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Netflix deaktiviert Drosselung: Videostreams wieder mit voller Bandbreite

Nach mehreren Wochen mit reduzierter Bandbreite scheint der Streamingservice Netflix endlich seine Drosselung deaktiviert zu haben. Videostreams mit HDR und 4K Auflösung werden wieder mit über 15 Mbit/s übertragen.

Update II: Netflix hat gegenüber flatpanelshd.com die Rückführung aus der Drosselung bestätigt. Das Unternehmen arbeite mit Internetprovidern zusammen um die Kapazitäten für den Streamingdienst wieder für alle Nutzer auf das ursprüngliche Niveau zu bringen. Somit kann es je nach Internetanbieter, Wiedergabegerät und ggf. Standort noch zu reduzierten Bitraten von 7.62 Mbit/s oder weniger kommen.

Update I: Wie es aussieht, ist die Aufhebung der Drosselung nicht ganz konsistent. Netflix scheint die Bitrate in Abhängigkeit vom Content anzupassen. Während viele 4K/Dolby Vision-Streams bereits mit 15.25 Mbit/s über den Bildschirm flimmern, laufen einige  4K/SDR Titel noch immer mit reduzierten 7.2 Mbit/s. Normalerweise sollte der Wert bei mindestens 11+ Mbit/s liegen. Wir halten euch auf dem Laufenden, wie sich die Bitraten-Reduzierung auf Netflix entwickelt.

Originalbeitrag: Rund 50 Tage mussten sich Netflix-Abonnenten mit Filmen und Serien in reduzierter Bitrate zufriedengeben. Vor allem Nutzer eines Premium-Abos (Ultra HD + HDR / Dolby Vision) dürften den Einbruch der Bildqualität bemerkt haben. Selbst HD-Streams wie z.B. die populäre Serie „Haus des Geldes“ (Originaltitel: „La Casa De Papel“), zeigten weitaus mehr Bildartefakte und brauchten zum Teil Minuten um eine passable Bildqualität zu erreichen. Alle diese Beschränkungen sollten jetzt der Vergangenheit angehören. Wie es wortwörtlich „aussieht“, hat Netflix die Drosselung endlich aufgehoben. In unserem Testlauf lieferten uns verschiedene Endgeräte (LG Smart TV, Nvidia Shield und Apple TV 4K) jeweils die maximale Bandbreite von 15.25 Mbit/s.

Serien und Filme mit 4K/HDR (Dolby Vision) werden wieder mit über 15 Mbit/s übertragen
Serien und Filme mit 4K/HDR (Dolby Vision) werden wieder mit über 15 Mbit/s übertragen (Bild: Netflix / Chef’s Table)

Die Reduzierung der Bitraten wurde ursprünglich von der Europäischen Union erbeten und auch prompt von Netflix, Disney+, Youtube und Amazon Prime Video umgesetzt worden. Kein Wunder, bedeuten geringe Bitraten automatisch Einsparungen bei den Betriebskosten. Ursprünglich sollte damit das Internet vor einem Kollaps bewahrt werden. Es wurde nämlich befürchtet, dass der vermehrte Einsatz im Homeoffice und das allabendliche Streaming die Infrastruktur in die Knie zwingen könnte. Fachmänner von der Deutschen Telekom oder DE-CIX (weltweit größter Internetknoten) widersprachen dieser These vom ersten Tag an.

Der Supergau blieb aus

Es hat sich definitiv bewahrheitet, dass mehr Menschen das Videostreaming zur Unterhaltung, vor allem in den Abendstunden, nutzten. Der große Ansturm und der „Supergau“ ist jedoch ausgeblieben. Jetzt ist die Zeit gekommen, den Kunden das zu geben, wofür sie bezahlt haben. Qualitativ hochwertige Inhalte in 4K Qualität mit HDR/Dolby Vision und Dolby Atmos 3D Sound – ohne Drosselung! Wir werden versuchen in Erfahrung zu bringen, wie es um die anderen Streamingdienste (Disney+, Youtube, Prime Video) in puncto Drosselung bestimmt ist.

Sharp veröffentlicht seine ersten OLED-TVs

Nachdem 8K selbst in Japan bisher nicht zünden konnte, wenden sich dort immer mehr Hersteller OLEDs zu. Das gilt auch für Sharp, die in ihrem Heimatland nun ihre ersten 4K-OLEDs auf den Markt bringen.

Zuvor hatte Sharp versucht mit 8K-TVs die Kunden für such zu gewinnen. Japan ist da ein sehr fortschrittlicher Markt, in dem neue Technologien in der Regel deutlich schneller adoptiert werden, als etwa in Deutschland. Dennoch zögerten die Kunden auch dort, sodass die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurückbleiben. Nun sollen es für Sharp OLEDs richten. Da ist Sharp in guter Gesellschaft, denn mittlerweile setzen im Premium-Segment, bis auf Samsung, im Grunde alle TV-Hersteller auf OLED.

Wobei selbst Samsung da ja bereits Pläne hegt, denn man plant sogenannte QD-OLEDs, OLED-Fernseher mit Quantum Dots. Doch zurück zu Sharp, welche nun mit den Modellen der Reihe CQ1 im OLED-Segment wildern. Es kommen zwei Modelle mit 55 bzw. 65 Zoll Diagonale auf den Markt, die preislich bei umgerechnet ca. 2.400 Euro starten. Es handelt sich um 4K-Modelle und die Panels stammen von LG. Als Herzstück dient ein eigener SoC von Sharp, der „Medalist S1“. Leider beschränken sich die Anschlüsse immer noch auf HDMI 2.0. In Japan erscheinen die neuen Modelle am 23. Mai 2020.

Sharp OLED 2020
Sharp bringt nun auch OLED-TVs – links im Bild

Als Betriebssystem der Fernseher hält Android TV her, was natürlich eine breite Verfügbarkeit an Apps gewährleistet. Offen ist nun, ob Sharp diese OLED-TVs auch außerhalb Japans auf den Markt bringen möchte. Denn bisher liegen dazu noch keine weiteren Ankündigungen vor.

Sharp dürfte im September mit mehr Informationen aufwarten

Im September 2020 stünde traditionell die IFA in Berlin an, die aber dieses Jahr wegen der Corona-Krise mit abgewandeltem Konzept stattfinden wird. Eventuell wird uns Sharp dann mehr zu einer internationalen Veröffentlichung seiner OLED-TVs verraten. Sharp hebt für die OLED-Serie CQ1 auch die Soundqualitäten hervor – es kommen 2 Hochtöner, 4 Mitteltöner und 1 Subwoofer zum Einsatz. Das soll eine Gesamtleistung von 65 Watt (10 W + 10 W + 15 W + 15 W + 15 W) ermöglichen.

Außerdem unterstützen die Sharp CQ1 neben HDR10 und HLG auch Dolby Vision. Unser größter Kritikpunkt ist das fehlende HDMI 2.1 – auch eARC bieten die TVs laut Sharp nicht, sie stecken bei ARC fest. Da bald eine neue Konsolengeneration naht, die HDMI 2.1 ausnutzen soll, sind TVs ohne HDMI 2.1 2020 nur noch bedingt empfehlenswert.

Denon beantwortet Fragen zu AV-Receivern, Multiroom-Audio und HDMI 2.1 im Livestream

Denon stellt sich in einem Livestream den Fragen der Community. Es sind zwei Termine für „DENON Live“ einberaumt, um ausführlich über die Themen „Streaming & Multiroom“ und „Heimkino“ diskutieren zu können. 

Die aktuelle Situation verlangt ein Umdenken bei den Herstellern von Unterhaltungselektronik. Nachdem unzählige Events wie z.B. die High-End in München, die IFA in Berlin sowie weitere kleinere Hausmessen und Roadshows ausgefallen sind, ist es für Hersteller wie Denon sehr schwer geworden, in den direkten Kontakt mit den Konsumenten zu treten. Wie gut das wir bereits im digitalen Zeitalter angekommen sind. Mit „Denon Live“ stellen sich die Fachmänner von Denon den Fragen der Community.

Die beiden Talkrunden sind auf jeweils 90 Minuten angesetzt und werden live auf Facebook und Youtube übertragen. Alle sind eingeladen ihre fachbezogenen Fragen zu stellen. Händler, Kunden oder Audio-Interessierte – jeder ist willkommen. Um die Moderation etwas zu vereinfachen und um wiederkehrende Fragen zu vermeiden, könnt ihr eure Fragen und Anliegen bereits vorab an technik@denon.de schicken. Fragen die sich für euch vielleicht erst während des Streams ergeben, könnt ihr natürlich auch live im Chat stellen.

Folgende Termine solltet ihr euch merken:

DENON LIVE – Streaming und Multiroom
Wann: 14.05.2020 Premiere
Uhrzeit: ab 18 Uhr (ca. 90 min.)
Themen: 110 Jahre Denon | Streaming und Multiroom mit HEOS Built-in | Die DENON Home Lautsprecher

DENON LIVE – Heimkino
Wann: 15.05.2020
Uhrzeit: ab 18 Uhr (ca. 90 min.)
Themen: Heimkino | AV-Receiver und Ausblick auf HDMI 2.1

Denon wird die Möglichkeit sicherlich auch Nutzen um die Social-Media-Kanäle etwas zu pushen. Der deutsche Youtube-Kanal hat lediglich etwas über 430 Abonnenten, der Facebook-Kanal ist dagegen ganz schön beliebt, über 330.000 Nutzer treten hier direkt mit den Fachmännern von Denon in Kontakt

Plasmonische Pixel: Neue Technik ermöglicht Nanometer-große Bildpunkte

Forscher der Universität Stuttgart arbeiten aktuell an einer Technik rund um plasmonische Pixel. Dadurch sollen extrem farbechte und hochauflösende Bildschirme möglich werden.

So heißt es seitens einer Mitteilung der deutschen Universität, dass aktuelle Bildpunkte zu groß seien, um das volle Potenzial ultrahochauflösenden Materials auszuschöpfen. An diesem Problem haben Physiker der Universität Stuttgart gearbeitet und erstmals Schaltprozesse mit bisher nicht genutzter Nanometerauflösung vermessen. Auf Basis der Forschung wäre die Entwicklung neuer, innovativer Bildschirme möglich.

So wird aktuell weltweit daran geforscht, wie man die Pixel / Bildpunkte / Farbklekse physisch verkleinern kann, um noch höhere Auflösungen zu erzielen. Und da ist die Nanoplasmonik eben ein vielversprechender Ansatz. Dabei werden laut der Universität die optischen Streueigenschaften Nanometer-großer metallischer Partikel genutzt. Denn jene Metallpartikel können besonders reine Farben erzeugen. Variiert man nun deren Größe, lassen sich Farben über das sichtbare Spektrum hinaus erzeugen.

Die gestreuten Farben lassen sich mit den passenden Phasenübergangsmaterialien steuern, was Pixel in Nanometergröße ermöglicht, deren Farben sich ein- und ausschalten lassen. Vielversprechend erscheint den Forschern da als Phasenübergangsmaterial derzeit Magnesium, da es in großen Mengen günstig zu haben ist und mit Hilfe von Wasserstoff zu einem dielektrischen Isolator geschaltet werden kann – also von einem farbig erscheinenden zu einem durchsichtigen Partikel.

Produkte für den Massenmarkt sind noch weit entfernt

Schwierig ist an der ganzen Angelegenheit, dass die Prozesse auf der Nanoskala derzeit noch erforscht werden müssen. So gibt es Regionen, in denen das weitere Schalten behindert, verlangsamt oder ganz unterbunden wird. Am Phasenübergang vom metallischen Magnesium zu dielektrischem Magnesiumhydrid kommt es nämlich zu einer starken Ausdehnung des Volumens und zur Ausbildung dieser sogenannten Diffusionsbarrieren. Dadurch kann man das ganze Verfahren also noch nicht sicher kontrollieren.

In Stuttgart ist es aber nun erstmals gelungen die Prozesse zu vermessen, um die Einflüsse auf die Schaltprozesse besser zu analysieren und zu verstehen. Darauf aufbauend könnte man nun versuchen die Materialeigenschaften erheblich zu verbessern. Die Wissenschaftler sind optimistisch und nehmen an, dass auf Basis der Techniken z. B. holographische 3D-VR-Brillen in wenigen Jahren Realität werden könnten. Warten wir es aber mal ab, denn noch sind freilich keine Produkte für den Massenmarkt in der Entwicklung.

Hollywood nach der Corona-Krise: Man rechnet mit einer langen Erholungsphase

Die Corona-Krise beutelt auch die Filmstudios in Hollywood. Man rechnet damit, dass auch nach der Wiedereröffnung der Kinos aber erst langsam die Normalität zurückkehren wird.

So starten größere Kinofilme ja wieder im Juni bzw. Juli 2020 in den Kinos. Ein Beispiel ist Christopher Nolans Mischung aus Spionage- und Science-Fiction-Film: „Tenet“. Ursprünglich versprach sich das produzierende Studio Warner Bros. davon einen wuchtigen Blockbuster, beobachtet die Lage aber nun deutlich nüchterner. Am 17. Juli 2020 startet „Tenet“ in den USA. Ebenfalls im Juli 2020 soll etwa der Disney-Film „Mulan“ anlaufen. Da wird Disney wohl ebenfalls sehr genau hinschauen, ob man schon Einspielergebnisse erwarten kann, die sich lohnen. Am 7. August will hingegen Paramount mit „Spongebob: Songe on the Run“ wieder Kinogänger überzeugen.

Dabei kommt den Studios ungelegen, dass es aktuell je nach Land unterschiedliche Vorgaben gibt. In einigen Ländern bleiben die Kinos geschlossen, in anderen dürfen sie wieder öffnen. Das macht Kalulationen schwer, zudem sich der Status Quo wegen COVID-19, bei steigenden Infektionsraten, auch wieder ändern kann. Experten rechnen damit, dass die ersten Einspielergebnisse größerer Blockbuster zunächst hinter den sonst üblichen Erwartungen zurückbleiben werden. Erst auf lange Sicht dürfte sich wieder Normalität einstellen.

Studios suchen deswegen bereits nach anderen Mitteln und Wegen, um mit verschobenen Filmen Einnahmen zu generieren: Disney etwa hievt „Artemis Fowl“ direkt zu Disney+ und Universal hat seinen Film „Trolls World Tour“ lieber digital zum Leihen angeboten – sehr zum Ärger der Kinoketten, die sich in ihrer Existenz bedroht fühlen. Nun muss man abwarten, wie die Studios verfahren werden und ob sie ihre größten Produktionen eventuell weiter verschieben.

Für Hollywood steht viel Geld auf dem Spiel

Filme, die mehrere 100 Mio. US-Dollar kosten, müssen im Kino entsprechend erst einmal enorme Einnahmen erwirtschaften. Deswegen kann es im Zweifelsfall sinnvoller sein einen potenziellen Blockbuster vorerst zu verschieben, statt ihn in halbleeren Sälen laufen zu lassen. Das wägen derzeit große Majors wie Disney, Universal, Warner Bros., Paramount und Sony ab.

Christopher Nolan soll aktuell etwa drängeln, damit sein Film „Tenet“ am 17. Juli startet. Sollte es tatsächlich so kommen, wird wohl die gesamte Industrie mit Argusaugen auf die Einnahmen blicken.

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers auf 4K Blu-ray im Test: Versöhnender Abschluss der Saga?

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Inhalt (75%)

Was mit Star Wars Episode IV: Eine neue Hoffnung 1977 begann, endet nun, gut 43 Jahre später, mit Star Wars Episode IX: Der Aufstieg Skywalkers. Das Finale der dritten Trilogie will erzählerisch die Brücke zu den Vorgängern schlagen und sich wieder auf die Traditionen berufen. Nicht ohne Grund, denn mit Star Wars Episode VIII: Die letzten Jedi hatte Regisseur Rian Johnson eine Menge Kredit bei den Fans verspielt. Er musste sich gar einer Welle der (deutlich übertriebenen) Verachtung erwehren, weil er in den addierten Fähigkeiten Luke Skywalkers den Hardcore-Anhängern viel zu weit gegangen war. Vielleicht lag die Kritik teils auch darin begründet, dass man ausgehend von Abrams Das Erwachen der Macht plötzlich „zu viel“ Innovation einbrachte. Denn Episode VII war nun alles andere als mutig oder gar progressiv. Nun allerdings sollte es an Abrams liegen, die Kohlen wieder aus dem Feuer zu holen und sämtliche Fans zu einem versöhnlichen Ende zu führen.

Steht wieder im Fokus der Geschichte: Rey || Bild: Lucasfilm – Walt Disney

Herausgekommen ist nun (analog zu Episode III) ein Film, der deutlich düsterer geworden ist als die beiden Vorgänger. Schon die Anfangs-Sequenz, in der Kylo Ren den Imperator aufspürt, vermittelt Gänsehaut-Feeling. In düster-grauen Bildern bekommen wir noch einmal dessen hasserfüllte Kämpfe gezeigt und werden Zeuge, wie sich die gigantische Sternenzerstörer-Flotte erhebt. Das sind kraftstrotzende Bilder, die man in der neuen Trilogie bisweilen vermisste. Und es ist eine passende Einleitung in den Film, die deutlich aufzeigt, dass es dieses Mal dramatischer zugehen wird.

Natürlich liefert die helle Seite der Macht auch in Der Aufstieg Skywalkers den Gegenpol sowie den entspannenden Humor. Die Kabbeleien zwischen Rey und Poe sorgen für Auflockerung, während es zwischen Kylo und Rey immer wieder Machtkämpfe (im wahrsten Sinne des Wortes) auf spiritueller Ebene gibt. Das ist alles kurzweilig und schlüssig inszeniert. Und es bietet vor allem die Möglichkeit, ein Problem der Episode VIII auszumerzen. Diese konzentrierte sich bisweilen zu sehr auf die Figur Luke Skywalkers, vernachlässigte dafür aber Rey. Die junge Jedi-Kämpferin ist in Episode IX hingegen wieder zentrale Hauptfigur – glücklicherweise. Denn wenn die neueste Trilogie einen Pluspunkt hat, dann den der besseren Darsteller. Ich weiß, es klingt immer wie Leichenfledderei. Aber Mark Hamill war nie ein sonderlich guter Schauspieler. Und auch eine Carrie Fisher blieb seinerzeit limitiert.

General Leia Organa ist für Rey eine Art Ersatzmutter || Bild: Lucasfilm – Walt Disney

Daisy Ridley, Oscar Isaac und auch John Boyega haben indes das Talent, ihre Figuren mit Seele zu füllen. Und gerade an Ridley ist es nun, tief in ihre eigene Vergangenheit vorzudringen. Und dabei wird’s auch mal sehr unbequem. Wenn sie nach knapp 40 Minuten mehr von ihrer Macht nutzt als ihr lieb ist, wird sie mit Emotionen konfrontiert, die sie bis dato nicht kannte. Das gibt ihr die Möglichkeit für einen emotionalen Auftritt. Leider kappt das Drehbuch in diesem Moment eine Vertiefung eben jener Situation, in dem es für den Zuschauer zu schnell aufklärt und für Rey zu schnell zum Alltag über geht. Den erzählerischen Höhepunkt gibt’s dann nach einer Stunde, wenn Rey erfährt, wer hinter der Ermordung ihrer Eltern steckt. J.J. Abrams hält hier noch einmal eine kleine Überraschung bereit, die der Regisseur vielleicht auch deshalb einbrachte, weil man Johnson im Vorgänger vorwarf, den Hintergrund von Reys Familie arg „nichtig“ gestaltet zu haben. Es blieb seinerzeit die Frage offen, warum gerade sie eine so wichtige Rolle im Universum der Jedi spielen sollte. Nun tut sie es und Ridley liefert hier eine wirklich herausragende Leistung ab.

Auch für Kylo Ren gibt’s einen emotionalen Höhepunkt. Einen, der zeigt, dass Adam Driver vielleicht doch gar nicht so fehlbesetzt ist, wie man ihm in dieser Rolle immer nachgesagt hat. Innerhalb von 25 Minuten gibt’s drei massive Einschnitte bei beliebten und neuen Charakteren, dem Zuschauer ist’s aber (leider) fast egal. Schwer zu sagen, warum diese Momente nicht gänzlich zünden. Vielleicht deshalb, weil sie etwas zu fragmentarisch bleiben, zu schnell und aufeinander folgend abgehandelt werden. Vielleicht liegt’s auch daran, dass Abrams Vieles wieder revidieren/ändern muss, was Johnson „verbrochen“ hatte. Einige Dinge (wie die Love-Story zwischen Finn und Rose) finden schlicht nicht mehr statt. Tatsächlich findet auch Rose selbst leider praktisch nicht mehr statt. Außerdem wirkt die Wiederbelebung des Imperators wie eine etwas unglückliche Lösung, einen adäquaten Antagonisten an die Stelle des eigentlich so faszinierenden Snoke zu setzen.

Adam Driver zeigt endlich Profil als Kylo Ren || Bild: Lucasfilm – Walt Disney

Und dann gibt’s erneut Details, die Fans der Ur-Trilogie nicht ganz zu Unrecht auf die Barrikaden riefen. Zu was die „Macht“ mittlerweile fähig ist, entbehrt quasi jeder in den Episoden IV bis VI angelegten Grundlage. Das ist deshalb schade, weil nur durch diese „Übermacht“ Dinge erklärt und zu einem gewissen Abschluss gebracht werden. Abschluss ist ein gutes Stichwort. Inhaltlich hat Abrams im Sinne seiner Episode VII vermutlich das Beste rausgeholt, wenn man bedenkt, welche Voraussetzungen er nach Episode VIII hatte. Weniger kompromissbehaftet als den Inhalt darf man hingegen das Visuelle ansehen. Denn in puncto Action und Optik macht Abrams keiner so schnell etwas vor. Was die Schauwerte angeht, ist Star Wars Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers die erwartete allererste Sahne.

Die investierten 270 Mio. Dollar erkennt man an jedem Set, jedem visuellen Effekt und jeder Kreatur des Films. Ob es die angesprochen düster-bedrohliche Eingangssequenz ist, die spektakuläre Speeder-Sequenz nach einer halben Stunde, der unwirtliche Ort vor dem Wrack des Todessterns oder die finale Weltraumschlacht – das sieht alles fantastisch und extrem beeindruckend aus, ist höchst kurzweilig inszeniert und extrem unterhaltsam.

Bildqualität (90%)

Während der direkte Vorgänger noch mit einer Mischung aus analogen und digitalen Kameras gefilmt wurde, kehrt J.J. Abrams zurück zur Gangart von Das Erwachen der Macht. Entsprechend filmte er komplett analog. Von diesem Filmmaterial wurde dann ein hoch aufgelöster Scan angefertigt, der über ein 4K Digital Intermediate im Kino und jetzt auch auf UHD landete. Nachdem Disney bei The Last Jedi noch mit Dolby Vision experimentierte, bleibt dies nun Disney+ vorbehalten. Der Aufstieg Skywalkers muss mit statischem HDR10 auf der UHD sowie einem im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum auskommen.

Dennoch ist es vor allem die Kontrastdynamik, die hier für ein lebhafteres Bild gegenüber der Blu-ray sorgt. So sind die farbigen Umhänge beim Volksfest auf Pasaana noch etwas kräftiger und kommt die rote Sonne am Himmel von Tatooine ganz zum Schluss noch satter rüber. Allerdings gehen der generelle Farblook/das Color Grading zwischen BD und UHD einigermaßen Hand in Hand und unterscheiden sich nicht maßgeblich.

Die UHD hat prägnantere Spitzlichter und ist insgesamt kontrastreicher || Bild: Lucasfilm – Walt Disney

Die Kontrastintensivierung sorgt allerdings für sichtbar abgestuftere Nuancen und mehr Plastizität. Beim Anflug auf Pasaana zeigt der Wüstenplanet in einer Mischung aus mehr Kontrast und etwas intensiveren Farben deutlich mehr Farbabstufungen und Schattierungen. Ähnliches gilt für die Dschungel-/Waldmomente, in denen Bäume und deren Blattwerk mehr Zwischentöne im Braun und Grün aufweisen. Hinzu kommt die bessere Durchzeichnung auf hellen Flächen und Hintergründen. So überstrahlen die sonnendurchfluteten Bereiche weniger und offenbaren deutlichere Objekte vor ihnen – beispielsweise bei sanften Wolkengebilden vor hellem Himmelshintergrund.

Schwarz ist in den Allszenen noch mal die Spur tiefer, die den Weltraum nicht mehr von den schwarzen Balken abhebt. Allerdings könnten die Sterne (trotz der Maximalhelligkeit von 724 Nits auf der Disk) noch kräftiger funkeln. Highlights und Spitzlichter grenzen sich zwar besser von Umrissen ab, hat man aber bis auf wenige Ausnahmen schon beeindruckender gesehen. Die Körnung ist noch mal feiner, ab und an aber auch sichtbarer und deshalb deutlicher. Mit dem Wuseln auf der weißen Wand hinter Kylo werden Digitalfans nur wenig anfangen können (24’01). Neben der Körnung ist aber auch die Detaildarstellung noch etwas besser. Ausgehend von der schon sehr scharfen Blu-ray sind das zwar nur Nuancen, dennoch zeichnen sich leichte Muttermale, Grübchen oder die kleine Narbe in Reys/Ridleys Gesicht noch etwas dreidimensionaler ab.

Tonqualität (90%)

Hatte der direkte Vorgänger fürs Deutsche bereits „nur“ eine Dolby-Digital-Plus-Spur und fürs Englische „nur“ eine dts-HD-High-Resolution-Fassung, bleibt’s bei Episode IX nun beim DD+ für die Synchro, während der O-Ton wieder unkomprimiert erscheint (dts-HD-Master). Stellt sich die Frage, ob Dolby Digital Plus hier eher für lachende oder weinende Gesichter sorgen wird? Zunächst mal kommen die Fanfaren im üblichen Schrift-Vorspann recht offen und frei aufspielend daher. Auch Kylo Rens Schiff rast von hinten mit einer sehr ähnlichen Geräuschkulisse heran wie im Englischen über die dts-HD-Master-Spur. Wenn er den Stein aus seiner Fassung nimmt, setzt es überdies respektablen Druck.

Sehr räumlich und präsent gerät in der direkten Folge das gesprochene „Endlich“ des Imperators Palpatine und der Tiefbass langt ordentlich zu, wenn die Sternenzerstörer sich erheben. Man hat (zu Recht) sehr oft Kritik an den Dolby-Digital-Plus-Spuren von Anbieter Disney geübt. Gerade einige Marvel-Titel litten unter drastischen Dynamikbeschränkungen. In Sachen Bassfundament kann man Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers aber in Anbetracht der geringen Datenrate absolut keine Vorwürfe machen.

Die Dolby Digital Plus Tonspur ist deutlich besser als zuvor befürchtet || Bild: Lucasfilm – Walt Disney

Sehr dynamisch fallen auch alle Sequenzen aus, in denen die Lichtschwerter von Rey und Kylo Ren aufeinander treffen. Nicht nur optisch, sondern auch akustisch vibrieren diese Szenen fulminant. Gleiches gilt für die haushohen Wellen, die um das Todesstern-Überbleibsel herum anbranden und die das Heimkino wirklich massiv fluten. Die Differenz zum unkomprimierten englischen dts-HD-MA-Sound fällt hierbei so gering wie möglich aus – zumal hier auch nicht die extrem deutliche Lautstärkeanhebung sonstiger Disney-Titel notwendig ist. Eine moderate Anhebung von 3-5 dB reicht aus, um auf das übliche Referenzlevel-Niveau zu kommen. Und von dort aus darf man Disney zwar weiterhin für seine DD+-Strategie rügen, nicht aber die Tonspur selbst in der Praxis. Das Einzige, dass man der Synchro im Gegensatz zum etwas luftigeren O-Ton vorwerfen könnte, wäre ein leichter Mangel in der Harmonie der Übergabe von den tiefen an die mittleren und an die höheren Frequenzebenen. Ab und an klingt’s etwas muffelig. Im Rahmen von DD+-Spuren ist das hier aber oberste Kajüte.

Vor allem in den Anfangsszenen gibt’s satten Tiefbass und eine tolle Räumlichkeit || Bild: Lucasfilm – Walt Disney

Wie bei Disney mittlerweile üblich, liefert die UHD für den englischen Ton eine Dolby-Atmos-Fassung. Dieser klingt auf der regulären Ebene vielleicht eine Spur gelöster, bleibt ansonsten aber auf dem Niveau der dts-HD-MA-Spur der Blu-ray. Was die Heights angeht, so muss man ihn als absolute Enttäuschung bezeichnen. Zwar spielt der Score in den dramatischen Sequenzen stets dezent mit aus den Heights, was für eine grundsätzlich höhere Räumlichkeit sorgt, doch in puncto direktionale 3D-Sounds ist hier Sparflamme angesagt. So muss man schon froh sein, wenn sich elektrostatische Blitze entladen und beim Erheben der Sternenkreuzer Gestein dezent von oben herunter bröckelt Das sind zunächst keine wirklich dediziert griffigen 3D-Sounds, sondern eher etwas dumpf(er) vorgetragene Geräusche, die klarer klingen dürften. Etwas direkter wird’s, wenn der Falke vor den Tie-Fighter flieht und man deren charakteristische Sounds mal von oben vernimmt. Allerdings hätte es in der wilden Verfolgungsjagd durchaus mehr Möglichkeiten gegeben.

Die englische Atmos-Fassung bleibt durchweg hinter ihren Möglichkeiten zurück || Bild: Lucasfilm – Walt Disney

Nach 28 Minuten gibt’s dann den bis dato direktesten Soundeffekt von oben, wenn zwei der Sturmtruppler per Jetpack abheben. Wie viel Potenzial aber liegen geblieben ist, merkt man immer wieder in Szenen wie im defekten Schiff bei 37’15. Dort bemüht man sich, das Ding wieder zu aktivieren und man hört leise(ste) Elektronik-Sounds von oben sowie ein bisschen von der beengten Akustik in dem kleinen Ding. Hier hätte man einfach mehr Gas geben, den Zuschauer mehr mit rein nehmen können. Kämpfen Rey und Kylo Ren dann vor der Wasserkulisse miteinander, verirrt sich schon mal ein Lichtschwert-Geräusch nach oben, man hört mal kurz eine Welle hereinbrechen und auch Rens Salto. Aber auch hier: Es wäre so viel mehr möglich gewesen.

Springen wir in die finale Schlacht, gibt’s nach 99’20 endlich mal ein landendes Schiff und ein paar Blitze. Außerdem flitzen hin und wieder ein paar X-Wings oder andere Fighter über die Heights. Meist klingt das allerdings ziemlich dünn und fast ein bisschen nach Zufall. Was aber in der Raumschlacht selbst NICHT passiert, ist schon verwunderlich. Da rauschen die Fighter über die Köpfe, Detonationen finden raumfüllend statt, in den Cockpits sprühen die Funken und man hört nichts von alledem. Von allen bisher schwachen Atmos-Spuren bei eigentlichen Vorzeigefilmen gehört diese hier zu den schwächsten auf der 3D-Ebene.

  • Deutsch: Dolby Digital Plus 5.1 (90%) 2D-Betrachtung
  • Englisch: Dolby Atmos (90%) 2D-Betrachtung
  • Englisch: Dolby Atmos (30%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Englisch: Dolby Atmos (60%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Bonus (90%)

Insgesamt sechs Featurettes finden sich auf der Bonus-Blu-ray von. „Das Vermächtnis der Skywalker“ stellt dabei das Kernfeature dar. Knapp über zwei Stunden werden wir mit exklusiven Bildern noch einmal in die Vergangenheit geführt. Das ist Nostalgie pur. Das ist Kinomagie, die später in der Form nicht mehr erreicht wurde. Die Grenze zum Making-of von Episode IX ist dann entsprechend fließend und bemüht von Beginn an eine melancholische „Das-ist-das-Finale“-Stimmung.  Die immer wieder genutzten und eingestreuten Schnipsel von Behind-the-Scenes-Material aus der damaligen Zeit lässt das Feature zu einem der unterhaltsamsten und spannendsten Making-ofs der letzten Jahre werden.

„Die Speeder-Jagd auf Pasaana“ blickt noch mal zurück auf die zahlreichen Fluggeräte-Verfolgungsjagden der Filmreihe und „Dreharbeiten in der Wüste“ geht expliziter auf die Star-Wars-Tradition ein, vor sandigem Wüstenszenario zu drehen. „D-O: Schlüssel zur Vergangenheit“ kümmert sich um das Schiff, auf dem Reys Eltern getötet wurden. „Warwick & Sohn“ rekapituliert das Engagement von Warwick Davis für die Filme. Warwick, der im aktuellen Film gleich auch Sohnemann Harrison (nach wem er ihn wohl benannt hat) in die SW-Familie integrieren durfte, war nach eigenen Aussagen ziemlich penetrant, um auch in Episode I mit von der Partie zu sein. „Die Kreaturen“ letztlich kümmert sich um einige der unendlich vielen unterschiedlichen Wesen des Universums – egal, ob animtronischer Natur, von Menschen oder Puppenspielern verkörpert.

Gesamtbewertung Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers  (85%)

Star Wars Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers ist nicht der erhoffte große Wurf zum Ende einer neunteiligen Saga. Er ist aber der bestmögliche Film, den man unter den gegebenen Möglichkeiten eines mutlosen (Episode VII) und eines chaotischen (Episode VIII) Vorgängers hinbekommen konnte. Das wird die allermeisten Beinhart-Fans nicht mit den Disney-Versionen ihres Heiligtums versöhnen. Aber es ist für sich genommen ein sehr unterhaltsamer, meist schlüssiger Film geworden, der lose Fäden so gut es geht zu einem zusammenhängenden Ganzen führt.

Technisch liefern BD und UHD ein absolut sauberes Bild ab, das im Falle der UHD mit sichtbar mehr Kontrast aufwarten kann. Der deutsche Dolby-Digital-Plus-Sound ist dazu wesentlich besser als man es ihm vorab unterstellt hat und spielt mit dem O-Ton relativ locker mit. Dessen Atmos-Aktivität auf der UHD muss allerdings als Enttäuschung gewertet werden.

Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 30. April 2020 Review am: 10. Mai 2020
Erscheinungsjahr Film: 2019 Laufzeit: 142 Minuten
Filmstudio: Disney FSK: ab 12 Jahre
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat:
2.39:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch Dolby Digital Plus 5.1
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10 Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray
Testgerät TV: LG OLED55B7D Testgerät Player: Panasonic UB9004

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers Trailer:

PARASITE 4K Blu-ray im Test: Oscar-Gewinner endlich mit korrekter UHD

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Inhalt (90%)

Parasite ist schon ein kleines Phänomen: Goldene Palme von Venedig, Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film und je ein Oscar© für den besten Film und den besten nicht englischsprachigen Film (was für sich genommen schon eine bisher einmalige Sensation ist). Es ist aber auch unheimlich, wenn man bedenkt, dass Parasite auf einzelnen Filmbewertungs-Plattformen zwischenzeitlich sogar Der Pate von der Spitzenposition verdrängen konnte. Bong Joon Ho kam die Idee zu seinem Drehbuch 2013 während der Dreharbeiten zu Snowpiercer. Ursprünglich wollte er die Erfahrungen, die er als Nachhilfelehrer für einen Jungen aus gutem Haus gesammelt hatte, in ein Bühnenstück verarbeiten. Im Laufe der Zeit formte sich aber immer mehr eine filmische Geschichte heraus. Eine Geschichte, die Bong Joon Ho vom südkoreanischen Genreklassiker Hanjo – Das Hausmädchen beeinflusst sieht. Im 1960er Film führt die Anstellung eines Haus- und Kindermädchens zur Zerstörung einer Familie, nachdem der Hausheer eine Affäre mit der jungen Frau beginnt.

Diese Grundidee mixt der Regisseur mit einigen realen Geschehnissen und verdichtet sie in seinem Parasite zu einem atmosphärisch packenden Mix aus so unterschiedlichen Genres wie Drama, schwarze Komödie, Thriller und Home Invasion. Die unterliegenden Hauptthemen Klassenunterschied und soziales Ungleichgewicht werden an der Oberfläche schon deutlich, wenn man sich die Inhaltsangabe durchliest. Aber auch visuell und inszenatorisch macht der Film klar, welche Klasse wo (die Armen im Souterrain/Keller, die Reichen in prunkvollen Häusern) lebt und welche Wohnumstände dort jeweils herrschen.

Die Kims hausen in einem Drecksloch und leben von der Pizza-Karton-Falterei

Geld siegt hier eindeutig über Sicherheit und gesundheitsgefährdende Lebensumstände. Die Kritik am Kapitalismus ist dabei allgemeingültig, selbst wenn der Film in Korea noch spezifischere Jugendthemen anspricht und noch dazu eine unverhohlene Kritik am Lifestyle der USA, bzw. der Hörigkeit der Südkoreaner gegenüber dem US-Konsum. Sensationell gut ist dabei die Verwebung von Setdesign und Kameraarbeit. Man weiß von der ersten Minute an, dass die Kims in einem Drecksloch leben. Das Klo auf einer halben Etage höher gelegt kann man nur in gebückter Haltung erklimmen, die Habseligkeiten haben kaum Platz in der klaustrophobisch engen Wohnung und die Tatsache, dass ständig Betrunkene in die offenen Fenster der Halbkeller-Wohnung urinieren, verdeutlicht den sozialen Stand der Kims. Ganz anders die Parks. Sie leben etwas höher gelegen innerhalb von dicken Mauern und Toren, abgesichert durch Kameras in einer kleinen Oase mitten in der Stadt. Ihr Garten gleicht einer kleinen Wohlfühloase und im Wohnzimmer könnte man auch Fußball spielen.

Das ist aber nur der visuelle Aspekt. Inhaltlich spielt sich das Arm gegen Reich und Reich gegen Arm über den Geruch ab. In einer Schlüsselszene bekommt Vater Kim mit, wie Vater Park ganz offen den Gestank kritisiert, der angeblich von Kim ausgeht. Einen Geruch, das weiß Kim, den er nie wird ablegen können. Einen Geruch, der die Kluft zwischen ihm und Park offenbart und der so eklatant zu sein scheint, dass Park – so respektvoll wie er Kim zunächst gegenüber tritt – sich in einem Moment der Ehrlichkeit darüber beschwert.

Internet-Empfang gibt’s nur am äußersten Randbereich der Wohnung

Das Szenario selbst filmt Kameramann Kyung-pyo Hong so smart, dass es visuell ein echter Genuss ist. Ob das die tollen Bildkompositionen sind, in denen das Innere des Hauses der Parks fast geometrisch dargestellt wird oder die teils aus der Vogelperspektive geschilderten Bilder im Finale. Aber auch die Kameraeinstellungen der Figuren nehmen das Thema des Films auf. Bisweilen sieht man den jeweils anderen aus der Hinter-der-Kopf-Position seines Gegenübers. Allerdings nicht vollumfänglich, sondern nur im Anschnitt – so als würden die Figuren zu verschmelzen beginnen und ihre Positionen tauschen – eine glänzende Arbeit von Kyung-pyo, der schon in Snowpiercer mit Bong Joon Ho zusammengearbeitet hatte (und dort ebenfalls fantastische Arbeit ablieferte).

Das Besondere an Parasite ist aber neben dem Setting auch seine unglaublich gekonnte Mixtur aus Drama, Thriller und Humor. Besonders zu Beginn gibt’s immer wieder witzige Situationen. Ob es die offenen Fenster während der Schädlingsbekämpfungs-Dämpfe sind oder die fast schon slapstickartigen Ungeschicklichkeiten von Vater Kim. Erstaunlich westlich ist diese Art von Humor, während die brüsken Kommandos von Mutter Kim eher den fernöstlichen Witz übermitteln. Schwarz und schwärzer wird der Humor dann, wenn Bong Joon Ho uns nach gut einer Stunde die erste faustdicke Überraschung präsentiert. Von da an zieht gleichzeitig die Spannungskurve an und lenkt den Film in eine ganz andere Richtung. Gleichermaßen bleibt man aber am Geschehen und möchte unbedingt wissen, wie es denn jetzt mit den Kims und den Parks weitergeht.

Die Parks leben feudal am Rande der Stadt

Schwierig steht’s um Parasite nur dann, wenn man ihm Fragen bezüglich des Realismus stellt – und das gar nicht darauf bezogen, dass es so einfach scheint, sich in die reiche Familie einzuschleusen. Vielmehr fällt es schwer, wirklich zu glauben, dass dieses Quartett, das sich zunächst nicht gerade vornehm und organisiert darstellt, den Haushalt der Parks ebenso perfekt schmeißt wie die langjährigen Vorgänger. Das ist ein Punkt, an dem Parasite sicherlich einige Zuschauer verliert. Gleichsam droht ein anderes Problem für eine Zweiteilung der Zuschauer in Pro und Contra. Denn während man anfänglich durchaus auf der Seite der Kims stand und ihnen schon gönnte, auch ein wenig von den Früchten der Reichen zu essen, steht der Film vor dem letzten Drittel schon mal kurz vor der Schwelle, den Kontakt zu den Hauptfiguren zu verlieren. Auch mit dem überraschenden Finale wird das nicht unbedingt besser. Und es wird auch Kritiker geben, denen das Schicksal der vier Kims am Ende etwas absurd wirkt. Doch wer Parasite mal sacken lässt. Wer ihm mal einen Tag des Wirkens gönnt. Und wer ihm dann noch mal nachspürt. Der wird merken, dass es gerade diese absurden Momente sind, die den Übergang der so unterschiedlichen Genres am Ende so gelungen werden lassen.

Bildqualität (95%)

Die erste Variante der UHDs von Parasite kam leider ohne HDR und Rec.2020 – ein bedauerlicher Fehler seitens des Masterings. Die Anbietern Koch Films und Capelight Pictures boten zügig eine Austauschdisk an, die derzeit bereits zum Versand bereit ist. Solltet ihr also noch über eine UHD verfügen, die ohne HDR gemastert wurde, könnt ihr euch nach wie vor an parasite@kochfilms.de wenden, um einen Austausch in Gang zu bringen. Dafür sendet bitte ein Foto eures Kaufbelegs und eure Adresse per Mail an obige Adresse.

Parasite basiert auf volldigitalen Aufnahmen aus einer ARRI-Alexa-65-Kamera. Diese zeichnet in 6.5K auf, was glücklicherweise über ein 4K DI gemastert und so auch auf die UHD kam. Um die teils engen Räumlichkeiten formatfüllend zu filmen, kamen bisweilen Weitwinkel-Objektive zum Einsatz, die allerdings glücklicherweise keine Randunschärfen verursachten. Die aktuellen Disks werden nun mit HDR10 und Rec.2020 ausgeliefert. Für den deutschen Markt teilen sich hierbei Capelight Pictures und Koch Films die Auswertungsrechte mit je einem Mediabook in unterschiedlichen Covern.

Die UHD gehört derzeit visuell und in Sachen Schärfe zum Besten Realfilm auf dem Markt der 4K-Disks

Nun ist also nicht mehr „nur“ die Auflösung sichtbar besser sondern auch der Kontrasteindruck.  Zwar liefert die Blu-ray bei der Auflösung schon sehr gute Werte, kommt aber mit der Feinauflösung in Details und bei Totalen nicht mit. Die UHD liefert hier absolute Referenzwerte, was feine Linien, Feinheiten bei Schriften und Darstellung von Details auf Gesichtern und in den Haaren angeht. Zudem ist die Körnung sichtbar feiner, was das Bild in Summe ruhiger und noch rauschärmer darstellt. Aufgrund der um ca. 2/3 höheren Datenrate gegenüber der Blu-ray bleibt diese Qualität dauerhaft erhalten. Aktuell ist das in Sachen Auflösung das Maß an dem sich andere Filme messen lassen müssen.

Nach anfänglichem Fehlen von HDR liefert die Disk nun auch in puncto Kontrastdynamik richtig ab

Nun kommt natürlich noch HDR hinzu, was im Falle von Parasite zu weiteren positiven Parametern führt. So fallen Gesichter nun natürlicher, wärmer und etwas brauner aus, weniger gelblich. Farben bekommen bei Mischhelligkeiten etwas mehr Kraft, was grünem Blattwerk zu mehr Strahlkraft verhilft. Herausragend ist das Mastering bei dunklen Bildanteilen. Hier zeichnet die UHD besser durch als die Blu-ray, was für sichtbar mehr Details sorgt, ohne dass Schwarz unangenehm aufgehellt würde. Gerade in den Kellerszenen sorgt das für mehr sichtbare Bildanteile. Obendrauf gibt es genau in diesen Sequenzen mehr Detail-Definition in den Lampen. Man sieht deren Streben besser, ohne dass das Licht alles überstrahlt. Dennoch ist die punktuelle Helligkeit höher und prägnanter. Spitzlichter sorgen für mehr Punch und auch Reflexionen auf den blutigen Gesichtern im Finale kommen einprägsamer rüber.

Tonqualität (85%)

Parasite kommt mit dts-HD-Master-Spuren in 5.1 für beide Sprachen. Vorzüglich gelingt dessen Räumlichkeit und Aufgelöstheit beim kongenialen Score. Gerade die sanfteren Instrumente wie Glöckchen werden fein und detailliert wiedergegeben. Gleichermaßen wird Schlagwerk im Raum verteilt. Aber auch Umgebungsgeräusche passen. Wenn des Nachts ein Bus hinter Ki-woo entlangfährt, braust dieser perfekt ortbar über die Surrounds. Sogar der Subwoofer wird bisweilen aktiviert. Erstmals, wenn nach 13 Minuten das Anwesen der Parks betreten wird. Aber auch nach gut einer Dreiviertelstunde, wenn ein Gewitter grollend vom kommenden Regen verkündet. Gleichzeitig kommen immer wieder Stimmen sehr griffig aus den unterschiedlichen Speakern. Highlight ist sicherlich der heftige Regenfall nach etwas über 90 Minuten, der das Heimkino mal so richtig flutet. Die Dynamik hingegen entsteht meist aus dem Score, der in den dramatischen Szenen sehr stark aufbrandet und die Schere aus lauten und leisen Passagen maßgeblich öffnet.

Anlass für akustische Highlights gibt’s (wie im Finale) nur selten

Nach der Korrektur in puncto HDR erhält die nun neu integrierte (oder im Austausch geschickte) UHD nun auch einen koreanischen Atmos-Ton. Während dieser sich auf der regulären Ebene zunächst identisch zur dts-HD-Master-Variante der Blu-ray verhält, wird man sich fragen, was ein derart dialogkonzentrierter Film mit der Höhen-Ebene anfängt? Zunächst einmal liefert er den einfühlsamen Score dezent und angenehm mit von den Decken-Speakern. Wenn der Betrunkene draußen rum krakeelt, gibt’s dann authentische Geräusche von ihm – immerhin lebt die Familie im Souterrain, also unterhalb seiner Bekundungen. Nach dreizehn Minuten gibt’s dann etwas Wind und Vogelgeräusche von oben. Bei 31’44 wird die Marsch-Filmmusik dann urplötzlich äußerst vehement eingesetzt, was für ein kurzes „Hallo wach“ sorgt. Nach 46’18 donnert dann mal kurz ein Gewitter vorbei und bei 60’21 und 74’52 wird’s gar richtig gewittrig und rumpelig. Sobald es nach 66 Minuten eine Ebene tiefer geht, hört man dann authentisch gedämpftes und verhallendes Geschrei sowie immer mal wieder dedizierte Stimmen. In Summe ist das (nachvollziehbar) nicht sonderlich viel, unterstützt den Film aber atmosphärisch durchaus.

  • Deutsch: DTS HD-Master 5.1 (85%) 2D-Betrachtung
  • Koreanisch: Dolby Atmos (85%) 2D-Betrachtung
  • Koreanisch: Dolby Atmos (20%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Koreanisch: Dolby Atmos (80%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Bonus (70%)

Während die Single-Blu-ray bis auf zahlreiche Trailer und Teaser kein Bonusmaterial enthält, kommen die beiden Mediabooks mit einer Bonus-Blu-ray sowie einem 24-seitigen Booklet im Gepäck. Diese liefert einige Interviews, elf Minuten an entfernten Szenen, Grüße von den Darstellern und ein kurzes Making-of sowie ein noch kürzeres Hinter den Kulissen, bei dem etwas über das Setting des Films berichtet wird. „Keine Spoiler“ ist ein Aufruf der Darsteller, die Handys während der Vorstellung auszuschalten und niemandem, der den Film noch nicht gesehen hat, etwas von den Wendungen zu verraten. Während das erste Interview in einem Studio noch etwas steif daher kommt, ist das Q&A nach einer Vorstellung beim Filmfest München viel entspannter. Bong Joon Ho wechselt fließend von englisch nach koreanisch und erzählt freizügig wirklich witzige Anekdoten aus seinem Leben. Ein weiteres Q&A gibt’s beim TIFF (Toronto International Film Festival), das gut 16 Minuten läuft und neben Bong Joon Ho auch noch ein paar der Darsteller zu Wort kommen lässt. In „Expect the Unexpected, das Bong ebenfalls während des TIFF gegeben hat, referiert er selbst über sich und seine Arbeiten. Ebenfalls vom TIFF ist „Master Class“, das in gut einer Stunde retrospektiv über Bongs Filme referiert. Das Booklet wurde von Kulturwissenschaftler Marco Heiter mit einem Text über die „Parasitologie“ gefüllt – ein lesenswerter Beitrag! Parasite erscheint neben der regulären Blu-ray sowie einem Steelbook, wie oben beschrieben, in zwei verschiedenen Mediabooks. Eines (Motiv A) kommt ebenso wie die herkömmliche Blu-ray über Koch Films, das zweite (Motiv B) wird von Anbieter Capelight Pictures vertrieben.

Gesamtbewertung Parasite  (90%)

Parasite ist nicht perfekt. Zwischenzeitlich ist er sogar etwas nachlässig. Aber: Parasite ist vielschichtig, glänzend gespielt, erlesen fotografiert und unglaublich elegant inszeniert. Als Kommentar auf den Kapitalismus der westlichen Welt und als Gesellschaftssatire auf die Kluft zwischen arm und reich funktioniert Bong Joon Hos Film überdies hervorragend – selbst wenn das nicht für jeden (Mainstream)Fan unterhaltsam sein wird. Während die Blu-ray bereits ein ganz vorzügliches und sehr scharfes Bild hat, krönt die UHD das mit sichtbar mehr Kontrastdynamik, ausgewogeneren Farben und einem nativen 4K-Bild, das in Sachen Detailauflösung als Referenz gelten darf. Mit dem nun vorhandenen HDR liefert es ein wirklich bestechendes Bild.

Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 05. März 2020 Review am: 10. Mai 2019
Erscheinungsjahr Film: 2019 Laufzeit: 132 Minuten
Filmstudio: Koch Films
Capelight Pictures
FSK: ab 16 Jahre
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch
Bildformat:
2.39:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch DTS HD-Master 5.1
Koreanisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10 Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray
Testgerät TV: LG OLED55B7D Testgerät Player: Panasonic UB9004

Parasite Trailer:

Streaming unterwegs: Joyn übernimmt das Entertainment in ICE-Zügen der Deutschen Bahn

Joyn ist ein Streaming-Angebot der ProSiebenSat.1 Gruppe. Ab sofort übernimmt man nun für die Deutsche Bahn (DB) die Unterhaltung in den ICE-Zügen.

Über Joyn haben wir ja auch schon berichtet: Im Juni 2019 wurde das neue Angebot von ProSiebenSat.1 eingeführt, dass nicht nur Zugriff auf das Fernsehprogramm der Mediengruppe bietet, sondern auch zusätzlich exklusive Inhalte kredenzt. Im September 2019 brachte man dann auch noch zusätzlich die kostenpflichtige Premium-Stufe Joyn Plus+ an den Start. Für Abonneten sowohl des kostenlosen als auch des kostenpflichtigen Angebots von Joyn gibt es nun neue Möglichkeiten in den ICE-Zügen der DB.

Hier geht es zum kompletten Angebot von JOYN

So ersetzt in den Zügen nun das neue Angebot Joyn Selection das bisherige „maxdome onboard“. Der Zugriff wird also direkt über das Wi-Fi-Netzwerk der jeweiligen Züge gewährt. Somit können Reisende Filme und Serien abrufen, ohne das Datenvolumen unnötig beanspruchen zu müssen. Als Beispiele für das kostenlose Angebot nennt Joyn etwa die Mockumentary „What We Do in the Shadows“ sowie das Joyn Original „Frau Jordan stellt gleich“. Mit seinem Blockbuster des Monats bringt Joyn Selection jeweils einen Film in die Züge. Zusätzlich wird es spezielle Inhalten für Kinder, wie unter anderem „Die Tom und Jerry Show“ plus Dokumentationen geben.

Joyn Plus+ wirbt ab sofort um Abonnenten
Joyn Plus+ wirbt bereits um Abonnenten

Der Zugriff wird in den Zügen einfach über das WLAN der DB unter www.joynselection.de oder über das ICE-Portal laufen. Im Zug kann dann sofort über alle gängigen Browser gestreamt werden. Joyn Selection ist über Laptops, Tablets und Smartphones abrufbar. Das Angebot werde laut dem Anbieter ab sofort nach und nach ausgerollt und ist voraussichtlich ab Anfang Juli im ICE-Portal in fast allen ICE-Zügen der DB verfügbar.

Joyn Selection gibt es in zwei Stufen

Joyn Selection wird für Abonnenten von Joyn Plus+ auch eine erweiterte Stufe beinhalten, die dann Zugriff auf 600 Filme und Serien direkt im ICE bietet. Komplette Serien-Staffeln sollen dann ebenfalls freigeschaltet sein. Zur Nutzung ist dann der Login mit dem registrierten Konto für Jon Plus+ via E-Mail und Passwort notwendig. Wie gehabt, so kostet Joyn Plus+ 6,99 Euro im Monat. Ob das ein guter Deal ist, wenn es Disney+ zum identischen Preis ist, muss natürlich jeder an seinem eigenen Geschmack festmachen.

Alternativ kann Joyn Selection im ICE auch kostenlos genutzt werden – dann ist keine Anmeldung erforderlich, die Auswahl ist aber eben deutlich beschränkter. Es gibt allerdings generell eine deutliche Beschränkung: In den ICEs der Deutschen Bahn stehen alle Inhalte von Joyn nur in SD zur Verfügung. Die Dateien liegen im Übrigen lokal in den Servern der ICEs vor und werden über das WLAN abgerufen. Die Auswahl der Inhalte soll dabei regelmäßig wechseln.

YouTube nutzt nun AV1 und schaltet 8K an kompatiblen TVs frei

Bei YouTube hat man gleich zweifach einen Schalter umgelegt: Zum einen unterstützt die Plattform an mehr Geräten den Codec AV1 und zum anderen bietet man nun 8K-Streaming an kompatiblen TVs von LG und Samsung.

Der noch relativ neue Videocodec AV1 ist effizienter als Konkurrenzformate und soll also wahlweise bei gleichbleibender Bitrate potenziell höhere Qualität bieten oder eben bei reduzierter Bitrate gleichbleibendes Niveau. Das ist für Streaming natürlich ein Segen. Auch Netflix verwendet beispielsweise schon zum Teil AV1.

YouTube nutzt AV1 für Browser an Desktop-PCs und Notebooks ohnehin schon eine ganze Weile. Nun hievt man den Codec aber auch zu kompatiblen Geräten mit Android TV. Dafür müssen dann entsprechende Chipsätze an den Geräten zum Einsatz kommen. Aktuell sind das Fernsehgeräte mit den Broadcom’s BCM72190 / 72180 und Realtek RTD1311 / RTD1319. An der Nvidia Shield TV 2019 hingegen arbeitet man aktuell nicht mit AV1.

AV1 Logo
AV1: Neuer Codec als Konkurrenz für HEVC

AV1 ist ein offenes Format, für das keine Lizenzgebühren anfallen. Das reizt dann auch viele Hersteller im Gegensatz zu den konkurrierenden Codecs HEVC und VP9, die ebenfalls für 4K-Inhalte mit HDR zum Einsatz kommen. Hinter AV1 stehen unter anderem Apple, Facebook, Netflix, LG, Microsoft, Samsung und weitere.

YouTube setzt nun auch auf 8K-Streams an TVs von LG und Samsung

Des Weiteren hat YouTube damit begonnen an kompatiblen Fernsehern nun über genau den erwähnten AV1-Codec 8K-Streams anzubieten. Auch für Android TV will man die Unterstützung im Verlauf des Jahres ausrollen. Derzeit ist die Nutzung bereits an Samsungs 8K-TVs des Jahres 2020 möglich. Aber auch LGs diesjährige 8K-Modelle kommen in den Genuss. TCL hat aber ebenfalls schon bestätigt, dass der X915 8K-Streaming über YouTube ermöglichen soll – allerdings gab man an, dass dies erst ab Android TV 10 möglich sein werde.

Auch Philips will AV1 mit seinen TVs unterstützen. Leser, die einen infrage kommenden 8K-TV besitzen, können z. B. mit dem obigen Video testen, ob die 8K-Wiedergabe an ihrem Gerät bereits funktioniert. Der Clip liegt bei YouTube in 8K vor.

Apple TV 4K: Neue Generation sei angeblich bereit zur Veröffentlichung

Zu einem Nachfolger des Apple TV 4K kursieren bereits seit einiger Zeit Gerüchte. Nun heißt es, dass der neue Multimedia-Player bereits längst fertiggestellt sei.

Apple hat in der letzten Zeit ohne viel Tamtam neue Produkte veröffentlicht: Beispielsweise ein neues iPad Pro und auch ein neues MacBook Pro. Der Hersteller scheint aktuell Gefallen daran zu finden, Produkte ohne großes Vorspiel rauszuhauen und Kunden und Presse damit zu überraschen. Eventuell könnte das bald auch mit einem neuen Apple TV 4K geschehen.

Gerüchte um ein neues Modell halten sich bereits seit Monaten. Im März 2020 ging man allerdings noch von einem Start im Herbst dieses Jahres aus.Zu den technischen Daten gab es bisher nur Gerüchte. Sicher wird Apple einen höherwertigen Prozessor verwenden. Zu rechnen ist auch mit einer Erhöhung des RAMs sowie mehr Speicherplatz für das Basismodell. Demnach könnte die 32-GByte-Version wegfallen.

Genau in diese Kerbe schlagen dann auch neue Meldungen: Angeblich sei der nächste Apple TV 4K bereits fertiggestellt und „bereit zur Auslieferung“. Dabei soll als SoC nun der Apple A12X dienen. Diesen Chip finden wir auch in den Apple iPad Pro von Ende 2018. Zudem soll es tatsächlich nun zwei Versionen geben: mit 64 oder aber 128 GByte Kapazität.

Der neue Apple TV 4K 2020: Was wird er mit sich bringen?

Der neue Apple TV 4K laufe angeblich intern unter dem Codenamen „Neptune T1125“. Möglich ist, dass Apple dieses Mal vielleicht die Gaming-Fähigkeiten mehr in den Fokus rückt und eine Synergie aus dem Multimedia-Gerät und seiner Gaming-Flatrate Apple Arcade forciert. Natürlich ist auch möglich, dass es Apple vielleicht sogar in Richtung Cloud-Gaming zieht.

Auch der neue Apple TV 4K sollte Dolby Atmos und Dolby Vision unterstützen, vielleicht ja auch mit HDR10+ hantieren. Apple selbst enthält sich allerdings aktuell noch eines Kommentares. Warten wir also mal ab, ob es bald noch weitere Informationen hagelt.