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Aladdin 4K Blu-ray im Test: Ein blaues Wunder

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Inhalt (80%)

Wie man sich doch täuschen kann: Als vor einem halben die ersten Trailer zur (Real)-Neuverfilmung von Disneys Aladdin über die sozialen Netzwerke flimmerten, dachten Viele (Der Autor dieser Zeilen eingeschlossen): Das wird der nächste große Flop von Disney nach „John Carter“ oder „Lone Ranger“. Als dann noch klar war, dass Guy Ritchie die Regie übernahm, untermauerte das die Vermutungen. Zwar hatte der Regisseur mit „Bube, Dame, König, GrAs“ sowie „Snatch“ Kultwerke geschaffen, aber für große Studios halt eben auch schon  lustlose bis trashige Filme abgeliefert. Doch, um es zu wiederholen: So kann man sich täuschen. Aladdin feierte einen Rekord nach dem nächsten, nachdem man ihn in den US-Kinos gestartet hatte. Und da war ja noch etwas: Will Smith. Man musste schon ein bisschen Vorstellungsvermögen mitbringen, um den (in der Regel) gestählt trainierten Schauspieler in der Rolle des blauen Dschinni zu sehen. Doch das war nicht einmal die sensibelste Personalie.

Aladdin hilft Jasmine aus der Klemme

Zwar gibt es auch heute noch herzhafte Diskussionen darüber, in welcher Gegend der Welt Aladdin verortet ist, doch als man hörte, es würden einige weiße Schauspieler für die Rollen gecastet, kam das weniger gut an. Man fürchtete das sogenannte „Whitewashing“ und ging vorsichtshalber schon mal auf die Barrikaden. In Teilen kam es jedoch anders. Denn in Hauptdarsteller Mena Massoud, einem Kanadier mit ägyptischen Wurzeln, fand man durchaus einen talentierten Schauspieler und Sänger und Will Smith als Geist aus der Flasche ist ja ohnehin irgendwie staatenlos, wenn man seine blaue Hautfarbe betrachtet. Für Naomi Scott allerdings sammelte man Kritik. Denn in den Augen der ganz Korrekten war es ein Faux-pas, eine indischstämmige Darstellerin als Sultans-Tochter zu besetzen. Schaut man sich den fertigen Film nur an, kann man nur sagen: Viel Lärm um Nichts. Denn die Besetzung funktioniert. Und zwar in allen Belangen. Sämtliche Kritiker Will Smiths (mich eingenommen) werden verstummen, wenn sie sehen, wie viel Spielfreude der Schauspieler/Sänger hier an den Tag legt. Seine Darstellung der Animationsfigur des 1992er Originalfilms ist so witzig und lebhaft, dass es eine wahre Freude ist.

Beim Balzen um die Prinzessin stellt sich der Fake-Prinz schrecklich dämlich an

Auch Mena Massoud und Naomi Scott schlagen sich prächtig und bilden ein echtes Traumpaar. Und natürlich gibt’s auch noch eine Moral von der Geschichte – immerhin erzählt der Fischer sie seinen Kindern auf dem Schiff ja als Gleichnis auf Schein vs. Sein, auf Reichtum vs. Zufriedenheit. Und das tut er auf humorvolle und zeitgemäße Weise. Und auch nicht ganz ohne sarkastische Spitzen auf die Original-Geschichte, die ziemlich weit weg war von weiblicher Emanzipation oder bescheidener Zurückhaltung. Wenn Aladdin als frisch-gewünschter Prinz vor Jasmin steht und sich um Kopf und Kragen redet, kann man das durchaus als Kritik an der Ur-Vorlage verstehen. Amüsant führt uns Guy Ritchie vor, wie dümmlich vermeintliche Stereotypen sind, die man in den alten Geschichten vorgeführt bekam. Während die Message also durchaus zum Betrachter kommt, aber dabei unaufdringlich und charmant vermittelt wird, hebt vor allem ein Detail den Realfilm von der Animationsvorlage aus den 90ern ab: Das Verhältnis von Aladdin und dem Dschinni. Die beiden agieren auf einem Level. Sie entwickeln eine Beziehung und ein freundschaftliches Verhältnis. Man gönnt ihnen mehr Screentime und gemeinsame Dialoge oder Diskurse. Das mag zunächst noch nicht als Motiv erkennbar sein, führt aber dazu, dass man den finalen dritten Wunsch viel emotionaler begleiten kann. Man merkt und spürt, dass es Aladdin eine Herzensangelegenheit ist und nicht die bloße Erfüllung eines Versprechens. Inhaltlich ist die Realfilm-Adaption deshalb ganz objektiv der bessere Film.
Natürlich muss man auch hier damit klar kommen, dass Aladdin (vielleicht noch mehr als die bisherigen Real-Verfilmungen) Disneys ein Musical ist. Es wird also viel gesungen – sehr viel. Wer das nicht mag, ist hier fehl am Platze.

Bildqualität (85%)

Aladdin wurde volldigital aufgenommen und lieferte am Ausgang 2.8K, bzw. 3.4K. Ausgehend von diesem Material wurde jedoch nur ein 2K-Digital-Intermediate angefertigt, das für die UHD wieder hochskaliert wurde. Disney-typisch gelangte nur HDR10 als HDR-Format auf die Scheibe, kein Dolby Vision. Enthalten ist allerdings ein im Rahmen von Rec.2020 erweiterter Farbraum. In der Praxis liefert die Ultra HD in den anfänglichen Außenszenen eine richtig starke Vorstellung ab. Hauttöne sind genauso warm, wie man sie von einem Film erwarten würde, der im Orient spielt. Kleider und Outfits kommen mit starken und intensiven Farben rüber und die Bildruhe der Scheibe ist enorm. Körnung oder Rauschen sucht man selbst in den dunklen Szenen fast vergebens. Allerdings hätten diese dunkleren Innenraum-Sequenzen (bspw. nach etwa einer halben Stunde) etwas mehr Punch haben können. Hier wird es doch ein wenig düster.

Die UHD liefert prächtige Farben und Kontraste

Dafür aber ist der Schwarzwert richtig klasse und HDR10 hat hier auch keinerlei Probleme mit zu heller/undynamischer Abstimmung. Ganz im Gegenteil: Für ein statisches HDR10-Mastering ist Aladdin wirklich hervorragend umgesetzt. Dazu gibt’s definiertere Spitzlichter, die Reflexionen auf den goldenen Kuppeldächern oder den Schmuckstücken eindrucksvoller darstellen. Durch die dunklere Abstimmung wirken Tageslichtszenen auch nicht mehr so staubig wie über die Blu-ray. Auch wenn es – ähnlich wie bei Dumbo – eher eine nachmittägliche Stimmung ist, die einem da entgegen strömt. Das weniger trübe Bild sorgt auch für die größere Weitsicht bei Totalen der Stadt vor der Wüste (13’57). Einzig in Sachen Auflösung lässt sich kein echter Vorteil erkennen, wenn man davon absieht, dass durch das dynamischere Bild die Ornamente in Palast-Zimmern dreidimensionaler wirken. In Close-ups allerdings wirkt die Detaildarstellung sehr ähnlich wie bei der Blu-ray.

Tonqualität (85%)

Beim Sound keine Änderung in Sachen Tonformate bei Disney-Outputs: Die englische Version liegt in unkomprimiertem dts-HD-Master vor, der deutsche Sound kommt in Dolby Digital Plus (beides mit 7.1 Kanälen). Bleibt die Frage, wie sich die beiden Tonspuren schlagen: So gut wie in „Avengers: Endgame“ oder so schwach wie in „Dumbo“? Die Antwort ist relativ zügig bei der Hand, wenn man den Eröffnungssong und ein/zwei weitere Szenen gehört hat. Aladdin liegt durchweg auf einem sehr guten Level, wenn man die Disney-Titel der letzten Jahre als Vergleich heran zieht. Besonders positiv fällt auf, dass die Räumlichkeit und Offenheit hervorragend gelungen ist. Das Treiben auf dem Markt, das leise durch den Song hindurch kommt sowie der Chor im Refrain liegen luftig auf den Rears. Bläser und Schlagwerk bewegen sich frei im Raum und die dunkel-düster gesprochenen Worte (Christian Bales Synchronstimme) aus der Höhle kommen gänsehauterregend aus dem Center. Zwar ist das Organ im Englischen noch etwas voluminöser, dafür fallen die Brocken beim Verschluss der Höhle über die deutsche Fassung hör- und spürbar druckvoller aus dem Subwoofer. Hier outet sich die Synchro erstmalig voluminöser als das Original – trotz „nur“ Dolby-Digital-Plus-Spur.

In den Szenen in der Höhle sorgen die Aktionen des Dschinni für reichlich Surround-Effekte

Erneut zeigt sich also: Wenn man sich Mühe gibt (und offenbar hat man sich der Kritik bzgl. der letzten Outputs angenommen), dann sagt die Datenrate nicht zwingend etwas über die Tonqualität aus. Die Lautstärke ist ebenfalls nicht mehr ganz so runtergeregelt. Zwar muss man immer noch etwas erhöhen, aber bei Weitem nicht mehr so drastisch wie bei früheren Titeln. Einmal auf Referenz-Niveau angehoben, mangelt es dann nicht großartig an Feinzeichnung. Und wer wirklich noch Zweifel hat, ob die dt. Fassung trotz ihrer Komprimierung mehr Wucht hat als die englische, der nimmt sich die kleine Lava-Explosion in der Höhle nach etwas über einer halben Stunde. Dort grummelt es spürbar heftiger und auch mit mehreren fühlbaren Einzelexplosionen, die von der englischen dts-HD-MA-Fassung fast verschluckt werden. Es mag das letzte Quäntchen an Differenz zwischen ultratiefen Signalen und feinen Höhen fehlen, aber für eine DD+-Spur ist das aller Ehren wert und – umso überraschender – besser als die Originalfassung auf der regulären Ebene.

Die englische Atmos-Fassung liefert fast nur hinzu addierte Musik aus den Heights

Die Atmos-Aktivität der englischen Fassung auf der UHD bleibt durchweg hinter ihren Möglichkeiten. Zwar wird die Musik mit eingeflochten und es kommen schon mal Stimmen direktional von oben, doch die dedizierten 3D-Soundeffekte lassen sich an einer Hand abzählen. Mal klappt ein Holzdach hoch, dann hört man etwas Sand von oben rieseln und es fliegt schon mal der Teppich über die Köpfe hinweg. Etwas Feuerwerk, glucksendes Wasser und ein Gewittergrollen – mehr gibt’s hier leider nicht zu vermelden.

 

  • Deutsch: Dolby Digital Plus 5.1 (85%) 2D-Betrachtung
  • Englisch: Dolby Atmos (80%) 2D-Betrachtung
  • Englisch: Dolby Atmos (40%) 3D-Betrachtung (Quantität)
  • Englisch: Dolby Atmos (70%) 3D-Betrachtung (Qualität)

Bonus (50%)

Im Bonusmaterial von Aladdin warten insgesamt drei Featurettes sowie sechs entfernte Szenen, ein zusätzlicher Song („Desert Moon“), drei Musikvideos und zwei Minuten an witzigen Bloopers. In „Aladdins Video-Tagebuch: Eine neue fantastische Perspektive“, dem ersten der Hintergrundberichte, begleiten wir Mena Massoud ein wenig hinter die Kulissen. Dazu gibt’s ein Featurette über Regisseur Guy Ritchie unter dem Titel „Ein cineastisches Genie“ und das kurze „Ein Freund wie Dschinni“, das sich darum kümmert, wie Will Smith die Herausforderung anging, die geniale (Voice)-Performance von Robin Williams des 92er Originals in Life-Action zu verwandeln. Insgesamt halten sich Quantität und Qualität der Extras in engen Grenzen. Da wäre doch deutlich mehr drin gewesen – zumal ein Audiokommentar fehlt.

Gesamtbewertung Aladdin  (83%)

Schön, wenn man auch noch überrascht wird. Aladdin ist viel besser, unterhaltsamer und gelungener als viele zuvor befürchtet oder angenommen hatten. Will Smith als Dschinni ist großartig und erschafft seine ganz eigene Version – unabhängig vom großartigen Robin Williams als Sprecher des Geistes aus dem Animationsfilm. Größtes Plus an Guy Ritchies Verfilmung ist aber (neben der visuellen Opulenz) die stärkere emotionale Bindung an die Figuren, die das Thema der Freundschaft zwischen Dschinni und Aladdin bis zum bewegenden Ende hervorragend rausarbeitet. Die UHD arbeitet auch gut heraus – und zwar Farben. Die kommen trotz der sichtbar dunkleren Abstimmung noch dramatischer und lebhafter rüber. Hautfarben sind natürlicher und wärmer, die prachtvollen Ornamente werden dreidimensionaler wiedergegeben.

Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 26. September 2019 Review am: 04. Oktober 2019
Erscheinungsjahr Film: 2018 Laufzeit: 128 Minuten
Filmstudio: Disney FSK: ab 6 Jahre
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat:
2.35:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch Dolby Digital Plus 5.1
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10 Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray
Testgerät TV: LG OLED55B7D Testgerät Player: Panasonic UB9004

Aladdin Trailer:

ARD / ZDF Onlinestudie 2019: Streaming weiterhin auf dem Vormarsch

ARD und ZDF haben ihre jährliche Onlinestudie 2019 veröffentlicht. Die öffentlich-rechtlichen Sender interessiert, wie deutsche Internetnutzer ihre Zeit investieren. Schließlich kann das auch für die TV-Anbieter wichtige Hinweise für die Zukunft liefern.

Alle Ergebnisse an dieser Stelle wiederzugeben, würde dabei den Rahmen sprengen. Deutlich ist aber, dass die insgesamt im Internet verbrachte Zeit im direkten Vergleich mit den Vorjahren zwar nicht mehr wirklich zunimmt, die Menschen das Internet aber immer mehr mobil nutzen und sich mit Vorliebe dem Audio- und Videokonsum hingeben. Streaming-Dienste wie Amazon Prime Video, Netflix und an erster Stelle YouTube sind dabei aktuell deutlich beliebter als Mediatheken.

Außerdem verliert der Fernseher bei Jugendlichen: Bei den 14- bis 29-Jährigen ist er als Zugangstor zu Inhalten nur noch auf dem zweiten Rang zu finden, während das Smartphone den ersten Platz belegt. Der Online-Verbreitungsweg gewinnt dabei insgesamt für alle Beteiligten an Bedeutung. Das ist sicherlich auch ein Grund, aus dem die ARD bald 20 Mio. Euro in seine Mediatheken bzw. Inhalte für jene pumpen möchte.

Streaming-Angebote in Deutschland: YouTube liegt vorne

Bei den 14- bis 29-Jährigen nutzen laut der Studie regelmäßig mehr Menschen Fernsehsendungen online als über den klassischen-linearen Verbreitungsweg. Die Mediatheken der TV-Sender stehen dabei aktuell aber eben im Schatten von Netflix und Co. Nach YouTube ist Netflix mittlerweile der beliebteste Streaming-Dienst in Deutschland, schenkt man der Studie von ARD und ZDF Glauben.

Zeitliche Unabhängigkeit ist für junge Menschen wichtig

Zentrale Motive für die jungen Zuschauer sind bei der Nutzung von Mediatheken und anderen Streaming-Diensten die zeitliche Unabhängigkeit und die Chance von Serien mehrere Folgen am Stück zu konsumieren. ARD und ZDF werden das sicherlich weiter interessiert beobachten, da sie letzten Endes großes Interesse an nicht-linearen Verbreitungsmöglichkeiten haben.

Die ARD / ZDF Onlinestudie 2019 liefert viele Erkenntnisse

Die ARD / ZDF Onlinestudie wird bereits seit 1997 durchgeführt. Befragt hat man dieses Jahr 2.000 Menschen aus Deutschland ab einem Alter von 14 Jahren. Unsere Leser wird der anhaltende Trend Richtung Streaming da sicherlich nicht überraschen. Für weitere Details empfehlen wir auch einen Blick auf die Quelle, die mehrere PDFs mit Ergebnissen anbietet.

Erste Leaks zu Samsung 2020 QLED TVs: „Infinity Screen“ & „Zero Bezel“

Samsung hat sich die Wortmarken „Infinity Screen“ und „Zero Bezel“ gesichert. Möchte sich Samsung bei seinen 2020 QLED TVs vorrangig durch das Design von der Konkurrenz absetzen?

Erste Markeneinträge in der Nizza-Klassifizierung 9 (Fernseher, LED, Digital Sinage, Computer & TV-Monitore) lassen vermuten, dass Samsung den QLED TVs aus 2020 womöglich ein überarbeitetes Design des Chassis spendiert. Der Marketingbegriff „Zero Bezel“ wird sich dabei auf den Rahmen des Displays beziehen. Hat es Samsung geschafft ein Display komplett ohne störende Rahmenelemente zu realisieren?

„Infinity Screen“ goes TV

Ein weiterer Hinweis ist Markenanmeldung „Infinity Screen“, ebenfalls in der Nizza-Klasse 9. Diesen Begriff dürfte vielen Lesern bereis aus Samsungs Mobile-Sparte vertraut sein. Dahinter vesteckt sich ein Display-Konzept, welches um die Ecken der Endgeräte weitergeführt wird. Es gibt somit keinen Rand oder Rahmen um das Display. Von Vorne sieht der Nutzer eigentlich nur Bildschirm. An den Rändern des Displays müssen dafür geringfügige Verzerrungen des Bildes hingenommen werden. Das „Infinity Screen“ Konzept kam erstmals im Galaxy Note 8, S8 und S8+ zum Einsatz.

Das Infinity Screen Konzept kennen wir bereits von den Samsung Smartphones (Abgebildet Galaxy S9)
Das Infinity Screen Konzept kennen wir bereits von den Samsung Smartphones (Abgebildet Galaxy S9)

Wird das Konzept auch für die neuen High-End Ultra HD Fernseher von Samsung übernommen, könnte dies den QLED TVs 2020 eine ganz neue Ästhetik verleihen. Normalerweise ist der Rahmen des Displays dazu da, der gesamten Konstruktion Stabilität zu geben. Zudem befinden sich im Rahmen meist auch Mikrochips für die Ansteuerung der Displays und der LED-Hintergrundbeleuchtung. Vielleicht präsentiert Samsung auf der CES 2020 eine ganz neue TV-Generation, die auf einer überarbeiteten QLED Displaytechnologie fußt?

Es besteht auch die Möglichkeit, dass Samsung die Begriffe für die digitalen MicroLED Displays einsetzten möchte. Die MicroLED Displays bestehen ja aus einzelnen Modulen, die ohne Spaltmaß aneinandergesetzt werden können. Dementsprechend ziehen sich die MicroLED Pixel bis an den Rand. Genaueres werden wir erst zur CES im Januar 2020 in Las Vegas in Erfahrung bringen können. Wir hoffen ja immer noch, dass wir vom koreanischen Hersteller etwas ganz neues zu Gesicht bekommen werden, wie z.B. einen modularen Fernseher.

Test: Samsung Q90R QLED 4K TV mit 65 Zoll – der OLED-Killer?

Einleitung, Inbetriebnahme & Features

Ist dem koreanischen Hersteller mit dem Q90R TV ein Meilenstein der LCD Paneltechnik gelungen? Alles, was ihr wissen müsst, lest ihr in unserem Test.

Erst kürzlich berichteten wir darüber, dass Samsung plant, künftig OLED Displays neben Smartphones auch im TV Segment zu produzieren, um damit die an LG verlorenen Marktanteile zurückzugewinnen. Bis es aber soweit ist, beweist Samsung mit ihrem Q90R nochmal eindrucksvoll, dass bei der LCD-Paneltechnik nach wie vor Luft nach oben ist. Die Schwarzdarstellung und der Blickwinkel des Q90R müssen sich nicht hinter der OLED Konkurrenz verstecken.

Das diesjährige Flaggschiff samt Full Array Local Dimming (FALD9 und neuer LCD Blickwinkel Technologie ist in Europa in den Größen 55,65 und 75 Zoll verfügbar. Wir testen für euch das 65 Zoll Exemplar.

Rahmen Tiefe Q90R Hintergrundbeleuchtung
Aufgrund der Hintergrundbeleuchtung fällt der Rahmen des Q90R etwas tiefer aus

Das Gehäuse des Q90R gleicht dem des Vorgängers Q9FN wie ein Ei dem anderen. Auf der Rückseite werden wir von deutlich zu viel Plastik überrascht. Der Displayrahmen aus Metall wirkt da schon sehr frisch. Auch der neue äußerst wertige und dazu schwere Standfuß aus Metall gefällt uns besonders gut. Das Design erinnert uns etwas an den Standfuß der Cinema Displays von Apple. Das flache Design ist bewusst so konzipiert worden, um die separat erhältliche 1,20m breite Soundbar von Samsung Millimeter genau unter dem TV zu platzieren. Die für heutige TV Geräte schon beinahe untypische Bautiefe ist der direkten Hintergrundbeleuchtung geschuldet. Insgesamt wirkt der Q90R edel, wir denken jedoch, dass Samsung mit seinem TV eher die Installation auf einem TV-Möbel oder an der Wand anstrebt. Das 360 Grad-Design lässt uns auf der Rückseite doch etwas zu wünschen übrig.

Die Modelle ab dem Q85R aufwärts sind für Samsungs „No-Gap“ Wandhalterung vorbereitet. Damit kann der TV praktisch lückenlos an der Wand angebracht werden, was ihn fast wie ein Gemälde aussehen lässt.

No Gap Wandhalterung Q90R
Samsung hat den Q90R für die „No Gap“ Wandhalterung vorbereitet (separat erhältlich). So schließt der QLED direkt mit der Wand ab

Ein Alleinstellungsmerkmal für die Samsung Top-Modelle ab der Q95R Serie ist die One Connect Box. Die externe Anschluss-Box wird mittels eines schlanken Verbindungskabels (One Invisible Connect) mit Audio- und Videoinformationen sowie mit Strom versorgt. Das im Lieferumfang befindliche Kabel misst 5 Meter, ein optionales Kabel mit 15 Meter kann separat erworben werden. Alle gängigen Ein- und Ausgänge wie z.B. 4x HDMI Ports (die alle bis zu 18Gbits/s liefern), 3x USB, Ethernet und Anschlüsse für Twin-Satelliten Tuner usw. befinden sich an der Box. Dank des langen Verbindungskabels zum Fernseher kann die Box nah an den Signalquellen (Receiver, Konsolen, 4K Blu-ray Player) platziert werden.

Anschlüsse an der Q90R One Connect Box
Anschlüsse an der Q90R One Connect Box

Die äußerst sparsame Fernbedienung unterscheidet sich zum Vorjahr lediglich durch 3 neue Tasten, die zum Streaming Anbieter seiner Wahl springen lassen. Gewohnt hochwertig besteht diese aus Aluminium. Sprachfunktion und die inzwischen bekannte „Ambient-Taste“ sind ebenfalls wieder vorhanden. Erneut bietet der „Ambient Modus“ dem Anwender per Knopfdruck die Möglichkeit, sich in einem Menü aus 6 Kategorien über 61 verschiedene Motive auszuwählen, um den TV so in einen animierten Bilderrahmen zu verwandeln. An dieser Stelle fragen wir uns wirklich, ob jemand die alte, klobige Fernbedienung mit 0-9 Zahltasten und 25 weiteren Funktionstasten vermisst?

Die Samsung Remote verfügt nun über drei Tasten für Netflix, Prime Video und Rakuten TV
Die Samsung Remote verfügt nun über drei Tasten für Netflix, Prime Video und Rakuten TV

Wer beim abendlichen Suchen der Fernbedienung wieder die Beherrschung verlieren könnte, dem sei das kleine Bedienfeld unter dem Samsung Logo nahegelegt. Hiermit ist es möglich die verschollene Fernbedienung über ein akustisches Signal ausfindig zu machen!

Der Einrichtungsassistent erkennt und konfiguriert angeschlossene Geräte wie Blu-ray Player, Spielekonsole oder AV Receiver. Sind die Geräte UHD Fähig und unterstützen den erweiterten Farbraum BT.2020, so erkennt der Q90R dies und setzt die entsprechend korrekte Einstellung automatisch. Ist die Ersteinrichtung abgeschlossen, beginnt die individuelle Einrichtung des Smart Hubs. Gängige Streamingdienste wie Amazon Prime Video, Netflix, DAZN, Apple TV und YouTube sind bereits vorinstalliert und können um weitere Apps aus dem Tizen Store ergänzt werden. Erfreulich ist, dass die Navigation innerhalb des Tizen 5.0 Betriebssystems äußert Flüssig verläuft und dazu noch angenehm schnell auf Eingaben reagiert. Im Vergleich zu anderen TV Betriebssystemen fährt das Tizen Betriebssystem auch messbar schneller hoch und ist sofort betriebsbereit, sollte der TV vom Strom getrennt und wieder angeschaltet werden.

Der bekannte Smart Hub reagiert zügig auf Eingaben und kann individualisiert werden
Der bekannte Smart Hub reagiert zügig auf Eingaben und kann individualisiert werden

Mit der Integration der SmartThings IoT-Plattform auf den Samsung Q90R, könnt ihr fortan unzählige Geräte und Gadgets in eurem Smart-Home über den Fernseher steuern. Nicht nur das, ihr bekommt sogar direktes Feedback von externen Geräten. Ist der Kühlschrank offen? Brennt noch die Lampe im Hobbyraum? Ist das Fenster geöffnet? Das alles kann mit entsprechenden Sensoren über SmartThings abgerufen werden. Klingelt es an der Türe? Die Ring Doorbell zeigt euch wer euch besucht. Auch die Waschmaschine meldet sich, sobald diese fertig is zum Ausräumen. Und wenn der Tag sich dem Ende neigt klicken wir das Szenario „Movie“ an, welches die elektrischen Jalousien nach unten fahren lässt und das Licht dimmt. Die SmartThings Obefläche funktiniert übrigens nicht nur mit Samsung-Geräten, sondern mit über 5.000 Artikeln von dirversen Herstellern wie Philips Hue, Ikea uvm.

Die Integration der SmartThings App auf den Samsung Q90R verwandelt den TV in ein "Cockpit" für euer Smart Home
Die Integration der SmartThings App auf den Samsung Q90R verwandelt den TV in ein „Cockpit“ für euer Smart Home

SDR Kalibrierung

Wir verwenden ab sofort einen neuen Referenz-Messsensor des Herstellers Klein Instruments – ein K10-A. Den de facto Industrie Standard, der mit seiner sensiblen Sensorik bis zu unglaublichen 0.00006 cd/m² messen kann. Dies ist auch beinahe nötig um den großartigen Schwarzwert des Q90R zu messen – wie gesagt beinahe.

Klein K10-A Colorimeter Samsung Q90R QLED TV
Unser neues Referenz-Messinstrument Klein K10-A rückt dem Samsung Q90R auf die Pelle/Display

Out of the box bietet der Bildmodus „Movie“ die beste Ausgangssituation und überzeugt mit einer guten RGB Balance die lediglich in den Mittel- und Hochtönen tendenziell zu viel Rot enthält. Die Farbgenauigkeit ist gut, es mangelt lediglich an etwas Sättigung und pfiff was in einer eher Samsung untypischen REC.709 Farbraumabdeckung von 90 % resultiert. Die durchschnittliche Farbtemperatur mit 6275K dagegen ist aufgrund des Überschusses an Rot etwas zu Warm geraten. Der Gammaverlauf ist mit durchschnittlich 2,43 bereits nahe an der Norm – dennoch ist Luft nach oben. Schließlich wollen wir unser neues Messwerkzeug auch effektiv nutzen.

SDR vor Kalibrierung Samsung Q90R Movie Mode
Farb- und Graustufenmessung innerhalb des Standard Dynamikumfangs (SDR) vor der Kalibrierung (CalMAN Calibration Software – Portrait Display)

Die Kalibrierung wurde unter anderem mit CalMAN Ultimate 2019 R2 und LightSpace durchgeführt. Das Tristimulus Klein K10-A wurde mit einem i1Pro2 Spektrometer profiliert, um noch präzisere Messergebnisse zu erhalten.

Lediglich ein 2 Punkt Weißabgleich war nötig, um den Samsung Q90R messtechnisch auf Referenz Niveau zu bringen. Die RGB Balance ist dadurch frei vom vorherigen Rotüberschuss, wodurch wir eine durchschnittliche Farbtemperatur von 6.573K erhalten – beinahe eine Punktlandung (6.500K wäre optimal). Mit einem ΔE von ⌀ 0,67 ist es für das menschliche Auge nicht mehr möglich, Farbabweichungen wahrzunehmen. Wir haben neben dem Weißpunkt auch die Farbsättigung korrigiert. Besonders Rot, Blau und Magenta mit ihren Sättigungspunkten am Rande des Farbraums haben davon profitiert. Auch für die Farben erreichen wir hierdurch mit einem ΔE von ⌀ 0,61 ein Ergebnis auf Studio Niveau.

SDR nach Kalibrierung Q90R Samsung
Farb- und Graustufenmessung innerhalb des Standard Dynamikumfangs (SDR) nach der Kalibrierung (CalMAN Calibration Software – Portrait Display)

Eine schwere Hürde für jeden TV im Test ist unser ColorChecker Workflow. Mit 124 verschiedenen Farbmessungen, die besonders häufig im Film und Fernsehen vorkommen. Der Q90R meistert aber auch diese Prüfung, obgleich einige wenige Farben knapp über der Toleranz liegen, ist das Gesamtergebnis dieser Messung dennoch positiv. Sei es Himmelsblau, das leuchtende Grün eines Fußballfeldes oder auch verschiedenfarbige Hauttöne, der Q90R gibt sie nach der Kalibrierung mustergültig wieder.

123 Farben Colorchecker Test Q90R Samsung
Der Q90R besteht den Härtetest mit 124 Farbmessungen bis auf wenige Ausreißer wie ein Champion (CalMAN Calibration Software – Portrait Display)

Da wir unseren Lesern gerne einen transparenten Eindruck über die getesteten Geräte verschaffen möchten, gehen wir anders als andere Testredaktionen noch einen Schritt weiter und messen neben den bekannten Graustufen und Farbfeldern ab sofort auch die einzelnen Luminanzstufen und vermessen mittels LightSpace Software ebenfalls die TV interne REC.709 LUT (Look Up Table). Ermöglicht wird dies, indem wir 1.000 Farbfelder Messen und daraus eine LUT generieren. Dies ist bis dato einmalig und zeigt die wahre Performance des Gerätes und deckt noch so kleine schwächen auf. Erst unser neuer Messsensor ermöglicht uns diese Art der Messungen vorzunehmen, da er neben seiner enormen Geschwindigkeit auch besonders präzise misst. Mit dem bisherigen Equipment hätte sich dies verglichen zum Zeitaufwand nicht gelohnt. So erkennen wir anhand der Luminanz Messung, bei der alle primär und sekundär Farben von 10-100% Farbsättigung und die Graustufen hinsichtlich ihrer Leuchtkraft gemessen werden, dass der Q90R im unteren Bereich die Farben zu hell darstellt. Was dies für Auswirkungen hat, werden wir im nächsten Absatz näher erläutern. In den Mittel- und Hochtönen hingegen gibt der TV die Farbluminanzsgrade wieder mustergültig wieder.

Besonders in dunklen Bereichen von 10-40 IRE ist der Q90R zu hell mit der Darstellung der Farben
Besonders in dunklen Bereichen von 10-40 IRE ist der Q90R zu hell mit der Darstellung der Farben. Das ist dem direkten LED-Backlight geschuldet (CalMAN Calibration Software – Portrait Display)

Um dieses Verhalten besser bewerten zu können, vermessen wir nach unserer Kalibrierung einen 10^3 Cube, dies sind genau 1.000 Messpunkte. Dank K10-A benötigen wir hierfür gerade einmal 12 Minuten.

Nachdem die 1.000 Messpunkte erfasst wurden, konvertieren wir den Farbraum mittels LightSpace Software basierend auf REC.709 als Ziel Farbraum. Hierdurch sehen wir sehr detailliert, welche Änderungen am Farbvolumen nötig sind, um die Übersättigung der Farben zu beheben und wo diese Probleme genau lokalisiert sind.

In der LightSpace Cube Preview erkennen wir sehr deutlich, die bereits in CalMAN erfassten Auffälligkeiten bei der Luminanz Messung. Die zuvor beschriebene Übersättigung der unteren bis mittleren Luminanzlevel erkennen wir daran, dass der Cube an diesen Stellen weniger gefüllt ist, da die LUT an diesen Stellen entsättigt werden muss – hierdurch entstehen die Luftlöcher zu sehen als Schwarzer Raum. Je mehr hier also entsättigt werden muss, desto größer die Löcher und damit verbundenen Abweichungen. Während der Cube hingegen in den höheren Luminanz Bereichen nahezu komplett ausgefüllt ist, was sich mit den guten ΔE Werten in CalMAN deckt. Wenn man nun ein sehr sensibles und geschultes Auge besitzt, sieht man trotz mustergültiger Farbwiedergabe unter ΔE 3,0 diese Farblücken und unsauberen Aufbau der LUT auch im Content in Form von Banding und teils übersättigter Farbdarstellung. Der Q90R ist besonders bei den Primärfarben Rot, Grün und Blau davon betroffen. In unserer Bildergalerie haben wir den Cube aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt, um euch die Fehler bestmöglich aufzuzeigen. Nichtsdestotrotz, ist der Samsung in puncto Wiedergabe Qualität insgesamt als gut zu bewerten. Ein Blick auf die ΔE Statistik der 1.000 Messpunkte bescheinigt, dass lediglich 2,4% also gerade einmal 24 Punkte außerhalb der Toleranz liegen. Wir möchten mit diesem Test lediglich jeden Stein umdrehen, um zu sehen, was sich darunter verbirgt.

Lediglich 24 der insgesamt 1.000 gemessenen Punkte liegen außerhalb der Toleranz von ΔE 2000
Lediglich 24 der insgesamt 1.000 gemessenen Punkte liegen außerhalb der Toleranz von ΔE 2000

Die obigen Bilder zeigen die Vorschau der Korrekturen die notwendig sind, um im RGB Raum eines 33^3 Cubes (35.936 Punkte) den Zielfarbraum REC.709 zu erreichen. Diese könnte man anschließend in entsprechende 3D LUT fähige Hardware hochladen oder einen Software Renderer wie z.B. madVR nutzen.

Der native Farbraum des Samsung ist aufgrund der Quantum Dot Technologie weitaus größer als der Zielfarbraum REC.709. Der Cube muss also deutlich nach innen reduziert und Farben darüber hinaus entsättigt werden, umso den kleineren Farbraum zu treffen. Hierdurch entstehen neben den aufgezeigten Luftlöchern im Cube, den unsaubere Verläufen leider auch einige Farbpunkte, die das Display durch die Reduzierung nicht mehr darstellen kann.

Farbpunkte innerhalb des REC.709 Farbraums, welche der Q90R nicht darstellen kann
Farbpunkte innerhalb des REC.709 Farbraums, welche der Q90R nicht darstellen kann

Wir sind uns durchaus bewusst, dass wir hiermit neues Terrain betreten. Dennoch sind wir davon überzeugt, dem Leser mit dieser Tiefgründigen TV Analyse, bei der Kaufentscheidung Unvoreingenommen helfen zu können. Ferner möchten wir darauf hinweisen, dass es an dieser Stelle auch noch andere bekannte TV Hersteller gibt, die ebenfalls von dieser Problematik betroffen sind. Wenngleich einige von Ihnen weniger stark als der Q90R.

HDR10 Kalibrierung

Während Samsung mit dem Film Bildmodus für SDR Inhalte bereits ab Werk in die richtige Richtung geht, schießen sie wie schon beim Q9FN im HDR Modus erneut weit über das Ziel hinaus. Auch im weniger aggressiven HDR Film Modus, ist der Q90R besonders in den Mitteltönen viel zu hell. Zwar erreicht der TV damit beeindruckende 1.632 nits Spitzenhelligkeit, die wir in einem 10% Fenster messen, jedoch liegt er damit über der PQ2084 EOTF Soll Kurve. Spitzendetails haben hierdurch deutlich weniger Spielraum und clippen dadurch eher. Auch die Farben liegen deshalb deutlich über dem Soll. Wir würden uns hier mehr Qualität statt Quantität wünschen, weshalb uns das Tone Mapping Verhalten anderer Hersteller, die sich mehr an der PQ orientieren, eher zusagt. Obwohl dies bereits mehrfach beim Q9FN kritisierte wurde, hält Samsung an diesem Verfahren fest.

Erneut schießt Samsung bei HDR10 über das Ziel hinaus, auch der Q90R ist OOTB zu hell
Erneut schießt Samsung bei HDR10 über das Ziel hinaus, auch der Q90R ist OOTB zu hell (CalMAN Calibration Software – Portrait Display)

Zum Glück können wir hier bereits mit wenig Aufwand dem ganzen positiv entgegenwirken. Lediglich durch Reduzierung der Hintergrundbeleuchtung erreichen wir nahezu ein perfektes EOTF tracking und treffen die PQ deutlich besser. Dies hat zur Folge, dass Spitzendetails in den Mitteltönen nicht mehr ausbrennen und clippen. Der Q90R ist nach diesem kleinen Eingriff mit 1.038 nits immer noch blendend hell und präsentiert brillante Farben, die sich nun lediglich knapp über einen ΔE von 1,00 bewegen.

Durch Reduzierung der Hintergrundbeleuchtung erreichen wir eine deutlich besser PQ Kurve
Durch Reduzierung der Hintergrundbeleuchtung erreichen wir eine deutlich besser PQ Kurve (CalMAN Calibration Software – Portrait Display)
Die ColorMatch Farbpallete ist zur Bewertung von HDR10 Inhalten. Mit nur wenigen Ausreißern überzeugt der Samsung auch hier
Die ColorMatch Farbpallete ist zur Bewertung von HDR10 Inhalten. Mit nur wenigen Ausreißern überzeugt der Samsung auch hier (CalMAN Calibration Software – Portrait Display)
Der Q90R bringt es auf knapp 74% BT.2020 Farbraumabdeckung
Der Q90R bringt es auf knapp 74% BT.2020 Farbraumabdeckung (CalMAN Calibration Software – Portrait Display)
Das Werbeversprechen von 100% Color Volume für DCI P3 hat Samsung mit 94% nur knapp verfehlt
Das Werbeversprechen von 100% Color Volume für DCI P3 hat Samsung mit 94% nur knapp verfehlt (CalMAN Calibration Software – Portrait Display)

Bildeindruck

Samsung gehört zu den Herstellern, die nach wie vor durch Innovationen, die LCD Technik weiter vorantreiben und stets optimieren. Dies stellen sie auch mit dem Q90R erneut eindrucksvoll unter Beweis, indem sie durch konzentrierte Lichtleiter und einer neuen speziellen Filterfolie, Reflexionen nahezu eliminieren und so Schwarzeindruck und Blickwinkel auf ein neues Level heben. Trotz VA Panel gelingt es dem Q90R so, sich nicht vor der IPS-LCD oder gar OLED Konkurrenz verstecken zu müssen.

Wir haben bis dato keinen anderen TV gesehen, der Umgebungslicht und Reflexionen so effektiv absorbiert wie der Q90R. Dies sorgt für besonders sattes Schwarz mit 0,036 nits, und das außerhalb von lichtkontrollierten Räumen. Nur unter besonderen Umständen und ausgewählten Video Sequenzen lässt sich erahnen, dass es sich hierbei um einen LCD und nicht um einen OLED mit selbstleuchtenden Pixel handelt. Sony versuchte mit ihrer Version des „X Wide Viewing Angle“ etwas Vergleichbares, scheiterten jedoch bei der Umsetzung. Der Schwarzwert konnte nicht gehalten werden, etwas was mit dem Q90R nicht passiert.

Wie auch einige Panasonic Geräte leidet der Q90R bei der Wiedergabe von 50 Hz interlaced Material, unter Mikro Stottern. Dieses Verhalten wird jedoch nicht von jedem wahrgenommen und schmälert auch nicht die insgesamt gute Bewegtbilddarstellung.

Durch gezieltere Ansteuerung der insgesamt 480 Dimming-Zonen, sorgt Samsung in Kombination mit ihrer neuen „Ultra Black Elite“ Schicht für tiefstes Schwarz und reduziert nebenbei den unschönen Blooming Effekt. Völlig frei vom besagten Halo Effekt, der besonders bei hellen Inhalten vor einem dunklen Hintergrund zum Vorschein kommt, ist der Q90R jedoch nicht (ein OLED übrigens auch nicht). Besonders auffällig tritt dieser Effekt bei der Wiedergabe von HDR Titeln mit Untertiteln auf. Wir konnten außerdem feststellen, dass die Dimmingzonen in bestimmten Szenen teilweise hinterherhinken. So kann es durchaus vorkommen, dass bei einigen schnellen Szenen Wechsel dessen Inhalt von dunkel auf hell oder umgekehrt springt, der Bildeindruck entweder zu dunkel oder auch zu hell wirken kann.

Aufgrund der neuen Displaybeschichtung ist es nicht möglich, dass Pixel Raster zu erfassen. Dennoch erkennen wir bei näherer Betrachtung die gleichen Probleme wie schon beim Q9FN hinsichtlich des Rastereffekts. Erneut wird jedes Subpixel noch einmal unterteilt und je nach Bildinhalt wird die ausgegebene Bildhelligkeit leicht variiert. Hierdurch entsteht ein Raster Effekt, der sich besonders bei feinen Details zum Vorschein kommt.  Man sollte dies aber nicht zu negativ beurteilen, da man dies von der üblichen Sitzposition heraus nicht sehen kann.

Die 2019 QLED TVs bekommen ein neues "Herz"
Der neue Prozessor verspricht mehrere Bearbeitungs- und Überarbeitungsschritte für Farbe, Kontrast und Bewegung für bestmögliche Bildqualität

Verglichen mit dem herkömmlichen 4K Upscaling verspricht Samsung mit ihrem neuen Quantum Prozessor 4K/8K AI Upscaling intelligente und detaillierte Bildwiederherstellung basierend auf einer umfassenden Referenzdatenbank, die mithilfe der Machine Learning-Technologie aufgebaut wurde und stetig wächst und somit dazu lernt. Dieses Feature kann man mit der Reality Creation von Sony vergleichen jedoch mit dem Unterschied, dass man bei Samsung nicht Einfluss auf dieses Verhalten nehmen kann.  Das erstmals mit dem 8K Q900R eingeführte „AI“ Upscaling beherrscht auch der Q90R. Wir empfinden diese Skalierung jedoch als deutlich zu aggressiv, da sie für eine unnatürliche Überschärfung von Objekten sorgt. Abseits der „AI“ Funktion aber gehört das Upscaling des Q90R aktuell mit zu dem besten, was man für sein Geld bekommen kann. Dadurch kann man auch seine alte DVD Sammlung oder auch Videoinhalte in minderwertiger Qualität schauen.

In Summe erhält man mit dem Q90R einen außerordentlichen QLED TV, der besonders durch sein tiefes Schwarz und enormer Lichtausbeute in SDR und HDR gleichermaßen überzeugt. Samsung gelingt ein großer Sprung in die richtige Richtung und lässt durch die zahlreichen Optimierungen, den bisherigen großen Abstand zur OLED Konkurrenz in puncto Kontrast und Blickwinkelstabilität deutlich geringer werden.

Nach einer Kalibrierung werden Graustufen, als auch Farben mustergültig wiedergegeben mit einigen Einschränkungen bei SDR durch die suboptimale REC.709 LUT. Cinema Scope Balken sind Pechschwarz und man kann auch tagsüber ein kontrastreiches Bild genießen. Einziger Wermutstropfen ist die fehlende Dolby Vision Unterstützung. Samsung steht trotz namhafter Beteiligung anderer Hersteller an der HDR10+ Alliance, inzwischen als noch einziger Anbieter ohne Dolby Vision da.

Für die Spitzenposition fehlen leider noch enorm hohe 400 nits dennoch ist der Q90R strahlend hell

Technik

Um den tiefen Schwarzwert (0,036 nits) und den enorm hohen Blickwinkel zu ermöglichen, kombiniert Samsung in ihren neuen Modellen mehrere komplexe Schichten miteinander, wie auf unserer Infografik unten zu sehen ist. Bereits 2018 begann Samsung damit, dass Licht der Hintergrundbeleuchtung stärker in Richtung des Displays zu bündeln, statt nur nebelhaft zu leuchten. Dieses Verhalten sorgte jedoch besonders bei seitlicher Betrachtung für einen eher flauen Schwarzwert. Das neue und optimierte 180° Streuverhalten werkelt nun in dem neusten QLED Line Up, welches durch eine neue spezielle Filterfolie namens „Ultra Black Elite“, dass zuvor konzentrierte Licht effektiver in verschiedene Richtungen verteilt.

Die neue Panel Struktur reduziert Lichtlecks und sorgt für gleichmäßige Ausleuchtung
Die neue Panel Struktur reduziert Lichtlecks und sorgt für gleichmäßige Ausleuchtung
Die neue Filterschicht Minimiert Reflexionen mithilfe der optischen Interferenz zwischen mehreren Schichten mit verschiedenen Brechungsindizen
Die neue Filterschicht Minimiert Reflexionen mithilfe der optischen Interferenz zwischen mehreren Schichten mit verschiedenen Brechungsindizen

Gaming

Obwohl der TV über den Standard HDMI 2.0b verfügt unterstützt er zwei HDMI 2.1 Feature die abwärtskompatibel sind – ALLM (Auto Low Latency Mode) ist eines davon. Der TV erkennt automatisch den Start einer Spielekonsole wie Xbox One, Playstation 4 und neuerdings auch Nintendo Switch und aktiviert eigenständig den Game Modus. In diesem messen wir gerade mal eine Verzögerung von 14,9 ms. Diese geringe Latenz wird durch das VRR (Variable Refresh Rate) Feature ermöglicht. Dabei handelt es sich um AMDs FreeSync Technologie via HDMI. Dieses Feature ermöglicht die Wiedergabe in UHD Auflösung mit 120 Hz. Allerdings funktioniert dies nur über HDMI Port 4. Außerdem ist es nötig in den Einstellungen das „Erweiterte Eingangssignal“ zu aktivieren.

Im Game Modus messen wir sagenhafte 14,9 ms damit ist der Q90R besonders für Zocker geeignet
Im Game Modus messen wir sagenhafte 14,9 ms damit ist der Q90R besonders für Zocker geeignet

Im Vergleich mit anderen Top TV Modellen, reiht sich der Samsung wie bereits bei der Spitzenhelligkeit mit diesem Ergebnis auf Platz 2 der Bestenliste ein. Im direkten Vergleich mit seinem Vorgängermodell dem Q9FN, gelingt es dem diesjährigen Flaggschiff Q90R den Input Lag weiter zu reduzieren.

Der Samsung Q90R verpasst nur knapp den Spitzenplatz und reiht sich hinter dem LG C9 ein

Messungen & Spezifikationen

SDR
Schwarzwert 0,036 nits
Spitzenhelligkeit 1.283 nits (2% Fenster)
Kontrast 8512:1 (4×4 ANSI)
HDR 
Schwarzwert 0,031 nits
Spitzenhelligkeit 1632 nits
Kontrast 8545:1 (4×4 ANSI)
DCI-P3 Farbraum 94%
BT.2020 Farbraum 75%
Input Lag (Game Mode)
1080p SDR 14,9 ms
4K SDR 14,7 ms
4K HDR 14,9 ms

Spezifikationen

TV Größe 65“
Design Flat
Display Technik VA (QD) LCD
Backlight Typ FALD (Full Array Local Dimming)
Auflösung 4K
HDR Formate HDR10, HDR10+, HLG
Video Prozessor Quantum Processor 4K
Besonderheiten Ultra Viewing Angle, One Connect Box, Smart Things
Audio 4.2 60W
TV OS Tizen
HDMI Standard 2.0b
Eingänge 3x USB (1x USB 3.0), 1x Ethernet, 1x CI+
Audioausgang 1x optisch, 1x HDMI ARC
Video Codecs MPEG4, HEVC, VP9-2
Tuner Twin Tuner DVB-T2/S2/C
WiFi (ac)
Bluetooth Ja
Medienwiedergabe USB, Mirroring, WiFi Direct, AppCast, AirPlay
DLNA Heimnetz Client, Renderer
Sprachsteuerung Bixby, Alexa, Google
Lieferumfang One Remote Premium, One Connect Box, Anleitung

 

Optimale Bildeinstellungen Q90R

Wie unser Test offenbart, verschenkt der Samsung Q90R QLED TV mit seinen Werkeinstellungen viel Potential. Dieses kann erst mit einer sauberen Bildkalibrierung ausgeschöpft werden. Mit unseren „optimalen Bildeinstellungen“ könnt ihr die ersten „groben Schnitzer“ korrigieren und erhaltet ein harmonischeres Bild. Wir weisen jedoch darauf hin, dass nur eine auf die jeweilige Umgebung je Panel ein optimales Bildergebnis abliefern kann.

Einstellung SDR HDR
Bildmodus Film Film
Hintergrundlicht  9 ≈100 nits 33 ≈1.000 nits
Helligkeit 0 0
Kontrast 45 50
Farbe 25 25
Schärfe 0 0
Farbton (G/R) 0 0
Digitale Rauschfilter Aus Aus
Auto Motion Plus Aus Aus
Local Dimming Standard Hoch
HDMI UHD Color Aus Ein
Farbtemperatur Warm 2 Warm 2
Gamma BT.1886 +2 0
Farbraum Auto Auto
2P Weißabgleich RGB-Gain -9 / -6 / 0 -2 / -6 / 0
2P Weißabgleich RGB-Offset 0 / 0 / 0 0 / 0 / -5

Fazit

Samsung entwickelt sich weiter und baut auf das starke QLED-Lineup der letzten Jahre auf. Das schicke Design, die One Connect Box sowie die Vorbereitung für die No-Gap-Wallmount (nicht im Lieferumfang enthalten) finden Kunden so nur bei Samsungs QLED-Fernseher. Neue Features wie die Integration der Smart Things IoT-Plattform oder die Apple TV App liefern einen deutlichen Mehrwert. Komfort-Funktionen wie der Ambient-Modus aus den Vorgängermodellen finden wir auch beim Q90R wieder.

Bei der Bildperformance gelingt Samsung mit dem Q90R der Mega-Coup. Zwar gibt es kleinere Patzer bei der REC.709 LUT, dafür jedoch brillant helles HDR, nach der Kalibrierung mustergültige Farben gepaart mit einem unglaublich hohen Kontrast. Der enorm hohe Blickwinkel und der erschreckend gute Schwarzwert machen ihn zu einer ernst zu nehmenden OLED Alternative. Die Vorteile des Samsung Q90R in hellen Umgebungen sind nicht von der Hand zu weisen. Darstellungen bleiben kontrastreich und farbenfroh. Wer noch ein paar Euro mehr in eine saubere Kalibrierung investiert, der wird mit einem QLED-TV auf Referenz-Niveau belohnt.

 

Pros

+ Top Schwarzwert
+ Brillantes HDR
+ HDR10+
+ Hoher Blickwinkel
+ Sehr gut entspiegeltes Display
+ Niedriger Input Lag
+ One Connect Box (5m Kabel)
+ SmartThings (IoT)

Cons

Ab Werk nicht optimales HDR
Unsaubere REC.709 LUT
Kein Dolby Vision

Disney+ greift an: Die Top 5 Filme, die wir bei Netflix vermissen werden

Disney startet noch in diesem Jahr in den USA mit seinem eigenen Streaming-Dienst Disney+ durch. 2020 soll die Plattform für 6,99 Euro im Monat auch in Deutschland ans Netz gehen. Leider werden auf lange Sicht dafür bei den Konkurrenzanbietern wie Amazon Prime Video und Netflix Inhalte von Disney herausfallen. Wir listen hier 5 Filme auf, die wir insbesondere bei Netflix vermissen werden.

Netflix wird von Disneys neuer Strategie besonders hart getroffen, da man mit dem Unternehmen zuvor eng kooperierte. Die bekanntesten Ergebnisse waren sicherlich die Marvel-Serien rund um Daredevil, Luke Cage, Jessica Jones und Co. All jene Serien werden nun eingestellt, obwohl die Resonanz der Zuschauer sehr positiv ausfiel und auch die Kritiken größtenteils passten.

Doch damit nicht genug: Auch wenn Disney bisher bewusst mit allzu konkreten Aussagen geizt, ist fest damit zu rechnen, dass bestehende Lizenzabkommen mit Netflix und Co. auslaufen. Klar, das ist logisch. Amazon würde seine Originals ja auch nicht einfach an Netflix weiterreichen. Exklusivität zieht Kunden an und so wird Disney den Zugriff auf seine hochkarätigen Filme und Serien rund um Marvel, Star Wars, Pixar und Co. an seine eigene Plattform knüpfen. Der Prozess hat bereits begonnen: Star Wars ist beispielsweise bereits bei Netflix entschwunden.

Bis das in der Praxis umgesetzt wird, ist es nur eine Frage der Zeit. Dabei kann es natürlich Unterschiede zwischen den USA und Europa geben, aber dass wir bei Netflix Abschied nehmen müssen von Darth Vader, Luke Sykwalker, Iron Man, Captain America und Co. ist klar. In unserer Liste seht ihr, welche Filme uns bei Netflix am meisten fehlen werden. Gut, dass es weiterhin natürlich die Option geben wird zu einer DVD, Blu-ray oder Ultra HD Blu-ray zu greifen. Fiele eure Wahl ähnlich aus wie unsere? Teilt uns gerne eure Lieblingstitel von Disney bei Netflix mit.

5. Die vielen Abenteuer von Winnie Puuh

In Deutschland ist der Bär Winnie Puuh lange nicht so populär wie in den USA, wo er bei immer wieder neue Generationen begeistert und im Kinderzimmer Dauergast ist. Im Grunde fasst „Die vielen Abenteuer von Winnie Puuh“ aus dem Jahr 1977 dabei mehrere Kurzfilme zusammen. Dieser Film erschien in Deutschland leider nicht auf Blu-ray, sodass die Netflix-Version aktuell eine der besten Möglichkeiten ist, um den Film in guter Qualität zu genießen.

Der Film ist, gerade weil er im Grunde aus drei Kurzfilmen zusammengestellt wurde, auch für kleine Kinder sehr gut konsumierbar. Der handgezeichnete Film hat auch heute noch sehr viel Charme und dürfte auch manchem Erwachsenen eine willkommene Abwechslung bescheren, wenn man mit den deutlich hektischeren Kinderfilmen von heute vergleicht.

4. Tron: Legacy

Ursprünglich sollte Disneys „Tron: Legacy“ der Beginn einer neuen Filmreihe sein. Es folgt jedoch lediglich eine kurzlebige Animationsserie namens „Tron: Der Aufstand“. Bis heute kommen immer mal wieder Gerüchte um eine Fortsetzung auf, welche auch von den Mitwirkenden befeuert werden. Ob es jemals so weit sein wird, ist neun Jahre nach „Tron: Legacy“ jedoch schwer zu sagen.

„Tron: Legacy“ ist eine direkte Fortsetzung des ersten Films aus den 1980er-Jahren, der ohne Nostalgiebrille heute nur noch schwer auszuhalten ist und bei Erscheinen primär durch seine damals revolutionären Computereffekte für Aufsehen sorgte. Auch die Fortsetzung geizt nicht mit Effekten, bietet aber eine kohärentere Geschichte und einen grandiosen Soundtrack von Daft Punk – ein absoluter Genuss für Augen und Ohren.

3. Die Monster AG

Netflix hat von Pixar nur einige ausgewählte Filme wie „Coco“, Cars 3: Evolution“ und „Merida: Legende der Highlands“ im Programm. Das heißt, dass Klassiker wie „Toy Story“, „Die Unglaublichen“ oder „Wall-E“ beim Streaming-Anbieter fehlen. Unser Favorit bei Netflix ist daher „Die Monster AG“. Der Film um die beiden Monster Sulley und Mike, die sich in ihrer abgedrehten Welt voller Ungeheuer plötzlich mit einem menschlichen Kind herumschlagen müssen, strotzt nur so vor skurrilen Charakteren und warmherzigem Humor.

Der Film ist definitiv ein Klassiker, der in den USA im Zuge der aktuellen Pixar-Welle sicherlich auch bald in 4K erscheinen dürfte. Bis dahin kann man sich allerdings hierzulande entweder bei Netflix vergnügen oder „Die Monster AG“ auf Blu-ray bzw Blu-ray 3D genießen.

2. Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft

Auf dem zweiten Platz befinden sich ein Klassiker: „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ aus dem Jahr 1989 ist leider in Deutschland nie auf Blu-ray erschienen – von einer Ultra HD Blu-ray ganz zu schweigen. Die beste Möglichkeit diese Familienkomödie mit Science-Fiction-Elementen also in guter Qualität zu genießen, ist aktuell hierzulande wohl Netflix. Rick Moranis glänzt hier als geekiger Familienvater, dessen Kinder versehentlich durch einen Verkleineruntsstrahl extrem geschrumpft werden und sich nun durch allerlei Abenteuer kämpfen müssen, um ihren Vater auf sich aufmerksam zu machen.

Aufgrund des Erfolgs des Films folgten zwei mehr oder minder gelungene Fortsetzungen und sogar eine TV-Serie. Das Original bleibt aber unerreicht. Fun Fact: Regie führte bei „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ niemand anderes als Joe Johnston, der für Disney später unter anderem noch „The Rocketeer“ und „Captain America“ drehte.

1. Spider-Man: Homecoming

Man kann lange darüber diskutieren, welcher Film aus dem Marvel Cinematic Universe der sehenswerteste Streifen ist. „Avengers: Infinity War“, „Captain America: Winter Soldier“ oder als Klassiker der Film, der das MCU erst möglich machte: „Iron Man“. Alle genannten Titel wären allesamt eine legitime Wahl. Für uns ist es jedoch „Spider-Man: Homecoming“, dem der Thron gebührt. Viel hatte man von dieser Comicverfilmung ursprünglich nämlich gar nicht erwartet, nachdem die Spider-Man Reihe bereits innerhalb relativ kurzer Zeit bereits zwei Inkarnationen im Kino hingelegt hatte – einmal die Reihe von Sam Raimi mit Tobey Maguire und dann die Version mit Andrew Garfield als Titelheld.

Doch der neue Anlauf mit Tom Holland erwies sich als überraschender Glücksgriff und konnte zudem in Michael Keatons Vulture einen der interessantesten Schurken im gesamten MCU auffahren. Der Genremix aus Superhelden-Abenteuer und Coming-of-Age-Story, welcher an die 1980er-Jahre von John Hughes erinnert, bot neben einem Effektgewitter auch viel Humor und Herz. Deswegen würde uns „Spider-Man: Homecoming“ bei Netflix definitiv sehr fehlen. Wobei wir vielleicht Glück haben: Da Sony bei diesem Film beim Vertrieb die Finger im Spiel hat, bleibt dieser Film uns eventuell sogar bei Netflix am Ende erhalten… Warten wir es ab.

Sony PlayStation 5: Raytracing-Hardware und modulare Spiele-Installationen bestätigt

Sony hat bestätigt, dass die PlayStation 5 zu den Feiertagen 2020 auf den Markt kommen wird. Doch es sind auch einige weitere Details bekannt geworden. Unter anderem ändert man die Art und Weise, wie Spieleinstallationen an der Konsole behandelt werden.

So haben die Kollegen von Wired im Gespräch mit der Sony-Führungskraft Mark Cerny, der auch schon bei der Entwicklung der PS4 eine Schlüsselfigur gewesen ist, erfahren, dass sich Spiele modular installieren lassen. Das bedeutet, dass es möglich sein wird, z. B. die Singleplayer- und Multiplayer-Komponenten eines Titels getrennt voneinander zu installieren aber auch zu deinstallieren.

Das ist eine feine Sache, denn dadurch lässt sich kostbarer Speicherplatz sparen. Wer also beispielsweise bei einem Shooter die Singleplayer-Kampagne bereits durchgezockt hat, kann sie von der Platte schmeißen, aber weiterhin mit Freunden den Mehrspieler-Modus genießen. Wer umgekehrt nur die Story durchspielen möchte, braucht sich den Multiplayer-Modus eines Titels gar nicht erst auf die Festplatte zu schaufeln. Das spart nicht nur Speicherplatz, sondern verkürzt dann sogar die Installationszeit.

Cerny hat zudem auch bestätigt, was in der Community für Debatten sorgte: Ja, die PlayStation 4 wird dedizierte Hardware (als Teil der GPU) für Raytracing verwenden. Zuvor lag im Bereich des Möglichen, dass die Konsole nur eine eingeschränkte Software-Lösung nutzen könnte. Cerny hat die ganze Sache aber nun klargestellt. Bestätigt ist zudem ja auch, dass die Sony PlayStation 5 ein Laufwerk für Ultra HD Blu-ray mit bis zu 100 GByte verwenden wird.

Die Sony PS5 will den Homescreen aufpeppen

Sony möchte die Erfahrung an der PlayStation 4 zudem sozialer gestalten. Gamer sollen direkt auf dem Homescreen eine bessere Übersicht zu den Aktivitäten erhalten, welche ihre aktuell installierten Spiele betreffen. Bleibt zu hoffen, dass da kein zu überladener Feed auf uns hereinprasselt. Gerüchte sprechen aktuell sogar davon, dass die PS5 einen eigenen Sprachassistenten erhalten könnte. Jenes wollte Sony bisher aber nicht kommentieren.

Kleine aber eine Info: Die neuen Controller, welche voraussichtlich als DualShock 5 erscheinen werden, laden sich via USB Typ-C auf. Sony geht also mit der Zeit. Unten findet ihr noch eine kleine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen, die wir bisher zur Sony PlayStation 5 erfahren haben.

Das wissen wir bisher über die Sony PlayStation 5:

  • Unterstützt Auflösungen von bis zu 8K
  • Kompatibel zu 120 Hz
  • Setzt auf eine angepasste CPU der Reihe AMD Ryzen
  • Angepasste GPU der Reihe AMD Navi
  • Raytracing-Hardware
  • Verwendet SSDs
  • Spiele-Installationen sind modular
  • Neue Controller mit haptischem Feedback
  • Optisches Laufwerk für Ultra HD Blu-ray mit bis zu 100 GByte
  • Abwärtskompatibel zur PS4 / PS4 Pro
  • Visiert Core-Gamer als Zielgruppe an
  • Wird mit objektbasierten Soundformaten arbeiten
  • Möglicherweise mit 20 GByte RAM (Gerücht)
  • Eventuell mit verbessertem VR
  • Könnte 14,2 TFLOPS Grafikleistung mitbringen
  • Erscheint Ende 2020

waipu.tv: Anbieter für TV-Streaming startet türkische Offensive

Deutschland ist ein vielfältiges Land: Zwar ist es so eine Sache mit der multikulturellen Identität, doch gerade Türkeistämmige sind hierzulande schon lange ein fester Bestandteil der Bevölkerung. Dem zollt nun waipu.tv Tribut und macht damit nun Türksat Konkurrenz.

Bestes türkisches Fernsehen“ will waipu.tv laut der Werbung auf seiner Website anbieten. Das könnte für manchen Deutschtürken eine interessante Sache sein, denn der Abruf via TV-Streaming ist mittlerweile auf vielen Geräten möglich. So gibt es waipu.tv seit Juni auch für Android TV. Sogar bereits im Mai hatte man eine eigene App für die Apple TV rausgehauen. Das eröffnet also bequeme Möglichkeiten auf den Dienst zuzugreifen – etwa über Fernseher mit Android TV oder auch die beliebte Nvidia Shield Android TV (hier unser Test).

Bislang mussten türkischstämmige Mitbürger für den Empfang von Sendern in türkischer Sprache auf Kabel oder Satellit zurückgreifen. 30 Sender sind nun aber auch via waipu.tv verfügbar. Da behält der Satelliten-Empfang zwar weiterhin den Vorteil, denn via Satellit stehen hunderte von Sendern in HD-und SD zur Verfügung, doch nicht jeder hat die Möglichkeit auf eine entsprechende Antenne zuzugreifen.

Insofern dürfte es mit Sicherheit einen Adressatenkreis für das türkische Angebot von waipu.tv geben. Zumal bei Basis-Kabelangeboten oft nur kleinere Senderpakete mit nur zehn türkischsprachigen Sendern auswählbar sind. Da hat waipu.tv dann also beispielsweise doch den Vorteil auf seiner Seite.

waipu.tv: „Türk-Paketi“ kostet 12,99 Euro im Monat

Wer Interesse hat, kann das Türk-Paket bei waipu.tv für 12,99 Euro im Monat buchen. Aktuell ist es als Start-Angebot sogar für nur 9,99 Euro im Monat zu haben. Es enthält dabei neben 26 türkischen Sendern in HD plus 4 in SD auch noch mehr als 50 deutsche TV-Sender. Wer noch weitere, deutsche Sender wünscht, kann alternativ 19,99 Euro für die Perfect+ Türk Option zahlen. Jenes enthält dann mehr als 110 dt. Sender – davon 75 in HD. Hier sind auch Pay-TV-Kanäle enthalten.

waipu.tv bietet zwei Pakete mit türkischen Sendern an

Wer die Möglichkeit hat den Empfang via Satellit zu nutzen, ist damit insgesamt wohl immer noch besser beraten. Ansonsten kann waipu.tv mit seinem Angebot da aber eventuell eine gute Alternative sein.

Sony PlayStation 5: Offizieller Name, Veröffentlichung Ende 2020 und UHD- / 4K-Player bestätigt

Sony hat heute überraschend einen kurzen Blog-Beitrag zu seiner kommenden Next-Generation-Konsole veröffentlicht. So bestätigt man erstmals, dass die Plattform tatsächlich den offiziellen Namen „PlayStation 5“ tragen wird. Außerdem steht auch der Erscheinungszeitraum fest: zu den Feiertagen 2020.

Im April hatte Sony erstmals über die nächste PlayStation geplaudert, vermied aber damals noch die Bezeichnung „PlayStation 5“. Man bestätigte aber Features wie 8K, Raytracing und auch die Abwärtskompatibilität zur PS4. Leider wussten wir bisher noch nicht, ob die neue Konsole ein Laufwerk für Ultra HD Blu-ray bieten wird. Genau das soll aber nun laut Wired der Fall sein – dort ist von einem 4K-Player für Disks mit bis zu 100 GByte die Rede. Klar ist auch, dass Sony einen sanften Generationsübergang anstrebt und die PS5 zudem auch 120-Hz-Gaming unterstützt.

Im neuen Blog-Beitrag bestätigt Sony nun eben die Veröffentlichung zu den „Feiertagen 2020“, was üblicherweise den Zeitraum um das nordamerikanische Thanksgiving und Weihnachten meint. Die PS4 erschien 2013 Ende November, sodass die PS5 im nächsten Jahr zu einem ähnlichen Termin zu erwarten sein sollte. Offen ist aber noch der Verkaufspreis. Dafür hat Sony ein wenig zu den Controllern erzählt.

Bei der PS4 experimentierte Sony mit einem Touchpad, was sich aber eher als Flop erwiesen hat. Das Touchpad dient in fast allen Games nur als übergroßer Button – die Touch-Funktionalität wurde von Entwicklern weitgehend ignoriert. Dennoch will man da auch bei der PS5 wieder Experimente wagen, die sich um die Berührung drehen. Aber anders als gedacht.

Haptic Feedback und adaptive Trigger für die Controller der PS5

Demnach wolle man die klassische Rumble-Technik der DualShock 4 beim Nachfolgemodell durch haptisches Feedback ersetzen. Ins Detail geht Sony da noch nicht so recht, erklärt aber, dass sich dadurch etwa ein Tackle beim Football anders anfühlen solle, als der Zusammenstoß mit einer Mauer bei einem Rennspiel. Selbst Feinheiten wie das Streifen durch Gras wolle man mit den Controllern haptisch wiedergeben.

Außerdem soll es adaptive Trigger in den L2- und R2-Tasten geben. Das bedeutet, Entwickler können mit dem Widerstand der Trigger spielen. Dadurch soll sich etwa das Abschießen eines Bogens anders anfühlen als zuvor oder das Durchdrücken eines Gaspedals realistischer werden. Laut Sony habe man Entwickler bereits mir Vorabversionen der Controller versorgt und die Rückmeldungen seien sehr positiv. Warten wir es mal ab.

Disney: Bessere 4K-Ausstattung für Disney+ als für Ultra HD Blu-rays

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Disney+ ist als Preview bereits in den Niederlanden verfügbar. Dadurch erhalten wir Aufschluss darüber, welche Inhalte dort in 4K sowie mit Dolby Vision und Dolby Atmos zur Verfügung stehen werden. Traurig ist daran, dass einige Filme dadurch im Streaming mit besserer Ausstattung zur Verfügung stehen, als auf physischen Datenträgern.

Über diesen Trend haben wir schon mehrfach berichtet. Kürzlich hielten wir etwa fest, dass „Spider-Man: Far From Home“ exklusiv beim amerikanischen Streaming-Anbieter FandangoNow in IMAX Enhanced und mit erweiterten Bildinformationen für rund 45 Minuten der Spielzeit zur Verfügung stehen wird. Leider spart sich Sony für die Ultra HD Blu-ray sowohl IMAX Enhanced als auch das wechselnde Bildformat. Das ist aus unserer Sicht eine Enttäuschung.

Auch im Falle von Disney wird es wohl in Zukunft vermehrt bei vielen Filmen so sein, dass die Streaming-Variante bei Disney+ mehr an Ausstattung bietet, als die Disk. So liegen dort viele Filme mit Dolby Atmos und Dolby Vision vor, bei denen die Ultra HD Blu-ray z. B. mit HDR10 haushalten muss. Das ist schade, sollten Fans und Sammler doch erwarten dürfen, dass die teuerste Version mit den meisten Möglichkeiten, also eben die Ultra HD Blu-ray, auch das Optimum bietet. Von dieser Vorstellung sollte man sich wohl verabschieden.

Disney+ wird in Europa 6,99 Euro im Monat kosten. Zusätzliche Kosten für 4K, Dolby Vision / HDR10 und Dolby Atmos gibt es glücklicherweise nicht. Nun kann man schon einmal die Liste der Titel erweitern, welche bei dem Streaming-Dienst mit voraussichtlich Dolby Vision und Dolby Atmos zur Verfügung stehen werden. In den USA hat Disney zudem viele Filme gerade auf Ultra HD Blu-ray angekündigt – etwa „Rapunzel – Neu verföhnt“, „Big Hero 6“ oder etliche Pixar-Produktionen. Auch jene dürften also mittelfristig bei Disney+ in 4K Einzug halten.

Diese Filme gibt es bei Disney+ mit Dolby Vision und Dolby Atmos

Unten seht ihr die Liste der Filme, die bei Disney+ offenbar direkt zum Launch in 4K und mit Dolby Vision sowie Dolby Atmos zur Verfügung stehen werden. Sicher werden da bald noch viele weitere Titel hinzukommen.

  • Avengers: Age of Ultron
  • Avengers: Infinity War
  • Star Wars: Die letzten Jedi
  • Rogue One: A Star Wars Story
  • Black Panther
  • Free Solo (4K aber nur HDR10, ohne Dolby Atmos)
  • Aladdin (1992)
  • Captain America: The Winter Soldier
  • Captain America: Civil War
  • Captain America: The First Avenger
  • Chaos im Netz
  • Mary Poppins Returns
  • Das Zeiträtsel
  • Christopher Robin
  • Princess Diaries (ohne Dolby Atmos)
  • Princess Diaries 2: Royal Engagement (ohne Dolby Atmos)
  • Nutcracker and the Four Realms

Disney+ startet in den USA, Kanada und den Niederlanden am 12. November 2019 – in Australien und Neuseeland eine Woche später. In anderen Ländern soll es im Frühjahr 2020 losgehen.

Streaming statt lineares TV: ARD investiert 20 Mio. Euro

Die Ära des linearen Fernsehens neigt sich langsam dem Ende zu. Das wissen auch die öffentlich-rechtlichen Sender Deutschlands, auch wenn sie vorwiegend ein älteres Publikum bedienen. Man will sich aber rechtzeitig auf den Wandel vorbereiten. So investiert die ARD 2020 erstmals rund 20 Mio. Euro allein in Streaming-Inhalte.

Es besteht das Potenzial, dass jener Betrag sogar noch in den Folgejahren deutlich steigen könnte. Da man das Geld nicht aus dem Hut zaubern kann, wird es an anderen Stellen eingespart – nämlich beim linearen Programm. Aktuell sind die Streaming-Bemühungen der öffentlich-rechtlichen Sender aber durchaus umstritten. Schließlich wird das Angebot durch die Bevölkerung zwangsfinanziert, dennoch bieten die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Inhalte teilweise über kommerzielle Plattformen wie YouTube an.

Das führt immer wieder zu Kritik, auch wenn verständlich ist, dass die öffentlich-rechtlichen Sender die Reichweite etablierter Plattformen nutzen möchten, statt womöglich ein eigenes Nischenangebot zu platzieren. Nun denn, aktuell könne man sagen, dass ARD und Co. ja ein paar Reserven haben müssten, da sie ja versagt haben sich die Rechte für die Fußball EM 2024 zu sichern.

Die neuen Streaming-Inhalte will man aber in erster Linie in seiner eigenen Mediathek platzieren. Mitreden können dabei bei der Art der Investitionen nicht nur das Erste und ARD Degeto, sondern auch die Landesrundfunkanstalten. So kann man nur hoffen, dass am Ende auch die Qualität der Inhalte stimmt. Angedeutet hat man, dass die 20 Mio. Euro beispielsweise in Inhalte aus den Bereichen Science-Fiction und Mystery fließen könnten. Da sieht die ARD nämlich Nachholbedarf bei der eigenen Programmvielfalt.

ARD plant neue Eigenproduktionen für den Streaming-Bereich

Von den 20 Mio. Euro will man vorwiegend Eigenproduktionen finanzieren, einen kleinen Teil der Summe aber auch für Lizenzen ausgeben. Man hoffe, so die Mediathek für Kunden noch attraktiver zu machen. Die Sendungen wolle man zwar auch im TV ausstrahlen, da sie primär für die Mediathek konzipiert werden, verbinde man damit aber keine hohen Erwartungen an die Quoten.

In den nächsten Jahren sei geboten den Fokus auf Streaming sogar weiter zu erhöhen, um mit der Zeit zu gehen und die Zuschauer besser zu erreichen. Denn ihre Sehgewohnheiten ändern sich. Kritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dürfte der Plan dennoch frustrieren: Sie fordern, dass sich die öffentlich-rechtlichen Programme weiter vom Unterhaltungsangebot verabschieden, das ausreichend durch die Privatsender und Streaming-Anbieter abgedeckt werde. Durch einen Fokus auf Bildung, Kultur und Information könnte viel Geld gespart werden und womöglich sogar ein Relevanzgewinn entstehen.