Nacht“ bzw. allen bisher gezeigten Folgen? Wem trifft am Ende die Schuld?































