Der deutsche TV-Hersteller METZ beantwortet auf seinem IFA IMB Powerbriefing die Frage „Wo bleibt die Qualität?“. In Zeiten in denen Fernseher immer größer und günstiger werden, sicherlich eine berechtige Frage.
Schneller, länger, höher, besser – aber bitte zum günstigen Preis! Über mehrere Jahrzehnte wurden der Konsument darauf getrimmt, dass nur noch der Anschaffungspreis eine Relevanz hat. Gegen diesen Trend stemmt sich der in Deutschland beheimatete TV-Hersteller METZ und zwar mit Erfolg. Aber wartet einmal? METZ? Gibt es die überhaupt noch? Ja gibt es und das sollte man nicht vergessen ermahnt Geschäftsführer Dr. Norbert Kotzbauer. In einem kompakten Powerbriefing gewährte das Unternehmen einen Einblick in deren Firmenstruktur und eine Antwort auf die Frage „Wo bleibt die Qualität?“.
Der TV muss wertiger dargestellt werden
Dr. Kotzbauer eröffnete mit der These, dass man sich als Konsument rechtfertigen muss, entscheidet man sich für ein teureres Modell eines deutschen TV-Herstellers. Wir haben auch kurz überlegen müssen und ja, es scheint zum Teil zu stimmen. In Beiträgen zu METZ, LOEWE oder TechniSat Geräten lesen auch wir immer öfters in der Kommentarzeile „viel zu teuer“, „Technik aus Asien zu deutschen Preisen“ oder ähnliches. Und das bei einem Produkt, welches seit Jahrzehnten das wichtigste mediale Gerät im Haushalt ist (neben dem Radio). 250 Minuten verbringt der Deutsche im Durchschnitt vor dem TV. Wieso dann nicht ein paar Euro mehr in die Hand nehmen und zu einem „lokalen“ Gerät greifen? Dr. Kotzbauer richtete einen Appell an Presse und Industrie, sie müssen den Fernseher wieder wertiger darstellen.

METZ kommt dieser Aufforderung bereits mit seinem zwei Marken-Konzept nach. Mit „METZ Classic“ und „METZ Blue“ erfüllt der Hersteller laut eigener Ansicht alle wichtigen Qualitätskriterien. Doch was ist Qualität eigentlich? Ein Händler hat es laut einer Erzählung des Geschäftsführers treffend formuliert: „Qualität ist, wenn der Kunde wiederkommt, nicht die Ware“. Und das ist auch ein Grund, wieso METZ „Made in Germany“ sehr ernst nimmt. Das Unternehmen ist 100% Tochtergesellschaft des international agierenden Unternehmens Skyworth (China). Das sei auch gut so. In dieser Konstellation ist METZ weiterhin ein eigenständiges Unternehmen, dass für Skyworth die komplette europäische Abwicklung übernommen hat. Im Gegenzug erhält METZ die Stabilität die das Unternehmen in dieser schwierigen Industrie benötigt.
Deutscher TV-Hersteller seit 1938
Die Betreuung, Entwicklung, Montage und Produktion von METZ Classic und METZ Blue TV-Geräten findet in Zirndorf in Bayern statt und das seit 1938. Rund 160 Mitarbeiter arbeiten im Unternehmen. METZ Classic ist die High-End-Schiene des Unternehmens, die in Deutschland sowie dem europäischen Ausland und bald auch in China vertrieben wird – natürlich mit Unterstützung der Muttergesellschaft Skyworth. METZ Blue dagegen war schon immer international. Die „Blauen“ sind nicht nur in Deutschland sondern auch in

Indien, Südkorea oder HongKong verfügbar. Der Unterschied zwischen Classic und Blue? Trotz hochwertiger Ausstattung sind die Blue-Modelle im mittleren Preissegment angesiedelt. Das wird durch die Fertigung im europäischen Ausland ermöglicht. Zudem setzt die Blue-Reihe auf das Android TV-Betriebssystem, während die Classic-Geräte die von METZ selbst entwickelte Menüoberfläche nutzen.
Das Qualitätsversprechen
Den zweiten Teil der Präsentation hielt Thomas Billing, Produkttrainer bei Metz CE GmbH. Er sprach über das Qualitätsversprechen, welches der deutsche TV-Hersteller seinen Kunden bietet. Der Anspruch qualitativ hochwertige 4K Fernseher zu produzieren beginnt bereit bei der Konzeption und Entwicklung der Modelle und zieht sich durch bis zur Produktion. Laut Aussage von Herr Billing braucht es schon 4-5 Produktionstage, damit mal ein Gerät mit einem Produktionsfehler auftaucht. Dieser fällt in der Regel in der Qualitätskontrolle auf und wird dementsprechend behoben. So hat sich METZ z.B. erst kürzlich in einen staubfreien Raum investiert, um LCD und OLED Panels mit kleineren Verschmutzungen reinigen zu können. Also erneut eine Investition in den Standort in Bayern.

Mit der Produktion und Qualitätssicherung ist ein METZ Classic TV noch lange nicht fertig. Die Premium-Geräte, unter anderem auch die OLEDs, bekommen eine TV-Kalibrierung verpasst, komplett mit Weißabgleich, Anpassung der Helligkeit, Kontrastwerte, Gammakurze uvm. Das spricht natürlich für den Hersteller, der seinem Kunden Out-of-the-Box das beste Bilderlebnis bieten möchte. Die OLED-Panels bleiben, bedingt durch den Zulieferer LG Display, zum größten Teil gleich. Im LCD-Segment hat sich METZ für eine technische „Aufrüstung“ entschieden, um dem Wertverfall entgegenzuwirken. So bekommt der METZ Blue Q36 z.B. ein UHD IPS Display mit Direct-LED-Backlight inkl. Local Dimming (Ab 49 Zoll) verpasst. Ebenfalls mit Direct LED und Local Dimming, die Metz Classic LCD TVs mit IPS-Panel (100 Hz) in den Größen 43 und 49 Zoll. Also eine Top-Ausstattung, für kleine 4K UHD Fernseher. Zusätzlich zum Bild legt METZ einen großen Wert auf eine gute Tonwiedergabe. Bei fast allen Geräten sind daher nach vorne gerichtete Lautsprecher verbaut, die klassische Down-Firing-Lautsprecher in dern Schatten stellen.

Doch nicht nur das Panel und die Lautsprecher ermöglichen ein gutes audiovisuelles Erlebnis, vor allem die damit verbundene Hard- und Software machen den Unterschied aus. Mit einem neuen Chassis, dass ebenfalls in Deutschland entwickelt wurde, soll sich die Gesamtperformance gegenüber dem Vorgänger-Chassis aus 2016 um rund 70% verbessert haben. Schnellere Bedienung, schnelleres Netzwerk und eine bessere Bildverarbeitung. Das METZ Betriebssystem, bzw. Android TV bei der METZ Blue Serie weiter gepflegt. Die Blue-Modelle erhalten z.B in Kürze Android in der Version 9 (Pie), während das hauseigene Betriebssystem mit sinnvollen Neuerungen, wie z.B. einen MP4 Export der aufgenommenen Fernsehinhalte überzeugt.
Fazit
Alles in allem, kann man gut nachvollziehen, wieso der Preispunkt von METZ etwas über den der Mitbewerber liegt. Es war auch sehr interessant einmal, das umfassende Profil des Herstellers präsentiert zu bekommen. Wie schon angemerkt, „vergisst“ man gerne mal den deutschen TV-Hersteller und das ist vielleicht auch einer der Gründe, wieso es LOEWE zur Zeit so schlecht geht. Vielleicht wurde die teurere, aber qualitativ hochwertigere Alternative einfach vergessen. Und vielleicht sollten wir uns selbst mal an die Nase fassen und abwägen was uns wichtig ist – Preis oder Qualität.











